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Full text of "Preussisches Wörterbuch: Ost- und westpreussische Provinzialismen in ..."

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PREÜSSISCHES WÖRTERBUCH. 

OST- imD WESTPEEUSSISCHE PROVINZIALISMEN 

IN ALPHABETISCHER FOLGE. 



H. FRISCHBIER. 



ERSTER BAND. 

A — K. 



BERLIN 1882. 

VERLAG VON TH. CHR. FR. ENSLIN. 

(ADOLPH ENSLIN.) 



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Vorwort. 

Das Material für das Preufzische Wörterbuch, dessen erster Band vorliegt, 
ist Ton mir in einem Zeitraum von fast dreifzig Jahren zusammengetragen 
worden. Zanäcbst sammelte ick allein; bald traten gleich strebende Freunde 
mit an die Arbeit; nach und nach erschlossen sich ältere handschriftliche 
Sammlungen gleicher Art; die einschlägige Litteratur wurde selbstverständlich 
verwerteti und so bildete sich in der Stille und sehr allmählich das Wert, an 
dem ein gut Stück meines Lebens hängt, das ich grofz gezogen in Liebe und 
Treue, das ich gehegt mit Aasdauer und Opferfreudigkeit, das ich in die Welt 
sende ohne jede Hoffnung auf klingenden Gewinn, einzig mit dem Wunsche, 
dafz es sich liebe Freunde gewinne und der HeinuMi Sprache durch die Jahr- 
handerte erhalte. 

Selbst ein Sohn des Volkes — mein Vater war ein schlichter Handwerker 
in Königsborg, und die plattdeutsche Sprache ist meine eigentliche Mutter- 
sprache — , habe ich Herz und Ohr für das Volk und seine Sprache offen 
behalten, und in mir ruht als Erbteil aus dem Yaterhause wie als eigene Er- 
rungenschaft ans dem Verkehr mit dem Volke ein grofzer Teil des Wort- 
schatzes, den ich in dem vorliegenden Werke zum Gemeingat mache. Doch 
wie hätte der Einzelne den unerschöpflichen Born der Volkssprache ausschöpfen 
k&nnen! Hat die vorliegende Zusammenstellung iu Wahrheit Anspruch auf 
eine gewisse Vollständigkeit, so ist diese doch nur erreicht worden durch die 
treue Beihilfe zahlreicher Mitarbeiter, durch die Heranziehung älterer hand- 
schriftlicber und gedruckter Sammlungen. Der umfangreichen Sammlung 
prenfzischer Provinzialismen von Mühling bin ich unter den „AbkQrzungen" 
gerecht geworden; als unmittelbare Grundlage dieser und natürlich auch meiner 
Arbeit sind die Idiotika von Bock und Hennig zu nennen. Beide Bücher 
(die Tollständigeu Titel s. in den Abkürzungen) sind sehr selten geworden. 
Bocks „Entwurf" umfafzt nur 86 Seiten klein Oktav und giebt meist einfach 
Vokabel und Erklärung; Hennigs „WOrterbndi'', im Formate nicht gröfzer 

a* 

Digitiz.dbyGOO'^le 



als sein Vorgänger, io der Ausstattasg mangelliafter, hat einen Umfimg von 
340 Seiten und versuclit eich häufiger in etymologisclien Erlänterangen : leider 
aber hat Hennig die Litteratur , seiner Zeit, die wesentliche Unterstützang 
bietet, mehrfach gar nicht, hin und wieder nur mangelhaft benutzt. Als ein 
-wirklicher Schatz etymologischer Erörterung hat sich dagegen Nesselmaons 
Thesaurus linguae Prutncae erwiesen, wie denn auch die sonstigen Bpracblichen 
Schriften dieses Terdienstvollen Gelehrten, wie die von ihm direkt mir zugegangenen 
Mitteilungen, dem vorliegenden Buche von grolzem Nutzen gewesen sind. 

Wohl keine Provinz unseres grofzen Vaterlandes besitzt auch nur an<- 
nähernd einen ähnlichen Reichtum an Idiotismen wie gerade Ost- and West- 
preufzen. Infolge der zahlreichen Einwanderungen deutscher Kolonisten fast 
aller Stumme während der Ordenszeit und später, begegnen wir hier den ver- 
schiedenartigsten Wortbildungen, den mannigfachsten dialektischen Formen. 
Die Berührung und Mischung der Ansiedler mit den slaviscben und litauischen 
Nachbarn, wie sie seit Jahrhunderten bestanden, und der gleich alte Verkehr 
mit überseeischen Nationen hat femer dazu beigetragen,- der Mundart eine 
Färbung za geben, die frappiert, aber auch interessiert; ja Fanken jener längst 
erloschenen Sprache der heidnischen Ureinwohner des Landes blitzen hin und 
wieder in einzelnen WSrteni auf, und diese bilden eine weitere Eigentflmlich- 
keit preufzischer Mundart. Diese Wortformen znrQckzufQhren auf ibre Anfänge, 
erschien mir als ein notwendiges Erfordernis für ein Prenfzisches Wörter- 
bach; es sind daher in dem vorliegenden Werke für die etymologische Elax- 
etellung der betreffenden Wörter die in Betracht kommenden fremden Sprachen 
und die deutschen Mundarten nach Bedür&is herangezogen and nach bestem 
Wissen und Können verwertet- worden. BaTz ich ferner besondere Sorgfalt 
auf die Erklärung der einzehien Wörter verwandt, dürfte ein auch nur Süch- 
tiger Blick in das Werk darthunj ebenso bin ich bemülit gewesen, dnrch 
treffende Belege für Klarstellung der Bedeutung des Wortes nach Möglichkeit 
zu sorgen. Wenn ich für den letztem Zweck meine früheren Siunmlangen 
mit benutzte, so kann dies dem Bache nur zum Vorteil gereichen, ond es hat 
mir Frende gemacht, in betreff dieser Verwendung einer freaadlicheo Zu- 
Stimmung zu begegnen. Herr Dr. Ludwig Freytag sagt bei Besprechung 
der beiden ersten Lieferungen des Wßrterbaches in dem „Magazin für die 
Litteratar des In- und Auslandes" (Jahrgang 1882, No. 22) hierQber Folgen- 
des: „Mit besonderer Hingabe and grolzem Verständnisse hat der Verfasser 
das volkstümliche, sprichwörtliche Element betont, ebenso lokale geographische 
Eigentümlichkeiten und volksm&fzig abergläubische Ausdrücke und Bräuche, 
und so hat das Werk nicht blole für den Sprachenforscher, sondern auch für 



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Torwort. -V 

den Eoltarhistoriker and den Freund des Volkstams im AJlgemeinen seinen 
bleibenden, bedeutenden Iffert." F&nde diese Auffaseong allgemeine Zostimmung, 
wer könnte zii&iedener sein, als ich? 

Es bat niclit in meiner Absiebt gelegen, die Lobalntunen der Provinzen 
Ost- und Westpreufzen vollständig der Sammlang einzuverleiben; diese worden 
vielmebr nur herangezogen, so weit sie in Glimpf und Schimpf im VolksmuDde 
. leben oder der eigen tum lieben Volksetymologie anheimgef allen sind. Yolks- 
tSmlicbe naturbistoriscbe Namen dagegen haben, und icb glanbp mit Recht, 
. die om&ssendste Berflcksichtigung gefunden; doch mutzte der überreichen und 
dorcbaos nicht zuverlässigen Nomenklatur in dem Werke von Hagen: 
„Freulzens PfluizeD'' mit strenger Prüfung entgegengetreten werden. Sehr 
dankenswert erwiesen sich dagegen die Beiträge von A. Treicbel in: „Volks- 
t&mliches aas der Pflanzenwelt." — Die jüdischen Vornamen sind meist als 
im Kreise Flatow heinoisch bezeichnet, nicht weil sie dort ausschlierzlich vor- 
kommen, sondern -weil sie daselbst von Schmitt zusammengesteUt worden siud. 
Es bleibt mir noch übrig, in betreff der angewandteo Accentaation das 
Erforderliehe zu sagen. Die Länge des Vokals ist, abgesehen von rein hocb- 
deutschen Wörtern, durch einen Cirkumflex (') bezeichnet; wo dieser fehlt, 
ist der Vokal kurz, i folgt kurzem Vokal und ist geschärft, fast gleich J'z, zu 
sprechen. «r% bezeichnet den eigcntflmlichen Laut, der dem iranzösiscben j 
gleich klingt und polnisch durch z ausgedrückt wird, e gebrauchte ich zur 
Bezeichnung des .«-Lautes, der gleichen Elang mit ä bat. Das ff m den Be- 
llen aus Dorrs „De lostgen Wiewer" ist von dem Herrn Übersetzer für den 
ö-Lant verwandt und von mir beibehalten worden. Die plattdeutschen Infini- 
tive haben mdst ein (n); dieses gilt fär die Aussprache derselben in West- 
prenizen, während in Ostpreufzen das Scblulz-n stets weggelassen wird. Be- 
merkt sei noch, dafz ein (F) hinter Substantiven anzeigt, de.Cz das Geschlecht 
derselben unbekannt war. 

Das Erscheinen des Werkes in Lieferungen hat es ermöglicht, dafz mir 
von . verschiedenen Seiten oft recht wertvolle Beiträge zur Ergänzung der 
Sammlung zagegangen sind. Indem ich für diese freundliche 1'eilnahme den 
geehrten Einseüdem besten Dank sage, erlaube icb mir zugleich die Bitte, in 
derselben auch für die Folge nicht erkalten zu wollen; doch könnte meine an 
nnd für sich zeitraubende Arbeit wesentlich erleichtert werden, wenn die be- 
treffenden Beiträge Wiederholungen des bereits Gedruckten vermieden und auf 
einseitig beschriebenen Blättern mir zugingen. — leb bebalte mir vor, am 
Schlüsse des Werkes ein genaues Verzeichnis aller Mitarbeiter mit meinem 
herzlichen Danke zn verSffientliclien. 



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VI Vorwort. 

Trotz peiiJicher Korrektar meinerseits, haben sich dennoch mehrfache 
Drackfehler eingeschlichen, die ich freandlichst; zu entschuldigen und nach dem 
mitgegebeuen Verzeichnis zu berichtigen bitte. Behufe TöUiger Richtigstelliing 
des Textes wäre mir die Mitteilung etwaiger noch übersehener Drackfehler er- 
wünscht. 

Doch wie könnte ich mein Vorwort schliefzen, ohne des leider zu früh 
dahingeschiedenen Verlegers dieses Werkes zu gedeuken! Herr Adolph 
Enslin (f 25. Juni 1882) hat auch diesem Buche, wie meinen früheren volks- 
tümlichen Arbeiten, das wohlwollendste und uneigennützigste Entgegenkommen 
bewiesen. Es wäre indiskret, seinen Hofüiungen auf das Werk, die er mehr- 
fach nnd noch von seinem Eüankenlager aus gegen mich ausgesprochen, hier 
wiederholenden Ausdruck zu geben: wQnschen aber möchte ich, dafz sie sich 
erfüllten, und danken muTz ich dem tenem Verstorbenen, dafz er seinem letz- 
ten grörzeren Verlagswerke eine so wQrdige Ausstattung gegeben. Möge dem 
Biedern die Erde leicht sein! Sein Andenken lebt in meinem Herzen. 

Gemahnt an den Tod, bitte ich den allgütigen Gott, der bisher all' mein 
Thon so reich gesegnet, dafz er mir Kraft und Gesundheit erhalte, dieses 
Werk zu beenden, 

Königsberg, 12. August 1882. 

H. Frischbier. 



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Abkürzungen. 



let. Bor. Acta Borvuiea EccUsiatHca, im Sommer des Jahres 1860. 12 BlStter 

CtviUa, lÄUrana etc. XQnigsbeig und Leip- gt. 8". 

rig 1730 f. Drei Binde. Banernttp. Baneniepistel. Einer guten 

Adelms'. Grammatisch-toitiaclieg WBrtets Freandin zun Wiegenfeste etc. Im Tolka- 

bnch der hochdentschen Moudut et« von dialekt bei Danzig. Pr Prov.-Bl. XXVII, 60f. 

Job. Chr. Adelung. Zweite Anll. Leipzig pie Zahlen bezeichnen die Verae.] 

1793 f. Vier BBnde. bajer« bajeriach. 

ftdj. Ä^elctiTuni. B«dl> üeber Nicolaui von Jerotchin. Von 

adT. Adverbinm. FedorBecb. Oennania. TiTteljahraschrift für 

»fn. angels&chaisch. deutsche Alterthumslninde. Heiaasge geben von 

ahd. althochdeutsch. Franz Pfeiffer. VII. Wien 1862, 8. 74 ff. 

Kten. alemaimisch, Betanlull. Teraucb einer Geschichte der 

■Itfr. altMeBisch. Stadt Bartenst«in in Ostprenizen und des 

Altm. AltmarL Kirchspiels, ala Denkmal der 600j&hrigen Ja- 

■Itn. sltnordiBch. - belfeier der Stadt am 8. August 1832 Ton J. G. 

altpr. oltpreuTzisch, aus der Sprache der Behniach, Pfarrer. KSnigsberg 1836. 

heidnischen PrenTzen stammend, B«ltr. e. Kde. Pr. Beiträge zur Eonde 

Altpr. X. odei Htsschr. Altprenseieche Preussena. EGnigsberg 1818 ff. 7 B&nde. 

Monatsschrift zur Spiegelung des provinziellen Benecke. Fische, Fischerei und Fischzucht 

Lebens etc. Heransg. von R. Eeicke und in Ost- und Westpreasscn. Auf Grund eige- 

E. Wiehert. Königsberg 1864 n. S. nei Anschauung gemeinfosslich dargestellt von 

alte, altsftchsisch. Dt. Berthold Benecke. Königsberg 1861. 

■mhd. altmittelhochdeatsch. Bernd. Die dentache Sprache in dem 

KBg§., anch Kgs. angels&chsisch. (Jrofzherzogthume Posen und einem Theile 

Anhang zu Sopb. B. Anhang zu Sophiena des angrenzenden Küm'greichea Polen etc. 

Beise. Leipzig 1T7G. Von Dr. Chn. Sam. Theod. Bernd. Bonn 

Amton. Alphabetisches VerzeichniTz meh- 1820. [Die Hinneise auf die Einleitung sind 

rerer in der Oberlansitz üblichen, ihr zum mit: Bernd, E.'U. betr. pag. bezeichnet.] 

Theil eigenthümlicben, Wörter and Redens- BirÜnger. Schwäbisch-auggbnrgiBchesW5r- 

»rten. Von Karl Gottlieb Anton. Stück 1 terbuch. Heransgegeb. von Dr. Anton Bir- 

bisig. Görlitz 1825— 184«. Schulprogramme. linger. München 1864. 

[Die erste Zahl bezeichnet das Stück, die Bock. Idiotieon Pnunaan oder Entwurf 

zweite die Seit? des betr. Stückes.] eines Preufeischen Wörterbuches, Darin die 

T. Aner. Handschriftliche Sammlung des deutsche Bedenaarten und Ausdrücke die allein 

General v. Auer-Goldschmiede unter dem in hiesigem Lande gebrftuchlich smd, znsam- 

Titel: Heimathskl&nge oder OstpreuTzischer men getragen und erörtert «erden soUeo, er- 

Sprachschatz. Gesammelt in Grünhof (Sam- ö&et von Joh. George Bock. Königsberg 

land, Kirchspiel Pobethen, Kr. Pischhausen) 1759. 8". 86 ß. 



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Bock, Hat. Versuch einer wirthschaftUchen 
. NatiiTg«3chJcht« von dem Königreich Ost- und 
WestpreoBsen. , Von Fr Samael Bock. Kö- 
nigsberg 1782—86. Fünf Bände. 

bSkm< hühmisch. 

Boldt Ut'm Noatangscbe. Volksthümlicbe 
Eiz&hlongen in p1attdent«cher Mundart lon 
A. Boldt Königsberg 1877. 

brem. bremisch. Breni. Bremen, im Bre- 
mischen. 

Brem. y/h. Versuch eines bremisch-nie- 
deraächfiischen Wörterbuchs etc. heransgegeb. 
Ton der bremischen deutscheo Gesellschaft 
Bremen 1767 ff. Fünf Bttnde. (Band G er- 
schien 1869.) 

Brenslng. üie Sprache de« deutschen See- 
manns. Von A. Breusing. Jahrb. des Ver- 
eins fürniedeideutfche Sprachforschung. Jahr- 



gang 1 



Bremen 1 



Bi^Jaek. Naturgeschichte der höheren Thiere, 
mit besonderer Berücksichtigung der Fauna 
iVusn'cd Von J. G -Bujack. Königsberg 
1867. 

CarOii niipt* Carmina nu/iiialia. Rücken- 
titel einer Sammlung von Hochzeits-Gratula- 
tianen aus der ersten Hftlfte des 18. Jahr- 
hunderts. Königsberger Drucke. Unikum der 
Königlichen und üniversit&ts -Bibliothek zu 
Königsberg: S 2. Vol. I.— VI. FoUo [Die 
römische Zahl hezeichnet den Sammelband, 
die arabische daa Stück des betr. Bandes, der 
Buchstabe die Seite des betr. Stückes.] 

Cod. 4ipL Pr. Uodex diploniaiiciu iVusji- 
cus td. J. Voigl. Königsberg 1830—61. Sechs 
B&nde. 

Dähn. Plattdeutsches Wörterbuch nach der 
alten und neuen Pommerschen und Kügischen 
Mundart von Joh. Carl DAhnerb Sbalsund 
1781. 
din. dänisch. 

Dannetl. Wörterbuch der altmfirkiscb-platt- 
dentscheo Mundart Ton Joh. Fr Uanneil. 
Salzwedel 1859. 

Das Wlrkgeittell. Das Wirkgestell und 
das Wirken. Von H. Friachhier. Wissen- 
schaftliche Monatsbl&tter. Heransgegeb. von 
Dr. Oscav Schade. VII. Jahi^gaug. 187H. 
8. 194-128. 

Dat Danil^er ToUblod. Dat Dauziger 
Vollblod an de Franzose, Volkslied. Dauziger 
Dampfboot Jahrgang 187a Nr. 173. [Ver- 



fasser dieses Liedes istProf. Dr.F, A. Brand- 
stKter in Daniig.] 

D«m> DeminntiTum. 

Der Einsiedler. Der Einsiedler. Zeitschrift 

Königsberg 1740 f. Zwei Bände. 

Üer pr, Sammler Der preufzische Samm- 
ler, eine Wochenschrift. Königsberg 1773. 
Zwei Bände, 
dlal, dialektisch. 

Die ZDnfte. Die Zünfte der Königshei^r 
Junker und Bürger im Eneiphof. Ihr Leben 
in Hof nud Garten und ihre Morgensprache. 
Nach den Protokollen der Morgensprache Ton 
H. Frischbier. Königsberg 1880, [Sonder- 
Abdmck aus dv Aitpr. Mtsschi. Bd. XVU, 
S. 74-128.] 

DSnh. DönhofFstädt pie Beiträge sind 
Ton meinem lieben Freunde, Kantor Hil- 
berger in DönhoffstAdt,- geat 11. Mai 1881, 
in den Bezirken Ton Rastenburg, Bart«n, 
Schippenbeil, Gerdaneu und Rössel, also in 
dem alten Bartnerlnnde, in einer langen Reihe 
von Jahren mit ausdauernder Eingabe ge- 
sammelt, mit sinnigem Verständnisse gedeutet, 
mit liebenswürdigster Un'eigennütAigkeit mir 
dargereicht. Der Treue ruhe in 'Frieden!] 

Deomkuat Koolmau. Wörterbuch der 
ostfriesiachen Sprache. Etymologisch hearb. 
von J. ten Doorukaat Koolman. Norden 
1879 ff. 

Dorr. Twöschen Wiessei onNoacht. Platt- 
dietsche Gedichte Ton Robert Dorr. El- 
bing 18G2. 

Dorr, Driewjagd. De Driewjagd am Kra- 
jewoold. Ne Jagdgeschicht von R. Dorr. 
[Altpreufzische Zeitung. Elhing. Jahrgang 
1882. Nr. 61. PeuiUeton.^ 

Dorr, 1. Wlew. Shakespeare De lostigen 
Wiewer von Windsor gut Plattdietsche äwer- 
sett von Robert Dorr, Liegnitz 1877. [j 
bezeichnet das kurze Ö.] 

Dig. Danzig. 

Dag. Nhg. Danziger Nehrung. 

Ein Lustspiel, a Lustspiel. 

Einsiedler. S. Der Einsiedler. 

engl, englisch. 

Erl. Pr, Erlentertes Freussen Oder Aua- 
erleseue Anmerkungen , Ueber verschiedene 
Zur Preuesischen Kirchen-, Civil- und Ge- 
lehrten-Historie gehörige besondere Dingo. 
Königsberg 1724 ff. Fünf Bände. 



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EnBld, Ennlud, Landschaft BsÜich von 
der PasRsrge, twischen Passarge, Alle van 
den QneUen bis etwa zur Hilfte des Flnsses, 
und der Linie von Bwtenstein bis Balga, die 
Tier landr&tUicheD Kreise Brannsberg, Heils- 
bei^, Rassel und AUenstein umfassend. [Die 
betr. Wörter sind, fehlt die Quelle, von mir 
bei einem eUj&hrigen ADfenthalt im Ennlajide, 
1&12 53, gesammelt.] 

Ermld. FrelMh. Eine Ermländiache Frei- 
Bchaß im' breslauer Dialekt, humoristisch- 
theatralisch in 3 Aufzügen bearbeitet Bdssel 
1866. 15 Seiten klein S". 

^ — , Huiiukr. (in meinem Besitz) Das- 
selbe, onter dem Tit«l „Die Bauernhochzeit", 
in von dem vor. oft abweichender Schreibung. 

, N. Fr. Prov.-Bl. IS.', 39(1-399. Ge- 

kmnte Bearbeitunfj von 1 , in ebenfalls ab- 
-WRicbender Schreibweise (von Firmenich I, 
112 ff äbemommeD). 

esta. estnisch. 

f. Femininnm. 

Paber. Die Hanpt- nnd Residenzstadt Ks- 
nigsbei^ in PreuFzen. ' Das Merkwürdigste aus 
der Geschichte, Beschieibting und Chronik 
der Stadt Von Dr. Karl Faber. ESnigsbetg 
1S40. 

Amd. finnisch. 

Flnaenlcli. Germaniens Völkerstimmen 
Sammliuig der deutschen, Mundarten in Dlch- 
tnngen, Sagen, Härchen et« Heraosgegeb. 
vonJ. M. Firmenich-Ricbartz. DreiB&nde. 
Berlin. (Beendet 1866.) 
, naehn. Fischname. 

Fkeb-Ord. f. d. fr. Haff. Fischer-Ord- 
nung für das frische Haff, d d Berlin, 7 Mttrz 
1846. 

f. d. tnr. Uatr. Fischer -Ordnung 

für das kurische Haft, d. d Berlin, T. März 
1845. (Oesetz-Saniralung pro 1845, S. 139 ff) 

£. FSrgtem. E. Förstemann, Znr Be- 
dentungslehre der Danziger Mundart Nene 
■ Pr. ProT.-Bl. a. F. UX, 294-304. 

FSrstenuuiD. SlaviBcha Elemente in deut^ 
sehen, namentlich westpreuGsischeo Mundarten. 
Aufrecht und Kuhn, Zeitschrift für ver- 
gleichende Sprachforschung I, 18Ö2. 

F8r8t<<iiiann, Slrasan. Strassennamen von 
Gewerben. Yon E, Försteroann. Germania 
von Pfeiffer (fortges. von Karl Bartsch;, 
UV, S. 1 ff. 

FTeqaentaliv(um). 



Frlseh. Johann lieonhard Frisch Teatsch- 
lateinisches Wörterbuch etc. Berlin 1741. 
2 Bde. 

Frommutn. Die deutschen Mundarten. 

Zeitschrift für Dichtung, Forschung u. Kritik. 
Herausgegeb. von Dr O Karl Frommann. 
7. Band. Haue 1877. 

Tte. franzSsisch. 

Garcke. Flora von Nord- nud Mittel- 
deutschland etc. Bearbeitet von Ur, August 
Uarcke. 8. Aufl. Berlin I8G7. 

Gebmuer, Kde. Kunde, des Samlandes oder 
Geschichte und topographisch - atatistiaches 
Bild der ostpreussischen Landschaft Samland. 
Von Karl Emü Gebauar, Pfarrer in St. Lo- 
renz Königsberg 1S44. 

Gedanlsm. Gedaniamen, Danziger Aus- 
drücke und Redensarten, mitgeteilt von dem 
Privatgelehri;eu Robert Hein ans üanzig, jetit 

filolti, lag, Jugendleben von Bogumil 

Goltz. Leipzig 1862.- Drei Teile. 

Uordaok. Hände chriftli che Sammlung ost- 
preutzischer Provinzialismen von Walter Goi- 
dack, Sprachlehrer in Königsberg. [Die be- 
trelfcnden Wörter sind im Veikejir mit dem 
Volke nnd in Familienkreisen besserer HAnser 
gesammelt.] ' 

tiortiltu. Handschriftliche Beiträge von 
W. Gortzitza, Gjmnasial-Professor a. D, 
in Ljck. [Das Lokal der Sauimlung ist vor- 
zugsweise Neidenhorg, Rastenburg, Lfck, 
Heiligenhei) nnd Königsberg ] 

goth. gothisch . 

GSttiny. Göttingen, im Oöttingenschen, ' 
auch in weiterer Bedeutung: in den Fürsten- 
tbfimem GOttingen und Gmhenhagen. 

tlrlmm, Wb. iJentsches Wörterbuch von 
Jakob und Wilhelm Grimm. Leipzig 1854ff. 

gr.-lat. griechisch-lateijüsch. 

Urunan, s Simon Grnnaa 

Gr Word. Grofzes Werder, Insellandscliaft 
zwischen Weichsel und Nogat. [Viele Wör- 
ter sind von dem Pfarrer Fabricins inBaren-T 
hof im Gr. Werder gesammelt.] 

Hagen. PreuFzens ^Pflanzen beschrieben 
von Karl Gottfr. Hagen. Königsberg 18'l8. 
2 Bde. [Oitiert ist die fortlaufende Nummer.] 

Hartkuoch, Altes und Neues Prenssen, 
Oder IVeussischer Historien Zwei Theile etc. 
DurchSLChriatophorumHartknoch. Frank- 
furt und Leipzig etc. Eönigsbsrg 1684. 



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Hartwlcll. Hm. Abraliam Hartwichs etc. 

Geographiach-HiEtorischeLandes-BescliTeibuiig 
derer diejen im Pohlniechen PieuTien liegen- 
den Werdern, als des Dantnger^Elbing- and 
MarienboTgischen etc. Königsberg 1723. 

Hansbarg. Landnirthschaftliche Skizzen, 
auf einem Aosflnge nach Belgien (England) 
nnd Holland gesammelt von 0. Uaneburg. 
(Als Mannskript gedmckt.} Egsbg. 1873. 

hohd. hochdentscli 

fleinel. Einige Nachrichten über das grofze 
MarienboTger Werder, besonders in kirchlicher 
Hinsicht. Tom Pfarrer Dr. E. Heinel. Pr. 
Prov.-Bi. YIII, 209 ff. 

Hennenberger. Erclerung der FreüfTischen 
gröCTem Landtaifel oder Mappen. Mit leicht 
erfindung aller Stedte, Schlöffer, Flecken, 
Kirchdörffer, Orter, Ströme, Flieffer vnd See 
Bo darinnen begriffen. Auch die erbawunge 
der Stedte vnd SchlöITer, ihre zerBtöninge vnd 
widerbaiTunge. Sampt vielen schönen anch 
Wnnderbarlichen Historien, guten md Iiösen, 
löblichen vnd schentlichen Wercken ynd Tha- 
ten, Sampt dernelbigen Straff vnd belohnan- 
gen, BO darinnen geschehen: vnd wanderlichen 
Idirackeln, welche in PreufCen zum theil 3*ein, 
oder ' sich darinnen zugetragen haben etc. 
Durch Carparum Hennenberger um, des 
Fürstlichen Hospitals Königsberg Löbenicht 
Pfarhem. Königsberg 1695. 

Uennig. Preiifiisches Wörterbuch, worin- 
nen nicht nur die in Prcufzen gebräuchliche 
eigenthOmliche Mundart und was sie sonst 
mit der niedersftchsischen gemein hat, an- 
gezeigt, sondern auch manche in preuCzischen 
Schriftstellern, Urkunden, Documenten und 
Verordnungen Turkoramende veraltete Wörter, 
Bedensarten, Gebräuche und Älterthümer er- 
klärt werden, im Namen der Königlichen 
Deutschen tiesellacbaft zu Königsberg heraus- 
gegeben von O. E. S. Hennig. Königsberg 
1786, 8'. 340 8. 

Heupr. Heienspruch und Zanberbann. 
Ein Beitrag zur Oeschichte des Aberglaubens 
In der Provinz Preufzen. Von H. Frisch- 
bier. Berlin 1870. 

Hinti. Die alte gute Sitte in Altprenfzen. 
Ein kirchlich-sociales Sittengem aide, ans amt- 
lichen Berichten zusammengestellt von C. G. 
Hintz, Pfarrer in Pobethen. Königsberg 
1862. 

HsfTbelns, Stratm. Die Stralzennamen Kö- 



nigsbergs. VonG.T.Hoffheini. [Altprenfc. 
Mtsscbr. Bd. XVI, S. 597—606.] 

Iioll. holländisch. 

Hnpel. Idiotikon der deutschen Sprache 
in Lief- und Ehstland. Riga 1795. 

lnt«ij. Inteijefction. 

id. nnd IsUnd. islftudiscli. 

ital, italienisch. 

JabloDüki. Job. Theod. Jablonaki, All- 
gemeines Leiikon der Künste nnd Wisaen- 
scbsften etc. Königsberg und Leipzig 1748. 

JeroBohin. Die Deutschordenschronik des 
Micolaus von Jeroschin. Ein Beitrag zur 
Geschichte der mitteldeutschen' Sprache nnd 
Litteratur von Dr. Franz Pfeiffer. Stuttgart 
1854. 

Jlid. jüdisch. 

knsB kassubisch. [Die kassubischen Eüsch- 
namen sind wesentlich polnisch und teilweise 
dem Deutschen entlehnt.] 

Kehrein. Volkssprache nnd Volkssittc im 
Herzpgthnm Nassau. Weilburg 1862. Zwei 
B&nde. 

KgBl>g Königsberg. 

KleId.-Or^. Kleider-, Hochzeit- nnd Kind- 
tanf-Ordnnng der drei Städte Königsbei^. 
Aus den Jahren 1529—1558. Uitgetheilt von 
A. Meckelbnrg. Nene Pr. Prov.-BL s. P. 
Vn, S. 365-379. 

Klein. Deutsches Provinzial -Wörterbuch. 
Von Anton Edeln von Klein. Erste Liefe- 
rung. Erster nnd zweiter Band. Frankfurt 
und Leipzig 1792. 

Korrespbl. Korrespondenzblatt des Vereins 
für niederdeutsche Sprachforschung. Bremen 
18T7fr. Bd. III, S. 49— 54: Frischbier, 
Vergleiche mit Thieren. 

kormmp. korrumpiert 

Kr. landrätlicher Kreis. 

SoliB. Sagen, Gebräuche und Märchen aus 
Westfalen et«. Gesammelt und heransgegeb. 
von Adalbert Kuhn. Leipzig 1859. Zwei 
Bände. 

knr. kurisch. [Die kurischen Fischnamen 
sind vorzugsweise in Nidden üblich und teils 
lettisch, teils deutsch.] 

lat lateinisch 

Lehmann, Volksmd. Die Volksmnndarten 
in der Provinz Preufzen. Vom Professor 
Dr. Lehmann, G;nussial-Direktor in Ma- 
rienwerder. Preufz. ProT.-BL, XXVII, S. 5 
bis 63. 



,v Google 



LepB«r. Der Prensche Littaner oderVor- 
Bt«I!imgderNahmeiis-Her1oitiu)g,KiDd-Tanf<>n, 
Hochieit etc. Von Theodore Lepner. Im 
Jahr nach dea werthen HejlandpH Geburt 
1690. Daniig 1744. 

lett lettisch. 

Lesitls. Sjnopris der Fflaazeiikaiide etc. 
ToQ Joh. Lennis. Neu bearbeitet von A. B. 
Frank. HanuoTer 1877. [Citiert ist die Seiten- 
lahl.] 

Lbratg. LehreneitDiig für die Provinz 
Pr^oTien. Herausgegeben von Ch. Koaanke, 
sp&ter von R. Meier. Elbing, PiUkallen, 
Eönigsbe^. [Die erst« Zahl bezeichnet den 
Jahrgang, die zweite die Seite ] 

LIek. Die Stadt Schippenbeil mit Berück- 
sichtigung des Kirchspiels und der Umgegend 
Ton Gustav Liek. KQuigsberg 1874. 

Llaen. Ddiciae cakndariograpkkiu. Das 
ist, Die Sinnreichsten and all erkünstlichsten 
Fragen und Antwort Darinnen die Edelsten 
QeheimnÜEse der Phjsic, ABtroDonii, Astro- 
logi, Geographi etc. etc. Bester Massen, 
Gelehrten und- Unge lehrten zum Besten, an- 
mutig imd verständlich, auTigeführet und ver- 
abscheidet werden, aus den Jährlichen Calen- 
der-Ärbeiten Des Wejland Hocbgelahrten, 
Weitbernhmten Hrn. M. Alberti Linemanni, 
Fischnsino-BoTussi, Mathematum P. P. bej 
der Löblichen Eönigsb. Academi etc. Eünigs- 
berg 1654. [Die Buchstaben vor der Ziffer 
bezeichnen den Bogen, die Ziffer das Blatt 
des betr. Bogens, der dann folgende Buch- 
stabe die Blattseite.] 

Ilt. litauisch [Die litauischen Fischnamen 
treten «n der litauischen Seite des kniischen 
Haffes auf.] 

Lit. Aeq. Littauische Aequivalente für alt- 
preuftische- Wörter. Von Dr. W Pierson. 
[Separstabdmck aus der Altpr. Monatsschrift, ' 
Bd. TU, S- 577-602. Königsberg 1870.] 

LSMbin. Danzig und seine Umgebungen. 
Von Dr. Gotthilf Löschin. Dritte Auflage. 
Daazig 18&3. 

Geschichte Danzigs. 2. Anfl. Dan- 

zig 1822 f. 

Lwtsplel. Ein Lustspiel. Anf der RSssil- 
Bchen Schaubühne der Gesellschaft Jesu vor- 
gestellt im Jahre 1766, den 81. Heumonat. 
[Mannskript von Müfaling in einem starken 
Qnartbande, KoUektaneen enUialtend, p. 400 



bis 454. Bmchstücke des Lustspiels veröffent- 
lichte Mühling in den N. Pr. Prov.-Bl, VI, 

8. 145-1&2.] 

m. Maskulinum. 

Hannliardt, Roggenwolf. Boggenwolf und 
Boggenhund. Beitrag znr germanischen Sit- 
tenknnde von Wilhelm Mannhardt. Danzig 
1865. 

Hjirbg. ffdrg. Marienburger Niederung. 

HaroM. Handschriftliche Sammlung von 
'Provinzialismen (varzugaweise ans der Gegend 
von ätallupfinen) von dem Gjrmnasiallehrer 
Dr. C. Marold in Königsberg. 

iBHiiir. masurisch. [Die masurischen Fisch- 
namen sind wesentlich polnisch.] 

Hunren. Das von Polen bewohnte süd- 
liche Oatprenfzen. 

md. mitteldeutsch. 

Medlk. Medikament. Meist nach Mitteilun* 
gen des KSnigl. Hoflieferanten, ehemaligen 
Apothekers, Fragstein von Niemsdorf in 
Königsberg. 

Meier. Deutsche Kinder-Reime und Kin- 
der-Spiele aus Schwaben. Aas dem Volks- 
mnnde gesammelt und herausgegeb. von Ernst 
Meier. Tübingen 1851. 

mbd. mittelhochdeutsch. 

Ml. Wörterbuch der Mecklenburgisch-Vor- 
pommerschen Mundart von Ml. Leipzig 1876. 

Hlelobe. Littaui seh- deutsch es und Deutsch- 
littauisches Wörterbuch etc. von Chr. Gotfl. 
Mielcke. Königsberg 1800. Zwei TeUe. 

mlai. und mit. mittellateinisch. 

mnd. mittelniederdeutsch. 

Hnd. Wb. Mittelniederdeutsches Wörter- 
buch von Dr. Karl Schiller und Dr. August 
LObben. Bremen 1875ff. Sechs Binde. 

■inid. mittelniederländisch. 

Mttne, Anz. Anfsefz und Mone, Anzeiger 
für Kunde der deutschen Vorzeit. München 
und Karlsruhe 1882?. Acht Bftnde. 

Mon. hifit. Warm. Monumenta historiae 
Warmiensis. Mmnz und Braunaberg 1860 ff. 

Hor^rspr, Morgensprachen. [Protokolle der ■ 
Königsberger Morgensprachen im Kneiphof. 
Manuskript aus den Jahren 1440 bis 1801. 
In der Bibliothek der Königsberger Kaufmann- 
schaft sab Nr. 106. Vgl. Die Zünfte.] 

Hrongov(lag). I. Aasfuhrlicbes Polnisch- 
Deutsches Wörterbuch kritisch bearbeitet von 
Chr. CöL Mrongovius. Kgsbg. 183Ö. — 



idbyGoO'^le 



XII ■ Abtun 

n. Aaafülirlichea Dentach-Folniaches Wörter- 
bnch etc. Dritte Anil. Neu bearbeitet duicb 
Dr. W. W7azoinierski. Kgsbg. 1854. 

MQUlii;. Sammlung prenbiaeher Provin- 
ziaÜGinen (alphabetisch). Manoskript in Folio, 
603 gebrochene Seiten, Vorrede datiert: RQsael, 
den 6. Jannar' 1S51. [Karl Uühling, geb. 
10. Janaar 1799 zu Regia bei Borna im KSnig- 
reich Sachaen, geat. S6. Oktober 185& ab Rek- 
tor der evangelischen Stadtschule in Rössel. 
Tüchtiger Schulmann, voraflglicher Organist, 
fleifziger und glücklicher Sammler der Volka- 
üb erlief erimgen in der Provinz FreuTzen. 
MühlingB Saimnlimg ist mir von dem Sohne, 
Herrn Rendant Mühling in KBnigeberg, 
freundlichst zur Terfügnng gestellt, und soU 
epftter der Edniglichen Bibliothek in KSnigs- 
berg überwiesen werden. Gewissenhaft habe 
ich in meiner Arbeit dem Verfasser gegeben, 
was ihm gebührt] 

Mflbllng, Proben. Proben auB einem 
Prearäschen Proviniial-Wörterbuche. Nene 
PreuTz. Prov.-Bl. a. F. VU, 8. 436-441. 

— — , Tlern. Provinz ial-Namen der l'hiere 
Preufzen«. Von Mühling. Nene PreoTz. 
Prov.-Bl a. F. VIU, S. 167-179. 

m, Toni, m&nnlicher Vorname. 

n. Nentmm. 

SatoDgeu. Landschaft zwischen Ermland, 
dem frischen Hafi, dem Pregel and' der aSrd- 
Uchen UOlfte der Alle. [Zahlreiche Beiträge 
ans Natangen stammen aus der handschr. 
Sammlang des Lehrer Jasch in Wittenberg.] 

ai, niederdeutsch. 

ndL niederländisch. 

Hdrg. Niederung. 

ndrlin. niederrlieiaisch. 

nds. niedcrsächsiGch. 

Neiitler. Neatlor, Widerlegnnge, etlicher 
losen hinderlistigen vnd betrieglichen (uz- , 
gaben Staniilai Houi, , des Pfaffen zu Erm- 
land etc. Durch Fauiviat Na.iem, Newsta- 
denatm geschrieben. Aimo UDO V 11. Ohne 
Drnckoit. 

nenfr. - neafriesisch. 

nl. niederländisch. 

anl. neuniederiandjsch. 

Bordfr. nordfriesisch, 

norw norwegisch. 

Nonaek. Plattdeutsche Sehnutren in ost- 
preoTzischor Unndart Von Alexander Nowack. 
Königsberg 1875. 



S. Pr, ProT-BL Neue PreuTdsche Pro- 
vinzial-B)&tter. Königsberg 1846— 1861. Zwölf 

Bände. 

- — a. F. Der neuen PreuJi. Pioviniial- 

Blatter aodere Folge. Eönigsbg. 1853-1857. 
ZwSlf Bände. 

8. P. do, do. dritte Folge. Kgsbg. 

1S58-1866, Elf Bände. 

Nsslm. ForHch. (F.) 1—8. Forschongen 
auf dem Gebiete der preuTiischen Sprache 
von G. H. P. Neaaelmann. Drei Beiträge. 
Separatab drucke aus : Altpr. Monatsachrift VII, 
289-319; VIU, 59-78; 678-700. 

Tb. (Tbes.) Tkaaana liaguae Awa- 

ticae. Der preuTzische Vocabelvorrath, soweit ■ 
derselbe bis jetzt ermiltelt worden ist etc. 
von G. H P. Neaaelmann. Berlin 1873. 

Wb. Wörterbuch der Littauiachen 

Sprache, von G.H. F. Nesselmann. Königs- 
berg 1851. ■ 

Oberland. OstpreuTziscfae Landschaft west- 
lich vom Ermlande, das alte Fomesanien mit 
dem Hocketlande und Pogeaauien, 
- OberUns. Oberlauaitz. 

Orten. Ortsname. 

Oatpr. Ostpreu&en. 

Parad. Uat verleatfte Paradia. Von enem 
Metneaber 'der Duitzker Nearing ter Tid, as de 
Franschen em Ens on Hof verbrennt hadden- 
1813. Preufz. Prov.-Bl. XXVIl, 41—44. Auch 
abgedruckt in Firmenicbl, 100. [DieZai- 
len bezeichnen die Verse.] 

part. Partkipium. 

Passarge. Ans dem Weichseldelta. Reise- 
skizzen von Lonis Passarge. Berlin 1867. 

Pawiarge, Balt. Aus battiachen Landen. 
Studien und Bilder von Looia Paasarge. 
Glogan 1878. 

Pasaarge, bandsetir. Handschriftliche 
Sammlung preuTz. Frovinzialismen von dem 
Oberlandes -Gerichtsrat Louis PasBarge in 



Pfeiffer. S. Jeroschin. 

PflEU. Pflanzenname. 

Fflirata Die Pflanzenwelt in Volksrätseln 
aus der Provinz PreuTzen. Von H. Friach- 
bier. Zeitschr. f! deutsche Philologie. Bd. IX, 
S. 65-77. [Citiert ist die Nummer der 73 
Rätsel.] 

Pierson f A. W. Altprenfzischer Wörtet- 
Bchatz. Mit Erläutenmgen von Prof. Dr. W 
Pierson. Berlin 1875. 



,v Google 



PIhuKj Ut. Aeq. 8. Lit A«q. WissenBchaft, Eniut, Industrie und Agrikultur, 
, Matth. Prfttor. M&tth&bg PiHtorias' odor Preußische FroTinzial-Bl&tter. EGnigs- 

Dtliciae Bnu»icat oder Preußische Schau- ,berg 1829 1842. 

bnhne. Im irOrtlichen Auszüge aus dem Ma- pr. Toc. 8. Toc. 

nnscript heraosgegeben von I)r. W. Pierson. ' Qalrkb. Qnickhora. Volksleben in platt- 

Beilin 1871. deutschen Gedichten ditmarscher Mundart 

Plaaukl. Erlintemng einiger preuTziscben von Klaus Groth. Mit einem Glossar etc. 

Sprichwörter atc von G.C.P. Königsberg IIGO. Ton Prof. K. Müilenhoff. ö.AuH. Ham- 

(3S Nnrnmeni' auf 8 Seiten in 4".} bui% 1856. 
, Saehtr. In dem der Königlichen Kein Von. Beineke Vos. Nach der Lö- 

Bibfiothek zn Königsberg gehörigen, mit Po- becker Ausgabe vom Jahre 1498 etc. von 

pier dnrehschoseenen Eiemplar von Bocks Hoffmann von Fallersleben. Breslau 1834. 

iäiat Pr. und Fisanskis Sprichnörtem (zu- Renseb, Sagen. 'Sagen des Preufzisclien 

Bunmengehnnden) befinden sich. Nachträge Sainlandes von R. Rensch. % Aufl. Kgsbg. 

Ton Pisanskis Hand. Die betr. Bntlehnun- 1863. 

gen sind wie angegeben bezeichnet. Rlchey. Jdioticon Tlambvrgertte oder WOr* 

~ — , CberbL Von einigen Überbleibseln terbuch zur ErklBrung der eigenen, in und 

des Heidenthnms und Fabstthums in PreuTzen. um Hamhurg gebr&ucblicben niedere&chsischen 

[ibgedmekt in: Wöchentliche Eönigshergische Mundart Von Michael Bichey. Hamburg 

Frag- nnd Ante igungs -Nachrichten. 1766. 1756. 

So. 31—25.] Bocbholi. AlemamuBches Einderlied und 

pltd. plattdeutsch = niederdeutsch. Kinderspiel ans der Schweiz. Gesanunelt und 

plnr^ Flnralis. ■ Bitten- und spracbgesohichtlieh erklärt Ton 

poln. polnisch. E. L. RochhoU. Leipzig 1857. 

Fem. Ponunem. Bogge. Geschichte des Kreises und der 

Pott. Die Personennamen, insbesondere Dioecese Darkemen von Adolf Bogge. Dar- 

die Familiennamen ond ihre Entstehungs- kem.en 1873. 

arten etc. von Aug. Fr. Pott. 2. Ausgabe. Bosenkruu, Kgsbg 8ks. Königsberger 

Leipzig 1869. Skizzen TonKarlRosenkranz. Danzigl642; 
Fr. ArehlT. FreuMsches Archiv, heransg- 

Ton der EönigL Deutschen Gesellsdisit in 

Eönigsbei^. Königsberg nnd £lbing, 1790, g. siehe. 

Bd.1. Königsberg 1791-1798, Jahrg. 2— 9. Sulfeld. Die so bezeichneten Beitrag« 

prtp. Frkposition. sind von Fräulein EUs^eth Lemke-Bom- 

prls. Pr&sens, Pr&aentis. bitten bei Saalfeld in Ostpr. eingesandt und 

prirt, Prtteritum. beziehen sieb auf die dortige Gegend im Um- 
Preab. Praktischer Lehrgang für den' kreise von etwa drei Meilen. 

deutschen Sprachuntetricht in Volkschnlen etc. Ejallmann. Neue Beiträge zur deutseben 

Ten A. E. Preufz Königsberg 1841. [Ein Mundart in Estland von Dr. E. Sallmann. 

Anhang, S. 217 223, enthält eine kleine Beval 1880. 

SaDunhing preubi Provinzialismen,] Sammler. S. Der pr. Sanunler. 

-^ ~, Freulzische Landes- und Yolkskonde Schade, ffb. Altdeutsches Wörterbuch 

oder Beechreibung von PreuTzen et«, von von Oskar Schade. Zweite Auflage. HaUe 

A E. Preufz. Königsbei? 1886. 1872—1882. 

Fror. Frfi. ' Die Provinz Preuften. Ge- SohaltJ. 1 = Die Entstehung des Schalt- 

sehichte ihrer Cultur und Beschreibung ihrer Jahres oder der 29. Februar. Eine Burleske 

land- nnd forstwirthschaftlichen Verhältnisse, in alt-elbingscher Mundart. N. Pr. Ptov.- 

Fertgabe ffir die MitgUeder der XXIV. Ver- El. a. F. IV. 487 ff. [Die neben 1 stehende 

Mmmlung deutscher Land' und Forstwirthe Zahl bezeichnet die Seite des 4. Bandes der 

»B Königsberg l Pr. Königsberg 1868. Prov.-Bl.] 

pr.<polB. preuJzisch-polnisch = masnriscL SehaltJ. 8=GeBprftch in der Familie Schwer-- 

Pr. ProT.-BL Vaterländisches Archiv für duth über die Ehitstehung des Schaltjahrs. 



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XIV AbkÜTZiingen. 

Ein Schwant in der alten Elbinger Hmidart nebst Zos&tien m Hennig's Pieubiscbem 

Dritte verb. Aufl. Elbing o. J. [Die zweite WBrterbnch. Von W. Seidel Nene Prix. 

Zahl bezeichnet die Seite] Prov.-BL a. F. I, 27 36. 

Sohamb. Wörterbnch der niederdentBcheD Simon Ornnan. Simon GrnnaD'Bprenssi- 

Mnsdart der Püratenthnmer Göttinnen und sehe Chronik. Im Auftrage des Vereins fnr 

Grubenhagen etc. Gesammelt und bearbeitet die Geschichte der Provini Prenssen beraus- 

von Georg Schambach. Hannover 1858. gegeben von Dr. M. Pertbach. Band I. 

Schemlosek. Ausdrücke und Redensarten Leipzig 1875. [Die Hinweise bezieben sich 

der Elbingschen Mundart nüt einem Anhange auf Tract. I, Cap. III; Von namen und ge- 

Ton Anekdoten dem Volke nacherz&hlt. Ge- siechte der fischen in Freussen.} 

sammelt und erklärt von August Schemio- bIati slaviack 

nek. Danzig 1881. Soph. B. Sophiens Reise von Hemel nach 

Sofalelcber. Litauische M&rchen, Sprich- Sachsen (von Joh. Timoth. Hermes). 2. Aus- 
werte, Ratsei nnd Lieder. Von August gäbe. Leipzig 1776. Sechs Bftnde. 
Schleichet. Weimar 1857. spul, spanisch. 

Sohmellor. Bajerisches Warterbuck Sperber. Des Volkes Rede. Eine Samm- 

Sammlung von Wörtern und Anadrücken etc. lung osqjreufzisoher Ausdrücke und Redens- 

von J. Andreas Schmeller. Stuttgart und arten,angelegtvonLeonSperber-Niborski. 

Tübingen 1827—37. Vier Bftnde. Lübau 1878. 8". 46 Seilen. 

Sobmld. Schwäbisches Wörterbnch mit Spook. Datt Spook. Mundart der Elbin- 

etyraologiachen und historischen Anmerkungen ger Höhe. Von D. Neue Fr. Frov.-Bl. IV, 

von J. Chr. v. Schmid. Stuttgart 1831. 470 476, [Auch als Sonderdruck im Verlage 

Sdivltt. Topographie der zum ehemaligen von Nettmanu-Eartmann in Elbing o. J. 

Hetz-Distrikt gehörigen Kreise Westpreulzens. erschienen. Die Zahlen bezeichnen die Sdten- 

Von F. W. F. Schmitt. II. BeUage. Idio- zahlen der Frov.-Bl.] 

tikon des nördlichen Netz-Distrikts. N. Fr. Spnr. Sprichwort. 

Prov.-BL a. F. Vit, 105—115. Sprw. L Preufzische Sprichwörter nnd 

— — , Wegtpr. Die Provinz Westprenlzen, volksthümliche Redensarten. Gesammelt nnd 

wie sie entstanden und wie sie gegenwärtig herausg. von H. Frischbier. 2. Aufl. Ber- 

beschaffen ist. Von Dr. F. W. F. Schmitt, lin 1865. 

Thom 1879. - U. Dieselben. Zweite Sammlung. Mit 

sebott schottisch. Glossar. Berlut 1876. pie Zahlen bezeich- 

SohottmDller, Abhandlung: Die Kriigerin . nen die Nummer.] 

von Eichmedien. (Programm des Egl. Gjm. »t. starkes Verbum. 

zn Bartenstein. Bartenstein 1875.) Stallnp. StallupBnen. 

Schutz. HUtoria reram Pnmticarum, war- Stein, Peregrinns = Sprichwörtliches sob 

hafte und eigentliche Beschreibnng der Lande Handschriften, Mitgeteilt von H. Frisch- 

Prenfzen. Leipzig 1599. bier. VI. C.SUin, Peregnnag. Manuskript aus 

SohOtze. Holsteinisches Idiotikon, ein Bei- der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von Cas- 

trag xxa Volksaittengeachichte etc. von Joh. parStein, Lic.,im Besitze der Egl. Bibliothek 

Fr. Schütze. Hamburg 1800—1806. Vier in Königsberg, No. 1751, Band II. Schade, 

Theile. Wissenschaftliche Monatsblftttot, V. Jahrgang 

SOhwed. schwedisch. 1877: S. 93-96; 140-143; 158-160; 187 bis 

Seelenw. De Scelenwandering. En öe- 192. VI. Jahrg. 1878: 8. 111— 112; 128; 157 

spräk twescben twe Baren. Gedicht von Cor- bis 159; 173-175; 184-192. VII. Jahi^ang 

nelius von Almonde im plattdeutschen Dia- 1879: S. 15-16; 48. 

lekt, wie er am Ende des vorigen Jahrb. in Strehlke. Jeioschin, Nicol. v., die Eronike 

Danzig noch allgemein und vorherrschend von Pnuinlant. Herausg. von E. Strehlke. 

war. Pr. Prov.-M.XXVn, 35—38. Auch: [Scnpdjr« rerum iVuMicarum. L Leiprig 1861, 

Firmeniehl, 95 f. [Die Zahlen bezeichnen S. 291—648. Die Zahl bezeichnet den Vers.] 

den Vers.] B. t. a. soviel als. 

W. Seidel. Uebet die Damiger Mnndairt, BW. schwaches Verbum. 



,v Google 



Tettu 1. TcBine. Die YolkBaa^n Ost- 
prenbenB, LitUisnenB und WeetpreuTzens. Oe- 
ummelt tod W. J. ä. t. Tettan d. J. D. H. 
Temme. Berlin 1837. 

narrilto. Die Tierwelt in Volksr&tselii ans 
der Provini Preafzen. Von H. Friechbier. 
Zdtsclirifl für deutsche Philologie. Bd. XI, 
S. 344-3Ö9. [Citiert ist nach den 110 Num- 
mara der RStaeL] 

TSppem, kbetgi. Aberglaaben aaa Maan- 
teo. mit einem ÄnhaDge, enthaltend: Masa- 
rkcbe Sagen and UUuchen. Uit^theilt von 
Dr. M. Toppen. 2. Aufl, Danrig 1867. 

, Hist»r. • comp. 6eo^. Histodsch- 

Mmpttstiva Oeographie von Preuseen, Noch 
den Quellen, namenttich auch arcbivalischen, 
J*rge«tellt von Dr. M. Toppen. Gotha 1858. 

Trclchel. Handschriftliche Beiträge von 
A. Treichel, Kitter^tsbesitzer anf Hoch- 
Fafletchten bei Alt-Eischau in Westpr. 

, Botan. Sot. Botaniache Notizen n. 

Yoa A. Treichel Schriften der Nator- 
loTBehenden GeaellBchaft za Danzig. N. F. 
Bd. V, Heft 1. Danzig 1881. 

, Tttlkgth. Tolksthüinlichea ans der 

Pflizuenwelt, beäondera für Westprenfzen. L 
Bericht über die Vers, dea westpr. botan.- 
loolog. Vereins zu Neustadt Westpr. am 
18. Hai 1880. S. 86fF. [Auch: Schrift der 
N»tBrf.-GeB. zu Dzg. N. F. Bd. V, Heft 1 
MdB, 8. 384 ff.] II. Beriebt über die 4. Vera. 
des westpr. bot-zooL Vereins zu Elbing am 
7. Juni 1881. 8.191 ff. ni. Vorlftnfig noch 
Kuiiukript. 

ng. ungarisch. 

T^. vergleiche. 

TkeM., auch Thd. verhochdentscht. 

ninar Idiotikon von Enrhessen. Zusam- 
iBcngestcllt von Dr. A. F. C. Vilmar. Mar- 
bnrg und Leipzig 1868. 

Thiltt Neringia oder Geschieht« der Uaji- 
nger Nehrung. Von A. F. Violöt. Danzig- 
1861 

Tim. n. tIah. Tlaml&ndiscb. 

Tm., auch pr. Voc. Ein deutsch-preufzi- 
Kh«t VocabDlariom ans dem Anfange des 



angen. xv 

15. Jahrhunderts. Nach einer Elbinger Hand- 
Bcbrift mit Erläuterungen heraasgegeben von 
ö. H. P. Neaselmann. Königsberg 1868. 
[Sonderabdracl aua ; Altpr. Monatsschr. Bd. 6, 
S. 464 ' 520. Die Zahlen bezeichnen die Num- 
mer im Vocabnlarinm.] 

Voigt, Gesoh Pr. Geschichte Preufzens 
von den ältesten Zeiten bia znm Untergange 
der Herrschaft des deutschen Ordena von Jo- 
hannes Voigt. Königsberg 1827—39. Nenn 
Bände. 

Volkshal. Preufzischer Voliskalender, ent- 
haltend: Sitten, Gebräuche, Sagen, Mgrchen, 
Aberglauben, Sprichwörter etc., welche sich 
anf bestimmte Tage des Jahres- beziehen. N. 
Pr. Prov.-Bl. VI, 20G ff. und X, IIG ff. pie 
ZsJilea bezeichnen die fortlaufende Nummer.] 

Volksl Preufzische Volkslieder in platt- 
deutscher ilundart. Mit Anmerkungen heraus- 
gegeben von H. Fr.ischbier. ESnigsberg 
1877. [Citiert sind Seite, Nummer u. Strophe.] 

Volker. Prenfzische Vollsreime n. Volks- 
spiele. Gesammelt und herausgegeben von 
H. Frischbier, Berlin 1867. [Citiert sind 
Seite und Nummer.] 

Volksschnlfr. Der Volksschulfreund. Eine 
Zeitschritt etc. herausg. .von Ed. Bo ck. Kgabg. 
Jahi^ang 1867. Abhandlung: Von Königs- 
berg nach Memel. Von Müller. 

Wardersota. Bnnr. Beschriwing wie dett 
bi dem Begr&ffiiöfi eenet Warderschen Buuien 
togegange, N. Pr. Prov.-Bl. I, 466 - 69. [Die 
Z^en bezeichnen Strophe und Vers der be- 
treffenden Strophe.] 

Wb. Wörterbuch. 

Welgsnl. Deutsches Wörterbuch von Dr. 
Friedrich Ludwig Karl Weigand. '2. Aufl. 
Giefzen 1873—76. Zwei Bftnde. 

irend. wendisch. 

TTestpr. Westprenfzen. 

fflrkgestolL S. Das Wirtgestell. 

W. (WIM.) Mtobl Wiaaenschaftliche Mo- 
natsblatter. Herausg. von Dr. Oscar Schade. 
Königsberg 1873—79. Sieben Btode. 

W. Vom. weiblicher Vorname. 

Zflnfte. 8. Die Zünfte. 



idbyGoo'^le 



Berichtigungen. 



Seit« Ib, Artikel i: Z. 3 1. Käes KSae. 

, 4b, , AbfaMkeni Z. 2. v. n. 1. Sallmann. 

, 21b, , Alte! Z. 7 T. n. L die. 

, 48b, , babbeln: Z. 8 t. n. 1. schwatzhaft. 

, 49b, „ -Bftcksel: Z. 2 ist mit , zn sdilieben — Zeile 3 mit ; — Zeile 
6 mit : 

„ 53a, „ Bankrottblsnei Z. 3 1. Chrytaathemum. 

, 6Ö&, „ Mrentreeken Z. 2 1. BärenfBhrer. 

n eib, . beRebeBt Z, 4 L begöff. 

„ 64», , Bellade: Z. 6 l Freisch., 5. 9. 

j, 69a, „ bettnsBen: Z. 2 1. etwas. 

n T3b, ; Iwsahbem: Z. 1 sehalte hinter «u. ein: iich. 

n , beulben: Z. 8 t. n. L hat 

f 76a, , besinnen; Z. 1 achalte hinter »t. ein: n'cA. 

, 81a, , Biert Z. 1 1. Namen. In demselben Artikel, Slb, Z. 4 v. □. 
ist Roaenberg statt Rosenburg zn lesen; diesen Fehler hat 
jedoch schon die Quelle (Hennen berger). 

, 83a, „ BIjftn: Z. 1 1. glüht. 

„ 86a, , Bltterkres§e: Z. 2 L CnrdairUne. 

„ 91b, , Blntlgel: Z. 2 erstes Wort L BluteaU. 

„ 105a, „ Brannsberg : Z. 6 1. den Oef&Iirten. 

„ 109b, , Brock! Z. 2 1. die. 

„ 121a, „ bflrsleiii Z. 1 nnd 3 1. beriehUin). 

„ 13Tb, ' , desehprtt! Z. 1 1. desperat. 

. ^öSa, „ dnrehliegeD: Z. 1 schaltä hinter st. ein: tick. 

„ 170b, „ elDHanfen: Z. 1 schalte hinter it. ein: »ick. 

„1841), „ FeUwAke: Z. 2 1. hin und wieder. 

. 197a, , Fllbbt Z. 2 L oberg&rigem. 

, 204a, , Frftdemt Z. 5 1. Frade^a. 

„ SOTa, „ Fre'nnd! Z. 1 1. Verwandter. 

, ^15^ , ' galstrlg! Z. 8 1. gaitlrig. 

„ 23Tb, . eUtsehi Z. 2 1. Criita galU. 

, 251a, „ GroHsel: Z. 1 1. GröMc' 

„ 303b, , Hnnd: Z. 10 setze täaiKi gläpi(fh einen Oedankenstrich. 

„ 400a, „ Koddereii Z. 6 1. geringtOgi?- 

, 410a, „ Korke! Z. 5 streiche hinter werden das Komma. 



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a, Vokal, klingt im Plattdeutsch hoU, hoU; Wald W6U, WSld, Wolf, 
der Proräizeii Ost- und Westpreufzen spalten spöle, spole. Vor Iz wird a ein 
iD mannig&cher Schattierang vom of- geschärftes o: Salz Salt, Schmalz 
feneten a bis zum tiefsten o: Äwend, Scfimolt; ebenso auch in wenigen an- 
Aieend Abend, Vdder, Väder, Vdda dem Wörtern: gebracht gehrocht, ge- 
Vater, Breaden, Bräde Braten, Daher, dacht gedockt. Lehmann, Volksrod., 
Daler, DSler Thaler, Mär, R6r Haar. 19 f. — Sprw.: Wer a seggt, mot Sk 
Oft wird hchd. ä pltd. ä: safz iatt, h segge, Dat ös doch hene grote A, das 
fraiz fraU^ Gabel Gaffel. Bei ä klingt ist nichts Gelehrtes, bietet keine Schwie- 
häofig ein geschärftes e, ä oder a (letz- rigkeiten, ist also leicht zu begreifen, 
teres besonders in Natangen) nach: Elbinger Niederung. 
gier gar, däa, däar da, jda, jäe, /ää ja. &, Umlaut, 1. pltd. und hchd. gleich- 
Aos hchd. d wird pltd.: 1. ä: Nase klingend: ScA^i^ Schläge; 2. mit nach- 
lÜät, habe häwK, häbb, tragen dräge\ klingendem kurzen e: Kaea Käse; 3. 
'2. ein zwischen ä und e schwankender wie e: teile zählen, verteile verzählen 
Laut: s^en segge, »ägge, kam keem, (falsch, fehlerhaft zahlen) und erzählen, 
töm; 3. $\ Thaler Döler, gar g^^ Haar s^jre, s^'e (auch seie) säen; 4. wie ö (be- 
flfr (Oberland, Kulmerland). Hchd. sonders in Oatpr.) geföüt gefällt Zu- 
<f bleibt geschärft: Hand .fiiiW, Galgen weilen geht hchd. ä in pltd. d über: 
Qtdge, das dat, acht achi, was wat; Bär Bar, spät spad, «paed, oder in a; 
es dehnt sich: Narr iV(H-, Pfarrer i^iÄ*. ärgern onjre. Lehmann, Volksmnnd., 
Bei solcher Dehnung gebt es gern in 25 f. 

a über: machen -m^ (in und bei Dan- aa (zweisilbig), pltd. wie hchd., hier 

zig ein reines a: •makea meakeri), Affe wie wohl überall in der Eindersprache 

Ap, auch Op, wachen wäke, Pfaffe Päpe, zur Bezeichnung der Excremente. Aä 

verlassen verläte; seltener ist der Über- mäke Aa machen = cacare. Du mot»t 

gang in ä oder e: Bank Bank, Benk, Ad (gewöhnlich, da die Deminution in 

Apfel Äppel. — Vor Id und It ist a der Provinz besonders beliebt ist: ^öit«, 

fast immer ein o, in den Niederungen hcbd. Aachen^ f ordre! rnft man ratend 

gedehnt, geschärft auf der Höhe, wo- dem verunglückten Einde zu, und bald 

bei das ( entweder t bleibt oder d wird, kennt dieses die wichtigen Laute, 

oder, gleich dem üE, ganz wegeilt: alt Aal, pltd. AI {A^a], mnd. dl, el, 61, m., 

6U, Sld, 61, olt, old, ol ; kalt kSlt, koM, ArtguiUa vulgaris FUm. ; altpr. angitrya, 

kSl, kol; bald böld, b6lt, bolt, bot; halten lit. ungwya, kur. sattü, poln. toegorz, 

PrlKkbla, WÖnarbDcb 1. i 



idbyGOO'^le 



2 Aftltuigel — Aalreuse. 

kass. auch wangorz, wangvach. Be- der WasBermühleD. Die Aalkasten, mnd. 

necke, 173. Der Mensch, verglichen a^em, werden noch heute in derselben 

mit dem Aale: Bei 5s glatt tat e AI; Weise wie in alter Zeit angelegt. Be- 

— hrommt sÖck — wirnft söck wt e Schreibung ood AbbildunginBenecke, 

AI; — steit wt op Ale, steht wie auf 399 f. 

Aalen, d. h. unsicher. Eorrespbl. IQ, Aalpante, pitd. Alpant, /., Doppelsack 

49. — Dreeg^ AI, trockener Aal, der zum Aalfange, Verbindung von ein- und 

^\x>i^:enemdreegenÄlgewe,iimA\i.rc^- zweiflügeligen Wentem (s, d.), Kuri- 

prugeln. Sprw. I., I. sches Haff. Beschreibui^ und Abbil- 

Aalangel, /., Angel zum Aalfang. Sie düng in Benecke, 390 fT. 

besteht aus dem Gin, einer Leine von Aalpike, /., s. Aalpricke. 

dünnem Marliug oder starker Flachs- Aalpricke, pltd. Alpreck, /., eiserne 

schnür, woran, 60 — 90 cm von einander Gabel zum Spiefzen der Aale. Sie hat 

entfernt, Zd ctn lange dänne Schnüre, wenigstens zwei Zinken, jede mit Wider- 

die sog. Voriaufschnllr«, mit 100 Haken haken und heiTzt auch: Aalgabel, -pike, 

befestigt sind. Je 6 zusammengeknüpfte -speer, -stächet, -Stecher Ygl. Brem. 

Aalangeln (mit zusammen 600 Haken) Wb. HI, 362. Hennig, 1. Beaecke, 

bezeichnet man als eine Mulle, wohl 408. S. Pricke. 

weil sie eine Mulle, d. i. Mulde, füllt. Aalputt, /., s. Aalquappe. 

Fisch.-Ord. f. d. f^. Haff, §36. Be- Aalquappe, pltd. Alquabl», auch Alputt, 

necke, 404. /., Aalmutter, Zoarces viviparta L. Sie 

Aalbessem, Aalbessim, Pflzn., rothe Jo- heifzt auch Seequappe, Quabbe und Aal- 

hannisbeere, Rihet nihnim L. Einlage, raupe, lit. knr. juros kwapa, suttä mate, 

Dzg. Nhg. Gr. Werd. wegele, wedsele. Benecke, 80. Bu- 

Aalenstecher, pltd. Alestftker, m., der jack, 397. 

nach den Aalen Stechende; Spitzname Aalraupe, pltd. AlrQp, /., mnd. dlroppe, 

fiir die Bewohner der Stadt Wehlau. dlruppe,dlgrop,dlgrupp,olrup,aispTÜiig- 

Volksl. Nr. 43, 5; S. 98. lieh Aalrvppe, Gadas Lata L., gewöhn- 

Aalgabel, pltd. Algaffel, f., s. Aalpricke. Hcher Quappe und Quabbe. Aus dem 

Aalharke, Aalhaue, /., s. Aalhblger. mhd. ruppe, ahd. rupbd, entlehnt aus 

AalhOlger, kurzweg HOlger, m., auch dem mit. Fischnamen rvheta Frosch- 

Aalhaue, Aalharite, /., Stange, welche an fisch, wohl wegen der Ähnlichkeit in 

dem eioen Ende ein mit dünnen run- der Kop^estalt mit der Froschbrut; 

den Zinken versehenes, kammartiges lat. rvheta Frosch, Kröte. Weigand I, 

Eisen trJLgL Vom segelnden Boote aus 2. Mnd. Wb. I, 59b. S. Aalquappe. 

sucht der Fischer mittelst des Hölgers, Aalreuse, mnd. ^ep, /., Keuse zum 

der den weichen Schlammgrond durch- Asl&ng. Cylindrischer Eorb von 80 

furcht, die Aale zu spielzen. Diese Art bis 120 cm Länge und 30 bis 35 cm 

des Aalfauges, das HOlgern, ist durch Durchmesser, aus Weiden geflochten. 

dieAusführungsverordnungvom lI.Mai Die Aalreusen werden auf dem Grande 

1877 besonders verboten. Frisches Haff, mit Steinen befestigt und mit Bojen 

S. Benecke, 411. versehen. Die einzdnen Weideflechten 

Aalkasten, m., kastenartiger Aal&ng müssen mindestens 1,5 cm von einander 

in Verbindung mit den Freischleusen entfernt stehen. Dieselbe Reuse wird 



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Aalsack — aasen. 3 

aQcIiztiinNeanaageD{aiigbeQatzt.Fisch.- Benecke, 270. Mit Schräm, Singen 
Ord. f. d. fr. Haff. § 34. S. Benecfce, und Ohtwadten soü keinem ohne Er- 
396. laubnisa seines Amtmannes verstattet 
Aalsack, m., Sacknetz, Wenter, mit wanden. Fi3ch.-Ord. von 1589. Hen- 
zwei Flügeln zum Fang der Aale, ein- nig, 1. Benecke, 295. Ygl. WftdB. 
gerichtet wie die niedemHaffsäcke; doch Aaren, )üd. m. Vom., s. Aarndt 
sind sowohl Sack wie Flfigel kleiner Aarndt, Arndt, Aaren, Aren, auch Uren, 
und geringer an Höhe. Bei den klei- jüd. m. Yorn., Aaron. Flatow, Schmitt, 
nen Aaleäcken dOrfen die Maschen 111. S. Pott, 322. 
nicht enger aU 1,5 cm im Quadrat sein. Aas, pltd. A> (a=a), n., 1. Lader, Ca- 
Fisch.-Ord. £ d. fr. Ha£f, §30. S. daver. 2. sehr beliebtes Schimpfwort, 
Wenter. aach in Zosammensetzungen. Faul Aas. 
Aabpeer, m, Speer zum Aalatechen, Stein,Peregrinu8XIIl,89,W.Mt8bl.VI, 
lit. perstekg. Beschreibung and Abbil- 159. wmi Aas, zur Bezeichnung un- 
doDg der in den Haffen und im Patziger echtenAdels. Ibid. XVI,8. W.Mtsbl.YI, 
Wiek gebräuchlichen Aalspeere s, Be- 187. Aaskaoclien, A^mäke, Aaakröte, 
Decke, 4081 Ygl. Aalpricke. Askrät. A^>öskrdt (ä lang), böse Aas- 
Aalstachet, -Stecher, m., s. AaJpricke. kröte. Stänkerget Äs, stäakeriges Aaa! 
AaMrang, m., s. Aalstrich. aasen,pltd.ase(n)Ca=a),sw.,zuAaswer- 
Aalstrich, Aalltrang, pltd. Alstrttch, AI- den,faulen,Btinken,unreinlich,schmutzig 
itrank, m., der schwarze Strich aafdem sein, „von Stank and Unieinigkeit bei- 
RSeken der Aale, und nach diesem der nahe umkommen (Hennig, 2)"; in 
dunkle Streif auf dem Kücken mancher gleichem Sinne auch veraasen. Sei ver- 
liere, vornehmlich der (falben) Pferde, aat ganz on gär, er veraast ganz und 
VgL Adelung 1, 5: Aahti'eif. gar. Hei veräat eöck, er veraast sich, 
AaHrope, kurzweg Trepe, /., Gestell, vernachlässigt sich selbst veraa»en hat 
aus Stangen und Netz bestehend, zum aach die Bedeutong von: verbringen, 
Aalfange. Die Trope wird ins Wasser verderben, durchbringen, in Unordnung 
gesenkt; vor derselben werden mit zwei bringen : Hei he/t aües veräat, er hat 
Stttrgel (s, d.) die Aale vorwärts in alles veraast. — Im Gelde aasen, ge- 
die Trope gescheucht Nach Nesslm. wohnlich nur pltd. öm GÖld ase, im 
Wb., 116b, bezeichnet lit irdba jedes Gelde wühlen, also reich sein, viel Geld 
Gebäude, also vielleicht auch dieses ausgeben, vergeuden =» veraasen. YgL 
krippenähnliche Gestell. Brem. Wb. I, 28. — abaasen, steh, 
AaKvUe, AahvAto, /., dichtes Netz pltd. sOck afa8e(n) (a = ä), sich mflhen, 
zum Aal&ng. Davon aahvftden , aal' sich arbeitend abmatten, gleichsam 
wfiten, pltd. alwaden, ahvaten, sw., mit das Fleisch vom Leibe abarbeiten. 
Aalwaten fischen. Im Jahre 1318 ver- Siehe Schütze I, 8. — herumaasen, 
lieh der Bischof Eberhard denFrauen- pltd. 'rllinase(n) (^a ^ ä), wüst und 
buiger BGi^rn einFischereiprivilegium, wild umherfiUiren, umheijagen, das 
in welchem ihnen freie Fischerei im Oberste zu Unterst bringen, also = 
frischen Haff gegeben wird; doch sollen rasen, und vielleicht nur Gldchklang 
sie mit den Aalnetzen, welche Aalvaten von diesem. Die Matter ruft scheltend 
und KUfef genannt werden, nicht fischen, den wilden Jungen zu : äst nich so 



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4 Aaaerei — kbblatten. 

'rSm! — Ans aasen: GeaaBS, pltd. oder Angesclilageiiwerden 3ch&tzen wol- 

Geas (a = a), n. len. In gleichem Sbne heifzt's anch, 

Aaserei, pltd, Aiert, /., UnwohlaeiD, und gewöhnlicher: IchverUei, öckver- 

bei dem eine bestimmte Krankheit noch hed! Goth. af, ahd. apa, aba, mhd. 

nicht hervortritt. Natangen. ahe, dän. af, engl, of, schott af, holL 

aasig, adj., imwohl, unpafz, krank, af. 

körperlich untQchtig und unbrauchbar. abaasen, sw., b. aasen, 

Öck st ganz aaiff, ich bin ganz aasig. A-b ab, n. Das A-b ab war 

Mir ist ganz aasig su Muthe, On si in fraheren Jahren erste Buchstabier- 

öck dag, M^ nich wat, Flugs drink' öck Übung und Schülerleietnng. Hei kann 

mi an Scknapske »att. Volksl. 38, 7; noch nich e mal dat A-b oh! hiefe es 

S. 96. Öck fohl so 'ne A^gkeit, es hefft von einem dummen, nngescbniten Ena- 

mir schwer in allen (rliedem, ich fühle ben. Schülersprijche : A-^ ai>, Brot ös 

mich unwohl. 2. faul, träge, nachlässig, knapp; auch a-& ab, das Geld ist knapp- 

En äsiget Mansch, ein faules nichts- A-b ai, min Schnappsack. Egsbg. Me- 

nutziges Frauenzimmer. Ebenso: £W mel. Yolksr. 1 1 2 f., 466.467. 

äsiger Kerl, ein aasiger Kerl. 3. vom abachtem, m)., sich, sich durch Laufen 

Wetter: regnigt, kalt, schlecht aber- ermüden. Dönh. 

haupt Das ist ein aasiges Wetter, i. abackern, »w., s. ackern. 

von einer schwierigen und wenig loh- abarbeiten, sw., fertig arbeiten: sidi 

nenden Arbeit. Eine aasige Arbeit, durch anstrengende Arbeit entkräften. 

S. Hennig, 2. Afaaach, m. Vom., Abraham. Dzg. 

Aasigkeit, /., Unwohlsein. Yon aasig. Nhg. VioUt, 98. Ygl. Basoh. 

Aasknochen, pltd. Asknake,m., Schimpf- abKschem, sw., sich, sich durch hastige 

wort. Arbeit, anstrengenden Lauf ermüden, 

aasnasz, pltd. asnatt, oc^'., nafz wie entkräften. Ebenso in Schwaben. 

Aas, bis auf die Hautdurchnäfzt, „durch Schmid, 30. Vgl. Bscherig and ab- 

und durch" nafz. Ebenso aasschmutzig, escheni in Grimm, Wb. 1, 35. 

schmutzig, unsauber wie ein Aas. Hen- abausten, sw., abernten. S. austen. 

nig, 1. Brem. Wb. I, 27. Schütze I, abhacken, pltd. afbacke(n), sw. und 

8. Dähn., 2a. adj., vom Brote, dessen Ernste sich von 

ab, pltd. af, adv. und prc^. ab und der Ernme gelöst hat. Dat Brot ös 

zu, pltd. af on tS hin und wieder, af afgebacken — afbacken Brot In Pom- 

on an bisweilen, auf und <d>. Et geit mem afbacken. Dähn., 4a. In Liv- 

so op on af, es geht bald gut, bald und Estland: abkörstig. Hnpel, liv- 

schlecht. Von htde af, von heute ab. nnde8tländ.IdiotLkon, 3. Schallmann, 

Fk' iit ab, hei ös af, im Einderspiel 79 b, hat abköstig. 

durch Abzählen frei geworden. Wer abbeten, pltd. afbSde(n), ne.. eine 

beim Abzählen als Letzter übrig ge- Schuld durch Gebete sühnen. Dat kann 

blieben: hat ihm = mufz greifen. Rein hei bi Gott öm Himmel nich afbide. 

ab, rein af! Ruf der spielenden Ena- abhiatten, pltd. aßladde(n), sw., bei 

ben, wenn sie durch freiwilligen (oft Hennig, 2, aibladden, abblättern, die 

notgedrimgenen und unedeln) Rück- AuTzenblätter des Eohle als Viehfutter 

tritt vom Spiele sich vor dem Ergriffen- abbrechen: Kamst aßladde(ji). 



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ftbblecken — Abendbrot. 5 

n,«c.,abbleicheii, in der Farbe abbuächeln, stc., s. abfuschen. 

Tetschiefzai. YgL blecken. Abdankung, /., Grabrede, vom Lsbrer 

abbIHzen, pltd. afbl)ttze(n), sw., durcb gehalten. Ueinel, Einige Nacbrichtea 

Blick oder Wort einen Verlangenden über das Marienborger Werder. Fr, 

oder Zndringiicben zur&ckweiaen : Sie Prov.-BL VIII, 222. 

hat ihn gut abgeblitzt. Vgl. Yolksr. 201, abdecken, sui., 1. zanächst: die Decke 

740. 2. einen Korb geben. Md ös af- heben, die HOlle beseitigen. Dat Dack 

geblötzt, er hat einen Korb bekommen, afdedce, das Dach abdecken. Söck af- 

Sprw. I, 11. decke:) sich abdecken = während des 

abbrennen, »t. Abgebrannt sein, kein Schlafes das Deckbette abwerfen. 2. 

Geld haben. Kalt (^/brennen, pltd. költ dem Tier die Decke nehmen, die Haut 

ajhrenne, ein Grundstück kurz vor dem abziehen, es schinden. Davon Ah- 

gerichtlichen Verkauf mit Bilfe ge&lH- decker, Schinder. 3. stark prügeln, die 

ger Nachbarn in einer Nacht nieder- deckende Hülle, die Haut, bearbeiten, 

reiben. Das Material, wie Bämtliches Enem afdecke, einen abdeckea. Sprw.II, 

InventarundMobiliaiiwirdfortgesohafft 5. 4. bildlich: mit Tod heimsuchen, 

und dadurch den Gläubigem jedes Ob- sterben. Cupido hatte sclian den Köcher 

jekt ihrer Befriedigung entzogen. Lit- eingesteckt . . . Da Mars und Mors zu- 

taaen. Sprw. II, 3. gleich die Welt bald abgedeckt, Üarm. 

abbringen, af-, zurückbringen, wieder- nupt. I, 267. Mars und Mors erschei- 

geben. Bringe die Laterne — den Tha- nen hier als Abdecker. 

l£r etc. ab. 2. abschaffen, aufheben. Abdecker, m., doch üblicher Racker, 

AfgebrocM Hölgedag, der abgeschaffte Schinder. Von abdecken. Hennig, 2. 

dritte Feiertag der groizen Feste. 3. Vortel gehört tom Mandwerk, seggt de 

ein Schiff, das sich festge&Lhren hat, Afdecker on packt mÖt de Tähne an. 

flott machen. Sprw. 1, 1780. 

abbniddeln, abpniddeln, »w., etwas Abdeckerei, /., Amt und Wohnung 

schlecht und obenhin Terfertjgen, fluch- des Schinders. Hennig, 2. 

tig und ohne Sorgfalt arbeiten; dicht abdrinimeln, pltd. afdrUmmleCn), «w., 

and fest nähen, stricken. Hennig, 4. einschlafen; abschlachten. S. drimmeln. 

S. bruddeln und prDdeln. abdrippen, pltd. afdrttppe(n), nc., ab- 

abbrtthen, pltd. a1br6ge(n), su>., von tröpfeln, abtropfen. Et dröpt wat af. 

brih^i, pltd. brSge. Er ist abg^rükt, Dat ös e schlechter Brdde, von dem nascht 

— ein abgebrühte- Mensch, unempfind- af dröpt, jedes Geschäft giebt einen nicht 

hch gegen Tadel, dickfellig, ohne Ge- in Rechnung gesteUten Vorteil. Sprw. I, 

fühl und Verständnis für edlere Ke- 435. Hennig, 53. Mühling schreibt 

gong. Sprw. II, 4. In diesem Sinne abtrippen. Vgl. drippen. 

auch verbillhL Eir ist wie ein verbrüh- Abdruck, m., letzter Atemzug, Ab- 

1er Hund, gefühllos. zug. j&V ist zum Abdruck reif, pltd. 

I., abpfoscheu. Siehe Sei ös tom AfdrÖcke rtp, seine Sterbe- 
stmide ist nahe. Sprw. I, 3. 

abbuddeln, m>., das Bier in Buddehi, Abendbrot, pltd. Awendbrot C.<4 — (T),n., 

Flaschen (Bonteillen) abfüllen. Hen- Einem das Abendbrot abtreten, ihm auf 

uig, 2. S. Buddel. die Fersen treten. Sprw. I, 6. 



idbyGoO'^le 



6 Abendrede - 

Abendrede, pltd. Awendred, /., das am 
Abend Geredete. AwendrSd on Morge- 
red atömme söUe äweren. Sprw. I, 7, 
Awendred »Sn nich Morgered. Sprw. II, 6. 

aber, pltd. awer, awa, awersch, awarsch 
(a=a), doch auch verbochd.abersch, conj. 
OoMoack mUn Meüa P5lz göwt aienem 
Brune de Sckpoare. Boldt, 5. 

^fahren, pltd. affare(n), it., 1. kurz ab- 
fertigeD, abfuhren. Ick werde mit ihm 
abfahret, ich werde ihm derbe die 
Wahrheit sagen. M- fährt mit ihm ab, 
wie die Sau mit dem Sack —■ wie der 
Deiwel mit dem Doktor Faust. Hen- 
nig, 2. Mit einem abfahren, ihn ine 
Geföognis füliren. 2. sich schnell fort 
machen. Ich legte das Geld für meinen 
Thee auf den Tisch und fuhr ab, als 
wenn ich vor der GartenTnagd mich 
schämte. Soph. R. I, 373. 3. sterben. 
Hei ÖS afgefdre, er ist abgefahren, ge- 
storben. 

Abfegsel, n., von fegen, das Abge- 
fegte; namentlich vom Getreide. 

abfinden, pltd. affindeCn), affingen. at., 
eine Schuld entrichten, für eine GeföUig- 
keit sich dankbar erweisen, öck war 
ml bt enne noch afßnde. 

abfingern, sw., an den Fingern ab- 
zählen. Dat kann man sack am Arach 
affingre, so einfach, leicht begreiflich 
ist die Sache. Sprw. II, 8. 

abfleiben, pltd. afflte(n), &t., s. fleihen. 

abflOmen, m:., s. Hßm. 

abfosen (o kurz), sw., mit einem derbe 
abfahren, ihn derart abführen, dalz seine 
Kleider sich möglicherweise in Fasen 
auflösen. Da müchd! Iiei got möt mi 
affoh. Volksl. 5 m, 2; S. 75. Vgl. 
tosen. 

abfreben, me., abfressen. Vom Yieh, 
wenn es die Felder und Wiesen kahl 
frifzt. Hennig, 2. 

sn, »w., fiQcbtig und 



Abgift. 

ohne Accnratesse, obenhin arbeiten, ab- 
pfuschen. Xach Mühling in gleichem 
Sinne auch abbuscheln. 

Abgängsel, n., das in KOche und Werk- 
statt Abgehende, Übrigbleibende, der 
Abgang. Ein Schweinchen aufzuziehen, 
das sich von den Abgängaebt nähre. 
Passarge, Balt., 20. Hennig, 2. In 
Liv- und Estland auch Abfallnit. Hu- 
pel, 1. Nach Sallmann, d?a, ist 
Abfallnis Abfall von Gänsen, Hfibnem, 
Hasen, Lämmern etc. 

abgeben, pltd. afgftweCn), sw., 1. her- 
vortreten, Ertrag liefern, bekommen; 
zur Folge haben. £s giebt in diesem 
Jahr wenig Obst ab. Da geistt wat 
af — es seUt Hiebe. Sprw. II, 10. 
Das wird einen Iloüenapektakel abgeben. 
2. sich mit schlechteren oder geringe- 
ren Personen zu schaffen machen, mit 
ihnen verkehren, geschlechtlichen Um- 
gang haben. 

abgebrüht, part. prät. von abbrühen 
(s. d.). 

abgehen, pltd. alsane(n), st, sterben. 
Was abgegangen ist, das kommt nimmer 
wieder. Carm. nupt. I, 267. 

abgeilen, pltd. afglle(n),sit).,ablungem. 
Sich abgeilen, sich geil machen. Ygl. 
geilen. 

abgerissen, pltd. afgerftte, paH. von 

abreifzen, pltd. afrtte^n), st, zerlumpt 
in Kleidern. Er ist abgei-issen wie ein 
Dieb vom Galgen; üblicher: Er ist ab- 
gerissen wie ein Gälgenstriek , der an 
den Kissenden zerzaust and zerschlissen 
ist; vielleicht auch: zerlumpt wie ein 
Kandidat für den Galgen. In Liv- und 
Estland: abgerissen und abgesplissen. 
Hupel, 2. Vgl. Galgenstrick. 

Abgraetzter, m., s. absetzen. 

Abgift,/., Abgabe, Steuer. Mühling. 
Pltd. hört man gewöhnlich Algaw (a=ä) 
= Abgabe, 



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abebben — abknabbeln. 



■o., abgleiten, ausgleiten. 
Dat glabt em af, tu dem Falkenbarg ön 
dei LeAmkul. Sprw. I, 1280. 

abgiiabbeln, -ffnabbem, -gnagen, -gnib- 
beln, -gnöbbeln, sw., abnagen. S. gna- 
gen. 

abgrenzen, »w., etwas von fremder 
Grenze in die eigene bringen, durch 
dringendes Bitten erlangen, schlau und 
onrerscbiLmt erbetteln. Er hat ihm 
alle» aigeffremt. Dei lätt söck alUa af- 
gretize. Sprw. II, 13. 

abhalftern, mo., 1. das Pferd von der 
Halfter lösen-, 2. bildlich: einen An- 
geütellten aus der Fessel des Dienstes 
entlassen, aus dem Dienste entfernen, 
ihn wegagen. />« ös afgekalftert, der 
hat seine Stelle verloren. 

abhalten, pltd. afliOle(n), st. Ein Kind 
abhalten, ee so halten, dafz es seine 
Notdurft Terrichten kann. Hennig, 95. 
abharken, tw., mit einer Harke ab- 
nehmen. Das Stroh vom Beet (^har- 
ken. 

abtiarren, sw., abraten, widerraten. 
Se h^bbe mt alle afgehttrrtj den Mansch 
to nehme. Hennig, 3. Ygl. anharren. 
abhaspeln, sw., 1. Garn, Zwirn etc. 
von der Haspel abwinden. Hennig, 3. 
2. das Gelernte beim Hersagen eilig 
und ohne Ausdruck, im Leierton spre- 
chen. 3. Sich abhaepeln, das Deck- 
bette durch Ampeln mit den Beinen 
von sich schieben. Unruhig schlafende 
Kinder haspeln sich ab. S. haspeln. 

abhMiern, aw., abmieten. Pillau. 
Hennig, 3. 
abhSmpeln, sw., e. hSmpeln. 
abhuschen, »w., eine Arbeit im Husch, 
eilig und obenhin, ausführen. Ygl. 
hinchen. 

abjachem, tw., abjagen, durch Jagen 
ermüden: ein Pferd, einen Hund etc.; 
sich selt>st durch geschäftliche Gänge, 



angestrengte Arbeit m&de machen, ab- 
hetzen. Hennig, 3. In Estland ab- 
jackem. S allmann, 78&. Ygl. jachern. 

abkacheln, aw., abfahren. S. kacheln. 

abkadreJem, sw., eine Sache durch 
vieles and eindringliches Reden abdrin- 
gen, abbetteln, ablunkern, Mühting 
schreibt abkadrtluen. Ygl. kadreiem. 

abkampeln, s«i., abzanken. S. kampeln. 

abkanzeln, su>., von der Kanzel herab 
verkündigen , bekannt machen ; Yer- 
weise geben, eine Stra^redigt halten. 

abkapitteln, aw , ein Strafkapitel lesen, 
ausschelten, hemntermachen. Da vmrd 
gSt afkapittelt. 

alAappen, »w., s. kappen. 

abketten, pltd. alkedde(n), sw., 1. von 
der Kette los macheu. Den Hund af- 
kedde. 2. die Kettenglieder des Garns 
vom Scherheck abziehen, los machen. 
S. Das WirkgesteU. Wiss. Mtsbl. VII, 
125. 

abkichern, sw., s. auskichem. 

abkicken, mc., abkucken, absehen; 
durch Zusehen etwas lernen. Ygl, 
kicken. 

abkirsten, pltd. afkerscbte(n), m., ab- 
krusten, die Kruste ablösen. Ygl. KJrst 

abkl&ren, sw-, abklären, klar machen, 
eine Flüssigkeit, ein Getränk. Sich ab- 
klaren ^ aufheitern: dat Wedder klart 
söck noch af. 

abMauen, su>., mit der Klaue, der 
Hand, abkratzen, wegscharren. Söck 
dm Schorf afklau^n). Vgl. klauen. 

abldavieren, pltd. alMawBre, sw., zu- 
recht legen, klar machen, durch Yer- 
mutungen und Schlüsse eine Sache 
herauabnngen, feststellen. Dat kann öck 
mt an e Fingre aßdatoere, das kann 
ich mir an den Fingern abklavieren, 
so leicht ist es, die Sache klar zu stel- 
len. Vgl. Vilmar, 206. 

abknabbeln, -knabbern, no., s. knabbern. 



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ftbkiuppBen — Ablatt. 



abknappsen, sw., knapp, nicht aua- 
reichend etwas zuteilen, zumessen, zah- 
len; namentlich Speise, Lohn. Sich vor 
Geiz das Essen abknappsen. Am Eäen- 
mafz aiknappsen. Ich habe ihim noch 
5 Pfg. (am Preise) obgeknappst. In 
dieser Form anch in Posen. Bernd, 
1. In Ostpr. auch abknappen (Hen- 
nig, 3) und noch kürzer knappen. 
Sperber, 5. 
abknibbefn, -knibbem, sw., s. knabbern, 
abknipsen, sw., 1. mit schallendem 
Kniff (Knips) mittelstSchere oder Zange 
die Spitze eines Gegenstandes weg- 
schneiden, abkneipen. Hennig, 3. 2. 
durch ein knipsendes Federschlolz ver- 
schlieTzen. Knipse die Thür ab! 
abknubbern, sir., s. knabbern. 
abknUllen, pltd. afknS lleCn) , ac, 1. 
herzen, in Liebe drücken, wie man's 
mit Kindern thut. 2. Arbeiten ab- 
pfuschen, obenhin thun, ohne auf Bei- 
fall zu rechnen oder solchen zu finden. 
Eine Predigt abknüUen, sie ohne rechten 
Anstandhalten. Hennig, 3. 316. Auch 
s. V. a. verknUllen. S. knUIlen. 

abknfttschen, sw., liebkosend drflcken 
und herzen; aber auch im Zorn quet- 
schen und schlagen. Hennig, 3. Vgl. 
knObchen. 

abkochen, pltd. afkakeCn), sw., gar 
kochen in Salzwasser. Abgekochter 
Schinken ■ — SchwanskopJ. 

abkoddem, sw., in Koddem d. i. Klei- 
dern und Wische zurückkommen. Ich 
bin ganz ahgekoddert, meine Kleider 
sind stark abgetragen. Er 'ist ganz ab- 
gekoddert, er geht in zerlumpten Klei- 
dern. Hennig, 3. Vgl. Kod^r u. 



abkommen, pltd. afkame(n), st., aus 
der Mode, auTzer Gebrauch kommen. 
Et ÖS a/gekäme, Speck op Kaie to bräde, 
S. Sprw. II, 2502. 



abkramen, sto., den Kram abräumen, 
bei Seite legen, aufräumen. Den Tisch 
abkramenj den mit verschiedenartigen 
Gegenständen befliehenen Tisch frei 
machen. Vgl. Kram u. kramen. 

abkrampen, s»*., die Krampe abheben, 
loshaken. 

abkriUigeln, sw., abdrehen, das Genick 
abdrehen, schlachten. Eir liegt wie ab- 
gekrätigelt, wie abgeschlachtet — aus 
Scbläfrigkeit oder Trunkenheit. Vgl 
abschlachten. 

abkratzen, sw., 1. sterben. Hei os af- 
gekratzt, er ist gestorben. 2. sich aus 
dem Stanbe machen, durchbrennen. In 
letzterem Sinne für Posen hei Bernd, 2. 

abkrSschen, sw., abbraten, leichthin 
abschmoren. Vgl krftschen. 

abkriegen, sw., abbekommen: 1. los 
bekommen, was fest war, 2. Schelte^ 
Strafe bekommen, Schaden, Verlust er- 
leiden. Er hat was abgekricht. Vgl. 
kriegen. 

abkri^chein, sk., abbraten, abscbmoren. 
S. krUcheln. 

abkrflsen, sie., die Kruse (s. d.) ab- 
nehmen. Den. Eimer abkrÖsen lassen; 
aber auch: Die Hemdämnel abkrösen, 
die Manschette, den Pass, abreil'zen. 

Abkunft, pltd. Afkonft (doch klingt das 
n = *»), /, Zufuhr von Getreide aus 
Polen; aUo eigentlich Herabkunft (auf 
der Weichsel). Dzg, Klein I, 4. Jetzt 
wohl nicht mehr in Danzig gebräuch- 
lich. E. Förstern., N. Pr. Prov.-BLa.F. 
HI, 295. 

ablassen, pltd. aflate(n), s^, 1. über- 
lassen. Davon kannst mi wat afläte, 
von der Ware kannst du mir etwas 
überlassen. 2. im Preise heruntergehen, 
denPreisniedrigerstellen. AßätekSmmt 
ömmer tomät. Kgsbg. Sprw. H, 16. 

Ablatt, /., Oblate, Hostie. De Bref 
ÖS möt e Ablatt togemakt, der Brief ist 



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ablaofoi — ftbanrgeln. 9 

mit einer Oblate verschlossen. Bei Speck fett machen. Dies Kocbfett heÜzt 

Jeroschin: Der prUür an ahlate nam Abmachsel, n , pltd. Afmaksel, Hennig, 4. 

wigeseinet in der »tunt. Pfeiffer, 117. Lit. uidaras, poln. okr<aa. Tgl. OkraS. 

ablaufen, pltd. afl9pe(n), »t., in der Abmachsel» n , s. d. vor. 

Sedensart: eiv&n abhmfen lotsen, ihn abmarachen, »w., s. marachen. 

abffihren durch angemessenes Entgegen- AbmatE, pltd. Afmat, n., im Getreide- 

treteo. Hennig, 3. bandelMalz vom inländischen Geschäfte 

aUegen, SIC., erlegen, bezahlen, htjm nach dem Auslande, wobei durch ge- 

üjf 8 taUr (die Strafe) gelassen, welche schickten Strich des Streichholzes vom 

er (Oich ^fgeleget. Protokoll der Morgsp. Inhalte des SchefFelmafzes soviel als 

im Eneipbof aus 1597. möglich abgestrichen wurde. (Heute 

Ableger, pltd. Aflegger, m., Senker, wird das Getreide nach Gewicht ver- 
Absenker, Scbössling, den man ver- kauft.) Königsberg. Vgl. Aufmalz und 
pflanzt. In bildlicher Ironie: Von dem Zumalz. 

Eöt kannst Tni e ÄfUgger gewe, von abmafBchen, stf., s. matschen. 

dem Hot kannst du mir einen Ableger abmergeln, sw., Mark, Kraft (eigent- 

geben! lieh dem Boden den Mergel) entziehen, 

ablehnen (der Aussprache nach ah- entkräften. Derliat sich durch »ein lieder- 

lmen\sie., ableihen, abboigen. S. lehnen. Uches Leben gut abgemergelt. Vgl Wei- 

iblehren, sw., ablernen, durch auf- gand I, 7. 

meiksames und oft verstohlenes Sehen abmOdbarschen, mc., s. mOdbarschen. 

DDd Hören Kenntnisäe und Geschick- abmllhen, sich, pltd. sBch afm6ge(n), 

üchkeiten erwerben, öck hehh vn cUlet sw., sich kränken, grämen. S. mUhen. 

aflere musst. S. lehren. abmurksen, sw.f töten, schlachten, er- 

ablugsen, abluxen, au?., ablugen, ab- morden, mit dem iN'ebenbegriff des ge- 

lauem, ablungem, durch List abnehmen, waltsam Heimlichen, martervoll Lang- 

entvenden. Bernd, 2: ablucksen = samen. Se hevnce em a/gemurkst. Vgl. 

tdAukertL, d. i. ablnngern. S. lugsen. Sperber, 5. In gleichem Sinne im 

abUinkem, SU)., durch bettelnd schmei- Holsteinschen. Schütze HI, 122. In 

chehides Lungern erlangen. Schüler Estland dasselbe, doch zunächst: in 

lonkem einander ihreSachen und Mund- grolzen unförmlichen Stücken abschnei- 

vorräte ab: Er lunkert mir alle» ah. den; für meucheln, gewaltsam tÖt«n, 

Oi Jat heft h^. em noch afgelunkert. in erster Reihe a£mucit£n. Sallmann, 

Heonig, 3 f. Vgl. lunkem. 28a. Vgl. murksen. 

abhitschen, stc., absangen. Einen Bon- abnehmen, st, abräumen, den Tisch, 

bon abltttgchen — ein (äigelutschter Bon- die Tafel, nach der Mahlzeit 

boa. Hei aitt üt, w-t e afgelutxch£ Melk- abnippen, su>., abnicken, ein Schläfchen 

iÜf(Müchkeilche), ein aufföllig Bleicher, im Sitzen machen. Mühling. S. nippen. 

Vgl. lutschen. abnorgeln, ate., durch vielen Gebranch 

aUuxen, sw., s. ablugsen. abnutzen, haltlos machen. Hennig, 5. 

abmachen, pltd. afmakeCn), sw., 1. los Vgl. nörgeln, 

machen, los lösen. Das Schlosa ab- abnurgeln, stc., durch mirgeln (s. d.) 

viacheTi, es von der Thür abschrauben, etwas los machen, ablösen. Mühling 

2. Speisen mit Butter, Schmalz oder schreibt i 



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10 



«bnnscbeln - 



. nuicbeliL 



abnuscheln, 

abnutschen, sw., Rbsaugen. S. nutschen. 

abpSsern, sw., s. abpOsem. 

abpfeifen, pltd, afpTpe(n), st, durch 
Pfeifen das Esde, den Abschtufz des 
Dienstes bezeiclmen. De Nachtwächter 
ptpt af, der Nachtwächter pfeift ab, 
signalisiert durch Pfeifen den Ablauf 
seiner letzten Dienststunde. Ygl. ab- 
schnarren. 

abplacken, sw., sich, sich abpl^en, 
stark plagen, bei der Arbeit anstrengen, 
abmatten. Eine zweite Bedeutung s. 
unter placket). 

abpladdem, sw., abr^;nen, zu Ende 
regnen. S. pladdem. 

abplflrren, pltd. afblaiTe(n), sw., Ge- 
lerntes gedankenlos und schreiend her- 
sagen oder singen. S. plärren. 

abpITsern, sw., abf&seln, abzapfen, 
abpflücken. Vgl. plftem. 

abpIVmpem, su>., l.eine Speise oder 
ein Getränk stark wässerig bereiten. 
2. abregnen. Et mot sock afpldmpre. 
Vgl. plUmpern. 

abpOsem, abpßsern, sw., leichtsinnig 
oder böswillig niederbrennen. Wie denn 
auch bey ihrer (der Litauer) TruTiken- 
heü und Raserey manches gutes DorJ 
ahgepmert und in die Asche gelegt wird. 
Insterburger Kirchen -Vi sitations-Recelz 
v.J. 1638. Hennig, 4. Vgl. pasetl). 

abprachern, sw., durch Prachern (s. 
d.) etwas zu erlangen suchen, abbetteln. 
Dat mot man em aUes afprackre, das 
muss man durcb gute Worte zu er- 
reichen suchen. In Pommern afbeddeln. 
Dähn.,4a. 

abpniddeln, abprudeln, sw., s. prudeln. 

tdipAlen, sw., s. pOlen. 

abputzen, SIC, s. putzen. 

abqu&sten, sw., durch anhaltendes 
Bitten erpressen. In Livland: mit 
Ruten geiTzeln. Hnpel, 3. 



abBohauben. 

abrachsen, sw., abbrechen, brechen, 
z. B. das Genick. Ermland. Mühling. 

abrackern, sw., s. rackern. 

abraggen, sw., s. raggen. 

abrebbeln, sw., s. rebbeln. 

Abret^ner, pltd. Afr&kner , m., ein Mann, 
welcher die Berechnung der Au^;aben 
aller zu Schiffe ein- und ausgehenden 
Waren hat, und diese den Rhedem und 
Eauflenten gegen einen kleinen Vorteil 
berechnet. Danzig. Klein I, 5. In 
Königsberg SchifFsabrechner, Schiffsmak- 
ler, SchifhagenL Er berechnet und zieht 
für den Schiflskapitän die Fracht ein, 
besorgt dessen Angelegenheiten am 
Platze, namentlich beim ZoUamte, and 
engagiert die Frachten für den Aus- 
gang gegen Provision. 

abreden, pltd. afrede(n), sw., durch 
Reden von eiuer Sache abbringen, ab- 
raten, warnen. 

abribbeln, sw., s. rebbeln. 

abrichten, pltd. abrBchfe(n), afrOGhte(n), 
sw., beschmutzen, besudeln. Sich die 
Hände — das Kleid abrichien. Wie 
hott V sich wödder abgeröchtf Schaltj. 
3,4. Bock, 1. Hennig, 4f. Vgl. an- 
reiten. 

abrubbeln, sm., s. nibbeln. 

absäbeln, sio., mit einem Säbel, einem 
Messer abschneiden. Einen Ast ab- 
säbeln. 

Abschabsei, pltd. Afschawsel, n., das 
Abgeschabte. Hennig, 5. 

abschälen, sw., s. schälen. 

abschalmen, ^e., s. schalmen. 

abscharren, sie, etwas von sich schar- 
ren, abschieben : ein lästig gewordenes 
Nebenamt, einen Zudringlichen etc. 

abschauben, pltd. afschüweCn), st., 1. 
abschieben, abrücken: den Schrank von 
der Wand etc. 2. zurückweisen: einen 
Tadel, eine Schuld, ein Verbrechen, 
3. abziehen, sich trollen, sich weg- 



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AbB(^el — &bBchun«a 



schieben. Scküw af mSt g6dem Wind! 
hört man in Kgsbg. als Abweisang. 
HolL a/Khumen. S. Grimm, Wb. 1, 99. 
Absdiel, Amschel, Anselm, m. jüd. 
Vorn., Absalom. Flatow. Schmitt, 

m. 

abschelbem, abschilbem, pltd. afschel- 
«re(ii), sw., s. scheibern. 

Abschied, m., Weggang, Entfernung. 
Einem (einer) den Abschied geben, ein 
brätttliches Vßrb&ltnis auflösen. Ab- 
Khiedszeiignis statt Entlassungs- oder 
.Abgangszeugnis. Polnischer Abschied. 
Aßt einem polni»chen Abschiede wegehen, 
W^gang olmeAdieD, mit Hinterlassung 
Ton Schulden. Hennig deutet zur 
Ei^läning auf den heimlichen Abzug 
des Königs Heinrich aus Polen, „der 
1573 zar Nachtzeit und ohne genom- 
menen Abschied geschah". Hennig, 5. 
PissDski, 19. Sprw. I, 18. 

abiehi^en, pltd. afscliete(n), st, sich 
dm Genick ab»chie/zen, sieb das Genick 
brechen. Sperber, 5, 

abschHfeln, abschuff ein, m,, abschaufeln, 
mit der Schaufel fortschaffen. Mfih- 
ling. S. SchHfel. 

abschilbem, sw., s. schelbem, 

abschlachten, sw., durch Schlachten 
Uitea. Bildlich: Ich bin wie abgachlach- 
Ut, ennüdet, marode, matt, schläfrig. 
Er Hegt wie abgeschlachtet, aus Scbläf- 
rigkeit oder 'l'rankenbeit Sprw. I, 14. 

abschlackem, sw., schlackmi. 

abscblalen, st., zu Ende schlafen, aus- 
schlafen. Er mues sein Pensum ab- 
uhiafeK. 

abschlagen, st, Bier, Maische oder 
W&saer aus einem Gefäfze ins andere 
nnoen lassen oder schöpfen. Egsbg. 
Hennig, 5. 

Abschmacker, m., Arbeiter, der beim 
Messen des Getreides den Scheffel ab- 
streicht Danrig. W.Seidel, 28. 



11 

sw., 1. schlecht ab- 
schreiben, abschmieren. Mühling. 2. 
eine Speise unschmackhaft und nnrein- 
lich zubereiten. Hennig, 237. Vgl. 
sdimaddMU 

abschmanden, doch abschmanten ge- 
sprochen, sw., den Scbmand, die 
Sahne, von der Milch abschöpfen. Für 
Liv- und Estland bei Hupel, 4. Sall- 
mann, 80a, schreibt abschmänden. 

abschmängen, sin., s. schmängen. 

abschmeirzen, pltd. af8chni?te(n), s«., ab- 
werfen, in dem Sinne von Vorteil, 
Gewinn bringen. Dat schmött nuscht 
af, das schmei/zt nichts ab, bei dem Ge- 
schäfte ist nichts zu verdienen, 

abschmieren, sw., s. schmieren. 

abschnarren, pltd. afschnarreCn), sw., 
vom Nachtwächter, der durch Schnarren 
seine letzte Dienststunde anzeigt. Der 
Nachtwächter hat schon abgeschnarrt, der 
Anbruch des Tages ist nahe. Hennig, 
240. Das Wort ist mit der Handlung 
aulzer Gebrauch gekommen. Vergl. 
Schnarre und abpfeifen. 

abschnipseln, sw., abscbnitzeln, s. 
schnipseln. 

abschnüren, pltd. afschnftreCn), sw., mit 
gekohlter Schnur den Balken zeichnen, 
der bebauen werden soll. 

abschorren, »w., s, abschurren, 

abschr&dsen, sw., s. schräd. 

abschrflpen, sw., Abachrftpsel, n., s. 
schrftpen. 

abschrecken, sw., l.abspringenmachen, 
zurGckscheachen, aufjagen. 2. gesottene 
Fische mit Essig begiefzen, dafz sie 
blau anlaufen. Hennig, 6. Grimm, 
Wb. I, 109. 

abschufieln, sio., s. abschiffeln. 

abschupsen, sw., s. schupsen. 

abschürfen, absdiorre n,pltd. afschoN 
re(n), sw., 1. abgleiten, ausgleiten. De 
F6d schord mi af. Henuig, 6, 2. 



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12 



«bschw&leD — abadbitMD. 



sterben. Hei Öa afyeachorrt VgL 
schurrea 

idischwSlen, ato., s. schwelen. 

absegeln, sie, sterben. Hei ös kfde 
afyese^elt^ er ist hente gestorben. 

absehen, pltd. a1s6ne, st, übersehen, 
mit dem Blicke ermessen, abmessen. 
Kann öck min Endke afaene, war Öck 
et 6k aftene, kutsch, Kopp/ce, noch e 
Wilke, kann ich mein Endchen absehen, 
werde ich es auch abziehen, kntsch', 
Köpfchen, noch ein Weilchen — sogt« 
eine schlaflustige Bauerfrau beimFlachs- 
ziehen. S. Sprw. 11, 21. 

Abseite, pltd. AfsTd, in Westpr. AweSld, 
/., mnd. afside, zumeist Seit«nfacb in 
einer Scheune, aber auch Anbau zu 
einem Crebäude, Taschengebäude, und 
dann auch Abseiter, pltd. AtsTder, m. 
öck wÖnschcC, nun Buk uxw- e Schin, 6k 
noch twei Äfstde däbi, ich wünschte, 
mein Bauch wäre eine Scheune, auch 
noch zwei Abseiten dabei. Sprw. II, 
273- Mhd. abstte, apstte, überwölbter 
Nebenraum in einer Kirche, mlat. ab- 
sida, ahaidia aus dem gr. äi^tg, idng, 
VgL Grimm, Wb. I, 1116. Wei- 
gandl, 8. Schmellerin, 291. Vil- 
mar, 2. D&hn., 6a. Mnd. Wb.I, 36a. 
Nachtrag, 10a. 

absent, absents, afs«nt, alsente, ado., 
absonderlich, besonders, aulzergewöhn- 
lich, was vom Gewöhnlichen sich ent^ 
femt; wohl das lat. aiwem. Ha, duckt 
my, jenne Schoow von LAede mott 'wdrk- 
lich wat a/sents bediede. Ha, dönkt 
mich, jene Schaar von Leuten, mn(z 
wirklich was absonderliches bedeuten. 
Carm. nupt. V, 145b. Na, na! jenf 
(Spanisch-Bitter) schmeckt ook goot, af- 
Bent tom örtte Haade-Brot. Na, na, 
jenes schmeckt auch gut, besonders zum 
ersten Haschenbrot (s. d.). Ibid. 216c. 

absetzen, pltd. afsette(n), sw., 1. in Ab- 



gang stellen. Etwas von der Rechnung 
absetzen. 2. ausweisen, ausstofzen, ver- 
bannen. „. . . loenn das Verbrechen grast 
ist, werden sie (die Verbrecher) aus der 
Geineine g^annet, welches me (die Menno- 
niteo) von der Gemeine absetzen nennen. 
. . . Niemand gehet auch mit dem Ab- 
gesetzten um, bis er öffentliche Zeichen 
der Besserung weiset." Hartwich, 293. 

3. abfielen, abgeben: Gewinn oder Ver- 
lust, Vorteil oder Nachteil etc. Bt dem 
Geschäft seit et nuacht af, bei dem Ge- 
schäft ist nichts zu verdienen. Dat 
sett htde wat af, entweder e Rusch oder 
e Brüsch, das setzt heute etwas ab, ent^ 
weder einen Raasch oder eine Beule 
(am Kopf). 

absiDhten, sw., absieben, beim Mahlen 
das feine Mehl von der Kleie sichten, 
scheiden, sondern. S. sichten u. beuteln. 

ab^en, pltd. afsftle(n), sw., s. dien. 

absocken, pltd. afsockeCn), m., weg- 
laufen, sich schnell auf die Socken 
machen. S. SOCken. 

absparlein, absperteln, sw., s. sparMn. 

dispicken, pltd. afspScke(n), sw., s. 
spicken. 

abspUren, pltd. af8pTre(n), sw., absehen, 
erkennen. Wer kann det End afapüref 
Et kämmt oft KnaU on Fall. Lhrztg. 

4, 355 c. 

abstflken, sw., s. st&ken. 

abstehen, pltd. afstane(n), st, ablassen, 
überlassen, ein Recht, einen Besitz auf- 
geben. Stä mt ^ne Ptp af, überlasse 
mir deine Pfeife. Davon Abstand, pltd. 
Afstand, m., das Abstehen von einem 
Recht«, von einem Besitze; auch der 
Preis dafür. Wat göfst Afstand, was 
giebst du, wenn ich dir die Sache 
(Pfeife) abtrete? 

abstekem, sw., s. stfikern, 

abstewern, sw., s. stAwern. 

atistlbitzen, sw., s. stibitzen. 



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»bstnpzieren — achen. 



18 



, su>^ s. fltrapzfBran, 

abitreifM, aw., s. streifen. 

ibsblippsen , sw. , abstreifen. Die 
Sehlange atrupptt sich ab, bautet sich. 
Sperber, 5. 

absUHpen, sie., s. stülpen. 

tUagelii, 3w., s. tAgeln. 

abtakeln, sw., s. takeln. 

aUuizen, stc. der Brant, indem man 
sie im Kreise umtanzt, den Brautkranz 
~ abiiehmen. 

abtorkeln, »w., taumebid abgehen. S. 
twkeln. 

abbl^>psen, sie., 5. trappsen. 

abtreeken, sw., s. trecken. 

abtreiben, pltd. af(li1we(n), st., ab- 
hetzen, abjagen, ermüden. Abgetrieben 
vit ein cdtei Droachkmpferd. Sprw. 1, 15. 

abtrosien, stc., abladen. Dl kost, dt 
^dahatten ahgeirott. Jeroschin, Y. 
24457. Strehlke. Vgl. Bech, Ni- 
oolaos T. Jeroachin. Germania VII, 94. 

aMrCsten, str , s. trSsten. 

abtrumpfen, sw., s. trumpfen. 

abtnippen, ancfa blofz trappen, sk., ab- 
ziehen müssen und zwar mit Schimpf. 
Er hat abtruj^en müssen. Hennig, 280. 

Abwachsteich, m., Teich, in welchem 
die Karpfen ab- d. i. aaswachsen, das 
erforderliche Gewicht erlangen. S. Be- 
necke, 495. 

abwachten, sto., s. wachten. 

abwackebi, abwaggeln, »w., s. waggeln. 

ibwamsen, »w., b. wamsen. 

ifawichsen, sk., a. wichsen. 

ibwfilfen, pltd. afwulwe(n), sw., s. 



sn, pltd. afwergeCn), mc., durch 
Wälzen töten, erwürgen. Et weer 
3W, dat ek mi an 'nem Stock dreegen 
Eui afocergen deed. Dorr, I Wiew., 
124. 
abzabbeln, sw., s. zabbeln. 



abzickeln, sa., sterben. Er wird bald 
abzickeln, wird bald sterben. 

abziehen, pltd. aftftne(n), s«., ausziehen 
mit der Wurzel, rupfen. Flaas afihie, 
Flachs abziehen, ziehen. Belegstelle 
unter absehen. Bildlich : über die Feh- 
ler eines andern sprechen, verleumden. 
Enem eF^derke aftme, einem ein Feder- 
chen abziehen, ihn verleumden. Vgl, 
anflicken. 

aecrftd, accrat, acmds (auch a = a), 
auch blofz crads, krads und kradske, 
accraztg, adj. u. adv,, 1. genau, sorg- 
fältig, accurat, aus dem lat. acearatus. 
Accrddso, genau so. DieseUngte Perschon, 
akkral vne för eich geachaffe. Dorr, 1. 
Wiew., 5. Diene Ogbruen hewwen accrat 
den rechten Schwung. . . . trat wit just- 
ment accrat so tov^edder es loi de Roh. 
Ibid., 68. Sonst blöwst du mi akrads 
so domm, Als Ehe on als Bike. Volksl. 
34, 1; S. 94. 2. eben jetzt, in dem- 
selben Augenblick, gerade nun, und 
gewöhnlich in der Verneinung: Nu ac~ 
crdds nick, nun thue ich 's gerade nicht. 
Nu blSujt de Lehra nick önna Schtaw, 
he rennt kernt on watt noach kroatzke (a- 
wöschtonopeWoagegebroackt. Boldt,14. 

Achel, auch Hachel, /., Granne, Ähren- 
stachel, Getreidehülse; auch Nadel der 
Tanne, Fichte, des Wachholders, Sten- 
gelsplitter bearbeiteten Flachses oder 
Hanfes. Ahd. ahü, ahir, khre, goth. 
ahs; aletnan. agl. Grimm, Wb. 1,162. 
Weigandl,14. KleinI,?. Schmid,9. 
Vilmar, 2. Vgl. Eime. 

achen, sw,, ach sagen, ächzen, seufzen, 
wehklagen. Acke on vmie, ächzen u. 
wuien, ach und weh rufen, wehklagen. 
Se ach't on vMPt de ganze Dag. Sprw. 
II, 24. Bei Schamb. la, in der Ver- 
bindung mit krachen. S. Grimm, Wb. 
1, 162. Vilmar, 3. Davon Acher, m.. 



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w^eije — Achtzehn«-. 



einer der beständig Ach und Weh ruft. 
Sallmann, 58a. Vgl. wuien. 

achherje, interj., ach, Herr Jesus. 

Acht, /., grofze, in Kgsbg. die Polizei. 
Sie gehen mit ihm, in die gro/ze Acht, in 
das Polizeigewahrsam, Junkerstralze 8. 
Dietie Nummer ist mit grolzer Ziffer 
geschrieben. S. Sprw. II, 890. (Hier 
nur angeführt, da die doppelsinnige Re- 
densart in späterer Zeit schwer erklär- 
lich sein dürfte.) 

Achtehalber, pltd. Achthahver, m., das 
frühere 2j- Silbergroseben-, 2 gute 
Groschen-, ^"j-Thalerstäck, 30 alte (25 
neue) Pfennige wert. Der Name be- 
ruht auf der provinziell üblichen Be- 
rechnung des Thalers zu 90 Eapfer- 
groschen (Vierpfenniger), kurzweg Grxo- 
schen genannt; also: achtehalb, d. i. 
7^ (Kupfer-) Groschen. Ich hcAe nti/r 
noch einen Achtehalher Zeit, denn so viel 
habe ich ihm (dem Postülon) zahlen 
müssen, um meinen Brief schliefzen zu. 
dürfen. Soph. B. 1, 5. Der Franzos 
rief einen Knaben, und indem er ihm 
einen Achtekalber gab, sagte er etc. 
Ibid. 45. Hei keft davär soxiSl Angst, 
wi de Bracher vär'm Achtehabcer. Sprw, 
I, 73. Bei dem Leipziger Turnfest 1863 
war Achtehalher das Losungs- und Er- 
kennungswort der Königsberger Turner. 
Hennig, 6. Sperber, 6, schreibt: 
achtalber. 

Achtel, n., mad. achten-del, 1. achter 
Teil eines Ganzen. 2. bräm Holzmalze 
bis zur Einführung des Melermafzes 
einheitliches Grundmafz : ein Achtel 
(360 Kubikfulz oder 11^ Raummeter) 
= vier Viertel ä 2 Komickel. 3. kleiner 
Bottich (vielleicht J einer Tonne), der 
einen Stein (30 Pfund) Butter umfafzt. 
Hennig, 6. In Hessen Getreide- und 
Salzmalz. Vilmar, 3. 

Achtelbutter,pltd.Aclitelbotter,/.3utter, 



welche in Holzgefafze, sog. Achtel, an- 
geschlagen ist. Als Küchenbutter steht 
sie im Gegensatz zur Tischbutter. 

AcMelholz, pltd. AchtelhoK, n., das in 
Achteln (achtel weise) aufgeschichtete 
Klobenholz. Ech hat e je met, tct toa 
em traige Wal nach Achtelholz füre («wa). 
Ermld. Freisch., 7. 

achteln, sw., Holz in Achtelmslz legen, 
aufschichten; anhäufen überhaupt, auf- 
achteln, dasselbe; nach Hennig, 7, ein 
Achtel Holz für den Küchenbedarf zer- 
stücken, was man jetzt in Kgsbg. : Bolz 
aufarbeiten oder kleinmachen nennt. 

achten, sw., beachten, aufmerken, be- 
folgen. Du motat drop achte. 

achter, adv. praep., hinter, hinten. 
Achter onsem Müs. Mühling. achter 
an, hinten an, hinten nach. So reitet 
das Ackermannchen Mit seinem Pferde 
Achteranchen (Pommerellen) — mit sei- 
nem Pferdehen Minteranchen (Danzig). 
Volksr., 36, 137. Achter, m,, der Hin- 
tere. An den Achter fmt den Hacken 
knaüt he. Volksl. 27, 10; S. 44. 

Achtergam, Aftergam, n., die hintere, 
spitz zugehende Abteilung des Eeitd- 
gams (s. d.), lit. aktagam. Das Acht«r- 
garn ist am Ausgange offen und wird 
durch eine feste, 5 bis 10 m lange Schnur 
zugebunden, an deren Ende ein ca. 2 m 
langes Stück Kundholz, der Stehder 
oder Stftder, als Boje befestigt ist. S. 
Benecke, 339. Achtergarn heilzt auch 
die letzte Abteilang der Metritze des 
kurischen Wadegams; auch Kull und 
Häckel. S. KeHel. 

Achterzaun, rein pltd. AchtertOn, m., 
Hinterzaun. Wo ist der Wolff Hin- 
term Ächterzaun. Vlksr. 178, 691, 

Achfzehner, pltd. Achtlner, m., Eio- 
funftel -Thalers tück. Die Münze hiefz 
Achtzehner, weil sie 18 Kupfergroschen 
(Vierpfenniger) galt. Bei Einführung 



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des Gesetzes über die MüDZTerfassung ÄrbeiteD verrichten, nameotlich schwach 

in den Preulz. Staaten vom 30. Sept. beanlagte Personen unterricht«n. Der 

1821 (Gesetz-S. 1821, S. 159 ff.) waren Lehrer ackert mit schwerköpßgen Schü- 

die EinfOnftel- und Einfunfzehntel-Tba- lern, er mul'z sieb mit ihnen abackem, 

lerstQcke (s. Sechser) nur nocb in Ost- müde arbeiten, ja bis zur völligen Er- 

und Westpreulzen im Umlauf und wur- Schöpfung zerackem. — dlHVhackem, eine 

den ohne Herabsetzung ihres Wertes Lektion, uro sia klar- und festzustellen, 

und ohne Verlust für die Inhaber, nach Bock, 1. Jlennig, 8. Sprw. H, 26. 

undnacheingewechsehondindenMünz- Scbemionek, 1. 

Stätten eingeschmolzen (§ 6 des qu. Ge- Acfcemelke,Pflzn., grasblättriges Vogel- 

setzes). Alte Leute im Volke rechnen kraut, Stellana graminea L. Hagea, 

heute noch nach Achtzehnem. In West- 469. 

preolzen and in Polen heilzen sie AckerSChnabel, Pflzn., schierliogsblät- 

Ttmpfe- triger Reiherschnabel, Erodium cicu- 

Acker, m. Dat Ös stn (m'iri) Acker tarium VHerit. 

on Ptög, das ist sein Acker und Pflug, Ackerstein, m., Bernstein, der nicht 

sein Beruf. Sprw. II, 25. am Strande, sondern mitten im Lande, 

Ackerbeere, Pflzn., Kratzbeere, Rubu» im Äcker, gefunden wird. Ein jeder 

caenus L. Hagen, 525, wurde nur noch 1770 durch die königs- 

Ackergaul, m., Arbeitspferd. Er i»t bergische Anzeigen verwarnet, einigen 

b^offen wie ein Ackergatd. Sprw. 1, Ackerstein zu kaufen, Bock Nat. II, 

445. Vgl. AckermUire. 222- 

Ackergliftd, Pflzn., Ackerdaon, &a2eo^ Ackerwunn, m., Engerling. Bock 

«u Ladanum L. Hagen, 616. Nat. V, 17. 

Acfcergras, Pflzn., Knaulgras, Dactytis Ackerwurz, Pflzn., gemeiner Kaimas. 

glomerata L. Hagen, 102. Acorus Calamu» L. Hagen, 372- 

Ackerholunder, Pflzn., Zwergholnnder, Acten, plur., s. Akten. 

Sambttcu» Ebulus L. Hagen, 342. adchfi, adgft, interj. ade, lebe wohl! 

Ackericnoblauch, Pflzn., Weinbergs- Aus dem franz. adieu zu Gott, Gott 

lanch, Aüium vineale L. Hagen, 357. befohlen, schon mbd. verkOrzt ade. 

Ackerierche, /., Feldlerche, Alauda Sehr beliebt ist die Demination: ad- 

arvensis L. checke: Na adcheche! Hupet, 5: adje 

Ackermihre, /., wie Ackergaul. Er sagen, 

säuft wie eine Ackermähre. adda, conj., aber. Adda mos kann 

AckermaiinGhen, pltd. Ackermannke, das alla helfe. Ermland. Fir m enichlll, 

mnd. ackermenneken, n., Bachstelze, 103b. 

Motaciäa, weil sie beim Pflügen, be- adder, addir, conJ., oder. Du wollest 

sonders im Frühlinge, auf dem Acker uns alle neae guthe leswirdige bücher, 

sich einstellt und mit wippendem so in kurtze bey adder annder icerenn 

Schwänze dem Pfluge rührig nacheilt, ausgegangen, und umh euch zu bekom- 

Vgl. Grimm, Wb. I, 174. Dähn., 7a. men . . . keuffen und . . . übersenden. 

Yilmar, 7. S. Adermannchen, QuCk- Markgraf Albrecht an Lucas (Cra- 

stert, Vfippstert nach), Maler za Wittenberg tncesmta 

ackern, in Elbing ftkem, sw., schwere nona septembr. 1526. Beitr. z. Kde. 



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16 



Adder — Ädelpdl. 



Pr. m, 244. öck toÖaz man nick, v>t 
es höazt — kaUre (iaatieren) adde wie. 
Ermland. Firmenich III, 103a. Im 
QStpr. Dialekt« werden oder und aber 
fast durch geheDds verwechselt: Oder 
n^'=aber nein! Hennig, 7. 

Adder, /., 1. Natter, Otter. Mäh- 
ling; Dax Messer gckneidet vne eine 
Adder — sonst: irie Gift. 2. böses 
Weib, zorniger, bösartiger, boshafter 
Mensch überhaupt. Auch Adder, Edder. 
GifUg iL-ie eine Addei: Sprw. I, 680. 
In Bremen adder, in Bayern oder, ätter 
Sehlange, engl, auch adder. Brem.Wb. I, 
5. Schmeller I, 27. 126. Dähn., 
3a. 3; im Saralande, Adder Eiter. — 
Mnd. ad^, adder und ed^, adder, jede 
(pftige) Schlange. Mnd. Wb. I, 15a. 
Nachtrag, 4b. Von 1: 

adderig, ädderig, edderig, mod. aderick, 
adj., giftig wie eine Schlange, zornig, 
bösartig. De Hund öa klm, äwer Öd- 
drig, der Hund ist klein, aber bös- 
artig. 

AddSsalbe, f., Medik. ünguentum 
Althaeae. Pbarmac. Kalender 1870. 
Schemionek, 46. 

addir, conj., s. adder. 

Adebar, pltd. Adebar {A^S), m., 

Storch, allgemein und nicht blofz als 
Kinderbringer und Kindertrfiger. Abd. 
odehoro, odebh^, mhd. adebar^ -horo, 
-hero Träger (vom ahd. und alts. heran 
tragen), ode- vielleicbt vom alts. öd, m. 
Gnt, also adebar Glückbringer, mnd. 
adebar, edebar. Genaueres über Namen 
und Eigenheit des Tieres s, Grimm, 
Myth., 638. Bei una auch Hadebftr, in 
der Niederung aacb Knackosbot, Knakod- 
bftd, in den deutsch-polnischen Gegen- 
den Westpreulzens Botschan, Botschon, 
von dem poln. bodan Starch, auf der 
Dzg. Nhg. und im Gr. Werd, Ad'bor 
CA~d), (Volksl. 1, 2; S. 71), brem.- 



nds. eher, aebör, im Götting. Sdr^ 8)ere, 
eber, im Hessischen auch üdebar. Spridi 
nicht vom Adebär, der Storch ist ja noch 
nicht hier, zum Frühreifen und Vor- 
lauten. Sprw. I, 24. Jedea vnü sein 
Neat bereiten, Wie denn selbst der Ade- 
bahr. Carm. nupt. II, 153 d. Eck wöü 
den Ogenblöck dem Adbahr, de by im 
völ Jahre nästelt, aeggen. Ibid. V, 200d. 
Dat ÖS gewöailich u-dhr, de Jungen» bringt 
de Adebär, de Makes bringt de Häfke. 
Sprw. I, 1835. Der Adebar tritt viel- 
fach auch in Kinder- und Yolksreimen 
auf. S. Volksr. 189-197. Bock, 1. 
Hennig, 7. Brem Wb.I,285. Dähn.. 
3a. Schamb., la. 53a. Vilmar, 4. 
Grimm, Wb. 1,176. Weigandl, 17. 
Adebar tritt auch als Familienname »ut 

Adebarfett, n., Medik. Adeps miüia. 
Schweineschmalz. Pharmac. Kalender 
1870. Schemionek, 46. 

Adebarschnee, pltd. Adebarschnei, m., 
Märzschnee, Frühlingsscbnee. 

Adebarstrauch, pltd. Adebarstaitk, n-, 
die kleinen Zweige, womit der Storch 
sein Nest auslegt. Mühling. 

Adel, Adel (A = d), m., Mis^anche, 
Mistwasser, der Urin des Viehes. Auch: 
Adelwasser,», Nach Pierson in Danzig 
der blauscbwarze, flüssige Gaseenkot, 
wie er aus den Rinnsteinen gefegt wird. 
Ndrhein, adel Sumpf, in Bayern add 
Mistjauche, adeln mit Jauche düngen, 
in Hessen oft zusammengesetzt mit sutte: 
ödeUotte, adelsette, dltutte = Adel, schwed. 
koadel Kuhham, adUt harnen, br.-nds. 
eddel, adel Mistlache. Schmeller,!, 
26. Grimm, Wb.I, 177. Brem. Wb.I, 
10 c. 292. Dähn., 3a. Vilmar, 4. 

Ad6khen,pltd.Ad6lke, w.Vom.,Add- 
gunde. S. Alchen. 

AdelpSI, m., mnd. ad(d)elp6l, älpSl, 
Pfütze , worin sich das Adelwasser 
sammelt. 



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AdelwftSBer — ähn&n. 17 

, pitd. Adehnter {A = d), GriUm kaien, auch nicht weniger, da» 

«., s. Allel. viel Baum-Regel^ wie man sie zu nennen 

Ubr, f. Einen zur Ader lassen^ ihm pfleget, mit ^ten Affenwerck verhremet 

empfiodliche Verlaste (im Spiel) be- seyn. Linem,, Xx, 4a. 

reiteo. Sprw. I, 26. Affenzaget, pltd. Apezagel {A = a), m., 

Sderkauen, «w., wiederkHueo. Nach Schimpfwort. Er i*t ein rechter Affen- 

Uöhling adBin. Im Götting. drkauen zaget. Ebenso: Affenschwanz. 

iLtv-ifu^n, ebenso in Bremen; im Quick- afsent, alsents, ade, s. absetlL 

boni (Klaus Crroth) edderkauen, »hd, Aftergam, n,, s. Achtergarn. 

itaruchon, ags. edrecan, von dem alten Agiei, Pflzn., Akelei, Aquilegia vul- 

ita, iiar, idur, lat. iterum wiederara; garis L. Hagen, 561. 

rnnd. ad^r-, adderkoutcen. Heanig, 8. AgnQt, auch blofz N8t, w.Yorn., Agnes. 

Schamb., 13b. Brem. Wb, II, 754. Hartwich, 54. 

Dähn., 3b. Uapel, 4. Msd. Wb. I, Agtapfer (^ => a), m., kurzAgtchen, n., 

16a. Grimm, Wb. I, 179. gehört zu den „rahren Frachten" der 

Adennannchen,pltd.AdennannkeC-'l°=a), Werder. Hartwich, 38. Parjmotten, 

n., Bachstelze. Vgl. Ackermannchen, Graukef, Plumen, SpöÜen, ük Agdkes, 

Qrtktterf, Wippifert. Druuwkes, wat ji wollen. Dorr, 15. 

ädern, aw., s. aderkauen. Agtehen, pltd. Agke (_A ^ ä), w. Vom., 

Adler, m., nissilcher. Den ivssischen Agathe. Agkc wanM ewert Steck, A^sA\ib 

Adler machen, einander erzürnt den geht über den St«g. Werder. Dzg. 

Rocken kehren. Sprw. I, 28. Nhg. VioUt, 98. Hartwich, 54. 

Adlerttein, m., s. Klapperstein. Agtstein {A = d), m., Bernstein. Ahd. 

Advant, /., Teil des karischen Haffes, agiatein, agatttein, mhd offeatein, eit- 

zonichst der Kalan-Uppe. Fisch.-Ord. stein, eiatein, mnd. aget, agetensten, lit. 

f. d. k. Hff. § 12. gagdta», pol. buraztyn; bei Grimm ag^ 

Adventsmutter , /., Hospitalsfrau, die stein. Agt ist wohl ■== Achat, S. Wei- 

in der Adventszeit, mit Strohhat und gandl,'22. Der Agtstein liebt die Spreu 

weilzem Laken bekleidet, Geld ein- und der Magnet das Eisen. Carm, nupt. 

sanunelt, den Kindern Weihnachten be- II, 123b. Wo die wilde See . . . den 

steQt Elbing. Schemionek, 2. Agtstein auch an diese Ufer bringet. 

Alle, m., B. Ap. Ibid. 169b. Ein Dorf Agt^n in der 

Alfenbeere, Pflzn., Krähenbeere, Em- Gegend von Mehlsack (Kr. Braunsberg) 

petrwn nigrum L. Hagen, 1036. hängt mit Agtstein nicht zusammen; 

Affenkommedie,/., Komödie von Affen Nsslm., Th., 3, weist fOr die Herleitnng 

ausget&hrt, zur Bezeichnnng wilden dieses Namens auf dea nom. vtriojt^^n« 

Streites, Zankes. Vgl. Katzenkommedie. im Codea: d^hm. Pruss. IL, 173, hin. 

Allemeliande,/.,zurBezeichnung einer Vgl Schasch. 

onüberlegten, albernen Handlung. ahnen, sw., ähneln. Die Kinder ahnen 

Affenschwanz, m., s. Afienzagel. dem Vater. Sie ahnen »ich, sie haben 

Affenweric, n., Albemes, Dummes, beide die Nas' in die Län^ und den 

Possenhaftes. Mir ist nichtwemgwissmd, Mund in die Quer'. Sprw. I, 34. Vgl. 

wü viel alte Mvtterlein ihre Weissagungs- tthlachten. 



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18 Ahr - 

Ahr, /., Ähre, b. Ar. 

ai, Doppellaut, wird ei gesprochen: 
Keüer Kaiser, Mei Mai, Hein HaiD. 

aisch, aisk, adj., s. ajrz. 

aischen, aisen, usten, sw., s. ailzen. 

aischhaftig, aishafUg, adj., tob aij'z, 
ekelhaft, grauenvoll. M^ üt so akhafüg, 
ich empfinde Furcht und G-rauen. 

aifz, aisch, aisk, eisch, eilz, cuij., ekel- 
haft, herzlich. Mähling hat noch: 
garstig, Bchlimm, unartig, schrecklich. 
Das Brem. Wb. 1, 8, sieht als Stamm das 
gotb. cyü Furcht; davon ahd. akt, aigl, 
ek', egt, mhd. ege Furcht, Schrecken. 
In Bayern aifz, in IlesseD aiech, atcht: 
die Schlange i»t dn awck Ding; dichte» 
Wetter; ein eischter Kerl. Schmeller 
1,116. Tilmar,6. Vgl. auch das ahd. 
eiz CreschwOr, Eiterbeule. Schade, 
Wb. 130b. 

aHzen, eifzen, eisen, sw., grauen, schau- 
dern, den äulzersten Schreck oder Ekel 
haben. Mir eist, graut, ist bange. Na- 
tangen. Davor ai/zd mi^. Et eist em 
da/är. Friedland. Hennig, 8, schreibt 
aiten u. eisen: mich aiat vor der Sache 
!= sie ist mir ekelhaft, Mftbliag aisclien 
und erklart: schaudern, frieren, beben, 
zittern, einen heftigen £kd empfinden. 
Pierson, 18, hat aisten und weist auf 
das lit. aima bitter, lün. Holl. tjzen 
kalt vor Schrecken werden, zu Eis er- 
starren, sich entsetzen. Mnd. eisen, 
aisen; bei Jeroschin eisen Schrecken 
empfinden, eislich schreckUch und die 
eise Schrecken. . . . das: manchim da 
vor eisete 129d. anzuaehn^er) so eislich 
schein 128 c. . . . mit Ustirli'chir aundtn 
«sC:w«M)U9a. Pfeiffer, 142. Vgl. 
fresen u. Msen. 

aitsch, Zuruf an die Zochochsen, wenn 
sie rechts gehen sollen. Elblng. Sche- 
mionek,2. S, " " 



akkrftd, aldirtrt, ad»., s. aoorU. 

Atcmen, von dem lit. ahnen Stein, 
Name für eine grolze Steinbaok im kor. 
Hi^, südlich von der Windenbnrger 
Ecke; die Bank heiizt auch Stadt S. 
Benecke, 223. 

JUcten, plw. Er giebt aüerhand Akten 
an, treibt lose Streiche, verursacht 
Händel. Ek- hat den A. voll Akten, er 
hat Eile, thut beschäftigt. Hennig, 8. 

Aktewar (a = ä), m. , Aktnarius, Ge- 
richtsschreiber, Ämtsschreiber. Alleen 
e gode Aitewar, Dat ös bi mtner Trt 
kein Narr. Volksl., S. 80. 

Aland, m., s. Ollwl. 

Alant, UtA, m., s. R&p. 

Alaus, m., s. Alus. 

Ailiander {A = d), m., Schwätzer, viel 
und weitschweifig Uedender. Stein, 
Peregrinus All, 82, bat unter den Ekel- 
namen und Schimpfwörtern dieser Be- 
deutung: Sacdhader, Aalbander, Qrosz- 
sprecher, Brascher, Praler, Windhamer, 
W. MtabL V, 191. Auch: saaibader», 
Aalbanda-s, AU/rän^sch, oon der alten 
Welt, das mag niemand es kom dann im 
Cirkel wieder herumh. Stein, Peregri- 
nus SVni, 25. W. Mtsbl. VI, 190. 

Alberbauiti, m., Schwarzpappel, Po~ 
pulua nigra L. Hagen, 1043. Nach 
Grimm, Wb. I, 201, ist Alber auch 
Pöpulta alba, die nach Hagen, 1041, 
in der Provinz Alleebaum heirzt. 

aibem, pltd. alwere, ahvreCn), »w., un- 
gewaschenes, dummes Zeug reden; 
dumme, l&ppische Streiche machen, um 
Lacheo zu erregen; andere necken. 
Kant VU, 388: der beständig faselt, ist 
albern. Als Adjektiv: allierii u. alberig. 
Er ist ein alberner Hans. Sie ist ein 
alberiges Frauenzimmer. Grimm, Wb. 
I, 202. Vilmar, 8. In EsÜand anch 
Sallmann, 58a. 



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Albrecht — »IL 19 

AlbracM, m. Vom., Albert. Als Dem. Yolksr. 514. Vgl. PiaanskS, Überbl. 
Hartwich, 53. S. Pott, §4. Sobald sie {die Nadraver) i 



172. 173. 222, solchen Alf fliegen sehen, ziehen sie ihr 

Aleben (^ =^a), AdSIchen, Guntcben, Messer au/z uJid stecken dasselbe in den 

w. Vom., Adelgoade. Hartwicb, 54. Ort, wo sie mit ihren Fü/zen auf der 

alen, alen (a = a), sw., sieb wohl- Erden gestanden, sprechende: Hie zeige 

beba^ch fahlen, in der Soime aus- ich dw meinen Ort, zeige mir cmehdeir- 

nüien, sich reckend wälzen. Samland. nen Ort. Pierson, MjattL Prätor., 30. 

Natangen. S. auch S. 21 das. Hennig, 8 £ 3. 

Alex, m. YoTD., Alexander; ebenso feurige Naturerscbeinung. Einen so- 

Zander. Hartwich, 54. Vgl. Pott, 115. genannten Alf hat ein vernünftiger Be- 

AH, Dem. AHchen (^A - o). Zusammen- merk^ der Natar einaten auf der El- 

ziebung des m. Vomam. Adolf, ahd. bingvschen Höhe butig herumgaukeln 

adahf, mhd. Alf, Alef. S. Pott, 267. gesehen und beklaget, da/z dieses muntere 

AH, m., der fliegende Drachen. 1. der und ergötzende Luftzeiehen von so kur- 
Papierdrachen der Knaben, den sie im !^^ Dauer ist ... . Nach Mittemacht 
Herbste und FrnUinge an einer Schnur Ue/z sich in der Gegend von Palsehau ein 
in die Lui^ steigen lassen. 2. der Teufel, Alf nahe am JJfer sehen, dessen ent- 
welcher in der Gestalt eines fliegenden zündete Materie etaca 5 Minuten lang 
feurigen Drachen, lit. aitwaras, den herumflaUerteundsodattn verlosch. Bock, 
Seinen Getreide und Geld durcb den Nat. I, 394. 
Schornstein zatr%t. Er sitzt bei ihnen Alfrank, m., s. Alfmnksl. 
in einer Federtonne und wird gut ge- AHsrankel, m., 1. wilder Junge, der 
pflegt. Hei heft den Alf. Seine Wider- umlierfäbrt wie der Alf, ein Kange, 
sacber dagegen nberschättet er mit ringfertiger Bube. Brem. Wb. IH, 432. 
Itänsen, ja er nimmt ilinen sogar das Dat ös ein reiner Al/srankel. Natan- 
Ihre, indem er ihnen die Scheunen aus- gen. 2. kletternder Nachtschatten, Bit- 
leert oder diese in Brand setzt. Alf tersöTz, Solanum Dulcamara L.; auch 
und Teuf el holt es. Stein, Peregrinus Affrank, Alpranke(n). Bock Nat. IH, 
Vir. 31. Der Alph oder der Teafel 335. Hagen, 251. In Pommern Alf- 
tcürde dir das deine woM zufrieden und ranken Geisblatt, CaprifoUum. Dähn., 
umoeggetragen lotsen müssen, wenn ihn 7 a. 

Oott der Herr nicht zuvor über dir ver- Alhombaum, Fflzn., schwarzer Holuo- 

hengenthäte. D. Bernhard Derschow, der, Sam&ucua nigra L. Hagen, 343. 

Christi. Bedenken von der Pestilenz. alken, no., suchen, sieb herumthan, 

Kgsbg. 1623. 4. S. 264."— Ein Volks- etwas zu erreichen streben. Er aVct 

reim im Werder lautet: herum. Dei kann dat ailes taalken, 

Alf! der kann das alles erlangen, erreichen; 

Hast Ogen as en Kalf! taalkefi = zeraUeen, A. i. eralken. 

Wies' mi dinen Herrenhof, All', /., Halle, Vorhalle einer Kirche. 

Detm wies öck di min — Mühling. 

Wer den Alf so anmft, mu(z machen, all, adv., \. schon, bereite, eben. Er 

da(z er unter Dach kommt, sonst be- geht all- De Mutter ös all dot. Volksr. 

schüttet er ihn mit Läusen. Dorr, 74. 262, 914. Ek üt aü Abend, ö<^ körn 



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20 Allsus — alltummQDdlicheDmal. 

alL Et ÖS all g6t, es ist schon gat, lativ - BegrifFes : allerb&le, aÜermeüt, 
beruhige dich nur. So lotsen SU das alUrtrütat, aUerlewst. Vgl. iSsr, 
auch all gut sein. Soph. R. II, 412. allerballer, verstärktes all, alle, aUtr 
De hat sock all de Schoh abgetrapst, er — zu Ende. Kinder, nenn sie den letz- 
hat sich schon die Schuhe abgelaufen, ten Bissen (Kuchen, Brot) verzehrt ha- 
er ist (war?) ein durchtriebener Mensch, ben, reiben die Handflächen wie reini- 
Sperber, 6. Uennig, 10. 2. zaEnde, gend gegen einander und sprechen da- 
aus. Da ütx aber nun auch rein all, bei: aUerbaUer. Aach sagen'« die Er- 
Soph. B. in, I6€. In diesem Sinne wachsenen den Kindern, wenn diese 
üblicher aller (s. d.), 3. als onbest mehr verlangen: Jetzt ist aüerialler. 
Zahlwort: S! ju schxm aXV, seid ihr Kgsbg. VgL das mnd. aU>edalle, ein 
schon alle da? In Zusammensetzungen: verstärktes mit alle, gänzlich, ganz 
altoma) (a^d), allzumal, alltohOp, all- und gar. Mnd. Wb. I, 50b. 
znhau^ alle insgesamt; adjektiv : Mama, AllerUndertag, pltd. Allerkinderdad, m., 
wo lassen denn die Könige das alle Geldf der Tag nach jedem dritten hohen Fest- 
Soph. K. m, 94. ^e, der für die Kinder schul&ei war, 

Allaus, m., s, Alus. ibnen also als Feiertag galt. Wer aber 

Alleebaum, m., s. Alberbaum. hat euch vjohl auf diesen Tag gerathen? 

allein, pltd, allftn, adj., adv., selbst, Der aller Kindertag! Carm, nupt. II, 

(Ane ein Auderes, ohne Beihilfe. Öck 99c. Mielke II, 20b. Schütze II, 

ei nich allen, ich bin nicht allein, sagt 227. Anderwärts nur Kindertag. Ygl. 

die schwangere Frau. Se geitnichmöt Hupel, 109. Brem, Wb. HI, 773. 

söck allen, sie geht nicht mit sich allein Grimm, Wb. V, 751. 

= ist schwanger. Dat kannst du aüen altmelnlebtag, pltd. aJImlnlftwdag, od»., 

mäke, das kannst du allein machen, ^lle Tage meines Lebens, Lebenszeit, 

ausführen. verstärktes Lebtage. Ick glavb' albmein- 

allemann, pron., jedermann, alle Man- lehtag, da/z Sie ein ztceiieamal abgeaetst 

nen, alle Männer, alle Anwesenden, sind. Soph. R. IV, 74. Vgl. Lerbtage. 

Allemann 'ran, alle Mann berun! AllschOns^ alUchSnzig, schAnst, adv,, 

aller, adv., l.ans, zu Ende, wie all 2. schon. Die beid^ ersten eine Ver- 

Heft mancher gedockt, et hmn nich Stärkung des achonxt durch all, das sich 

aüer waren, bit he um Hof und Uowen auch ablösen läfzt. Öck s! aUxchonat 

wer. Elbinger Ndi^. Et ös all alles dSrOg Jur ölt, ich bin schon dreilzig 

aller, es ist bereite alles aus, verzehrt, Jahre alt Natangen. 

zu Ende. Nun soll meine Predigt aüer AIHag, pltd. Alldag, (a = a), m., Werk- 

sein. Volksr, 106, 457. Mit di is es tag, Werkeltag. Sess Alldäg en Sinn- 

aüe, mit dir ist es aus. Da Pauer is dag, sechs Werktage, ein Sonntag. AII- 

nu aller, der Bauer ist jetzt bankerott. dftgddSd, n., Kleid für die Wochentage, 

Nu ward da Sommer all bald aller Arbeitskleid, im Gegensatze zom Soun- 

•ware, zu Ende sein. Sperber, 6. tagskleid. alldflgs, adj., alltäglich. 

Wenn aller, denn satt. Wenn 't aller alltohftp, alHomal (a = ä), adv., s. all. 

ÖS, denn heft de arme (lewe) Seel Ruh. alltummUndlichenmal , adv., allzumal, 

Sprw. n, 41, 42. 2. in Zusammen- alle. Dzg. Nhg. VioUt, 98. He säd 

Setzungen zur Verstärkung des Super- wol „tomal", ütcer noch nich „aUamnß- 



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alltitg — Alter. 31 

Udianiil on atttomaP'. Elbinger Höhe. Meine Alte hat heute ihren Geburtstag. 

N.Pr. Pr.-Bl a. F. IX, 242. Firme- Mine Ohche, meine AltscLe. De OU 

nich m, 494a. heft dat IcSle (Fieber), de Dtwel Ml de 

alhvfig, ado., 1. eben jetzt. Er hat Ole, denn vergeit dat kSk. Besprechmigs- 

(die Uhr) aUweg zertcUagen. Er hat formel. S. Hexspr., 56. Sprw. I, 41. 

et aüweg empfangen. Bock, 2. 2. Ztschr. f. d. Myth. IV, 107. Khn de 

allzeit. Dein Wort meine Speise la/z Ohche angerennt, onse aSVge Tante, 

(^«eg sein. V. 3. aus dem Liede: Ich Volksreim. 2. Hebeamme, „weil zu 

ruf zu dir, Herr Jesu Christ. Heu- solchen Beschäftigungen alte Frauen 

"ig, 10. gebraucht werden." Bock, 2. Hennig, 

Afpranke(n), m., s. AHsrankeL 10: Die Alte holen. Heute nicht mehr 

alrad,alrM,adü.,bereits, schon. Dähn., üblich. 3. letzte Garbe, in der Dzg. Nhg. 

8s: eäirede. Mnd. alrede, alreide, im Äör»wwö(fer,Kommutter, oft auch äIuict'- 

Rein. Vos.: alrede. V. 3635. 4813. tnüt, Haferbraut. Wer von den Schnit- 

Alrfirto, n., Dem. von Alrfln, m u.f, tem die letzten Halme schneidet mufz 

Aliann: 1. mythischer Hansgeist, „der die Alte anfertigen. Sie wird von be- 

seine Verehrer allerlei Zauberkünste sonderer Gröfze gebunden, erhält men- 

l^rt". Hennig, 10. 2. Pflanze mit scbeuähnliche Gestalt, gewöhnlich einen 

rettigartiger Wurzel, beinartig gespal- Hut auf den Kopf und einen Stock in 

Leo, Mandragora. Weigand I, 36. die Hand ood wird auf den letzten 

Dihn., 8a. Grimm, Wb, I, 246. Ge- Erntewagen gestellt. Zwischen der 

naneres Grimm, Myth., 376. Wagenleiter und einem Rade wird ein 

■bkalbem, adj.., albern, lappisch. Mn Stock so befestigt, dafz er beim Fahren 

Qi»hä»emer Mensch. an die Speichen anschl^;t und ein 

AMer, /., Elster. Bei Mielcke II, schnarrartiges Geklapper hervorbringt. 

21b, ancliAglester, in Grimm, Wb. I, Im Galopp geht's durch's Dorf der 

189f. agcUaater and aglaster, ahd. ayal- Scheune zu, wo dio Mägde aa%estellt 

ttra, ageUatra. stehen, um die „Alte mit der Klapper" 

alt, pltd. Ol, ac^., alt, als Epitheton jubelnd zu empfangen und mit Wasser 

zu allen nur möglichen Schimpfwörtern, zu begiefzen. Man ruft sich auch wol 

Altar, n., Das Altar nicht nur im bei diesem Scherze zu: Du hast den 

Yolksmunde, sondern auch in altem Ölen un mo»t em behölen. Viol4t, 

Schriften, wie z. B. bei Hartwich, 161. S. „De OoU." Dorr, 44. 

S. 159: Wenn aber eine Leichenpredigt AHelorSI, n., Medik. Oleumlauriny/m 

gttehicht, wird die Leic/ie vor das Altar unguincsutn. Auch AntelwöL Sche- 

getetzet. S. Armut mionek, 46. 

altbacken, pltd. 0ltbacke(n), fM^'., 1. alt AHenteiJ, pltd. Oldendftl (0 = 6), m., 

als Backwerk. 3. altklug als jungor der den Alten, den Eltern, zufallende 

Mensch, und dann gewöhnlich altbacksch, Teil des Besitzes bei Übergabe der 

pltd. OltbackiGh. Vgl. Altnas' und DUtt- Wirtschaft an den Sohn, das Äus- 

dien. bedungene. S. Ausgedinge und Alfntzer. 

«te, pltd. Ole (0-^, f., I.Gattin, AHer, pltd. Oler (.O^S), m., Vater, 

Hausfrau, Mutter, altes Weib, Ge- Hausvater, Diensthen-. Min Oler, mein 

maüich auch Attsche, pltd. Olsche (O^S). Alter, sagt die Frau auf den Mann, oft 



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aber auch der Sohn, wenn er zu seines- 
gleichen vom Vater redet. Der Alte 
kommt. De Oler ös nick tohüs. 

äHerhaft, Wy., ältlich. Elbing. Sche- 
mionek, 2. 

Xlterieuie, plw., Vorsteher der H5fe 
und Gärteu der Junker und Bürger in 
Königsberg. S. Die Zünfte, 16 £f., 30 ff. 

Xltermann, pltd. tfllermann, m., Ge- 
werksältester , Zunftvorsteher. Hen- 
nig, 11. 

AHerhim, »., Alter. M deine Braut 
nicht alt, so istsie doch gezieretmit Tugend, 
welche mehr als Atterthum regieret. Carm. 
nwpt. 2'2d. 

Altflicker, pltd. OKflficker (0 = o), m., 
Flicker des Alten, besonders alter Stie- 
fel und Schuhe, Flickschuster. 

aHlachlig, adj., s. lachtig. 

Altnas', pltd. Oldnäs (0 = o, ä lang), 
m.. Altkluger. De Oldnä» heff dat 
Strafe, der Altnase hat das Strafen, 
sagt ein Junge zum andern, wenn die- 
ser ihn belehren will. Samland. Vgl. 



Altsifaep, m., Altsitzerin, /., pltd. OH- 
sfitter, OltsBttersche (0 ^ S), die alten 
Eltern auf Uauergruodstücken, welche 
dem Sohne die Wirtschaft abgetreten 
und für sich nur ein Stübchen, Steoke, 
oder eine Kammer, Ktimer, und Unter- 
halt bis an ihr Lebensende ausbedun- 
geu haben. Daher auch Stubchenvater, 
Stevkeotider, Kammervater, Kumeroiider ; 
aach Ausgedmger, Utgedingej; Vgl. Aus- 
Sftding. 

Altsitzerpulver, pltd. QllsOtterpoher, 
(0 == 6), n., weil'zer Arsenik. Vom 
Volke in Litaueii so genannt, weil es 
vielfach vollkommen, dalz Altsitzer 
durch Arsenik vergiftet worden sind. 
Sprw. II, 54. 

ARsprechar, OMkOser (0 == ö), m., ein 



- Alwander. 

junger Mensch, der altklug redet. Vgl. 
Altverstand. 

Alltuchmacher, plur., älteste Tuch- 
weberzunft; „sein Anfang verlieiret sich 
in den altem dunkeln Zeiten de* deut- 
schen Ordens"^. Bock Nat. V, 404. 

Altverstand, pltd. Oltverstand i,0=S), 
m., ein junger Mensch, der den Alt- 
klugen spielt. Seht m^ü den Oltverstand 
mÖt de UdderTie Weisheit! Sprw. I, 55, 
Olverstand, göff deKo e Pofzhand. Me- 
mel. Sprw. II, 55. 

AltweJbereommer, pltd. OlwTwersainef 
(0^0, a = «), m., s. Sommer. 

Altwiirz, Pflzn., echter Alant, Imda 
Helenium L. Hagen, 881. 

Alus, Gen. Alav», m., (letzterer als 
Name ebenfalls gebräuchlich), eine 
eigentumliche Art Bier, welches die 
litauischen Bauern zu fesUichen Gele- 
genheiten aus einem von Gerste und 
Hopfen zu gleichen Teilen gemischten, 
nur wenig gedorrten Malze sich selbst 
brauen. Es hat eine gelbliche, meist 
unreine Farbe und süfzlichen Geschmack 
und berauscht leicht. Nsslm., Wb., 5. 
Bock, Nat. I, 274. In Nadraum, Za- 
lavonien hei[fzet das Weifz-Bier, daß 
allda gemeiniglich gebrauet wirdy aüus. 
Pierson, Matth. Pr&tor., 9, Femer 
trinken sie Meth, Wei/zbier od^' Allaut. 
A. a. O., 111. 

Älus trinken wir heut. 
Morgen wollen tinr wandern 
Nach dem Ungarlande etc. 
Passarge, Balt., 159. Hennig, 9. 316. 
Vgl. Schwarzbier. 

Alwand {A lang, auch kurz), n., Rand, 
Ende des Ackerfeldes, wo alle Pflflge 
wenden müssen. Westpr. NachMüh- 
ling in Weetpr, ein Querbeet am ge- 
pflügten Acker, auch Angewand. 

Alwander, m., Halbbier. S. Halbander. 



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AmbuBt — anbutaen. 23 

Ambaraf, m., ein dicker EQrper, der anbeHzen, pltd. anlllte(n), tt. Er wül 

nahe tun Bersten oder Aufplatzen ist. nicht arütei/sen, er will sich nicht dar- 

Hennig, 11. auf einlassen, will anf eine ihm entr 

ambaratig, ambanchUg, auch anbarstig gegentretende Heiratspartie nicht ein- 

nnd anbarscMig, at^. und ado., doch gehen. 

TOrzagsweise adverbiaJ im G-ebrauch. anbellen, st., mit heftigen Worten an- 

Sick ambanHff fressen, sich dick und voll fahren, üsgezogene Kinder beüen die 

essen, sich mit Speise und Trank Qber- Mutter an. Ebenso inPommem, Dähn., 

fGUen bis zum (am) Bersten. 9a. 

Eck ben mol man en schlechter Jünger Anberg, pltd. Anbarg, n., Anhöhe, 

Vom Dichtergott, genennt ApoU, Hügel, Berg; Strafze, die sanft bei^n 

Doch vmrd mt so awhärschlig voll, geht. Mhd, amberch. Brem. Wb, I, 54. 

Dat eck nich kann bVm Dreschen blvwen. Hupel, 6. Sallmann, 58a. Im 

Danzig. Bauemep. 12 £f. Ik war so Rein. Vos, V. 5656: Anberg. 

ichhi on so vel, dafz zwi fremde anblaffen, sw., 1. anbellen; s. MaffeiL 

Primen, die s6ne rechte Orammschlunia 2. angoffen und zwar verblüfft. Sam- 

waren, sich mSnst ambarschüg frafzen. Land. 

Schaltj. 3, P. Sperber, 6, hat auch anblarren, mo., s. blarren. 

aDibortchtig. In der Dzg. Gegend: un- AnbJatt,Olinblatt,Pflzn.,gemeineSchup- 

befaaglich, besonders nach starkem penwurz, Lathraea SquamariaL. Ha- 

Essen. "W. Sei del, 28. Im Samlande gen, 648. Die Blätter der Pflanze ver- 

(Korkehnen) auch: &ich amharschtig dorren, Grimm, Wb. I, 297. 

arbeiten angestrengt arbeiten. Hen- Anbot, n., Angebot, der zuerst gebo- 

nig, 11. tene Preis för eine Ware. Das Gegen- 

AmbrSsch, m., Lärm, aufrührerische wort Ari^t, das Sallmann 58b für 

Bewegung. Aufruhr; aus dem franz. Estland anführt, ist mir nicht begegnet 

enAraaement. Ecksckröch: Weck! Platz Mnd, a»6o( = Anbietung 7-um Verkauf. 

gäßfft! Eck maackt Ambraagch genooch. Mnd. Wb. I, 79a. 

Carm. nvpt. I, 282, 13. anbrallen, sw., „anstarren, verwundert, 

amend, ado , am Ende, vielleicht, erwartend ansehen, wobei im Hinter- 

möglich erweise. Amendkemmtda Vad- gründe die Wut lauert." Mühling. 

der heit noch, vielleicht kommt der Va- anbrennen, st., Er ist angebranrit, er 

ter heute noch. Sperber, 6. ist nicht mehr &ei, hat sich bereits 

ainpeln, «»., Bewegungen mit Beinen verlobt. Mädchen weisen die Schmei- 

ond Armen machen, treten, kneten, cheleien eines Bräutigams zurück : Was 

Das Kind ampelt auf dem Scho/z der looüen sie, sie sind Ja schon angd>rannt! 

Myiter, strebt tretend etwas zu er- Ebenso zu verheirateten Personen: 

reichen. Im Schmutze ampeln, herum- Ach, so'n 61 angebrennder Mtmn wÖä 

ampebi. Dühn., 8b. Auch sfranipeln, noch imt junge Makes speie! Vgl. an- 

itrenipeln, hin und wieder auch jampeln. sangein. 

Amscbel, m. jüd. Tom., s. Absehet anbufsen, aw., s. bufsen. 

aidtacken, su>., s. backen. anbullern, »w., s. bullern, 

anbarttig und anbancbtig, a^. u. adv., anbumben, sw., s. bumfzen. 

s. afflbar^g. anbutzen, nr, s. butzen. 



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24 andBmmern — Migeln. 

aniRlmmern, sw., s. dämmern. zeigen, denunzieren, vor Gericht nam- 

andem, Zusammensetzung der pröp. haft machen. B^ hat ihn angegfiien. 

an mit dem demonetrat. pron. dem zum Angeblarr, n. , Angesit^L Hau em 

prädikativen Adj. Es ist andern, es ön't Atigeblarr. Samland (Korkehuen). 

ist, wie ich sage, ist wahr. Et Ö8 nich In Pommern Angeblarr zunächst: hef- 

andem, es ist nicht wahr. tige Anrede. Dähn., 10b. 

andienen, »w., dienen, Dienste leisten. angehen, st, pttd. angane(n) (a — a). 

Was aber meine geringe Person betrifft, zu faulen an&ngen. Da* Fleisch ist an- 

mit dieser kann ich der MadetrunseUe gegangen. 

nun nicht weiter andienen. Soph. R. YI, ajigekommen , part praet. von an- 

463. kommen (s. d.). 

andflffen, s. v. a. anschmei/zen. S. Angel, /., in Grimm, Wb. 1,344: 

dltffen. 1. Fischangel, bei Weigand I, 48: 

anducken, sw., s. ducken. spitzer Haken zum Fischfänge; also 

anlaschen, »w. von fasiAen, den Hund Handangel aus Stock, Schnnr, Flolz 

mit dem Rufe: /asck, fasch! anhetzen, und Haken bestehend, oder blofs Ängd- 

Samland. haken. Unsere Ostseefischer verstehea 

anfeilschan, sw., „auf eine Ware einen unter Angeln lange Leinen, woran an 
Bott thun", ein Angebot machen. Hen- Schnüren oft 600 — 900 Angelhaken be- 
nig, 12. Scheint heute auizer Ge- festigt sind; es giebt Aal-, Dorsch- n. 
brauch. Lachsangeln (s. d.). Sie hat auf die 

anflicken, aw. Einem etwas anflicken, Angel gebissen, sagt man von einem 

ihn verieumden, über seine Fehler offent- schwangeren Mädchen, Spnv. I, 69. — 

lieh sprechen, ihm Fehler andichten. 2. Stachel der Insekten, besonders der 

Ygl. abziehen. Bienen. Ermland. Mühling. Ähd. 

anfüllten, »w., anfeuchten. Nonfucht. angul, mbd. ar^el, mnd. üTigel. 

Jeroschin hat das Verb vüchten be- Angelkahn, m., Kahn, Boot, aus dem 

feuchten: mich an genädin v&chtinde Ic Angeln geworfen werden, Fischerboot, 

Pfeiffer, 272. Für Pommern Dähn., scharf auf Eiel gebaut und mit einem 

10a. in der Mitte gelegenen Fischbehälter, 

anfuhren, pltd. anf]ire(n), SU)., täuschen. Fischkasten, für lebende Fische ans- 

Der hat ihn gut angefvJtrt. Ech micht gestattet. Der Angelkahn wird such 

mer freie, wenn er mech angefihrt Hätt. bei der Fischerei mit Keiteln benutzL 

Dorr, 1. Wiew., 56. S. Benecke, 339. Ein paar Angel- 

Angang, m. jüd. Vom., Ananias. Fla- kähne mit hohen, mereckigenSegeln kehren 

tow. Schmitt, 111. vom Fischfange zurück. Passarge, 

angeben, pltd. ang8we(n), »w., \. aus- Balt, 83. 

führen, unternehmen, beginnen, treiben. Angelmoll, /., Mulde, worin die Fischer 

E- vieifz vor Tollheit (auch vor Schmerz, die Angelschnüre nach der See tragen. 

Gram) nicht, was er alles angeben soll. Ostseestrand. Vgl. Mulle. 

Was der für Streiche angiebt! Se weet angeln, sw-, 1. mit der Fischangel 

vor Umger Wiel nich jnehr, wat se an- Fische fangen; 2. nach einer Sache on- 

gewensoü. Dorr, I. Wiew., 62. 2. an- verdrossen streben. Hennig,317. Ver- 



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AogelslGke — snbsacbeii. 25 

maft, ätütein Jatpä-Stein, Nach dem grapschet Make, ein Mädchen, nacli dem 

ffit vieüer Mann au» allen Kräften an- man gern greift iSm Ut nicht anffripack, 

gdt Carm. nupt. ü, 266 f. 3. nach sie läizt sich nicht nahe kommen, ist 

Uahling stechen mit der Angel; Ton sittsam. In Pommern: Ene an^eepsche 

Bienen and Wespen. Ware, eine Ware, die sich schnell ver- 

Angebicke, /., aaf Eiel gebautes, greift. Dähn., 10b. Vgl. gripst^en. 
kleineres, offenes Fahrzeug auf dem angrSlen, sui., anschreien mit lauter, 

{risctien Haff, als Segel- und Ruder- widerLcher, quäkender Stimme. M&b- 

boot zu benutzen. Benecke, 351 F. liag. 
Vgl. SieIce; s. auch Lomme. ängser, conj., s. engser. 

angeschossensein, eioen Bausch haben , AnhaJskuchen, m., s. AnhaKskuchen. 
S. Sehufz. AnhaKsberge, plur., kleine Bergkette 

Angnpann, n., Gespann. Dat ös e ra. der Gegend von Orteisburg. Mah- 

prächfget Ai^eapawt. Das Rentfuer, ling. 

dia Ange^Hmn des Samojeden. Kant anhaHsch, m^'., geizig, Wortspiel zu 

V, 437. Ich will ihm helfen, weil er anhauen, mit Bezug auf die bei Inster- 

im Angespann hat. Hippel, Ehe V, barg gelegenen frstl.anhalt>dessaui3chen 

122. Grimm, Wb. I, 351. Güter. Die ersten Pächter derselben 

Angewand, n., s. Ahvand. zahlten lange Jahre hindurch keine Ab- 

Angewanitten Plumbicum, Medik. Un~ gaben, -weil die Gater angeblich gering 

gvntum plumb. Elbing. Pharmac. an Ertrag waren; dies hinderte jedoch 

Jihrb. 1860. Schemionek, 46. nicht, dafz sie nicht nur gut lebten, 

Ulficfzni, Bt., verleumden, anschiirär- soudem auch in Verhältnis mäfzig kurzer 

aa, ^eichsam besprengen, bespritzen, Zeit reich wurden. Er ist anhaltsch, 

beflecken. Da kann wohl das Ka^algen er hält an sich (mit Ausgeben). Sprw. 

loig^, wenigsten» das SpUtterrichien, I, 77. 

da» Fingerzeigen, das Seufzen, das heim- AnhaKskuchetl, gewöhnl. AnhalskuchM, 

Ikhe Ängieazen. Soph. R, IV, 135. Jetzt pltd. AnhalBkOke(n), m., fladenartiges Gre- 

vertltet. Vgl Grimm, Wb. I, 364. back aus Butterteig. Nach Mühling 



verstärktes angaffen, von dem 1770 — 80 in Preuizen com- 
ebien mit stieren Blicken und offenem mandierenden General Fürst von Anhalt 
Hunde ansehen. Tgl. glaffen. gern gegessen und nach ihm genannt. 



I, aw., einen unverwandt, stier anhängen, st., 1. hinter dem Rücken 

uaehen. Vgl. giarren. von einem andern Böses reden, ver- 

uiglotzen, SIC., mit „angerissenen", leumden. Bir mufz jedem etwas an- 

weit ausgesperrten Augen starr u. stier hängen, 2. ausschimpfen, ansschelten. 

Vgl. globen. Er hat was angehängt bekommen. Da 



. glQpen. hängteiner dem andern wasan.HeaDig, 

■xglflfm, anglurren, sw., s. giarren. 13. Siehe eine andere Bel«^^lle unter 

if^naiftte., angrinsen, widerlich an- auAitten. 

uchen, anblsken. Mühling. anhairen, st»., anspornen, antreibm, 

ugripieh, pltd. an^psdl, adf., appetit- zureden, uind. anherden, anharden. Man 

lieh aoBsehend, zum Zugreifen reizend, motem, to allem anharre. Vgl fl 



<ue Begierde erregend. Se ös en an- anhauchen, sv>., betrügen, anführen. 

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26 anhaaen — anldagen. 

Sie'haben ihn gehörig angehaucht. Mo- Ankant, m. u /., 1, Hall, Anhalt, 

dem, wolil von Berlin eingefOlirt. St.Qtze. Ik hat an dem einen guten An- 

anhauen, sie , anhalten, werben. Er kant. Ich bin hi^ ohne allen Ankaxi, 

hat um sie angehaut, er hat nm die steheallein. £k hat keine Ankant,\i«ivaea 

Tochter angehalten. Kgsbg. AnhaDg, keine Zuneigung. De Dtwd 

anhegflrn, mo., durch Hegen künstliche heft kein Ankant an mi, keinen Anteil. 

Anlagen schaffen. Die „angehegerten Sprw. T, 81. 2. Ankant suchen, Ge- 

DGnen" der kurischen Nehrung. S. legenheit zum Streite suchen. Natangen. 

Altpr. Mtschr. IV, 203. Vgl. hagea Von Kante Ecke, Spitze, Rand. 

anholen, pitd. anhaleCn) (a»-?), sw., ankarren, sw.j langsam fahren. Da 

an sich ziehen, ßäl an! Ruf der kömmt hei angekarrt! Es gilt das na- 

Scluffer, wenn z. B. das vom Ufer ge- mentlich bei schlechtem Wege oder von 

löste Tau aufs Schiff gezogen werden schlechtem Angespann. Mflhiing. 

soll. Anke, w. Vom., s. Annke. 

ftnig, adv., los. Ich kann ihn nicht Xnkel, fn., s. Enkel. 

dnig werden, nicht los werden. Gum- Anker, m. Vor Anker liegen, ohne 

binnen. Sprw. II, 83. Im Brem. Wb. I, Beschäftigung, Anstellung sein. Sprw. 

17: anig, was man entbehren kann: Ee I, S2. -~ Anker, aach Ankereisen, eiserne 

kann 't Süpen nich anig werden, nicht Klammer zum Zusammenhalten der 

lassen. In Pommern wie in Gumbinneo. Balken und des Mauerwerkes. S. ve^ 

Sick enes Dinges anig Tnaken, es ab- ankern. 

schaffen. Oähn., IIa. Mnd. anich, Ankermann, m., Fischerknecht, der 

los, frei von etwas. Mnd. Wb. 1, 92b. den Anker bedient. Dem Ankermann 

Nachtrag, 18 a. und BoVcate jedem wöchentlich 2 Afk. 

AntS, m., 1. Pflzn., PimpineUa Aniaum 10 Or. IV. Rolle d, Kgsbg. Gildefischer 

L. 2. Branntwein, über Anis abgezogen, v. 1662 Bock, Nat. V, 55!'. Anker- 

Aniskelöfft't,Kä7ne[kedrößt,einSchB&ps- mann tritt auch als Personenname auf. 

eben Anis macht Luft, ein Schnäpschen Ankerwurz, PSzn., Wasser-Schwertel, 

KOmmel treibt; auch umgekehrt: Kä- Iris Pteud- Acorus L. Hagen, 45. 

melke datlöffft, An'skedatdrÖfft. Sprw. ankicken, sui., ankucken, ansehen. Wat 

n, 84. 3. Wortspiel mit NOes, neues, kickst mi anf He kickt em an, at de 

Von Anis anfange, von Neuem an- Kreij dat kranke Farkel. D&nh. Bei 

fangen, die Arbeit wieder von vome kickt em an wl de Kalt den Kaiser on 

beginnen. Sprw. I, 79. seggt nich mal gnädger Herr. Kgsbg. 

Anisblume, Pflzn., Ackerwinde, Qm- Vgl. kidcen. 

volvulvs arvensis L. Hagen, 222. anklacksen, nc., anklecken, etwas man- 

ankalken, SU., l. dem Wortsinne nach: gelbaft, schlecht, ungeschickt an ein 

Kalk anwerfen, mit Kalk anstreichen, anderes Ding anfOgen. Den Kalk an 

2. anschreiben, als Verstärkung des die Wand klacksen. Hei heft dat man 

gleichbedeutenden und wie dieses wohl so angeUackat. 

ausschliefzlich burschikosen ankreiden. anklagen, sw., durch Klagen über eine 

Kalken sie an, Herr Wirt! 3. nächtigen, Krankheit oder ein körperliches Leiden 

gedenken. Ich werde ihm das achm an- das Übel anf den Nächsten bringen. 

kalken! Als Drohung. Et miufz mir wohl was angeklagt tön. 



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anklunn — anno. 27 

£k mufz mir jemand wo« angeklagt sprucfaeD, verlangen, öck kann em dat 
haben. Dmsolcliestuunöglich zu machen, nick anmöde sön, ich kann das nicht 
sagtmanbeiderartigenErzählungenetc.: von ihm beanspruchen, verlangen. Send 
Bern Stein ««'s geklagt oder Einen Stein ß er siendag nicfi so loat anmoden ge- 
oortAreOÄT-ra. Bock,66. Sprw.1,3613. wenenl Dorr, 1. Wiew., 47. Für Pom- 
Vgl. verrufen. mern bei D&hn., 12a. 
anldarren, aw., s. kfarran. annehmen, st., 1. in Pflege nehmen, 
uikloppai, MB., anklopfen, anpochen, adoptieren. Ein Kind annehmen. Et 
AnMopper, m. Ring oder Hammer an ös ^ angenämenet Kind, ein in Pflege 
Thür oder Thorweg zum Anpochen, genommenes oder Adoptivkind. 2. zum 
Auch blofz IQopper. Religionsunterricht annehmen. Vom 
ankommen, st., 1. anlangen. Wenn Geistlichen, wenn sich neue Confir- 
icÄ wer^ ankomme, teer' ich vorbeifahre, manden bei ihm melden. 3. Lehre an- 
Sprw. I, 86. 2. gehen. E>r kommt an nehmen, gut und leicht lernen. Hei 
leie der Hund von LaÜau, d. h. lang- nmnmt gSt an, er nimmt gut an, be- 
sam, watschelnd. Ibid. 83. 3. Neigung, greift, falzt leicht 
Lust verspüren. Et kömmt em an, wie Annke, m., Dem. von Anne, w. Vom. 
äeta Bure dat Aderläte — dat Frlen. Annchen. Datpa/ztvAefa- Anken to'r 
Ibid. 84, 85. 4. bei Speisen, besonders Kapp. Sprw, I, 2873. Das bekannteste 
Fleisch, der Zustand beginnender Faul- j^niePreul'zens ist „Anken von Tharaw", 
nifl, bei Obst die Bescbädigtmg durch die Tochter des Pfarrers Neander in 
Stolz oder Fall. Dat FUsch Ös an- dein Kirchdorfe Tharau bei Königsberg 
gekäme, riecht £bq1. Der angekommene (1596—1629). Sie ist durch Simon 
^j)/rf, der bestofzene, angefaulte. Hen- Dach unsterblich geworden. Näheres 
nig, 12. überDach's Verhältnis znÄnitchen von 
ankrampen, ffw., mit einer Krampe fest- Tharau, das völlig sicher nicht fest- 
machen. Das Fenster ankrampen, das gestellt ist, findet man in folgenden 
geöffnete Fensler durch den Windhaken Schriften: N. Pr. P1.-BI. V, 49ff. Altpr. 
festsleUen. M. I, 688ff., IV, 478 u. 557. Unter- 
ankreiden, pltd. ankl1de(n), <«<., l.mit haltungen des liter. Kränzchens zu 
Kreide anschreiben, notieren. DieZeche Kgsbg. Jhrg. 1866, Nr, 11 u. 12. Sprw, 
ankreiden. 2. nachtragen. Ygl. M- 1,87. Dach's Lied: Anke von Tha~ 
kalken. rawetc. s.in: FünffterTheilder Arien etc. 
ankuicheln, aw., s. kuscheln. von Heinr. Alberten. 3. Aufl. Kgsbg. 
ankuschen, ankirtschen, »c, s. kuschen. 1651, Nr. 21. Volksl. 27, 18; S. 83, u. 
anlaufen, pltd. anlOpeCn), sf., Qbel au- hochd. in: Herder, Volksl. Leipzig 
kommen, ange&bren, zurückgewiesen 1778, 1, 92ff. Hennig, 13. 
werden. Wenn einer, der friedliebende Ann-LlBke,w. Vom., Zusammenziehung 
Leute gerne neckt, endlieh einmal an- von Anna Lischen, Ann» Elisabeth, 
läuft und Schläge bekommt. Kant's aoch Anna Luise. Volksl, S. 73. Vgl 
Werke IV, 169. Grimm, Wb. I, 394. Pott, 117. 
anmelden, sie., s. melden. anno, lat., im Jahre, von annus. Anno 
anmuten, pltd. anmOden, mnd. an- Dazumal — Anno Kruck — Anno 
moden, »a., zumuten, ausinnen, bean- SchTiee — Anno Schnifie — Anno To- 

D,3,t,z.dbyGOOgle 



28 Ann-Orte — ansugeln. 

back - Anno Wind — Anno &nt — anrackem, no., s. radtern. 

Anno Ent, als de gr6te Wind war (aach anrflmen, nc , s. rftmen. 

mit dem Zusätze: on deSparUng' Säcel anranzen, sie., mit harten Worten an- 

dr$ge) -■- als de grSte Wind hli^ — als fohren. S. anschnauzen. 

de Wt/zel brennd^. Anna damals ata anlegen, sw., anreihen, einer Reihe an- 

die Warthe brannte und die Bunde mit schliefzen, Reihe an Reihe fOgen. Ren- 

den Strohwischen rannten. Jerrentowitz. nig, 210. S. rfigen. 

Vgl. Sprw. T, 88f. anreirzen, pltd. anrlteCn), sf., anstiften, 

Ann-Orte (0=o), w. Vom. Zusammen- angeben, verursachen, ß- rei/zt dumme 

Ziehung von Anna Dorothea. S. Pott, Speiche an, macht dämme Streiche. 
111. anriditen, pltd. anrOchte(n}, ^., 1. die 

Ami'Regtn^en, Ann-Schfnke, w. Vom. fertig gekochten Speisen auf Schüssel 

Anna Regina. Samland. Ropp, Ann- und Teller anrichten, aas den T&pfen 

Schinke! Zuruf beim Aufheben einer nehmeo und ordnen, damit sie auf- 

Last, um die G-leichzeitigkeit des Hebens getragen werden können, gleichsam 

zu bewirken. Sprw. 1, 91. Dein Ann- Hafen und Pfanne an die Schüssel 

Reginchen, die den Schlufz Zu deinem richten. Grimm, Wb. I, 427. 2. ver- 

Glück dir machen mufz. Carm. nupl. Ursachen. Schaden anrichten. 3. lieh 

in, 98b. anrichten, sich beschmutzen, besudeln. 

Ann-^Ghinlce,w.Vom., s.Ann-Reginchen. Dzg. Klein 1, 17. Hennig, 4, hat, 

Antv-Sdske, w. Vom., Anna Suschen, wie wohl allgemein, dafSr abrichten. 
Anna Susanna. Volksl. 4, 1, 2; S. 73. anrosseln, stc., sich, sich benuischen, 

Anpari, n., Anteil, Erbteil. S. Part betrinken. Ebenso: sich berossdn. Eim- 

anpassen, sv).. Einem etwa» anpassen, )and. Mühling. 
ihn durchprügeln. Sprw. I, I. anrühren, pltd. anr£re(n), sw., in der 

anpicken, pltd anpüche(n), anpllcke(n), Redensart: Nich(t) rühr an! fds Wei- 

sio., anpechen, mit Pech festheften, fest- gerung. Ebenso in Posen. Bernd, 6. 
heften überhaupt. Ja eck segig noch anrufzen, »w., sich, sich mit RuTz 

daby, dat Glöck bliew angepockt. Carm. schwärzen; bildlich: sich betrinken. Er 

nupt. V, 190 d. hat »ich angerafzt. 

anplimmen, «w., s. anschmeirzen. Ans, präp., Zusammenziehung von 

anporren, sw., s. porren. ohne und des. Eck wttü akns Däv^ 

anpreschen, sw., s. preschen. Danck ok ön de Koch heran, Carm. 

anpricken, sw., mit Pricken befestigen, nupt. I, 282, 6. 
S. Pricke. Ansager, pltd, Ansegger, m., einer, der 

anpritsdien, sw., anspritzen, s. pril- etwas ansagt, ein Auftraggeber, einer, 

sehen. der den Arbeiter für eine bestimmte 

anprfliten, sw., s. prusten. Arbeit dingt Hast <dr e Ansegger, bist 

anpQsten, kc., anblasen. Dat FUr du schonzueiner Arbeit von jemand ge- 

anpvste, das Fener anblasen. Hennig, düngen. Die Droschkenkutscher nennen 

198. Ek well em de gele Sockt anpusten. den Fahrgast, der ihnen naht, einen 

Dorr, 1. Wiew., 22, Ansager. 

anptlttem, sw., anreizen, spornend an- ansangein, sie, von »engen, anbrennen, 

treiben. Mühling. 1. von Speisen. Die Stippe ist an- 



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ansehälen — uuchineilzeD. 29 

ffoatiffeit. 2. von verbeirateten oder terten", d. i. au3geli6lilten Knöpfen, den 

verlobten Personen: Sei (Sei) 5g an- An- oder Ausschmissen, pltd. An-, Ut- 

getangelt — ös angesaii^eUe Grött — ere SChmOlz {U ■-- ti), gegen Zaun oder Wand 

Po/ike» KhTnecke angesangelt. Spiw. I, werfen. Beliebtes Spiel der Knaben in 

70. Ygl. anbrennen, der ersten Frühlingszeit. Jeder Knabe 

anSdiXIen, «w., anspülen. Die Weüm fährt seinen Beutel mit KoSpfen, deren 

lehäleTt den Seetang ans Land. Von Wert nach sog. ^Schmissen" bestimmt 

tchUen. wird JederKnopfwird taxiert: Messing- 

Anscherung, /., s. Scherung. knöpfe sind besonders wertvoll; doch 

anschieben, pltd. anschete(n), at. Er höher stehen die „KapferstQcke", ge- 
itt angeschßaten, er hat einen Rausch, wohnlich russische Kopeken, wenn sie 
Vom angeschossenen Wild, das tau- „ausgebuttert" sind. Es giebt Zwei-, 
melnd läoftand fällt, aaf den berauschten Vier-, Sechs-, Acht^, Zehn- und Zwölf- 
Menschen übertragen. Hennig, 14. schmisse, ja grofze Kupferstücke werden 

■nschl^en, a&, 1. mit starken Schlägen nur umGeld verhandelt; am wertlosesten 

anklopfen. 2. gute Wirkung thun, ge- sind Bleiknöpfe mit Löchern. — Das 

deihen. Bi dem schlät nuacht an, er Spiel beginnt, indem ein Knabe mit 

bleibt trotz gnter Verköstigung mager, seinem Äusschmüz, den er so hält, dal'z 

trotz des besten Unterrichtes dumm. Daumen und Mittel6nger am Rande 

& (das gate Leben) ward mi atwchlanen. und der Zeigefinger in der Höhle ruhen. 

Dorr, L Wiew., 19. Et ickleü em got an einen Zaun, Pfahl, eine Mauer etc. 

m, er nimmt an Körperfülle zu. Dat wirft. Der zweite Spieler sucht durch 

wU nich anschlug«, die Arzenei will geschickten Wurfmit seinem Ausschmllz 

nicbt helfen, wirkt nicht. 3. anrechnen, dem Knopfe des ersten nahe zu kommen ; 

schätzen. Wi hoch schUist du dat an? gelingt ihm dieses so, dafz er den Zwi- 

4.inzu fallende Waldbäumeein Hammer- scbenraum mit seiner Spanne derart 

zeidien schl^en. Ebenso in Pommern, ausmessen kann , dal's er beide Aus- 

Dähn., 13a. schmisse mitden Fingerspitzen bedrückt, 

anidllSgig, a<$'., klug, erfinderisch, so erhält er vom Verlierer einen Zwei- 

einsichtSToll, scharfsinnig, listig, ge- schmilz. Jetzt wirft der dritte Knabe, 

wandt. Dat ös e anschiäg'ger Kopp, Er dirigiert seinen Ausschmiiz zwischen 

«wnn hei von e Trepp /öUt, verfehlt hei die Knöpfe der Gegner; geschieht's mit 

ieine Stu^. Vgl. Sprw. I, 2120. Hen- Erfolg, so emp&ngt er von jedem einen 

»ig, 14. InPommem amlägsch. Dähn., Zweischmifz u. s. f. Trifft der Anwer- 

13a. fende zvfischen zwei oder mehrere der 

Utdilupen, $w., ein Kleidungsstück liegenden Knöpfe, und ist es nicht augen- 
los überwerfen, in dasselbe schnell hin- föllig, dafz er von dem seinen nach 
emschlüpfen. jedem andern die vorschriftsmäfzige 

anschmaddern, «w., anschmieren, be- Spanne ausmessen kann, so ruft er, 

streichen, beklexen. Mühling. wenn er sich dieses doch zutraut: Solle 

anschmellzen, pltd. anBchniTte(n), hell. göUet (Höllen gelten) und wahrt sich 

<M7unt^ten, at, 1. zuerst schmeifzen, dadurch das Recht auf seinen Gewinn. 

werfen, beim Werfen (Würfeln) an- Gelingt das Messen, so erhält er flr 

tilgen. Schmit an! 2. mit „aosgebat- jeden gegnerischen Knopf einen Zwei- 



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30 aiiBchiiiieren — anstremmen. 

Echniirz, mirzlingt e^, so zahlt er soviel aiuchwftlen, sw., s. schwBlen. 
und be&eit dadarct aeinen Koopf aus aimtZM, pitd. anMtte(n), sw., an- 
der „Hölle". So wird das Spiel in binden, anfangen, sich einlassen. Au 
Königsberg gespielt; in Danzig heilzt sett eck möt Kocha Junge an^ nun fing 
es penschen (s. d.); im Oberlande an- ich mit dem Eädienjungeo an. Cc^m. 
dORen (s. dMfen). Vgl. Yolksr., 194f., nwpt. I, 282, 8. 

720. ~ Uosenkranz, Kgsbg. Skizzen anspicken, pltd. anspllcke(n), «o., an- 

1,195, nennt das Eönigsberger Spiel stechen. S. spicken. 
das Anplimmen — ,-indem Metallstöcke, ansprechen, pltd. ansprfikeCn), I. an- 

beeonders von zerbrochenen Messern, reden; bettelnd anreden. Hei «preckt 

deren Klinge plattdeutsch Plimme h^fzt, äwerall an, er bettelt überall. 2. einen 

an die Wand geworfen werden, um sich kurzen Besuch abstatten. Wenn du 

zurückprallend zu treffen, wobei genaue vorvh^gehxt, »prich doch an! Hennig, 

Gesetze fiber den Werth der Abstände 14. Dähn., 13b. 
gelten." Es scheint hier eine Täuschui^ anstaflieren, Str., gegen einander hetzen, 

vorzuliegen: die Ausdrücke P2t>n7ne und Das Wort kommt nach Hennig, 14, 

anplwnmen habe ich für KSnigsbei^ in diesem Sinne bereits in Schütz, Pr. 

nicht feststellen können. Chronik vor. Bock, 2, schreibt: an- 

anschmieren, pltd. ansdimftre(n), aw., sfawieren. 
1. schlecht und geschmacklos anstrei- anstauen, »»., durch Stauen anschwel- 

chen;an3treichen,bestreichenüberhaupt. len, steigen; vom Wasser. Vgl. stauen. 
Wer hat die Stube anffeschmiertf Die anstawHeren, mv., 8. anstaffieren. 
Wand anschmieren. In gleichem Sinne: anstachen, sw., anstecken. LAchi an- 

beschtnieren. 2. betrügen. Sie haben stechen, statt ansterken. S. stechen. 
ihn angeschmiert — er hat sich an- AnsteckpricfcS, /., Pricke zum An- 

schmieren lotsen. Man hat ihm die stecken. Befestigen de« Netzes, na- 

goldene Kette etc. am/eschmiert, man haX mentlich am Lat^swehr. S. Pricke. 
ihm die wertlose Kette, angeblich ron anstehen, pltd. anstane^n) (a = a), st , 

Gold, teuer verkauft. 3. M&hling zusammen stehen, zusammen tr^«n zu 

hat noch: sich freundlich anstellen und einem gemeinsamen Unternehmen, eis 

mit aller Gewalt einschmeicheln wollen. Compagnie - Geschäft machen. Kann 

Anschmilz, m., s. anschmeilzen. Öck möt anstöne — darf ich Teilnehmer 

anschmoren, mc., sich, sich betrinken, sein? 
S. schmoren. ansttcken, sw., durch Feuchtigkeit zu 

anschnauzen, pltd. ansdinOze(n), avj., verderben anfangen. S. Stacken. 
ans loser Schnauze einen heftig an- anstolzen, pltd. anstftte(n), st, stottern, 

fahren. Hennig, 241. S. anranzen. Hei stett e beike an, er stottert etwas. 

ansdloppen,8w., anrücken, anschieben. anstreichen, pltd. an8trn(e(n), st.^ etwas 

On wenn «ie (die „Jungens") nicÄ^en«^ sich merken, um wieder zu vergelten 

geidoppt Op dtne rdde Hose, Denn käme oder im neuen Betretungsfalie zu strafen, 

sölwst V}' ang&choppt; Denn gna^ di nachtragen. Ich werde dir das a«' 

Oott, Franzose! Volk.sHed: DatDanziger streichen! 
VolJhhd etc. anstremman, »w., 1. entgegen stemmen, 

anschnmimln, «w., s. besdiummeln. drängen Von stremmen. 2. sich an- 



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Aatakaibehlea — Apotheker. 31 

strengen. De SchmJiäee strembd wck an Affen: Wie ein Affe possierlich »ein — 

<m ichluitcd de Mangdel-Karmel. Carm. lieben; besäpe mt de Ape Korrespbl. 

«pl. I, 282, 7. III, 49. 2. Rausch. Einen Affen hohen 

Antaknifl^len, Ortsn., Dorf im KircL- — sich einen Affen kaufen = antriaken. 

spiel Friedrichewalde, Kr. Rognit, im 3. Mein Apken, Schmeichelwort in der 

Volksmunde Triczkemen. Litt, tri/ze Elie. Stein, Pcregrinus XIII, 16. 4. 

der Durch&U. Nesselm., Wb. 115a. E. Förstern., 103, führt dp alsKimat- 

itntiiaujeninken, Ort»n., s. Braiufwethen. ausdrack in der Schiffersprache an, ohne 

aitoblwm, mo., s. tobbern. den betr. Gegenstaad anzugeben. - 

■ntrUdn, nr., s. trftkeln. apart, adj. u. ado., besonders, extra. 

JMrackel, n., langes Einderröckchen. Hei mot Ömmer wat apart hebbe. Hei 

Ton antracken, anziehen. Hennig, 14. ös apart, er ist ein Sonderling. Fried- 

nlrecken, «o., s. trecken. land. Das &anz. a part. 

■nA, adv., annun, anjetzt, jetzt, in apAzJg, at^-, . . . du denket von der 

diesem Augenblicke, zur Zeit. Datmakt^ lAebe zu leben. Leider bist du nicht die 

dal Sek anü wöü gan' Tor Lnske, miner Einzige, die wich apahzig Zeug im Kspf 

Brot VolksL 2, 1; S. 71. hat. Soph. R. YI, 122. 

■nvenvaiHtt, adß.. Er ixt mir anver- Apfellittker, pltd. Ilppelhftker, m., Höker 

mmA, er ist mir Greld scholdig. Müh- mit Apfehi. He seit daher — steif da 

ling. — OS en AppeViäker. Danziger Nhg. 

ta was, pltd. an wal, woran. An Sprw. I, 3518. 

maitt er gestorben? Apostefflkraut, Pflzn., Acker-Knautie, 

anzapfen, »k., coire. Er hat sie vor Knautia arvenais Cotdt, Scabiosa ar- 

derZeit angezapft. Stein, Peregrinus venais L. Hagen, 151. 

Xm,48. W. Mtsbl. VI, 157. ApoUieke, /., pltd. kurzweg Aptftk, 

MzeWteni, anlTdem, aw., s. Udern. mnd. tibbeteke, abteke, apoteke, Gewürz- 

anzetteln, su>., eigentlich anzotteln, laden, SpezereienhandluDg. Die Nieder- 

Ungsam herankommen, oder allmählich läge für Arzneicti heifzt Daktor&potheke, 

mit der Sprache herausrücken. Zidetzt auch wohl Medicinapotheke. . . . dafz die 

kamen die Weiber aucA m angezettelt, Wärterin . . . in der Doctorapotheke am 

sie mischten sich in's Gespräch. Soph. Roj'zgarten ein Dosis Nikelsruh geholt. 

R. IV, 165. Soph. R. V, 486. Der gleiche Unter- 

anzieNn, pltd. anttneCn), at., zum Aus- schied besteht rücksichtlich der Ver- 
gehen ankleiden, ausputzen. Ich mafz walt«r beider Institute: Apotheker => Ge- 
mich erst anziehen, sagt tuan, wenn man wflrzer, DoktorapoHieker^Vorstehereiner 
Doch im Hauskleide ist. Medicinapotheke. Mhd. apot^ie, appo- 

Ap, Dem. A|rice (A = ä), m., 1. Affe, teke, apotek, apthek aus gr.-Iat. apotheca 

»«mo, nach Sperber, 6, auch /. öck Krauthaus, Haus zum Kräuter- oder 

dockt, mt suU de Ap läse! scherzhafter Specerei- und Arzneiverkauf, Behälter, 

Kuf der Verwunderong, Überraschung. Speicher überhaupt. Vgl. Weigand I, 

-Ijiie, bed" nau! Apke^ spring dwer. 63. Grimm, Wb. I, 537. 

Sprw. 1,30; II, 28f. Apke, wölkt Humef Apotheker, m., pltd. Aptftker, mnd.oWe-, 

Si^oMDüme. Kindemeckereien. Kgsbg. appeteker. Nem, 'nen Aptheker nehm ich 

~ Der Mensch, verglichen mit dem . nicht. Volks!., S. 81. S. Apotheke. 



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ÄppelbSrche — Artuahof. 



Xppdbbvhe, m., ZuäammensetzuDgaus 
Apel, Äpfel, und Barche, Dem. von 
B^e, Birne, wie das folg. eine Märchen- 
figar. Oönh. 

AppelgVrke, m., Apfelgörke, eine mär- 
chenhafte Person. Hei verteilt e Marke 
Dovi AppelffSrke. Sprw. I, 2542. 

Appetit, m. Sü üt mit Appetit, sie 
ist schwanger. Sprw. I, 69. 

Aprilblume, Pflzn., gelbe Osterblume, 
Anemone ranunculoide» L. Hagen, 569. 

Ap, Are(4 = a),/,Ähre, Ahd. afoV, 
ehir, mhd. acker^ eher, mnd. Ä-, are, am. 
Je Wc Fär, je mer Ar, je mehr Furchen, 
desto mehr Ähren, d. h. je besser man 
pÖ&gt, desto mehr Gretreide maa baut. 
Sprw. n, 681. £k Fdr — en Ar, zur 
Bezeichnung mangelhafter Beacterung 
und geringen AckerertrH^es. Sprw. I, 
791. 

Arbeitsschlitten, pltd. ArbeitsBchiSde iA 
= 0), m., ordinärer Schlitten füi' den 
täglichen Gebrauch. S- Staatstchlttten. 

Apd, /., Egge. Bei Schmelier 1,37, 
(Wn, du, dt^ f^e; gotb. arjan, ahd. 
erran, mhd. eren, em ackern, pflügen; 
ahd. artSn, ardon, mhd. arten das Land 
bauen, mhd. ort, m. u. /., Ackerbau; 
altpr. ariatp (Yoc 236) Ackersmann, 
lit. artijia PSOger, von ariü, drH lett. 
arru, ort pflügen. Vgl, l»t. arare, gr. 
aQoxv. Schade, 37b, 31a, Msslm., 
Th. 8. Wol dem, «w under Dock Ö8, 
säd de Foj'z on kuckt under de Ard. 
SanUand. Sprw. II, 481. 

Ardas, /., Eidechse. Von Erde, ahd. 
h-da, gotb. airüia, neuniederl. aardef 
Hei ÖS 80 leckrig wt e Ardas. Samland. 
Spiw. n, 1685. Das Tierchen heilzt 
auch EEdas und Cgdos. 

Aren (A^ä), jfld. m. Vom., s Aaren. 

Arklttten, Ortsn , Gut im Ereise Ger- 
daueo. Der Käme wird zuräckgef&hrt 



auf die Zeit der Schwedenkriege, in 
denen das Gut arg gelitten. Dönh. 

Armdarmjaiiimerpulver, n. , Medik., 
Ptdvia epiUpticii» niger. Pharmacea- 
tdscher Kalender 1 870. S c h e m i o - 
neb, 46. 

Armedill, Pflzn., grofzer Steinpeterlcin, 
IHmpineÜa magna L. Mühling 

Armee, /., Zur grofzen Armee gehen, 
sterben, Sprw. I, 115, 

Aimlcasse, /., Kasse für die Armen, 
Etwas aus der Armenkasse bekommen, 
Prügel erhalten. Sprw, I, 1. 

ArmtÜndHpuiver, n., Medik., I^Utm 
Tnamia. Pbarmaceutischer KaL 1870. 
Schemionek, 46. 

Annut, f., Besitz, Eigentum, Ver- 
mögen in der Beschränktheit. Mein 
Bi/zchen Armut ist wicht der Rede wert. 
Die Leutchen gingen nun ums Altar 
hemm, um nach hiesigem löblichen Ge- 
brauch ihr bischen Amiuiii Sr. Würden 
darzubringen. Soph, II. III, 238. Wenn 
nun der Mann dies Bi/zchen Armuth uns 
abkaufte Ibid, VI, 175. 

Arndt (A = d), jüd. m. Vom., s. 
Aimdt 

ArrAde, /., Fach in einer Schuttnng. 
IHe Arrode d. i. ein Schüttung oder 
vielmehr ein Fach einer Schüttung, da 
man das Getreide vo'wahret. Pierson, 
Matth. Prätor., 68, Lit. arödas Fach 
oder Bretterrerschlag in Speicher und 
Keller. Nsalm., Wb,, 9b. 

iTBCMingS (ä lang), ado., rücklings, 
rückwärts, mit dem Arsch vorauf, On 
mäkt, dat öck ärachlings ut de Körch 
r&thim. Volksl. 2511,8; S. 90. Man 
spricht auch firlings. 

Artushof, m. Die Artushöfe waren 
öfFentlicbe Gebäude, genannt nach der 
Tafelrunde des englischeo Königs Ar- 
thur oder Artus: 



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Aiys — AmI 33 

gern zu ibren Beratungen und Ver- Blasebalg. Brem.Wb.1, 30. Der ^cAm- 

ununlongen. Es gab deren in unarer päter wird gewöhnlich in ein^ Aschen- 

Prorioz in Königsberg und Danzig. Als peter oder Aschpeter verderbt. Hupel, 

die leicbeD Handelaberren sieb später livl.Idiot,,10,hat^cA«npäs«^f. Ascben- 

Junker nannten, erhielten die Artus- brödel. 

hdfe den Namen Junkerhüfe, welcbe Be- Hscherig, eacherig, adj., nnangenehm, 

nennong in Kgsbg. gegenwärtig aus- betrübt, bäl'zlich, unklar; geringfügig, 

schliefzlicb im Gebrauche ist; das Dan- kleinlich. Das üt eine äachrige Ge- 

liger Gebäude beifzt noch heute Artus- schichte, eine unangenehme, nicht völlig 

hof und wird als Börse benatzt. Hen- klare Geschichte. Die Oeschickte tat 

nig, 15. mir at äsckeriff, zu onangenehm oder 

Arys, Ortän., Stadt im Kr. Johannis- zu unbedeutend. Mir ist recht äschaiff 

boig. In Masuren heifzt es: Bayid zu Mute, ich bin mirzgesUmmt, un- 

Niiolmfki, a Arya miaato, ein Märchen, wohl, betrübt. Nach Hennig, 1, auch 

eine Fabel ist Nikolaiken, aber Ajys von einem Mensdien, der alles tadelt, 

ist eine Stadt. Auch gebräuchlich, dem nichts gut genug, nichts recht ist. 

wenn jemand Ungereimtes oder Un- In der Schweiz, in Schwaben, Nassau, 

^abliches erzählt. Sprw. II, 3124. der Aescherich die ausgelaugte Asche. 

As, Ass, /. Achse. De Aa ös g^äke. Schmid, 30. Kehrein, 49. Vgl auch 

bch, Asche, /., die Äsche, ThifmaUux aifzy mach, eiach, und den Artikel Aacite 

ndjara Niiss, poln. lipiek. Benecke, in Grimm, Wb. I, 578. 

Iä3. Bajack, 302. Aschfladen, pltd. A8chflade(n) ia==ä\ 

ltichbrftker,m., Sortierer der Pottasche, m., flacher Fladen, den man in heilzer 

V^. Belehnter. Asche bäckt. Nach Mühling auch 

Atdie, /., ungdtraniOe, der Stock. Xscherfladen, Aschkuchen. 

Emem dne Hand voll ungebrannte Aache AschkapHän, m. Derjenige, welcher 

mf äen Puckel alreuen — ihn mit un- mit dem Ausmessen und Verpacken der 

gebramüa' Asche einreiben, ihn durch- Pottaschezuthunhat. Dzg.W.Seidel,2S. 

pifigeln. Sprw. I, 1. Aschkuchen, m, s. Aschfladen. 

JUehe, /., Esche, Fraxinua L. Ahd. Aschnase, pltd. Aschnils, /., Schimpf- 

ate, mbd. asch. wort auf einen jungen, naseweisen Meii- 

Xscbe, /., B. Barbe und Nase. sehen. 

lUche \ä lang). /., 8. Srse. ascht, interj, Scheuchruf zum Feder- 

lUchengrlltze (a lang), /., s. £rsen- vieb. Jerrentowitz. Volksr. 64, 242i. 

SrtKze. Aachpeter, m., s. Ascbenpttter. 

AM^npUer, m., anreinlicher, un- Äsel, /., Asche von verbranntem Stroh. 

iDimierlicherMensch,Aschenbrödel.Ndd. Werder. Stroh, Schilf, Dünger und 

pdf«)quet8chen,r{ihren. Grimm, Wb.I, bin und wieder auch Torf werden im 

!)83. Hennig, 15, schreibt AschepOtcr Werder vorzugsweise als Brennmaterial 

isoAiasaaYiipöter mit puater \onpuaten benutzt. Die Asel giebt eine vortreff- 

= blasen abzuleiten. In Bremen aaken- liehe Lauge. Passarge, 220. Bei Je- 

fi^er schmutzige KUchenniagd oder roschin: uaele. Ouch at dt burc vor- 

KöcheDJmige ond dann Überhanpt un- brantin und gar in uslin wantin. 97. 

ser Asche^äter. Päater dort gleich Pfeiffer, 309. Auch Eaet geschrieben. 

friicUils, WSrutfauh L 3 



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ftsen, 



snCn) (a = a), aw.. 



äsen, esetl, sui., das Keinigen der Äb- 
tritte; aber Dur in dem besonderen Falle, 
wenn der flüssige Teil des Unrates ab- 
gescböpft oder abgeleitet wird. Dzg, 
Klein I, 9. Mühling hat für (sm 
verekeln. Im Brem. Wb. I. 28: to äsen 
sich besudeln, stankaMg stinkend, ekel- 
haft (von Aas). 

teig, pltd. asig (a = ä), adj., s. aasig. 
Aspe, Pflzn , Espe, Fopulvs tremula L. 
Hagen, 1042. 
Au, /., Achse, s. As. 
Assekurant, m., Lehnsbauer, der im 
Besitze von Hafen, deren Vorbesitzer 
eine Assekuranz darüber erhalten, dais 
die schuldig gebliebene Kontribution 
niedergeschlagen; die Astehiranten zah- 
len Zins an die Domäne. Veraltet. 
Bock, Nat. I, 170; V, 385. 

äBtemfiren,»»., ästimieren, vom lat. aeati- 
mare^ schätzen, achten, wQrdigen. Hei 
ästemert em gar nich, er achtet ihn gar 
nicht. 

astrant, a^., &ech, grob, dreist, trotzig, 
widerspenstig, widersprechend, hoch- 
mütig, spöttisch, stolz, höhnisch. Ein 
aetrantes FrauenztTnmer. In Bremen 
aairant und atserant. Das Brem. Wb. I, 
31, meint, es sei das franz. aiaurant 
oder assurd. 

ttttch(alang), 1. interj., s. v.a. schäme 
dich! gewöhnlich begleitet von der Ge- 
berde des Rflbchenschabens, d. i. Hin- 
streichen des rechten Zeigefingers über 
den linken. Vgl. Grimm, Wb. I, 595. 
2. adv. irtteiy., rechts! Kommandomf 
za den Zugochsen, wenn sie rechts 
gehen soUeu. Vgl. heitsdl und ksl 

ttschen (d lang), su> , einen mit dem 
Rufe ätsch! aosscbämen, verspotten. 

Atte, m., Vater. M&hltng. Ahd. 
Otto, mbd. atte, ätte, Vater, Vorfahr. 



Gr. arro, lat. oäa Väterchen. Schade 
Wb., 33b. 

Atzel, /., Elst«r. Mhd. atid. Du 
Atzel läßt vom Hilfen nicht. Sprw. H, 
148. 

au, Doppellaut, bleibtau: blau, blantg 
(Oberland) blau (in der Danziger Neh- 
rung umlautend: Tön Tau); wird lan- 
ges oder kurzes u: rüg rauch, Strät, 
Struck Strauch, Bv/r, Buer Bauer, br^, 
brücke brauchen, F%üme Pflaumen, Frü, 
Friu, Frjü Frau; wird o: Og (O-ö) 
Auge, I6pe laufen, auch mit nachklin- 
gendem e: Boem Baum, nnd hierbä 
noch in Natangen die Neigung, zwisdten 
o und e ein ou hören zu lassen: loattepe 
laufen. Selten wird au e: verkepe ver- 
kaufen, depe taufen. Eigentümlich ist 
(IUI statt au in pöto Pfan. S. Leh- 
mann, Volksmnd., 271 

äU, Doppellaut, s. eu. 

auf, pltd. op, pr^, als adJ. und adv. 
Fjt hat alles auf, er hat alles verzehrL 
Er ist schon auf, wach. Er tat noch 
nicht auf, schläft noch. Er tut auf, 
gesund, wohL £k ist nicht woM auf, 
ist kränklich. Dis Tkür ist auf, offen. 

aufachteln, sw., s. achteln. 

aulangeln, pltd. opangle(n), sw., etwas 
erwischen, was man nicht gern hat, 
z- B. Läuse aufangeln; Einen anfGnden, 
der unserer Umgebung nicht sonderlich 
angenehm ist: Wo hast den aUwedder 
opgeangelt? überhaupt etwas eben nicht 
Gesuchtes erreichen, gewinnen. 



aufbegehren, nc., fOr seine Ansicht 
laut werden, Lärm erheben; zornig 
auffahren; trotzen, sich zur Wehre setzen. 
De Kerl ward hier noch opbegei-e. 

aufboren, pltd, opbfire(n), sw., errich- 
ten, au&ichten. Das Haus aufbereti. 
Wer kann den (Betrunkenen) opbere! 
S. bBren. 



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ftofbieten — Anfbang. 



35 



pltä. ot)bMe(n), st, mit 
Schimpfworten angreifen, ehrenrülirige 
Benennoiigeii aDsstofzen. Von der kirch- 
lichen Proklamation des Brautpaares 
entlehnt. 

aufbrennen, pltd. opbrenne(n), »t, prü- 
l^hi, ecfalagen. Einern ein» aufbrennen^ 
ihm einen derben Schlag geben, der 
brennendeD Schmerz Temrfiacbt. 

airfbringen, pltd. o()bringe(n), «t, 1. 
heim Weben das Garn auf den Gram- 
b«<un bringen, winden. S. Aufzug. 2. 
Uscbe Gerächte verbreiten. Da» üt 
M> att/gä/rachtes Wesen, ein &lsches 
Gerächt. Der bringt viel auf und webt 
«mig od, der Lügner. 

anfbruseln, mo, s. brisein. 

Bufbtiggeln, stc , s. buggeln. 

ufbullern, pltd. opbullreCn), »w., aaf- 
poltem, heraaspoltem ans der Kohe; 
seiner Erregtheit, seinem Zorn freien 
Laaf lassen. Mühlin g Vgl. bullern. 

aufbuMem, nc., s. bulstern. 

aufbunlzen, ew., s. faumtzen. 

aiffdensen, sie., a. densen. 

aufdonnern, pltd. opdannre(n), sw. 1. 
zornig auffahren, heftig schelten. 2. 
mchaofÜallendheraaBpDtzen, schmücken; 
Eamentlich von Frauen gebräuchlich. 
Se heft söck got opgedonnert. Möt Flöchte 
I» möt Puffe, Fladruiche wt en Mahn, 
Möt Sehleiench on möt Muffe Se (die 
Lehrer&anen und -Töchter) opgedonnert 
gän. Lhrztg. 4, 355 b. Vgl fleihen. 

aufdreschen, pltd. opdresche(n), st 
Einem eins auf dreschen , ihm Prügel 
geben. Sprw. I, 1, 

auMrisseln, aufdriseln, pltd. Qpdrisle(n), 
no-, aufdrehen, Tauwerk oder Knoten 
auflösen. Elbing. Schemionek, 3. 

aufducken, pltd. opducke(n), »»., von 
i^^idcen, Boftanuhen, hervortreten, un- 
vermutet zum Vorschein kommen. Ek 
laue ma- «««■ ein Wrnich^a von der 



Erziehung auf ducken. Soph. Reise III, 
193. Der Haae duckt auf, erhebt sich 
ans dem Lager. Er iaf icieder auf- 
geduckt, hat sich nach langer Abwesen- 
heit wieder sehen lassen, tritt wieder 
in die Öffentlichkeit. Er wagt nicht 
aufzuducken, mit seiner Ansicht her- 
vorzutreten, ein Wort mitzureden. 
Hennig, 16, hat noch: „von einem, 
der alles schnell wegkauft, was vam 
Verkauf ausgeboten wird, sagt man: 
es darf nichts aufducken, sogleich hat 
er' 9 weg." 

aufdunsen. »k , s. dunsen. 

aufeisen, pltd. optse(n), sw., s. eisen. 

auffteihen, pltd. opfne(n), st., s. fleihen. 

aufflunschen, nc., aufschwellen, dick 
and fleischig aussehen. Mübling. 

auffllhren, pltd. opfSre(n), sw., sick^ 
sich betragen, manierlich oder on- 
manierlich zeigen. Eck war mi damah 
opfehren. Dorr, I. Wiew., 69. 

aufgabeln, pltd. opgawleCn) (a'=a), 9u>., 
erlangen, erreichen, au^nden; auch 
gleich mit ftufangeln. 

aufgehen, pltd. opgane(.n) (a = ä), st. 
1. sich öfinen: die Thür geht auf — 
der Pregel ist au/gegangen, das Kis, das 
auf ihm lag, ist geschmolzen. Ebenso 
geht das Haff auf. 2. gären; Do- 
Teig ist gut aufgegangen. 

aufgrapsen, sw., aufgreifen, aufraffen, 
mit Heftigkeit und sichthcher Begierde 
nach etwas grüfen, Mühling. Vgl 
grapschen. 

AufhaltflUgef, pltd. OphOMDgel, m., 
Flügel eines grolzen Fischernetzes 
zum Aufhalten der Fische. S- das 
Nähere unter Streichtuch. 

Aufhang, pltd. Ophang, m., der sich 
an die Bäume hängende Reif. Wenn 
der Nebel gefrieret, oder loenn es, wie 
man hier sagt, rohreifet und sich an die 
Bäume hanget, so gescflieket solches in 



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36 ftufhSng«!! — Auünafo. 

heftigen Wintern manch^mal so stark. Ebenso in Livland. Hupel, livl. Idiot, 

dafz in Gärten und Wäldern die Aeste 10. 

der Bäume davon abbrechen Man nen- aufkicken, etc., aufkiickeD, aufscbaaen, 

net in einigen Landesgegenden diesen in dio Höhe sehen; aiifmerkeD, beob- 

anhangenden Rohreif Aufhang, u. spricht, achten, beaufsichtigen. Wie von ou/- 

ea sei in den Wäldern viel Aufhang, sehen der Aufseher, so bildet sich kds 

Bock, Nat. I, 373. aufkicken der Aufkieker, nach Hennig, 

ailfhängen, »id. Sich wonach auf/iän- 16, ein Meoscb, der unbefugterweise 

gen, nach einer Sache grolze Begierde, auf das Thnn und Lassen anderer 

Sucht haben. Elbing. Schemionek, 3. lauert; nachMQhliug spottweise auch 

ailfliarken, sw., s. harken. der Steueranfeeher, Controleur. 

Aufheber, m., von Steiu, Peregrinus, aufkiscfieln, sw., s. Mscheln. 

XII, 13, unter homin^ do&Mt aufgeführt. aufklaren, pltd. opklare(n) (a = n), nc-, 

W. Mtsbl. V, 188. sich, sich aufklären, klarwerden; vom 

aufhegen, pltd. opfiftgeCn), sw., auf- Himmd. Ygl. Maren. 
bewahren, von hegm. Die Jpfel bi» aufklotzen, sw., uch, sich noanstäudig, 

zum Sommer aufhegen, sie bis dahin wie ein Klotz, anfstützec, flegelhaft 

efzbar zu erhalten suchen. Hennig, sitzen. M&bling. 
16. aufknabbeln, •knabbern, -knibbeln, -knil- 

auftielfen, pltd. ophelpe(n), st, in die bem, ^ubbem, sw., s. knabbern. 
Höhe helfen, eine Last auf die Schul- aufkrBinpeln, su>., s. krtimpeln. 
ter, auf den Rücken heben helfen. Help aufkriegen, su>., 1. aufbekommen, eb 

m.' doch e betke op! öSnen vermögeD. Den {engen") Hut 

Aufhelfet, pltd. Ophelper, m., Schnur nicht aufkriegen. Die ThOr nickt auf- 

mit Quaste in der Mitte der Decke kriegen. 2. klein bekommen, bewättigeiD. 

des Himmelbettes, um sich daran in Das (gro/ze) Stück Brot auf kriegett. Den 

die sitzende Lage zu heben. Hennig, Schmerz kanner nicht aufkriegen. Eine 

16. Ygl. Baumband, Sache nicht aufbiegen, sie nicht zu be- 

auffiorcben, pltd. ophorche(n), m. 1. greifen, nicht zu erklären vermögen. 3. 

auflaaschen, die Ohren spitzen. Hei Auigabenbe^ommen. Die Kinder kriegen 

horcht op, als wenn de Sü sichte hört, in der Schule zu viel auf. 
Sprw. I, 161. 2. aufhören, ablassen, aufknien, sie., a. ku.s. 
endigen. Sie haben schon aufgehorcht auflaufen, pltd. üplOpe(n), st., anschwel- 

mit der Arbeit — mit dem Gesänge etc. len; betrogen werden, ßr ist gut auf- 

Horchtop, horcht = höret auf, endiget! gelaufen, man hat ihn herb abervoi^ 

aufhucken, mo., aufsitzen, s. bücken. teilt. 

aufjachem, sw., ansagen, jach auf- Aufmafz, pltd. Opmat (a = S), n., in 

wecken. Kinder jachem durch wildes Getreidehandel Mafz beim Ankaufe des 

Wesen den schli^eiiden Vater auf. Ygl. Getreides, wobei, im Gegensätze zara 

)achem. Abmafz (s: d.), durch geschickten Strich 

Aufkäufer, pltd. Opkfiper, m., Händler, des Streichholzes ein Übermafz erzielt 

der an Ort und Stelle oder herum- wurde. Königsberg. Vgl. noch Zu- 

reisend Produkte auf- oder verkauft, mab. 



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aufmopsen — aufschenken. 



87 



urflRopim, tw., etwas abel nebmeD, 
übel vermerken. Königsberg. 

aufmucken, mo., aafbegehren. Trotz 
zeigen. S. mucken. 

aufmutzen, mo., etwas wiederholt ta- 
delnd oder verweisend zur Sprache brin- 
gen; die Fehler eines andern, einer Ar- 
beit aufdecken, bervorheben; einem et- 
was zur Last legen, vorwerfen. Nach 
Grimm, Wb.I. 692, mhd. fast unerhört, 
v&brend des 16. Jahrb.' in aller Mnnd, 
später wieder selten werdend, mufz das 
Wort doch schon im 14. u. 15. Jahrh. 
tntsprangea sein. 
anfpantem, aw., b. knücheln. 
aufpappen, nc., s pappen, 
aufpassen, pltd. oppassefn), sw., wor- 
auf Acht haben, aufinerken; auf etwas 
oder jemand mitAu&nerksamkeit lauem. 
Aufpassen icie ein Schießhund. Sprw. II, 
158. Pasa' mt up, paus' mt deg «p, 
passe mir auf, passe mir tüchtig auf, 
Redensart = wenn schon, denn schon. 
Gedanism. Enem oppasse, ihm auf- 
lauern. Öck paw' b' enne op, ich passe 
bei ihnen aof, habe auf ihren Haushalt 
■cht, besorge die Dienste eines Haus- 
mädchens. Frauen, die solches thun, 
faeifKen Aufpassfrauen, pltd. OppossfrOens. 
Sie stellen sich zu ihrer Dienstleistung 
täglich e'nigemaJe im Hause ein. 
aiifpauken, sw., s. pauken, 
aufpausten, «w., s. pdsten. 
aufpdien, »w., mit der Gabel oder 
mit sonst einem spitzigen Werkzeuge 
etwas aufspiefzeo. Er pehkte dann und 
icann ein SchniUc/en von Sallat auf. 
Soph. R.I, 406. Hennig, 16. Ge- 
wöhnlich : aufptkem, aufprickeln. Ygl. 
pfikern und Prickel. 

aufpilzen, pltd. oppilzeCn), sw., wie ein 
Pilz aufschwemmen, dick und fett wer- 
den, ohne dabei recht gesund zu sein. 
Bei M man ao opgepilzt, in ihm ist kein 



Mark, keine Kn^ Auch adjektiv: 
Dat ÖS man en opgepilttet Wesen. 

aufplSrren,pItd.opplarre(n),opblarre(n), 
sw., durch Pl&rren erwecken. De Jung 
plärrt mt alle Nacht twintig mal op, 
der Junge (Säugling) weckt mich in 
jeder Nacht wohl zwanzigmal auf. 

aufpflsem, nc., Verzanstes entwirren; 
ein Grewebe zerzupfen, auHäseln. Vgl. 
pltsem. 

aufplustern, pltd. opplQ«tre(n), sw., aaf- 
plauatern, aufdaunen. Von Vögeln, 
namentlich Hühnern, wenn sie die Fe- 
dern locker aofbanscheu. 
aufporren, mo., b. porren. 
aufprickeln, sw., s. aufpeken. 
aufpnjseln, sw., s. briäeln. 
aufprflsten, sw., s. prusten, 
aufpuchen, sw., s. puchen. 
au^Qlen, «w., s. pOlen. 
aufpUngeln, »w., viel Arbeit aofhalsen; 
aasschelten. Elbing. Schemionek, 3. 
S. pUngeln. 
aufpuiren, sw., s porren. 
aufpQsten, sw., s. pQsten. 
aufqueicheln, aw., s. queicheki. 
aufquinen, aufquimen, sw., s. quinen. 
aufrappeln, sto., s. rappeln, 
aufrebbeln, sk., s. rebbeln. 
aufrommen, sw., s rommen. 
aufrlHiren, pltd. oprttreCn), sw.. Ver- 
gessenes neu zur Sprache bringen. 
Rühre den alten Dreck nicht auf. Hen- 
uig, 214. Vgl. aufwBrmen. 

aufsagen, pltd. opsage^n) (a^a), sw, 
aufsägen Dat Holt opsnge. 

aufscheilärschen,-8chein&rschen(ätang), 
sw., eigentlich den Hintern scbeilen, 
scheinen lassen, sich entblöfzen. Wat 
scheilärscht d! alwedder op! ruft die 
Matter dem Kinde zu, das seine Röck- 
chen nach oben streift, Blötitea zeigt, 
Samland. 
aufschenken, plid. opsclienke(n), «r., 



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38 



kafschlubbem — Au&tremmang. 



beim Schlagballspiel dem Gegner den 
Ball zum Schlagen werfen. Wer drei- 
mal den Ball rerfehlt, mniz dem Fol- 
genden Platz machen. Nach Mühliog 
anch einschenken; sicher so in Posen. 
Bernd, 52. 
aiifschltibbem, sw., e. schlubbern. 
ftiifschmieren, aw., s. schmieren, 
aufschnappen, pltd opschnappe(n), «tc., 
schnappend etwas ergreifen; durch Hö- 
ren etwas auffangen, gleichsam mit den 
Ohren schnappen. Kinder schnippen 
anf, was sie nicht hören sollen. Ob 
ich, vde Sie mich beschuldigen, von Zeit 
ZK Zeit etwas aufschnappe und es dann 
für mein au^ebe. Soph. R. III, 460. 

airfschVnen, pltd. opschSneCn), sw., 
schön werden; vom Wetter. Dat schönt 
hüäe noch op, das schönt beate noch 
auf, der Himmel wird heute noch klar. 
Vgl. schUnen. 

aiifschulfem, pltd. opsdnillre(n), sw., 
auf die Schulter nehmen. K<tm schul' 
lert diese Wasch op, fluck! Dorr, 
1. Wiew.. 71. 

aufschütten, pltd. o|tschOdde(n), »w., 1. 
in ESnigsbei^: die Kloakeimer in die 
öfiFentlichen Karren zur Abfuhr schQtten. 
Die Karrenfahrer fordern dazu in früher 
Morgenstunde mit dem Rufe auf: Schödd 
op, schödd op! Vgl. Rosenkranz, 
Kgsbg. Skizzen I, 230. 2. schneien. 
Es sckött o/, es schneit Oberland. 
Sprw. I, 167. 

aufsenkeln, p\td,opsir\kie{n),mc.,Einem 
etucaa aufsenkeln, ihn durchprügeln. 
Sprw. I, 1. 

aufsllilem, aw., s. sOllera 

aufspachtein, mo., s. spachteln. 

aiifspeilen,pitd. opsptle(n),sio., s. speilen. 

aufspicken, pltd. apspBcke(n), su)., s. 
spicken, 

aufspielen, pltd. opspBlen, »w., 1. ein 
Lied, einen Tanz aufspielen. 2. sich 



aufspielen, Bich stolz herrorthun, sich 
sehen lassen. Vielleicht hergenommen 
TOn der Sitte, auf (LBnd-)Hochzeiten 
gegen gute Bezahlung sich von der 
Musik etwas au&pielen zu lassen Es 
werden dazu alte Tänze verlangt, deren 
An&nge mau aufruft, z. B. De Kaü 
klaut an e Saibek! — De Fofz kudt 
op de Hinderdär! — Huckt 6k aUwedder 
e Krfg op e Dack, L&s op e Sack! — 
Ach lewet Frä Muhtnke, de Schmand 
rennt äwer! Sehr beliebt ist im Sam- 
lande der Brauttanz : He, Korachewsie, 
rüger, Qrewe schött de Hund! Mutterke, 
Tndk di bret! — worauf die Tänzerin 
die Röcke ausbreitet. Kinger, jagt de 
Kikel üt dem Dömpel. Carm. nuft. I, 
282, Nr. 16. Blunke, Meamne, Lät- 
waldgruh. Link, 284. Vgl Sprw. II, 
162. 394. 3. Einem etioas au/gpielen, 
ihn durchprügeln. 

aufttankem, sw., s. stankern. 

auMapeln, pltd. üpstaple(n) (« = 4), 
sw., in Schichten über einander reihen, 
in Stapel (s. d.) setzen; z. B. Holz. 
Hennig, 17. 

airfstewern, aufstllbem, pltd. opstewre(n), 
sto., aufecheuchen, aus der Ruhe bringen; 
etwas aufjagen, dafz es dabei Staub er- 
regt; au^nden. Ein guter Hund eteaert 
alles auf. Vgl. stewem. 

aufstSbem, s. das vor. 

Bufstlftzig , adj., betroffen, verlegen, 
betreten, verwundert; aufstöJzig, wider- 
spenstig. Mühling. 

aufstreifen, pltd. opstrepe(n}, sw., s. 
streifen. 

Aufstremmung,/, das durch Stremmen 
Angespannte, die Anspannung. Warm 
d£r Böge am Armbrust ^ofz ist, wird 
der Pfeil bei seUnger Stärke und aiaff- 
stremmung der Sehnen toeiter getrieben, 
cd» von einem Meineren Bogen. Linem., 
Ee4a. 



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aabtfilpen — Aogenrierde. 39 

anWUpen, pltd. oiiiUlpe(n), >w., s. Aufwuchwasser, pltd. Opwanhwtter 

ittUpen. (a =s ä), n., Wasser zum Aufwaschen. 
uiHagdn, iw., s. tagein. Aufwasser, pltd. Opwater (a = ä), n., 
auftakeln, *»., s. takeln. Oberwasser, das Wasser, das sich bei 
Auftliun, pltd Opdön, n. Ea ist ein Tauwetter über dem Eise bildet Bild- 
Au/thun, es geht in eiaem hin, l&l'zt lieh; Enem Opwater ghoe, ihm Auf- 
sich mit anderm gleichzeitig Temchtcn. wAsser geben, seine schlechten Keden, 
Uühliug. Vgl. aufwiKlieii. Handlungenetc. billigen, seinen schiefen 
auftobliern, auftubbem, no., s. tobbern. oder gar falschen Behauptungen bei- 
auffavcken, no., s. trecken. pflichten <= ihn wieder auf Wasser 
anftnimpffln, sw., s. trumpfen. bringen, flottmachen. Au/wcater hieben, 
Aiifwacha, m., Wachstum, Aufnahme, behmmien Sprw. I, 170. Vgl. VollworL 
ZDnahme,Verbreitung,/n(Jem(^iSfet7i£- ailfwiclisen, sw., s, wititsen, 
fonchen Je mehr und mehr in den auf- aufwfinen, tw., s. wfinen. 
Koeia käme, je mehr und mehr Ursachen Aufzug, pltd. Optog, «n., das auf den 
fanden sich auch, sich in der Stemhtnst Garnbaum des Webestuhls au^ezogene, 
mdir und mehr zuvertieffen. Linem., aufgebrachte (b. außmngeii) d. i. aaf- 
Gg 3b. gewundene Garn, auch Eette, die 
aufwackeln, ne., s. waggeln. L^gs&den der späteren Leinwand. Es 
aufwalken, no., b. walken. heilst auch Schening und Schering. S. 
aufwamsen, no., s. wamsen. Das Wirkgestell, 124. 127. 
aufwärmen, pltd. opwarme(n), sw., Eal- Auge, n., Dem. Augehe, pltd. Og, Ogke 
tes warm machen ; bildlich: Vergessenes (0 = o). Ek sieht mit einem Auge nach 
neu zur Sprache bringen. WÖTTn' die Hela^mit dem andern Äuge sieht er nach 
aUe Geschichte nicht ioieder auf! Sich flundem, der Schielende. Gedanism. 
aufwärmen, sich wSxmen. Komm ön Mein Augken, mein Eügelken als Sciimei~ 
de Stäv} on warm di e betke op, komm chelwort in der Ehe. Stein, Pere- 
in dieStube und wirme dicheinbiliichen grinus XIII, 16. W. Mtsbl. VI, 112. 
auf. augeneinzig.pltd Agenftnzig,W/., augen- 
aufwaschen, pltd. opwasche(n), sw., blicklich, sofort. G^ den 6genen£gen 

1. aufscheuern, auswaschen. Ich habe Black ön de Koch! Schaltj. 3, 4. 

wxh aufmiDa&chen, Schfissel und Teller AuganMSter, pltd. OgenMäter (0 — ^, 

zu sünbem. Bildlich: Dax ist ein Auf- m. n. /, Kläter im Auge. S. KUlter. 

wachen, diese Sache lülzt sich mit einer Augenloch, n.. Loch im Auge, Pn- 

andem gleichzeitig abthun. Sprw.1, 169. piUe. . . ■ und also das Augenloch oder 

2. Einem etwas auficaachen, ihn durch- den Augapffel vergrSesert. Linemann, 
prügeln. Vgl. Aufthun. P4b u. 5. 

Aufwaschfafz, pltd. OpwaschfatI, n., Augenstein, m., Quarz. Mahling. 

FrTz, worin das Wasser zum Auf- Augenverblendnis, pltd. Ogeverblendnis 

vaschen enthalten. On as Öck stund (0 = ^, n. u./., Blendwerk, Täuschung, 

im Opwaschfatt, Da kfm de Fru on »äd Trng, Taschenspielerei. Dat ös man 

mt dat. Volker. 234, 823. Ogeverblendnis — Ogeoerblengnis. 

Aufwaichtuch,Aufwaschko(lder,n.,Tuch, Augenzierde, Pflzn., Ochsenzunge, An- 

I^ppen zum Aufwaschen. Vgl. Kodder. chuaa ofßcinaUs L Hagen, 201. 



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40 Aoget — ausbattern. 

Äugst, /. a. m., a. AusL seS>stständiger EÖ/e neu in'a L^en, lie 

Augsteiche, FSzd., Stieleiche, Quereu* stehen im entschiedensten Widerspruche 

Robur L.; auch Hassleiche, /., Bock, mit dem slavisch-hymmunisIxKhen Prin- 

Nat. III, 67. zipe der Dörfer. Passarge, Balt,6. 

augsten, »w., a. austen. Sich ausbauen, pitd. fibOe. Hei ö» en 

Augster, m., s. Auster. Utgebflter, ein Ausgebauter, Besitzer eines 

Augstin, m. Vom., Augastin. Hart- Ausbaues, 

wich, 53. , ausbauen!, pltd. flfl)Qre(n), sw., anf- 

Augstuptfhnen, Orten., Dorf im Kr. hören ein Bauer zu sein, etwas m be- 

Labiau. Er ist atis AttffstupÖhnen, wo sitzen. Ich bin ganz ausgebauert, bin 

die Hunde mit dem A. heilen. Diese ohne G-eld; der Vorrat, den ich von 

Bezeichnung wiederholt sich in Schimpf einer Sache hatte, ist mir ausgegangen, 

und Glimpf vielfach mid dient vorzugs- Sprw. I, 185. 

weise zur Charakterisiemng dürrer Ge- ausbicken, pltd. iHbVcke(n), sie., mit 

genden. Vgl. Kraxiepellen, Stampelken. einer Biche ausbrechen, heraushauen 

AugstupSnen, Ortsn., Dorf im Kreise Und hergegen die Vordennator (des 

Gnmbinnen. Er ist ein Augstupöner, Schlosses Balga), worinnen das erste 

ein grober Mensch. Augstopön^ Brot- Th/zr gemachet, were gleichsamb fnit fieijz 

dew! Ton den auf den Schiffen th&tigen au/zgebicket ujtd ausgemalmet, abgleich 

Arbeitsleuten (beim Stauen) gegen die der Kalck des Mawrwercks ewig datcren 

Tom Lande, namentlich die von Augstu- würde. Line mann, Zz 2b. 

pönen herbeikommenden Konkurrenten. ausblairen, sw., s. blarren. 

Memel. Pasearge, Balt., 312: Daabe- ausblasen, st, s. ernblasen. 

rühmte ScAimpßmrt „Augstupöner Pfer- ausblecken, sie., s. blecken. 

dediA" hört man noch am R&ein. S. ausbocken, sw., s. bocken. 

Sprw. I, 182; II, 182. ausbrftschen, pltd. Qtbraschen (a=a), 

Augustflinte, /, Knüttel, Stock. Er sw., 1. durch Braschen (s. d ) verraten, 
greift zur Augustßinte. Alt-Pillau (Die ausplaudern. 2. Rasen schneiden, ent- 
Flinte hat mit der Jagd während des fernen, das entraste Land entwurzele, 
Augustmonates Ruhe.) Sprw. II, 184. reinigen, orbar machen. Mflhling. 

Augusthaber, m., Pflzn., eine Abart S. brflschen und Brftsche. 

des Hafers, Avena L. Hagen, 122 Ausbund, m., einer, der aus dem Bunde 

Aurtn, Pflzn., Gnadenkraut, Gratiola ist, ein Unbändiger, Tangenichts, Lieder- 

ofßdnaiis L. Hagen, 32. Nach dem Jan; lustiger,munterer, windiger Mensch. 

Mnd. Wb, 1, 135b, ist Aurtne Tausend- Er ist ein rechter Ausbund. Hennig, 

güldenkiant, Eryihrciea centavHum — 318. Hupel, livl. Idiot., 11. Sprw. 11, 

letzteres im Mittelalter fälschlich von 187. Auch gegenteilig in dem Sinne 

centam awa abgeleitet. von decm, praestanäa, specimen: Er ist 

ausbaggern, sw., s. baggern. et» Ausbund von einem guten Menschen. 

., s. baken. Ein Ausbund rechter Advokaten. Carm. 

, m., pltd. UtbO (U-= d), An- nupt. IV, 44b. 

siedelungaaf separiertemGrundeauIzer- ausbttndig, oc^'., s. unbSndig. 

halb des Dorfverbandes. Diese Aus- ausbuttern, pltd. Qti)ottre(n), su>., aus- 

bauten rufen das altgermanische Prinzip höhlen, durch Reibung sich erweitern, 



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ansdilen — AoBgedinge. 



41 



ao85chenem. Knöp/e atabuttem, zam 
Anscbmeirzen. Vgl. amchmei/sen. Die 
Mutter hat sü'A atagebutfert, die Schrau- 
benmatter, welche, za weit geworden, 
nicht mehr anzieht. Die Welten an den 
RSdem eines Getriebe» buttern sich aus, 

ausdfllen, «v., s. dftlen. 

uadämmern, sw., s. dfimmern. 

AutdJngstUbchen, n., 3. Ausgedingstüb- 

ChMI. 

«Bdolleti, pUd. fitdotle(n), m., aas- 
toUeo, austoben, mnheijageii, durch 
Springen und Laufen sich müde machen. 
Wenn sie (die Studenten) ausgedoüt 
haben, sind sie oft ganz gut. Soph R. I, 

)T6. Vgl. dollen. 

autdOseln, sw., s. ditseln. 

au — ein, pltd. Ot ~ Bn. In Be- 
tiehnngen wie: Tag aus, Tag ein — 
iakt aus, Jahr ein etc. Hat dock vw- 
^ Sommer aus, Sommer ein, des Papa 
täänes Geld hier verthan. Soph. R. IV, 
166. 

antinander sein, getrennt sein, ge- 
schieden leben. Da ich miit meiner Frau 
ielzt auseinander bin, so warne ich einen 
jeden, derselhen etwas zu borgen. *\. F. 
KgsbgT. Commnnalblatt 1876, Kr. 236. 

aMsUschen, sw., s. fttsch. 

AMfesMl, pltd. Utfegsel (JJ = ^), n., 
Kehricht In Livland : Avsfegli«. Hupel, 
livL Idiot., 12. 

anfenstern, pltd. (ttfOn8tre(n), ato., aas- 
Bchelten, Verweise geben. Er hat ihn 
caagefenatert, ansgescholteo. Sprw. I, 
183. Ebenso in Livland. Hupel, livl, 
Idiot, 12. 

autfindeti, pltd. Qtfindfi(n), fi^., vei- 
böhnen, necken. Wat war öck mt 4t- 
finde löte, was werde ich mich ausfinden, 
necken lassen! Vgl. ausweisen. 

ausflaggen, pltd. ftHiagge(n), su., ein 
Schiff mit Flaggen schmQcken ; bildlich 
Ton Fntaen nnd Mädchen, wenn sie 



reichen Bänderschmuck angelegt haben: 
Die hat gut ausgeflaggt. 

ausfleihen, st, s. fleihen. 

ausflirren, sw., ausputzen, auf^ligen 
Schmuck anlegen In Estland ausflia-en. 
S. Sallmann, 28a. Vgl flirren, 

ausflflmen, »w., s. FlOm. 

ausfegen, sw., s. fosen. 

ausfrfldmen, sw., s. Fr&dem. 

ausfressen, pltd. Otfrete(n), sw., durch 
Fressen leeren; aufhören zu fressen. 
Bildlich: Er hat hei ihm ausgefressen, 
er ist um die Gunst seines bisherigen 
Gönners gekommen. Sich ausfressen, 
sich durch gute und kräftige Speisen 
auafüttern. He ös ütge/rrte wi e Boll. 
Sprw. I, 187 f. 

ausfretien, sw., s. Iretzen. 

ausfllhren, pltd. OtfäreCn), sw., das 
Brautpaar zur Kirche führen, zu Fulz 
oder zu Wagen, 

ausfuppen, sw., s. fuppen. 

ausfQsen, sw., s. FDse. 

Ausgebauter, m., a. Ausbau. 

ausgeben, pltd. Qtg&we(n), sw, im ge- 
richtlichen Verhör angeben, gestehen, 
verraten. Hei heft alles Htgegetce, er 
hat alles ausgegeben, gestanden. Hei 
heft em nich O^egSwe, er hat den Mit- 
schuldigen nicht genannt S. angeben, 

ausgecken, pltd. Qtgecke(n), sw., einen 
als Geck, Narren bebandeln, ihn h&n- 
seln, lächerlich machen, verhöhnen, ver- 
spotten; anch blofz gecken. Natangen. 
Hennig, 17. Vgl. ausgnirren. 

Ausgedinge, pltd. Utgeding {ü~u), n, 
Altenanteil eines Besitztums, das Aus- 
bedungene, gerichtlich Verschriebene, 
das Vorbehaltene bei Übergabe eines 
Grundstückes, einer Wirtschaft. Mhd. 
gedinge, ahd. gidingi, Vertrag, Über- 
einkunft; bei Jeroschin: diz gedinge 
aUeine schalt brudir Jan. 62a. Pfeif- 
fer, 155. Wenn Hausoäter durch ein 



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42 AaBgedinger — aaejacbem. 

reichUch^ Atagedinge auf die neuen WwU reilzea, vegDehmea. MOhling. Ygl. 

eine Latt wältzten. Anhang z. Soph. grapschen. 

R., 14. Id Hessen der Auszug. Vil- ausgrommeln, »w., s. grommen. 

mar, 20. aingiDneii, pltd. &tgrSne(n), ew., mit 

Aiugedinger, pltd. Utgedinger ({7 = u), Grün ausschmacken. De Staw möt 

m., Inhaber eines Ausgedinges; ge- Danne utgrene, die Stube mit Tannen 

wohnlich der alte Vater oder die Eltern, ausgrünen. Die E-'sßäche des Sc/Uo/zteicht 

die dem Sohne Hans und Hof ver- war mit Tannenbäumen caugegrwU. 

schreiben liefzen. Auch Altsitzer (s. d.). Egsbg. 

So traf ich in Grofzkuren einen so- aushalten, pltd. QUiOle(n), st., 1. aos- 

genannten Aungedinger, der sein Grund- dauern in Stärke und Festigkeit. Dei 

stück daselbst an einen Gastwirth ver- St/wel wäre wat uthöle, dißStieiel veräea 

kauft uTid sich das „Stäbchen hint^ dem was aushalten, werden sich nicht so 

Ofen", verschiedene Naturalien und eine schnell auftragen. 2. unterhalten, er- 

gewisse, täglich zw liefernde Quantität halten: Ein Mädchen aushalten. Davon 

Branntwein vorbehalten hat. Pasearge, Aushalter, AushSIter, m. EristihrAm- 

Balt., 358. In Hessen Auazüger, Aue- hälter. 

zöger. Yilmar, 21. aushandeln, sw., ausschimpfen. Dieie 

AusgedingstUbchen, pltd. Utgedingstawke Morgenaprach hohen verursacht ElUdte 

(U=ü, a = ä), -stiwke, n., Stäbchen, Personen, ... welche one vrsack die F3ier- 

das der Ausgedinger bewohnt. Auch leut etc. vor Fawpflegels, bengeh etc. die 

AusdingstUbchen. <£»- lyiug entlaufen, dess gartene n*eAf 

ausgehen, pltd. Ot{|ane(n) {a = ä), st., würdig etc. gescholten, vnd aufs ergebt 

1. absterben, verwelken; von Pflanzen, aussgekandelt. Die Zunft«, 54. 

Die Bäume sind cUle ausgegangen. 2. in aushärten, sw., das Getreide mittebt 

der Farbe verschiei'zen. Das Zeug ist einer Harfe reinigen. Das ansgebarftf. 

ausgegangen. leichte Getreide nennt man Amharfsal, 

Ausgeleite, n., 1. letztes Geleite beim auch Hintergetreide. 

Begräbnis. Mahling. 2. unfreund- aushauen, »w. 1. durchprügeln. 2. ab- 

liches Geleite aus dem Hause hinaus, betteln, erpressen, abdringen, aussaugen. 

Einem das Ausgeleite geben, ihn aus dem Er hat ihn gut ausgehaaen. 3. im Spiele 

Hause entfernen, zum Haase hinaus- gewinnen: der Verlierer ist ouu/eAnu^n. 

werfen. Henuig, 318. 4. ausreichen, langen. E» hatat tmkt 

ausgerben, pltd. Qtjanve(n), sw., s. aus, reicht nicht zu. 

gerben. ausholen, pltd. Othalen (a = ä), nc, 

ausgeschlagen, fart. fraM. von aus- herausholen, ausforschen, dnrch vei^ 

schlagen (s. d.). fängliche Fragen Geheimnisse entlocken. 

«isgnirren, pltd. QtgnOrreCn), sw., durch £> Iqfzt sich alles ausholen. 

Gnirren höhnen, verspotten, hänseln, ausholken, mo., s. holken. 

lächerlich machen. Vgl. ausgecken, mit aushAmpeln, «w., s. httnipeln. 

dem Hennig, 17, es zugleich aufführt. aushunzen, mo., s. hunzen. 

ausgrapschen, ausgrapsen, pltd. fitgrap- ausjachern, »w., tick, sich nach Her- 

Khe(n), >U7., mit heftigen Griffen an sich zenslost ausjagen, austoben Jungen 



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aasjagen — Anslieger. 



43 



können im Freien aicli eiDmal aas- 
jachem. Ygt. jacliem. 

auijagen, aw., das Vieh aas den Ställen 
aof die Weide treiben. 

auskabbeln, tiw., s. kabbeln. 

aiBkaddern, »»., s. kaddem. 

aoskallieken, mo., s. kalbSken. 

aMkarren, pitd. (ltkaiTe(n), mo., in der 
Jägerspniche das erste Heraustreten 
des Dachses aus seiner Höhle nach 
beendigtem Winterschlaf. 

amUtechem, »w., %. kSschem. 

auskennen, st., bekannt sein an einem 
Orte, sich orientiereD können. Öck kann 
M» hier gar nick utkenne. Auch blofe 
kennen: Kenjat du dich hier schon? 

auskichem, sie., loskichern, loslachen; 
auch: sich auslachen, damit der Ernst 
irieder einkehre. In letzterem Sinne 
uch sich abkichern. Vgl. kichern. 

tutkicken, no., auskucken, aus einem 
Enck hinaossehen, beobachten 

ankläffen, pitd. OUdaffe(n), sm., kläffend 
Bchreien, ausschreien, ausbringen, be- 
knnt machen, klatschen. Mühling. 

ansklattern, sw., s. klattem. 

ainideiden, pitd. QtkiedeCn),' sw., sich 

verkleiden, maskieren. Elbinger Gegend. 

ausUoplen, aw. EiTten auaklop/en, ihn 
darehprügeln, Sprw. I, 1. 

aoiklQwern, mo., ausmitteln, ausfor- 
schen. Dzg. W. Seidel, 28. 

antkolken, gu>, b. kolken. 

auskOwem, sw., sich erholen. Vgl. 
eriunvem. MShling bat es noch in der 
Bedeatong von : auskränk ein, eine Krank- 
heit aosstehen, übersteheo. 

aaskrtUien, plld. &tkrege(n), *w., 1. zu 
krähen, zu schreien aufhören. 2. eine 
Sache allenthalben bekannt machen. 
Hfthling. 

tttkramen, »k., den Kram auspacken 
und zur Ansicht ausbreiten, auslegen. 
BildUch; Neaigkeiteo erzählen, mittei- 



len, verbreiten. Der hat immer viel am- 
zukramen. Vgl. kramen. 

auskratzen, pitd. ätkratzeCn), mo., 1. 
kratzend abziehen, sich aus dem Staube 
machen, heimlich drücken, weglaufen. 
Hei kratzt Ht, er ergreift die Flacht. 
Sprw. n, 196. 2. sterben. Hei ös ut- 
gekratzt, er ist gestorben. Vgl. ab- 
kratzen. 

auskrauten, pitd. utkrQte(n), no., Ge- 
wässer vom Kraute reinigen. Der Land- 
graben wird ausgehrautet. Kgsbg. Müh- 
ling bat noch: das Wasserbette aasr&u- 
men, welche Erklärung jedoch za all- 
gemein gehalten. Vgl. verkrauten. 

Ausland, n., Ausländer, m., s. Zinten. 

auslapsen, «w., auspfönden. Ermlond. 
Mühling. 

Auslapser, 7», Exekutor. Mühling. 

auslassen, pitd. Qtlate(n) (a = ä), st., 
1. eingenähte Säume in Mädchenröckeu 
auftrennen uad diese dadurch verlän- 
gern. Dat KUd lätt löck noch üüäte, 
das Kleid läTzt sich noch länger machen. 
Vgl. einlassen. 2. ausschlagen, Knospen 
treiben. De lÖioe Sonn' schient schon 
so ket. De Wide loten ut. Volksl. 1, 3. 

auslausen, pitd. atll)8e(n), sw., die 
Läuse ablesen; bildlich: die Taschen 
leeren. Se moken mi besapen on iusden 
mi donnahs de Fuppen «i. Dorr, L 
Wiew., 8. Nee, das es falsch, wenn er 
em de Fupp aualiat. Ibid. 10. 

auslegen, pitd. Otfegge(n), aw., an Kör- 
perfülle zunehmen, stark werden; na- 
mentlich von Mädchen und Frauen. Se 
he/t söck got ütgekggt, sie hat sich gut 
ausgelegt. 

auslehnen, pitd. fitlehneCn), m., aas- 
leihen. Hei heft all sin Gold vt- 
gelehnt, er hat all sein Creld aasgeliehen. 

Auslieger, m., WacbtschiEF, Kaper. 
Als während de» hanseatisch- englischen 
Krieges (1469 — 73) Damig mit den 



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44 



Auslüften — AuBBchtag. 



übi-iffen Städten <h» Hansebundes zur 
See die Engländer bekämpfte, wurden 
auch Kaper — AusUeger — ausgerüstet. 
Passarge, 87. 

BudUften, pltd. Olli»fte(n). mo., s. lUften. 

auslUken, »vi., das gedroschene Cre- 
treide auf der TeDDe mit einem lang- 
stieligen Fledenvisclie reinigen. Erm- 
land. Mübling. 

ausmachen, pltd. iltinake(n) (a = a), 
sw., 1. machen, dafz etwas aus wird, auf- 
hört, zu Ende geht. Das Feuer aus- 
macken. 2. abmachen, aiisbedingen. 
Dat hebb öck mt utgemdkt, das habe 
ich mir ausgemacht. In Posen: aus- 
schelten, Verweise geben. Bernd, 9. 

ausmalmen, sw., Malm, Ziegeltrümmer, 
Grus, Stauberde, durch Durchbruch er- 
zeugen and fortschaffen. Tgl. ausbicken. 

Aiismatz, pltd. Utmat (U=4, a = ä), 
n., s. Dnmafz. 

ausmummeln, sa., s. mummeln. 

ausmusern, sw., a. musern. 

aiiSmu8tern,sir., gedeihen, wolilwerdeD, 
Er hat sich gut ausgemustert. 

ausnehmend, adj., aulzergewöhnüch. 
Er besitzt eine ausnehmende Fingerfer- 
tigkeit. Bht dorck dat utnekmende Ge- 
schick von mienem Witz keem ek dar- 
vonfri. Dorr, I. Wiew., 112. 

ausnüchtern, sw., nüchtern werden, den 
Rausch ausschlafen. Heun)g,318. 

ausnusem, »w., aufhellen, klar wei-den; 
vom bewölkten Bummel. Mühling. 

ausnutschen, pltd.Qtnutsche(n),^w., aos- 
saugeu. S. nutschen. 

ausparschen, sw., s. parschen. 

auspatschen, sw., s. patschen. 

auspauken, sw.y s. pauken. 

ausperzeln, sw., s. perzeln. 

ausplaeken, sw., ansplagen, aussaugen, 
abdringen, abquälen. Mühling. Eine 
zweite Bedeutung siehe unter placken, 
m, pltd. (t^o8aune(n), sw., 



Gehörtes gleichsam mit Posaunenscball 
ausplaudern, ausschreien; an die grofze 
Glocke hängen. Der mufz alles gläek 
ausposaunen. 

ausprOsten, sw, s. prQsten. 

auspuchen, sw., e. puchen. 

auspOsten, sw., b. pQsten. 

ausputzen, sw , sich, pltd. sOck ät- 
pu{ze(n), sich mit Glanz schmücken; 
sich eineu Rausch antrinken. Wer sieh 
früh ausputzt, ist den ganzen Tag «(ramm, 
einMorgenrausch hältlange vor Sprw.I, 
445; II, 199. 

ausraggen, sw., s. raggen. 

ausrebbeln, sw , s. rebbdn, 

ausrichten, pltd. Qtr9chte(n), sw., fest- 
lich herrichten, ein Fest veranstalteii. 
He heft e Käst utgerScht, er hat ein 
Kochzeitsmabl ausgerichtet , gegeben, 
Davon Ausrichtung, pltd. UtrSchtung (17 = 
d), /, das ausgerichtete Familienfest, 
Festmahl. Ygl. Begebenheit. 

Ausrichtung,/, s. das vor. 

ausroden, sw., s. roden, 

ausroseln, sw., a. roseln. 

aussauern, pltd OtsUrefn), sw. Die 
Krankkeit mufz aussauren, sich allmäh- 
lich in sich selbst verzehren, durch Me- 
dikamente läPzt sie sieb nicht besei- 
tigen. 

ausschachten, pltd. ülsGhachte(n), w., 
denSchacht, Schaft =^e»ia hervortreten 
lassen; vom Hengst. Ygl. Schmeller 
m, 337. 

ausschänden, «w., s. schänden. 

ausschlabbern, sw., s. schlabbern. 

ausschlachten, sw., einen Oclueti ge- 
meinsam schlachten; ein Grundstück 
parzellieren, diircb Verkauf einzelner 
Teile vorteilhaft verwerten. 

ausschlackern, sw., s. schlackern. 

Ausschlag, m., ein Fischermafz, einen 
Käscher voll. Hennig, 297, unter 
Walzen, In der Fischereiordnung von 



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ausschlagen — Aast. 



1589 beifzt ea: £^ Raum (s. d.) = 
\\Aumchlag=l\ gehäufte Scheffel. Be- 
necke, 295. 

auischlagen, pltd. fitsGlilage(n) {a = a\ 
a. Er hat den ganzen ausgeschlagenen 
Tag nichta gethan — oder: gearbeitet 
Sem ganzes autgachlagenea Leben lang. 
Die beiden Synonyma gam und aus- 
gachlagen^ drücken eine Verstärkung 
■OS. E. Förstern, meint, wie man im 
Hochd. sagt: IHe Bäume schlagen au», 
>o marz ausgeschlagen mit einer ifrahr- 
scheinlich vom Baume hei^enommenen 
ÜbertntguDg überhaupt das Fertige, 
Ganze bezeichnen. 

uaKhlampen, aw., a. schlanipen. 

aiisschlappen, «u?., s. schlappen. 

aHBchlautwn, sw., s. schlauben. 

auschlubbern, sie., s. schlubbera 

ustchmaddern, aw., b. schmaddern, 

uiichmteren, su>., s. schmieren. 

Aunchmirz, m., s. anschmeifzen. 

ausschnüffeln, no., 9. schnüffeln. 

amsclHiuppern, sw., e. schnuppem. 

SMSchrapen, sw., s. schrflpen. 

■usschreien, pltd. (Kschile(n), »r., aus- 
schimpfen. 

ausschurrm, mo., s. Khurran. 

tassegnang, pltd. Utsegnung (I7=ü), 
f., die feierliche Handlung, wcSche bei 
Gelegenheit ihres Kirchganges mit einer 
Wöcbnerin vor dem Altäre abgehalten 
wird; der Geistliche betet mit ihr und 
B^et sie. 

ausseien, »w., s. seien. 

ausspannen, pltd. Qtspanne(n), sw., ster- 
ben; rom Ausspannen der Pferde her- 
genommen. Er hat ausgespannt. De 
letee Gott spannt ml üt Etbinger Ifdrg. 

aisspeien, pltd. atspTe(n), st, nutzlos 
ausgeben, vergeuden. Schon e hälwe 
Däler kebh' öck 5n e Dokteraptek üt- 
ge^ge, awer ömsonat, Egsbg. Fir- 
menich I, 102a. 



ausspeilen, pltd. (tlspTle(n), s. spellen. 

BUSSpeisen, sw., mit Speisen ausstatten, 
bewirten. IHe Hospitaliten werden avs- 
gespeist, sie erhalten ein Festessen. Hier- 
von: Ausspeisung, /. Heute üt Aus' 
Speisung, es giebt ein reicheres und 
besseres Mahl als sonst an demselben 
Tage. 

ausspicken, pltd. u1sp)]cke(n), «o., s. 
spicken. 

Ausspiel, n., s. ausspielen. 

ausspielen, sk., 1. hinausspielen, Or- 
chester-Musik oder Orgelspiel demSohei- 
deoden gewidmet. Beim Abgänge aus 
der Kirche, beim Scheiden von der 
Hochzeit. Davon Ausspiel, pltd. Utspllll 
(C7=m), n., 8. einspielen. 2. verlosen. 
Eine goldene Uhr ausspielen, gewöhatich 
verspielen (3. d). 

ausspintisieren, pltd. QtspBntesereCn), 
sw., s. spintisieren. 

ausstUen, mo., s. stftken. 

ausstankern, sw., s. stankem. 

ausUnkern, aw., s. stänkern. 

aussttwem, aui., ausstauben, s. stewem. 

ausstTpen, aw., stark ausschelt«n, aus- 
schimpfen. Die Kuppelweibei- stlpen sich 
atis, sie rufen einander rohe Schimpf- 
worta zu. Zum AusstJpen kommt man 
Zeit genug. Sprw. I, 219. Ygl. stipen. 

ausstoken, sw., s. stoken. 

ausstutzen, aw., s. stutzen. 

Aust, Äugst, f. u. m., mhd. oug^t und 
ouweat. Ernte und Emt«monat, August, 
letzterer mnd. aust, oust, ouweste, owst. 
Vgl. Pott, 539, Juchhei, nun ist der 
Äugst vollbracht. Viel Gerat und Haber 
in der Scheune. Carm. nupt V, 26b. 
So dacht ich: Mein Freund war in dem 
Augat, zu emdten, hingeeüt. Ibid. 1, 125. 
G-ewöhnlich hört man jetzt die Aust. 
..4usf = Emte auch bildlich: Se sali md 
de Schlätel to dem Hahnrei sienem Geld- 
kasten sennen, dar well ek mienen Aust 



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46 Austapfel — auewirgeln. 

holen. Dorr, 1. Wiew., 49. Für den Aust sUttfindet, Angust, Et war öm 

Monatsnamen hat Jeroachin outt: an Amtmonat! 

den nündea kaien^n de» oustin man aiutrecken, su>., s. trecksn. 

begrub in d6. 7c. in des outtis zit. 98b. aultrinken, st., durch Trinken leeren; 

Pfeiffer, 203. Fort, Keerl, vertc/ueingt axtas&ug&Ti. Von e FdnT öt em man 

wie Hagel em heeten Aust. Dorr, 1. dU J6a e FoüeloAbel zu ScMde gdcBTnme, 

Wiew. 21. Bock, 2. Hennig, 18. In der Wulf hat se auagetntnJte. ErmLmd. 

Pommern Aust auch Awest und Oo»t. Freisch., Manuscript 

Dähn., 18b. Mnd. Wb. I, 135b. Auslwagen, m., grolzer Leiterwagen, 

Austapi«!, m,, Augustapfel, Sommer- auf dem in der Aost das Getreide nach 

apfel. Z>i« Aiat^/el kalten sich nicht, den Scheanen gefahren wird. Bock, 2. 

Austbier, n., das Bier, welches den Hennig, 18. 

Schnittern beim Ernteschmaus gegeben Austzeit, pltd. AintITt, /., Zeit der Aust, 

wird. Hennig, 18. s. v. &. Ausimonat Et war ön eAtuUit. 

Austtime, /, Bime, welche im August Vgl. Kornaust 

reif ist, Angustbirne. Hennig, 18. auswackeln, auswaggeln, sw., s. waggftln. 

aifften, augitm, sw., ernten; die zweite auswalken, nt>., e. walken. 

Form heute wohlaufzerCtebnach. Auch auiwamsen, sw., s. wanwaiL 

einaiisten, pltd. tinatiste(n), einemt«n. auswaschen, sw., s. waschen. 

IXe Nördlichen (Dörfer im Samlande) aUWBden, sw., s. wftden. 

Icdnten froher seen und augsten, als nicht Auswcg, pltd. Utweg (U =- ü), m., 

die Südlichen . . . Und wird atifz sei- schmaler Falzweg zwischen Ackern, auf 

biger Ursache von den Nördlichen ah welchem man die dahinter liegenden 

nicht von den Südlichen ausgeseet und Felder erreii^en kann. Nesselmann, 

eingeaustet werden. Linem., Zz la. h&ndschr. 

Davon Einaustung, /., . . . troratu die ausweisen, »ur., 1. zeigen, offenbar 

doppdte Einavgstang ihrer Früchte ertt- werden. Dat ward sik bald uftewsen. 

stehet. Ibid., Bb Ib. Book, 2. Hen- Dorr, 1. Wiew., 72. 2. Tcrspotten, vei^ 

oig, 18. höhnen. Du teöÜst mt hier tiAoüwf/ 

Auster, Augiter, m., Arbeiter in der Pillkallen. Vgl. ausRnden. 

Anst. Ein umeUiger Augster, ein sol- auswichien, me., s. wichsen, 

eher, der auf fremdem Acker für sich auswiegen, pitd. irtwftge(n), «o., yon 

schneidet. Rogge, Gesch. d. Diöc. Wiege, im Sinne von beruhigt sein 

Darkemen, 30. durch Wiegeo, aasgeschlafen haben. 

Austkeri, m., Eerl, der in der Anst Du böat nich vtgewpgt, sagt man zur 

th&tig ist; es sind dies Arbeiter aas zankenden Frau. Elbing. Sprw. I, 189. 

Polen and Masaren. Die Austkerle auswintern, pltd.iitwintre(n),sw., durch- 

finden sich zur Zeit der Ernte mit Weib wintern, überwintern; durch Frost im 

ondEind in den westpreufz. Niederungen Winter verderben: üt^ewintert (U ■= u) 

ein und verdingen sich als Schnitter. — da liggt er (der Koggen oder Weizen). 

Ein Augetkerl soll den Äugst über haben Auch bildlich von Todesfallen im Früh- 

10 bis 12 fi. Hartwich, 349. liog. Sprw. II, 237. 

AustfflOnat, m., Monat, in dem die aiiswirgeln, sie., s. wirgeln. 



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b. 47 

, tt., 8. «inwfnm. Kweranch (a=ä), adj., rückwirts, Ober 

I, aw; vom alten, banfölügen den Arsch hin, in der Richtung desselben. 

Hanse, das als Wohnung nicht mehr Da motat du äicerärsch gäne. Elbinger 

EQ gebrauchen ist. Zunächst ein Haus Niederung. 

mk zerbrochenem Dach, gesenkter Giebel- awerscht Ca = a), awertt, OWa, aWflr 

teand, ausgeiDoknt, verkommen. Es ge- {a = a), conj., aber, Awersch Sek g^ 

hörte einem Wirthe an, der liederlich ge- em ent, aber leb gab ihm eins. Ainertcht 

Übt, das Seinige verloren, vertrunken wat nut Herrje, n« mott ek je a«wr«i 

hatte. Passarge, Balt, 217. Leute, die noch nah Sir John Falstaf gähnen. 

dorch liederliches Leben oder schlechte Dorr, 1. Wiew., 81. 

Wirtschaft sich am Hans und Hof Awtie,/, Zeitung. Dzg. Nhg. VioUt. 

bringen, nennt man Atiswohner, pltd. Ebenso in Livlnnd. Hupel, 14. In 

r(f7=ü, a~ä). Hennig, 18. Pommern: Mit de Awise, bei der nn- 

, s. das vor. erwarteten Gelegenheit. D ahn., 18b. 

auswOrfeln, au>., s. wUrfeln. ä-WO, i-ws, iTtterj., mit welcher eine 

•inwUrfisch, od;'., von aaswerfen Er positive Frage oder Behauptung negiert 

ist nicht sehr atiswürfisch mit dem Gelde, wird. Rosenkranz, Kgsbg. Skizzen I, 

er ist nicht sonderlich freigebig, läl'zt 147f. Der hat ja icohl bedeutendes Ver- 

nicht viel aufgehen. Hennig, 18. mögenf ^A wot' Die Elbinger sind wohl 

Buswurgeln, sto., s. wirgeln. gemüäiche Leuiet „Itcol" Man hört 

Aufzendeich, bei Hartvich, 328, auch auch a-wo und ei-wo; i-wo ist der feinere 

Baulzentoich, richtiger Baiilzendeich, pltd. Ausdruck. Egsbg. 

Butendlk, m., das anlzerhatb des Deiches Ax, Xx, Ex, mbd. ack, ake», ame, exe, 

(Dammes) liegende Vorland (s. d.) in exene, /., Axt. . . . denn die Messer, 

den Weichselniederuugen. Beile, Aaen etc. nicht ander» sind als 

tUSZiehen, plUi. utttnsCn), st., einem solche mechanische Keile. Linem., Uu 

im Spiele alles abgewinnen. Sie zog la. 

ihn in verschiedenen Spielen so aus, da/z Axhelm, Xxenhelm, m.. Stiel der Axt 

ich zweifle, ob das schlechte Kleid ihm Rund ist die Welt «nVn Axenhelm. 

McÄ g^\örtftc Soph. K. V, 348. Sprw. 1, 3173. Nach einigen auch das 

Ainajg, m., zur Bezeichnung von Ohr der Axt. 
Karpfenbrnt. Benecke, 494. — S. auch 
Wntorflscher« a. Fuse. 



B. 

b, Lippenlaut, wird im Plattdeatfichen lautend bleibt es entweder auch im 

BDslantend w oder f: blieb blew., schrieb Klange hchd.: haben h^>be, oder geht 

sehreiB, ab af, gab gaf. Grab Graf, meistens, besonders nach l und r, in 

gn>b grof, oder ^It wohl gar ganz w Ober: geben giwe, sterben starwe, 

weg: gelb gel; anlautend behält es hchd. selbst sölwst, Farbe Farw, betrübt be- 

Klang: Buch B6k, binden binge. In- drewt. Lehmann, Volksm., 29 t 



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48 bä — bachero. 

bä, mteiy. 1. höhnender Änsra^ bei 2; Th., 13. Bernd, 11 f. für Posen, 

welchem der Zeigefinger über den weit In Bayern die Bäben ein altes Weib; 

geöffneten Mond gelegt wird; bei Kin- ein Backwerk ans Semmelschnitten, 

dem übLcb. Eine solche Geberde heilzt Milch und Eiern; in Meifzen äie Bäbe 

Bftmund, Bftmaul, pltd. BftmOI. Enem e ein Aschkuchen. Schmellerl, 141. 

Bämül make. Schemiooek, 3: Bah- Baba, /., altes Weib. In polnischen 

mau/ = mGlziger Zuschaaer, Gaffer. 2. Gegenden der Provinz. S. das vorige, 

zur Bezeichnung geringer Be&hignng: baba, inteij. 1. erster Stammellant 

Er kann nicht einmal Bä sagen. Er der Kinder. Vgl. Grimm, Wb.I, 1120. 

kann nicht Bä nicht Bü (nicht Bu nicht 2. in der Eindersprache zur Bezeich- 

Ba) tagen. Vgl. Sprw. I, 221. Lit ba nungdes Abhandengekommenseins: i>ic 

allerdings, jawohl; poln. ja, fürwahr, .tfama ist io&a, weggegangen. Der BaU 

wohl. 3. als Aasdruck mürrischer itt baba, verloren. Lit. jau baba, es ist 

Maulfanlheit, unfriedlichen Wesens: schon weg. Nsslm. Wb., 317a. 

Wenn sie (die unglücklich Verheirate- babbeln, su>., baba zu sagen anfangen, 

ten) zuhaxtff reiten, so ist nur da Bu, aus Lust am Elange die Lippen tönend 

Ba. Stein, PeregrinuB, Xni, 90. W. bewegen, wie solches kleine Kinder 

MtsbL YI, 173. thun; daher schwatzen, plaudern, plap- 

Elab, Baba, /., 1- Rauchstöpsel. 2. pern, mit dem Nebenbegriff der Gehalt- 

nach Mühling im Eimlande and in tosigkeit, Unverständlichkeit. Es (das 

manchen andeiii altpr. Gegenden ein an Kind) fängt schon an zu babbeln, es 

einer Stauge befestigter Lumpensack, macht die ersten Sprachversuche. Er 

mittelst dessen man den Rauchfang babbelt toie ein altes Weib, redet on- 

flber dem Kamine schliefzt und so die fiberlegt, sinnlos. Na nü babbel nich, 

Wärme des Zimmers zusammenhält, verteil nü, wat jü fer e Späz hadde. 

dem Zwecke nach also ebenfalls ein Kgsbg. Firmenich I, 103a. Bei 

Rauchstöpsel. 3. eine roh gearbeitete Schamb., ITb: baiotoeln,ho\\.babbelen, 

KohleDpfaune, welche zur Erwärmung dän. bable, engl, to bable, poln. paplac 

des Zimmers und von Frauen auch schwatzen. — Davon: Babb'ler, Babbel- 

zur Erwärmung ihrer Person benutzt hans,m., Babb'Ierche, Babbellts,/., gehait- 

wird; aach bereitet man darin ein ein- loser Schwätzer, Schwätzerin, Mensch, 

&ches G^bäcke, das ebenfalls Babe der nicht verschwiegen ist. faabbeUft 

heilzt Daher 4. Topfkuchen, Napf- adj., schmatzhaft, plauderhaft. Babbe- 

kuchen, Aschkuchen. S. N. Pr. Prov.- lei, /, Gebabbel, n., Geschwätz, Ge- 

Bl. a. F. VII, 436. On denn (gab es) wasche, fade Rede. Lostt eier G^xA- 

noch P&rzel on Schnorzkuchm on Trich- bei. Dorr, 1. Wiew., 89. Vgl. Frischt, 

terkuchm on e grafze Babb. Schal^. 3, 45a. Weigandl, 110. Grimm, Wb.I, 

9. In Livland heiTzt eine Art von 1120: bappeln. Sprw. II, 242 f. Brem. 

Schüssel- oder Aschkuchen, unserm Wb. I, 34. Schütze I, 55. BähiL, 

Bab entsprechend, Altieeib. Hupel, 19a. Bernd, 11. 

6.5. nach Mühling .ß(i6 in der Sprache babbem, sw., s. blblMm. 

der Fischer die Winde am Wintergam. Babe, /■, s. Bab. 

— Poln. baba alte Frau, altes Weib, haben, ad»., bawen. 

audiRauchstöpsel. Vgl.Nsslm Forsch. bachem, iw., s. v. a. jachem, wild am- 



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Bacbas — Bftdequast. 49 

Verjagen. Sie vjar in eignem Haar Yolksmemong, Ober 10 GtnA. E&lte). 

friiirt getoaen; aber bei dem Bachern 2. znr BezeichnnDg starken Frostes, 

«n Walde war da» aUet to zerzaust war- Et hackt dig, es backt tüchtig, friert 

am, da/z sie aussah -wie ein Strauch- stark. — anbacken, ankleben, festkleben. 

did. Sopb. R. m, 242. (Gleich da- Hei huckt vn ang^tacke, er sitzt wie 

hinter beifzt dieser Eopf: I^hH>esen- angebacken. — zubacken, zukleben, zq- 

hopf.^ kleistern. De Näa ös mi iog^che, die 

Btchu, m., znr Bezeichnung eines Nase ist mir zngebacken, verstopft, ich 

irohlgenährten, korpulenten Mannes, bin verBchnupft. Ygl. Hennig, 19. 

Er üf ein rechter Bocholt. Ebenso in Schamb., 15a. Danneil, 9b. 

Posen. Bernd, 12. Im Brem. Wb. I, bockerig, adj., a. backern. 

42: Baka. backern, baggern, sw., von backen = 

BacUifiren, plur., gebackene Birnen, kleben, jedoch mit dem Nebenbegriff 

Biem. Wb. I, 40. Danneil, 10a. des geringen Zasammenhaltes, des losen 

Bernd, 26. S. BakebCren. Znsammenhanges. Dat His ös man to 

Badcbtet, n., s. Elakbtat lasamme gäiaggert, es ist aas schlech- 

Bwkel, m^ auch Bake, Elakel, Eäfer tem Material unsolide gebaut. Davon: 

überhaupt; einzelne Eftfer, namentlich backerig, beggerig, tui;'., lose im Zn- 

Schabe und Maikäfer. Samland. Buiche, sammenhang, wackelig, leicht zerbrech- 

Bueche Bake, fieg hoch ön de Höchtl lieh, gebrechlich. Backerwerk, Etagge^ 

Volksr.59, 229.— NachNsslm. Forsch, werk, »., eine flüchtige, ohne Sorgfalt 

3. im Samlande ein kleiner schwarzer ausgeführte Arbeit, ein Werk, das bald 

K&fer, der sich in Eellem aufhält (doch zerfallt; nachMühling auch Baggere!,/, 

nicht Eellerwarm oder Eellerassel). Badael, Bädoel, n., in Haushaltun- 

Backel, /., das Gebackene, Semmel gen: 1. ein Gebäck, jedes Gebackene 

Dftnh.; nach Mübling ein Zwieback. 2. der für ein Gebäck bestimmte Tei g 

S. BackseL beim Bäcker: alles auf einmal in dem 

backen, aw., 1. zusammenkleben, Ofen Gebackene. Ygl. Frischl, 47a. 

kleistern. Der Schnee backt, läJit sich Brem. Wb. I, 40. Mnd. Wb. I, 138 , 

ballen. . . . da noch zur Zeit eine Fet- backeU. 

Ügkeit vorhanden, durch welche dm Tocht baden. Zu hei/z gebadet sein, leicht 

(der Docht) starck und zusammen ge- erregt, heftig, zornig werden. Stein, 

hacken bleibt. Linem., Üu4b. Ein Peregrinus XHI, 87. W. Mtsbl. Vt 

gehackenes Qlaa, ein berurztes, ge- 159. 

schwärztes Glas, worüber ein anderes Badequast, m., Bündel belaubter Bir- 

gelegt oder geklebt (gebacken) ist, zur kenraten, das man in Badestuben zum 

Beobachtung der Sonne: . . . aber «w Peitschen des Eörpers und als Spreng- 

«r sie (die Sonne) durch ein gebacken bflschel gebraacht In den Badstuben 

Glafz (wie man» neimet) oder durch den Sckumß und Unflat von dem Men- 

«w heUe Wolcke anstehet, befindet er sie sehen abzutreiben, gÄravßhen sie birkene 

gar rund. Linem,, Q2a. Et frht, Quasten ab Ruthen, woran aber die 

dat de Näs hackt, dafz die Nasenflügel Blätter noch sein müssen, damit scUa- 

gegen die Nasenscheidewand kleben gen sie den Leib und alle OHeder. 

(venn das geschieht, so sind, nach der Pierson, Matth. Prätor., 114. In Liv- 



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M> Badnelz — Bake. 

landdiefiodäTtuufe. Hupel, 14. Sali- Schmeller I, 135. Brem. Wb. I, »5. 

manu, 59a: der Badsquast. ScKamb., 15a. Mnd. Wb. 1, 182b. 

Badnetz, n., s. Klippe. 207a. Hennig, 19. Einige bäknen 

baf>, bift, bufs, interj., den Schall sich, zweimal im Frühjahr mit Birklaub 

von Schulz, Stolz, Schlag oder Fall und Lei7^au7n&lättem.Piei8oa,ii»,ti!k. 

nachahmend. Bafs gef Sek em Snt! Prätor., 115. 2. veraltet: bahnen, Bahn 

Bu/a nich so möt de Dar, wiii die machen, zur Bahn machen. So mufz 

Thor nicht so stark zu! Auch die Ma- der Meruchen-Rauh, der Todt, Au» 

Suren haben nnter den schallnach- einem in das andre Brodt Den Men- 

ahmenden Interjektioneo hawt. Vgl. sehen - Kindern Wege bahnen! Carm. 

MrongoT. Wb.II, 677a unter «cÄwopps. nupt I, 133. 

S. D&hn., 20b. Bähnwasser, pltd. B&hnwater (a=a),n., 
bähen, bafzen, sw., durch niederholten warmes Wasser, worin man kranke 
Schlag, Stolz, Fall oder Tritt den bafa- Körperteile b&hnt oder badet; auch 
Schall hervorrufen; stampfend auf- Fulzwasser. Hennig, 19. 
treten; hart zuschlagen (die Thür), hart Balte, Boite, /., plur. Bauen, BaUin, 
niederwerfen. Die Stärke der Resonanz Boiten, Baitschen, Blockhäuser des deut- 
deeSchdles bringt der Yokal dcrStamm- sehen Ordens in der Nähe der prealz.- 
sUbe zum Ausdruck: bifsen, bafsen, buf- üt. Grenze. Dieser Wohnsitze, Wacbt- 
•en. Dat enchte Jär posse von Hwte, h&user, Wachtposten, geschieht in den 
Dat zweite Jdr laoe möt Schmarte, Dat Wegeberichten des Ordens&rchivs öfters 
drddde Jär Ufze de bafze, dat verde Jar Erwäbnung. Script, rer. Prwss.II, 662ff. 
Trepp af se. Sprw. I, 1782. Mit an Das Wort lebt noch in den Ortsnamen 
verbindet sich nur haften: anbirfwn, an- £a«tecA«»im Kr. Gumbinnen, PinCscA«»- 
schlagen anThür oder Thor, dalz es bafat. doi/im Kr. Sensburg. Lit. höpi, Mü, da- 
In Hessen hdfen = hart zuschlagen, 6^<i achthaben, <ia6(jJ:&'Wachthaus. Vgl. 
hart niederwerfen. Vilmar, 22. Passarge, ßalt., 341. Naslm. Forsch. 
bafzen, sw., s. das vor. 2; Th.,14. 
Bagasch, /., schlechtes Gesindel; aus Bakbfiren, plur., s. Bakebfiren. 
dem franz. bagage. Sperber, 43. Bakbfist, gewöhnlich BackbCst, n., aas 
Baggerel, /., s. backern. hak Rücken, doraum, und beat Tier, 
baggerig, adj., s. tuckern. beaOa, Tier oder Mens<^ von onge- 
baggern, aw., mittelst eines Baggers wohnlicher Gröfze und Stärke. £r (m«) 
ein Wasserbette reinigen; hoU. bagge- üt ein Bacld>eeat. Sprw. I, 222. Za- 
ren. Hennig, 19. Grimm, Wb. I, gleich Schimpfwort, namentlich für ein 
1075. Weigand 1, 116. Eine zweite unförmlichesundungeschliffenesFraDen- 
Bedeutung s, unter backern, — ausbag- zimmer. De Miettch, de Trien, de Lies, 
gern, pltd. Qtbaggre(n), ausschlämmen. daU Backböat onae Streniz, de quSmen 
Baggerwerk, n., s. backern. all tohoop. Con». »upt V, 190d. Vgl. 
bahnen, aw. I. bähen, im Dampfe Richey, 7. Brem. Wb. I, 36. Dähn., 
baden, durch Dunst erwärmen, erwär- 20b. Schütze I, 56. Danneil, 9a. 
men überhaupt. Ahd. pdhan, mhd. Elakbimen, plwr., s. Bakebtren. 
bähen, baen, mnd. begen, beien, beigen, Bake, Bakel, nt-, s. Backel. 
in Bayern und in Nddtschld. bäen. B&ke, pltd. Bak' (,a=ä), f., sichtbare 



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Bakeberen ~ Balge. 51 

Harke fbr Schiffer zur Bezeicbnnng der lassen, bis der Zveck erreicht ist, an- 

Fahrt oder einer geHihrlicheD Stelle; treiben, rtltteln, schdtteln. 

ist die Marke ein Leuchtfeuer am Baibier, pltd. ElalbBr, m , Barbier. Da- 

Strande, sn heifzt sie Feuerbftke ...die von: baJbieren, pltd. balbere(n), nw , bar 

hohen, in der Dunkelheit mit leuchten^ bieren. Ein Baibier langte mir meinen 

den Laternen versehenen Backen. Bock, Hut wieder aufs Pferd. Soph. R. V, 

Nat. I, 550. Bei der Einbbrt in den lU. 

Hafen decken eich die Baken, so lange BalbMs, m., Hausherr. JQd. -deutsch. 

man in dem rechten Fahrwasser ist. Ans dem gleichb. hebr. baal haba^t 

Passarge, Balt, 130. Holl. baak, Flatow. Schmitt, 110. 

en^. beacon, age. beäcen, mhd. bouehen Balderjan, Medik. Radios Valerianae. 

Zeichen, Signal Hennig, 19. Brem. Elbing. Schemionek, 46. S. Bol- 

Wb. I, 39. Schätze I, 60. D&hn., derjan und Bullerjan. 

20b. Adelung 1,694. Grimm, Wb.I, Balg,m., 1. HOUe: FruchthOlle, Tier- 

1080. Weigandl, 118. Hupel, 15. haut; in Königsberg auch Hülle, Über- 

Sallmann, 28b. zug für die Totenbahre. Zum ßegräbnis- 

Bakebfiren, Bakbftren, plur., aus bak, gerät der Eönigsberger Kan&nannschaft 

KQcken, und bcren, tragen, heben, zu- gehörten (1801): „ein Lockens Bälge 

samoiengesetzt; also das, was man auf brodirt, mit schwarzen Frängen und 

dem Rficken trägt oder tragen kann, Schmelzen — ein Lockens Bälge mit 

die Habe des Armen, das Hausger&t. Schnüren, Troddeln wnd Frängen be- 

Ünterdeaten pack er seine Bakinmen ein, setzt etc. Die Zünfte, 15. 2. ungezoge- 

Soph. R. 11, 481. Mittags wer^ ich nes Kind, plur. Bälger. Dot »önd ver- 

meüte Backeberen hinbringen und heute tägne Bälger. Mich dünkt, ich seh so 

tchon dort (in der neuen Wohnung) einen ungezogenen Balg m eiTier Ge- 

*iidafen. In Posen gebachie Bim'n. seüschaft. Soph. ß. III, 197. Der kleine 

Bernd, 26. In Hessen BachAeeren Balg schrie dann wieder. Ibid. VI, 525. 

neben der eigentlichen Bedeutung: ge- Bei Stein, Peregrinus XIII, 89, /au/er 

backene (gedßrrte) Birnen. Vilmar, Balg, Schimpfwort unte^ Eheleuten. 

23 f. Hennig, 19. Schamb., 15a. Balge,/., grofze Bütte, Waschkübel. 

Danneil, 10a. Schütze I, 59. S. Westpr. Dzg. W. Seidel, 28. Eavsar 

Badtbftren. okngefähr geschehen, dafz eine Sau in 

bftken, pltd. ba)ce(n) (a=ä), gm., das dem Vor-Hau»e des Kruges zu einer Balge 

Fahrwasser mit Baken yersehen; ge- mit Bier gekommen war, und sich da- 

wöholich ainbakefl. ran so beschUUibert hatte, da/z sie vne 

BUengcld, pltd. Bakegflid (a^ä), n. halbtodt mit allen vieren auagestrecket 

Abgabe der Schi£Fer zur Unterhaltung läge. Hartwich, 523. Lit balde, 

der Baken. poln. balia, holl. balie, engl, pail, 

bftkem, pltd. bakreCn) (0=«?), sw., 1. schwed. Äojja. Vgl. Grimm, Wb. I, 

stochern, «fihlen, grabend suchen. Jm 1086. Weigandl, 120. Richey, 8. 

Adeer nach Kartoffeln bakem, Kartof- Brem.Wb.I,44. SchOtzel, 63. Dähn., 

fein nachgraben. Vgl. pfikem. 2. bas- 21b. Danneil, 10b. Hupel, 15. Sall- 

teln, unnütz oder vergeblich arbeiten, mann, 28b. — In Ostpr. heil'zt der 

NachMühlinganchquälen,nichtnach- Waschkübel Wanne. 

*• 

D,3,t,z.dbyGOOgle 



5-2 



balgen 



- BandBclmeider. 



Iialgen, sio., sich, anfzer dem allge- 
meinen „riDgeod und zerrend die Leibes- 
kraft an einander versuchen" (Wei- 
gand T, 120), auch: sich abarbeiten. 
Schemionek, 3. 

bSIgen, aw. Einen bälgen, ihm den 
B^ ausziehen, bearbeiten, ihn dorch- 
prügehi. Ermland. Mühling schreibt 
beigen. Vgl. Grimm, Wb. I, 1447: 
beigen. 

Balgenstucker, m., einer, der in die 
Balge, Bütte, Wanne, staucht. Disuf 
'ne Art seine Amme §s, oder seine Wart- 
frau, oder seine Käkscke, oder Weertsche, 
s^n Waschweib un sein Balgenstucker. 
Dorr, 1. Wiew., 17. 

Ball, m. Mit einem Bau spielen, ihn 
nicht achten, ihn nach eigenem Willen 
lenken. Hennig, 19. Sprw. I, 233. 

B^lerkub, pitd. Ballerpofz, m., s. ballern. 

baltern, »w., poltern, lärmen, Geräusch 
verursachen, polternd sprechen, werfend 
zuschlagen. Mit der Tkür baUa-n, mit 
den Federkasten etc. Sich küssen, da/z 
es ballert. Sie küfzten sich auch: aber 
fwAß wir bei uns sagen) solchen Baüer- 
Puss gaben sie »ich nickt mehr. Soph. 
R.III,378. Brem.Wb.I,44. Schamb., 
15b. Sallmann, 28b. 59a. Mnd. 
Wb. 1, 144b: balderen. Vgl. bullern. 

ballig, a<^., ärgerlich, aufgeregt, hef- 
tig, gereizt. Natangen. 

ballst'erig, adj., s. balstlrig, 

Balluschkenkessel, pltd. Balluschkeketel, 
m., Ballspiel der Knaben. Westpr. 
ZosammeD Ziehung von: Ball, hasch' in 
den Kessel. 

Balsam, m., 1. Birkentheer. Litauen. 
Vgl. Dagget 2, Balsam feißwm. Medik. 
Balsam Copaivae. £gsbg. 
balstarrig, adj., s. balsttrig. 
balsttrig, balstUrig, balstarrig, adj., stör- 
rig, halsstarrig, widerspenstig, nnbäodig, 
UDgebärdig, unlenksauj eigensinnig, 



hartnäckig, aofsässig, trol^g-, vom Stier, 
der nicht voo der Stelle wül, von Kin- 
dern und Erwachsenen, welche wider- 
streben. Se war nazöcksch on derbä 
baäsüerig. Schaltj. 3, 6. Mnd. b<Uaa' 
rieh, vom alta. balu böse; schwed. bäng- 
styrig. Schemionek, 3, schreibt bau' 
stierig. Hennig, 20. Richey, 8. 
Brem. Wb. I, 45. Schütze I, 63. 
Dähn., 22b. Schamb., 15b. Dan- 
neil, IIa. Mnd. Wb. l, 147a. V^ 
bHlsterig 

balstUrig, ot^'., s. das vor. 

Balfa-inchelen, Ortsn., Dorf im Kirch- 
spiel Friedrichswalde, Kr. Pillkallen, 
im Volksmunde Laszimä, Speckdorf. 

Bamaul, pltd. BamQI, n., s. Ba. 

Bambulen, plw., Arbeit suchende 
FremdSnge, Eindringlinge. Da kevu 
so vile Bambuse her on neme ons de Ar- 
beit. Rauschen. Samland. In Mecklen- 
bui^- Vorpommern Bammbusen, Tage- 
diebe. Mi, 5b. 

Bammela.'iclie, Bammelage, /, s. Bom- 
mel. 

bammln, sto., s. bommeln. 

Bamund, m., s. Ba. 

Bftn, Bttnen, m., s. Un. 

Band, m., Stock von Hasel oder Weide, 
welcher der Länge nach gespalten als 
Reif zu Bottichen, Eimern etc. ge- 
schnitten wird; auch Bandstock, Teniwn- 
band, m. Mnd. Wb. I, 150 f: San* und 
bantholt. 

bandieren, pltd. bandtre(n), sw., hart 
schelten, in Worten poltern. 

Bandjude, m., Jude, der mit Band 
handelt, mit B&ndem and kleiner Wue 
die Märkte bezieht Kgsbg. 

Bandschneider, pltd. Bansdinlder, m., 
Schneider der Bandstöcke oder Tonnen- 
bänder. Verfertiger des Gebindes zu den 
Tonnen. Die Bandschneida-, mnd. bent- 
snider, gehörten znr Znnft der Böttcher. 



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Bandstock — Banse. 53 

In Eöni^bei^ giebt es eine Band- deutungTon: sochendjageB, aufstöbern; 
KhieidfTgaue, Vgl. Eoppmann, Harn- stäuben, vom Staube reinigen. Mnd. 
biiTgerKänimereirechniingenI,S. XXX, Wb. IV, 422b. Der Bank&töver hatte, 
GenoaDiaXV, 264. Mnd. Wb, I, 235b. -wie die erste Belegstelle nachweist, 

Bandltock, tn., s. Band. die Aufgabe, solche Besucher des Ho- 

Bandltt', m., \aa Pandur, zur ße- fes „aufzustöbern", welche noch nicht 
zeicbnong eines wilden, unbändigen als Brüder eingeschrieben waren; er 
^laben. Dat sön reckte, eckte Ban- war also ein Stooer. Vielleicht auch 
i&rm! Sprw. II, 254. l&fzt sich das Wort zurückfahren auf 

Banken, plur., &lsche Floralbildnng das ahd. stmoan, stouwan, mhd, stowcen 
Km hoakf scamnum. Die Banken heraus- = klagen, anklagen, hemmen, stauen 
frojw». (übertragen: durch Einschreiten oder 

Bankersprind, n., Quelle bei OtÜan, Anzeigen bei der vorgesetzten Behörde, 
eine Meile von Marienwerder. Bock Aufregung, Zwist und Hader zum 
Katll, 15. Stillstand bringen). Vgl. Schade, Wb., 

Bankrottblume, /., Blume, die den 876b. Eine Verwandtschaft mit dem 
Landmann zum Bankerott führt, die engl. Steward liegt nahe. 
Wncherblume, Cbrytantemumi segetwm bannsn, sw., zwingen, bewältigen, ab- 
L. Mühling. Vgl. Landverzehref. wehren. Hei öa mich to banne on nich 

Bankstofer, Bankenst0ver,7n., Dienender to bändige, ök inH mi ver em nich to 
m Hof und Garten der KBnigsberger banne, ich weifz mich vor ihm nicht zn 
Jimker und Bürger, Gehilfe der Gerde- lassen, gegen ihn nicht zu schützen. 
Inite und Schenken, dem die Bedie-, Vilmar, 25, hat: Einen Gegner im 
nnsg und Beaufsichtigung einer oder Ringen — eine starke Portion Speise 
mehrerer Bänke zugewiesen war. Der bannen, A. i. bewältigen, zwingen. 
Banekenatöver soll au^ seine Banck war- Banse, /. 1. Schennenfach, worin die 
ien, und gute acht geb^ da/z er den&t, Garben gelagert werden. 2. Haufe 
ife axtf den Hof kommen, und imge- gleichartiger Dinge, entweder regelrecht 
tciri^ai seyn, den WiUkomm bringe, über einander geschichtet oder auch 
Aus dem Hofbriefe der Altstadt Königs- (vorläufig) unordentlich au^eworfen; 
bci^. Erl. Preurz. H, 496. Ein Erbar vorzugsweise vom Getreide. Davon 
Morgenaprache hatt rkatt gehalten vnd bansen, nc., schichtweise aufeinander 
äiüu^Uck geschlossen, das» von nun legen, schichten, besonders Garben. 
an ein Keüermeiater an statt des Banck- Dfinh. Im Thüringischen und in 
slofers solle verordnet vnd angenommen Hessen der Banse, Bansen, nds. banse, 
«erden, dess amht sein soll, dass er in kSmianse, /., im Holstein, banse, holt- 
heytein des Gertmans die gelde lüm den banse, aufgestapeltes Brennholz, im 
Gelten vnnachlessig einnehme, die gelde Götting. banse für Holz, Garben, und 
in gegeTtwart des Gertmans zehie, die- Lagerplatz neben der Scheune, altnord. 
«ße aufschreibe, vnd den gerüeuten zw- bds (das ä = an), m. Krippe, Stall, Vgl. 
»fefle. Protokoll d. MoTgspr. im Kneip- Grimm, Wb. I, 1119. Weigandl, 
hof V. 23, JuU 1603. Die Zünfte, 30f. 128. Brem. Wb. I, 49. Schatze I, 
— Das mnd. Verb, »toven hat die Be- 67. Schamb., 16a. Vilmar, 25. 



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54 bansen — BSnnfett 

banWRf SU]., a. das vor. eine Stunde auf der LMute. Soph. R. I, 

Bansen, m. Der Pansen, der erste 198. Der Name tritt auch als Barbmcli, 

Magen des Rindes. Vgl. Wanst Dem. Barbuschchen, Barbuschke u. Buch, 

BAr, pltd. Bar Ca ^ ä), /., Bahre, Trag- Dem. Buschchen, Buschke, auf, lit. biaze, 

bahre. Ihi wöll»t mi wol op de Bar p nlo. &am, masor. fruto. S.Pott, 111. 

bringe, du scheinst es darauf anzulegen, Ich will sie mit dem ihnen und mir so 

mich durch Ärger, Kränkung etc. zu widrigen Namen Busch nennen; denn 

töten. Abd. pära, mhd. bare, alts. so hiefz sie auch in ihres Voten Hause. 

bära, hoü. baar, angs. baer, engl, bier, Soph. R. V, 67. Toletzt fragd eck de 

schwed. bär, dän. baar. Vgl. Grimm, Busch, de stungd am Arfte- Topp. Carm. 

Wb. I. 1079. WeigaudI, 117. «ujut IV, 324b. Dat klooke BuachJce: 

Bär, m., der wie ein Bär gestaltete Oah, Buschke, leewet Buschke, heer! 

Rammklotz. Dorr, 62. 

BSr, m. jad. Vom., Bernhard. Fla- Barbe, Barbine, Borbine, /., die Barbe, 

tow. Schmitt, 111. Barbus flumatilis Cuv. Auch Saildwil, 

BSr, Peter, Eigenname. Kinder antr an der Passarge Asche, /. Lit. aparas, 

Worten auf die Frage: Wer? Peter pohi.barwena,barwenka.Beaecke,l\Z. 

Bär mit der langen Scher. Königsberg. Bujack, 393. 

In Angerburg: I^ter Bär, krUp ön e BSrbeere, /., Pflzn., Beere, die von 

Närsch, denn kömmt hei vSr. In der den Bären gern ge&essen werden soll, 

Insterburger Gegend: Peter Bär, scMt Bärentraube, Arctoetaphylos üca ursi 

Ön e Boxe, denn kömmt er vär. Im Spr. Hagen, 438. 

Ermlande: Peter Blär, huckt ungerm Barberitze,/., Berberize, Sauerdom, 

Tösch un kickt hervär. In der Schweiz: Berberis vulgaris L. Ebenso in Livland. 

Der Blär, St Frau und du au. Roch- Hupe!, 16. 

holz, Äleni. Kinderl., 324. Der Name barbieren, «ur, scheren, die Kopfhaare 
Peter Bär kommt in Märchen für einen kurz schneiden. Sollen aber die Haare 
Helden vor, der von einem Bären ab- nicht so geschwinde wachsen, so müssen 
stammt. Odenwald. Hannover. Wolf, sie barbieret werden, wenn der Mond ab- 
Beitr. z. d. Myth.II,67ff. Colshorn, nehmendist. Linem.,Mm2b. Volks- 
Sagen und Märchen, 18, Nr. S. Sprw., I, tOmlich baibieren. 
241; n, 257. Barbine, /., s. Bariie. 

Barabaus, m. 1. GroJzsprecher. 2. BarbOrt, w. Vom., Zusammenziehung 

Gespenst Mühling. Korrumpiert aus von Barbara Dorothea. Mähling. 

Bramarbasf Sprw. I, 244. barbs, barbtt, adj. und adv., a. barft 

Baranken,/. (j?iiw.), Felle junger Läm- Barbusch, w. Vom., s. Barb, 

mermitfeingekräuselter,knotigerWolle; Barellchen, n., a. Borell. 

als Besatz. Poln. baranek Lamm, ba- bflren, sw., s. bftren. 

ranki Lämmeifell, baran Schaf. Eine bSren, beren, sw., sich, sich gebärden. 

Mütze mit Baranken besetzt. Ein Pelz He bÖrt söck wc e Kind, er wehklagt 

von Baranken. Für Posen Bernd, 14. und weint wie ein Kind. Ah.A. gAd- 

Barb, Dem. Barbctien, w. Vom., Bai> r$n, mhd. gebdren, nds. baren, baren 

bara. Letüsch Bahrbule, Barbe, Babbe. Uut rufen, schreien. Brem. Wb. I, 50. 

Pott, 117, Geben sie Barbgen noch Uirenffltt, pltd. Barefett (a=ä), Medik. 



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Das LacdTolk nnterscbeidet; Barefett 
vm em (dem Männchen) und von ehr 
(dem Weibeben). Kf^bg. 

Nrengerate, /. secbszeilige Gerste, 
Honhum heaastichon L. Hagen, 1063. 

Barsngnimpel, m., Crmmpel eines Bä- 
ren. Schimpfwort. Danzig. Kleiul, 
39. 

Urenkasten, m. 1. BärenkäGg. 2. 
grofzer ungeschickter Kutschwagen. 3. 
breites, plumpes Himmelbette. Hen- 
nig. 21. 318. 

Blrenttecher, pltd. Baresttker, m. 
Spitzname fär die Bewohner von Schip- 
foihäl nnd Fi»chhau»en (a. d ). 

BSrentrecker, rein pltd. Baretrecker 
{o = ä), m., Bährenfahrer, der den Ba- 
ren hinter sich her treckt = zieht. 

Bärenwicke, /., Heckenwicke, Vicia 
dwneUnvm L. Hagen, 748. 

BSrenwinkel, pltd. Barewinkel (a = d\ 
n., Benennung tod Ackerstücken, 
Schluchten etc. in den verschiedensten 
G^nden der Provinz. Mühling. 

barft, barbs, cu^'. und adv., Zusammen- 
liehung aus dem pltd. barföt barfufz, 
an den FGTzen blofz Hei geit barft wt 
e Hund. Barbae Fite, blolze Fftfze. 
Ermland. Sperber, 6. In Elbing 
toM. Schemionek, 4. In Cr&ttin- 
göi barfaut, in Hessen barbeinig^ in 
Posen &(ir6>, nind barv6t, baroet, barvt 
Schamb., 16a. Vilmar,26. Bernd, 
14. Mnd. Wb. I, 155a. Hennig, 21. 

bargen, it., bergen, bewahren, auf- 
heben, retten; besonders gestrandetes 
Gut Davon Barglohn, m., Bergelobn, 
BarggBId, n., Bergegeld, BarggAt, »,, Berg- 
gaL Goth. bairgan, ahd. perkan, bergan, 
mhd. bergen, schwed. berga^ dSn. bj^ge. 
Grimm, Wb. I, 1507. Hennig, 21. 
Brem. Wb. I, 54. Dähn., 23a. 

Bark, /., Scheune ohne Wände; Stroh- 
dach, getragen von vier Fßihlen, wo- 



— BSred). 55 

runter das Getreide geborgen wird, wenn 
die Scheunen es nicht mehr zu fassen 
vermögen. Hchd. Ausdruck fQr Yoc. 
2d^: ilinü, ümü. Nsslm. Thes., 56. 

Barlock, ?, schlechtes Bier. Müh- 
ling. 

Barlog, /, Bett, Lager. RSfzel. 
Kastenbnrg. Das poln. barhg Lager 
von Emmmstroh, Streu. Hei geit ön 
de Barhg. Sprw. I, 1183. 

BBrm, f., Hefe. Mnd. barm, berm, 
m., angs. bearma, engl, barm von ahd. 
beran heben, tragen. Wer de Bärm 
man better ben, Musaten se (die Stritzel 
und Fladen) wol handhock sen Westpr. 
Volksl. 27, 7; S. 90. Richey, 10. 
Brem. Wb. I, 55. Danneil, IIb. 
Hupel, 15. Sallmann, 28b. Mnd. 
Wb. I, 153a. 

bärmaulig, adj., ein Bännaul haben, 
mürrisch sein, viel bnimmen. Samland 
(Korkehnen). Vgl. bormaulsch. 

Bars, Bars (Vokal lang), m., s. BOrsch. 

Barsch, m., langes, mageres Stfick im 
fetten Fleisch. Im Ermlande Boarsch. 
Mühling. 

barsch, adj., 1. scharf, streng, herb, 
kratzig von Geschmack. Barscher Zwerg 
— barscher Käse — barsche Buttar. 2. 
rauh, grob, herb in der Rede, auch 
verdrielzlich gestimmt, äi^rlich, mifz- 
mütig. Dat gi-ng em barsch en 't Hofd 
herom. Dzg. Nhg. Parad., 27. Hen- 
nig, 22. 319. Grimm, Wb. I, 1140. 
Brem. Wb. I, 59: ftoat. Schamb. 17a: 
bauch. Mnd. Wb. I, 155b: Jxach.. 

B&rsch (Vokal lang), Bilrsch, Bars, 
San, Bors, in Danzig BOra, PQrschke, 
Perschke, m., Barsch, Percafiuviatäis L. 
Altpr. oBsegis, lit. eszerys, kur. aesarie, 
byerszids, boersehJc, mas. o^n, kass. ohu- 
nek, okon. Benecke, 61. W. Seidel, 
29. — KlopperbKrsch, grofzer Barsch, 
bis 30 c?n und darüber lang; er wird 



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56 Bursdie — baschdn. 

io der £üclie gerissen, ausgeweidet, liegt, aas der Heidenzeit; es hrafztaach 
gesalzen, in Mehl gewälzt imd gebraten, Bartenscher Rekel. Vgl Sprw. 1, 247. 
dann mit Gitronensaft beträufelt and Bartsch, m. 1. rote Rübe, Beta Ckla 
mit Salat gespeist. Bock, Nat. I, 260. L. Lit. barsztia, polo. bamcz. 2. Sappe 
Bujack, 39f, aas der roten Rabe, ursprünglich 

Barsche, /., nach Mühling veraltete Kaüonalgericlit der Litauer; Bernd, 
Benennung für eine Art Falirzeug. Ge- 14, hat (für Posen) Banchtsch. In 
nauere Angabe fehlt. Nds. barse Barke, einigen Gegenden ist Bartsch eine Suppe 
Bojer, in Pommern bänke. Brem. Wb. I, aus Kohl-, Rüben-, Sauerampferblät- 
56. Dähn., 24a. tem, Kartoffeln und Zwiebeln. Konal 

hantig, adj., munter, widerstrebend, mäkt rSde Backe, vom Bm-tsch fvU de 
trotzig, borstig. Er ist barsHg wie ein Sacke. Sprw. II, 1632. BSter e Lm 
Kaulbarach. Sprw. I, 1944. öm Bartsch, a& ffär kein Fleach. Ibid. 

Barataicken, plur., Erdmännchen, Un- 1667. Die Speite Jetziger Nadraoer üf 
terirdische, Heinzelmänscbea. Hen- aufzer Brot etc. ein Essen, so sie Bartz 
nig, 139. Pierson weiBt für die Ab- nennen, und ist zugerichtet von saurem 
leitung auf das lit. beriu, barstau, ich Cofent oder Schemper, etwax beeten Blair 
bestreue, hin. Lit. -Aeq., 21 unter ter und etwas Schmand. Pierson, 
Schemper. Tgl. auch dessen Matth. Matth. Prätor., 110. 3. gemeine Bären- 
Prätor., 16f. Bock Nat. I, 111: Ber- klau, Seracleum SphondjfUum L., lit 
stücken. Hennig, 26: Berstucken. barzdzei, poln. barszcz. Polen und 

Bart, m., astartiges Ende an der An- Litauer bereiten aas den Blättern darct 
steckpricke. S. Pricke. Gärung ein säuerliches Getränk, eben- 

Bartel, Barthel, m , vielleicht Dem. von falls Etartsch genannt. Bock Kat IQ, 
Bart, barba, oder von iem a,hA. peraM 354; Aber die Bereitung desselben 6. d. 
glänzend. S. Pott, 285. 249. 103. 1. I, 274. Lepner, 88. Hagen, 318. 
m. Vom. Bartholomäas. Ich wiä d^ Hennig, 22. 319. Naslm. Th., 16. 

zeigen, wo Barthel Most holt msUroliaog. Bartschrfiper, m., Bartkratzer, Bart- 

Sprw. U, 265. 2. Tölpel, Tolpatsch, putzer, Barbier. S. schrfipen. 

eingebildeter Ungeschick; Scbmierfinke. Basch,Aba8Ch,m.Vom.,Abraluun. Dzg. 

Bock, 2. Hennig, 22. 3. Spitz- Nhg. Yiolöt,98. Weitere Abkürzung; 

name für die Bewohner von Bartenstein. Brams. 

Auf dem Markte der Stadt hatte ein Baicha, m , langer Rock ohne Taille 

Graf von Anhalt, seiner Zeit Chef des für kleine Knaben und Mädchen, poln. 

damals in Bartenstein stehenden Infan- hada. Sperber, 6. 

terie-R^iements eine steinerne Statue er- Bäschaf, n., Schaf, das bä! sagt, 

richtet, welcher man den Namen Sarihdl Schaf; dummer, einfältiger Mensct. 

gab und von welchem man glaubte, da/z Er ist umerm Herrgott sein Bäachaf. 

er ein gro/zer Riese, ja wol gar der Gedanism. 

Erbauer der Stadt gewesen. Preufz. Baschel, m., ba^chelig, adJ., s, bafcheln. 

Archiv, 1796, 667. Nach andern An- ba^cheln, «o. I. schwatzen, Uosion 

gaben stammt das Steinbild, das auf reden. Ygl. lit. boHOs beteaem, ver- 

dem sog. Schlolzberge vor der Stadt sichern; lett. bahacha, Lustigmacher, 



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BMchelorken — Baaban. 



57 



iaii^itea , nmliersclilenderD , Nach- 
barn besachen; schmarotzen. Lit. Äeq., 
IJf, Nsalm, Forsch., 3; TL, 215. 2. 
ungeschickt, schwerfällig gehen. Daher 
Blsdnl, m., ein Mensch mit schwer- 
Alligem Gange, namentlich ein solcher, 
der beim Gehen die FoTze stark aus- 
werte stellt, watschelt; auch Tölpel. — 
kaicbdig , a^. , ungeschickt , schwer- 
tUlig, tölpelhaft. Dönh. Rastenburg. 
Vgl. basen. 

Baichelorken , plw. , ungeschickte 
Scklorren, grofze, plumpe Holzschnhe. 
Sunland. 

baiern, md., plappern, schwatzen. 
PillkaUen. Vgl. bft^cheln. 

Butart, m., geringere Sorte des Bem- 
Bleins. Vgl. Stein. S. Frisch I, 69b. 

basteln, «0., langsam, ungeschickt, 
genoscbTöU arbeiteo; ausbessern, zn- 
reiJitklopfen, flicken, namentlich Sachen, 
•lerai Teile nicht mehr zusammenhalten 
woQen. Man mach' ihn (den Land- 
streicher) zum Soldaten — m Felde 
giMs immer v><a su bcateln. Soph. 
R.I, 622. Grimm, Wb. I, 1152, er- 
innert an besten, flicken, und an das 
lomaD. bantä'e, bätir, bauen, zimmern. 
Engl, to hoste. Hennig, 22. 3. prä- 
geb. Einem was außHUteln^ ihn durch- 
prfigeln. — Davon: Bastler, m., einer 
der bastelt, ein schlechter Handwerker. 
Sperber, 6. 

Baitemstle, /., Bastmatte, s. basten. 

basten, adj., aus Bast bestehend, ge- 
fertigt. EÜne basfne LischJee. Eine 
btafne Matte, gewöhnlich Substantiv. 
Bntematte, /., eine Matte, Decke aus 
Fftdenbast Die Bastmatten werden vor^ 
Eogsweise von den aus Polen kommenden 
Wittinnikem, FUelzen, Dschimken ein- 
geführt — bastig, adj., e. r. a. batt^i; 
doch auch grob. Er ist gleich baatig. 
Sprw. 1,251. 



Bastian, m. Vom., Sebastian. Hart- 
wich, 54. 

bastig, a^., s. basten. 

Bastilme, auch Bastlinde, Pflzn., lang- 
gestielte Ulme, ülmua eßtaa Wild. 
Hagen, 293. 

Bastier, m., s. basteln. 

Bastlinde, /., s. Bastilme. 

Bastpaudel, pltd. BastpQdel, /., Paudel 
von Bast, d. i. von harter, eben (plan) 
gezogener Lindenrinde. 

Bastschuh, pltd. BastschO, -sciiau, m., 
Schub aus Fadenbast, s. v. a. Partie. 

Balz, 7»., 1. BaliEgeige. 2. Backe, 
Wange, und dann gewöhnlich /. Eins 
vor die Ba/s bekommen, eine Ohrfeige 
bekommen, einen schmerzlichen Verlust 
erleiden. Sprw. I, 249. Eei hawf mi 
ver den Bas». C'arm. nupt. VI, 242d. 
Man ömmer e ran an e Boss! An- 
lockender Zuruf. Sprw. U, 266. 

Bafzfigllnsalv,/., B&rzviolinsalbe. Me- 
dikament ünfftientum baxiliatm. Kö- 
nigeberg. 

Batengel, Pflzn., Gamander-Ehren- 
prds, VeronicaChamaedrift L. Hagen, 
23. Nach Mahling Batengen, die 
Schlüsselblume , Primula veris L. 
Grimm, Wb. I, 1157: Batenikel. 

Bättctier, m., s. Bftkler. 

Batter, /, Butter. 

Batze, m., trockner ungebrannter Lehm- 
ziegcl. M&hling. Nach Grimm, Wb.I, 
1160, Klumpe, was aus dem Weichen 
erhärtet, geronnen ist und zuSMumen- 
klebt. 

Baubau, m., Kobold, Spukgeist, mit 
dem man unartige, schreiende Kinder 
ängstigt. Sei sttä, der Baubau kommt! 
Sprw. I, 252. Poln. heilzt der Kindei^ 
schrecker, der Knecht Ruprecht, bvha, 
bubak, bobo; in Posen aus dem poln.; 
Bvbak. Bernd, 31. Vgl. BAmann, 
BusckflMr, Buichebau. 



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58 Bftnch — Baamgans. 

Bauch, m., s. Brassensacfc. erhalteo und „des Gartens Bestes" za 

BauchbJet, Bauchbitt, pitd. BQkblt, innd. beraten batten. Genaueres in: Die 

bükbet, m. u. /., Baachbeil'zen -^ Bauch- Zunft«, 24 ff. 

grimmeQ, Leibschneiden; Eolik bei Baum, pItd. BAm, m., fr&ber der den 

Pferden. Mühling. Friedlaud Ostpr. Ein- und Ausgang des Priels bei Kö- 

Biet, Ina von hüten, bttan beifzen. nigsberg sperrende BaamEtamm: der 

Bauchsauger, tn , der Lump, Cyclopte- Litauer und Holländer Baum, die 

ru» lumpus L. Äncb Seehase, Seekaul- beiden Wasserthore der Stadt. Durch 

banch. Benecke, 85. den Litauer Baum, am Eingänge des 

Bauchtchlag, m., die scblagartige Be- Prcgels, gehen die ans lätaaen kom- 

wegnng der Flanken mcmcher Pferde menden Eähne, den HoUfinder Baom, 

nach angeatrengtem Lauf. Ebenso in am Ausgange des Flusses aus der Stadt, 

Livland. Hupel, 17. passieren die seew&rts (aus Holland, 

Bauchwehtage, plw., auch Leibwehtage, das in früheren Jahren vorzugsweise 

Leibschmerzen. Tgl. Wehtage. den überseeischen Handel Königsbergs 

Bauerbrille, pltd. BArbrSII, /., Brille, vermittelte) ankommenden Schiffe. Der 

die ein Bauer trägt: scherzweise die EArmekmer am Baum nöüägte tma, in 

Hand, welche er über die Augen hält, »ein Naua zu kommen. Soph. K. U, 

um deren Sehkraft zu versch&ifen. 406. Mein Oheim lUgt in PiUtat! vidr- 

Söck <le BürbröU opsette. Sprw. T, 286. leicht schon gar am Baum. Ibid. Y, 

Bauericarpfen, pltd. BQrharpe, m., Fisch, 540. Redensart: Da» geht durch den. 

den der Bauer als Karpfen speist: der Baum, die Sache, obschon nicht völlig 

Hering. Gebräuchlicher fKr Hering ist: in Ordnung, mag ununtersucht so bin- 

Schneidaricarpfen. gehen. Sprw. I, 288. Hennig, 22. 

Bauermargell, pltd. BQrmargell, /■, Baumann, pltd. Bfimann, m.. Mann, 

Bauermädchen ; auch als Schimpfwort, der baut, Zimmermann(Emiland. Sper- 

öck st man e »chlickte Bu'TTnargeü. ber, 45); auch Landmann, Bauer. 

Volksl. n, öUI, 4. S. Margen. Baumband, pltd. BOmband, n. Band 

bauwn, pltd. bOren, im Ermlande am Bettbaum zum Aufhelfen. Dzg. 

pauem, ««., eine Bauemwirtschaft fah- Nhg. VioUt, 98. S. Aüthelfer. 

ren, wirtschaften. Kann ji de Buur Baumchenhofalwurzel, 1. Pflzn. Nach 

nich tpälen (Karte), Gleeft mi, denn MOhling Corydalis cava Schwgg. 2. 

buHirt he wöss nich sehr. Dorr, 13. Medik. Radix Äristolochiae cawte. 

Mi hoß de Voatsch 'nön schönen Hof: Bauntente, /., s Baumgans. 

Mi Söhn, nu buur mi goot. Ibid., 21. Baumgang, m., Abteilung des Stroh- 

De b'i'rt gSt, dem de Keg göt stanen on oder Robrdaches in der Breite von 

de Frü'ns stanoen. Elbing. Ndrg. Meijia drei Sparren. Mühling nach der 

»elg' Qrofgvota pauat (pauet) va jenne Landes-Ord. von 1577, ohne genauere 

sebeneig J6re ze Öls. Ermld. Freisch., 6. Angabe. 

Bauherr, m., Herr des Baues; in der Baumgans, /., der Kormoran, Carbo 

Zunft der Eönigsbei^er Junker und Cormoranu». In der Gegend von Elbing 

Bürger einer der beiden Vorsteher, allgemein Baumente. Mahling. Nach 

weldie die za Hof und Garten gehöri- Müller (Von Königsberg bis Memo). 

gen Gebäude in baulichem Stande zu Volksschtüfir. 1867, 78) ist dieser ge- 



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fr&rzige Fischrftaber anf der korisclieii Wasch bavxn op. Dorr, I. Wiew., 70. 

Nehrang dem gegen iho angestrengten Davon: bawerat, bawerete, das oberste. 

Veraichtnngskatnpfe fast erlegen. bäwcrn, mo , s. bfiwem. 

Baumhdl, Pflzn , s. Braunheil. Bäwerschatschke, m., Oberschatsclike, 

baumkantig, adj.^ von einem i;uge- BemsteinstQck ill)cr ein Loth schwer, 

hauenea Baubola, das an den Kanten S. Schasch. 

□ocb die Binde, also natürliche Bim- baws, int^J., s. baft. 

dang, hat bazeln, nc., sich mit Anstrenguog 

baumleibig, pUd. bOmllwig, ad}., lang- fortbewegen. Im Schnee bazeln, Fried- 

Inibig; von Pferden. Etwas baumleibig land Ostpr. 

wts wol, uu/te em Bauer. Soph. R. VI, beaasen, »w., bescbmulzen, besudeln. 

135. S. aasen. 

Bainiskerl, pltd. BOms- and BomskM, beantlitzen, sw , ansehen, beschauen, 

m., Kerl wie ein Baum, grolzer, kräf- von Angesicht schauen. Unterdessen 

tiger Mann. Ek heww de Tied kennt, stand ich da, ward von allen, von eini- 

donn hadd §k mft vUenem langen Schtoeert gen sogar mit gewafnetem Auge beant- 

veer Bomskeerls toie Ratten ^ringen litzt. Soph, ß. I, 167, Er zweifelt., 

loten. Dorr, 1. "Wiew., .^9. — Baums, <A er der sei, obgleich er ihn beanüitzet. 

BOms and Borns tritt ancb noch vor Hippel X, 62. Grimm, Wb. I, 

andere Wörter zur Bezeichnung auTzer- 1206 

gewöhnlichertxröfze, z.B. Baumshausetc. bebaumflien, pltd. bebOmtile(n), sü^A, 

Bauschan, m , Dummkopf, Dummer- sw., sich bepissen, namentlich vor Angst, 

Jahn, Dojahn. alberner Mensch, Tauge- Lachen etc. Ock hau dt, dat du dt be- 

nichts; auch Baujahn. Uenuig, 22. bßmöht! In gleichem Sinne neben 

baulzen, pltd. b<lte(n), adv., aulzen, bedien auch in Posen. Bernd, 15, 18, 

draulzen, aufzerhalb. In Mecklbg.-Vorpomm, betrügen, an- 

Baufzenteich , m., s. Aulzendeich und führen, anschmieren. Mi, 6a. 

Vorland. bebbem, sw., s. bibbern. 

baulz, bauz, pltd. butz, interj., den bi-bi, interj., in der Eindersprache 

Schall eines feilenden schweren Eör- für etwas Schlechtschmeckendes, Ekel- 

pers bezeichnend. Butz! fuü de Katt haftes. Wenn Kinder ungehörige Sachen 

ron er Stutz, Sprw, I, 512. Snbstan- in den Mund führen, ruft man ihnen 

üv. zur Bezeichnung der Schwerfällig* zu: Bas ist bi-bi. In Bayern pe-pi. 

keit, Tölpelhaftigkeit: I^- ist ein Bautz. Scbmellerl, 274. 

Sprw. I, 291. bebeddern, sw., s. bepeddem. 

bautzen, bauzen, sui., mit schweren. Beber, m., Biber. Altpr. belmis, llt. 

schallenden Tritten gehen; dnrchSchlag, b^h^is, wdbrus, lett. belms. 

Stolz oder Fall Geräusch verursachen. beMebbert, a^., ängstlich, besorgt. 

Grimm, Wb- 1, 1202. S. batsen. Mühling. S. beklibber. 

Bftw, m., Pfau. S. P&w. beboHen, sw., s. verbotten. 

bawen (a = ä), nach Sperber, 6, bebrKinen, sw., verbrämen, 3. blümen. 

auch haben, adv , oben. Von bäwen Bechler, m., s. B£kler. 

dal, von oben herab. Schmiet schwarte BeckBl,ni., Bekassine, jScoZtJjToo^nWea. 



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60 bed&melo — bednt. 

Den Beckaa socht Sek op, wenn he ön'i ti^ufeln. Davon bedrippl, pltd. I 

Moor önfoU. Dorr, 26. adj.,\>e\s^\df\t. HeaiU&tviienbedrSp^ 

bedSineln, sw., momentan betänbt, Hän — wl e bedröpf Senn. Bildlicb: 

dumm werden. Vgl. bedammeln, bedut betrübt. Er steht mit h^rippier Note 

verfOrden (ö lang). da. 

bedammeln, ato., wie hedämeln. Öch bedrUd(en, pltd. bedrOckeCn), mo. 1. 

tn ganz bedammelt, ich habe die Klar- niederdräcken. He hat em bedröcktwt 

heit des Denkens verloren, bin der Be- de lewe Gott den Grvhert Sprw. I, 

sinnung beraubt. Sprv. II, 297. Ygl. 293. 2. unter dem Drucke stehn, 

bedut und bonommen. seu&en, Kummer haben, und dann 

bedanken, sw., mh. Dank sagen. JXe meist adj. Er üt sehr bedrüeH. 3. 

Kinder gehen sich heute bedanken, sie ermöglicben, erlangen, gewinnen, fest- 

überreiclien am Tage nach ihrer Con- halten. Da» kann ich nicht bedrüiAm, 

firmation dem CreisÜichen das honorie- z. B. eine Ersparnis zur Reise, 

rende Creachenk. ' bedUmpeln, pltd. bedSmpeln, »»., über- 

bfllttsen, «w., dumm, betäubt, achwin- vorteilen durch Beschwatzen, Zureden, 

delig werden. YgL (M^g, Er hat »ich bedümpeln Uasen, hat sich 

bedaunen, w., &. bedünen. überreden, gegen seine Ansicht sich 

bedienen, pltd. bwt8ne(n), ko., 1. beim gewinnen, täuschen lassen. Gedanitm. 

Kartenspiel die Farbe bekennen, zu- bedünen, vrhchd. bedaunen, aw., sich 

geben, nachspielen. 2. nachgeben, dän, d. i. voll und dick essen. Tgl. 

schweigen. De mot Karro bedSne. dOn. 

Sprw. II, 300. Bedunken, n., Bedünken. Ein &tfz, 

bedingen, st, über den Preis einer den man stiehlt nach Beduncken, Der 

Ware verhandeln, ihn durch Markten zeugt von unarer Liebe Fkincken. Com. 

feststellen. Nau bedinge on richtig be- nupt. I, 232. 

täle, genau bedingen und richtig be- bedflseln, bedUieln, sw., betäubt, 

zahlen. Elbinger Ndi^. schwindlicb werden durch Schlag, Stofz, 

bedTldn, sur., s. bedQseln. Fall, Dunst etc. Bei Jeroschin be- 

bedonnern, eiv. 1. vom Donner ge- düsen: ixr knecht von dem pferde to 
troffen sein. Öck si tot bedonnert, ich hart vU vf die erde, daz er da von be- 
bin wie vom Donner gerührt, aoTzer dütte. 169a. Pfeiffer, 123. I^nen 
Fassung. Vgl. Danneil, 14b. 2. be- beduseln, ihn schwindlig machen, be- 
putzen, auffallend und überreich sich t&uben durch geistige Getränke. Er 
herausputzen. Die hat sich gut be- ist bedüseU, berauscht. Ebenso in Liv- 
donnert. Sprw. II, 304. Eine Haube land. Hupel, Uvl. Idiot., 19. Vgl 
(einen Frauenhut) bedonnem, ihn mit DOsel. 
Bändern und Schleifen Ühermärzig be- bedOsen, am., s. das vor. 
putzen. bedut, adj. und ado., verdutzt, be- 

bedrabbeln, no., beschmutzen, be- täubt, bestürzt, verwirrt, anfzer Fossang, 

trügen. Mühling. momentan ohne Besinnung, verblüfft, 

bedrfthnen, nc., sich, sich berauschen, niedergeschlagen, dumm. Öck i! gam 

benebeln. S. DrShn. bedut. Eier stund eck as bedutL Com. 

, pltd. bedrifppe(n), nc., be- m^t. I, 282, Str. 2. Edi awers ward 



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be^;ea — begehen 



61 



ieäutt, veritUngd, ganz Btomm on stöü. 
Ibid. 190a On da sack he een vmn- 
deneh^nei Mächen, on blih ganz bedutt 
ttehe von tDcgau ehrer graxaamen Hvb- 
KhigkeU. Schal^. 1, 439. Bock, 2. 
Hennig, 22. 319. 

beAgen, ba-eggen, md., den Acker 
^gen, äbereggen. Für Livland bei 
Hnpel, 19. 

Beert, n., s. BteL 

befarichen, mo., &. Fanch. 

befaudfln, sw., mit Fanden verseilen, 
«grenzen. S. Faude. 

befMan, »uj,, tich, b. fiston. 

befleilien, s^, s. flelhea 

beflicken, w., dorch Flicken jeman- 
des Kleider in Ordnung lialteo. Ebenso 
in Estland. Sallmann, 29a. Ygl. 
bckKhen, beraggen, bsihun, bewaschen. 

befrfldmen, «o., a. Frftdem. 

befreien, mu., »ich, sich verloben, ehe- 
lich verbindeD, von freien. Du mit, 
mein Bruder, dich zu solcher Zeit be- 
freien, da alies tat bedeckt mit Schnee, 
Carm. nupt, II, 89c. De heß sack gSf 
btfrit, er hat eine schlechte Heirat ge- 
macht 

befreuen, ko., sich, erfrenen, ergötzen. 
Wir Kinder beß-eutenun» müdenOeachen- 
ien, die unter dem Weihnachi^aum laffen. 
Froh hUckte unser Kranke auf und sein 
Baupthaar war das erste, mit dem er 
»ichbeß-eaen wollte. Hippel, Lebensl. 
ni, 15. Sich mit dem Hunde befreuen. 
Befreu dich doch mit dem Kinde, herze, 
kfiase es! 

befrUndt, a^'., verwandt Wi aönd 
befründt möt enander, wir sind Ver- 
wandte. YgL Freund. 

befrumcheln, w., eich zärtlich be- 
freunden, herzlich thnn wie Liebende; 
befreunden, sich bekannt macheo. Wenn 
wie Mann on Fru sönd on darto kamen, 
«w mehr to befntntcheln. Dorr, 1, 



Wiew., 14. Ata öck dat hörd, faat Öofc 
int Ön Bart on stunjd ganjz op on louU 
mi möt em befrvnjscheln. Spook, 474. 
Man hiSrt auch befnindscheln. S. frun- 
scheln. 

befuppen, su>., sich, sich die Foppen, 
Taschen, voll stecken, bereichem. Der 
hat »ich gut befuppt. Hennig, 319. 

Beg, m., Ferkel, junges Schwein. 
Jeirentowitz. 

begalwem, aw., a. Calber, 

begllng, adj., gehen können, in Gtang 
sein, leicht zu FnTze sein, auf den 
Füfzen sein, daher auch s. v. a. ge- 
sund; nach Schemionek, 4, auch 
umg&Dglich. He öe schon recht begäng 
— der Genesende, der Enabe, der be- 
reite munter geht. — Dai Maser ös 
begäng, die Klinge des Taschenmessers 
läTzt sich leicht öfhen. Hennig, 79. 

begantem, tau., sich, sich unmanier- 
lich auffahren, concacare. Mühling. 

begeben, pltd. begfiwe(n), st, sich, sich 
berahigen, zur Ruhe geben, trfisten, 
von einer Sache abstehen, ihre Aus- 
fOhrong anheben. BoUekoppke, hegSß 
dl, B allen köpf chen , beruhige dich. 
Sprw. I, 496. Begöff di, Bröderke, be- 
göf (^ hast so nich vSle Freideddg ge- 
haU, Tröstung beim nahenden Tode. 
Memel. Sprw. H, 307. 

Begebenheit, /., was sich begiebt, er- 
eignet, und zwar in der Familie, daher 
Familienereignis, das durch ein Feet 
gefeiert wird: Hochzeit, Kindtaufe. 
Beute ist hier grofze Begeberiheit, ein 
grofzee Familienfest, FestmahL Vgl. 
Ausrichhing. 

begehen, pltd. begane(n) {a^ä), st 
1. durch Gehen abmachen, erledigezi. 
öck kann nich läles begäne on bddpe, 
ich kann nicht alles begehen und be- 
laufen. 2. nch begehen, beiwohnen, 
coire ; sich vertragen, mit einander um- 



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62 BegiDne - 

gehen. Wo Mann und Weib sich mit- 
einojider foohl begehn, Vercfnügt, rtach 
Gottes Fügen. Carm. nupt. III, 140 c. 
Wor An. söclc kartaget, kabbelt on schleyht, 
On glihk den Bungen on Katten be~ 
geyht. Sim. Dach, Anke von Tharaw, 
Str. 13. Volksl. 27, 18. 

Beginne,/, nach Hennig, 23, Nacht- 
haube der alten Preulzen, Nachlheginne 
Schlafhülle. Auch Haube überhaupt, 
ähnlicb der, welche die Begine, die 
LaienscbwesKr, trägt. Brem. Wb. I, 
72. Im Holstein. Beginken, Einder- 
hänbchen. Schütze 1,86. Tgl. Grimm, 
Wb.I, 1295: Begine. S. auch Bahn., 
29b. Schamb., 19a. Birlinger, 
51. 

beglflbbern, sw., mit GUMer be 
schmutzen, begeifern. 

beglamsen, sw., überlisten, überrum- 
peln, übervorteilen, hinters Licht fäh- 
ren, anschmieren; nach Schemionek, 
4, auch beschmieren. Bei Jeroschio: 
beglQmen: zu lange er dS aümete, daz 
miimen in beglumete. 68c, Pfeiffer, 
123. Pfeiffer weist auf glum trübe, 
und gbimen oder glxymen, trübe machen, 
hin (s. auch Brem. Wb. II, 519 f.) — 
Wie man statt beglamten, auch be- 
achei/zen gebraucht, sollte da nicht auch 
beglümen = beglvmen angewendet sein? 

begleifzen, st., mit Glanz ausstatten. 
Von oben begltesen, von unten beschissen. 
Sprw. I, 2815. 

beghmen, sw., sich, stille Blähungen 
lassen. Vgl. glimm. 

beglQmen, nc., s. beglamsen. 

beglflpen, sui., s. glQpen. 

begnabbeln, -gnabbem, -gnagen, m., 
benagen, s. gnagen. 

begnapsen, sv>., s. gnapsen. 

begnarren, ew., gnairend, d. i. mit 
murrendem, unzufriedenem Tone Neid 
ausdrücken, über Kleinigkeiten unnütze 



- begrisen. 

Worte machen. Sei begnarrt on he- 
begnaut alles. Sprw. U, 310. Vgl. gna^ 
ren, 

begnauen, «w., s. v a. begnarren. 
Nach Grimm, Wb.I, 1302: begnaam 
= begnagen. S. gnatien. 

begnibbeln, -gnObbeln, aw., benagen, s. 
gnagen. 

begontem, sw., beschmutzen. 

Begolzchen, n , eine Angel fOr Wio- 
terfischerei, mit Blechfisch als E6der. 
Bock, Nat. IV, 731. 

begrabbeln, ew., s. grabbeln. 

begraben, pltd. begraweCn) {a=a), «t, 
durch Graben etwas frei legen, also 
eigentlich um etwas herum graben. 
GegemoärHg hat man bereits die Erde 
rings um ihn (den grofzen Stein bei 
dem Dörfchen Wiekau im Samlande) 
entfernt, was die Leute sonderbarer Wäu 
„blähen" nennen, um ihn zu sprengen. 
Passarge, Balt, 31. 

Begräbnlsbriel, n., Traoerbiief; in der 
Dzg. Nhg. das Schreiben, in welchem 
man Verwandten, Freunden etc. An- 
zeige von dem Ableben eines Familien- 
gliedes macht und zugleich zum Be- 
gräbnis einladet. Der Begräbnisbrief 
wird durch einen Exprelzboten der 
Reihe nach an die Adressaten beßiiv 
derL S- einen solchen Brief bei Vio> 

i^t, in. 

begrapschen, -grapsen, sw., s. qnp- 
sehen. 

begräten, sw., benagen, mit Mühe 
eine Sache losmachen; die Fische ent- 
gräten. Mühling. 

begrwen, sw., grau werden, e^aoen; 
einwurzeln. S. begrtSefl. 

begrisen, svt. 1. gries, grau werden; 
bestäuben. 2. einwurzeln, feste Stellung 
&sgen. Wat nUh begrtat, begraut ok 
nich, ohne Festigkeit keine Dauer, kein 
Alter. Sprw. II, 313.. Vgl. begrUnen. 



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begriamaolen — beiem. 63 

i. begrlimOleCn), «w.. Behuck, m., kleines Wohnlians, klei- 

machen, dalz jemand ein grieses, grei- ner Familienbesitz ; von bchucken. M' 

nendes ManI zieht, ihm Schaden tbun, hat seinen eigenen Behuck, sein eigenes 

ihn anfahren; ihm mit dem Stocke Heim, Besitztum. Hennig, 319. Tgl. 

drohen, ikn durchprügeln; Schmerz em- Htick und fiucken. 

pfinden. Ik Kül (die Kälte) fisft m! behucken, sw., besitzen, etvas als 

hide g6t beffrtsmült. öck war dt dat Eigentum baben; besetzen, sich auf 

Khon begfiamüle! Ifatangea. Sprw. II, etwas setzen; auf jemandem sitzen. 

313. Et ward em schon e mal begris- Dem behucke de Lü's göt. Behuck mt 

müle; vom Verwegenen, Tollkähnen. nieh de KUder. Hennig, 319. Vgl- 

begllnen, pitd. begrfineCn), «o., grün hucken, 

«erden. E Sten, dei vel 'römktdlert, behussen, aw., &igstigen mit einer 

hegrent nick leicht. Wat to begrent, Sache, z. B. mit einem Frosche. Dönh. 

dat so beffraut, was sich in der Jugend bei,l. pltd. h\,präp., auch mit demAc- 

iu Liebe vereinigt, hat bis ins Alter cusativ = zu, an. Komm' doch bei mich 

Dauer. Sprw. I, 295a. Vgl. begrlsen. =■ zn mir. Bei Jeroschin öfter: vÜ 

behaHsam, adf., behaltend, festhaltend nä »t bi min bette trat. 44d. bt d£ 

das Erlernte, gut von Gedächtnis. Et hirche. 56a. dd er vaste bi at quam. 136c 

JUiä 'n«n offnen, behaltaamen Kopp, und a. Pfeiffer, 131. Kamt bi mi 

Dorr, L Wiew., 92. wenn't ju passen deit. Dorr, 1. Wiew., 

birken, aw., mit einer Harke den 86. 2. adn. pltd. bei, zunächst in dem 

Boden glätten oder mit einer neuen Sinne von: wenigstens, nur. Segg mf 

Erdschicht überdecken. doch bei en Wort, sage mir doch we- 

bcMblMn, pltd. behUpeln, mo., die Erde nigstens ein Wort Gieb mir bei einen 

um eine Pflanze auflockern und in die Groschen. War he (der Lehrer) bei nü 

Form eines kleinen Haufens bringen. tofrSde möt stner schöne Lag'. Lhrztg. 

De Kartoffle behüple. Hennig, 23. *> 355b. Ich muaa das schon thun, vm 

behaun', adj., glücklich. Holl. behoud ^ (wenigstens) Essen, zu haben. 3. 

Eihaltung, Wohlfahrt, adj. und part. pltd. bl, neben, nebenan, längs. Hei 

behouden bewnhren, behalten. Behaune geit bi mt, er gebt neben mir, ist mit 

Reii, glückhche Reise. Danzig. Volksr. mir gepaart (bei einem feierlichen Auf- 

266, 928. zuge). Man mot so lang bi de Bank 

BdKH, n., Auskommen; Heim, Woh- gäne, bet man herop kömmt. Sprw. I, 

nnng. Warum bist du gestorben? Bast 238. Hennig, 28 f. 

du mcht hier dein gut B^lf gehabtf etc. Beichtvater, m., zur Bezeichnung des 

Klagelied der Nadrauer. Pierson, Geistlichen, bei dem man zur Beichte, 

Matth. Prätor, 102. Vgl. Weigand I, zum heil. Abendmahl gebt. Im Posen- 

IM. sehen sogar: Frau Beichtvater, Frau 

behimmeln, »w., »ich, sich betrinken. Beicktmutter zui' Pfarrersfrau. Bernd, 

Mühling. 16. 

Behmd, m. Vom., Bernhard. Auch beiem, sw., mit dem Elöpfel kreisend 

Btring. Hartwich, 54. Pott, 205 in bestimmten, rasch einander folgen- 

ond 327, weist auf abd. bero, pero B&r den Pulsen die ruhig hängende Glocke 

hin. anschlagen. Hin und wieder geschieht 



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64 Beigraft — Beisitser. 

dieser AnBchlag in riiythmischeD Inter- bet man an e DökK kömmt. Sprw. I, 

Valien. Davon: Bebeier, n. D<u eicige 238. 276; II, 255 f. 2. beiläufig, neben- 

G^teier kört gar nickt auf. Hintz, 3, hin. Doch wer heßt nteh siene Fehler 

nimmt beiem als gleichbedeutend mit — awer dat bäangt, Dorr, L Wiew., 

feiern. Über die gegenwärtige Ver- 23. God es ae ju uk, dat »eg eck juU- 

breitong des Beiems in der Provinz lang». Ibid., 28. Ort iäd biUa^ tut: 

8. das. S. 36. Bock, 4. Bennig, 23. oahne Fru keel öck dat nick lang uut 

Tgl.Grimin,Wb.I,1368. Schntzel, Dorr, 23. 

87. Dahn., 31a. Schamb., 20a. Beile, Bele, w. jüd. Vom. Tod dem 

Sallmann, 49a. aua dem Lat. stammenden Bella; viel- 

Beigraft, pltd. Bigraft, BTgräft, /., Be- leicht anch von dem bibl. Bäha. Fla- 

gräbnis, o.hi. pigraft, lahd. bigraft, be- tow. Schmitt, 113. 
graß. Schade Wb., 61b. Grimm, Beilknecht, pltd. Blfluiecllt, m., Knecht, 

Wb. I, 1373: Beigruft. Und wenn ein der das Beil führt. S. Gswache. 
hruder oder eine Schwester stirbt ausz Beimorgensprache, /., b. Morgent|ff«che. 
der güde. So soll von itzlichem par ein beinen,pltd.btne(n),air.,Beinemacbeii, 

mensche kommen zur beygrafft bey sechs d. i. laufen, und zwar mit Änstrengong. 

p/ennigen bvxte davon nicht zu laszen. Dei mot gSt bSne, er miiTz tüchtig laufen. 
Der Fischer Rolle 1538, Kgsbg., § 16. Beinisch, m. jild. Vom., Benjamin. 

Vorttnekr toieszet Wehm man giAt ein S. Benisch. 

zeichen der soll sein bey der beigraft, Beisatz, m., Speise, die dem Braten 

und wer dasz verschmeekt der soU geben beigesetzt wird, Beispeise, Compote. 
eineCalte Wachs. Ibid. §21. Benecke, Beischlag, pltd. BTschlag, m., 1, ein 

288 f. Mnd. bigraft, begra/t. Mnd. dem Wohnhause Beigeschlagenes, platt- 

Wb. I, 333a förmiger Vorbau längs der Fronte eines 

beiher, pltd. bther, ado., neb^an, Hauses auf der Stelle der sc^n. Bör- 

nebenbei, nebenher, zur Seite. Geh bei- gersteige. Danzig. Königsberg (hier 

k^, mein Jungchen, gehe mir nebenan, üblicher Wolm). Genaueres Qber die 

ZOT Seite des Weges. IXe Zoddem Beischl&ge Danzigs s. Fassarge, 52. 

hängen beiher. Biher dem Tun, neben W. Seidel, 29. VgL Grimm, Wb. I, 

dem Zaune her. 1391. 2. Faden, der die Haspel nicht 

beikraufen, pltd. bTkrQpe(n), st., s. trifft und. vorbeischlägt. Hennig, 29. 
kraulen. beJschlagen, pltd. blschlane(n) (a - a), 

Beilade, pltd. Bllad' (a = a), /., Seiten- st,, etwas nebenbei schlagen. 
£w;h, Nebenkasten in einer gröfzeren beisetzen, pltd. bTsette(n), sw., die 

Lade (Kasten). Dat könmit Ht dem Speisen im Topf an das Herdfeuer 

Kaste ön e BilätT. Sprw. I, 1893. setzen. Wat sett öck U, wat kak Öckf 

Tausend GiÜe lege ung're Bailöd. Erm- Sprw. II, 67. 

länd. Freisch., 5g. .- Beisitzer, pltd. BisOtter, m., der Neben- 
beilang, beilangs, pltd. bllang, bTtän98(t), sitzende, Nachbar. Die bei/sitzer vnd 
adv, 1. längs, der Länge nach, neben- atikörer sollen schuf digk sein, den schmier 
her. Beilangs der Bank gehen. Erseht aber sehender gots etc. zweermanen.'SitiA.- 
ömmer b'dangs de Bank, bet man bäwe Ord. a.d. J. 1629—53. N. Fr. Prov.-Bl 
ÖS. Man mot bilängst de Bank gdne, a. F. VH, 368. 



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beiEten — bekickeD. 65 

st, sich, pltd. sVck bTte(n), bejabbeln, aw., bereden, beschäodeiL 

sieb zaoken, streiten, in Hader leben. Samlaod. S. jabbellt. 
Se (die Eheleute) btte aöck den ganze bejagen, su>-, sich, beiwohnen, inire; 

Dag. TOD Hunden. Die Zock hat steh byagt. 

Selber, pttd. Biter, m., Dem. Bei/zer- sie ist trageod. Vgl. jagen. 

chen, Btterken, der Beirzende, der Zahn bejuxen, aw., aick, sich mit Jui be- 

ond namentlich der erste Zahn des werfen, die KJeider beschmutzen. FKr 

Rindes. Sei heft schon e Btterke. In Livland Hapel, 20. 

der Dzg. Nhg. der Blter die Pfeifen- Btk, /, Bach. Alts, beki, angs. becc, 

spitze Viol4t, 99. nds. b^e, mnd. beke, f., im Götting. 

Bejfzeriing, m., Cieoi^enschwamm, bSk, bet, m , ndl. beek, engl, beck, schwed. 

Agaricus Georffü. Bock, Nat. III, back, A&a. bäk. Vgl. lit. bigu, b^gti 

S. 622. Bei Lennis unter den Blätter- laufen,fliefzen,A'>^Lauf (eines Flasses). 

pilzen als A. Georgii nicht verzeichnet. Nsalm. Forach. 2- In Hessen, wo man 

Beite, /., s. Beute. auch die Bach sagt, die Beke. Yil- 

beften, ««., warten, verziehen, harren, mar, 31. Brem Wb. I. 74. Scbamb., 
zögern. Nach Hennig, 28, der auch 30a. Den ESnigebergem am bekann- 
beutea schreibt, bei den Fischern auf testen ist wohl die Beek bei Eranz, 
der Nehnmg gebräuchlich: sie mümen ein in die Breite und Tiefe erweiterter 
oft lange auf einen guten Fang beiten. Bach, jetzt Hafen am kurischen Haff, 
Mhd.&«iten, ahd.j)«tt^,-bei Jeruschia; von dem aas der Schiffsverkehr mit 
da wart auch lenger nich gebeit {lirreiC) Meiuel unterhalten wird. 
8Ta.Pfeif fer, 124. Seitdem 17. Jahrb. bekälbern, kw., sich, vomieren, er- 
erloschen. Tgl. Frisch I, 79b. Grimm, brechen, sich bespeien. 
Wb. 1,1403. Weigandl, 161. Hen- bekanten, sw , die Kanten eines Bal- 
dig, 28. kens behauen, abstumpfen. Auch bei 

Behval, m., Beinwell, Wollwnrz, S^m- Hupel, 20. 

phytum of^cinak L. bekappen, »w , s., kappen. 

Sehwunsch, pltd. Blwunsch, tn , Wunsch, bekaufen, pitd. bek6pe(n), sw., sich, 

den man einem Geschenk beigebt, Be- Schlechtes, Unbrauchbares zu teuer 

gleitwunsch. Tgl. den Titel zu: Carm. kaufen. Er hat sich bekauft, wie Patc- 

nupt I, 298. lotDsH trat Schnupftahack. Bock, 2. 

Beixen, m , Teufel. S.Kasper. Hennig, 24. Sprw. I, 310. 

Beize, /., vou beizen, etwas durch BSkS, /, Buche. S<mst blöwst du mi 

scharfe Flüssigkeil mürbe machen; ver- akräds so dorn/m ah Eke on als Beke. 

wandt mit bei/zen. Einen in die Beize Tolksl. 50, 34, 1. 

nehmen, ihn scharf und eindringlich b&ken, adf., buchen. BStenholt, 

vermahnen. Sprw. II, 325. Buchenholz. 

beizu, pItd. bit(, IU&, nebenbei iScAüfte bekichern, sw, heimlich belachen. 

igie/ze') nicht beizu, ä. h. über oder bekicken, sm., bekucken, besehen, mit 

aeben das GefüTz, in das man etwas Neugierde und Genauigkeit pr&fend in 

oineinthnt Gedanism. Mi drüm, aäd Augenschein nehmen, untersuchen. Der 

de Ketelflicke un mökt bit6 a Loch. Co- muas alles bekicken. He mussd dat man 

nitz. Sprw. n, 1435. von vjids (von weitem, aofi der Ferne) 



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66 bekimmetD — bekneifen. 

bekicken. Parad., 18. Bekickt dat Veh im Sclial^abre versetzteo oder gep&opf- 

on Ltd on Land. Volksl. 1, 1, 4. ten Obstbäome) bekleiheten, trügen nt 

Hennig, 24. entwed^ gar nickta oder ja gar menig, 

bekimmeln, aw., s. bekUmmeln. zu dem noch dasselbe nicht jährlich. 

bekitern, sw., sich, s. kttern. Linem. B 2a. 

beklabastern, sw., s. klabastern, beklemmen, sw., von klemmen stehlen, 

beklaren, beklarren, stc., 1. neugierig Kleinigkeiten an die Seite bringen; aber 

besehen, betasten. Mübling. 2. Wände auch in reellster Weise durch Ein- 

und Zäune beschmieren. Elbing. Sehe- scbränkungen etc. kleine Ersparnisse 

mionek, 4. 3. Sich beklarren, sich miu:heD. Die Mutter beklemmt von dem 

mit wertlosem Putz behängen. S. Klarre Wirlichaftsgelde manchen Groichen für 

und klarren. den studierenden Sohn. 

beklastem, mo., bekleistern, be- Bfikier, Bechler, Bättcher, m., Böttcher. 

schmutzen. Mühling. Die Bt'kler oder BecMer fertigen nur 

bekittlem, »w., sich, sich mit Elätern kleine Gefölze an: Eimer, Stippd, 

Beinkleid oder Rock bewerfen. He ie Wannen etc. und verarbeiten Tannen- 

je von bowen dal beklätert Schallj. 1, undFichtenholz; dieSättcÄ^rverfertigeQ 

437. Hennig, 24. S. KIttter. alle Arten von Holzge&l'zen ausschLiefz- 

bddatschen, sw. 1. Beifall durch Elat- lieh aus Eichenholz. In Hessen Bender, 

sehen in die Hände kundgeben. 2. be- Benner. Yilmar, 31. 

schänden, bereden, jemand in der beklibber, adj., von bekleben, bekleiben, 

Leute Mund bringen. Mi fire (feuern rOhrig, emsig, vorsorglich, besorgt, 

= glühen) de Backe, wer mach (mag) freundlich, dienstfertig, thätig, hinten 

mi wedder beklatschef und vom sein; anhänglich, umgänglich. 

beklauen, aw., mit den Klauen, den Er ist sehr beklibber. Auch beklebber, 

Händen, thätig sein, dienstfertig, dienst- beklebbert, bekUbbe. Der Kenikvmüömmer, 

willig, rührig arbeiten. Dat kann hei dass altes guht ging on darem war he 

alles beklaue. Im Ermlande auch: den och thätig on bei allem beUöbber. Schalt). 

Acker eggen, beeggen. Mübling. 3, 7. {Sin Ltake 5s) So sehr beklebbert 

beklebbe, -klebber, -klebberi, adJ., s. on so göt. Volksl. 19, 4; S. 84. Hen- 

bekllbber. nig, 24. Subemionek, 4. 

bekleben, sw., s. bekleiben. beMieren, st«., unberufen mit schlech- 

bekleiAern, sw., sich, sich beklecken, ter Schrift Papier verderben, besndebt 

namentlich beim Essen. S. kleckern. S. klieren. 

bekleiben, st., aus kleben und kleiben, beklunkern, sw., sich, 1. sich mit Elnn- 

»Iso haften bleiben, Wurzel fassen, ge- kern, Klümpchen von Stralzenkot, be- 

deihen, mbd. bekiben, ahd. picltpan; werten, beschmutzen. Er hat sich die 

vereinzelt auch bekleben. Es mvss an Hosen beklunkert. 2. sich betrinken. 

ihm bekleiben mein Wunsch. C'arm. Er hat sich beklunkert, Sprw. II, 33*. 

nvpt. II, 278 f. Und ob der Seegen nicht In Estland : sich mit allerhand Gehäuft« 

bekleibet, den fromme Eltern lassen nachf beladen. Sallmann, 96b. Vgl. kllin- 

Ibid, IV, 2 b. De aller aötste Freud de kern. 

bliew op ju bekläwen. Ibid. V, 190d. beknelten, pltd. beknTpe(n), *t. 1. knei- 

Da e* aber »ich zutrüge, da/z sie (die fend mit der Hand umscbliefzen; das 



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bekuieen — belaufen. 67 

Geld festhalten, zurücklegen, ersparen, reinigen. Er hat sich belämmert, mit 

Oct kann keine Groiche beknipe, es ist Unrat bemidelt, „gleichsam wie ein 

mir nicht möglich, Ersparnisse zu Lamm, dem es gleichgültig ist, wohin 

machen. es hofiert", Sperber, 7. Das üt zu 

bekniMii, pltd bekneie, sio., mit den belämmeiti. Das ist gut zu belämmem. 

Enieen beliegen; coire. 2. Bildlich: übervorteilen, betrügen. 

twknUlleit, phd. beknVlle(n), sieh, sich Der ist belämmert, gehörig angeführt, 

einen Rausch antrinken. Vgl. knllllen. betrogen. Sprw. I, 31ö. 3. In Danzig 

tukodien, pltd. bekal(e(n) (a^a), sk., belamviem = be\&stigeix. Gedanism. Im 

für einen andern die KQche besorgen. Bremischen; Se is damit belemmert, er 

Sie hat ihn schon lange vor der Seirat ist dadurch in Verlegenheit gebracht, 

bdcocla. Sprw. II, 335. Ich mufz ihn er weilz sich dabei nicht zu raten, nicht 

hdcochen und bauschen, ich mul'z ihm zu helfen, Brem. Wb. lU, 52. Im 

das Essen und die Wäsche besorgen. Holsteinischen: besetzen, bekramen. 

bekoddem, «r., bekleiden. S. Kodder. Schütze I, 89. 4. Hennig, 24, hat 

bekramen, sw., mit Kram belegen, aufzer der erst«n Bedeutung noch: et- 

Verschie den artiges auf den Tisch legen, was mit verschiedenen Sachen belegen, 

Der Tiack ist bekramt. S. abkramen. bekramen, besetzen, dafz man nicht 

bekrftngeln, sw., einen durch Über- dazukommen kann. 

redong drehen , umstimmen, fOr die belappen, belapsetl, sie., nach Hennig, 

agene Ansicht gewinnen. Vgl. krän- 24, belappen -■- ein Tier vermittelst der 

gdiL aufgehängten Lappen abschrecken, oder 

bekl^nzen, sw., s. kränzen. auch dasselbe fiingen. Davon figürlich: 

bdiraufen, pltd. bekrOpe(n}, st, s. krau- betrefFeu, erwischen, ergreifen, beson- 

feiL ders in flagranti, und dann gewöhnlich 

bekreschen, bekrOschen, sw , Kartoffeln belapsen. Vgl. Lappen. 

oder Klöize mit Speck oder Fett über- Belafz, w»., Gelal'z, Raum, Platz. Da- 

braten. Schemionek, 4. S. kreschen. für hob' ich keinen Belafz. Ebenso 

bdtriegen, sw., verrichten, ansfOliren, in Livland. Hapel, 20. 

übersehen. Wat man bekrige kann, Ss belauern, pltd. belDpe(n), »w., lauernd 

ömmer dat beste. Dat kann öck nich nachstellen, ertappen; belauschen, heim- 

hderige. Sprw. II, 386. lieh beobachten, hinterlistig auipassen. 

beloibeln, sw., s. kritzeln. K^ man die Gmbe macht, wenn man 

bekrttschen, sw., s bekreschen. den Fuchs belauert: Man leget mancher- 

bekUmmeln, pltd. bekimmeln, sw., sich, lei/ auf das gehöhlte Grab an Posch und 

sich an Kümmel berauschen, überhaupt Strauchwerk hin. Carm. nwpt. I, 1. Sia 

sich betrinken. Sprw. I, 445, S. 35. haben den Dieb belauert, ertappt, er- 

Vgl. kümmeln. wischt. Vgl.Brem.Wb.lU,101. Dähn., 

BekDmmerte, flar., eine besondere 34 a. 

Sippe von Mennoniten im Werder. Vgl, Belauf, pltd. BelSp, m. 1. Betrag, 

KUlien. swmna. 2. Bezirk, Kevier, das ein 

bekiinkeln, no., beschwatzen, beschän- Förster zu belaufen, zn beaofeichtigen 

den, verlen^den. Mübling- hat. Von laufen. 

h, 1. besudeb, verun- belaufen, pltd. b«IApe(D), m., 1. be- 



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beläaten — belugeeD. 



gehtiu, viele Gänge machen, diu-ch (rehen 
erledigen, beschicken. Ich habe viel zu 
belaufen und zu berennen. Er beläuft 
mich von früh bit spät. 2, bespriogen, 
belegen, inire; Ton Tieren. Die Hün- 
din hat sich belaufen. Vgl. Grimm, 
Wb. I, 1438. 

belttuten, p\tä. belOdde(n), sio., Grab- 
geläute ertönen lassen. 

Bele, w. jüd. Vom., s. Beile. 

beleben, pUd. bel{we(n), m., erleben, 
erfahren, wahrnehmen, zn sehen be- 
kommen Da» werden ujir nicht mehr 
beleben. Wat belewt de Blöm (Name 
eines Fiechers) op sine Sicke, mischt 
ah lüter Giester. Alt-Pülau, Sprw. II, 
337. 

belegen, sw., Geld aolegen. S. be- 
sttttigen. 

Belehntar, m., ein von der Kaufmimn- 
schaftmit einem Amte Belehnter. Schal- 
belehnter, W^er, der die Gewichte auf 
die Wagschale setzt. Zu den Belehn- 
ten gehören auch die Aschbrftker, Flachs- 
brflker, Heringsbrftker, Weinschrltter. Kö- 
nigsbei^. 

beleiden, ato., mhd. beleiten, ahd. pi- 
leitan, begleiten, öck war di e Endke 
belade, ich werde dir eine Strecke das 
Geleite geben. Vgl. Grimm, Wb. I, 
1445: beleiten. S. warpoten. 

beigen, sie., s. btUgen. 

beliddern, m., beschmutzen. Müh- 
ling. Setzt ein Hddem, schmutzen, 
voraus, das nicht nachgewiesen werden 
kann. In Bayern ist Ladern, Laden, 
m., Lehm, Letten. Schmellerll, 439. 

beilegen, pltd. beligge(n), st, auf etwas 
liegen, es unter sich haben; über einer 
Sache liegen, sich eifrig damit beschfif- 
tigen. De beUggt dat, wt Schmödta Jung 
den Beigster. Sprw. II, 338. 

Bellfan, m, ein Unbeholfener, Un- 
geschickter, Der Gutsbesitzer L. au J. 



in Ostpr. wurde von dem Wirtk D. bei 
einem Streit durch das Wort BeUfan 
(im Oslpreu/zischen gleichbedeutend 
mit unbeholfener, Ungeschickter') be- 
leidigt. Auf den Klageantrag da Be- 
leidigten ist D. wegen Beleidigung in 
ztoeiier Instanz verurtkcilt, und ist die- 
ses Urteil durch Ober- liibunah-Er- 
kenntnis vom 20. Novemb. 1874 bestätigt. 
D. Keichs- und Preufz. Staats-Anzeig. 
vom 9. Januar 1875- No. 7. Sprw. 11, 
339. 

belken, »tc., bölken; laut schreien, 
rufen, weinen, singen, brüllen; von 
Tieren und Menschen. £^ beÜct wie 
ein Ochs. Osske, loölst e Wäschke BSg 
oder Stroh, awer beÜxt man sol Frage 
an weinende, schreiende oder rülpsende 
Kinder. Sprw. I, 2830. Davon: Ge- 
bellt, n. 

BelkhaJs, m., Hals, der bölbt, Schrei- 
hals, namentlich von kleinen schreien- 
den Rindern. 

bellen, sw., wie ein Hund lant sein, 
Widerreden, mit lauter Kede entgegen- 
treten. Lass alle Neider bellen. Carm. 
nupt. I, 137. . . . da mufz nun aber 
das EheweA nicht widerbeUen. Ibid., 152. 

Bellen, plur., die Hinterbacken. Dzg. 
W. Seidel, 29. 

Beilenzucker, m., weifzer Hnndekot 

beltern, sw., sich, sich abquälen, ab- 
arbeiten, und dabei schelten und belfern. 
Denn mit uns steifen Bauerkerln »ich 
(beim Exerzieren) beltem zu müssen . ■ - 
da möchte einer wohl hitzig werden. 
Soph. R. U, 220. 

belOdern, »w., sich, sich einen Kausch 
antrinken. Sprw. I, 445. S. Iftdem. 

belugsen, beluxen, sie., belauern, er- 
tappen ; hinter die Schliche kommen, 
bei der That ertappen; betrügen, be- 
stehlen; von belugen. Hennig, 25. 
S. lugsen. 



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bellen — benehmen. 09 

beben, «o., impfen, pfropfen, mhd. Wer hat cUch bermmt, du Onn6»d1 

beben, ahd. pehon pfropfen. Führt Schaltj. 3, 4. In Elbing: jemand zu 

deme kühne Hand das Kunststück, an- etwas zwingen. Schemionek, 5. 

dmi Packen eimubeltzen, aus Engelland Bai, m. Vom., Benjamin. Hartwich, 

nun auch in Preussen eint Carm.nuptl, 54: Benn. In der Dzg. Nhg. Bensck, 

114 Blatter - Beltzen ist gefährlich, in der Gegend von Elbing Bentsck. 

Ibid. Bildlich: coire. Das Pfropfen Dem Bentach sein Geburlstak ös je doch 

k(J)' hier einen andern Sinn; dasBeltzen alle Jahr! Schaltj. 3, 5. 

ui figürlich zu verstehen: Et cetera Mein benSlen, »w., skh, sich allgemächlich, 

Freund, dies BeUzen wird auf dieser nälend betrinken. Auch adjektiv: Eck 

Erden NiTnmermehr getadelt werden, was befidhlt as wie en AckermÖhr. Carm. 

Ibid. Vgl. Grimm, Wb. I, 1456. nuptl, 282, 15. Hennig, 25. Vgl. 

bemachen, pltd. bem^e(n) (a = d), nälen. 

«B. 1. einschliefzen, einsperren. Fru benarben, pltd. benarwe(n), sich, sich 

Hwüff bemakt Sirr^l gn dem (Jahinet. mit einer Narhe, Kruste überziehen; 

Dorr, 1. Wiew., 24. 2. sich, sich ver- von der Wunde, vom Boden. S. Narbe, 

ooreinigen, concacare. Namentlich in benauen, sw., beengen, beklemmen, 

der Spra>che mit Einderu. Er hatsich befingstigen. Nach Hennig, 25, ein- 

Khm wiedo' bemacht. Vgl. bethun. schränken, die Freiheit beschränken. 

bemSkeln, sw , kleinlich uud wortreich Vom engen Raum, von einer niedrigen 

tadeln, bekritteln. Fk mufz alles be- Stube sagt man: Es ist hier sehr benaut. 

mäkeln. Vgl. mSkeln. Mühling erklärt: henaut — nieder- 

bemanschen, sw., sich durch Manschen geschlagen, bedrückt; Schemionek, 5 : 

beschmutzen. S. manschen. benommen. J/t (dem Niederunger) wortf 

beaSgen, sw., sich, sich Mähe, d. i. doar (zwischen den Bergen) ganz be- 

Sorge, Kummer machen. Min {Sannke), naut to Mood, Nä, Lied, doar weet^ck 

n^ Dingke, bemeg' di Tnan nich. Volksl. nick moal geem dood. Dorr, 9. Wenn 

40 III, 7; S. 98. Vgl. megen. uk de letzte Schnee opdaut, Dann ward 

bemOgeln, sto., übervorteilen, betrügen, ons dock en bat benaut (wegen des be- 

s. mOgeln. vorstehenden Eisganges). Dorr, 18. 

bemopsen, aw., gleich dem vor. Ek ImBrem.Wb.ni, 225, £«nau£n beengen, 

hemops dil Elbing. Ndrg. beklemmen, die Luft benehmen, beäng- 

bemummeln, bemunimen, sw., vermum- stigen. Mnd. benowwen, benatuwen, ein- 

men, in warme Tücher and Kleider engen, in Not bringen, ängstigen. Mnd. 

hüllen. BerrmmTnel dt man gSf, sagt Wb. I, 234b. Vgl Grimm, Wb. 1, 

man zu dem, der in die Kälte hinaus 1466. 

fflalz. Ebenso in Livland. Hupel, 21. Bendikt, m. Vorn., Benediktus. Hart- 

S. mummeln. wich, 54. 

bemurmnen, au>., s. das vor Bendix, m. jüd. Vom., Benediktus, 

beoHinkeln,»»'., betrügen, bescbleichen. Übersetzung von Baruch. Flatow. 

Uühling. Schmitt, 111. 

bemimen, sw., zurück weisend gegen beneckeln, «c, stc^, sich einRn Rausch 

die Behauptung, man habe etmas tbun antrinken. Dzg. Nhg. Sprw. I, 445. 
müssen: öck war di gUk bemusse! benehmenf st, s. benommen. 

Digitiz.dbyGOO'^le 



70 



benippeD — beqnelksen. 



I, sw., durch Nippen sich be- 
rauschen. Sprw. I, 445. Dschtn hadd 
bang gekrägen, dat se sick as benöppen 
kunn. Elbinger Höhe. N. Pr. Prov.-Bl. 
a. F. IX, 243. Firmenich III, 494b. 

BeniBCh, Beinisch, m. jüd. Vom., Ben- 
jamin. Flatow. Schmitt, HI. 

Benn, m. Yorn., Benjamin, s. Ben. 

benommen, pltd. benOme(n), part. von 
benehmen, a., betäubt, duselig. Mir ist 
der Kopf gartz benommen — ich AoJe 
einen benommenen Kopf, ich verspüre 
einen Druck auf das Grehirn, habe Kopf- 
schmerz. 

Bensch, m. Yorn., s. Ben. 

befischen, sw., segnen. Jüd.-deutsch. 
Sperber, 43. 

Bentsch, m. Vorn., s. Ben. 

benuächeln, sw., beschmutzen, nament- 
hch Nase (poln. tmm) und Gesicht, In 
Elbing: benuseln. Schemiooek, 5. 



benirtschen , »w. , sich , sich durch 
Nutschen berauschen. Vgl. nutschen. 

beflgen, sin., beäugen, genau besehen. 
Hei mot alles beoge. 

bepaddeln, sw., jemand durch Paddeln 
mit Wasser oder Kot bespritzen. Ygl. 



bepaien,»»)., liebkosend mitden Händen 
betasten, schmeicheln. Se kunnten sich 
dran gar nich satt sehen (Prinz und 
Prinzessin an Söhnchen u. Töcbterchen) 
on bepajten le enemmfort. Schalt] ■ 1, 
440. 

beparchen, sw., betasten, berühren mit 
ungeschickter Hand. Schemionek, 5. 

beparschen, sw., bepacken. Öck heujw 
tat so bepancht. 

bepatschen, sw., 1. mit der Patsche = 
Hand, befassen, begreifen: schmeichelnd, 
untersuchend verunreinigend. i>Mßfl«Ae 
des Kindes bepatschen. Ei' mufz alles 
bepatschen. Ein zartes Kleid bepatschen^ 



es durch Befassen unsauber machen. 
2. Sich bepatschen; sich mit Patsch — 
Schmutz, Strafzenkot etc. besudeln. Da 
hast dich gut bepaischt. Vgl. patschen, 

bepeddern, sie., mit Pedder, Puder, be- 
streuen, bestäuben. Mühliog schreibt 
bebeddern. Vgl. peddern. 

bepftUcken, pltd. bepl8cke(n), sw, ab- 
reilzen, benagen. Schinken, de man bt 
Gänsen gern beplÖckt. (arm. ntipt. I, 



bepicheln, sw., sich, sich betrinken. 
Sie waren alle bepiciielt. Vgl. picheln. 

bepingeJn, sw., a. bepUngeln. 

bepinkeln, sir., feinerer und meist zu 
und von Kindern gebrauchter Ausdruck 
für bepissen. 

bepinken, sw., sich, sich betrinken. 
Friedland Ostpr. 

beplacken, »w., behauen, beschlagen; 
beflecken, beschmutzen. Mahling. 

bepritschen, sw, bespritzen. S. prit- 
schen. 

bepQlen, sw., s. pOlen. 

bepummeln, bepumpeln, sw., bekleiden, 
warm und reichlich sich oder andere 
einhüllen; nachMarold auch unordent- 
lich bewickeln, unförmlich umbinden. 
Ygl. bemummeln, bepUngeln, mummeln. 

bepUngeln, bepingeln, sw., bekleiden 
sich oder andere; übennäl'zig Crewand 
und Tücher anlegen und umnehmen, mn 
sich warm einzuhüllen. Bepingel dt 
mangot, et ös schwtir kSlt. Hennig, '289, 
hat vefpüngeln. Vgl. pDngeln, bepummeln 
und bemummeln. S. Pungei 

bepQsien, »w., beblosen, anhauchen. 
S. pusten. 

hequalstern, sw., mit Greifer besudeln. 
S. Qualster. 

bequelksen , sw., wohl soviel als das 
vor. Dat ös vi'its tom bequelkse, das ist 
zum Erbrechen, aber auch zum Tot- 
lachen. Creazburg. Sprw. I, 317. 



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berfiben — BSreDBchmaas. 71 

berftben, berftfen, sw., sich mit Rdb geris ruut lo baren, Wenn Wäj onFöUer 

öberzieheo, verharschen, aberkrusten, deckt de Schriee. Dorr, 50. Hier also: 

Schorfbildong zeigen; von Wunden, früh aufstehen und sich aas dem Hause 

Henni^, 319. Vgl. Rftb. machen. Im Brem. Wb. I, 52: b^-en, 

beraggen, MO, bereinigen, för die Rein- heben, aufbeben, tragen. Schatze,!, 

lichkeit eines andern oder einer Haus- 132 u. Schamb., 30a: ii^fn; in Hessen 

haltung üoi^en. Ichmu/z hier alles be- büren. "Vilmar," 62. Danneil, 13b. 

ragten. Öck mot etn beragge on bedßne. — aufbSren, errichten, aufrichten. — 

Ich habe ihn beraggt UTtd bereinigt. heraiisl>ftren,stcA, sichauseinerkritischen 

Sprw. II, 341. Ygl. raggen. l'a£eheran3helfen,herauswickeln.Mflh- 

BCrbier, n., Bier, das beim Beren ling — zerbßren, «icÄ, sich beim Bßren, 

eines Hauses den Arbeitern g^eben Heben, müde machen. Mhd. bem, ahd. 

wird, Richtschmaus. Hennig, 20. Vgl. ^aji,iä*ontrageo. Hennig, 20: 6(M"tfn. 

Uren. S Bfirbier, Berenschmaus, Bfiringskeit 

Berbuscbke, Berbutchen, n., s. bufche. bftren, sw., eick, s. baren. 

Berd, Berde, /., Bürde, Last, Menge. Berenbrot, n., in der Redensart: De 

Ich habe dieses Jahr eine Berde Obst ene redt von Berenbrot, de andre seygt: 

gamtet E Berd Flachs. Bock, 3. Bat Fü'r geit üt. Tiegenhof. Sprw. H, 

berdauks, berdauz, interj., schallnach- 2152. Nach einer Lübecker Aufzeich- 

«hmeud: kurzen Fall, Schlag etc. be- nung v. J. 1542 und einer Mitteilung 

zeichnend. Quid est vitahumanaf Was in der Ztschr, d. bist. Vereins f. Nieder- 

vtmetuchiich Lebbenf Menschlich Lebben Sachsen, Jhrg. 1869, S. 152, wäre Beren- 

B baufällig Strohdach, kommt Wind, brot ein Gebäck, das sechs Wochen 

berdaucks /allfs um. Leichenpredigt nach der Niederkunft einer Frau, wenn 

des PEarrers Pogorzelski-Ortekburg. sie auch ihren Kirchgang zu machen 

N. Fr. ProT.-Bl. V, 187. pflegt, gebacken wird. Kann etwa an 

Berd«, /., s. Berd. ein Brot in der Form eines Ebers (b^) 

Benfing, m., in Stein, Peregrinus III, gedacht werden, wie es in Schweden 

3, unter naves germanorwm. Wohl dass. undanderswo (Grimm, Myth. 194. 1202) 

was Bording (s. d.). am Julabend Kuchen in Ebei^estaltgiebt^ 

Berede, /., Leichenrede am Altar, Grimm hat a. a. O,, S. 743: Das Um- 

Gntbrede. Hennig, 319. fahren des Bären und Verabreichen 

b(ren, bären, bVren, sw., heben, in eines Bärenbrots ist ein im Mittelalter 

die Höhe bringen, au£r!chten, richten, verbreiteter Gebrauch. Mit unserem 

Die Sparren de» Daches b^en. Wenn Berenbrot wird aber der Bär schwerlich 

ein 2^nm£rmann ein Haufz nach der etwas zu thun haben. Koppmann, 
Fläche eines Berges abbinden wird, so Korrespbl, IH, 22. Ebeod. S. 68 wird 
vird er, wann er's aufboren oder heben von P. Hasse die Frage aufgeworfen: 
utrd, mehr Hotz dazu nehmen müssen. Ist Berenbrot nicht einfach mit Barn' 
Linem., Sa 4b. Das (fette) Schwein brot, beziehungsweise Kinderbrot zu 
i^ncA, es richtet sich mit Anstrengung übersetzen? (Gl. Mnd. Wb. 1, 153b, 
auf, De Säf (Sau), de beert mot Ungeduld, barmgrind = Kopfgrind der Kinder.) 
Dorr, 70. Volksr. 18, 74. Free/ Mor- Berenschmaus,)«., Richtschmaus. Von 
gern op, daii nach fer mi, Freej Mor- bfiren. 



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ber&tem — Beroegrimd. 

, mo., ein Reater auflegen, in firOlierer Zeit der Oberschnlze, der 
I. die zu seiDem Bezirke gehörenden 

jd. Barg, m., jede Aoliölie; Schulzen zu beaufsichtigen hatte, v&s 
ifen, den man au&etzt, wenn auch zu Pferde geschah. Auf Fried- 
en den Krutesegeu nicht zu höfen liest man noch: NN., weiland 
lögen. Mühling. Beritttchtih. Vgl, Pas sarge, Bali, 

w.. der gestrandetes Gut 39 f. S. Freigut 

herheit bringt; davonBerger- Beriabche, /., Pelzschuh. Pohl, ber- 
lohn. Sallmann, 60a. lacz, berUcie. N^esselm., Forsch. 3; 

h, m., Fisch aus Bergen, Th., 17. 

Simon Grünau, Tract. I, Berlinka, /., Oderkahn. Westpr. Aus 
Berlinerin polonisiert Mrongov. I, 
I, m., 8. Berger. 12b. 

giß., bezahlen. Ans dem berm^lsch, bermulsct), bimiOlsch, tu^., 
a berappen. Sperber, 7. s. v. a. bSrmaulig, finster, bärbeiTzig, 

gw. , bereiten, vorbereiten brummtöpfiscb. Vgl. bemautsch. 
iurch Darreichung des heil. bernautsch, bemauisch, bemausch^ auch 
i. Sie haben iAn »chon be- burnauisch (Ton auf au) adj., finster, 
;t mit dem Sakrament ver- mürrisch, unfreundlich in Miene und 
en. Ek /tat sich berichten Rede, äigerlich, grob, rüde, roh. Ein 
inig, 25. Schütze I, 92. bemautscher Memch. Sei nicht gleich 
Ib. Dähn. 34a «o bemautch. Der Begriff wird ver- 

m., berollen, behäufeln mit stärkt durch die Zusammensetzung mit 
das Beriüen der Kartoffel $rofz^ also grorzbemautsch etc. Vgl. be^ 
Lehrer» oder der Sodetät? maulSCh. S. auch Nesselm., Th., 17. 
'Ztg. f. d. ProT. Preafz. 1874, D&im.hsAMh: Me aüt »o bemauisch uttt, 
sagt man von einem erhitzten, zornigen 
Vom., Bernhard. S. Behmd. und trotzigen Gesicht. Er bezeichnet 
54. die Redensart als von dem starken 

t, Beringskttst, /., Schmaus Bernauischen Bier entstanden , das in 
3eren des Hauses, Rieht- Pommern &üher beliebt gewesen, 
'on biren. S. KesL Bemegrund,Bern8grind,?n.,böserGrind, 

n». , tadeln, einen Verweis schorfiger AusschUg auf dem Kopfe 
Worten strafen; täuschen, und im Gesicht. Nach Bock, 2, Born- 
der ander güratiae Laser grund; bei Müllenhoff, Sagcnetc., 514, 

fast berisperen, als wenn Barmffrund, aind.barmgrunt;poln. ogtti- 
sere Frage aWiie bei/zufügen pioro Feuerfeder. Sie befand sich die 
;m., Yy la. Unterdessen ersten Monate ihres Lehens hindurch 
nsti^, 80 es (den Hokus- recht mohl und munter — bis sie im 
•ichtet, jäck spielen, und mit fünften Monate ihres Alters einen Aus- 
die practicirenden berüs- schlag auf dem Gesichte bekam, den man 

Oo 2a. VgLBrem.Wb.lII, hier zu Lande den Bemegrund nennt. 

Pr.Archiv, 1798,752. Vgl.Hei3pr.,35. 

Ee, m., berittener Schulze, Schätze I, 69. 136. Mnd. Wh. I, 



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Bemitike — beschichten. 



73 



153b. S. N. Pr. Prov.-Bl ». Folge, "Vn, 
437. 

Betnitdce, BernHachke, /., Preil'zelbeere, 
rote Heidelbeere, Beere vou Vaccinium 
Vitiiidaea L. oder VacciniamMyj-tiUitsL. 
Kuss. önuTuca, bruanika, poln. bnuznica, 
^tbrukne, bruknü. NesBelm., F. 3; 
TL, 17. Vgl Brunischke. 

Bernitzekraiit, pltd. BemitH^ekrOt, n., 
Kraat der Bemitzie, vorzugsweise von 
Vaedaium VtHs idaea L, S. Hageo, 
118. 

Bemitein, kurzweg Stein (s. d.), m., 
das bekannte brennbare Erdharz, Vom 
mod. i«m«n- brennen, schmelzen, also 
BrenngteJn, Stein, der im Feuer Bchmilzt. 
Poln. bwsztj/n, lit. gentaras. Man findet 
uch Bömstein und BÖrerutein. So zieht 
M Kuj'z uns auch zusammen, Wie Stroh 
tvnBönutän wird bewegt. Carm.nupt.1, 
232. Auch was die Preusche See uns 
uifi an BöreTiatein Mufz ihrer LAebes- 
Bitz Asmhrierter Lustzeug ««yn. Ibid, 
1T3. Der Bernstein wird gegraben, 
geschöpft, gestochen, gebaggert, berg- 
männisch gewonnen. Vgl. Grimm 
Wb.1,1526. Weigandl,172. ßock,3. 
Hennig, 25. 



ein, W}., tick, sich betrinken. 
S. uirosteln. 

Bentengras, n., Blattdes breitblättrigen 
Kolbenrohrs, Typha latifoUa L. Das 
Vieh Boll, wenn es za viel von den 
B^tt«m frilzt, bersten müssen. Müh- 
ling. N. Pr. Prov.-Bl. a. F. VII, 437. 

Bertchen, m. Vom , Dem. von Albert. 
S. Albrecht Hartwicb.dS. 

Bmrikraut, n., s. BeschreikrauL 

bolHinam , adj. , berOhrig , riihri)^, 
rüstig; von alten Leuten. Der Qrofz- 
vater üf noch recht berührsam, er ist 
noch bei guten Kräften, kann seine 



Glieder noch möglichst gat gebrauchen. 
Hennig, 214. 

besabbern, su>., sich begeifern, mit 
Sabber beschmutzen, sich nafz machen. 
Das KiJid hat sich die Kleider besabbert 
Holl. bezaiberen. Hennig, 26. 

beiackm, »m., 1. beladen, bepacken, 
den Sack, die Tasche stark füllen. 
2. sich bereichern, namentlich bei Ver- 
waltung fremder Güter. Er hat sich 
dabei gut besackt. Bock, 3. Hennig, 
26. 320. Sprw. 1,321. 

besalben, pltd. besalwe(n), sicA, I.sich 
mit Salbe bestreichen, mit Kot be- 
schmutzen. Bei Jeroschin: beaulwen 
beschmutzen: dö ir lac besutwit tSt in 
siner blutis mde 125d u. ö. Pfeiffer, 
128. 2. Bildlich: eich anführen, zu 
eignem Nachteil täuschen. Er hat sich 
mit seiner Frau recfttschaßen besalbt, 
Dajz unser Herr Puf mit ihr wird he- 
aaibt werden. Soph. R. VI, 404. Er 
hei sich besaS>t, wie Pawlmoski mit 
Schnupftabak. Vgl. Sprw. I, 310. 322. 
Bock, 3. Hennig, 26. 

besfilen, «w., s. gtUen. 

besaugen, pltd. besDge(n), sir., sich, 
sich einen Rausch antrinken. Sprw. I, 
445. 

beschänden, sw., verleumden. Brave 
Männer beschänden und belästem. Hip- 
pel, X, 46. Grimm, Wb. 1, 1546. 

bescharfen, sv>., besch&rren, einschar- 
ren, verscharren, begraben. DatschlÖchte 
Mansch öm Russenheer Word donn be- 
scharß bi Clemenafähr ünjgen am VSr- 
schofz bi dem Damm. Dorr, 34. 

bescheiweln, sw., s, scheiweln, 

beschichten, «IC., ausrichten, verrichten, 
bewältigen. Der kann alle» beschichten, 
bekommt alles fertig. Er beschichtet 
alle, be&iedigt alle. Das kann ich niciu 
beschicfUen, nicht ausrichten. 



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74 beechipaen — beachapseD. 

beschipsen, sw., s. beschupsen. »chnifeln. Auch bnchnibbern, I 

beschlabbem, »w., beim Essen sich pem, beschnuppern. Hennig, 27. 

besudeln; sich übervoll essen; im Sam- beschnippern, sw., s. das vor. 

lande anch: bereden, beschänden, Ter- Beschnitt, m., Linnen und Kleider, 

leumden. Vgl. schlabbem, 8. Balge. die ein Dienstbote neben dem bareo 

beschlackem, sw , sich, sich beschmut- Lohn empiängt. Natangen. 

zen, bespritzen; sich voll essen. Also beschnoddem, su>., sich oder einen 

gleicbbedeatend mit beschlabbern, andern mit Schnodder, Rotz, Nasen- 
beschlagen, St., verschmitzt, schlaa. schleim, beschmutzen, besudeln. Mnd. 

Er üt auf alUnVieren beschlagen. Bock, Wb I. 278a: besnottem. 

3. Hennig, 26. Schemionek, 5, bescbnorgeln, ««., sich die Scknorgel, 

hat noch: mit Beschlag belegen, z. B. Nase, begicizen, betrinken. 

bei Defraudationen. beschnüffeln, su>., s. beschniffeln. 

Beschlagwagen, m., im G-egensatz von beschnuppern, sw., s. sdinllppern. 

Puffwagen, ein Wagen, dessen Räder beschnUwen, sw., beschnOfiieln. Dzg. 



I Reifen beschlagen sind. Mübling. 

durch Strafzen- bcschraggeln, iw., schraggelnd gehen, 

schmutz, mit dicker Flüssigkeit be- begehen, etwas verrichten. Daa kann 

schmutzen; mit schlechter u. unsauberer er noch alles beachroffgeln. S. schragg^ 

Schrift beschmieren. S. schmaddern. beschneien, st, verrufen, verzaubern. 

beschmreren, pltd. bescftmereCn), sie., Nach Mühling: £!r ist besckriem, er 

1. beschmutzen. Sich das Gesicht., die ist herüchtigt. 

Sande beschmieren. 2. bestreichen. Das Beschreiknurt, Pflzn., gerader Ziest, 
Brot mit Butter oder Schmalz beschmieren, Stachys recta L. Früher beliebtes Haus- 
Grimm, Wb. I, 1584, Sperber, 7. mittel zu Bädern and Beräucherangen 
Vgl. Schmier u. schmieren. gegen das Behexen, Beschreien oder 

beschmirksen, »u>., beschmutzen, engl. Berufen der Kinder; die Wurzel wurde 

to besmirch. Vgl. schmirksen, gegen das Behexen des Viehes unter 

beschmOren, sw., an der Oberfläche die Thüi^chwelle gesteckt. Hagen, 

schmoren. Sich beschmoren, sich be- 625. Leunis, 841. DiePflanze heijzt 

trinken. S. SchmOr n. schmoren. auch Berufkraut, mit welchem Namen 

heschmuddeln, sw., beschmutzen, be- auch Erigeron acris L. (Hagen, 865) 

sudeln. Vgl. schmuddeln. bezeichnet wird, das ebenfalls gegen 

bescbmurgeln, sw., auf eine häfzliche das Beschreien und Berufen gebraucht 

Weise beschmutzen. Möhling. Ebenso wurde. S. Leunis, 899. 

in Posen. Bernd, 22. beschummeln, sw., abervorteilen, be- 

beschnauzen, pltd. beschnQze(n), sw, trügen, namentlich bei kleinen Handels- 

mitloserSuhnauze die Kede eines andern oder Tauschgeschäften. Von scbum- 

unterbrechen, ihn zum Schweigen brin- mein. Ebenso in LiTlaud. Hupel, 21. 

gen, ihn in Verlegenheit setzen. Hen- Sallmann, d8a. 

nig, 27. S. anschnauzen. beschupsen, sw., fibervorteilen, über- 

beschniffetn, beschnlHfeln, sw., be- listen, betrügen, bestehlen. Woascht^ten. 

riechen. Bildlich: eine Sache nach der Hennig, 320, hat auch beschipsen und 

uidem besehen. & mu/z alles be- beschuppen, Mühling: beschtip/en. In 



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beachwarkeii — besingen. 75 ' 

Esdaad bescAubben. SallmanD, 98a. Besemer, m., auch Desemer, Dasnn, 

Nach Sperber, 7, giebt es ein be- eine Haodw^e, beBtehead aus einem 

Uebtes Gesellscha&sspiel „Beschuppt". hölzernen Stabe, der an dem einen Ende 

beschwarken, aw. st, bewölken. Der eine mit Blei ausgegossene Eolbe, an 

ßimmel üt Oeschwarkt, mehr aber noch: dem andern einen Haken zur Befestl- 

«■ w( beac/tworken. Da» kommt mw gung der liast tr9gt. Messingstifte 

etma beacfaoorken vor, die Sache scheint im Stabe markieren das Gewicht, dae 

mir etwas unklar, nicht ganz richtig zu balancierend an einem Handgriffe ge- 

sein. Hnpel, 21. Sallmano, 29o. sucht wird, Dün. bmner, schwed. bea- 

98a. Vgl. Schwark. mann, lit. bezm^as, poln. bezmian, 

beschweimen, »m., s. bescIiWlmen. przeSmian. Passarge, handschriftlich, 

benhweinjgeln , pltd. fae>chw1negel(n), meint, dal'z das isländ. ^ff7n-r=iBaum 

«P., sich betrinken, besudehi, zum zu Grunde liege. Vgl. Grimm, Wb. I, 

Schweine machen. 1615 f. Dähn., 35b. Hupet, '22. 

beschwtmen, sie., in Ohnmacht &llen. Hennig, 27. 

Hennig, 27. So auch in Estland. Besemkraiit, n., s. Beienkraut 

Hnpel, 21. Sallmann, 2da. 98a. Besen, gewöhnlich Besem, pltd. Bessern, 

DaTOD die Beackwimung, Ohnmacht, bei Hennig, 27, Besser), m. Mnem 

Sperber, 7, hat nur reflexiv: sich be- den Beaen unter die Naae reuen, ihn 

tchmifmen— irrtümlich? Schemionek, durchprQgeln. Sprw. I, 1. Se mot op 

5: heachwömen. Vgl. schwTmen. em Beasem rtde, sie mufz auf dem Besen 

beschworken, ^art. praet. von beschwar- reiten. Vod spinnenden Mägden, die das 

ken. ihnenfördieWocheaufgegebenCnGesetz" 

betchwuehten, sw , s. schwuchten. am Sonnabende der Wirtin nicht ab- 

flese, Bise,/., Rinse, Juncus, Sdrpua. zuliefem vermögen. Sperber, 7, lei- 

Doar le^^en de Nookes von Jungfer (Ort) tet von Besem den im Ermlande häu- 

voU Beeaen, Schölp on Somp, Dorr, figer auftretenden Familiennamen Bea- 

28. Es hat dieser See (Wystittensee) mer oder Beaemer her. 

otecA einen feinett, bequemen ort zur Prea- Besenkraut, Besemkraiit, pltd. Bessem- 

fn leicht (Brassen laiche), do vngefehr- krQt, n., Kraut, aus welchem Besen ge- 

hchen das Wasser eine» haihen Mannes bunden werden: f einblättriger Bauken- 

^ff ist, mit bixaem bewaclisen. Hen- Senf, SisymdrsumiSopAtaL. ; besenartiger 

nenberger, Anhang, 28, Rein. Vos, Pfriemen, Sarothamnus scoparius Koch, 

V. 5695. Hennig, 27, erklärt auch dessen Kuten man als Besen gebraucht. 

Rote. Brem. Wb. I, 81. Dähn., 35b. Hagen, 689. 732. S. auch das. &J7 

betegnen, aw., bekreuzen, durch Spre- und 852. 

cheu eines Segens eine Krankheit hei- Beserick, m., s. Pesrick. 

^; ahd. biaeganSn. S. raten. besHen, sw., s. sllen. 

besehen, st., sich selbst betrügen; Besinge, /., gemeine Heidelbeere, 

tänscben; andern bittere Wahrheiten Va^dnium Myrtiüta L. S. Blaubeere. 

sagen. Mühling. besingen, at., einen Toten besingen; 

besfiien, ata., sich, sich beschmutzen, einen derb abführen, ihn durchprügele, 

^- tiUen. ihm den Garaus machen. £Wf schocke 

BHem, m., 3, Besen. w! de Jungem vt. De wäre dt bmnge! 



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76 beatnoen — bestanen. 

Yolkstied: Dat Danzlger Vollblod an tom Mpttchen makt, fn ^ner andern 

de Franzose. Danz. Dampfboot, 1870. icedder 'nen Manschen tom Beest. Dorr, 

No. 173. Dat ös beaunge, es ist hin, 1. Wiew., 119. Wer Thiere Hebt, itl 

verloren. sel^t ein Best uitd Vieh. Carm. nupt. I, 

besinnen, pltd. besflnneCn), «(., über- 264. Hennig, 23. Brem. Wb. I, 82. 

legen, zaudern. Besinn dich nicht so Schütze I, 85, Däbn., 29a. Hu- 

lange. Zieh dich aus und besinn' dich pel, 19. 2. Schimpfwort auf Mengck 

nicht, entkleide dich und zaudere nicht, und Tier. Als Verstärkung in der 

Besinnung, /., Sinn. De Herr hadd ZusammeDBCtKung: Heidenbfist Loa 

sick ut siene Jie/ Bes^ningen 'rutge- mich nach P^au kommeti, du Meidm- 

drunien. Dorr, 1. Wiew., 10, behtt, du soUst mir die Pumphosen b&- 

BftSkrät (a lang), /,, beskrätscli, adj., zahlen (die Lüge entölten) Soph,K. 

s. BttskrHL YI, 324. Das Beide ist eine Y«rst&i- 

besorgen, sw., versorgen. Wir haben kung = verflucht, fürchterlich, wild. 

uns schon mit Hole besorgt. Heidenbest hat mit dem sahst. Beide 

bespeilen, sw., den Absatz der Schuhe kaum den Zusammenhang, den M. 

oder Stiefel mit einem neuen Lederäick Heyne bezeichnet. Crrimm, Wb. IT 

{ßpeUflick) belegen. 2, 801. Engl, hea/at, hoU. beeat, däa 

besprechen, pltd. be8prfike(n), st, durch baest. 

Sprechen eines Segens eine Krankheit Bfist, /. n. m., s. BIlL 

heilen. S. besegnen und raten. besUken, sw., den Boden mit Hen 

besprfiten, besprtden, »w., bespreiten, oder Stroh füllen. Schemionek, 5. 

bedecken, überdecken. Da hadd' he S. staken. 

sin PSrdi^e möt Perdle besprSt. Yolksl. bestättigen, sw., bestatten, eine Leiche 

40 III, 4; S. 98. Ygl. sprSten. zur Erde; beerdigen. . . . eäich^ GAte 

bessn*, pltd. beter, Compar. von im Traur-Gelach zusammen sasaen, da 

ffut, (j6t, zur Bezeichnung hohen ein seh/r aufrichtiger und fromme Moks 

SchreclEens, grolzer Seelenangst, plötz- war zur Erden bestättiget. Linem., 

liehen Unwohlseins, Nich wiet aw höpst Bb 3b. 

e Lichtkedr^a (ein Irrlicht) henn on bestättigen, sw., ein Kapital gegen eio 

hä. Dam Mann icatt ganich bäta zum Pfand gegebenes Grundstück aof 

(ihm wirdf^or nicht besser, ihm wird him- Interessen ausleihen. In andern Gegen- 

melangst). Se toöll bede, oawasch he den belegen. Dzg. Klein I, 46. 

kann wich, he loöll trig, oawasch et Htt bestauen, sw., durch Stauen unter 

em noa dem Flammke. Boldt, 11. Wasser setzen, mnd. beatoween. Dil 

SM, Beest, Bist, n,, Bestie. 1. Tier, Wiesen sind betaut, sind durch Hem- 

bestia. Das Behat (ein Pferd ist ge- mung des Flusses (des Fregeb z. B. bei 

meint) hatte da ein pahr Tage geatan- Südwestwind) unter Wasser gesetzt 

den. Soph. R, I, 328. . . . das solche ...so kante doch solch Wasser 600 iitü- 

verdrüssige bösterchen und Frauen-pla- weges mit so grossem überUniff nicht 

gers, nen^Uch die Flohs, ehe die frawens- bestawea, anmerckends, dass bei diese» 

personen als rächt die Männer attaqoi- Jahren der Nilus Eggten 18 £3len hoch 

ren wollen. Linem, Bbb 2a. Du ge- Ober das flache Land bestmcet. Linem, 

wtd^ge Lern»! de fn eener Art «n Beest Dd 3b. Davon die Stauung, 



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bestempelo — BSte. 77 

Warn aber lolche Fitcher - Botlis bestreiten, st, befriedigen, genfigan. 

nickt auf grotter Tiefe, sondern auf Er hat soviel zu thun, da/z er nicht 

betlateten Oertem spüAren, wie ihnen alles bestreiten htnn, nicht alles fertig 

dM (Gnmd-) Ei/sz von unten auf stosse schaffen kann. Da- kann alle bestrei- 

an den Boden des Bothes, ah i»t zwar ten, zufriedeostellen, ihnen Genüge 

war, das es aus der Grund schietsen leisten. Wozu hemacher kompt sein 

komme, aber welche» vor der Bettavmng (des l^ahnes) arheüsames Ambt, vaenn 

formiret worden und allererst nach der er Eennen-Mann spielet, und seine de- 

Bettmcung vom darauß stehenden Watser putirete Anzahl bestreiten muss. Linem^ 

gdStet worden, Linem, R la . . . (fasz Bbb 4a. 

» der tiawung des Watten (in der beitHren, sie., b. stUren. 

Flot) Schiffe drin segeln können. Ibid , Iwsuchen, »w., durchsachen, Tisitieren. 

Ab la. Einem die Tatch^tbenichen. SaWmABtit 



:, den Stempel aof- 98b: im Zollwesen, besichtigeii. 

dräcken; bestimmen, überreden za et- BeSUCher, m. Anfsncher, Dnrchsncher, 

was, einen für eine Sache za gewinnen Steueraufseher, Yisitator. Ebenso in 

wissen. Er ist besteir^elt Er hat ihn Liv- und Estland. Hapel, 22. Sall- 

beslempelt. Er hat »ich bestempeln lassen, mann, 98b, 

besterben, st, absterben, erstarren. Btt, n., Dim. £Me, Bissen. EinBet 

Der Fufz ist mir bestorben, gewöhn- Brot, ein Bissen Brot. Ok e BStke 5s 

lieber; eingeschlafen. Der Fujz schläft Brot, auch ein Bifzchen ist Brot, auch 

smoeilen ein, man nennt dies beaterben, der kleine Dienst und Erwerb soll nicht 

Hippel, Lebensl. IV, 13. G-rimm, verschmäht werden, Sprw, I, 367. 

Wb. I, 1676. betalpen, au>., mit nnsauberen Hän- 

bnteuem, bestllren, sw., beschwich- den etwas anfassen, verunreinigen. 

tigen, beruhigen. S. stUren. Mühling, Grimm, Wb. I, 1694, liat 

bwtfiwen, SU) , bestehen, fest auf eine noch : betalken, hetalkem, betappeln, he- 

Sache halten, sie verlangen. Natangen. tappen, und fQr begreifen, angreifen, 

btotig, a^. 1. von Bht, n., viehisch, betatchen, betaiachen, betaaten. 

tierisch, plump, ungeheuer; garstig, betilngeln, sv, das Kleid beim Gehen 

Dm prtten Faü deedst du fn der Form oder Arbeiten ringsum beschmutzen, 

oon 'nem Beett; o Jupiter, en beesfger bespritzen. Mflhling. 

Fall Dorr, L Wiew., 119. Sperber, B«e, Beete, /., rote Rabe, Beta mär 

43". beett'ges Beest. Ermland. 2. von garis L Hennig, 23. ß- ist erfro- 

B&t^Bitt: bhtige IHilch. ren wie eine Bete. Wohej' kompt», da» 

beifipsen, «r., listiger Weise Eletnig- in dem vergangenen truckenen Jahr (1663) 

kdten stehlen, Elbing. Schemio- die Böten, so sonsten MangoÜ gerutnt, 

nek, 5. oder rohte Rüben , . . sehr gro/z . . . ge- 

besttren, no., e. stTren. rahtensindf Linem., ^hh^fi.. HäeBHe, 

botoppen, su>., bestopfen, die Bett- KrSgefete. Scherzhaft« Besprechongs- 

decke um den Ruhenden stopfend formei. Yolksr. 46, 178. 179. Franz, 

hüllen; bepacken. Se hestoppden mi bette, ital. bieta, angs. bete, engl, beet, 

Wasch. Dorr, 1. Wiew., holl, beet. 

BMa, /., mlde, rnndbUttriges Winter- 



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78 



beten — Bettstroh. 



grGn, Pirola rotundifoHa L. Bock, 
Nat. m, 390. 

beten, «w. 1. hersagen. Bed dat m 
mal Snt, bete das EinmaleiDS. 2. beten 
gehen, gewöhnlicher: zum Gebet gehen, 
den Religion^nnteiricht des Geistlichen 
als Eonfinnande besuchen. Hei (sei) 
geit all tom Gd}ed — tjeit bede. Hen- 
nig, 27. 

betewem, mo., 'bezaubern. S. t&wem. 

Betgans, /, (jans, welche das Bettdrid 
dem Geistlichen als Honorar zu brin- 
gen hat. Hennig, 27. 

betbun, pltd. bedOiie(n), st. 1. besor- 
gen, arbeiten, fQr einen andern. Ock 
mot em beragge on bedSne, ich mulz 
ihn bereinigen, fOr ihn waschen, ja 
wohl gar Wäsche and Kleidong aus 
eigenen Mitteln besorgen. Sprw. II, 
341. 2. üich betkan, concacare, wie 
tick brauchen. Er hat sich bethan, un- 
manierlich auigeführt. 

Betkind, n., Kind, das beten geht, 
Konfirmande. S. Betschweiter. 

Betnase, /., Nase, rot wie eine Bete. 

betSrnpeln, pltd. be(H^ple(n), mi., 
übervorteilen, zu Fall bringen. Engl. 
to tuwhle stürzen, zu Fall bringen. 
Tnmeler und Gaukler (Eokeler) hieizen 
früher die Jongleure. VgL Danz. Chro- 
nik des Caspar Weinreich. Pas- 
sarge, handschriftlich. 

betrabbeln, ««., belauern, ertappe, 
ereilen, überraschen. Grimm, Wb, I, 
1705, hat ertraben, mit der in Frage 
gestellten Erklärung: einen im Trab 
ereilen? Sie haben den Dieb betrabbeÜ, 
»n /Jofjrranti ergriffen. Bock, 3. Hen- 
nig, 28. Mohling hat betrappen, 
Sohemionek, 5, betrappsen. 

betragen, st, beschmutzen, verunreini- 
gen. Bei Regenvjetta- werden die Trep- 
pen mit Strafzenschmutz betragen. Die 
Fliegen betragen die Gefafze. 



betrampeln, sw., mit den Foizen be- 
treten; s. trampeln. 

betrappen, betrappsen, sir., s. betrab- 
belfl. 

beträlschen (ä lang), stc., beklatschen, 
beschänden. Von trütschen. 

behwken, sw , betragen, überrortei- 
len. Von trecken ziehen. Bock, 3 
und Hennig, 28. Xacb Bock auch 
s. V. a. jemand über etwas betreffen. 

betreiben, pltd. bedriwen, st., rasen, 
wild und unbändig sein, tollen; von 
Eindem. Hennig, 28. 

Betschwester, / , Mitkonffrmaodia. 
Sie ist meine Betschtoegter, S. BetUnd. 

Betsei, Betzel, eine tief in das Ge- 
sicht hängende Kappe, deren sichFrauen 
von Stande bei nahen Trauerfällen be- 
dienten. Bock, 4. Fehlt bei Hennig. 

BeileHanz, m., Zänkerei. Nun gdt 
der Betteltam los. 

bettfest, adj, u. adv., bettlägerig, ans 
Bett gefesselt. Bi/z jhn endlich der 
liehe Gott mit LeibessckwachAeit belegt 
vnd am Sontag Esto mihi, war der 
3. Februar^', sich Bett/est machen Tnütten. 
Aus einer Leicheopredigt vom J, 1586. 
Violöt, 114. 

betlreisig, ot^'., bettl^ri^. Mahling, 
mit der Bemerkung: veraltet Grimm, 
Wb. I, 1738, hat bettrise, ahd.peöerwo, 
mhd. betteriae. 

Bettstäter, m., einer, der seine BeU- 
statt, sein Betl^festell, bei einem andern 
aufstellt, ein Bettsteller. Der letztere 
Ausdruck ist der jetzt abliohere, noch 
gebräuchlicher jedoch ist Schiafsteller. 
Hennig, 28. 

Bettsfroh, Pflzn., echtes Labkraut, 
Galium verum L. Hagen, 161. Auch 
ÜJMW li(i>en Frauen Bettstroh, weil, 
nach dem Volksglauben, die Mutter 
Gottes aus diesem Kraute sich ihr 
Lager und fllr das Chiistkindlein das 



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betnnkeln — b€wern. 79 

Wiegenkissen bereitet hat. Lennie, einebesondereKlassevonLaiidbesitzeni 

777. und waren besonder-s zahlreich in den 

briunteln, *w. 1. sich die Tuntel be- Gebieten von Johannisburg, Lyck, Or- 

^elzen, betrinken. Sprw. I, 445. 2. telsburg, Sehesten, in der Tochelscbeo 

dcli Wmlich verloben. Nach Mfihling Heide and bei Schlochan anzutreffen, 

toeh: sich zieren, vornehm thun; ver- Die Bedingungen und besonderen Ver- 

»TLckeln, in Verlegenheit bringen. Vgl. hältnisse, unter welchen sie ihre Be- 

kntefn. Sitzungen hatten und ihr Gewerbe der 

betuchen, sw., tuschend ein schreien- Bienenpflege betrieben, wurden das 

de« Kind berahigen. Schemionek, Beutener-Recht genannt. Keyn Bewtener 

5. S. tuschen. »al byenen oerkawfen von seipier heide 

Betrater, m,, Vater, der betet, Name ane wüaen der hirscha/t. Vgl. Genaue- 

des Alten, der in Hospitälern das Ge- res in Voigt, Gesch. Preufz.VI, 580ff. 

bet »errichtet, Dzg. Klein I, 47. Das Wort lebt noch in dem Ortsnamen 

bwnschuldjgen, sw., einen Uoschul- Battri^dorf(Ki.Orbehhuig). Die Beat- 

di^D beschuldigen. Elbing. Sehe- ner hiefzen auch Biener, von Bime. 

mioaek, 5. Hennig, 29. 

bevgninzen, «o., »ich, sich jemand BeuUer, m.. Verfertiger lederner Beu- 

frenodUch, mit Gnifz nähern. Wohl tel, pltd. BUdler, BUdelmftker (ü lang), 

modern. Das Wort ist mhd. noch nicht nach- 

Beme, /., Wasserfahrzeug. MQhling, gewiesen. In Dzg. giebt es eine Beut- 

mit der Bemerkung: veraltet. lergasse. Förstemann, Strafzu. 

Beite,Beite,/., hölzerner Bienenstock. Beubier, m., s. Beiltemr. 

Akd. püttta, in alten Schriften und Ur- bewärmen, »lo., sich, sich wann an- 

lunden auch Bfife, Bütke, Bewte, Bute. kleiden, in Tücher hüllen. Baeärm' 

VglVoigt, Gesch.Preurz.VT,581. A/e«Ä dich dßch man gut. 

ward gemacht von Honig, den sie awj BewBrmung, /., wärmende Kleidungs- 

den Wald-Beyten genommen. Pierson, stücke. Mein Mann hatte für gute 

Mitth. Pritor., 9. Manche rufen noch Bewm-mung ge»orgt, Pelze UTid warme 

dm BirbuUfx . . . den Bienengott an, SckuJie hüllten «tm ein. 

daa er ihnen Glüak bei der Beute gebe. bewoschen, st, die Wäsche für einen 

Ibid., 68. andern besorgen. Vgl. bekochen. 

Beutel, m., blauer, bei den Menno- beweisen, pltd. bewTse(n), sw., zeigen, 

niten die Armenkasse. Hartwich, sich beweisen, sich zeigen, sehen lassen. 

S. 293. Er darf sich nirgend beweisen, bat An- 

BeuteUians, pltd. BUdelhanS, BUdelha's sehen und Geltung verloren. Bei Je- 

(«■=äj, m., Hans mit dem Beutel, roschin: s(' bewtstin anderweit ir an- 

Bettler. gebm-ne bosheit. 74d. Si träten an dt 

beuteln, «w., das Mehl durch den zinnin hin, da si auch bewiatin sich zu 

Beutel gehen lassen, es von der Kleie der wer vä menlich. 53d. Pfeiffer, 

sichten, scheiden, sondern. S. sichten. ^94. 

Beutener, Beubier, m., von Beate, bfiwern, bfiwem, aw., beben, vor Kälte 

Bien^wärter, Zeidler. Die B&iterter zittern. Er beteert am ganzen LeU>, 

bildeten zur Ordenszeit in der Provinz z. B. der in's Wasser Gefallene, öck 



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80 bewirken — bibbern. 

bSteer vft EapenUtc, ich zittere ■wie der Sache ferner werden will. Fehlt 

Espenlanb. Dat em de Näs bSicert! in diesem Sinne beiHennig, 29, nnd 

Tiegenhof. Ek bacerd vor Angst. Dorr, scheint überhaupt in unserer Provini 

1- Wiew., 85. nicht üblich. Vgl. KorrespbL V, 35£ 

bewirken, st, wirkend, webend, ein und 53 f. 
Gewebe schmücken. . . . eine josta, bezanzoln, »u?., bezsnbem, dnrch 

t. e. beicorkene Leib-Band. Pierson, Zauberspruch heilen oder schaden. Si 

Matth. Prätor-, 73. zanteln. 

bewUrdlgen, aw., bewältigen. Eine beziehen, at. 1. überziehen, überein- 

Ärbeit bewürdigen, sie fertig bekommen, ander ziehen. Der Himmel bezidtt mch 

ihrer Herr werden, Stallnp. Marold. — ist bezogen, mit Wolken. Er hat 

bewuschpert, adj., um ein Mädchen sich warm bezogen, er hat warme Ela- 

zärtlicb bemüht sein, ihm Au&oerk- der angelegt. Ik hat «ich gut bezogen, 

samkeiten erweisen. Ich hohe bemerkt, er hat mehrere Eleidungsslflcke über 

da/z du wn alle drei sehr bewuschpert einander angezogen. 2. nach Mohling 

loarst Soph. R. VI, 183. Grimm, auch: oberflächlich abtrocknen. 
Wb. I, 1789: geschäftig, rührig munter, bezippeln, aw.. sich, sich betrinken, 

und weist auf das in letzterm Sinne Sprw. I, 445. 

gleiche Schweiz, and schv^b. bugper bezipsen, no. 1. betrügen und zwar 

hin. Ein Verb. a>u»c^)em and ein auf verschmitzte Weise- Hennig, 29, 

Adj. vmackper ist nicht nachgewiesen. 2. sich allmählich betrinken. Vgl 

bezähmen, pltd. beUmen, sich, sich zipiMi. 
etwas ziemend, geziemend machen, ge- bezTsen, mo., s. Zisen. 
statten, zuwenden, zu gute thuu, ver- bibbern, sw., von A«6cti, pltd. beum, 
gönnen. Dat kann Öck ml schon be- mhd. biben, ahd. pipen, goth. biboM, 
täme, diese Ausgabe darf ich mir schon schwed. bäfoa, dän. bäve, zittern vor 
erlauben. Dei kann töck dat betäme. Kälte, Angst, Schreck, in freudiger E^ 
seine Mittel gestatten ihm den Genufz, r^ung, im Fieber. Sperber, 14, 
das Veignügen. Dat kann öck mt weist darauf hin, dafz das Zusammen- 
ntch betäme. Wer under ona arme klappen der Zähne und Lippen doi 
Lwf kann sSek htdigenddgs betäme Laut bih erzeuge. Das Wort geht )d 
e Ganaromp tS kepef Königsberg, gleicher Bedeutung durch die Vokale 
Firmenich, Germ. Völkerst. I, 101a. o, i, u: babbem, bibbern, bubbem,' em 
Bei betämt söck nich dat Salt, zur Be- bebem, das die Ableitung klar stellte, 
Zeichnung grofzen Geizes; hei he/t söck ist hochd. nicht vorhanden, wohl aber 
ttich dat Salt to betäme, zur Bezeich- das entsprechende pltd. bftwern (s. i-) 
nung grolzer Armut Sprw. II, 372. und das Eibingsche bebbem, Sche- 
lm Hochd. eben&Us in häufigem Ge- mionek, 4. Er bibbert am ganzen Leib. 
brauch: Ja, da» (z. B. eine grofze Be bui^>ert on bewt, dat em de Tau 
Reise) könn£n sich nur die Berren Kau/- klappre. Davon die Adjektiva Ubbsril 
leute bezähmen. Jetzt wollen inir uns und bubberfg, fröstelnd, erTeg;t, fiebernd 
mne Cigarre bezähmen! Bock, 4 hat: beben; btdtberig vermag ich nicht nacb- 
Es wobei bezähmen lassen, es wobei be- zuweisen. In Bayern ■poppem, poppen, 
wenden lassen oder abwarten, was aas mit Zitt«ni sprechen, vor Ajger lit- 



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Bkke — Bier. Sl 

km. Schmeller I, 292. Vgl. pup- Konrad van ErlicluhauseQ (1441—49) 

ptriL iui Lande umhergezogen „und einem 

Seke, pltd. BSck, /., Spitzhacke, zum jeglich&n Bier einen sonderlichen Namen 

Brechen in Uauem, in steinigem Eid- gegeben". Diese Namen folgen hier 

reidi, Pflaster etc. ; Eieazt der Fischer, nach den alphabetisch geordneten Städ- 

MUt. btcca, frz. beche, engl. bik. Vgl. ten: Alienburg: Dewael oder Scheutel. 

Grimm, Wb. I, 1801. Hennig, 31. Allenstein: Böckingk oder Borge nickt. 

Meken, ne., mit einer Bicke brechen, Bartenstein: Ki^mmd. Brauns- 

arbeiten, picken. herg: St&rtzenkerlen. Danzig: Wehre 

ini (bjed), /., Not, Elend, Jammer, düh Dirschau: Freudenreich. El- 

Von dem gleichbed. pobi. frinJa. Mah- binf^: Schlickting. Eylau: Wo ist da- 

ling. Schmitt, Westpr,, 164: BjidtP. Mögt bet. Fischliausen: Schleppett- 



, pitd. BIgung, /., dos Gelenk, k^tel oder Sattz es bas. Frauenbu 

Mir l)aU'a m der Biegung weh. Singe mol. Friedland: Wolgemuth. 

bieken, «w., die rohe Leinwand in Gerdauen: Mammon oder Mumme. 

Aschlaoge auskochen, die erst« Yor- Graudenz: Krank Heinrich. Gutt- 

berdtiuig für die Rasenbleiche. Stadt: lAeber Herr Lorenz. Heili- 

Sienerärznei, /., nicht Arzenei für genbeil: Gesaltzen Merten. Heils- 

Bienen, sondern von Bienen. Den Kitt, berg: Schreckengaat. Heia: Stock- 

wmt die Bienen . . . die Oeffnungen ßsch. Hohenstcin: Ich halte es. 

wttopfen und der nicht sowohl Wache, Holland: Fülle Wurst. Königsberg: 

ah einharzigtei Wesen ist, brauchen die Sawre maydt. Auf dem Schlol'z da- 

Lmte als an Zugpflaster bey Geachnoü- selbst: Reckemageis Mutter. Kreaz- 

m «fe. unta- dem Namen der Bienen- bürg: Menge es wol. Kulm: Glatze, 

meneg. Bock, Nat, I, 283 Eulmsee:i>uranf(xier Tamnt. Lauen- 

EHMimMUlKhen,pltd.BAnehlMce(ülang), bürg: Es wird nicht besser. Liebe- 

N., scherzweise far Abtritt. Elbing. mahl: Sarlemay. Liebstadt: Wit 

BimenhIHchen, n., Pflzn., gefleckter ist das. Laban: Strutnng oder Spil- 

Bienensaog, Latmum maculatum L. wosser. Marienburg: Kälhavagel. 

Hagen, 611. Marienwerder: Blarkatze. Mehl- 

Bienmkasel, m., Easel zum Schutze sack: Leertasehe. Mewe: OJammer. 

gegen die Bienen: Hemde von grober Mohrungen: Ohne dank. Mühl- 

I^inwand, das zugleich den Kopf be- hausen: Kreb^'auche. Neidenburg: 

deckt, vor dem Gesiebt mit Brahtgitter. Klaw mich. Neuen bürg: ^/rmes. 

Möhling. Nenmarki T\'umpe. Nenteich: 

Blenerachnapp, »t., das Kotbschwänz- Schwente. Osterode: Dünnebacken. 

ebeti, St^cia Hioenicurus. Bnjack, Passenheim: SchUcker&f, dicke brey 

372. S. Saulodnr. oda- FUckebier. Putzig: Renneniatter. 

Benv, m., s. Beutener. Ra3tenburg:£f-«ui8«2.Rheden:£auM- 

Biar, pltd. Btr, n., Name f&r preulz. windt. Riesen bürg: Spei nicht. Ro- 

fiiCK aus der ersten Hälfte des 15. Jahr- s es bürg: Krause minte. Rfissel: 

hnnderts. Sie rühren, nach Hennen- Bener dich. Schippenbeil: Note- 

berger, 475 ff., von zwei Ordens- wisch. Schöneck: Zetter. Star- 

brüdem her, die unter dem Hochmeister gard: Spülekanne. (Stolpe: Schmier 



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g2 Bierbnider 

nicht.) StraTzburg: Kirbel. Stnhm: 
Reckemagel. Ihom: Rohch oder Loröl 
Tolkemit: R&rkatter. Wartenburg: 
Lachermund. Wehlau: SoU^cunt oder 
FüUeumirst. Wormditt: Kinatt. Zin- 
ten: Lurl^. Vgl. Sprw. 1, 354. — 
Stein hat im Peregrinus, Band II, 
ta-tiae pari. III. Georgica, unter den 
Biernamen: fQrXileit: Marielge, Mar- 
gellchen. Unter Sarmatica fülirt er an : 
Sckeimper iielScheinbier,Krölling, Tafel- 
frier, Hahcander vel Halbander, Klein- 
hier, Älaw», Rosan^e, Woratzker, Pisvi. 
Von diesen Namen leben heute noch 
Schemper, Tafelbier, Halbander, AUaa^ 
Pi^chd. — Das Königsberger Sehtoarz- 
bier hatte seiner Zeit Ruf. Dem Päch- 
ter des JnnkergartenH wird es 1673 znr 
Pflicht gemacht, „darinnen Königs- 
berger Schwarzbier vnd sonst kein fremd 
getränk zu schenken". Die Zünfte, 36. 
Zn Zeiten Simon Dachs und noch später 
war ein gutes Löbenichtsches Bier der 
Julep (s. d.); vor Einrichtung bayeri- 
scher Branereien wurde in Kgsbg. das 
LÖbenichixche Braufürier geschätzt. — 
jyasDamiffO'Bier war,nach demSprich- 
wort, „stärker, als der üchsea vier". 
Sprw, I, 354. Beliebt war dort im vor. 
Jahrh. das Jopenbier (s. d.). — Gut 
9<^äDmendes Bier ist Bier wie Speck. 
Nach dem GefäTz, worin das Bier auf- 
bewahrt oder kredenzt wird , unter- 
scheidet man Tonnen- oder Fatsbier, 
fJatehenbier, Stofbier. 

Bierbnider, pltd. BerbrOder, m. \. ein 
starker Biertrinker; 2. ein kleiner bar- 
scher Quarkkäse, weil er zam Trünke 
reizt. 

Blererrte, /., s. v. a, Bierbruder, der 
nach dem Bier strebt, wie die Ente 
nach dem Wasser. Hennenberger, 
325, hat in diesem Sinne BierenU nnd 
Bierigel. Hennig, 30. Sprw. I, 362. 



- Bierkirftche. 

Biergeld, pltd. BergBid, n. 1. Trinkgeld. 
Hennig, 30. 2. Geld zu Bier: Darzu 
(zum Gildebier) sollen die AlderleuU 
^üocha gelt und hier geldt ufflegen gleich 
den ander gemeinen brüdem. DerFisclier 
Rolle Kgsbg. 1538. §22. Benecke, 2S9. 

Bierhahn, m, ». Bierhol. 

BierhOl, m, der Pirol, Orioha Gal- 
bula. Er heilzt auch Biertiahn, BierlioW, 
BUlau, BUlow, Herr von BUlau (BUlow), 
Junker BUlow, Schulz von Thiemi, — 
von Tharau (ßujack, 370 hat Tkerau. 
doch kommt ihm der Name selbst ver- 
dächtig vor, und fragt er deshalb: 
„Hei(!!t's vielleicht Tharau?), WedewoL 
Wttevrald, Pfingstvogel. Diese Namen 
sind, mit Ausnahme deS letzten, mehr 
oder weniger treu dem Rufe des Vogels 
nachgebildet: Bier hol'! Bier hoT! Herr 
etm Bülowf etc. Auch die Volkspoesie 
hat sich des Vogels bemächtigt: 
Schulz t)on Thierau, 
Komm, wl wolle to Bfr gin! 

„Hebb' keen Sch^f^ 
Tek Nägge an, 
Kannst dock to BA- gün! 
Nach Bock Nat. IV, 303, ruft er den 
auf Rechnung Triokenden zu: Hatt d» 
yetofen, so bezahle auch! Weitere 
Texte seines Gesanges s. Volksr., 70. 
266. 

Bierhold, m., s. d. vor. 

Bierigel, m. 1. Bierbruder; erittnofh 
Bier icie der Igel (Egel) nacA Bbü. 
Vgl. Bierente. Bock, 4. Hennig, 30. 
2. Kellerigel, graue Kellerschnecke, Li- 
maa albux. Bock, Nat. V, 311: ,M« 
siebet ihn in feuchten Gewölben an 
den Bierfassem häufig umherkriecbeD." 

Bierkäie, m., barscher Käse (Zwei^). 
der zum Bier gegessen wird. Vgl. 
Bierbruder. 

Bieridrsche, /., Sauerkirsche. Hennig, 



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BierroaU — Binde. 88 

Siermirtz, m., als Sclümpfwort bei heft wol biäewer, d<U kömmt ja al{ von 

Stein: Versoffen Inermittz, Peregiinufi bäwen her. Yiojät, 194. 99. 

HU, 89. W. MtsH. VI, 159. billewt, adn., erstwie, oberflächlich. 

Bienvagen, m., Wagen, auf dem die E^ hat das man so bilUwi gemacht. 

Brauer das Bier in Fässern verfaliren. Ermland. Bei Gattstadt: bttnnewl. Snb- 

Blerzweig, m., Taimeii- oder Fichtea- stantivisch: Taugenichte. Mahling. 

straofz an H&nsern, in denen Bier ge- Sprw. I, 363. 

schenkt wird. Hennig, 31. Zu den blMrig, adj., ungleicfamälJeig, rieh- 

Zeiten, als die Braugerechtigkeit, d. h. toogalos. Da» Getreide ist bthtrig, wenn 

das Recht, Bier zu brauen, allgemein es öppig st«ht und in Folge dessen 

galt, fiteckte derjenige Brauer den Bier- sich lagert. DSnh. Man spricht auch 

iweig ans, der trinkbares Bier darzu- von einer blhtrigen Garbe, wenn ihre 

bieten hatten Halme in wirrer Kichtong liegen. 

Biese, /., s. Bln. Bitte, /, s. Kampe. 

Biesewiimi, m,, s. Biswurm. Bimmel, f., Glocke, betionders die 

Biett, /. u. -ni.y s. BTsL kleine, helltönende; Schelle. 

bieftnr, ai^., s. birter. Bimmelbammel, auch kürzer Bimmel- 

biestern, nc,, s. bTstem. bamm, n., das Hinnndherbimmelnde, 

fih, intefj., s. baft. 'baumelnde, ßr hat an der ükr em 

bifien, BW., s. bähen. Bimm^ammel, Berlocken. On en Kerl 

Mglick, ado., beigleich, ganz so. O/t hadd ttoei geU Stange On 5n e Mödd 

tat he btglick wi em Drom, oft safz er hadd hei io e BimmelAamim hange. 

guz SU wie im Traum. Parad., 23. Yolksl. 25 II, 5; S. 90. 

Bigraft, BigiUft, /., ü. BetgrafL bimmdn, pltd. bSmmeln, sw., die Bim- 

Bijacke, /., Dohle. Sie heil'zt auch mel ziehen, läuten. De (XücT) hdibe 

UHauer, m. em ömmer wat 'rönner gebammelt, sie 

Bijenge, f., s. Bijftn. warfen Geld in den Elingbeatel, dalz 

BIjAn, PijAn, /., Päonie. £!r güht ime dessen Gl5ckchen bimmelt«. VolksL 

ne Bijon. In Danzig Bijenge. W. Sei- 25 II, 6; S. 90. Davon G^immel, pltd. 

del, 29. Gebttmmel, n. Daa üt ein ewiges Se- 

beschmutzen. Mah- birntTiel, ein Geläute ohne Ende. Hen- 



ling. nig, 31. 325. 

blluigs, bll&ngst, adv., s. beilang. Bims', /., eine unförmliche Taschen- 

BiiJ, Dem. Billchen, pltd. BiBie, 1. w. uhr. Sperber, 45. 
Vom., Sibylle. Hartwich, S4. Op bimsen, no., exerzieren; putzen. Mili- 

Berm Afertins Hochtyds-Köst mit Jgfr. tärisch. Von BimMtein? 
Bädxn BUherin etc. Carm. nupt. lü, bin, ermltodisch, pltd. bOn, bflnne, 

133, Titel. 2. in. Vom., William. Pillau. darin. Im Soft m Honnick bin. Erm- 

Biller, PSzn., Bnchbunge, Veronica land. Sperber, 7. Öm Kc^ee äs 

Btec<Aunga L. Kr. Neustadt Westpr. Zocker bönne. Kgsbg. 
and Lanenburg in Pommern. Treichel, Binde,/., bildlich fKr Hals, den die 

Vlksth. Binde umschliefzt. Einen (Schnaps) 

biHewfir, pron., jeder. Dock Onglöck Unter die Binde giefxen. Sprw. I, 1582. 



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84 



Bindebri«r — bisen. 



Bindebriaf, m., Brief, durch den man 
sich bindet , Liebesbrief, Bindbrieff 
machen, Anbinden^ Namen vencKenken. 
Stein, Peregrinus, XIII, 1. Wiss. 
Mtsbl. VI, 111. Bei Grimm, Wb. H, 
32, nur als Gratalstdonsbrief. 

binden, st., oiowinden, nmbindeu. 
Fremden, welche ein Emtefeld betreten, 
wird der Ann mit einem Strohbande 
umwunden, wobei die Binderin einen 
Vers hersagt Der Gebundene löst sich 
durch ein Geschenk. Reime beim Bin- 
den 8. Volker., 232, 808 flf. 

Bindfaden, m. I. dünne Hanfschnur 
zum Binden. Hennig, 31. 2. Brann- 
tewein. E habe Pund Bindfaden = 
^ Liter Branntewein, fräher \ Quart. 

bindig, tu^., bindend; von eingekoch- 
ten Suppen. Eine bindige E}rbsensu'ppe. 
Viele Suppen werden durch Mehl bin- 
dig gemacht. Klein I, 50, hat es für 
Danzig; doch hört man das Wort all- 
gemein. 

Bindtoiile, /., innere Sohle bei Kaod- 
schuhwerk, welche den Rand und die 
äussere Sohle verbindet. 

Btnerf, m. Vom-, Albinas. Hart- 
wich, 53. 

birbixen, sw., unruhig hin- und her- 
laufen. Stallup. Marold. Vgl. bBxen. 

Blre, /., s. BDre. 

Birkhabnenfutz, m., wolliger Hahnen- 
fulz, RanancvluB lanuginotut L. Ha- 
gen, 588. 

Birkwurz, /, Pflzn., Bktwurz, Boten- 
tüla tffrmentiUa Srop. Hagen, 542. 

birmfliicil, adj., s. bermaulscli. 

Birne, /. Einem die Birnen schütteln, 
ihn durchprügeln. Sprw. I, 1. 

Birt, /., 8. Pirt 

Biibing, Biäbremu, /., s. Biswurm. 

Bischburg, pltd. Bttschborg, Ortsn., 
Bischofsburg, Stadt im Er. Rössel. 



EtiBChltel, n., das auf der Tenne auf- 
gehänfte Getreide. Samland. 

Bischke, n., ein bilzchen, ein wenig. 
In der Abhandlung über den gdieimen 
Bettlerorden in Prenfzen (PreuJz. Ar- 
chiv 1793, .'i ff.) wird der Ordensname 
eines der verbrecherischen BetÜer als 
BiBcillcescbuster angeführt, „weil er s^ 
Handwerk zu lernen angefangen, aber 
nicht ausgelernt hatte (a. a. O. 18)"- 
Er hatte a^o nurein bifzchengeschnsteit. 
Vielleicht leitet sich der Name besser 
von dem poln. pt/sk, Mund, Maul, ab. 
und bedeutet Maulschuster. 

BiBChIce, m., Schifiszwieback. PUlan. 
In Bartenstein nennt man ein klünes 
Brot Bitscilke. Wohl von Bischke = ein 
bifzchen. 

bischke, Ruf: halt! Zum Rindvieh 
beimPflügen. DSnh. Volksr. 63, 242b. 

BiBChsttn, Ortsn., Biechofstein, Stadt 
im Kr. Rössel. Ihr Spitzname ist 
Birtterrüschke. MühUng. Sprw.1,511. 

Bischtum, n., das Bischofbim, hier 
das Ermland. HÖr, was die NacfAar- 
Khaft hievon im Biachtkum Kpricld. 
Carm. nupt. 1, 1'24. Eck hat em Otcer- 
Land dat Hochdietsch oock gelehrt, Em 
BeKhdokm aweis recht de Grund-Spraack 
utstodeert. Ibid. IV, 324c. 

Bhe, /., s. Bese. 

h\im, in Westpr. auch gisen, «c., 
wild und toll hin und her rennen, zu- 
nächst vom Rindvieh zur Zeit der 
Brunst oder weaa es vom Biswurm ge- 
plagt wird. Mutwillige Hirtenjungen 
ahmen das Summen der Bremse nach 
und bringen durch ihr biass . . . ! die 
K&he zum biien. Wenn in, Stock Vth 
bii't, hkot det angre den Zagel. Sprw. I, 
370. Wenn ht Kok den Schtoam hewt, 
gitet (dU. Conitz. Sprw. II, 1624. 
Beides sprichwörtlich im Sinne von: 



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Btteinilch — blszu, 85 

Schlechte Beispiele finden schnell Nach- Irre herumlaofen, sich nicht zorecht- 

ihmiing. Mhd. büen, ahä. pitSn, baye- finden, gewölinlich verbfttem, Teriiren. 

riseh biten, bisem, schweizerisch Ineaen, Öck si äioeraü 'römgeb^Btert, ich bin 

Irtüsch bisae/U, bmoht, lit. iH^, ßberall ombergeirrt. £> tat va-bieatert, 

poln. ffienis (jwes). Xsslm. Wb, une Kirschen Fuchi im Hafer. Sprw. I, 

U6b. ijchmeller I, 209, weist auf 3887. Atoer öck dockt, wenn öck vom 

du bdhm. bezeti und das poln. biedz schlechten Wedder <m von Verbieatem 

(bieif), laufen, hin. Sollte nicht der säd, vntll mi de WolUhnoörden Opp- 

das hüen veranlassende bü-Taa zur schowto (Aushub) gäioen. Spook, 

Erklärung der Bildung des Wortes ge- 472. Bei Dorr, 28, irren, irre leiten: 

nügend sein? Im Fuldaschen sagt man Doch leet Öck im nich Itieatem, woarvon 

statt biaen: beiem. Yilmar, 30. Vgl. de Lied nuacht heem, Dormöt, dacht 

Grimm, Wb. II, 3u. 46. Weigandl, öck, kanmi du »e uk wraftkh nichver- 

200. Schade, 68b. teem'n (erzürnen). In der Dzg. Nhg. 

BlmiHlch, /., s Bist hat btttem auch die Bedeutung: irre 

Bttl, Biest, BUst, BSst, /. u. m. 1. die reden, phantasieren; bei Jeroschin: 

eiste Milch der Knb nach dem Kalben, hilflos, verlassen : dar undir ouch ein 

aoch BlStmilch, Bi$tmilch,BMmilGh. Hen- prtatir bleib de» kbem btaUr 144a. 

nig, 23. 319. 2. jede Speise, die aas Pfeiffer. 132. Hennig, 41. 

der Bist bereitet wird: Biatfiinaen, BUt- Biswurm, m,, BJsbremse, f., auch Biese- 

iälcben, Bistkuc/ien. Es sind dies Fest- wurm (Bock Nat. V, 229), Biibing, /., 

Speisen zur Feier der erfreulichen Ge- und Brilbniminel, m , poln. ^ies , giez. 

bort des Kalbes. Sperber, 7. Ge- 1. Bindsbremse, Tabafme bovinua, Das- 

luuieres über die ßfst s. Bock, Nat. I, seifliege, Oeatms bovis, auch gemeine 

2i9; er schreibt Bü/zt und Bee/zt. Ahd. Waffenfliege, Stratiomya chamaeleon. 

piatt, mhd. bie»t, angs. beoat, ndl. biest, Diese Insekten veranlassen durch ihre 

engl bieatinga, bayr. bieat, Schweiz, biest, Annäherung das Biiien des Kindviehes, 

iünut, biemt. In Estland Beesfynück. De Klette plackt de Biavjorm. 2. Bild- 

Hapel, 19. Sallmann, 29a. Bei lieh ein ruheloser Mensch. Wie ein 

Prätori US völlig abweichend Qeeat. Biivmrm san — umh^fahren. Korre- 

Von der ersten Milch macht die Wirtkin spondenzbl. III, 50. Steckt dl de Bis- 

&rekinua d. i. Qeeat, backt Fladen und brema'f Du hest geto^ wedder Bivtnerm 

Stritz^l, kochts mit der ersten Müch da- pm Kofp. Dorr, 1. Wiew., 35. Tgl. 

«m der Geest vjird und setzeta auf den Biszeit 

Ao/ienSc&e^fe/. Pierson, Matth.Prätor., Biäzeit, /., Zeit, in der die Kflhe bi- 

68. VgLGrimm,Wb.U,3. Schmel- /«i. Nach Bock, Nat. V, 230 Beeae- 

1er I, 215. Weigand I, 195, zeit: Wenn die Fortpflamung dieses 

BM, n., s. Btet. üngezie/era (Ocbsenhremse) vor sich 

bMer, bieiter, bUster, adj. 1. finster, gehet, so nenn«^ man solches Bieaen 

dOster, trübe. Im Herzen ia btater. 2. oder die BteaezeiL 

irrig, finster im Geiste. Öck a( btater, biSZU, ade. RücH ein bt/zchen biazu, 

ich bin im Irrtum; im Werder: öck s! zum Nebensitzenden, der etwas weiter 

aparbiater. rficken soll. Gegend von Jastrow. 

btitera, biestern, bUstern, aw., in der Vielleicht eine VerstQmmelang von: 



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86 Biter — BlankBonoteg. 

bifzchen zu (dahin, dorthin zu), Ma- blamlserig, adj.. trübselig, schmerz- 

rold. lieh, wehmütig. Mflhling. 

BTtsr, fn., s. Beilzer. blanduckfln, sw., von Kindern, welche 

BHschke, n., s. Bischke. ohne Erlaubnis die Sehnle versänmeD, 

Bitterfiseh, m., Elritze, Cypi'ima Pko- sich herumtreiben. Auch snbstantjy.: 

xinv» L., ^iiAti. oUzuTika. Bajack, 394. He öt en Blanducker. Rauschen. Sam> 

Nach Benecke, 116, der Bitterling, land. 

Rhodeus amarus BL, mos. rdest pieprzni/, blank, adj. 1. vol blinken, blinkend, 

olszowka. glänzend, rein, hell, klar. Blank Gdd, 

Bitterkresse, /., bitteres Schaumkraut, neues, glänzendes, aber auch bares. 

Cordamme amara L. Hagen, 683. Blanke Augen, klare, muntere, schlaf- 

Bitterkrease, weil sie statt der echten freie. Sich blank machen, sich rein 

Bt*uRn«n/v-fgge verwandt wird. S. Leu- und sauber machen, schmücken. Bei 

nis, 661. Jeroschin: von daiz der morgtnrSlü/ 

Bittorilng, m., ?. Bitterfisch. dratic um daz man sach dl stenie bhtiK 

Bjidd, /., s. Bied. 104b. Pfeiffer, 132. 2. blolz, nackt, 

biabbem, air., plappern. Davon Blab- ohne Geld. Itt er denn ganz bUmit 

berbart Hennig, 32. Ganz, mein Herr, und hujigrig. Sopk 

bladen, vw., vom Kohl die äufzersten R. I, 231 f. Bennig, 32. 

Bl&tter abpflücken. Sallmann, 39a. Bl&nke, /., von blinken. 1. offen ge- 

Hapel, 26, schreibt blaten. bliebene Stelle im Eise, aof der man 

Blaff, m. 1. der Bellruf des Hundes, das blanke Wasser sieht (Klein I, 51: 

daher Hlindeblaff. Et 5» e Huijigeblaff n^ßlcliß ^on selbst nicht zugefroren 

wtt, es ist einen Hundeblaff weit d h. ist"), Wasserstradel, der nie oder nur 

so weit, als man das Bellen eines Hnn- bei strenger Kälte zufriert. Blanken ent- 

dea hören kann. Auf die Frage nach stehen dadurch, daTz eine im Wasser 

der Entfernung eines Ortes. Vgl. befindliche warme Quelle die Eisbildung 

Sprw. I, 1745. Im Götttng. hunneklaf. hindert, oder der Wind diese Stelle 

Schamb., 89a. 2. nach Marold auch längere Zeit hindursh fegt; das Eis, 

der Mund. das sie bei anhaltender Kälte überzieht, 

blaffen, sw., bellen, anblaffen, an- ist wenig sicher. Sie heifzen auch 

bellen, aber auch anschreien, anfahren, Wftken. S. Passarge, Balt., 61, Er 

auBSchelten. Wat blaffst m! so an! igt in die Blanke gelaufen, der Schlitt- 

Für eine zweite Bedeutung: dumm, schuhlünfer. 2. gröfzere PfQtze, in der 

starr ansehen, ist richtiger angialten. das Wasser steht. 3. Wiese. Nicht 

Blaffer, m., von hlaffen, ein Hund, no ein Fleckchen, nein, rnie game Blenke. 

der viel bellt, aber auch ein Mensch, jung und beblümt mie der FrühUng. 

der viel und polternd redet, der schilt. Soph. R. I, 373. 

biftken,»»., qualmend brennen, glühen. blttnkern, sa.. blinkem, strahlen, gl&D- 

Die Lampe blakt bei zu hoch geschro- zen. Dat blinkert und blÖnkert Wk 

benem Docht. Der Kien blakt. blänkerd er de Hopp! Carm. nupt I, 

Biaker, m., Wandlenchter mit einem 282. 11. Hennig, 320. Ygl. UHzeni 

Metall- oder Glasspiegel als Reßektor. Blanktonntag, m., der blanke Sonntag: 

flennig, 32. der Ostersonntag, weil zu diesem Tage 



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Blär — Blwunontog. 87 

klles im Hause rein und blank ge- Blftsente, /., Wasderhulm, fitUca atra. 

schmückt ist Auch BIBshenne. 

BUr (älang), m., s. BHr, Peter. Blässe, Blesse, pltd. BIflss, /. 1. der 

biftren, aw., aDglotzen, ansti«reD. EU weilze Fleck oder Strahl auf der Stirne 

biüg. Schemiooek, 5. der Kinder und Pferde. 2. das Tier 

BUricatz, /'., Xeime für ein Fischer- mit einer BUsse, dann auch der Bläu^ 

netz. Auch: Kater. Drausensee. Müh- der Bloss. S. Grimm, Wb. U, 71. 

ling. Weigand I, 204. Hennig, 32. 3. 

Blarre, Bläire, /., eine aus Weiden- Wange, Backe, Kopf. Öcfi kä a 6ch 

rinde gemachte „Blase" mit breitem ali mänt/e Rahbtu (Hiebe) ver e BUa$ 

kluinetten-ortigem Mundstück; sie faeil'zt gegjäne (gegeben). Ermland. 

aoch Quarre. Ein Kinderinstrument. bISssig, adj., von Blässe, was eine 

Von Uarren. Vgl. Volker. 61, 237. BUase hat. Wat btässiff jung wart, 

Uairen, blärren, sio. 1. plärren, stai-wt 6k blässig = jung gewohot, alt 

schreien, schreiend weinen, laut und gethan. Sprw. I, 393. Pltd. meist 

schlecht singen; auch von Bindern und bIKssig. 

Schafen. Ek keuno noch Ggld §m Sack, Blatt, n., engmaschiges Netztucb, auch 

iwmi du vor Hunger bhuTst. Dorr, Korigarn. S. Schlange. 

L Wiew., 22. Er kann nicht grofz- blatten, nc., auf einem Blatt den Look- 

iprechea, aufschneiden, schreien, blarren, ton der Ricke nachahmen, am den Reh- 

braschen und sich zancken. titein, bock herbeizulocken. Obgleich die 

Peregrinus XVIU, 28. W. Mtsbl. VI, J&ger heute ein eigenes Instrument 

190. zur Hervorbringung dieses Locktones 

Roll, roll, rollf besitzen, so ist die Bezeichnung ge- 

De Kanter 5s e BolL, blieben. Vgl. Grimm, Wb. I, 77. 

De Kinder sön de Narre, Blattlos, Pflzn. , auch Ohnblatt, ge- 

Se yäne mSt em blarre. meiner Mauerpfeffer, Sedwm acre L. 

Sprw.I, 3160. 2. Auf der BUrre (s. d.) Hagen, 479. 

blss^. In Zusammensetzungen: an- Blattstroh, Päzn., gemeines Labkraut, 

Usrren, einen laut und mit unziemlicher Galium moüugo L. Hagen, 162. 

Oebätde anschreien, ausblarren (nach Blaubeere, /■, gemeine Heidelbeere, 

Mühling), zu blarren aufhören; aus- Vaccinimn MyrtÜlm L. S. Besinge. Ha- 

plaudem, ausschwatzen, Geklätsche gen, 416. Hennig, 32. 

ouchen. Blarrhals, m., Schreihals, als blauen, »ir., die Wäsche blau machen. 

Scheltwort auf viel schreiende Kinder. S. Blausel. 

GeUaiT, n., Geplärre, Geblök. Hen- BIKuer, m., s. Brossem. 

nig, 32. Vgl. pitfrren. Blaumontag, m., blauer Montag. Zu- 

BISs, m., 3. Blässe. nächst der Montag der Karwoche, ao- 

Blftse,/. 1. pustula, papula. 2. Trom- dann in der Handwerkersprache jeder 

pele, überhaupt Blaseinstrument. Wmn Montag, an dem die Arbeit eingestellt, 

mim« Mohda mie, as met der Blähe der bUm gemacht wird. Die Tage der 

Ushroekp. Crn-m. nupt. III, 77c. Vgl- Charwoche heil'zen: Blaumontag, 

Blarre. Krummdienstag, Asch^vmttwoeh, Orüri' 



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88 BlMuel — blengeo. 

donnerstaff, Stillfreitag, Scluectrzsonn- aufhalten kann, Domicil. Encht e Büw, 

<J}€nd, Blanktonntag. Sprw. I, 376 Im denn e W!w, erst ein Bleib, dum ein 

ßartenschenheilzt der Dienstag: Weifz- Weib. Sprw. I, 379. 

dienstag und der Mittwoch Krumm- bleiben, pltd. bllwefn), it., vegbleibeo, 

mittwock; im Samlande führen Sonn- die Besinnung verlieren bei Ohnmacht, 

abend and Sonntag dieser Woche die Elbing. Schemionek, 6. 

Namen : Rieskesonnabend und Fladert- Bleide, BiTde, Plitte, /. 1. altes Wnif- 

aoniitag; der Sonnabend heifzt auch geschol'z. Pr. Samml. III, 7. Hennen- 

KUtachketomwbend; die letzten drei Na- berger hat FUtte (S. 471) und BUüe 

men beziehen sich auf das Fes^ebäcke. (S. 28 u. 49). Bei Jcroschin Uiii: 

Blausel, n., blanc Stärke, Lackmus, (er hiel'z wieder aufrichten) svtoz da 

die Wasche blau zu machen. Danzig. was geworfen nidir mit blidin in da 

Bock, Nat. I, 589. Klein I, 62. sturmü drann (iquam) 46d und öfter. 

Blauveilkesafl, Blauveilcheasafc. Me- Pfeiffer, 133. Eine Gattung der fiU- 

dikament Si/rupua violarum. Kgsbg. den hiefz Tümmler. 2. Türme, W&Ue 

Blauziemsr, m. Wachholderdrossel, u. a. Festungswerke, welche eine Stadt 

Turdus pilaris L. Bujack, 370. uder Borg einfriedeten, daher aach 

Blauzwimsaat, /., Saat, aus der blauer Burgfrieden genannt. Bei Jeroschin: 

Zwirn wächst. Man schickt Kinder bercfrit. Hartknoch, 225. Hennig, 

am 1. April danach. Samland. S. 321 Pfeiffer, 126. 

StrainmbUxenBaat Bleier, m., s. Bressem. 

Blech, n., Geld, fade Rede, dummes Bleigiefzen, pltd. Bi^efeCn), n , aber- 
Geschwätz. gl&ubiBcher Gebrauch am Sylvester- 
blechen, sio., zahlen und zwar tüch- abende. In der Mittemachtsstunde 
tig, teuer. Hennig, 32. Se säten schmelzt man in blechernem Lsffel Blei 
witewe Peer^ hMen, awer se motten mi oder Zinn und giefzt die heil'ze Masse 
darfär blechen. Dorr, 1. Wiew., 102. in Wasser, wenn ang&nglich durch den 
Blechin, m., Fischn., s. GJeb. Ring eines Erbscblüssels. Die ent- 
BledipQster, m., Trompeter. Aus Blech standenen wunderlichen Gebilde l&lzt 
und pusten zusammengesetzt. man durch eise Kartenlegerin deateo 
Blecke, Bleilie, /., Fischn., s. 6ieb. oder thut dieses auch selbst. Ein krau- 
bieclcen, sw. 1. bleichen, in der Farbe ser und blanker Gulz bedeutet Gdd, 
verschielzen. Hennig, 32. Zur Ver- eine Höhlung das Grab, eine alttr- 
stärkung: abblecken, ausbleciten, ver- förmige Erhebung Trsnnng etc. — Um 
blecken. Klein II, 210, schreibt ver- ganz sicher zu gehen ^elzt man dep 
blücken. Das Tuck ist gam auagebleckt. Gufz am heil, drei Königstage um. 
2. beim Lachen dieZähne blicken lassen. Giebt er ungefähr dieselbe, oder ancb 
Hei bleckt de Täkne. De See bleckt de nur eine ähnliche Figur, so ist das Yor- 
Tähne, sie zeigt Schaum wellen als Vor- zeichen untrüglich. Gewöhnlich sagt 
boten grölzerer Erregung. Hexspr., man Zinngie/zen. Vgl N. Fr. Prov.- 
156. In Hessen bleeken hohnlächeln, BL VI, 216, 25. 
boshaft lachen. Vilmar, 41. Bleike, /., Fischn., s. 6teb. 
Blei, m., Fischn., s. Bresnm, auch Gieb. bifingen, sw., blühen. On» Weäen 
Bleib, n., Stätte, wo man bleiben, sich bUengt. Dorr, 1. Wiew., 21. 



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Blenke — blitsern. 89 

Blenke, /., s. BllUlhe. für einen, der schlecht oder imfreuod- 

Blene, /., s HSsk. lieh sieht En BUngkig» gluhpt hoch 

BSck, m. 1. Augenblick. Westpr. op, as wuU se m! behexe. Carm.nupt.I, 

Mühling. 2. bÖMT Blich, der Verderb- 282, 14. 

£cb, tötend fflr deo wird, aui den er Blindschlange, Blingschlang, /., Blind- 

fillt Näheres s. Heispr., 3 ff. schleiche. Sperber, 7. 

Bück, BlUck, m., nach Sperber, 8, BlindzTm, m., Schimpfwort. EinMäd- 

der sonst Blei (genannte Fisch, also eben weist den Gratolanten, der Rieh 

Cyprinug Brama, Brassen. S. Blecke, als Bauer giebt, weg; Dr&m schert ju 

Bhde, f., 8. Bleide. hier man fort, ju motte kief nich kicie ! 

Bfieeen, Ortsn., Dorf zwischen Rheden Eck sehd: ju sönd sehr narsch, eck war 

md Stralsborg in Westpr. S. GolOKl- mi woU ^cech&cklike. Dei Blingziem» 

kimn). war Öck loa, eck ging nu doch herfär. 

bHnd, adv. 1. glanzlos, trüb. Der Carm nupt. VI, 242 c u. d. 

iüidt Spiegel, die blijide SchnalU. Hen- BlingKhiang, /., s. Blindschlange. 

nig, 320. 2. Hebt Dank datär, schlapt blinkem, »ic, frequentatives blinken, 

Hiimt, Herr Kroger, öck 9Öh jukuhmver glitzern, glänzen, leuchten. Augen hast 

ä&« SÖgfw(elf Uhr). C(Wvn.nujj(.V, 145 c. du ja^ um sie (die Schlange) blinkem 

UuuJhier im Sinne: schlaft fest, schlaft zu sehn. Soph- K. I, 374. S. Gn'mm, 

mU, mit fest geschlossenen Äugen, Wb. II, 128. Vgl. biflnkem. 

wie ein Blinder 3. blind ankovtmen, Htse,/., Leachttnrm. Neufahrwasser. 

Abel, schlecht aa- oder fortkommen. Blitt, Blutt, m., Blut. Ermland. 

£«1^ benachbarte Geistliche . . suchten blitzblank, adj., blitzend blank, spie- 

wu einet andern, zu belehren, die kamen gelhell. Sü? hält in der KücJw alles 

aber blind an. Anbang zu Soph. R., blifzblajik. 

fm. blitzblau, adj., dem ansbrecheDden 

BHnde, m., Haufen Menschenkot. Dem Blitze wird die blaue Farbe beigelegt, 

Blinden die Augen awtreten, in Kien- bei der blauen Flamme wird geflucht, 

schenkot treten. Sprw. I, 384. Ebenso Grimm, Wb. II, 131, Mythol., 162. 

in Posen. Bernd, 27, Ein kleines Gevatter zog auf. „Hoho"*, 

BMeflufz, m., das Flülzchen Rominte rief er (der Teufel), „nun itt's Zeit, 

(s. d.). daß ich mich fortpacke, denn da 

nindekub, /., Kinderspiel. Einem kommt der mit der blauen Peitsche. 

Kinde werden die Augen verbanden, Keusch, Sagen, 95. Blitzbau und 

es greift als blinde Kuh die übrigen donnergrün, zur Bezeichnung auffallend 

Genossen. Text in den Volksr., 186, bimter, „knallender" Farben, auch uu- 

700. bestimmter Farben, selbst wenn blau 

BMilcliken, Ortsn., Dorf im Kreise odergrün darin nichtanftreten. Grimm, 

Goldap. Er ist ata Blindischken, wo Wb. II, 1244, hat nur Donnergrün, n. 

die Bunde mit dem A. belien. Sprw. I, als Sedum telephium L. 

390. V^ AuBStupflhnen. Witzen, sw. Es blitzt! sagt man. wenn 

BMktcks, m. oder /., je nach dem die SchUtze in einem Fraaenrocke sich 

oatDrlicheD Geschlecht, aus bUnd und ö&et und der Unterrock sichtbar wird. 

kidcen zusammengesetztes Scheltwort bUtzern, sw., glitzern, funkeln, strah- 



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90 Blitxkröt« — blühen. 

len, leuchten mit Blitzgaoz. Da» bUt^sei't et toU> dohn, w^i kroch eck önen BIÖk. 

und blänkert, z. B. die Pickelhauben (arm. nupt. V, 190d. 

eines Regiments im Sonnenscheiu. BIOss, /. u. m., s. BUste. 

Blitzkr&te, /., Schimpf-, Scheit- und bISfz, adv., zur Verstärkung des Aos- 
Schmeichel'n'ort. Denn so eine filitz- gesagten, Du wanckt bhfz krige! du 
kröU (ein Stachelschwein ist hier ge- wirst tüchtige Schelte (Hiebe) bekom- 
meint) verbirgt sich auch in sich selbst, nien. Ich hob iJvm bloß gegeben! Dal 
wenn sie meinein Wachtel (Hund) di^ os blofz holt, das ist eine grimmige 
Nase geprickelt hat. Soph. R. IV, 155. K^te! 

Seh mir einer die Blizkröte ! Ibid. VI, Blott, m. u. /., Strafzenkot, vom Re- 

255. geu aufgeweichtes Erdreich. Schlamm. 

BKtzpulver, n., Pnlver, mit dem man Poln. bloto, lit blota, böHm. bldio, ruse. 

(auf dem Theater) den Blitz nachahmt, boüta Eot, Str&l'zenkot, Dreck, Unflat. 

Der Same des gemeinen Bärlapp, Lyco- -^Ucs Utk Blott. Schalt). 3, 4. Uasur. 

podium clavatum L. Er heil'zt auch Sprw. : Da bist so grob, als Kenn man 

Streupulver, Klopfpuhrer, Hexenmehl, init dem Stock in den Blott kauert würde: 

Hexenpulver. Über die weitere Be- taki prosly, iak gdy bg kto kigiem k 

nutzung des Bärlappiamen ä. Leunis, hioto uderzyt. Sprw. H, 3081. Nsalm. 

1442. Forsch. 2; Th., 19. Pierson, Matth. 

Blix,BHfck8,m.,Blitz.Flucb:eo(öß/w, Prätor., 149a. Altpr. Mtsschr. XV, 581. 

Ilagel, Donneneetier ! Don atoowd sei Hennig, 33. VgL Mott 

as en Blocks davon. Carvi. nupt. 1, blottjg, a»^., von Blott, schmutzig, 

282, 6. Eck füll ah *cie ön Blocks van kotig, dreckig; vom Wege, Erdreich. 

mffnem P5rd herunger. Caj-m. nupt. V, Doar buuten lett et gruulich nooch, Df 

190b. IIa quam ock as öit Blocks, ^äj onfoahrbar, bloftich, toach. Dorr, 

Carm. nupt. VI, 242d. Blixkerl, Blitz- 18. . . . und untrden die Geistlichen mit 

kerl, gewandter, pfiffiger, anst«lliger den Caselen so übel auf der blottige» 

Kerl, (Hennig. 33: sehr heftiger zor- £riie abgemahlet, und mit Schlägen k 

niger Kerl); ebenso: Bllxjunge, Blix- zugerichtete, (bei einem Handgemenge 

margell. mit den Bauern). Hartwich, 489. 

BIficks, m, s. das vor. BlottkDI, /., DreckpfQtze. Se achtaei^ 

BlocksHlck, «., groliees Geldstück, '^ »«» v&m Peerd 'runder gn 'ne Bhtf- 

GegenwärtigheilzeD die silbernen Fünf- kul. Dorr, I. Wiew., 110. 

markstücke Blockst&ckc, früher waren blubbem, ««., viel und unbedachtsam 

es die ZweithalerstQcke. plappern, schwatzen. 

blVd, adj., träge, fnul: beim Pferde; BtUck, m., a. Blich. 

arbeitsscheu: beim Menschen Elbing. Bludwhen, Ortsn., Dorf bei Pillkalleo. 

Schemionek, 6. Neckerei: Er ist ofus Bludachen — «"» 

Bittsei, n.. Dem. Blöselcheti, Blumen- Bludscher, er dünkt sich klug. Sprw. I, 

straui'z. 394. 

BIttss, m., Schlag, schnell und kui'z, blUhen, pltd bl(ge(n), sie, vom frischen 

blit^cartig. Eck spoard dat MuJd wi/t Haffi wenn es im Sommer, namentlich 

op, als myne Srhien-Dähr ösz. vergatt im Juli uud August, sich mit einer 



idbyGoO'^le 



BlOmcbe — Bocfat 9t 

eigenen Art grüner Pflänzchen von fast langsam; daher waren sie fiist best&u- 

mikroskopiscber Kleinheit überzieht; dig unterwegs und mancher Schimmel 

HU Dfer ausgeworfen und getrocknet, fiel. Sprw. II, 2236. 

öberdeckea sie dasselbe wie mit Vitriol. BlOse, /■, weit« faltige Hose. 

Hitdieser Bifite eutwickelt sich ein wider- Blutigel, pltd. Bltügel, m., korr. vhchd. 

«rSrtiges Miasma und ein merkliches Alllteule, gespr. BluteiU, der Blutegel, 

Sterben der Fis^e. Vgl. Passarge, Hirudo mediänalia. 

BilL, 89. In Königsberg bläht der Bhltkraut, pltd. BlötkrOt, n., Name för 

Schlofzteich. eine Reihe von Pflanzen, teils der roten 

Snbnche, w. )üd. Vom., filume. Fla- Blüte wegen, teils wegen ihrer Anwen- 

tDw. Schmitt, 113. S. Parche. düng als blutstillende und udstringie- 

Bhime, gelhe, Dotterblume, CaUha pa- rende Mittel so genannt; blutroter 

halru L., auch Trollblume, TrolUia Storchschnabel, Geranmm rnnguiiurum 

«ropo«« L. Landfrauen bieten im Früh- /j. ; gemeiner Weiderich, 1/ijthrum sa- 

ÜDgc iu den Strafzen Königsbei^ diese licarta L. ; gemeiner Wiesenknopf, San- 

Blamen zmn Kaufe an mit dem Rufe: guisorha officiTtalu L. S. Hagen, 712, 

Frfe»,jf/&J3ZAn'/ Frauen, (kauft) gelbe 496. 173. Leunis, 529. 573. 427. 

Blamen! S. Kuhblume, Bobbert, Bubbert, m., dicker Kuchen, 

Bkinenstanz, /., aus Blumen and dem von Mehl, £iem, Milch and Speck ge- 

Terkürzten (JorKtame znsammengesetzt, backen. Dzg. Nhg. Viol^t, 98. In 

rar Bezeichnung einer Blum en verkaufe- einigen Gegenden auch blofz verdickte 

m. Dzg. Den (Eranz) bringt to K6p Eiermilch. Im Brem. Wb. I, 154: Bvh- 

ji oRertvegen De erschte beste Blomen- bert; bei Schmellerl, 141: Bäbe; in 

fianz. Banemep., 46. Livland Bvbbert Speise, die auf einer 

Blumenstein, m, umblumter Stein: Schüssel bärtlich gekocht wird: Eier- 

Weim <:2üs £rauf (Haffkraut) am Stein bubbert, Äpfelbubbert. Hupel, 37. 

laigeiraehsen und sich um dasselbe klrijie Sallmann, 29: Eierkuchen. Vgl. Bslt. 

Muscheln und SaTtd angehangen, so Bocher, m., Knabe, munterer Junge, 

>i«)m«n die Strandbeicohnej- «ft« Masse Jadenjonge; junger Student, Amanuen- 

den Blumenstein. Bock, Nat. II, 169. sis. Jüd .-deutsch ; aus dem hebr. iocAur 

Bliunenstreicher, m., von Stein, Pe- Jüngling, poln. ebenfalls bachur. Im 

regriuQS XII, 13, unter hoinines doUm Krpise Flatow Bacher. Schmitt, IJO. 

aniigefQhrt W. Mtsbl. V, 188. Bucht, verhchd. Bucht, /. 1. Biegung, 

bHraenuit, adj., s. plUmerant Krümmung. Hennig, 321. 2. Lager- 

Blumsteln, Ort«n., Dorf im Kirchspiel statte, Bett, Stall. Gät ön de Bockt! 

Guttenfeld, Kr. Pr. Eylau. Sachte on öm- sagt man zu Kindern, die man zu Bett 

mtTjwt de IffceBlmnsteTieron/dre doch alle schickt; mit dem Rufe: WÖÜ jü üt de 

Jär ene Witte ddd, langsam und immer, Bocht! treibt man sie ans dem Bette, 

wie die lieben Blnmsteiner und fahren In Hessen Bäckt, m. a. n, unreinliche 

doch alle Jahr einen Schimmel tot. Nässe: das Kind, das Schnoein liegt im 

Die Blumsteiner waren in früherer Zeit Borkt. Mhd. b/xht Pfütze, Morast. Bei 

durch Scharwerksdien^te hart geplagt. Richey, 370, und im Brem. Wb. Hl, 

Da eie schlechte Pferde, meistens Schim- 370: Ihiuck, Pook, Puuk schlechtes Bette, 

mel, hatten, so gingen ihre Fahrten nur Vilmar, 46. Vgl. Grimm, Wb.Il, 201. 



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92 bocht — Boden. 

bochtf bucht, adv., von biegen. Nick räaclierte StrQmlmg, Clupea harengv*. 

bocht getce, nicht Dacbgeben, sieb nicht 2. Veiljengung, Bückling. Wenn mäch 

biegen noch beugen lassen Sprw. I, die Bauern nur mit einem Böddiitg 

486. uhren. Carm. nupt I, 44. 

bochfen, buchten, stc., in Unordnung BockslKUtel, m., zunächst scrotum ca- 

bringen, niederdrücken, zertreten und pH, dann, was dieaem ähnlich sieht 

dadurch ßucA^m machen. Kinder, die Gewöhnlich: Schlendrian, alte Ge- 

im Bette spielen, i-erbochten das Bett, wohnheit, schwerfälliger Gebrauch, der 

Die Wiese verbochten — dm Getreide' einem anhängt. Der alte BockAeuiä 

feld. Auch zerbochten. beim Hockseitmacken betteht (in Egsbg.) 

Bock, m. 1. Fehler. Einen Bock nwÄi m«Ar. Pr. Prov.-Bl. VI, 67. Hn- 

schie/zen, einen Fehler machen. 2. pel, 27. Hennig, 35: Bohbeutd --^ 

Böcke sh-eifen, wörtlich: Böckeabledem; Bachbeutel, „ein Beutel, worinneu ehe- 

ßgürlich: sich erbrechen. 3. Einen ntals die preulziscben Frauenzimmer 

faulen Bock lassen, sich unmanierlich das Gesang- oder Gebetbuch zu tragen 

aufführen. Vgl. bocken. pflegten." Vgl.Sprw.1, 424, u. Grimm, 

Bockbeere, flocksbeero, /., schwarze Wb. U, 206. 

Johannisbeere, Ribea nigrum L. Bock Bocksblut, Mcdik. Saltos Hircipuir. 

Nat. m, 337. Hagen. 264. Nach bocksch, adj. \. bockig, nach dem 

Grimm, Wb. H, 206, iiucb Rnbus Bocke verlangend. Von Zi^en und 

cae»ius. Vgl. Pierso n, Matlh. Pr&tor., Schafen. 2. Bei Kindern: eigeosinni);, 

13. auÜBätzig, widerspenstig. Vgl. iHMken. 

Bockel, m., Tannenzapfen. Ermland. BocksdKmel, m., dämeliger, damischer 

bocken, stc. 1. coire. Hat ihr das Bock. Schimpfwort. £^' ist ein reehier 

Bocken gefallen, so musa ihr auch das Bocksdämel, Dummerjan. 

Lammen gefallen. Daf Bocke geit leicht, bocksdSmlich , adj., dämlich, dumm. 

dat Lamme schwär. Sprw. I, 409a; II, wie ein Bock. Aber so sei doch nicht to 

399. 2. Kindpr bocken, sind vom Bocke bocksdämlich'. 

gestofzen, der Bock ist im (in ihrem) Bockstall, Bockstectier, Bockstolzer, m., 

Garten, wenn sie aus Eigensinn stolzend s. Frauenburg. 

schluchzen, schmollend schweigen, mau- Boczan, m., s. Botschan. 

len. Haben sie sich beruhigt, so haben BSdel, m., Konkursmasse, in der alten 

sie ausgebockt, zu bocken aufgehört. Danziger Gerichtasprache. W. Seidel. 

Da" Bock itöszt, sagt man auch, wenn 29. Klein I, 56: „Bankerott; wird 

man schluchzen mul'z. Die Tolkemiter dem hoUänd., aas welchem es ist, ge- 

sagen von dem, der aus Frauenburg mälz Budel ausgesprochen." Hennig. 

kommt: den hat der Bock gestofzen. .?3. Nach Krämers neu-holl. Wb. 

Sprw.I, 403. Vgl. Bockstall. ist boedel Erbschaft, VerlasseuBchaü 

BockleR, fl., Fell eines Bockes, und In der erstangegeben^i Bedeutung lebt 

daher auch zur Bezeichnung harter das Wort noch in: einbuddeln, Verluste 

Haut; bildlich: böses, schlimmes Frauen- erleiden, Bankerott machen, 

zimmer; als Schimpfwort: Ein&lts- Boden, m., die Tiefe des Haffes. Bit 

pinsel. Fisch^ei auf der Höhe, der Tiefe «/ff 

BSdding. vhd. BUdding, m. 1. der ge- dem sogenannten Boden des Hafe* htm 



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dn ganze Jahr hindurck betriäten wer- 
ia. Fisch. -Ord. f. d. fr. Haff § 18. 
Beneck«, 320. 338. 

1»., Fischer knecht. S- Vor- 



Begenbaum, m., gemeiner Tax- oder 
Eibenbaum, Taxu» baccata L. Hagen, 
1052. Das Eibenholz lieferte daa beste 
Holz zu Bogen und Ärmbrustbügeln, 
dilier der Volksname. S. Leanis, 
1042. 

Bagenholz, n., Hob zu Bogen, viel- 
leicht aach gebogenes Holz, Daube. S' 
Klappholz. 

Begidnne. Nach Simon Grünau ein 
getrockneter Hering. 

, s. Buhlengeld. 
;h, adj-, ungewöhnlich, selt- 
en, fremd, unbekannt. Da» sind ihm 
biiamKie Dörfer. 

Bohnaxt,/, Axt, „deren sich die Zim- 
merleute statt eines Beiles bedienen, 
um das beschlagene Holz glatt zu 
machen." Von bo/men, bohnern. Hen- 
nig, 34. 

BohnenMatt, n., Pflzn., FeUhenoe, Se- 
inin Idephiuim L. Hagen, 478. Nach 
Leanie, 583, Äedum/aftana (von /ofta 
Bohne), wegen der Ähnlichkeit der 
Butter mit Bohnenblättern. 

Bthnensdiachf, pltd. BohneCn)SGheeht, 
'S Bohnenstange. Vgl. Schacht. 

Bthmnschippen, n., s. schippen. 

Botiner, m., Bündel von Wurzelfasem 
zum Reinigen der Küchengefässe- 

bohnern, «to., glätten, polieren, frot- 
tieren, dass. was bohrten, »ichwed. bona., 
din. b(me, hol!, boenm, nds. bonen, im 
Hobt. ifxmm and Aoon«m. Brem. Wb.I, 
U7. Schütze I, 130. Hennig, 34. 
Die gebohnerten Möbel sind anJzer 
Uode. BohnerbUnle, /., Bohnerlappen, 
*»., Börste (Lappen) zum Boh- 
Mrn. Gebokn^t luibe ich fl^nsiff- 



bi — Boion. 93 

lieh. Soph. R. I, 648. £r bohtierU an 
einem Kreidefleck auf seiner schwarzen 
Weste. Ibid. HI, 170. Dass eine grosse 
Menge der Menschen vom Bonem un- 
seres HolzgerSthes sich nährt. Ibid., 
483. Davon das adj. gebohnert In 
Soph. R. IV, 244, ist von „der mit einem 
Kopftuch gebonerten Stirn eities Land- 
mädgens" die Rede. 

bohren, sw., mit Nachdruck bitten, 
unermQdlich in Gesuchen sein. Bei der 
Behörde bohren, in bestimmter An- 
gelegenheit wiederholt ein kommen. 
Mahling hat noch: im Geheimen In- 
triguen anspinnen. Hennig, 34. 

Boi, m., WoUenzeug, dän. baj, schwed. 
bc^, holL baai. Im vor. Jahrhundert zu 
Trauerkleidem verwendet. Bald will es 
(das Glück) unsan Leib in Flor und 
Boi/e kleiden, bald schickt es ■wiedei'umh 
ein Freudenkläd ins Haus. Cattn. nupt.l, 
125. ßr soll nach Flor und Boy nun 
Freudenkleider tragen. Ibid., 162. So 
wird der Witttoen Schaar nun mehr und 
mehr vermindert, Die nur mit Boy und 
Floor bezierten unsre Stadt . . . Soll der 
Boy und schicartze Flow mich drückent 
Carm. nupt. II, 135b. c. Dein Boy ver- 
wandelt eich in güldne Lust-Broquaden. 
Ibid., 177 c. Und Er im Boy ffekleidt 
hat traurig gehen müssen. Ibid., 234 f. 
und öfter. 

Boidak, m., tlulzfahrzeug mit flachem 
Boden von 30 bis 36 Last (ä 60 Schffl.) 
bei etwa 1 m Tiefe. Diese Fahrzeuge 
kommen gewöhnlich nur mit der Früh- 
lingsflut längs dem Niemen aus Rufz- 
land und Polen. 

Boie, /., s. Bolle. 

Bolert, in., in Stein, Peregrinus, 
Bd. H, Abschn. III, 3, unter nanes ger- 
mawOTitm: B(^ert. Pas sarge, 138) 
fichreibt, nach Löschin, Geschichte 
Danzigs, Bm/ert, Flurzfahrzeug, das bei 



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94 



Boik ~ Boltreuse. 



der Belagerung Demzigs zar Sprengung 
der BrQcke benutzt wurde, 

Boik, m., Knabe, Junge, engl. bo^. 
Mfihling. 

Boilke, vt., f., der Cousin, die Cou- 
sine; aoch Boilkekind, n. Conitz. Tuchel. 

BoHe, /., s. Baite. 

Boldeijan, m., Baldrian, Valeriana. 
Sperber, 8, der auch Bollerjabn bat, 
bält beide Namen ffir keine Verstüm- 
melungen von Baldrian, sondern Qber- 
setzt: „kühner Johann", auf das alte, 
jetzt noch engUsclie hoM ~ kühn hin- 
treisend. S. Balderjan u. Bullerjan. 

Bolka», m., Fischerknecht S. Anker- 
mann. 

Soll, Bull, m., Bulle, Stier. Lit. bul- 
lus. Dat kimmi em ver, wie 'm BoUe 
dat Melke. Vgl. Sprw. I, 492 £F. Denk 
daran, Jupiter, icie du för diene Europa 
en Boll Kordst Dorr, L Wiew., 119. 

boll, adj., ungeschmeidig, steif; rund, 
kugelig. Brem. Wb. I, 113. S. holl. 

bollSrachen, bollftncheh, »w., aus boü. 
ungeschmeidig, steif, und ä'rschen von 
Arsch, podex. 1. mOheToll sich bücken, 
heben, tragen, stark arbeiten, sich quä- 
len. Ock rmast foat so bollnänche, dat 
öck nick op kunn. 2. uni-uhig und ge- 
schäftig den A. hin- und herwerfen. 
Kinder, welche im Bette msen, boÜ- 
Sischen. In Pommern nennt man Hüh- 
ner, denen die üinterfedem fehlen, boU- 
eemg. Dähn., 49a. Vgl. Brem. Wb. I, 
113. 

Bolfbeere, /., s. Dnmkelbeere. 

Bolle, Boie, /., Buje, schwimmendes, 
mit einem Seile an einen Äuker be- 
festigtes StQck Holz oder 1'önnchen, 
zum Zeichen, wo der Anker, die An- 
gel liegt, und zur Bezeichnung der 
Fahrt Wer die Tonnen, Bollen oder 
Boj/en oorsätzlich verrückt, erfüllt in 
eine Geldstrafe von 30 Tkaler. Fisch.- 



Ord. f. d. k. Haif §51. Die Fisck.- 
Ord. i. d. fr. Haff setzt § 52 die Strafe 
auf 50-300 Thaler fest Die Grenan 
de» Tiefs sollen stets mit B<^en, wddu 
jährlich im Frühjahr ausgelegt und int 
Herbste aufffs/ioben werden, bezeichnet 
wmfen. Fisck-Ord. f. d. k. Haff § 13. 
— Bolle, das Runde die Knospe, der 
(FlacIi8-)Knoten etc. Vgl. Grimm, 
Wb.n, 231. Bote, Boje, nndl. boei, engl 
buoy, frz. bouee, spau. boya, portag. 
boie; ursprünglich Seil, Kette, Fessel, 
von alüat. die 6o?'a = Ledeniemen, 
Fessel. W'eigandl, 217. 

BollebUdel, m, Bullenbeutel (scrotum), 
zur Bezeichnung eines diesem ähnlichen 
Scbnapsfläschchens mit \Yeit«m Bauch. 

Bollejs, pltd. Bolus, n., auch Bullertit. 
hohles, hohliiegendes und daher pol- 
terndes Eis; die auf Stauwasser ueu 
gebildete Eisfläche, welche unter sieb 
kein Wasser hat und daher hohl pol- 
ternd ertfint, wenn man darüber läuft. 

bellen, aw., s. bullen. 

Bollenflelt, /, Bullenfiöte(?), Ochsen- 
ziemer, Peserik (s.d.), Kantschu, Prü- 
gel £% v)^l em m§i der BoBet^leü 
Mores lehren. Dorr, 1, Wiew., 49. 

Bollengeld, n., s. Buhlengeld. 

Boilenkopf, m., zur Bezeichnung ^ee 
stierköpfigen, zornigen Menschen. Boüe- 
ÄöppÄe, Äejrö/frft, beruhige dich. Sprw.l, 
496. Na wacfU' tnan, Uener Boüekopp! 

Ballerjan, m., s. Bolderjan. 

bülierscheR, sw., s. boliarschen. 

Boilkalb, n., männliches Kalb. Me 
blüft mcer (bleibt übrig) as Leppen BoU' 
kalf. Sprw. I, 381. 

Bollrabastel, /., dicke Milch. N&bui' 
gen. I 

Bollreuse, pltd. BolIrTi, /., in Bock N*t. 
IV, 725, Bollries, mni. balrme, Reuse, j 
d. i. aus Weidenruten geflochtener runder 
Netzkorb mit Einkehle zum Aal- und { 



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BoIlrieB — bommeln. 95 

VeimaDgenEange. Bie Bollreose hat Hut einen Bolzen (s. Büke) schlagen. 

drei BOgel und zwei Intel. Fiscti,- ver- und zerltolzen. durchprögeln und 

Ord, f. d. fr. Haff § 33. i/e (der Nie- dabei verwanden: de» haben sie gut 

deranger Bauer während der Über- eerbolzt — zerboht. 

schwemmung) seil öm Föld. Boüriesen BombaSieng, Bombasin, m., niad. bom- 

iwf. Dorr, 21. Boll, ad/'., rund, kug- sin, bonmde, baumwollenes, jetzt aulzer 

licht Brem, Wb. 1, 113. Vgl Grimm, Gebrauch gekommenes Zeug (bombt/- 

Wb. II, 231 : Sofie = Knospe. Beschrei- dnum"). In Hessen Bomsen. Vilmar, 

boDg und AbbUduDg der Bollreuse in 48. Bock Nat V, 408 f. hat: Bomsin, 

Benecke, 396. ein Gewebe, in welcheui der Äa&ug 

1, /., s. Bollreuse. Wolle und der Einschl^ Baumwolle 



Seestint, Salmo spinn- ist. Umgekehrt im Mnd. Wb. I, 384a. 

tiut. {S. eperlano-^narinm Bloch.') Bu- bombattig, adj., schwülstig, phrasen- 

j&ck, 392. haft in der Rede; in Elbing auch ge- 

Boihverit, w., in Königsbei^ kein for- schmacklos au%eputzt. Schemionek, 

tiGkatorisches Werk, sondern die auf 6, lo Kgsbg. noch dickh&utig, ver- 

P&hlen mbende feste Bohleneinfassung schlagen, verschmitzt. Dat ös en Born- 

längs den Ufern des Pregels, also mehr baafger, dei stellt söck blas so. Bombast 

ein Bohlen werk. Und deneeil zu dem ui'sprQngbch mit Baum wolle, mlat. bom- 

hfeonUkendeii baw am BoUwercke geldes baje, ausgestopftes (aid'gebläbtea) Zeug. 

hawfipet gewesen etc. Protokoll der Weigand I, 220. 

Moigspr. im Kneiphof aus 1605. Die Bomber, m., Fehler, dummer Streich. 

Zänfte, 21. Er hat einen heiüosen Bomber gemacht, 

MWerig, adj. 1. uofügsam, schwer einen grofzen Fehler, durch den er die 

la handhaben. Natangen. 2. äi^er- Sache verdorben, ihre Ausführung er- 

ÜcK Pillau. Vgl. babthig. schwert hat Nach Pisanskis Nachlr. 

Balten, BuKen, m., Bolz, Bolzen : der auch: einen Strich durch die Rechnung 

Xagel, der die Deichsel an den Wagen machen. 

schUe&t, Schliel'znagel; das EisenstSck, bomfldeln, sw., a. buinfldeln. 

das, glahend gemacht, in das Plätteiseo Bommchen, n., s. Bummchen. 

gesteckt wird. Hennig, 36. Boramel, m.. Dem. Bommelchen, pltd. 

BaKnn,»)., nachgemachter Lockvogel, Bommelke, das Baumelnde; Troddel, 

HUi^estopfte Auerhenne, wodurch der Uhrgebänge. Der Oh-bomniel, das Ühr- 

Äuerhahn in die Schulzweile gelockt gehänge. Bommelke hing, Gangelke ging. 

wird; in Livland ausgestopfter Birk- Wi't Bommelke raffull, Nehm Gangelke 

bahn. Lit. baliconaa. lett. bulwahia; Bommelke. Rfttsel. Die Eichel und 

poln. bahnan, russ. bolwün Klotz, Block, das wilde Schwein sind gemeint. Pfiz.- 

aucfa ungeschlachter Mensch; das lit. Rats. 9. In der Zusammenfassung vcf- 

WwJna« und das poln. bahoan auch scbtedener baumelnder Gegenstände 

Götzenbild. Nsslm Forsch. 3;.Th., 20. Bommelaiche, Bommelage, auch Bamm»- 

Bupel, 29. lasche, Bammelage. 

Bolzen, m., s. Bulfe. bommeln, sw. 1. baumeln, hängend 

Mzeil, sw., schlagen, einbolzen, ein- schwanken, frei schweben. Ebenso 

schlagen: die Feister, aber nuch in den bammeln und bummoln. In Hessen bam- 



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96 



bömineln — Bora. 



beln (pampeln). Vilmar, 24. Mit den 
Füfzen bammeln — homimeln — bummeln. 
Da» Ohrgehäjige bammelt: Ohrbommei. 
2. ohne Arbeit leben, mQl'zig geliea. 
Hei bammelt den ganze Dag herdm. 
DavoD Bommler und Bunimter,?n., Mülzig- 
gänger. Herum treibe r. Weigand I, 
124, führt bammeln auf das lat. pam- 
pinm, mit. pampilus ßebschofz, Reb- 
ranke zurück. S. Grimm, Wb. I, 1095: 
bammeln. 

bttmmeln, ztw., s. bimmeln. 

Bommler, m., s. bommeln. 

BomOchen, phtr. Mach keine Bomö- 
chen. Inst«rburg. Nach Angabe des 
Einsenders vou bon mot; gleichbedeu- 
tend mit Fomoken in der Redensart im 
Werder: Er hat Pomokes em Kopp^ er 
hat Streiche im Kopf. 

Bftms und Boms, &. Baums. 

Bomsin, m., s. Bombafiseng. 

Bomst, m., Fell, -podexf Onae Muttersch 
komste, DatHÖrichke kreg ver deBonate! 
Aus einem Spielliede. Samland. Volksr. 
62, 239: kreg dat Hörachke bomaU, hier 
wohl Schüsse. 

BAn, BDn, Bän, Bänen, m., das hchd. 
Bühne, der Boden, Oberboden in länd- 
lichen H&usem and Scbeanen, in Kgsbg. 
Lucht, Bodenraum; oberes Zimmer, 
Vorratskammer. Op onsem Bön, da ÖS 
en Klotzke etc. Pflz.-RÄts. 36. Qp deti 
Bänen gefliet (das Obst), <yp Loaken on 
Tick, Wat dat schön rickt. Dorr, 14. 
De Buur heft siene Noat on Haag, 
Woaknt op dem Bdn' möt Sack on Pack. 
Ibid., 20. Rätsel: Op omem Bän licht 
ieat, wat duusend Mann nickt h&cen 
känen. (Muusdreck.) Ibid., 75. Min 
Söhn, op'n Bön ös e Kastke etc. Volksr. 
265, 925. Makes, Jungens, singt, Bet 
an'n Böne springt ! Ibid. 222, 790. Im 
Oötting. bön^, in Bayern bün, büne. 
Schamb., 29b. Schmellerl, 179. 



In Hessen Bünne, Banne. Vilmtr, 
61. In Livland Behn and Behäng. 
Hupel, 19. 

B4ne, w. jQd. Vom, s. BUne. 

bOnern, sw., s. bohnen. 

Btfnhase, m., ein nicht zünftiger Hand- 
werker, ein Pfuscher, der heimlich aof 
dem Bön oder Boden arbeiten mulz. 
Wenn die Amtemeister einen solchen 
aufsuchen, heiJzt es: Enen Bönhtum 
jagen. Holl. beunhaas. Brem. Wb. 1, 
117. Vgl.Sehützel, 124. D&hn.,48». 
Hennig, 34. Hupel, 27. Sali- 
mann, 29a. Grimm, Wb. D, 237, 

Bank, Bunk, Bonker, Bunker,m., Bremse, 
doch auch jedes andere dicke Insekt. 
NachSperber, 37, bu7ike=h&as. Von 
dem poln. b^ Bremse, Hummet, du 
aber auch Rohrdommel, Löffelgans, 
Brummkreisel und Dudelsack bedeutet 
Mrong. I, 7a. Vgl. Nsslm. Forech.3; 
Th. '20. Davon Busbunk, Mistkäfer. Bta 
ist onomatopoetisch. Flatow. Schmitt, 
106; Westpr. 164. 

btfnnewi, ade., s. bi\\tr*/\. 

Bonsch, m., kleiner Junge. Gedamm. 

BoniSchel, m. 1. Rohrblüte, Rohr- 
bOscbel. 2. schlechtes WoUenzeng. 
Das ist reiner Bonschsl. S. Nsslm. 
Th., 215. 

bonschelig, adj., grob, lose; von ge- 
webtem Zeuge. Vgl. BomcbeL' 

bonächeln, sw. 1. schmeichelnd bet- 
teln, flehen, aber auch zudringhch bit- 
ten. Die Kinder bonschein um Brot 
Man musa so lange bon^cheln, bis flu» 
hriegt, was man haben tcill. 2. unver- 
ständlich reden, wie es der wimmernd 
Bittende thut. Natangen. In Elbing 
bonseln. Schemionek, 6. 

Boot, /., das Boot. Danzig. 

Bootsehen, pha: (Bootchen?), Name 
für Kähne auf Dransensee und Nog^ 

Bora, m., s. Boreck. 



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Borbine — Borngrund. 97 

Bariline, /., a. BartK, gebildeten Namen Somoa2(fe(Kr.Bra(iiis- 

BarbuBchke, n., s. tausche. berg) hin. Tgl. Nsslm. Tb., 20. 

Borch, m., s. Borg. Borell, n., Dem. Borellchen, Barellchen, 

Bord, m., Kand, Ufer. Da bt de Wl- letzteres setzt ein Bareil voraus, kleines 

den an de Grdwienbord, da lagen de Holzgei&fz, Tönnchen, znr Au&ialmie 

Rebhöner. Pommerellen. von Branntwein und Essig. Ermland. 

Barding, m. 1. kleines einmastiges Auf Helgoland borell Flasche. Hen- 

Schi^ Leichterfabrzeug. S.Brem.Wb.I, nig, 21. Vgl. das gleichbed. Uchel, 

119; fQr Estland Sallniann, 49a. Ugel. 

Nac^ Klein I, 58: kleine Lastschiffe, bOren, sio, s. bGren. 

mn den gröizeren Schiffen, welche in BOrenstein, m., s. Bernstein. 

der Stadt nicht laden können, die Wa- Borg, Borch, m., der verschnittene 

rea auf die Reede zu bringen. Bzg. Eber. Hennig, 36. Schemionek, 

Vgl Berding, Gefflsz. 2. hoher Filzbut 6, schreibt Borck. Im G-dtting. borch, 

(Cylinder). borchel, börchel, angs. bearg, altfr. Jarjr, 

Bonfschaben, pltd. Borif8Cliawe(n), Bord- ahd. paruh, hotl. barg, westf. park, 

icbewe(n), plur., Strohbünde], welche pork ("vgl, lat. porcui). Scham b., 30a. 

den nDteren Rand, den Bord des Stroh- In Hessen Barg, Bork, B4rk, Bärgel, 

daches bilden und dem Dache Festig- Borget. Vilmar, 26. N^a nu! sdd 

keit geben ; über sie werden die wei- de Bär on mäkt en Borg, on de Eddelr- 

teren Strohlagen gelegt. Aach das mann en Windhund. Dzg. Nhg. Sprw. I, 

Strohgeffechte aber den Stallthüren 2721. Horch, horch, et schitt de Borg. 

nennt man Bordschaben. Sprw. I 1658. Min Tobacks-Blt&ke von 

Boreck, m., Dem. von dem poln. Wr e-nem ddge Borch. Carm. nupt. VI, 242b. 

Fichtenwald, Wald, abo Wäldchen; Vgl. misrig. 

doch auch Name für gröfsere Waldun- Borgirttre,pfur. Nach Simon Grünau 

gen. Nsslm. Forsch. 3 hat borra == ein „treuger (gedörrter) Fisch", den 

Waldstätte, in Urkunden neben merica, man in Preufzen einführt. 

mrica genannt: per borram sive meri- Borkan, (?), s. Burkan. 

com. Cod. Dipl. Pruxs. 11, 36 (und eine Borke, Bork, /., Schorf, 

zweite Stelle das. II, 172). Im Th. BortonUhle,/., Mühle, welche die Borke 

hat Nsslm. Bora, Borra, Burra, ein (Rinde) mahlt, Lohmühle, 

schlecht bestandener oder ausgerodeter Bonn, Born, m., Brunnen. He heft 

Kiefern- oder Fichtenwald. Hierher Glöck Ktkel 5n e Borm to sette, ihm 

gehören die provinziellen Ortenamen: ist das Glück angünstig. Samland. 

Bordehnen, Dorf im Kr. Pi'. Holland, Hier ^ keen Schaf, Koffer, Kisf, Kasten, 

Borehien, Dorf im Kr. Labiaa, Borittm, Borm oder Keller to fingen. Dorr, 

Dorf im Kr. Friedland, Bomeknen, Vor- 1, Wiew., 95, Alts, brunno, mnd, bome, 

werk im Kr. Pr. Eylau, Bomitt, Dorf ags. buma, altfr. burna. Tgl. Grimm, 

im Kr. Braunsberg, Bomitz, Dorf im Wb. II, 243. 

Kr. Rosenbeig, Borcnoo, Mühle im Kr. Bormkresse, /., Brunnenkresse, Car- 

Allenstein, Borrowen, Borrowitz, Bor- damine amara L. 

rouK, Ortschaften im Kr. Neidenburg. Born, m., s. Borm. 

Nsslm. weist auch auf den pleonastisch Borngrund, m., 

PriKbkln', wancibDcb 1. 



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Bombolz — Bös. 



Bomhob, n., Brennholz. Hübling, 
mit der Bemerkung; veraltet. Grimm, 
"Wb. n, 242 hat Borhoh ohne jede Er- 
klänmg. 

Bomfesel, n., kleines Mädchen, un- 
gewaschen und ungekämmt. Elbing. 
Schemionek, 6. 

Bornitt, Ortsn., Dorf bei Wormditt. 
Die erste Silbe ist das poln. b&r, Wald. 
Er ist ein Stümper von Bomitt Sprw. I, 
3674. Vgl. Boreck. 

BVrrutein, m., s. Bernstein. 

Borawe, m , Waldwart, von dem pola. 
borotfy, Waldwart, aber auch adj. von 
b<ir WaJd, zum Walde, zur Forst gehörig. 
Flatow. Schmitt, 106; Westpr. 164. 
Nsslm. Forsch. 3; Th. 20. 

Borowski, Boruwke, /., Preifzelbeere, 
Vaccinium VitU idaea L. Von dem 
gleicbbed. poln. borowka aus b&r Fich- 
tenwald, Wald überhaupt Dzg. KleinI, 
58. Flatow. Schmitt, 106; Westpr. 
164. Treichel, Volksth. 

Borna, m., s. Boreck. 

Bors, Bllrs, BOrsch, m., s. B&rsch. 

BSrsch, m, e. Forsch. 

Borst, m,., von benten, auseinander- 
gebrochene Stelle, Spalte, Ritze. Hen- 
nig, 36. Bei Frisch I. 86c, Bent 
und Barst. 

borstein, no., sich abmühen, abarbei- 
ten. Grimm, Wb. 11,246, hat 65nttein 
sträuben. 

Borstenstein , m., geborstener Stein. 
Groizer erratischer Block bei Neukuh- 
ren. Tgl. Stein. 

Etttrtchen, BSrUeln, n., Kopfputz, 
Haube; Mäntelchen. Sammtne Bärt- 
chen soÜ auch den Diemtmädgen auf 
dem Lande zu tragen unverboien seyn. 
Landesordnung von 1640. Hennig, 
36. Unter den aufgefundenen Vher- 
resten von Kleidersc/imrick kann iek die 
Hatqttzierde, den Mantel oder da» Bört- 



chen der berühmten heidnischen Jung- 
frau Poggenim . . . nicht mit Stillachtcei- 
gen übergehen. Bock, Nat, H, 699. 
Frisch I, 120a, bezeichnet BSrtlein 
als preulzisch: Ah eine Jungfrau tn 
BÖrtlein, Kränzlein oder Haaren her- 
gehen. 

Bortenwilier, m., Posamentier. Hart- 
wich, 457. 

bSrtig, adJ. u. ade., gebürtig. He Öt 
üt Zinte bärtig, er ist in Zinten ge- 
boren. 

BBrHein, n, a. BBrtchen. 

Bortscheschkenstrauch, m , Johannis- 
beere, Ribes "Von dem gleicbbed. polo, 
porzeczka. 

Bortschik, Burtschik, m, unverheirate- 
ter Baaersohn, der, meist nicht mehr 
ganz jung, in dem väterlichen Hofe, 
aof welchen sein Yennögensanteil hypo- 
thekarisch eiogetragen ist, wohnen 
bleibt, wenn der Hof auch schon in 
den Besitz eines Bruders oder Schwa- 
gers übergegangen ist. Weichselniede- 
rang; wohl wenig mehr im Gebrauch. 
Schemionek, 6, erklärt Borbtchick: 
ein Stutzer aus dem Werder. Lit. bü- 
ras der Bauer, das Dem. hiervon: bür- 
czas, bürczikoi ist nicht mehr üblich; 
doch ist auch auf das poln. burczyc 
brummen, zanken, zu verweisen, wenn- 
gleich, da Bortschick auch ein ehrender 
Anredetitel ist, die Deutung Brum- 
mer, Zänker nnwahrscheinlich scheint. 
Nsslm. Th., 20 f. 

Borbchwin, Bortschwing, m., s. Bot- 
schwtn. 

Bomwke, /., s. Borowski. 

BOs, Bos, B6rz, /. u. m., Äi^er, Zorn, 
Ingrimm, Wut; Niedertracht, Bosheit;. 
De BS wea nü voll Bös on lep hinga 
dem Wäge her. Kastenbarg. Firme- 
nioh I, 110b, Do kunn öck mi feer 
Boeg nick hellpe. Spook, 472. Sien 



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Bosche — böten. 99 

Voader säd voll Boss on GaU: Na Ortsn., Dorf bei Rheden. ß* ist von 

Frötz etc. Dorr, 30. An einem ieine Bosnow, wo »ei ^ Aickeplatz am Oiwel 

Bot auslassen, ilm im Ärger ausschel- (Giebel) backe. Sprw. I, 4090. 
ten, darcfaprügeb. Ac/i, wess nich so bosseln, bo^eln, mo., kegeln. Hen- 

voüBoss, komm, geff mi ene Poss! Jer- nig, 36. Hier vergnügte »ich Herr 

rentowitz- Volksr. 234, 820. Jero- Puff mit den Seinigen theils mit boaein, 

schin: dö wart der deggin rein irmort theils . . . auf dem Billard. ÄnhEtng z. 

von slner ritUr ein, der in dirstack durch Soph. E., 20. Bossel = globm Eugel; 

thwn b^a 172d. Pfeiffer, 134. Davon bosseln = kegeln, mhd. bSzen. Grimm, 

bgiäg imd sich bOIZM. Wb. n, 264 f. 

Bosche, w. jüd. Yom., s. BUne. BMz, f. u. m., b. Bfls. 

Boschemenl(e,n.,Heiligen3chrem, auch BOfzak, m., s. BOfzhammel. 
Name für die kleinen Kapellen an den bfilzen, sw. 1. maulen, ungezogen 

Wegen. Westpr. Von den poln. boze weinen, bocken; von Kindern. Von 

a(ka Gottes Marter, Cbristi Leiden. Botz. 2, sich bS/zen, sich ein&rgem, 

Flatow. Schmitt, 106; Westpr., 164. innerlich wüten. Er bo/zt sich gewaltig. 

boitki, 8w , s. bosseln. Daher einbofzen, pltd. tfnbofzen, ein- 

BSsgeselle, m., Bootsgeselle, Matrone, ärgern, aufbringen. Wenn he sik so 

Wenn nemlich ein Lerius mit seinen recht ^nbo/zt kadd. Dorr, L Wiew., 

Botzgeseüen vermeinet hat, es würde nach 26 f. 

tmer Reise niemand mehr zum Aequi- BOIzhammel, m., leicht gereizter, er- 

wKtial gelangen, oder das Gegenspiel zürnter Mensch. Auch mit poln. En- 

ierichlen können. Linem, H4a. See düng BSIzak. Sperber, 8. 
vntändige Schiffe und Boszleute. Ibid., bOfzig, ot^'., von ß&x, böse, ärgerlich, 

Z 4a. verdriefzlich, zornig, heftig. Er ist 

Stihaken, m., Bootshaken, Stange mit gleich bojzi^. 
eiserner Hakenspitze, zum Anziehen Bot, BAte, m., Bändel gezogenen 

nud Fortschieben der Bdte und Kähne. Flachses vor der Reinigung durch die 

Hennig, 36. Flf Fingre aönd so got Hechel, Flachsgarbe. Mühling. Im 

vneBöshahe. Sprw. 1,877. Ein Schild, G5tting. bdte, bde, böte, mhd. bSze. 

mi Schif zvmchen zwei zusammen^ Schamb-, 17a. 

gibrackten Felsenstücken und 2 Bos- Bot, m., Gebot, licitatio. Das war 

hacken etc. Die Zünfte, 14. m^in Bot. Den höchsten Bot haben. 

BMkrM, Btekrat, /. 1. die schwarz- bot, adj., b. bott 
braone Kröte, die böse Kröte. Bock Botegge, /., starkzinkige Egge zur 

Nat. IV, 473. Schraggel, Sie Böskrät, ^Lnzlicben Zerstörung der Grasnarben 

itdem Weg! sagt in einem Tiergespräch in frisch aufgepflügtem Boden. Müh- 

der Fuchs zu dieser Kröte. Sprw. I, ling. 

687. 2. beliebtes Schimpfwort. Ver- boten, aw., zaubern, hexen. Samland. 

Auh^ge BÖskrSt! Davon: bOskrtttsch, Hennig, 37. In Hamburg, im Brem., 

bClkrttsch, adj. Beskrätscher Racker, im Holstein. Feuer machen, heizen. 

Sperber, 7. Richey, 22. Brem.Wb. 1, 126. Schütze - 

BiMeute, plur., s. BOsgeselle. I, 139. Richey weist darauf hin, 

komunp. ans Burstinowo, dafz böten auch „alle Arten des Aber- 

7* 

DigitizBdbyGOOgIC 



100 BStÜDg — B6wke. 

glaabena, insoDderLeit mit dem Flauer bott = sUtpidm. HoU. bot dumm, plump. 

bedeute" ; es hat also auch in Hnm- 2. bott geben, bott laesen, Faden, Schnur 

bürg die Nebenbedeutnog: zaubern, oder Tau nachlassen. Knaben, nelclic 

ebenso im Holst., wo utböten ein Be- den AI/ steigen lassen, rufen einander 

sprechen mit Anwendung des Feuei's zu: 6ieb bott! Brem. Wb. T, 124, 

bezeichnet Schütze, a a. 0. In Schütze I, 140; Hichey, 23: bot = 

Hessen boeten besprechen, eine Krank- Länge, Vorrat, Raum. — Die Gedamm. 

heit durch eine Segensformel heilen haben: das Bott = Bindfaden zum 

(aJid. puosan bolzen); böteny boeten Drachen, Alf; also ähnlich wie ßofl- 

Feuer anzünden, einheizen. Vilmar, leine. 

49 f. Bott, Pott, m., Topf. 

BUtling, BIttting, m., Hammel, Schöps, Botte, /., Steinbutte, s. StSnbott. 

yerschnittener Schafbock. Mühling. Bfitte, /., Butte, Bütte. 

Nda. Botel, ebenso im Holstein.; in Botten, plur., die dem Bottknvppd 

Pomm. Bötlink verschnittener Hengst, zunächst gelegene Abteilung des kuri- 

aber auch Hammel, in Bayern Butt- sehen Wadeffams. 

linff junges halbjähriges Kalb. Brem. Bottende, n., breiter Darm des Schwei- 

Wb. 1,126. Schütze I, 140. Dähn., nes. Dönh. 

49a. Schmeller I, 226. Im Holst. BStting, m., s. BOtling. 

tritt noch utböteln = verschneiden auf. Bottknllppel, pltd. BottknOppel, m., der 

Botsch, ffi-, von dem poln. &<ff Schuh, bott gebende En&ppel, kuüttel artiges 

Kinderschuh. Holzstück von ca. 1,20 wi Länge, durch 

Botschan, m., von dem poln. bodan, das die Simmen des Schultneiaten geben 

Storch. Westpr. Sperber, 36, schreibt und in eine Öse auslaufen; Stücke des 

BOGzan. Da der Storch auch Langbein Kurrennetzes (s. d.). Der Bottknvppd 

heifzt, so bezeichnet Botachan auch heifzt auch Wathbaum. S. Benecke, 

einen langbeinigen Menschen. 343. 

Botschwili, m., s. BotschwTn. Bottleine, pltd. BottlTn', /., Leine, die 

Botschwtn, Botechwing, m. 1. rote boU giAt^ nachläfzt. Das Keitel^am 

Rübe, 2. Suppe aus der roten Rübe, hat zwei Botäeinen, die an den s<^. 

also dasselbe was Bartsch. Poln. boc- Sahnenpfoten befestigt sind und in ihrer 

tctno, botunna., lett. batschwimch, russ.- Vereinigung die Treibleine halten, 

lit. batwynys, baczimnyi rote Rübe, bOwen, sui., stehlen. Das hat er ge- 

rnss. botunne das Rubengericht. Bock, bdwt. Dem ist das B6wen zur andern 

5. Hennig, 37. Nsslm. Forsch. 3; Natur geworden. Sperber, 45, schreibt 

Th., 21. Es treten auch die Benennun- boten: scherzhafter Ausdruck für jemand 

gen Butschwin und Botschwill, Bortsdiwin, etwas entwenden. 

Bortschwing, auf. Über die Bereitung BtniAe, tn. 1. Dieb, von b$w>en. 2. 

s. Bock, Nat. I, 267; HI, 798. Strolch, Bunmder, Lungerer auf Stndien 

bott, adj. 1. grob, roh, rüde, nnge- und Märkten, nach Kssim. nnbesclüf- 

schliffen. Hennig, 37. Ein botter tigter Herumtreiber, Wegelagerer, im 

Mensch. Bottes Volk. Bock, 5. In Plnr. gefährliches Gesindel. Am vei^ 

Livland butt stumpf, unmanierlich, rufensten sind die Danziger Bowken. 

Hupel, 41. Grimm, Wb. H, 278, hat Nsslm. Forsch. 3 vergleicht lit. Wicy- 



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Boyert — briigeln. 101 

jiu, böu)j/tü, die Zeit hinbricgen, sich bra^e. Redensarten: Op de Brack 

aufbaltes, mülzlg tändcin, poln. bavni; ichite, dem trägen Pferde gleich zurück- 

itamc OTp. 3. Schmeichelwort für Kna- bleiben, rOckwärts gehen, im Eifer er- 

beo, und in diesem Falle ganz eat- kalten. In gleichem Sinne: Am An- 

schieden Bübchen. Nach den Oedamtm. fang auf den Zaum gebieten, zuletzt 

SQch Schimpfwort auf solche, die doch auf die Brack geschissen. Ermland, 

schlechte Streiche machen. Ygl. Nssim. £m ös de Brack afgehäkt, er ist aus- 

TL. 215. gelassen, aus dem Häuschen. Vgl. 

Boyert, m., a. BoierL Hennig, 320. Sprw. I, 432. 

Brachatz, Q), s. Brach. Bracke, /, Baracke, altes, elendes 

Brtehe, pltd. Brftke, /. 1. der am- Gebäude. Frufiz. baraque Feldlager- 

brochene, ruhende Acker, das Brach- htttte, span. barraca, ital. bardcca, von 

land, der Brachacker. 2. die Breche, provenzalisch barra Querstange. Wei- 

Flacbsbreche. Diese geschieht mittelst gand 1, 129. 

der StoFz- und Schabbrache. ^ hat brackelig, adj., wackelig. Der Tuch 

ein Maul vjie eine Brake, grolz und ist brackelig, er wackelt, steht nicht fest. 

laut geschwätzig. Sprw. I, 2066. 3. Brackgut, Brftkgut, n., Äusschufz, aus- 

das Gebrochene, Fehlerhafte, Untaug- gesonderte Ware, 

liehe, die Brake, Brach, der Brack Brackhering, m., s. Brack. 

(s. d.). Brackweric, /, s. Brack. 

Brache, w. jüd. Vom. S. Brache. Braddengam, n., auch kurz Bradde, /., 

Brachhuhn, n., Brachvogel, m., Gold- grolzes Watenelz aus Hanf, aus einem 

regenpfeifer, Charadriua pluvialis aura- trichterförmigen Netzsack, der Metritee^ 

Am. MQhling. und zwei an deren vorderer weiter 

Brachsen, m.. s. Bressem. Öffnung befestigten Netzwänden, den 

Brachvogel, m, s. Brachhuhn. Flügeln, bestehend. Eurischea Haff. 

Brack, richtiger Brak, m., Ausschulz, Benecke, 336 ff. Fisch.-Ord für das 

das ab fehlerhaft oder untauglich Aus- kur. Haff § 19. Lit. bradinys, bradini, 

Iftsonderte, namentlich bei Irden-, Glas- lett. braddinsch, briddens, poln, brodnia, 

nnd Porzetlange schirr. Poln. brak. russ. briden, bridnik, von lit. bredü, 

Hennig, 37. Das adj. brack, brak, in Ms(t, lett. breenu, briddu, brist, polu. 

gleichem Sinne. Brackhcrlnge, ge- brodzi, brodzie, russ. Äro"i, Srod}( wa- 

qoetsehte, also gebrochene Heringe, ten. Nssim. Forsch. 8; Th., 21. 

Braekwerk, r, unnützes zerbrochenes Etraddenkahn, m., Mu braddaus'Waite, 

Gerate, Überreste, Ausschulz, Trum- Segelboot zum Betriebe des Fischfanges 

mer. S. braken. mit dem Braddengam. Enrisches Haff. 

Brackdistel, f.. Männertreu, Eryngium g. Kurrenkahn. 

ptanrnn L. Bock Nat. HI, 349. Ha- Br^gel («lang), m., ein dicker Brei. 

gen, 300. Mühling. In Bayern der ßf^grfe* dick- 

Bracke, /., lit bräkas, poln. bark, gekocht« Holunder- oder Heidelbeere, 

der hölzerne Schwengel, die Spreng- Scbmellerl, 356. 

wage oder Wf^e, woran die Pferde brSgeln, mo., braten, sieden, schmo- 

geapannt werden. Hennig, 37. Man reu. Den J^kel brägÜn, sich an den 

luterscheidet HJnterbracke und Vord«^ Ofen stellen. Bei Einreibungen brägelt 



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102 



Brfigelsuppe — Brandmark. 



man das betr. Crlied, setzt es der Wanne 
aus, damit die Eioreibung schneller in 
die Haut eindrioge. M Qk li n g. Gri m m , 
Wb. U, 291. 

Bragelsuppe,/., gebrägelte dicke Suppe 
mit mannigfaclieii Zutbateu. M üIiliDg. 

Brftgen, m., auch Brftk, Rest (Spßlicht), 
der bei der Branntweinbrennerei nach 
der CräruDg vom Maische zurück bleibt 
und znr f ütterang und Mast des Viehes 
benutzt wird. Lett. brokga, brehga, lit. 
bröga, brögas. Nsslm. Forsch. .?; Th., 
21. 

Brägen, m., (rehim, Mark, übertragen 
auch Eopf. Ags. braegen, engl, brain, 
holL hrein, mnd. bregen, bragen. 
Schamb., 3la. En kloker Kop, en 
winachfT BrSgen, ein kloger Eopf, ein 
windiges, ränkevolles Gehirn. Sprw. I, 
2136. Und, irret nicht der Breegen, 
(ward ich gewahr) ein Ancker. Carm. 
nupt II, 184b. De (Müs) häft all enen 
grötem Brägen. Seelenw,, 40. ün da 
spukt mer noch eine andere Idee pn 
Bragen. Dorr, 1. Wiew.. 4. Laast 
OTM onxe Brägent zgsammetkue, dass wir 
om räche. Ibid., 61. Vgl. das. 63. 81. 
90. 124. Hennig, 320. 

brftk, adj., holl. braak, brach, un- 
bebaut, ruhend. Brak liegen, vom 
Acker, der ruht, vom Menschen, der 
ohne BeschSftigoDg, ohne Arbeit ist. 

Brak, nt., s. Brftgen. 

Brak, m., brak, adJ., a. Brack. 

Brak, m., s. Brflk. 

Brftke, /., s. Brache. 

briÜcen, sw. 1. aussondern, sortieren 
nach der Güte: Glas- und Porzellan- 
waren, Flachs, Heringe etc. Davon: 
BrUer, m., vorzugsweise Flachs- und 
Hmngsbraker, die in Königsberg be- 
sondere Gewerbe bilden. Hennig, 37. 
Ebenso in Estland. Sallmann, 29b. 



2. brechen, den Flachs, vennittelst der 
Brache, Brake, Flachabrake. 3. die 
Brache, Brake, den Brachacker, brecheo, 
umpflügen. Vgl. Brack. 

Brftker, m., s. brflken. | 

Brftkgut, »., s. Braokgut 

brftkig, ad^., salzig. Bräkigex Wasser. 
Im Grimm, Wb. H, 291: bratJcück, 
engl, brackish. 

Bi^e (ä kurz), m., s. Bressem. 

Brale, w. jüd. Vom. Flatow. Schmitt, 
113. 

Brtlme, /., die Umfassung der Mütze, 
die Krampe. Pehbräme, eine Br&me 
von Pelz. 

br&men, stc., mit einer Bräme ver- 
sehen, einfassen, besetzen, beputzeo. 
Davon bebrftmen, verbi^men in gleicher 
Bedeutung, Er Moder (Mieder) vsa* 
bebrämt mSt soVce dolle Kröhnke, et tcot 
schient Kahosgehrösz. Carm. nupL I, 
282, IL 

bramKzen, sw., toben, lärmen, auf- 
begehren, unfreundlich brummen. Da- 
von bramitzig, branitzig, adj., brummig, 
unfreundlich, unwirrsch. Verwandt mit 



bramitzig, ot^'., s. das vor. 

Brams, m. Vom., Abraham. Hart* 
wich, 53. 

bramsen, aw., gnnrren, murren, scher- 
ten. Einem dh Okren voU bramieit, 
unwirrsch und murrend, gnurrend und 
polternd sieb bewegen. Vgl. bramibeiL 

Brandloch, n., sprindige Stelle in Seen 
und Flüssen, die auch beim strengsten 
Froste nicht zufiiert Mühling. 

Brandlottchen, Pflzn., korr. aus Braitd- 
lattich, Tvssüago farfara h. Müh- 
ling. 

Brandmark, /., Einem Brandmark ge- 
ben, einen tüchtig ausschimpfen. S. 



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Brandpredigt — BrasBennetz. 



, /., Predigt nach einem 
Brande auf der Braadstätte. Noch riel- 
bcb flbUch. Vgl Hintz, 133. 

SrandrOde, /, eisernes Gestell auf 
Herd oder Eamin, worauf Späne und 
Holz ü^en. SamUnd. Rode, Räd, ur- 
sprünglich Kate, such Stange. Vgl. 
ßrem. Wb. IH, 511 £ 

Brandwethen, Ortea., auch Antnau- 
jeninglien, Dorf im Kirchspiel Badwethen, 
Kr. Ragnit, im Volkemunde Schnodder- 

Brftne, f.-, Dem. Branchen, Braue, 
Braune. Altnord, hrä, ahd. prdioa, 
mbd. brdwe, brä, sanskr. bhnl, lit. 
hrwris. Genaueres: Weigand I, 231. 
Im Kinderreim: Atigenbrdnche, Sckip, 
tcKtp, mein Ilaknche. 

Brane,w.jüd.Vom. riatow. Schmitt, 
113. 

UanHzig, a^-, s. bnunitzen. 

Brasche, /., Rssenstdck, Rasen. Müh- 
ling. 

brascheln, auch braieln, sw. 1. on- 
verständlich reden, in den Bai't brum- 
meo, ungewaschenes Zeug reden; brum- 
mend tadeln. He braicheU vn de Jud 
nm'm ÖUke/eü. Sprw. I, 433. Vgl. 
bntehen- 2. rasseln, prasseln, rauschend 
tönen; lit. braszkSti. Nsslm., Wb. I, 
343b. Vgl rascheln, 

brSsehen, sw., viel und laut sprechen, 
vorlaut sein, schreiend und lärmend 
durcheinander reden; wiehem, vom 
Hengst Hennig, 37 f: Lärm machen, 
mit Drohungen am sich werfen. Engl, 
to prate schwatzen. De Gast ösz ehren- 
weerth, d^t OÖld 5n 'Ruh verlört, nich 
brooKht, nich Händel moakt. Dorr, 
27. Er bräscht in einem fort. Brdsch 
doch nich so ! Hei brdscht wi e Hilfst. 
Oa broascht on macht en Skandal, dasz 
eenetn Heeren on Sehen verging. Schalt). 



103 

1, 439. Auch brflbchen; in Posen pro- 
schen. Bernd, 218; in Hessen bre- 
schen, breischen laut und viel reden, 
Vilmar, 53. Vgl. Reineke Vos, 643. 
— Davon BrAscher, Brftbcher, m., 
Schwätzer, Grofzoiaul, Vielsprecher; 
Brfischmaul und Brfltschmaul dass ; 6e- 
brSsche, Gebrfltsche, n., Geschwätz, lär- 
mendes Gerede, Durcheinander von 
Stimmen. Stein hat im Peregrinns 
XII, 82, Brascher unter den Ekelnamen. 
MQhling hat noch: ausbrftschen, no., 
ausplaudern. Vgl blarren u. praten. 

Brflscher, m., BrAsdimaul, n., s. das 
vor. 

Braiel, m., Masse, Menge, Haufe, 
Gerassel == KraCzel = Schurrmurr. Lit. 
braszksti knistern, prasseln, knarren, 
rasseln. ^ ichmeiazt den ganzen Bra- 
uet hin, alles, was er trägt. Auch Bratt 

braieln, sw, s. brascheln. 

brfisen, sw., sich, sich brfisten, blähen, 
aufgeblasen einherstolzieren, sich hoch- 
mütig geberden. Davon bissig, adf. In 
Livland ebenso. Hupel, 30. Sall- 
mann, 2db. 

brashaft, ad^., aufgeblasen, grolzman- 
hg. Danzig. W. Seidel, 29. Vgl. 
brSsen. 

bffislg, M^., s. bräsen. 

Bräske (ä lang), m., dicker, träger 
Mensch. Natangen. Nach MQhling 
BrOske. 

BrUsae, m., s. Bressem. 

Brassel, m., s. Brasel, 

Brassem, Brassen, m., s. Bressem, 

Brassenfischerei, /., s. Treibnetzfische- 
rei. 

Brassenlaich, m., Bezeichnung der 
Verwandlung der Wassernymphen, die 
zur Zeit der Brassenlaiche erfolgt 
Mühling. 

Brassenneb, n., Netz zum Fange 



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104 



Brassen sack ~ Brätechmaul. 



der Brassen. Frisclies Haff. Benecke, 
373. 376. S. aucli Naffsack, Brassen- 
sack. 

Brassensack, m., Sack zum Fange der 
Brassen. Vorder- und Mrttelbauch heil'zen 
beim Brassmsack Voriials und Bauch. 
Benecke, 386. S. Wenter. 

Brassenvogel, wi., Vogel für dieBragsen, 
mottenartiges Insekt, das den Enten 
and Fischen zur Nahrung dient. Draa- 
sensee. Mühling. 

Brast, m. 1. i^ufe, Menge, Masse, 
mit dem Nebenbegriff des Wirren, Un- 
ordentlichen; auch Menschenmenge. Im 
Brem. Wh. I, 135, auch brass. Nimm 
den ganzen Brost, nimm alles, was da 
ist Da liggt de ganze Brost! Sprw. I, 
2431. Hennig, .SS. 2 seichtes stehen- 
des Gewässer, Sumpf, Jungem, kamt 
op em Brast scharre! Samland. S. N. 
Pr. Prov.-Bl. XI, 368. Vgl. Braäel. 

brasteln, sw-, bastelnd rassehi, mit 
Geräusch arbeiten. Sperber, 8. S. 
basteln und rabasteln. 

brastig, adj. u. adv. 1. breit, bequem 
in Bezug auf den Raum, den jemand 
beim Sitzen einnimmt. Brastig titzen 
— sich brastig hinsetzen. Sei geii bret 
m brastig. Sprw. I, 1179. 2. in be- 
treff des Benehmens: keck, patzig, her- 
ausfordernd, übermütig, aufgeblasen, 
impertinent, frech, anmafzend, vornehm 
thuend. Es (das Tier in einem Rütael) 
kann recht brastig gehen. Carm. nupt. 
m, 203 d. Du wgUst dt mft diener Ehr 
brastig rnakenf Dorr, 1. Wiew., 40, 
Mhd. bristen, Prät. brast, ahd. prestan 
bersten. Vgl. Hennig, 38. Schade, 
83 b. 

braten, pltd. braile(n) (a = d), swj. 
Viel zu braten haben, viel verlangen, 
beanspruchen , kujonieren. Gedanism. 
ödi loar di wat brode, ich werde dir 



den Wunsch nicht erfüllen. Sprw, I, 
436. Hennig, 38. 

Bratenfresser, pltd. Bra(lefreter(a = n), 
m. , zur Bezeichnung eines Reichen. 
Wenn am Werktage in Königsberg 
Grabgelänte zu hören ist, so gagt das 
Volk: ös wedder e Brädefreter (aach: 
Mädeschiter, Kapaunefreter') gestonoe. 
Sprw. I, 437. 

Bratengeiger, m., von Stein im Pe- 
regrinns XV, 25, unter den Namen föi 
schmeichlerische, schmarotzende Hof- 
leute aufgeführt. W, Mtsbl. VI, 186, 

Bratenrock, pltd. Braderock (o = «), 
m., der beste Rock, Sonnta^rock, w^ 
es am Sonntage Braten giebt. Mein 
südlicher Gutmann, in Herrn Berahnt 
besten Bratenrock hinein geknöpß. Soph. 
K. V, 518. Er helfet auch: Herrgotts- 
tischrock, Herrgottstischkleid, weil man in 
ihm zum Tische des Herrn, zum heil 
Abendmahl geht Ganz gleich gebil- 
det ist: Bratenweste. 

Bratenschneider, m., Garkoch. S. 
Schneidebraten. 

Bratensuppe, f., Suppe, Brühe, Saoce 
zum Braten. Westpr. Mühling. 

Bratenweste, pltd. Bradewesf {a=ä), 
f., Sonntagsweste. Wie Bratenrock. 

Bratling, m., s. Breitiing. 

Bratpilz, 7»., Pilz, der gebraten ge- 
gessen wird. S. Glattling. 

Brfltschchen, Dem. aus brfttschen. (?) 
Als ironisch gemütliche Anrede: Sielal 
du, mein Brätscfiehen, es ist nicht aUt 
Tag' Sonntag. StallnpÖnen. Marold. 

brfttschen, sw., Brfltaeher, m., s. brfl- 
sehen. 

brfttsdtig, oc^'., grolz,hreit, ungeschickt 
in der Form; namentlich an Hand and 
Fu!z. Brfttschhirz, pltd. BrfttschfAt, m., 
grolzer, plumper Fulz. Von PrftZ 

Brfttschmaul, n., s brftschen. 



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Bratze — Brautvater. 105 

Brabe, Bretz, /. 1. Tatze-, Menschen' im Eneiphof aus 1597. Die Zflnfte, 

band, Fnl'z. 2- ScKlag mit der Hand. 48 f. 

Vgl Prflz. Braiuehahn, BrUshahn, m., Kampfbahn, 

bnuchen, »H>. 1. dürfen. Eier braucht Tringa puffnax. Danzif^. Auch Koller* 

infur zu, rauchen. Schemionek, 6. hahn, Streitvogel. Bajack, 383. 

2. mediztnieren. BrSusel, pttd. Brtisel, n., das mit einem 

Bnunheil, Pfizn., gemeine Brunelle, Male Gebraute. Anch Gel>rihl8el. S^ 

Prunella vulgarü L. Hagen, 638. Brämel Bier. Hennig, 320. Von 

Diente &aher als Heilmittel gegen die brauen. Ek wfll keenen Hahnentrett pi 

ßräane, daher der Volksname. Vgl. mienem Brusel (Gebran) hsbben. Dorr, 

Leonis, 44, Note 4. Mühling hat 1. Wiew., 82. Da» ü^mge vom Bräu- 

BaumheJL sei machen sie auch fertig. Pierson, 

Braunslierg, pltd. Brflnsbarg, Ortsn., Mattb. Frätor., 61. 

Stadt an der Passarge. Er ist dreist Brautbank, pltd. BrfitbSnk, /., Bank 

wie ein Brautisberger. Sprw. I, 626. für die Braut, Sitz am Altare, von 

Die Zorückführung des Namens der welchem aus der Bräutigam die Braut 

Stadt auf Bruno, Bischof von Olmütz, selbst zum Altare fahrt. Hintz, 65. 

dem6efährtenOttokarsl254iiiPreulzen, Braiitbett, pltd. BrOtbedd, n., Bett der 

zuerst bei Plastwig de mtis episc. Braut. Da» Brautbett besehen gekn, zar 

Farm. 4, ist iiachT5ppenhistor.-comp. Bezeichnung dee Spazierganges der 

Geogr. haltlos; derselbe stellt a. a. 0. Hocbzeitsleute zwischen dem Kaffee and 

IT die Frage, ob der Name der Stadt dem eigentlichen Hochzeitsmah). Sprw. 

ans Predzeobei^ entstanden. Der Name I, 440. 

ist wahrscheinlich das altpr, bruse-ber- Brauthahfl, m. Brautdiener und Braut- 
gut; die zweite Hälfte des Wortes ist Jungfern erbitten^ Brauthanen zurichten. 
wohl identisch mit dem altpr birge, Stein, PeregrinusXni,l.W. Mtsbl. VI, 
wahrscheinlich Lager, Vieblager. S . 111. 
Nsslm. Th., 23. BraiiQungfer, pltd. BrOtjumfer, /, Be- 

Brandie, /*., pltd. BrOseh, /. u. m., gleiteriu der Braut zur Kirche; auch 

Beule am Kopf, durch Fall oder Stofz Krflnzeljimgfer, Die Brautjungfer von 

erzeugt. Lit. brivazi, schwed, u. dän. Seiten des Brüutjgams heifzt die erste 

hnak Knorpel. Pltd. hört man noch; oder älteste; jeder Brautjungfer steht 

Msch und BrTsch. Bock, 6. Hen- ein Ftatzmeister (s. d.) zur Seite, 

«ig, 40. Wenn man früh niesen mul'z, BrautJaken, pltd. BrOtlake(n), n., Laken 

80 sagt man: Dat sett hüede tcat af, für die Braut; spöttische Benennung 

fn^xneder e Rüach oder e Brüsch. Beter für Spinngewebe, Die Brauüaken kän- 

e RSsch, als e Brusch. Sprw. I, 19. gen umher, als Anspielung darauf, dalz 

337. On uns he nu so geit, doa rennt die Töchter des Hauses keine Männer 

^ op 'ne dicke Eek. He hewt 'ne ge- bekommen werden, da sie nicht auf 

heagi Brusch. Boldt, 10. . . .ihn ge- Reinlichkeit sehen. Sprw. I, 441. 

Hotten, daas er an die Docken gefallen, Brautvater, pltd. BrOtvader (a — ä), m., 

<^ an dem kopffe eine givise Brausche Brautführer, oder der älteste der sog. 

ihne vfgelauffe. Protokoll der Morgspr. guten Männer. Mühling. In Livland 



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106 BraaCwinkel — BrutmauL 

in gleichem Sinne auch Brautmutter, Strafe für den Bruch. Und wekh ftm- 

Brdutiffamsvater etc. Hupel, 33. der bricht an eiTiem älderman der bricht 

Brairtwinkel, pltd. BrQtwinkel, m., die zwu Calten wachs davon nicht zu lassen. 

für das Brautpaar besonders aufge- So vUl bricht auch ein älderman ab er 

scbmflckte Zimmerecke, in der es wäh- erzömet eijien bruder oder eilte Schmaler 

rend der Hochzeit Platz nimmt Der mit warten oder mit toercken. Der Fischer 

lyarrer erhielt n^>en dem Brautvnnkel, KoUe 1538. Kgsbg, §12. Benecke, 

der mit Tannen, Goldpapier und BH- 288. S. Brache. 

dem prächtig geschmüekt war, den Eh- Brechsen, m., s. Bressem. 

renplatz. Passarge, Balt., 263. Brecht, m. Vorn,, Albrecht. Görttent 

bravleren, mo., prahlen, sich -wichtig Brecht De versteit dat Damen redi. 

machen. Dzg. W. Seidel, 29. Volks!. 44, 27, 10. 

Bravkerl, m., braver Mann. Der ver~ Breda, m., vom gleichbed. poln. breda, 

heirathete Soldat wäre . . . uneder was Schwätzer. Sperber, 37. 

der Dentsche ehmah war: ein Brafkerl. Brede, f.. Breite. Frü Brede, eine 

Soph. R. I, 620. dicke Frau, welche eine br^te Sitz- 

Braxen, m., s. Bressem. fläche hat, sich breit macht, hofiartig 

brflz, prftz, inteiy'., schallnachahmend ; tbut; auch die Kröte. Vgl das Ge- 

zur Bezeichnung des Tones, den ein sprach zwischen Schlange und Eröte: 

fallender Körper verursacht. Bräz da Goden Dag, Fra Breede. Sprw. 1, 687. 

Uggt h£i. Bräz da liggt et. Prahts S. Hennig, 320 f. 

gings her über meinen Rücken. Soph. Bredulge, Brodulge, Perdulge, /., Dd- 

R.111,217. Vgl. JM)7W,jMirdaus,p&iuA»cA, glück, Elend, Verlegenheit, Er »tt 

rits, sch/mauks, schnips, schnurr, achwc^a. in der Bredtdge. Einen in die Bredaige 

Brach, Brich, n. 1. Ferkel. Westpr. bringen. In Bayern breduUi, fnm. 

2. Scheit- und Schimpfwort iür ein ^tre en bredouiüe in Verlegenheit sein, 

ungezogenes Kind, Enabe sowohl als Schmeller I, 252. 

Mädchen, in dem Sinne von unnützer BrCgen, m., 3. Br&gen. 

Balg. Was, das Brech (die jüngere Breitling, BrtWing, Brissling, m., die 

Schwester ist gemeint) well meer ofn Sprotte, Clupea ^attus L.; lit brä- 

Backowen setzen^ v/ill vor mir heira- lingis, kass. breüing. Bujack, 393. 

ten? Schalt]. 1, 439. Westpr. Werder. Benecke, 172. 

Schemionek, 7, schreibt Brach. Man Brettlingsgam, n., Znggam zum Fang 

hört auch in gleicher Bedeutung Bre- der Breiäinge, poln. wengorsnik wört- 

cKatz und Brachatz, und sind mir aus lieh Aalaetz, weil es früher zum Aal- 

Graudenz diese Formen als Dem. von fang gebraucht wurde. S. Benecke, 

Brech bezeichnet. Jag" mich de Bra- 355. 

chatze vom Zaun, jage mir die Jungen Braitmaul, pltd. BrSdmQl, n., Mensch 

vom Zaun! mit grolzem Munde, Zänker, Vorlauter, 

Brechatz, (?), s. das vor. Prahler, Widerspenstiger. Mühling. 

brechen, pltd. breke(n),af. 1. erbrechen, Sprw. I, 442. Davon das Adj. breit- 
vomieren. 2. die Bienen brechen, maulsch, pltd, brftdniOlBCh. In Livlaod 
den Bienen den Honig nehmen. 3. die nennt man Dienstboten, welche bei 
Satzung, das Ctesetz brechen und die Verweisen, die ihnen erteilt werden. 



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breitsdilagen — Bressem. 107 

entg^Dbrammen , breitmaulisch. vxil in den Schoszbaigen bestecken blei- 

Hupel, 33. ben, weswegen nachmaklen Brdmaen 

breHsehlagen, xt., in büdlicfaer Rede: Kopfe wnd taubes Korn entstehen: Waa 

eioeo für seioe Ansicht durch Über- aber dennoch avt den Schoszbalgen her- 

rednng gewiimen. Hören Sie, Mamsell fürraget, wird übertrieben etc. Linem., 

Schnäbelchen, Sie werden mich nicht A a a 4a. 

breitschlagen. Soph. R. V, 7. Bremsenwinkel, m., Gegend von Zin- 

Breitschnabel, m., LöfiFelente, Äntu ten und Landsberg. 

d^peata L. Bajack, 388., Eirenner, m., einer, der bremst, Qua- 

breitspurig, pltd. brMspQrig, adj., -vba 1er, Exekutor. Mfihling. Vgl. Prein- 

bieite Sparen hat oder zurückläfzt, da- ser. 

her: gespreizt im Änftreten, hochmütig Brenkel, Brinkel, m., kleines Kind, 

im Benehmen, weitschweifig in der auch kleiner Gegenstand aberbaapt, 

Hede. Bretapwrig w! e Zochschlef, breit- ein bilzchen, ein weniges. Westpr. 

spurig wie eine Zocbachleife. Litauen. Weil nu die Eltern ihre beeda Brenkel- 

Sprw. I, 443. che», die kleene Knerpse, so grausam sehr 

Brerttuchmacher, m., Tuchmacher, der lieb hatten. Schaltj. 1, 440. So hätt 

breites, feines Tuch webte. Vgl. Bock denn das Brenkeldhc seinen G^Mtixtag 

Nat V, 404 f. wedder, aber man alle vier Jahr. Ibid., 

BrNc, /., ÜberachwemmuDg, ver- 442. Am doüsten woArscA, mie de Brvn- 

oisacht durch einen Dammbruch. Wer- heichen» drei Jahr alt wurden on all 

der. Von breken brechen. kralen können. Schaltj. 3, 9. 

Bremse, / ^nem auf der Bremse brennen, at. 1. Branntwein trinken; 

Ktxen, ihn drängen, treiben. Gedanism. vom Brennen desselben hergenommen. 

Davon bremsen, «c., quälen, peinigen, E>- brennt mit drei Grapen. Sprw, I, 

auspfänden. Mühling. Bremse iat 445, 2. schlagen, in's Gesicht, ohr- 

die Bedeutung von Nasenklemmer fOr feigen, dafz die gescbU^ene Stelle 

wilde Pferde; Vorrichtung zum Hem- brennt. Mnem eins in-&tnen — auf- 

men an einem Räderwerke. Weigand brennen. In diesem iSione auch sengen. 

I, 235. In Hessen bremachen {bremsm) 3. heftig, feurig verlangen. B!r brennt 

waten, toben; Brenz, /., Pein, Qual, danach. Schemionek, 6, 

zumal in Krankheiten. Vilmar, 53. Brennkraiit, m., Wollkraut, Königs- 

Elein I, 63, hat: brem&eln, bremsen: kerze, Verbascum thapaus L, Hagen, 

einen gewissen Schmerz empfinden, als 241. S. Welke. 

venu man sich an einer Brennessel Bresenning, m., richtiger Presenning, 

gerieben hätte. Österreich. Vgl. getheertes Segeltuch, das als Deckplan 

Grimm, Wb. III, 364. aber Schiffslaken etc. gebreitet wird; 

Bremsenkopf, m., Kopf der Bremse; Schemionek, 6, hat: geölter wasser- 

Inldlich: kurze, wenig Kömer entbal- dichter Leinwandsplan. Es ist das ver- 

tende Ähre. Wenn aber dürre und altete franz. preceinte = Umhüllung, 

hretmende Zeiten einfallen, als kan die Schurz. Breusing, 5. 

Sioat nicht auffgehen, und was noch auf- BresNgenholz, Brasilienholz. Medik. 

gegangen, wird auszgebrandt, was über- lAgmmt Femambaci. 

bleibet schösset »ekr schlecht, ja es mutz Bressem, Bresscn, Brassem, Brachsen, 



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108 



Bressero — briseln. 



Braxen, Brechsen, m., Brassen, Cyprinus 
Brama L. Auch Rei/sfisch, Haihfisck, 
Blei, Bkier, Blauer, ScUaffke. Ält[jr. 
loeutis, lit. karszis , kur. kasza , mas. 
kass. bleye, brass, leszcz. B u n e c k e , 
118. Hennig, 38, hat neben Bressem 
noch; Bräsie, Bräkse, Prechsen. In 
Danzig Rhein- oder Rert&ra^en. Bu- 
jack, 393. Bei Hennenberger Fres- 
sern; in Livland Brachsen u. Brächen. 
Hupel, 29. 

Bressem, m., die Libelle, lAbelhda 
depressa. 

Bressemspiere, /., kleines Insekt, das 
oft in grolzcr Menge vorkommt. (?) 

Bressenfischerei, f., s. Treibneizfische- 
rei. 

brettschneiden, at, schnarchen, als ob 
mit einer Säge Bretter geschnitten wür- 
den. So wie hei ön't Bedd kÖmTnt, 
scknött hei Brett. 3. komplimentieren, 
sich verbengen wie ein Brettschneider. 

Brettschneider, pltd. Brettschnlder, m., 
das unzerschnitten gebliebene Vollende 
des in Bretter zerschnittenen Baum- 
stammes. Der Brettechneider stand 
nach Vollendung jedes Schnittes auf 
diesem Stnmpf. 

Brettschneiderliqueur, m., Liqueur für 
Brettschneider, zur Bezeichnung einer 
schlechten Sorte. Sprw. I, 1532. Vgi. 
Kutsdierliqueur. 

BrBbe, /.. s. PrftzeL 

Brewilg, n., Verstammelung von Pri- 
vilegium. Er hai» Brevdlg. Ermland. 

Brezel, /., s. Prlzel. 

bribraz (a lang auch kurz), intety., 
zur Bezeichnung des Schalles, den 
wiederholt«» öfihen und Schliel'zen der 
Thflr verursacht. Man rennt, man 
achmött bribratz de Dar. Volksl. 29, 
19. 1. In Posen priz-praz. Bernd, 
'221. 

Brich, m., B. BrVch. 



Brich, n., s. Brech. 

briden, sw., s. brilden. 

briggen, sw., die eigentamliche An 
des Rudems mit einem sog, KiemeD, 
der, in einer Höhlung des Aehter- 
gtäwens ruhend, hin- und hergedrehl 
wird. 

BrfUenbaum, m., Ahorn, Acer. Im 
Munde der Kinder, welche die zwei- 
flügelige Frucht des Baumes als Brille 
auf die Nase setzen; daher mehr noch 
Nasenbaum, pltd. verstärkt NftseicHIpe^ 
bOm, Nasenkneiferbaum. 

Brillenverkällfer, m, von Stein, Fe- 
regrinus XII, 13, als briü^nverkauftr 
unter hominet doloH aufgeführt. W. 
Mtsbl. V, 188. 

bringen, st, derb abfertigen, auf den 
Trab bringen. Den werde ich bringen! 
Ich werde ihn bringen, daj'z er die Schuht 
verüert — da/z er die Hacken verliert 
Sprw. I, 454. 

Brinkel, m., s. BrenkeL 

Brisbrummel, m., s. BHwumL 

^Bch, m., s Braiische. 

briJcheln, aw., s. brisein. 

brtschen, aw., brausen, sausen, rau- 
schen. Sie tanzte, dass et man K 
brtschte. 

BrTsel, Brisel, n., Dem. Brtseüce, von 
brUeln, 1. das Geschmort«, Gebratene. 
Hei säd to stn' Fru: Lisel&e, ach käi 
mi doch e BrUeVce. Volksl. 30. 20, b. 
Frommann, Mundart VU, 212. Brlnl 
ist auch Dem. von Br!, Brei. 2. Bri^ 
nasses Brennholz, weil es beim Bren- 
nen einen briselnden Ton hören läfzt 
Westpr. Vgl. Fiichet. 

briieln, brUseln, sw., 1. brodeln, ge- 
lind kochen, bei kleinem Feoer braten; 
zur Bezeichnung des Tones, den bra- 
tendes Fett, schmorendes Fleisch von 
sich giebt. Aach briicheln, brttsdialn, 
bmscheln, bruieln. In Bayern britbt. 



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Bri§iliDg — Br6k. 109 

Schmeller I, 265. In Hessen ärotee^n, Weigaud I, 241, t^A. brSke. Brem. 

brözehi, brizeln, britzein, bretzeln. Vil- Wb. I, 133. Wi&ienÜiek das der erbar 

m&r, 57. 55. aufbruseln, aufwallen, roth sampt mit den eldisten dis garthen 

überkochen. Mühling, schreibt au/- set/n eyn» gewm-den rmd eynt Tecktklich 

pnueln. Die kleinen Löcher im (_See-) mit reifem rathe bealossen haben da» alle 

Sande neben der Spülung rühren von dy brache dy do (/eschen in dem garthen 

der Luft her, welche aus dem lockern adir der garthe czu richten hot dy brocke 

Sande zischend und briselnd entweicht, so- sal man fjnlegen vnde wenden czu des 

haldeineWelledarvherfiuthet.Vs,ä%&ig(ti garthen notcze. Protokoll der Morgspr. 

Balt, 168. 2. unverständlich, leise im Kneiphof aus 1440. Die Zünfte, 33 f. 

sprechen, in den Bart bruiumea. Nach Jacob cort zu iij tnk broche. Ibid. 

Mühling auch uunütz sprechen. Was Protok. ans 1536. ürban clenau sol tj 

iritselt he da? Neie Bixen! Das fehlt m Broche abetragen. Ibid. Protok. a. 

ooch noch! Schaltj. 1, 438. 1537. A. a. 0. 

Briuljng, m., s. Breitling. Broche, Brache, -v. jQd. Vom. Viel- 

brTten, st., braten. Ermland. Müh- \äc^i voa Berachja. Flatow. Schmitt, 

ling. 113. 

BrilsGhe, Britschke, /., Spazierwagen, Brltchling (ß lang), m., s. Brllhling. 

leichter Keisewagen, gewöhnlich mit Brock, m., das Mittelgut bei Holz- 

balbem Verdeck; poln, bryczka. Dem, waren, bei Aache, Flachs etc., auch dei 

von hyka Lastwagen, Frnchtwagen. schlechtere Sorte. Dzg. W. Seidel 

Schmitt, 106; Westpr., 164. Nsslm. 29. Vgl. Brack. 

Forsch. 3; Th., 22. Bernd, 30: „ans brockig, i24',^^ l€i<^ht bricht, spröde 

Birutsche, Art zweirädriger Fuhrwerke, mürbe. Vgl. 8prod(. 

dieses aus (1<^-) birotam, birota." Brodulge, /., s Bredulge. 

Brttch, Brech, m., yerhochd. BrUch, BrVgling (ö lang), m., n. Brllhfing. 

Brich. 1. der Bauch, namentlich der Brflk, /. Hose, Beinkleid. Wat öck 

mit Speisen gefüllte, stramme Bauch, begehre, begehrest du ohck. Eck Iaht den 

Heouig, 321. Söot den Brach voll RÖck dy, du lätst my de Brohk. Simon 

*ddage, viel essen. He heft e Brach Dach. Volksl. 28, 18, 15. Nds. brook, 

wn e dräcMger Zant. Sprw. I, 455. rand. brok, schwed. brok, dän. brog. 

De Brach stund mt so stramm a» lei en haycr. bruech. Brem. Wb. I, 145, 

SehoppenboU. Carm. nupt.1, 282, 14. Schütze I, 158. Schmeller I, 248. 

i. als Schimpfwort: nach Mühling in Mnd. Wb. I, 428a. 

Westpr. Brech (s. d.) allein; in Ostpr. BrOk, BrSk, n. u. m., auch BrOknis, 

in den Zusammensetzungen: FellebrOd), Gebröknis, n, sumpfige Wiese, Sumpf; 

gefüllter Bauch, Dickbauch, Fettbauch, Wäldchen, Gebüsch auf sumpfigem, 

aad Wanzkebrüch. In der Form Pröch, feuchtem Boden. Den Dwärwall ging 

ftwA, iWcA selten. Poln. brzuch, russ. Öck doal, Ht Nielanghorster Weid, Woar 

l/Tjuchc, böhm, bi-icho; in Foinmem dicht am Brak vörbi de Wech noär 

Prvehe. Nsslm., Th, 215. Sperber, Dreeling geit. Dorr, 27. . . . On seht 

36. Dähn., 360b. dat Wild vom Brak opßicht. Ibid. 34. 

Breche, /., die Brüche, Vergehen Wenn se dörch Wold on Breeka ginge. 

(Gesetzesbrach); Bnfze in Geld dafür. Boldt, 10. Rätsel: Ök ging äwer en 



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110 Bröling — Brotstelle. 

GebrÖknü On seech (sah) «i arotet Qe- berg. — Grobes Brot macht Wangenrot, 

apöknü : Twee Kepp, en' Zagel on n^ge Selwit^ebackdet Brot ickmeekt am beäm. 

Feet. Spinnerin, die, den Wocken Elbinger Ndrg. Dat beste Brot steUt 

tragend, zu Pferde safz. de Bäcker ar^t FSnsier. Dreg Brodee 

Brtfling (ö lang), m., s. Brllhling. kleckert nUh. Einem etwas aufs Brot 

Bromni, /., von brommen, bnimmeD, geben — strächen, ilua eine bereits ab- 

das Gef^gnis. Se hehbe em ön e Bromm gethane Sache wieder vorhalten. Bei 

g^ocht. On de Bromm gone, verloren kann mehr als Brot ^te, er veisleht 

geben, in Gefahr schweben. Ooa, heer Zauberkünste. S, Sprw, 1, 457£f. 2. Äus- 

dock, wat so ruvschen deit (bei der kommen. B}r hat sein gates Brot Ee 

Überscliwenimmig) , Af onae Mal ön heft Brot on ök Tobrot, er hat neben 

deBromm, Brommgeitf Geh, hör doch, dem Brote auch das, was zum Brote 

was so rauschen thut, Ob unsere MühJ' gehört, Butter, Fleisch etc., es geht 

in die Bromm, Bromm geht? Dorr, ihm also gut. 3. Altenteil, Änsgedinge. 

62, Gleichen Sinn dürfte die mit Brand- Sock dat Brot verschrttoe täte, sich sein 

Stiftung drohende Wehlauer Redensart Ausgedinge gerichtlich feststellen lassen. 

haben: Alles ön de Bromm bringe. 4. tägliche Brot = täglicher Gast, Haus- 

Sprw. II, 440. Vgl. brummen. freund. Noch habe ich es nichi ge^at, 

Brommelbeere, f., Brombeere, Ruhus. da ich doch das tägliche Brot bei Jhnat 

Vgl. Kratzelbeer«. bin. Soph. R. III, 189. Hennig, 3S, 

Brösln, m. Vom., Ambrosius. Hart- bat: „Brod hat vorher in PrenJzen ein 

wich, 53. Bauererbe geheifzen." Vgl. Bfirenbnl 

BrV^e (5 lang), m., s. Brüske. und Haschenbrot 

Brot, n„ 1. panis, mhd. brot, ahä.pröt, Brotbanh, /., Brotscharre. In Egsbg. 
im Yolksmunde dat lewe Brotke, dat giebt es eine Brolbänkenstrafze. 
lewe Brot JS'ach dem Mehle, woraus Brotbeutel, m., sackartige Umhünge- 
es gebacken, giebt es: Weizenbrot, ge- lasche, worin die Wegekost mitgefShit 
wShnlich Weifzbrot, und Roggenbrot, wird; auch Brotsack. 
Brot aus gebeuteltem Roggenmefal heiizt Brotdieb, m., Dieh des Brotes, der 
Feinbrot, aus ungebeuteltem Grobbrot; einem andern den Verdienst abjagt, 
eine Mittelsorte heifzt ha^ /ein, halb die Arbeit entreifzt. Als Schimpfwort 
grob. Das zarteste Feinbrot heifzt Öse- bei Stein, Peregrinus XU, 82. W. 
brot, das derbste Grobbrot ScÄwarzÄroi, Mtsbl. V, 191. S. AugstupSnen. 
und wurde der Teig mit Kleien oder Brotgeist, m., Frohnvogt oder Aof- 
gar mit Spreu gemischt: Speüenbrot. seher der Gefangenen im Stocke. Dao- 
Feinbrot wird fie/CTiJroi genannt, wenn zig. El^n I, 65. Er schreibt Broi- 
der Teig nur mit Hefen, ohne allen geest und bezeichnet Hennig's Er- 
Sauerteig angemacht wurde. Nach der klärung, 38: „Bettelvogt" als unrichtig. 
Backart giebt es gegerstelfes (Gerstel-) Brotsack, m., s. Brotbeutel, 
und ungegersteltes (Brith-)Brot. Beim Brotschrape, /., Schrape, mit der die 
Bäcker gekauftes Brot heifzt Bäcker- Brotteigreste im Troge zusajnmenge- 
brot, im Hause angeteigtes Hausbrot kratzt werden. 

oder selbs^ebackenes Brot, obgleich man Brolstelte, /., Stelle, die gutes Aos- 

den Teig zum Bäcker schickt. Königs- kommen bietet. Ein ßlr den Grewerbe- 



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Brach — BrühKng. 



111 



betrieb gut gelegenes Baas ist eine 
jKfe Brotsielle. Sei he/t e göde Brot- 
tidL, einen lohnenden Dienst. 
Brtteh, m., s. Bruch. 
bnichfSItlg, ctd/., die gesetzlichen Be- 
jtimmnngen brechen, gegen (zebrauch 
ood Herkommen verstolzen und da- 
darch strafßilltg M-erden. Vnd seind 
hacheidett wurden als bmchfellig Peter 
PmeckelvTidMmater Jacob kollenderwein 
Kheitcke für diese mofgemprache. Protok, 
d. Morgspr. im Kneiphof aus 1549. Die 
Zünfte, 46. Und da jemand von den 
Dimsliohten etc. betreten würde, der in 
mem oder andern l\inct bnichfäüig be- 

fmden, oder dieser Ordnung inch loider- 
«tem Tcürde etc. Gesindeordnong vom 
J.1683. Hartwich, 354 Vgl. Brache, 
bnichfrei, adj., frei des Bruches, 
masäiv, fest; von Häusern. Die Andern 
Inten kühn a,uf ihr hochstehendes „brveh- 
tfäa" Haus, um vielleicht in Kurzem 
fnüetzt zu. erkennen^ da/z diese Fluth, 
höher ah die frühem, ihre Wohnstuben 

4m zur Hälfte füllen wird. Werder. 

Passarge, 198. 
Brfichhabicht, BrOchhafke, m., Habicht, 

•kr im Bruche nistet oder sich aufhält, 

Epeciell der Mäusebussard, ß'alco Buteo. 

Mahling, Tiern., 168. 
Brücke, /., s. BrQke. 
Brfidre, f., Flol'zufer, auf dem Fische 

D. a. Lebensmittel feil gehalten werden. 

Blbing. Schemionek, 7. In Egsbg 

FBdibrttcfce (s. d.). 
Mcken, brUggen, sw., eine Strafze, 

einen Platz mit Steinen pflastern; daher 

gewöhnlich steinbrikken. — Das part. 

praes. briickend, wie das pari, praet. ge- 

bfUckl, wird gebraucht zur Bezeichnung 

des gedrängt Vollen. Das Theater ist^ 

hriciend -^ gebrüj:kt voü, es ist gedrängt 

Refällt, die Menschen sind 



geprefzt wie die Pflastersteine. Auch 
s^t man: es ist Rechend voll. 

Brllckenjunge, m., dienender Fischer- 
knecht, der auf der Fischbrüche thätig 
ist. Dem Brückänjungen Lohn, ohne 
sein Biergeld, 12 Mk. Bolle der Kgsbg. 
Gildef. V. 1662. Bock, Nat. V, 559. 

Bruddel, m., s. Prfldel. 

brüdeln, bruddeln, sui., dasselbe was 
prOdeln u. pniddeln (a. d.). 

brilden, »w., necken, aufziehen, hudeln, 
vexiereD, täuschen, scherzen. IHt höht 
recht, mßt do Häng gefryht, wenn so 
dö Oge syhnd gebriedt (dnrch die reiche 
Aussteuer der Braut). Dö Fryers sonn 
wie blinge Ape, de by derglihcke Wiewer 
schlape. Carm. nupt. V, 145c. Dat 
my öm/m Husz dis beide Liede, Oock 
vor dar DÖhr nich läng^ briede. Ibid., 
216c, Brü^ hei ml man nich so vel. 
Volksl, 7, 5 I, 2. Hennig, 38: WRÄm; 
im Holst, brüden, nds. brüen. Schätze 
1,167. Brem. Wb. I, 146. Schamb., 
33b. Dähn.,57b. 

Bruder, m., neisser, Säufer. Mühling. 

hindern, sich, bei einer Sache Vorteil 
machen. Mühling. 

Bruderech, pltd. Bradersch,/, Bruders- 
frau, Dat Waute, plegt mi Brotdesch 
segge. Lautet md oft est, wä drög dei 
Kvl Flatow. Firmenich I, 119b. 

Brüderschaft, /., nasse, die beim Glase 
geschlossene Brüderschaft. Die nasse 
Brüderschafft ist uns gantz unbekandt, 
Wer sieh auf sie verlast, u>ird überaus 
betrogen. Carm. nupt. I, 153. 

brUggen, aw., s. brOcken. 

Brllgling (ü lang), m., s. Brllhllng. 

BrUhbrot, n., s. Brot. 

Brühting, Brtlgljng, pltd. BrtllJng, BrÖg- 
ling (ü u. ö lang), m., etwa halbjähriges 
Schwein, dessen Fleisch im Haushalte 
frisch gekocht verzehrt wird. Mühling 



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112 Brflke — Brommtopf. 

hat Brttchling, Ferkel von B Wochen, brummen, pltd. bromme(n), sw., 1. un- 

das abgesetzt ist, um zur Zucht auf- zufrieden murren, tadeln, zanken, r&- 

gezogen zu werden. N. Pr.-Prov.-Bl. sonnieren. Nun sitzt er im Äiz om 

a, F. VII, 437. Hennig, 39, bat nur Kamin und keicht und brummt und kann 

BrwfUngiär einjähriges Schwein. Ein nicht warm werden. Soph. R. I, 318. 

soIcliesheilztjedocbSGhrotschwein (s d.\ Wenn sm (die Hausfrau) an/engt zu 

Für die Ableitung weist Hennig auf gurren, brummen und h-eken, lo iitda 

Borg und parcus hin; Pierson (Lit. kein aufhören. Stein, Peregrinus XIII, 

Aeq., 19) erinnert an das lit. Mtzae 90. W. Mtsbl. VI, 173. 2. sich hütm, 

frisch. Vielleicht trifft die Volksmei- etwas zu thun. Mamteü Hochtmäh, der 

nung das Richtige, wenn sie an £rüAe, ieird ihr was brummen. Soph. RVI,405. 

von brühen, pltd. brögen, denkt. 3. im Gefängnisse sitzen. Er muss brum- 

Brflke, Brücke, WKIke,WruGke,/.,Eohl- wn. Sprw. I, 478. 

rQbe, Brassica napus rapifera, poln. Brummer, m., 1. grofze Fliege, die 

bruki^o, plur. brukim, russ. brjukwa. beim Fliegen brummt. 2. alte Knpfet- 

Nsslm. Forsch. 2; Th, 212. Schmitt, münze, 6 alte Pfennige wert. Thon. 

Westpr., 168. Brücke wn gSt to ichJxtcke, In Posen 3 poln. Groschen, deren 60 

wenn se öm Fett kucke. Sprw. I, 471. auf einen Thaler gingen. Bernd, 31. 

brllllen, pltd. br)t)le(n), n , laut weinen. Brummkater, m., stets mürrischer 

S- schreien. Mensch. Ebenso: ßj-awimftjp/ ^ (der 

Brummbär, pltd. BrommbSr, m., brum- Mann) hat zu hauss einen Brumiater 

mender Bär; zur Bezeichnung eines und nac/endenwurm an d^ seilen. Stt'm, 

brummenden Mannes. Du bist ein Peregrinus XIII, 90. W. MtsbL VI, 

rechter Brummbär! in gleichem Sinne 173. Hennig, 39. 

auchBnjmmbart,pltd.£nm»niar<,TadIer, BrummkfieseJ , m., 1. Brummkreisel, 

Zänker. In Livland ebenfalls: Brum- Kreisel mit hohlem Eopf, der brummt, 

bar u. Brumbart. Hupel, 36. wenn er in kreisende Bewegung gesetzt 

Brummbart, m., s. das vor. wird, hi lAvlaitd Brummki^el. Hupel. 

BrUmmchen, n., s. Etrllmmelchen. 36. Brommhiesel pitsche. Dorr, l. 

Brummeisen, pltd. Brommlser, n., mür- Wiew., 115. 2. munterer, leicht be- 

rischer, stets brummender Mensch. weglicher Meoscli, namentlich ein der&i^ 

BrOmmelchen, pltd. BrVmmelke, n., das tiges Mädchen. Sie ist wie ein Brumm- 

brummende Tönen, das entsteht, wenn kriesel. Henuig, 134. 

man mit dem Zeigefinger über die ge- bfummmutsch, adj., mürrisch, finster, 

schlossenen Lippen fahrt. Zu Kindern: unfreundlich, yoa brummen. 

Mach' ein Brümmekhen! Brvmmelc/ien bfummsch, adJ., mürrisch, unzufrieden 

schlagen, die Lippen tönen lassen. Auch brummend. Von einem Menschen, dei 

bloPz: BrUmmchen. Hennig, 39, hat selten ein freundliches Gesicht zeigt 

BrUmmelschlagen. Brummtopf, pltd. Brommtopp, m., 1. 

brummein, brommein, aw., Frequentativ Top^ der bmmmt, beliebtes Instrament 

von brummen, brommen, mil'zlaunisch der Volksjugend zur Begleitung der 

„unter dem Barte" murmeln, leise Gesäuge in der Advents- und Weih- 

rilsonnieren, kritteln. nachtszeit. Eine kleine Tonne wird, 

Brllmmehchlagen, n., a. BrilmmelcheFk nachdem ihr der eine Boden genommen. 



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Briunintopflied ~ Bräslerört. 113 

mii einer Schweins blase oder mit Leder drumen, prumen. He keft da de LwT 

übeizogeQ. Aus der Mitte dieses oeaen to herunda gehamt, AU wenn »e aeck 

Bodens zieht sich ein kleiner Schweif aüa hadde beprumt. Volksl. 37, 251, 2. 

von Fferdehaaren, welcher mit ange- Vgl, Grimm's warme Verteidigung 

fenchteter Hand gezogen wird. Das dieses Wortes gegen Adelung' s „un- 

Instramemt, ein riesiger Waldteufel, besonnenes" Urteil. Grimm, Wb. IT, 

bnunmt in eintöniger, lauter und schnei- 443. 

dender Weise. 3. mürrischer Mensch, BiHsbart, m., 1. Mann mit brausen- 
der wie ein Bnimmtopf brummt. Denn dem, rauschendemBarte, unfreundlicher 
totW der ^te Herr nickt wie sie pfeifet Mensch. 2. Earteuspiel , in welchem 
^ringen, so wird ihr Brumm-Topf i/rnn der beb&rtete Coeur-König als Bruse- 
än solche Klag-LAed aingen, daaa ihm hart der höchste Trumpf ist. Fujige 
der Sinnen Kraft vergeltt. Carm. nupt. Brwibärt an io speie. Wardersch. Bur, 
1,158. Hennig, 39. Vgl. Bnimmkater. Firmenichl,98a. Sprw.1,483. Sper- 

Bnimmtopflied , n., Lied, das zum her, 37. In Livland ebenfalls als Kar- 
ßrummtoR/" gesungen wird. IMeBrumm- tenspiel. Hupel, 37. 3. Ptlzn., Bocks- 
lopflieder werden von Knaben, welche hart, Haferwurz, TragopogonL, Fried- 
ais die heiligen drei Könige verkleidet land Ostpr. 

omherziehen, in der Advente- u. Weih- BrUscti, BrUsch, m., Brilsche, /., s. 

nachtszeit unter Begleitung des Brumm- Brausche. 

topfes gesungen. Das verbreitetste ist: bruicheln, brUicheln, mo., a. briialn. 

Wir treten herein ohrC allen SpoU, brU8Chen(ülang), 9U7., schlagen, hauen. 

Einen schönen guten Abend, den geh' BrUsel (ü lang), n., s. BrBusel. 

wa Gott etc, S. Volksr., 212, 785. bniieln, brUieln, «w., s. brüeln. 

BfBfflschen, pltd. Brllnuke, n., Nasen- BrOshahn, m., s. Brausehahn. 

stnber. Brustbaum, pltd. Brostbltm, m., der 

BnmHschke, BraniSGlike, /., Steinbrom- Querbalken im preufzischen Webestohl, 

beere, Rubus saxatilis L.; gewöhnlich der gegen die Brust des Webenden ge- 

Bninibchkebeere. ßrwniscWe scheint irr- richtet ist. S. Das Wirkgestell, 124. 

tömlichdorchHennigeingeführt, wieaas Bnistbnicb, m., Schnupfen. Hoch- 

Pisanski'sNachtr., denen erdas Wort geehrter Herr, aagte er, he hett de Brost- 

entnommen, hervorgeht; Pisanski hat iröAA. Soph. R. V, 598. 

Brunitachke. Ahnhche wilde Beeren brusten, «w., mit Anwendung grofzer 

heifzen: mse. lyrusnika, hvsnica, poln. Kraft eine Arbeit flberwinden. Sich 

onuznica, lit. ohne Zischlaut brukTie, Trusten, sich mit jemandmessen. Stallup. 

f'ntkni8,leit,bruhklenes. Nsslm. Forsch., Marold. Von Brutt. Bei einer im- 

3; Th. 22. Lit Aeq., 18. Hennig, strengenden Arbeit heifzt es: das geht 

*0. ßock, Nat. in, 415. Hagen, vier die Brust. 

ä28. Vgl BernHzke. BrU>terört,0rtsn.,nordwe3tlicheLand- 

Bniiritschkenkraut, n., Kraut der Bru- spitze des Samlandes, mit Leuchtturm. 

mItehJce, das zu Kränzen verflochten Da drf Spitze bedeutet und diese Land- 

^ird. ecke von den samländischen Fischern 

bninzen, «w., den Urin lassen. Mhd. die Brust genannt vrird (Gebauer, 



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114 



BrastUtz — Bnddel. 



Kde-, 13), so w&re die wörtliche Be- 
deatnugdesNameoa: Brastspitze, Bmst- 
ecke. 

Brustlatz, m., Weste, bei Mlunem; 
bei Frauen, Mieder. Bock, 6. In der 
Dzg. Nhg. n. im preufz, Werder Brust- 
lapp; in Hessen Brustfleck. Vilmar, 
58; in Livland Bruattuch. Hupel, 37. 
Küm heW öck to ete, da ßle ml Sc/iö, 
E Mantel^ e Rockke, e Brostlatz dortö. 
Tilsit. Firmenich, I, 106b. Es ist 
ein Brust-Latz kalter Herzen Ein Kusz, 
der wie ein Sckwefel-LAcht Entzündt die 
Qbith der süxtien Schmerzen. Carm. nupt. 
I, 232. Bildlich, übertragen auf die 
Brost, die der Latz schützt: Da Wulf 
hat a 's Brostlatz offgeknöfelt, der Wolf 
hat (dem Stutfüllen) die Brust aufge- 
rissen. Ermläad. Freisch., 15. 

Brusttropfen, phtr., Tropfen gegen 
Brustbeschwerden. Medik. Elix. e S. 
Uquir. 

Brusttuch, n., Tuch, das die Brust 
deckt; Halstuch. 

Brustwenzel, m, Waldlaubvogel, ^/^mc 
SiJifa&ra:. (?) Bujack, 372. ^fach 
Grimm, Wb. H, 452, die Bachstelze, 
Motadlla, doch nenot man mehrere 
kleine mnntere VSgel, die Brust und 
Schwanz beständig drehen, Wenzel, 
Dam entlich Bachstelze, Rotkehlchen, Rot- 
brüetchenj wahrscheinlich von wenzeln 
schwänzeln, nnl. wentelen, sich hin und 
her wenden, drehen. 

brutschen, mo , pfuschen, stOmperhaft 
arbeiten. 

Brutscher, m., Pfuscher, Stämper. 

bfl, interj., als Gegensatz zu ba. Dat 
ÖS nich bti nich ba, das ist unentschie- 
den, nicht ja, nicht nein, Sprw. 1, 484. 

bubanzig, at^., unfreundlich, eizümt, 
angebracht, störrisch, widerhaarig, auf- 
sässig. Nu fältf awer nick cöf, dat de 
Heinrich bubanzig geworden wei: El- 



binger Höhe. N. Pr. Prov.-Bl. IX, 244. 
Firmenich III, 495a. Schemioneb, 
7, schreibt: buhbantzig. 

Bubbelacke, tn.. Ungeheuer, korr. aas 
ledihoolak^ wie noch im Serbischen ein 
Vampyr hcifzt. Schmitt, Westpr.,165. 
In dem Wb. von Mrongovins findet 
sich wdöicolak nicht. 

bubbern, sw., und bubberig, adj.,s. 
bibbern. 

Bubbert, m., s. Bobbert. 

Buber, m., poln. bob und btiiber. Sag- 
bohne, Vida faba L. Sperber, 37. 
Hagen, 758. 

Buchecker, /, Fracht der Buche. S. 
Ecker. 

Bllcherseller,7n., Antiquar; nach Müh- 
lin g auch BQcherschrank. S. Seiler. 

Buchstaben, die vier, der Hintere. 
Halts Maul und set^ dich auf deim 
OTCT- Buchataben. Sprw. I, 2568. 

Bucht, /., s. Bocht 

bucht, adv., s. bocht. 

buchten, ew., s. bochten. 

BUckenholz, n., Holz, das ans dm 
Zerschlagen der polnischen Flnfzfehr- 
zeuge gewonnen wird. Dzg. Allpr. 
Mtsschr. IV. 328. 

Buchindl, /., s. Buhkinell. 

Buckjg, /., s. Bukkis. 

Bückling, m., s. Bückling. 

Budde, Butke, /., l. Laus. D&nh. t 
Engerling und jeder Wurm, der im Acker 
gefunden wird. Mühling, TJem., 169. 
N8slm.,Th.,216. JS ds. Budde, Buddiie, 
Butke Popanz, Gespenst, Schreckbild, 
womit man kleine Kinder beschwich- 
tigt. Brem.Wb. 1,154, 175; Schamb., 
34b. D&hn.,59a. In Bayern der fist: 
Larve; vermummte Person; Unholi 
Schmeller I, 229. Vgl. Buil^, 
Buichebau. 

Buddel, /., Bouteille, Flasche Er 
lässt die Buddel nicht los, er ist n» 



idbyGoO'^le 



Bnddelbnxen — bügeln. 115 

Säofer. Sprw. I, 445. He drinkt de Nach Klein,!, 175, fOiDanzig: Höker- 

game Buddel üt. Volksr. 256, 887. wohnung auf dem Lande. Wir bewüligen 

BnifdfilbUxen, plur.y die weiten Hosen, auch, dasz zu Labiau »echs Hakenbuden 

welche die Fischer über die gi;wöhn- aUeihand Höeherei su treiben angelegt 

liehen Beinkleider ziehen. Sie heifzen werden aollen. Ältpr. Mtsschr. IV, 524. 

&ach KeddelbUxen, Kittelbllxen, wohl weil Budel, m., s. Bttdel. 

sie, aus der Ferne gesehen, den Ein- Budenbau, m., Bau der Buden, zur 

druck eines (FiaueD-)Ejttel3 machen. Bezeichnung des Tages zwischen dem 

buddHn, vhd. buttein, sa>., 1. ron Vieh- und Enunmarkte, an dem die 
Buddel, Flasche: in Flaschen füllen. Verkäufer ihre Buden für den Kram- 
Daa Bier buddeln — eiidmddeln. 2. nach markt errichten. Sperber, 9. 
dem klackemden Tone während des Budenleute, piur., Leute, welche in 
Trinkens: ans der Flasche trinken-, za Buden wohnen oder Waren feil bieten, 
viel trinken, saufen. Er buddelt, er BudenvAcMer, m., Ladenhüter, an- 
ist ein Trinker. Sprw. 1, 445. 3. nach couruite Ware. Elbing. Schemio- 
Hennig, 41, auch schäumen: das Bier uek, 7, 

buddelt. 4. in der Erde wühlen, kratzen, Budnecker,m.,Ter&chtliche Benennung 

wie es die Eühner thnn; auf einem für einen Adeligen. Stein, Peregrinus 

Äcker nach Steinen graben, sie aus XVI, 8. W. Mtsbl. VI, 187. Einer 

demselben heben; in aufgegebenen Grä- der vom Pfluge her ist? Vgl. Budnick. 

bereien Beistein grabend nachsuchen; Budnick, (?), das Streichbrett an dem 

überhaupt mübsam arbeiten, wobei an altpreul zischen Pfluge. S. Zoch. 

ein grabendes Wühlen gedacht wird. BUerke, R-, Bern. Ton Büer, Bauer, 

Bude,/., 1. Hütte, Gezelt, Stall, poln. Käfig. 
büda, lit. büda. Bei Jeroschin: er bufl, interj , s. bafs. 
ttapfte zu den büdin ^ 46d u. m. bufsen, suj., s. bafsen. 
Pfeiffer, ISöf. 2. kleines Häuschen, BUgei, pltd. Bfigel, m., Teil des alt- 
in dem gewöhnlich ein Handel betrieben preul'zischen Pfluges. S. ZüCh. 
wird. In kleinen Städten sind der- bUgeln, pltd. bftgleCn), aw., durch den 
artige Buden oft um das Rathaas, ja Bügel heben, eine Ehren- und Hoch- 
in die ontem Räume desselben hinein achtongsbezeigung gegen das weibliche 
gebaut. Da» aoU ihm in die Bude lecken, Geschlecht am Fastnachtstage. Die 
das soll ihm übel bekommen. & hat Junggesellen, Knechte etc., ziehen mit 
ihm in die Bude geleckt, hat ihm Schaden einem geschmückten Reifen, Bügel, von 
gebracht. WÖÜ hei ön de B6d, will er Haus zu Haas. Der den Reifen Tra- 
in die Bude! Auarof der Zurückweisung, gende zieht ihn, oft nach dem Takte 
— 3. eine eigentümliche Zusammen- der nutfolgenden Mosik, jeder Haas- 
setzung ist: Hakenbude, Hökerbude, von frau, jeder Tochter und jeder Magd 
haken hökeru, and Hake Höker, Klein- des Hauses über den Kopf und die 
bändler. Vgl.Dähn,, 168a. Die Hafen- Schaltern, während ein anderer die ge- 
buden haben „Kramgerechtigkeit", und bügelte Person aas dem Reifen heraus- 
wird in ihnen Handel mit Material-, hebt. Die Frauen halten das Bügeln 
Kurz- und Schnittwaren getrieben, oft für eine besondere Ehre, weil keine, 
auch Bier und Branntwein verschenkt, auf der ein Makel haftet, durch. den 



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110 BGgelrock — Bnbowitz. 

Beif gezogen wird — es sei deon, dafz Steuer wurde. Doch scheint dies der 

sie ä Silbei^roschen (50 Pfg.) zahlte. Fall gewesen zu sein, da, nach Klein, 

Oberland. Nataogen. Ermland. N. Pr. J, 56, in Danzig Bohlengeld, im gemeineiL 

ProT.-Bt. YI, 223; X, 117. Sprw. II, Leben scherzweise Boliengeld, „das Geld 

453. ist (war), welches unverheiratete Per- 

BDgelrock, m., pltd. BSgelrock, Reif- sonen männlichen Geschlechts jährlich 

rock. Oft 5m Bägelrock to gäne. Hat erlegen müssen." Wenngleich, nach 

suU mt wol doli amtuTK. Volksl. 51, 8; Klein's Angaben, dieses Geld „zur 

S. 74. Besserung der h&lzernen Brücken an- 

BUgehenke, /., nach Mühling Netz gewandt wird" (wurde), und somit die 

mit Bügel, das von einem Menschen Ableitung von Bo/Ue = Brett zulässig 

gebandhabt wird. Hennig, 40, hat ist, so ist Bohlengeld und mehr noch 

BUgelsenken, n., zur Bezeichnung des BtUlengeld blofze Korrumpiemng von 

Einsenkens der kleinen Bügelnetze in's Buhlengeld, Wie rein und sinnig da 

Wasser. Begriff buhlen und Buhle in jener Zeit 

buggeln, ata., buckeln, locken, in war, wolle man daraus ersehen, dalz 

Locken legen. IHe Haare buggeln, sie Markgraf Älbrecht in einem Briefe vom 

in Locken legen, flechten, — airfbuggeltl, 1. Januar 1526 seine Braut, die Prin- 

sie festlich aufputzen, mit Blumen durch- zessin Dorothea von Dänemark, als s«ne 

flechten. Li Bremen buckel Locken, „freundliche, herzallerliebsteMuhmennd 

franz. ÄOMcfe.Brem.Wb.1,158. Grena- Puel (Buhlin)" anredet Vgl. Beitr. z. 

dierbuckeln u. geflochtene Baarzöpfe . . . Kde. Pr. IV, 414. 

die Wuckel Locken. Schmeller I, Buhne,/., in denFlufz gebauter Quer- 

153; IT, 21. dämm. Vgl. Vorland. 

buggem, »w., mit den Ellenbogen, Bujenge, Pujenge,/., Pfln., Verst&mme- 

Färusten, jemand drängen und stolzen, lung von Paeonia, wie bei Leunis, 714, 

oft mit dem Nebenbegriffe der Heim- Putenje. 

lichkeit; mit den Fersen die Seiten Bujeninne, /., Männer- Unterhemde 

eines Pferdes stolzen. mit weiten Ärmeln, gewöhnlich yod 

Buhlengeld, n., Geld, Abgabe der un- blauer Farbe. Werder. Graudenz. 

verheirateten Bürger Königsbergs bei Ulken (w lang), sie., einlaugen, Garn, 

Erlangung des Bürgerrechtes mit der Leinwand, Wäsche. Von B6k, BSie, 

Verpflichtung, binnen Jahresfrist zu Beke Buche, aus deren Asche froher 

buhlen, d. i. zu werben und zu hei- die Lauge bereitet wurde. Vgl. Brem. 

raten, widrigenfalls das Geld verfiel. Wb. 1,157. Schütze, 1, 177. Dähn., 

„Man zahlet nach Beschaffenheit der d9b. ächamb.,35a. 

Umstände 25 bis 50 Gulden. Es gründet Bukkinell, /., lit, Neunaugenreuse der 

sich diese Verordnung auf die uralte Memelmündungen. Benecke, 399. 

WiUkürderStädteKönigsberg, worinnen Bukkis, /., lit., eiförmige, korbartig 

einem Bürger aufgegeben ist, ehelich aus dünnen Weidenruten geflochtene 

zu werden," Hennig, 40. Es geht Reuse. Beschreibimg und Abbildung 

aus Hennig nicht hervor, ob die Ab- in Benecke, 398f. 

gäbe sich eventuell wiederholte und zur BukowHz, Ortsn., Dorf im Kr. Stralz- 



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■ Bullern. 



117 



harg. Mao sagt epottweise: die Bitko- 
mtzer SJiechie suchen das FeU auf dem 
Grunde. Sprw. I, 84-2. 

Bulatengasse, Bullatengasse, /, Name 
einer Stral'ze in Kgsbg., tod dem einst 
auf dem Manchen (Mönchen-)hofe ge- 
legenen Kloster, dessen Insassen, Grau- 
möncbe, Franziskaner, sich Bulaten- 
hrvder nannten; wie die Ostpreufz. Ztg. 
1875, Nr. 92, Beilage, meint = buck- 
lige Brüder. Die backelartige Kapoze 
liefze sich vokl dem lat. buüa sub- 
sumieren. Im Yolksmunde hielz die 
Strafze BoHen-, Bullengasse , und der 
Winke), den sie mit der Klosterstral'ze 
bildete, Bollen-, Bullenwinkel. Hennig, 
40. Hoffheinz, Stralzn., 600. 

Bülau, BUlow, m., s. Bierhol. 

Bullatengasse, /., s. Bulatengasse. 

Bullchen, w., kleines Brot; poln. buGca 
ninde Semmel, Franzbrot. Mühling. 

Bulle, /., s. 1. Bulwe. 2. Pulle. 

bullen, sw., pltd. bollen, 1. coire^ beim 
Rindvieh. Die Kuh hat gebullt, ist be- 
sprangen. 2. IHe Binderin Mit, wenn 
sie ihrem Schnitter nicht nachzukommen 
Yermag and von dem folgenden Schnitter 
eingeholt wird. Die andern Arbeiter 
pflegen dann, dem brünstigen Bullen 
nachahmend, za brüllen. Sprw. 1, 365. 
Vgl. Schwad. 

Bullenadel, m., unechter, vermeinter 
Adel. Stein, PeregrinuBXVI,8. W. 
Mtsbl. VI, 187. 

Bullengasse, /., s. Bulatengasse. 

Bullenwinkel, m., 1. im V^'erder der 
Platz, wo die Uägde schlafen. Scherz- 
weise von den Knechten so genannt. 
N. Pr. ProT.-Bl. n, 405. 2. für Königs- 
berg s. Bulatengasse. 

Buller, m., Bärenwicke, Vüia dume- 
Umim L., lästiges Unkraut im Winter- 
getreide mit schwarzen Samenkörnern. 



Hennig, 321. Nsslm. Forsch., 3 ; Th., 
215. Vgl. Katfeebohnen. 

Bullereis, n., s. Bolleis. 

bullerlg, buH'rig, adj.^ polternd, schel- 
tend, zänkisch, hitzig und grob, aus- 
&hrend in der Rede. Von bullem. 

Butlerjan, m., I.Folteijohann, Brumm- 
bär, Lärmer, Hitzkopf. Bock, 6. MQb- 
ling. In Hessen BoUrian Polt«rer, 
Hitzkopf. Vilmar, 47; in Livland Buif 
derjahn. Hupel, 39. 2. Korrump. von 
Baldrian, Valeriana. 3. Medikament 
Radix Valerianae. Da das Polver auf 
Katzen erregend wirkt, so heüzt es auch 
Kattebullerjan, Katzenbulleijan. Kgsbg. 
S. Baiderjan. 

Bullerioge, /., Loge, in der gebullert, 
gepoltert wird, die Gallerie im Theater, 
als der unruhigste Platz. Kgsbg. 

bullern, sw., I. poltern, stark klopfen, 
lärmend anXhür oder Laden anschlagen, 
ein schallendes Geräasch verursachen. 
Da hdlert dn e Kamer wat. Volksl. 31, 
20, 7. Da Winfft buüat je man so an 
na Thea. Ermländ. Freisch., 5. Schlag 
m^' op dat Schvlleblatt, Ach Herrjeh, wo 
bullet dat. Volksr, 125, 524. Eeschneet 
emde EoppvomRopheraf, Hotsduusend 
Zapperment, icat buUerd dat. Dorr,6L 
Wi^s /äUt, so bullere s, im Handel als 
Verweigerung der Auswahl unter gleich- 
artigen Gegenständen. In Hessen hoUem. 
Vilmar, 47. Ahd. poUSn, mnd. bul- 
deren, holl. buUeren, bolderen. Hennig, 
40. 2. brodein, kochend aufwallen: 
Das Wasser hocht, dajz et man «o buüert. 
Vgl. Sallmann, 49a. 3. bildheb: in 
Rede und Wesen poltern, scheltezi, auf- 
fahren, toben. — anbullern, in beiden 
Bedeutungen: stark anklopfen; einen 
heftig anfahren. 

Bullem, n., 1. das Poltern überhaupt 
2. eine verbotene Art des Fischfanges 



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118 Bullochse — BumsIcGule. 

durch Poltern. Das soffenannte Pumpen, 165. Treichel, Yolksth. StattBuüeen 

Klonnen, Jagen, Klappern, Bullern und hört man auch Bullen. Vgl. Schuckcn. 

Stetren, sowohl im Haffe, als in der See, BOmann, m., Kobold, als Schreckmittel 

wodurch der Fisch vom Eingang ins für Kinder, wie Baubau, BlUcher. Vgl. 

Haß verjaget und vertrieben wird; in Sprw. I, '252. 

gleichen das A-usaetzen der Quaste im bumbs, inteiy., s. bumS. 

Ha/e aoü bey Verlust des Gefäszes und bufnfideln, bomfideln, sw., coire. Wohl 

Garns, au aller Zeit verbothen aeyn. Zusammen ziehung aus bummeln, bom- 

Fisch.-Ord. v. 1738. § 4. Benecke, mein baumeln, aaA fidel/n geigen. 

310. Vgl. Klappern. BDmken, plur., in dem InventariDm 

Bullochse, pitd. Bollos, m., Stier, der des Hauses Sehesten v. J. 1652 stehen 

erst, nachdem er als Bulle seine Schul- verzeicbnet: „S schlechte Bümken." N. 

digkeit gethao, verschnitten worden ist. Pr. Prov.-Bl. a. F. III, 269. Nsslm., 

Brem. Wb. III, 275. Th., 215. Lesefehler des Einsenders 

buH'rig, adj., 8. bullerrg. für Bancken, BAtckmf 

BUlow, Herr von, Jtinkei- Bülow, s. Bummchsn, Bommchen, n., altesBrannl- 

Bierhol. weinmafz zum ÄasachaDk an Ort und 

bülstern, sw., aufblähen, »ufdaunen, Stelle. Ein Bummeben kostet meistens 

bulstrig werden. Stroh bulstert und ^5 Pfg. und wird von mehreren Per- 

mul'z festgetreten werden. Vgl. Bulte. sonen „umzech" getrunken, Sper- 

bulstrig, adJ., s. buHrig. ber, 9. 

Bulte, BUIte, Bolzen, m., Beule, Ver- bummeln, sw., s. bammeln, 

tiefung durch Stofz oder Fall ent- bums, bumbs, inteiy'., echaUnach- 

standen. Der Bolzen im Hut, in Metall- ahmend; zur Bezeichnung des Tones, 

geschirren etc. Im Nds. bult, bulten den ein fallender Körper verursacht, 

Hügel, ahd. puhil, mhd. bühel. Brem. und, da ein solcher Fall unvorgesehen 

Wb. I, 160. Hennig, 40, kommt, auch des Unerwarteten, PlöU- 

BuHen, m., s. Bolten. liehen. Bums, da liegt es! Bums, da 

bultig, bUltig, adj., verbolzt, uneben, hatte er's weg! Sprw. I, 498. Bufnt 

mit vielen Beulen behaftet Hennig, fiel et um. Aber bwmbs! da stand iek. 

40. Soph. K. I, 420. . . . uJid bujnbs schmatzt 

buKrig, bulstrig, adj., was Bulten hat, ihm ein Zeitungsschreiber den Kanzebon 

uneben ist. Eine bauschige Naht ist in den Bart. Ibid. II, 312. Jetzt kam 

bulstrig. ein fürchterlicher Schlag . . Bumia, das 

Bulwe,/., gewöhnlich im ^^ur.Bulwen, war in die Kirch^he. Ibid. IV, lti6f. 

von dem gleichbed. kass. bulwa, Ear- Und bumbs schnauben oder Imsten sie 

toffel, Solanum tuberosum L. Westpr.: (die Bauern) drein, dass die Kirche er- 

Eassubei, Pommerellen, Konitü, Grofz- schaUt. Ibid. IV, 309. Vgl. brdz, par- 

Werder, Dzg. Werder, Elbing. Dreeg daus, plauksch, achmauka, scAnips, 

Bulwe möt Solt best tS HOs, Kartoffeln schnurr, schwaps. 

mit Salz schmecken zu Hause (am Bums, pltd. Boms, m., Eellerkneipe. 

besten), aber nicht am fremden Tisch. bumsen, sw., s. bumfaen. 

Sprw. I, 497. S. Schmitt, Westpr., Bumskeule, /., Fflzn., s. Duderkeule. 



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bnmrieo — BSrgerbest. 119 

, am., dampf tSoen; bunkig, adj., mager, rerkOmmert. 

schlagen, stofzeD, &llen, aDStofzen, an- Mühliog. Vgl. Bimkm. 

remieD, daiz es einen dumpfen Schall burachig, adj., gierig. Pr. Holland. 

^ebt In Bayern pumsen. Schmel- MQhling. Ygl. wOrachen. 

1er I, 285. — anbumtzen, anscblagen, burbeln, sm., 1. anterbrocben tanen, 

poltern mit dumpfem Nachhall; in Po- murmeln, klunkemd tönen. Das Wasser 

sen: mit dumpfem Schalte an etwas burbelt, wenn es ans einer enghalsigen 

Men, stolzen. Bernd, 6. auHHimIzen, Flasche gegossen wird, wenn Luft- 

mit einem Bume auf etwas fallen, blasen darin emporsteigen. Der Bauch 

bnrnfzend anftret^n. burbelt, kollert. Lit. burbeti, burbidöÜ, 

Btlne, /., Bau vom FluTznfer in den poln. burczyc, bwrczei. 2. trinken, sau- 

S^m hinein auf Steindamm aus Kiefer- fen, weil hin und wieder beim Trinken 

ästen, Weidengeflecht, Faschinen, mit ein Burbeln zu hören ist. Vgl. bur- 

Aofl^ung von Steinen, um die Ge- dein. 

valt des Stromes vom Ufer abzuhalten. Burchel, /., kleine Beule, die von 

Vgl Brem. Wb. I, 163. Vilmar, 61. einem Insektenstich herrührt. Rast^i- 

Grimm, Wb II, 510, das Bühne fOr bürg. M&hling. 

die richtige Form hält Burczaidca, Burtzanhin, /., Bauem- 

BOne, BQne, Böne, Bosche, jüd. weibl. tochter . . . trachten, dasz sie eine reiche 

Yorn. Korrumpiert aus Bona. Flatow. Burtzankin {Baueratochter') , . . sich an- 

Schmitt, 113. trauen lassen mögen. Hartwich, 347. 

Bunge, (?), Fischerger&t Pierson, Burczik, m., ein junger Bauernbursch. 

Mattb. Prätor., 117. Vgl. Bortschik. 

Blink, Bunker, m., s. Bonk. Burdel, m., ein mit Schilf bewachsener 

Blinke, m. 1. Bursche, Knabe, mun- Sumpf. Ermland. MühLing. 

terer Junge. Das sind tüchtige Bunken, burdeln, sie., vom Wasser, wenn es 

tüchtige Jungen. KHn Bunke ist auf sprudelt, Luftblasen auftreibt, kreiselt, 

dem Eise zu sehen. 2. liederlicher strudelt. Auch das kochende Wasser 

«chlechter Mensch, im Anklänge zu burdelt. Vgl. burbetn. 

Babitüce. Ironisch: Er ist ein guter Bltre,Btre,/.,ßettzieche, Überzngüber 

Bänke. Die Hunken, die Bunken, die Kissen oder Deckbett; im Samlande Btr. 

scheewen Haüuvken. Mahling. Sprw. Hennig, 40, Dann schütten sie sie (die 

I, 1767, Federn) in die Büren. Pierson, 

Buidten, piur., die starken Knochen, Matth. Prätor. 113. Durch Vofz (Luise) 

nameothch magerer lebender Tiere, in die hchd. Sprache eingeführt. Ahd. 

welche stark hervorragen. Vgl, Brem. purran, purian, mhd, büm erheben, in 

Wb. I, 164. In Pommern Bunkefi- die Höhe halten, die Bure also das 

Knaien, der grofze Knochen an der aufgezogene, übergezogene Linnen. 

Hinterkeule. Dähn.,63a. InHolstein: Grirom, Wb. II, 511. 

grolze Knochen, Röhrenknochen. Burgemeister, m., s. Bürgermeister, 

Schütze I, 185. BUrgemeister, m., s. Burgmeister. 

hinken, »k., die Bun^^ert^ wegräumen. BUrgerttest, BUrgerbestes, n., 1. nach 

Blinkerde, /., die aber einem Torf- Hennig, 41: „dasjenige, was den Bfir- 

moor hegende Erde. gern bei Einkaufung der Waaren zu 



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120 ßürgergehorsam — borrdaiiz. 

gut kommt Nach dem Edikt von 1691 der ruhige Borger das Gasthaus, die 

soll den Büi^m zu Königsberg von Schenke, zu verlassen hat, 10 Uhr 

jedem 100 Pfund 2 Pfund, und von abends. Die Bürgeratunde bieten, eine 

jedem 100 Scheffel, Tonnen oder Stof Verpflichtung des Wirtes den GSsten 

zwei zu gut kommen". 2. Nach W. gegenüber, darch welche diese zum 

Seidel, 29, in Danzig das Übermafz, Heimgänge aufgefordert wurden, 

welches bei der Äsche, Kalk u. a. Burgfrieden, m., s. Bleide. 

Waren, die von ibrem Quantum ver- Burgmeisier, auch BUrgemeister, m., 

lieren, den Kauf leuten zugestanden wird. Verwalter in Hof und Garten der Königs- 

In der Regel betrag es ein Liespfnnd berger Junker und Bürger seit dem 

auf ein Schiffspfund. Schemionek, 18. Jahrhundert Sie hatten die Ord- 

7, erklärt einfach: 10 pCt. Zugabe nung in Hof und Garten gleich den 

beim Einkaufe. S. Stein, Peregrinus Gerdeleuten (e. d.) früherer Zeit aufrecht 

VH, 15, W. Mtsbl. V, 141. zu erhalten, verbürget zu nehmen (s. 

BUrgergehorsam, »., eigenlich Bürger- verbürgen) und die Zunft zu vertreten, 

gewahrsam, das Zimmer, worin früher Tgl. Die Zünfte, 16 u. 25. 

Bürger kleinerer Vergehen wegen ge- Burka, /,, von dem poln. burka, kor- 

fangen gesetzt wurden. 8. Gehorsam, zer, polnischer Regenmantel von Filz 

Bürgermeister, Burgemeister, m., der oder grober Wolle, Mantel, Kutscher- 

Dorfhirte. Vgl. Hexspr., 139, In mantel. Mrongovius Wb. I, 40a. 

Hessen gab es eineo Kuhhürgermewter, Sperber, 37. 

einfach Bürgermeister, als Benennung Burkan, Borkan, Porkan, /., Mohrrübe, 

desjenigen Gemeindeghedes, an welchem gelbe Rühe Lett burkane, burkakne, 

die Reihe war, den Faselochs zu halten, bohrkana, russ. barkän; in Liv- und 

Vilmar, 62. Estland öwrio«« und ßwion«, /. Hu- 

BUrgereteig, m.. Weg für FuCzgänger pel, 40. Lit. burhmtai Pastinak, ba- 

zu beiden Seiten der Strafze (Trottoir). rökas, poln. burak rote Rübe, russ. 6«- 

BUrgerstube, /., Dem. BDrgerstUbchefi, roh Suppe davon. Nsslm. Th., 24 

Stube, resp, Stübchen für Bürger. 1. Vgl, Nsslm. Forsch. 3. 

ab Versammlungs- und Gesellschafts- BDrkeherr, m., Banerherr, Baner. Ver- 

zimmer. Auch bäihen die Löbl. Zünfte, altet Dzg. Nhg. VioUt, 162. 

dass in dem grossen Sacd des Juncker- bumaiiisch, adj., s. bemautsch. 

Gartens, ein besonderes Bürg&ratübchen burr, interj., zurückhaltender Zumf 

ajiatiret, und sie, so wie in der Alten- an Zugtiere, namentlich Pferde. Aach: 

Stadt diese Commoditaet haben mögen, purr! Vgl. Volksr. 63, 242 a. Burr, 

Protok. der Morgspr. im Kneiph. aus Burr! in Litauen lockender Ruf zu 

1729. Die Zünfte, 9. 2. als Gefang- Schaf und Ziege. A. a. 0., 242d. 

nis uud dann s. v. a. Bürgergehorscan. Burra, m., s. BürecL 

In Schwaben Bürgerstube: Versamm- Burrack, /., selbstgewebte Schürze. 

lungshaus der Patrizier; die ähnlichen Oberland. 

Versamm lungshäuser der Kaufleute und burrdauz^mf^y., den Ton nachahmend, 

Handwerker hie&en ,Zwn/i8(wÄCTi, .^n/i^ der sich heim Fallen hören läfzt ..und 

häueer. Schmid, 108. bwrrdauz lag ich auf Qotteserdboden wie 

BUrgerstunde, /., Stunde, in welchei- ein SackooU Erbsen. Soph. R. V, 122. 



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Bnrrel — BuBcbeMr. 121 

tami, f.. Knicke. neüa septempuTictata (Volksr. 59, 229) 

Bntist, f., Masikschüler in einem beginnt: Bu4che bu^cke Bake, fleeg hoch 

Kloster. Die Bvimsten wurden auf ön e Höchf! Da Bake Käfer bedeutet, 

Eoslen des Klosters&ckels, buraa, aus- so erscheint buiche als dazn gehöriges 

geiuldet, damit sie später die in Attribut, oder, schreibt man Buiche- 

kath. Kirchen nötige Musik ausfahren bake, als Bestimmungswort zu Bake. 

konnten. M&hling. Derselbe macht Läfzt sich huiche auf das poln. bog = 

die Bemerkung: Obgleich in der H. Gott zurückführen, so wäre auch in 

Lbde kein Kloster melir ist, so sind diesem Keime das Marienkäferchen dae 

doch Barsisten da. Poln. bursak Kon- Herrgottskäferchen ~ Herrgottspferd- 

viktorist, Kontubernal Stubenbursche, eben, Ilerrgottskubchen der übrigen 

idtrilm, pltd. bBr8Chte(n), sw. Einen Reime a. a. O, ; wie denn dieser Käfer 

Junten, ihn durchprügeln. Öck tcc^ em überhaupt in zahlreichen Kinderreimen 

itnchte! als Drohung. als ein den Gött«rn und der Mutter 

BDrstenbinder , m. Er säuft wie ein Gottes geweihtes Tierchen auftritt. S. 

Bintenbinder. Sprw. I, 445. Rochholz, Aleman. Kinderlied etc. 

Bmtinowo, Orten., s. Bosnow. 92 f. Der Käfer heilzt auch Berbllt- 

burten, sh:, zaubern, wahrsagen. Bur- chen, Butberbutchen, und in Memel und 

Un oder Weidein wiü sagen zavbern. Danzig: Berfau&chke, Borbuichke. Ygl. 

Pierson, Matth. Prätor., 42. Buscheb&r. 

Burten, Burteninker, plw., Wahrsager, Buichebftr, Busebftr, m. \. Kobold, 
Zauberer, Besprecher; von dem llt. Spukgeist mit dem man die Kinder 
iurft' wahrsagen: burüninka» Wahr- schreckt. 2)cr Buiehebar kommt! ruft 
sager, Zeichendeuter, burHninke Walir- man unruhigen KindeiTi zu, indem man 
stgerin. Nsslm. Wb., 338b. Pisanski ein Gepolter verursacht. Buuten roaat 
(NacLtr.) und nach ihm Hennig, 41, de Buselie- Boar, On de Wulf bekielt 
schreiben Burtenicker. (^Bwtonea /leiszt (beheutt, heult an) den Moan. Dorr, 
Zäehmdeater, von burta ein Zeichen. 53. Hennig, der Busebaar schreibt, 
Pierson, Matth. Prätor, 42.) weist, 321, gesucht, auf das lit. buzis = 
Burtschik, m., s. Bortschik. Bettler mit langem Stock bin, der in 
Burtzankin, /., s. Burczanka. seiner Zerlumptheit von weitem einem 
Bürzel, n., ein Tall oder FQnfzehner Bäi-en (ursus pltd. Bdr, Bär) ziemlich 
Gespiimst von einer kurzen Haspel oder ähnlich ist. Nach Mielcke u. Nessel- 
Weife. Ennland. Mühling. S. auch mann heifzt der Bettler lit. ubbagas; 
PerzeL buzia ist in ihren Wb. nicht aufzufin- 
Buibunk, m., s. Bonk. den. Vielleicht ist Biuchebär nur Zu- 
Butch, Dem. Buschchen, w. Yom., s. sammenziehnng von btdchi^er Bär; was 
Barb. um so leichter sich annehmen lieize, 
Büidlbonk, m., Kobold, Gespenst, wie als nach S perber, 37, auch Bufichebart 
BuMthebdr (s. d.). Daaa dich der Buich- auftritt Letzterer hält dieses Wort, 
honk—hoY dich der Henker! Sper- wie Buichebau und Buichbonk, mit dem 
her, 37, poln. bog = Gott zusammenhängend, 
btiiche. T^.in samländischer Kinder- Schwed. buse Schreckbild, Popanz, dän. 
röm an das Marienkäferchen, Cocci- ba»emand Gespenst. 2. vermummter 



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122 



Buschebau — bntrornar. 



oder ungewöbnlich gekleideter Mensch, 
der also für den Bmckebar gelten will 
oder ab solcher angesehen wird; auch 
der Unfreundliche, Verdrierzliclie, Er 
üt ein rechter Bu^ftebar. Sprw. I, 499. 

Buächebau, Buichbau, m. 1. der gleiche 
Kobold wie Bu4ch^ar. Der Buschebau 
kommt! 2. drohende Regen- und Ge- 
witterwolke. Vgl. Baubau, Buicher, 
Budde. 

Buscheck, n, Mieder. Ermland. Müh- 
ling. Ygl. KrOprock. 

buicheln, stc., sich leicht bewegen; 
von der See, wenn sie ganz kleine 
Wellen zeigt. Die See bmeheü. Müh- 
ling. (Ich habe das Wort an unserm 
Ostseestrande nie gehört.) 

Buicher, m. 1. Kobold, Schreckbild 
für Kinder, wie Bavbau, BvTnann. 2. 
Laus, mss. wosz', poln. vresz. Nsslm. 
Th,, 216. 3. finstere drohende Regen- 
und Gewitterwolke, poln busza. Das 
ist ein guter Buicher. In der Fried- 
länder Gegend acch: Windatolz, Vgl. 
Budde. 

büiehem, »le., Kinder ängstigen mit 
einem Kobold. Kinder lAet hei to 
buschre. Von Bukher, Buichebau. Vgl, 
Schelfelhopf. 

Buschfutier, n., Futter von Fuchs- 
(□ach Mühling von Katzen-) Fellen. 
Röcke mit Bnschfntter waren in alten 
Kleiderordnungen den Dienstboten zu 
tragen verboten. Uennig, 41. 

Buschldopfen, n., Stranchdieberei, 
Wegelagerei. Man,cher würde geschwinde 
und eilfertige bedeutung (mancher Phä- 
nomene) abfertigen, tnelche aber die 
natürliche Ursachen und zugleich den 
Eßect nur von ferne berüren und anr- 
treffen, ah da sind Krieg, Empörungen, 
BuschJdopffen, Fewer^rünete etc. amu- 
deuten. Lincm., Aaa 2a. 

buichlich, ad/., unordentlich, beson- 



ders in den Haaren. Mahling. Vgl. 
puächlich. 

Buichmau, /, s. Puichmau. 

Buschwächter, m., Äu&eher über die 
Ani)flajizungeD auf dem Vorlande. 

BOie, /., Name eines kleinen Ge- 
hölzes bei Bischofstein. Eck ho dot 
derch de Büie o dereh e BSrewinkel zu 
raite Ermländ. Freisch. , Maonscript 

Busebar, m., s, Buichebar. 

Busse, /., FluTzfahrzeug Drehbuste, 
eine Busse, die leicht dreht oder wen- 
det-, in der Elbinger Gegend ein klei- 
nes prahmartiges Fahrzeug. Im Hol^ 
Bvse, holl.^ü, m\i.busa.bussa.^c\iÜ\.zt 
I, 187. Grimm, Wb. II, 563. 

BUst (ü lang), /. u. m., s. Bist. 

büster (ü lang), adj., s. blster. 

bUstem (ü lang), gw., s. btstern. 

Butberbutchen, m., s. bufiche. 

bDte, boten, adv., drauTzen. Büte oft 
e Koch. Kgsbg. Firmenich 1, 103b. 
Ek spozeer leewer hier baten herum. 
Dorr, 1. Wiew-, 15. 

Bufella, /., ßouteille, Flasche, in pol- 
nischen Gegenden von dem poln. buteh. 
Sperber, 37. 

Botenleute, pltd. BOtenlUed, ^ar., 
Leute, die entweder auizerhalb der 
Stadt oder in der Stadt in kleinen 
Häusern wohnen. Mühling. Mnd. 
butenmann, plur. butenlude. Fremder. 
Mnd. Wb. I, 464a. 

bOterdero, adv., auTzerdem. Doch buier- 
dem, Herr Fenton, . . , se leeß ju. Dorr, 
1. Wiew, 28. Ibid., 54. 111. 

Buüte, m., s. Budde. 

butranSr, adj. u. adv., s. butrormr. 

butrornar, auch butrantlr, adj. a. adr., 
aufzerge wohnlich. De Wiewer heOitn 
dahi gequiekt on g^ucht ganz butrornar. 
Dorr, 1. Wiew., 16. DanU kannst d» 
a/nehmen, dat pi di wat Butnymoft 
steckt Ibid. 68. 



jyGOOgll 



' 1 



Butoch — Butterhexe, 123 

Butseb, m.f Kafz, poln. buzia, lit. bu- kmt wohl ein Stückchen Butterbrot be- 

oAaimai von l^uezoü küssen. Komm, komment fragen Kinder den Ankl^er. 

jö/ mt e Butach. Dat kauft ftf Güle EUcas für ein Butterbrot kaufen, es zu 

m e Butsch. Hannke., mtn Mannke, setr billigem Pi'eise erstehn. Für ein 

vat kosft e Pär Schaut E DäUry e Butterbrot arbeiten, fast nms^onst ar- 

D^ce, e Butachke dertau. Volksr. 77, beiten. 3. I^lnisches Butterbrot, Brot mit 

303. Vgl. Mutsch. Salz bestreut, nach Pisanski'sNachtr. 

, küssen. Von Butsck. mit gestolzeoem Ingwer uud Salz; es 

, H. BfftschWtn. wird von vielen als eine Magenstärkung 

blltleln, Str., s. buddeln. gegessen. Vgl. Sprw. I, 563 ff. 

Butter, f., pltd. Botter, auf der Elbin- ButterbUchse, /. 1. Bacbse zur Anf- 

ger Höhe Batter, im Werder Potter, nähme von Butter. 2. altmodische, un- 

im Ermland Potta. Man unterscheidet genau gehende Uhr. Bie Uhr geht 

TtKhimtter oAerStüeMmtl^, auch Pfund- nach Buttermilch, hdlzt es von einer 

butter, da die StQcke ein Pfund wiegen solchen. In beiden Bedeutungen auch 

sollen, und KvckeTibutter oder Achtel- Butterdose. 

iMäer (s. d.). — He öa so flau as on- Butterdose, /., s. das vor. Auch 

gaolten Botter. Elbinger Kdrg. — Als Schimpfwort auf ein altes Weib, 

Medikament wird gefordert: 6ren on Butterfisch, m. 1, jeder in Butter ge- 

gSe Botter = Oleum laurinum utiffuino- kochte Fisch, Es giebt heute Butter- 

nan. Kgsbg. S. Altelorttl. — Die Butter Jische. 2. Centronotua guneUu» Sehn. 

im Kalmus, s. Himmelsbrot Benecke, 81. 

Butterblume, f., Löwenzahn, Leonto- Butterfladen, pltd. Botterflade(n) (a=a), 

dm taraxacumL. Nach Hagen, 810, m., Fladen in Butter gebacken, auch 

auch Kuhblume. nur mit Butter überstrichen. An einem 

Butterbrot, n., 1. Wurf auf die Wasser- Orte steht ein ungehei/res Bauaz, Da- 

fläche, durch den flache Steine wieder- seihst verkauft man frische Butter-Fla- 

bolt von derselben aufprallen. Bock, 6. den. Carm. nwpf. VI, 183c. Ersteht 

Hennig, 42. Sehr änrngwarffendie Her- da wie ein Butterfladen. KahTnt alle 

reti Butterbrot, und die Mädchen klatschten met tom Danga, staht nich als Botter- 

dm Herren das Waas^ ins Gesicht. Flade. Carm. nupt. IV, 324d. De 

Soph. R III, 249. Auch: Butterschulz, Ei/erelaz sott drop (auf dem Wagen) 

Dem, Butterscku/zchen werfen; ebenso: ak viy ön Botter • Fladen. Ibid. V, 

Scheibchen — , Kaschke werfen; letzteres 109c. 

von dem poln. kaczka Ente. In Est- Butterfrauentrab, m., Trab der Bntter- 

^ni. Butten werf en. Sallmann, 117a. frauen, zur Bezeichnung eines lang- 

Bei den Griechen und ßömem eben- aamen Ganges, ß- geht den Butter- 

Wla schon bekannt; engl, duck and frauentrab. Sprw. I, 506. 

drob Enten und Enteriche machen, Butterhexe, /. 1. Schmetterling, von 

düppätg schiffein, &auz. faire dea ri- dem man glaubt, daTz er Milch und 

coehett. Vgl. Volksr. 195, 721. 2. In Butter stehle. Vgl. Hexe. 2. Schimpf- 

lUdensarten: E» einem awfa Butterbrot wort. Daaz die alte Butterhexe vor 

gd>en, ihm eine abgethane Sache vor- Freuden und Lobeserhebungen gleich auf 

halten, ihm Vorwürfe machen. Du der Ofengabel zur Feuereaae Mnaus- 



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124 BntterklatBcher — bntzeo. 

fahren möchte! Soph. R. VI, 418. Ehe- von Marienburg Stanislaus Kostka 

dem galt Buttermackenche, Butter- entstanden' Deiselhe liefz in demge- 

mackerin, als gelindere Bezeichnong nannten Jahre vier Bauern aus Grofz* 

einer Hexe. S. Vilmar, 63. Lichtenau, weil dieses Dorf eineLiefe- 

Blltterklat8Cher,m.,pltd. Botterklatschor, rung von Buttermilch zuerst vervei^ 

Pottaklabchor, einer der die Butter und sodann mit Hohn geleistet hatte, 

lischt. Komm mit mir nach Albing in diesen Turm auf so lange eiosper- 

(Elbing) herrain. Allda wo die Potta- ren, bis sie das gelieferte Fafz Butler- 

Mat^her sain! Volksl. 65, 43, 2. Bei milch selbst verzehrt hatt«n. YgL 

Dorr, 1. Wiew. 49, auch als Schimpf- Voigt, Gesch. Marienbg. Kgsbg. 1821 

wort. Vgl. Klatschbutter. S.217. Hartwich, 523. Pr. Land.- 

Butterkrinsel, m., Kringel (s. d.) von u. Volksk., 427. Passarge, 343. 
Butterteig: in Livland gelb^ Kringel. buttern, pitd. bottem, sw-, bildlich: 

Hupcl, 42. 74. Sallmann, 117a. gelingen, Vorteil bringen. DemUutetii 

ButterlOt^Or , m., einer der Butt«r nicht. WenTCn bottert, denn botterd. 

leckt; in der Kindersprache scherzliaft Vgl. Sprw. I, 507 f. 
der Zeigefinger. Er heilzt auch Schmand- ButterrOschke, m., s. Bischstftn. | 

lecker, pltd. SchmandkelScker, Tltpfcherv Butterschuss, m., s. Butterbrot 
lecker, pltd. Topkelbcker. Vgl. Volksr., Butterstritzel, m., s. Stritzel. ] 

124. Buttervogel, m., Schmetterling, be- 

Buttermildittum), m., Turm in der sonders der Citren enfalt«r, Papäio eo- , 

Vorburg der Marienburg. Der Sage lias. Im ösüichen Hessen bezdcboet | 

nach stammt der Name daher, dal'z das Wort vorzugsweise den Kohlweirz- . 

die reichen and übermütigen, dem Ge- ling. Vilmar, 64. 
setze und allem Heiligen hohnsprechen- Butterzwerg, pltd. Botlerdwarg, s. Owarg. 
den Bauern von Grolz-Lichtenau vom BUttling, m., zur Bezeichnung von 

Hochmeister Konrad von Jungingen Karpfenbrut. S. Benecke, 494. 
(1393 — 1407) dazu verurteilt worden Blitz, m., Stolz, Schlag, schwerer kiu^ 

seien, den Turm an der Nogat zu bauen zer Tritt Davon der Butz, Butzemann, 

und den Kalk statt mit Wasser mit Kobold, womit man unruhige, unartige 

Buttermilch zuzubereiten. Die Un- Kinder schreckt. In Hessen Bdzemam. 

gegründetheit dieser St^ ergiebt sich Vilmar, 50. 

aber aus dem geführten Nachweis, dalz blitzen, sw., wie bautzen, hart und 

dieser Turm zur Zeit Konrads von schwer anbeten, anklopfen, auffallen, 

Jungingen noch gar nicht da war, erst zu Boden fallen. Die fallende Eichel 

im Jahre 1412 erbaut wurde und in nennt das Volksrätsel Huizbutz. Pfli- 

der Zeit des Ordens keineswegs diesen R&tsel 8. In Hessen blutzen; dagegen 

Namen getragen, sondern von seiner bedeutet dort butzen und butzeln ve^ 

Form der SChAielicMe ( von Sch3>e hüllen, verdecken, namentlich das Ge- 

Scheibe) d. b. runde Turm geheifzen sieht. Vilmar, 45. 64. — anbutzMi 

habe. Der Name Butta-mikhsturm ist sw., anschlagen, anklopfen an Thor 

später und wahrscheinlich im Jahre oder Thor, dafz es butat. Lit b^t, 

1596 unter dem polnischen Oeconomus boie Keule, auch Schlägel am Drescb- 



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Butzer — eh. 125 

legel, Klöppel an der Glocke. Ygl. on tegg, öck heWt gedäne. On grad wie 

Bock, 6. Hennig, 42. Schamb., en Jungei-^ gn Wamms <m Boxen. Dorr, 

3"b. D&hn., 65b. 1. Wiew., 58. E Paar Boxe aftene. 

Botzer, m., einer, der butzt, sicher Re ös möt de Büchse gegange^ er ist 

ind fest auftritt; nach Marold auch abseits gegangen, um seine Notdurft 

dicker, kräftiger Junge. Silat kä-nie zu verrichten. Ermland. Sperber, 

mal t Butzer^ karjöach, stramm — 9. 1km platzen die Büxen, er l&Izt 

mlemait — Denkst: Wat ös dat fär'n einen fahren. Alle meine Büxen rüh- 

Stiäzer etef Lhrztg. 4, 355a. ren sich! als Ausruf der Verwunderung, 

Butzkopf, m. 1. eine WalSschart mit des komischen Schreckes. Sei keft de 

plittem breiten Kopf, 2. Einen Butzkopf Boxe an, die Khefrau führt das Regi- 

nachen, sich den Kopf (gleichsam platt) ment. Einen bei de Büxen kriegen, ihn 

sUlien,seie6beimFallenoderAnrennen, bei einer bösen That ergreifen. Na 

tuunendich aber beim Zusammenetofz war^, se werden dick noch bei de Büaen 

mit dem Kopfe eines andern. Sprw. I, kriegen, Zuruf an Jungen, die Uner- 

513. laubtes thtin. Dos ist für die Kotz zu 

BubmUbe, /., dicke Mütze, welche Bikeen, ist onzulänglich. YgL Grimm, 

mtQ kleinen Kindern anfeetzt, damit Wb. II, 598. Sprw. I, 514 ff. 

sie beim Fallen sich den Kopf nicht bUxen, pltd. bttxe(n), mo., lanfen, flie- 

beschädigen, Bock, 6. Hennig, 4*2, hen, die Büxen regen. Der kann gut 

Jetzt vohl anfzer Mode. büxen. Schulte Hans möt bunte Boxe, 

hnen, nc., mausen, heimlich entr Heß gesene den Dlwel boxe. Yolksr. 

«enden, stehlen, flugs in die BOxeji-, 75, 2S?. 

Hosentasche stecken, entfliehen. Bock, BUxenhahen, m., Haken am Beinkleide. 

6. Hennig, 42. Ygt. bUxen. So mahckt eck et (das Buch) brav fast 

BQxen,^/u>'., Hosen, Beinkleider, pltd. an mienetn Böxe-Hahcke, dat eck et nich 

BIm, lit. baksos, hotl. boksen, boxen, isl. verloesd. Carm. nupt. Hl, 77 c. 

hoMr, schwed. böxor, dän. bttxer. Hen- BUxenprOdler, m., s. PrOdler. 

nig, 42, Mnem die Büxen ausklopfen, Buxer, m., 1. einer^ der buxt, manst, 

ihn durchprügeln. De BS^ce schlage em stiehlt, T)ieb. 2. einer, der tächtig büxt, 

(dem Furchtsamen) turelf, er zittert wie läuft, Schnellläufer. Im Samlande auch 

in der Geisterstunde. Dö dt ön e Boxe Bezeichnung für den Verkäufer. 



0. 

(Siehe auch £.) 

ch, Gaumenlaut, bleibt mundartlich Hinter langen Vokalen wird es ein k: 

hmter kurzen Vokalen als Inlaut : Toch- auch $k. Buch B6k, und eben so auch 

ter Dochter, Tracht Drackt; ais Ans- in der Deminutiven düng chen: Annchen 

Iwt geht es in c^ über: ich öck, eck, Anke (s. chen). Vor s föllt es ganz weg: 

Bicl tack, seck, mit Ausnahme der En- Fuchs Foss, Wachs Waas, wachsen 

auDg Uch: heimlich hemUch, hivüich. wasse, Üchs Oss, Flachs Fiats, was 



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126 chabaechen — Cbim. 

auch in eioigen wenigen andern Fällen godenDagke. Mönachielewet. ESJecbie, 

geschieht: nach nä. Lebmann, e Körtike. Bei der Deminution der 

Volksmd., 31, Sabstantiva setzt der Plattdeutsche hier 

chabaschen, sw., s. habaschen, gern noch ein s vor die Endung ht: 

Chaluppe, /., B. Kaluppe. Mädchen Mäh und Mäktke, Bänkchen 

Chate, m. Vom., Achaüus. Hart- Bänkke vmA Bäniske. Aolzer dem Sab- 

wich, 53. stantiv fügen sich fast alle Worlaiten 

Chen, che, pltd. ken, ke, Deminutiv- der Deminntion, das Adjektiv, Verb, 

Endungen, DieDeininutionsoll,Orinin[i, Pronomen, Adverb und die meist« 

Wb. II, 616, ursprQnglich das Junge, Partikeln: gutche gotke, schönche 

Kleine, dann aber aach das Liebe, schönke, sachtche sacktke, trautstche 

Hochgehaltene, umgekehrt da:^ Gering- trüUke, kommche komvike (zu kleinen 

schätzige aosdröcken: Entchen Entke, Kindern), alleinche (Dcu Kinddu 

Hühnchen Henrike, Schäfchen kann schon alleinche stehn), ein bil'z- 

Schäpke, Kuhchen Koke, Weibchen chen e betke, wieche wiks, dochche 

Wiwke, Jungchen Jungke, Küchlein dochke, jache jäke, neiche neike,tidu, 

Ktkel und Ktkelke, Vaterchen Vaderke, soche aäke, duche duke (DücheT^ hon 

Mutterchen Mutterke, auch Mntt- doch! sagt die Frau zum Mann. ßiJu, 

chen MutÜce (der Umlaut tritt mund- verteh dt! mache, dalz du abziehst, ruft 

artlich im Dem. nicht aui}, der liebe ein Junge dem andern za), sieche 

Gottche de lerne Qottke, trautstes seike (das Sieche, pltd. Setke heÜzi 

Frauchen, fyütstet Fruke, einziges auch das Vogelweibchen, während pM 

Margellchen, Sns'get Margellke. Ach Meike^ dem das hchd. nicht auftretende 

lieber Gott es tat wohl ein Waiagenf . . Erche entspräche, das Männchen be- 

Ach Qottchen! schon lange f Soph. R, I, zeichnet), was-che loatke, i-che üi«, 

185. Ekn ThaUrchen beigelegt haben, i woche i w6ke, nache näite, na- 

Ibid. II, 316. Das liebe Brotche, nuche na nuke, adchSche ad^ 

dat leuje Brotke. Dafs e KerdeUee, das auch adäche adäke (für adieu), aäche 

ist ein Kerlchen — anerkennend aber a-äke, eiche eike. 

auch höhnend. Selbst Eigennamen — CNm, m. Vorn, Kürzung von Joachim, 

von den Vornamen abgesehen — ent- Ckim, schlepstuf Warstu nu scklapnf 

gehen der Deminution nicht, wenn Ver- En de Welt es nicks mehr goott lo 

trauen, Ergebenheit etc. zum Ausdruck hapen. 

kommen soll. Oft liegt im Deminu- Trie, Olowe, Recht, ok dat rechte B&At, 

tivnm das Feine, Zierliche, wogegen De hebben »ek aile veer scMapen gdtgl. 

das ein&che Wort grob lauten, hart ^« so komm du Uwe Herr 

berühren würde: Göff mt e Poaske — e On weck se op alle veer. 

FStke (Pfote = Hand). Streck dat Fötke Kanigsberg. Ehemalige Inschrift u 

H^ Öck war dt de Schaukes anUhne. Wo dem Bckhau&e der Altstädtischen Iiang- 

hätt dtn Näskef Öck war dt e Knipske gasse und Holzgasse, der sogenannten 

(einen Nasenstüber) gewe. Lüedkes., „goldenen Axt", unter einem Bilde, 

ach bedärt ml doch! Volksl. 4, 4. auf welchem ein alter Mann einea 

Eerrke, schönet, schenke se mt doch e Schlafenden anruft. Erl. Preolz. U, 

7)««jtf(Dem.voni>eut). Guten Tagehe 509. Hippel, Werke JV, 204, der 



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Chodak — däbbeln. 127 

dieser Inschrift gedenkt, hat statt ^im: Stachelbeere, Ribes üva critpa h. 

nim. Vgl. N. Pr. ProT.-Bl. a. F. III, Bock Nat. IH, 338. Hagen, 266. 

337. Zacharias Werner, Werke I, Nach Hennig, 47, auch Christophs- 

90, teilt die Inschrift ebenfalls mit beere, vom heil. Christophel, „von wel- 

Ai» Chim aeck düer Daag 7n€t Nabav ehern mEin voi^iebt, dafz er mit einer 

Eaiu must strisden. Carm. nupt. lU, Krone von solchem Stiaach sei ge- 

50b. Dem Ckim c/e/uÜ de Rath. Ibid. krönet worden." Nach Sperber, 9, 

Vgl. Jochem. verkürzt man in einigen ans Polnische 

Chodak, m., Bastschuh, Bauemschuh. grenzenden Gegenden das Wort in 

Pohl, chodak, plur. chßdaki. Krebte Kritschiwere. 

(gtoi'z) wie Chßdaken. Sprw. II, 3112. Chuchel, /., plur. Ckuchle, Kätzchen 

Chor, n., in den Kirchen die rings an Erle and Haselstrauch. Häe de 

an den Wänden sich hinziehende Em- EUre Chucble, gerate de B/rbse: der gute 

pore, zn welcher man auf Treppen ge- Wirt säet Erbsen zur Zeit, wann die 

langt Nach der Bestimmung: Orgel- Erlen Kätzchen haben. Sperber, 11. 

cAor, Schülerchor, Muiikantenchor, Bür- d(,GaameQlant, bleibt imPlattdeutsch 

gerchor etc. Bock, 6. Hennig, 46. meistens, besonders als Auslaut: Backe 

Christen, sw., durch die Taufe zum Backy Hacke Hack; es geht aber auch 

Christen machen, in einigen Gegenden in das sanftere gg oder gar g Aber: 

der Provinz daher zur Bezeichnung Kacken Rigge, Regge, trocken dreg, zu- 

der TaufhandluDg. Der lit. Sprach- rück torigg, terigg, trigg. Lehmann, 

gebrauch kennt filr Taufe und Christ Volksmd., 30. 

nur einen und denselben Namen: kriksz- CretchentschJn, Fischn. , s. KrMChent- 

tat die Taufe, kriktztm» ein Getaufter, ichin. 

ein Christ. Hintz, 74. Czarapka, /., FluTzwiese, auf welcher 

Christenmensch, m., Mensch, der ein das aus Polen eingeföhrte Getreide 
Christ ist, und da bei uns dies jeder umgearbeitet wird, ehe es auf die Spei- 
igt, Mensch überhanpt. Da soll ein eher kommt. Danzig. Elbing. Sche- 
Ckrwtenmenaeh Geduld behalten. mionek, 7, 

Christne, /'., die Taufe; von dem poln. Czcarn, m. Nach Simon Grünau, 

ehrzettTaate flatow. Schmitt, 106. Tract. I, cap.IU, ein Fisch in Preulzen. 

Chrfetorbeere, Christorenbeere, in S. Benecke, 285. 
Westpr. Christbeere, pltd. Kriistbeere, /'., 



d wird pltd. in Natangen, im Erm- len bleibtest^, sowie auch in allen andern 

Unde und den Niederungen hintern ein Wörtern. Besondere Fälle sind: büte = 

Nasenlaut: finden^Ti^f, binden^iftf^eoder drauTzen und bentte, dönn« = drinnen. 

^>*tg€, andre angre, Pfluggewende Hog- Lehmann, Volksmd., 33. 

'Jfceng, Ochsengewende Osaegewmg, da, adv., s. dar, 

Hoode £uR^«; in den andern Proviuztei- d&bbeln, debbeln, dübeln, sw., wüst 



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128 



d&bbem — dükerig. 



leben, leichtfertig das Seine darchbrin- 
gen. Geldund Gut verdäbbeln, es durch- 
bringen. Wohl von döbbeln, doppeln, 
würfeln, Karten spieleu, welche Wörter 
jetzt hier nicht mehr gebräuchlich, in 
altem provinziellen Schriften jedoch 
noch nachweisbar sind. Ihre beste Freude 
ist dag Sauffen, Tantzen,Dobbeln, Huren, 
Stehlen und andere» weltlickes Wesen. 
Hartwich, 306. Nds. dobbeln und 
d<ä)ebi, im Holst, dubbeln, in Pom. dob- 
beln, daheln, in Bayern döbeln für wür- 
feln, spielen, holl. doUieleny isl. dubia, 
schwed. dubbla, dobbla, dän. doble. 
Bock, 7. Hennig, 51. Breni.Wb.I, 
217. Schütze, I, 264. Dähn-, 79a 
Schmeller, 1,350.387. Vgl Grimm, 
Wb-, n, 1268. Bei Jeroschin t(ypeln: 
dö wurdin st gewdr toplin in der in- 
b&win schar eininknabinbQh. Pfeiffer, 
233. 

dabbem , dBbbem , sm. , plappern, 
schwatzen. Jüd. dibbem. Davon 6e- 
dabber, n., Geschwätz. 

däbbern, sw., s. das vor. 

DSbbler, Debbler, DUbbler, m., von ddb- 
Mn,WflstJing, Säufer, Spieler. Bock, 7. 

OHbel, m., Döbel, d/prinus Dobula. 
lAtde, ruck' an, ös e Döbel. Wehlau, 

Dach, n., Kopf, Rücken. Einem zu 
Dach gehen — steigen — au/s Dach 
steigen, ihn anfahren, durchprügeln. 
Sprw. I, 529. Hennig, 48. 

dach, adv., dicht, gedrängt. Das Korn 
steht viie Rohr on dach, kräftig und 
dicht. 

Dachhate, m., die Katze. De Dack- 
häs kickt na 'm Speck. Sprw. I, 531. 

dachsbeinig, adj. , schiefbeinig gleich 
den Beineu des Dachses. 

Dachsplielze, /., Dachspan ^s Unter- 
lage zum Decken der Dächer mit sog. 
Biberschwänzen. Mühlin g. Grimm, 
Wb. U, 667, hat Dackspleisze. 



Dachstein, pltd. Dacksten, m., 1. Dach- 
ziegel. Henuig, 49. 2. scherzhaftet 
Name : ffans Kasper Dacksten. Anf die 
Frt^e: Wie heifzt da — er? InPom- 
mem: Casten Dacksteen. Dähn., Tlb, 

Dacht, m., Docht. Dachte sön kmt 
Lichte, als Antwort auf die entschuldi- 
gende Erklärung: Ich dachte! Sprw. I, 
532. 

DBckel, m., 3. Teckel. 

Däder, m., gebauter Leindotter, Co- 
melina satiüa Crz. Friedland Ostpr. 

Dag, fn , Tag, 1. in den adverbialen 
Zusammensetzungen: jneindag, seindni), 
völlig pltd. mlnddg, stnd/jg und sindiig, 
jedoch stets verneinend :m«»wiw;ntcA(«fc. 
2. von Dcig, vondäg, ado. heute. Dzg. 
W.Seidel, 35. Gr. Werd. Z.wrDng, 
vor Tag, vor Tages Anbruch; JA Dag, 
bei Tage, bei Tageslicht. 

däg (ä lang), adj. nitd ado,, s. dSg. 

d&gen, sw., s. dSgen. 

Daggat, m., e. Dagget. 

Dagget, Daggat, Daggert, bei Mielckc 
Oagut, m., Birkentheer, in Ruizland zor 
Bereitung der Juchten gebraucht, Russ. 
degot, lit. dagütas, degütas, lett. deggiU». 
Nach B ck, Nat,, HI, 96, im Lit. andi 
Balsam oder Stänker. VglNsslm. Forsch., 
2;Th.,25,Wb.,J34b. Grimm, Wb.H, 
677. Hennig, 49. S. auch: Dftwer. 

dahengs, adv., dahin; in Kgsbg. ge- 
wöhnlich dahen. 

Dftk, Dak (a = a), m., Nebel. Förcht 
nichmehrdeheete Sonn, JJknichnäch£ge» 
Doak on Dau. Dorr, 54. Auf Use- 
dom (^n^, sdiott. d(^. Schamb.,38a. 
Tgl. Mist 

d&ken, svj., nebeln, fein regnen. 

tfBkerig (a lang), a^., leicht zerbrech- 
lich, hin^lig, schlecht und flachtig 
gearbeitet; bauJollig. Mühling, N.Pr- 
Frov.-Bl.a.F.VH,437, Dönh. Sehe- 
mionek, 8. Auch dUem. Wal Öß 



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DSkerwerfc — Dalkis. 129 

datHartför'n däkem Ding, Wie leicht Weise spielen, tSndeln, Schamb.,39a. 

brtkt et enbcei. Dorr, 29. Vgl. Grimm, Wb, II, 696. Bock, 7. 

DBkenmrk(ä]ang),n., schlechte, wenig Hennig, 49. — Davon Dalberei, Dal- 

haltbare, undauerhafte Arbeit. Dat 5g werei, /, Getändel, albernes, kindisches 

man Däkencerk. Bildlich: schwäch- Wesen. Dalberer, Oalwerer, m., ein 

licher, gebrechlicher Mensch, der wenig Mensch, der gern datbeH; nachMah- 

Terträgt. Bock, 7. Hennig, 49. 322. lingauch Dftler; nach Sperber, 9, auch 

Na<?h Hennig hchd. Tllcherwerk. Dalbertians und Dalbrak (über die Bildung 

ittkig, adj., nebelicht. Das ist ein mit ak ä. DaTmrüak)] dalberig, dahverig, 

Ttchlddkiffea Wetttr, es lallt feiner Nebel- adj., albern, kindisch, läppisch etc. Ein 

regen. Hennig, 49. Ebenso im Brem. Adjektiv ddlig von ddUn oder daUng 

Wb. I, 181, hier tmch noch ddkeriff, bei von (ja/£m ist nicht nachweisbar. Müh- 

Schutze 1,196, Dähn., 68 b, Schamb., linghat die Zusammensetzung ausdalen, 

38b. Vgl. mistig. aufhören zu dalen, za albern. 

ittl, dal (a = d), adv.f' nieder, herab, Dftle, Dal' (a = a), /., Dem. Dalie, 
niederwärts, herunter, hinanter. Hen- Dälke, Dohle. S. Tftle. 
nenberger, 490, schreibt thal; nach iUm,sw., legen, sich beruhigen; beim 
Schamb., 38b aus dem alts. te ddU; Sturm. Schemionek, 7. 
Stammwort das hchd. Thal. Sett dt dftlen, sw., s. dalbem und dallen, 
iäl. Von bäwe däl^ von oben herab. dalfin, daleen, ado., allein. Hei geit 
Wie deed" mi leed, wenn Stormwind reet nich met sech dalen er hat einen Kausch. 
Vmn Fleeder Loqf on Blöder doal. Ermland. Die Redensart auf Frauen 
Dorr, 51, Dälf allen wie ein Stück Holz, übertr^en zur Bezeichnung der Schwan- 
SeiUffffe aöck det Nachts nich däl. Fir- gerschaft. Vgl. Sprw, H, 37. 
menicb IH, 499a. Däl möt dem Ge- DAJer, m., s. dalbem. 
d»R, heft MSs geschlackert! Samland. dftifallen, st, hinfallen, s. dftl. 
{GtdÜR, altpreafz. Name — s. Altpr. dalgen, mc., schlagen, prSgeln. Sam- 
M. XII, 299 EF. — ist hier Wortspiel mit land. In gleichem Sinne in Schmidts 
iliin.) Hennig, 49. Westerwäld. Idiotikon, 249; in Hessen 
dalben, stc., s. dalbern, dagegen s. v. a, mit den Händen be- 
Dalberei, Dahwerel, f., s. dalbern. greifen, befassen, ähnlich wie unser 
Dalberer, Oalwerer, m., s. dalbem. tnorcheln; üblicher als dalgen ist dort 
dalberig, dahverig, adJ., b. dalbern. noch dalmen. Vilmar, 65. Marold 
dalbern, dalwern, dalben, auch dftlen, hat dalgen und davon eindälgen. 
tw., albern schwatzen nnd handeln, Dftlhut, m., zunächst wohl ein nie- 
kindisch thun, eich läppisch betragen, driger Hut mit abwärts gerichteter 
Possen treiben, wunderlich scherzen, Krampe, schlechter Hut überhaupt; so- 
gchäkem. Dabcertman, so veljt wollen, dann nach Bock, Piaanskiu. Hennig 
Elbinger Höhe. N. Pr.Prov.-Bl. a F.IX, ein Mensch, der in schmutzigen und 
342. In Bayern dalen reden und thnn zerrissenen Kleidern einhergeht. Ddl- 
me kleine Kinder. Schmeller 1, 364. hut aus Zinien. Sprw. I, 527. Wat 
Im Sachs. Hessen dahlen schwatzen, wöl/st du DafUhoot hier! Carm.nupt.1, 
plaudern. Vilmar, 65. ImGöttingen- 282,4. Bock, 7. Hen n ig, 49. 
sehen dalmem, talmem aof läppische Dalkis, Name für die Aatongel auf der 

rÜMkbKr, WiiMrbacli L o 



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130 



dalle - 



kurischen Nehrung, auf der litauischen 
Seite des Haffes heifzt sie Udas. Be- 
necke, 404. 

datlCf dalli, adv., vorwärts, weiter, 
schnell. Poln. daUJ vorw&rts, weiter. 
Vorwärts, Kinger, dalle, daüel wöll toi, 
oder wöü tei nichf Dorr,- 1, Wiew., 
39. 

dalien, d&len, sw., sinken, niedriger 
werden. Fanfft eerackt dat Woatei- an 
to /allen, Dat sik de dolUte Strom w5ü 
dalien. Denn icehrt de Buur sik siene 
Huut. Dorr, 21. S. Brem. Wb. I, 
182. 

dalien, sw., s. dollen, 

Dalles, m., Armut, Not. Er hat einen 
grofzen Daües, er ist sehr arm, auch 
bildlich vom Geistigarmen. Mn guter 
Dalles geht über alles. Westpr. Das 
Totenkleid der Juden, mit dem sie sich 
am grolzen Yersöhnungstoge bekleiden, 
heii'zt Tallü, Dalles, ßr hat dm Dalles 
(an), er ist mit dem Totengevande 
bekleidet, seinem Ende nahe. Vgl. 
Vilmar, 65. 

Dallhorn, m., zäher, eigensinniger 
Mensch. Ol Dallhorn! Samland. 

dalli, adv., s. dalle. 

dftlsetten, st, söck, sich niedersetzen, 
setzen. Se warren sik nich daisetten, 
bit Ji kamen. Dorr, 1. Wiew., 15. 
Hier seit em dal! Ibid. 65. 

dftlwarts, adv., thalwärts, abwärts, 
nieder, nach unten, unten. Vgl. ned- 
den. 

Dalwerei, /., s. dalbern. 

Dalwerer, m., s. dalbern. 

dalwem, sw., s. dalbern. 

damank, damang, adv., s. darmanh u. 
mang. 

DamedJIlwurzel, Medik. Radix Tor- 
mentUla. 

OBmel, m. 1. Kopf. Öck gho dt ent 
ver e DämeL 2. Dummkopt Er ist 



Damm. 

ein rechter Dämel. Vgl. Dftsel und 
Däz. 

DlUnelei, Dammelei, /., von därneln and 
dammein, Tändelei, albernes, kiudischee 
Wesen; doch ist Dämelei ein Tändeln 
und Treiben aus Dummheit, Dammetei 
ein solches aus Mutwillen. Vgl. (fli- 
mein. 

dämeln, sw., s. dammein. 

Dämelsack, m. 1. Dummkopf, dam- 
mer, einfältiger Mensch. Er ist ein 
Dämelsack. 2. Er hat eins mit dem 
Dämelsack bekommen, er ist dumm ge- 
worden. Er ist mit dem Dämelsack ge- 
scMagen, ist ein Dummkopf. Sprw. 1, 
533. 

Dämeiskopf, m., Dummkopf s. v. s. 
Dammlach. Sprw. I. 533. 

Damerau, f., in Urkunden damer(m, 
dameravia, dameroa, damerova, dante- 
rovia, damerowe, schlecht bestandener 
Eichenwald. NachHennenberger,8, 
sind „Damerawen Wälder, so allerley 
Holtz durch einajider haben". Bei 
Heilsberg heüzt ein kleiner Waldrest: 
die Eiche Damerau. Das Wort tritt 
sehr häufig als Lokalname auf and 
entspricht dem poln. di^miwa Eichen- 
wald, von d<^ £i6he. AnsfGhrlicbes 
darüber s. Neumann, Über den Orts- 
namen Damerau et«. N. Pr. Prov.-BL 
V, 241 ff. Vgl. auch die eingehenden 
Bemerkungen von Nsslm., Forsch. 3 
und Th., 26 f. Voc 588: Dameroa 
für das attpr. Wangus. S. Eo gge, 
DiöG. Darkemen, 4. 

Dflmlack, m., s. Dammlack. 

dämlich, adj., s. dammlich. 

Damm, m., Strafze, Weg zwischen 
den Bürgersteigen, Fabrstralze, Fahr- 
damm. In Königsberg die titralzoi.' 
der Stei?idamm, der Weidendamm, /Ät- 
losophendamm; in Danzig vier Straft^: 
erster bis viertff- Damm. Ji stahun op 



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Dammelei — Dampf, 131 

dem Damm on ^ ligg pm Grawen, ihr durchprßgeln. Sprw. I, 1. eindHmmem, 

gpottet ober micli, ich bin die Ziel- einschlagen, zerdftmmem, zerschlagen, 

Scheibe eurer Witze. Dorr, 1, Wiew., serbrecben. Den Top/ zerdämviem. 

126. Er ät nicht recht auf dem Damm, Hennig, 49, hat dämmei'n in der Be- 

ist nicht ganz wohl, vermag nicht aus- deutung: stark Tabak rauchen, 

zageben, kann sich nicht auf dem Damm, Daininkapi^, m., Intendant Qbcr die 

auf der Stral'ze, sehen lassen. Geda- Dämme, „welcher sich mit einem Eyde 

mtm. verbinden mul'zte, alles wohl inacht zu 

Dammelei, /., s. DSmelei. nehmen, niemanden zu abersehen, nnd 

dammeln, «w., dumm thun, t&ndehi, die Verbrecher zu strafen, auch... von 
albern, scherzend reden, handgreiflich der Einnahme und Ausgabe des Land- 
scherzen, kindisch bandeln, aus Mut- Schosses gewisse Rechnung zu thun". 
willen oder Dummheit; in letzterm Falle Hartwich, 508. — Wohl dasselbe, was 
Audi dämeln, was jedoch seltener ge- jetzt Oberdeichinspektor, 
hört wird. Dammeln ist durch den Dammlldf, auch D&mlak, m., Einfalls- 
siebzigsten Geburtst^ von J. H. Vol'z pinsel, Dummkopf, Dummerjan, aiber- 
al^roein bekannt geworden: Nur ein ner, läppischer Mensch. Du Dammlack 
wöMigea Paar, toie das unarige, dam' weUst wol Mteger seie, ah iceer alte Leif f 
neit hindurch wohl. Nehmen Sie es Scbaltj. 1, 438. Ans dammeln, dämdn 
Bwfe vbel: aber die Mutter dammelt wie und der poln. MascuHn-Endung ak, ack. 
da> Tö€hterch£n. Soph. R. lU, 219. In gleichem Sinne auch Dammelskopf, 
Das Wort bat ftist gleiche Bedeutung pltd. Dammeiskopp. 
MÖi daibayt. Nds., in Holstein und in dammlich,dammlig,däm1lch,a(^'.,dnnui], 
PommerD dameln, dammeln, im Göttin- einföltig, geistig beschränkt, halb ver- 
gengcben dämeln. Brem, Wb. I, 183. rockt; albern, betäubt, ■wie schlaftrun- 
Sciiätzel,202. Dähn., 72a. Schamb., ken. Wat dammlich da, gehört om, 
39a. lo Liv- und Estland dämlen, Sprw. I, 535. Mi ös ganz dammlich 
dämmelnj dammeln: das unruhige Kind tomSd. Er ist halbdammlich. Olt, domm 
dnreh Schaukeln beschwichtigen und on dammlich. Ein bi/zchen dammlich 
bei guter liaune erhalten. Hnpel, ist jeder. En dem Stock §s ke'n Betken 
46. dammlich. Dorr, 1. Wiew., 23. /W, 

Dammelpint, m., Pint, der dammelt. wat singst du doch htde fer dammliget 

Schimpfwort. Kgsbg. %? Volksr-, 25, 96. Hennig, 49. 

Dammebkopf, m., s. Dammlak. Sperber, 9. 

iffliiimern, nv., hämmernd klopfen, mit DammHger, Dtünliger, m., einer, der 

Kraft schlagen, dafz es schallt; bei dammlich ist. Red' mötdem Dammelge, 

Jeroschin tanmem. Pfeiffer, 232. warsckt klSkf Sprw. I, 3098. Vgl. 

An £e Thür dämmern. Dämmern, DwattChcr. 

da/z die Ohren geüen. Potz Hmnga-t, Dammkis, n., Anteil (Loa) am Damme, 

pote Dtaend, uri dämmeret hei drop den ein Grundbesitzer in den Niede- 

(a«f die Pauken). Volksl. 41, 26, 12. rungen za unterhalten hat. Mühling. 

Zasunmensetzungen: andämmem, heftig Dampf, pltd. Oamp, m. 1. Engbrflstig- 

•nklopfen. ausdHmmern, ausklopfen. ^Leii, k^toA. Dat PM, heß den Damp, 

Einem das Kältet axadämmem, ihn auch hchd.: das Pferd hat den Dampf . 



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132 D&fflpfer — du. 

2. In der Redensart: dien Damp an- Lada! . . . P/vi, Herr Wirth, lo gwtm 

donen (Elbicger Ndi^.) — dat ihut Damiger zu haben, uTid so tchlechie 

ihm (ihr) den Dampf = gieht einen i/bres/ Lesaing, Minna vonBamhelm. 

herben, vieUeicht den letzten Stofz, Äktl, Sc. 2. \g\. Lacht. 3. Tonn wi 

kränkt tief, fflhrt den Unteigang, das Ordensechlössero nnd -Bnrgen durcli 

Ende herbei. Heber Ben- Pastor, brückenartigen, auf Pfeilern mhenden 

das Wort thut ihr den Dampf. Soph. Gang mit dem Haopthans verbanden. 

R. ni, 135. Sprw. II, 401. Grimm, Mit dem alten DomachUme zu Marien' 

Wb. II, 715, hat die Stelle ans Soph. teerder stehen durch brückenartige, wm 

R. unter Bedeatnng 8: Bedräognis, kolossalen JPfeÜem getragene Gänge zwei 

Ärger, Schaden. Thürme in Verbindung, welche hier un- 

D&mpfer, m., Hinderer, ZarOckhalter. ter dem Namen des großsew und des 

Eilten Dämpfer aufsetzen, den Über- kleinen Damigers allgemein bekannt sind. 

mot zOgeln, zq kahnes Vorschreiten Toppen, Geschieht« der Stadt Marien- 

anfhalten. Bildhch von Dämpfer als werder etc., 186. Die Damiger Keller- 

Lichtifischer, Tonrailderer. S. Grimm, strafze (in Königsberg), der Danziger 

Wb. 11, 719. Keller, welche Namen noch in £Hnne- 

dampfig, pltd. dampig, adj., von Dampf, nmg sind, lätzt mit Sicherheit anneh- 

CDgbrüstig, asthmatisch. men, dass an jener Stelle sich der Dan- 

Danne, /., Tanne. Na Danne, ^ene ^er, dansk, danczk, unteres Ordens- 

Danne! Strafzenruf in Königsbeig. hauses befunden hohe. Hoffheinz, 

Dannebei^, Hans, zur Bezeichnang Strafzn,, 598. Nach TSppen a. a. 0. 

eines recht dämmen Menschen Ik ist (S. 186—206) sind die Daoziger, de- 

ao dumm wie Dannebergs Hans. Sprw. ren mehrere nach den Bni^en und 

I, 647. Dat katmst Dannebargs Hans Schlössern namhaft gemacht werden 

verteüe. Ibid. 543. ( — da- Herren Damke — de» Grofz- 

Dannecker, Danneker, m., in Westpr. komthars Damk— des gebietigers damk 

und Fommerelleo eine Art von Ge- — des Hochmeisters Danzke etc. — \ 

ainde auTzer dem Hause, auch Rab- grolzartige Kloaken; doch werden sie 

heier — letzterer vorzugsweise zam mehr noch als Observations-, Ans&U-, 

Pflügen mit Ochsen — gegen Lohn Verteidigungstfirme, als Reduits, Ver- 

und Deputat. Beitr. zur Kde. Pr. U, proviantierangstürme, ja als blofze Bel- 

363. vederen angesehen, oder man bezeich- 

DannetappenSI, Tannenzapfenöl. Me- net sie als kolossale Streben der Bui^ 

dikament Oleum I*im vel Ter^nthL gen. Eine Beziehung des Namens 

Kgsbg. zur Stadt Danzig ist nicht nachweis- 

dänsen, iw>., das Vieh dänst, wenn bar; die Vermatungen zur Aufklärung 

es in aufgedunsenem Zustiuide Blähun- dieser BeziehungeDS.beiTöppena.a.0. 

gen entläTzt, aber nicht zu misten ver- S. 205. 
mag. Mühling. dar, der (e kurz), da, ado., da, da- 

Danziger, m. 1. Bewohner der Stadt selbst In untrennbaren Zosammen- 

Danzig. 2. beliebter kräftiger Brannt- Setzungen mit Ädverbial-Präpositionen: 

wein, der in Danzig destilliert wird. dairmMnk, dermank, damank darunter, 

Veritabler Damiger.' achter, doppelter damd, damau, danä, danach, darötner 



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, dfiren — d£sig. 133 

darüber, daran darin, datau dazu, da- Darre, /. 1- Anst^t zum Darren; 

int dahin, daröm darum, darop darauf, Mabdarre, FTachdarre. Hennig, 50. 

dar&t daraus. 2. Abzehrung, Schwindsucht. Man 

dlren, sw., s. deren. heilt sie durch das Darrabbacken und 

Darge, /., Stück blankes Blech, einem Oarrabmahlen. Über diese u. a, aber- 

Fische ähnlich geformt, woran ein 5 gläubische Kuren der Darre s. Hex&pr., 

bis 8 cm langer Messingdiaht mit 13 £F. Bock, 7. 

Hechthaken. Es wird an langer Schnur, Darre, /., s. Darge u. Flimmerangel. 

nachdem auf den Haken als ECder eiu darren, »w., dörren, namentlich Malz 

Fisch gesteckt, in die Tiefe gelassen, und Flachs. Auch vom Menschen: £k 

Eid schnell ruderndes oder segelndes üt ganz verdarrt, er ist d&rr und hager 

Boot setzt die Darge in glitzernde Be- geworden. 

wegung, und wird so vorzugsweise der Darrgras, Pflzn., wolliges Honiggras, 

Hecht herangelockt. Und wenn k^n Molcm lanatu» L. Hagen, 1060. 

grofzer Hecht hier in die Darge heifzt etc. Darsch, /., Graupe. Danzig. Müh- 

ßock Nat. IT, 731. Beschreibung die- ling. 

ser Angel, gewöhnlich Üüf^n^eJ, s.das. Darech, DäTBCh, m., s. DBsch, 

S. 728 ff. Nach Benecke, 406, Z>arr£. DKs (a lang), m^ Halbschlummer, 

S. Flimmerangel. Betäubung, Träumerei. Mühling. 

dannank, dermenk, damank, darmang, Ebenso in Liv- und Estlaod. Hupel, 

dermang, ade., darunter, zwischen, 45f. Sallmann, 30a. 

zwischenein. Im Korn ist viel Spreu Dftsel, D&sel, m , Kopf; nach S p e r - 

dermank. Hennig, &0. Rätsel: Von her, 9, auch dummer, unklarer Eopf 

bömte blank, von büte blank, steit e hol- und, auf die Persou bezogen, Dumm- 

teme Peter damank. (Dt^ Fenster.) Krank köpf. Schemionek, 8, schreibt, eben- 

tmd faul damankf zu Kindern, welche falls in doppelter Bedeutung, Dassel. 

unberechtigt über Krankheit klagen. Vgl. DBmel und Dftz. 

Sprw. I, 2167. Eck ichloog dermank Düsel, m., Dummheit, Benommenheit 

V3td schreeg. Carm. nupt, VI, 242b. des Kopfes, Sc hwachköpfigkeit. Er hat 

Eck drcTigd mi dar hemank. Ibid. 242c den Dasei, er ist nicht recht bei Sinnen. 

De ganze Schmed ös opg&cäkt, Ah war Vgl. dttsig, dastilg. 

hei »5Uc9t dermanke. Samland. Fir- daselig, däselig, ac^. = dösig, dumui, 

menich HI, 116b. Met Baharraaft albern, verdreht, verrückt. Ikr teid 

m Sotemel darmang. Vgl. dar und eine ganz daaUge Penchon. Dorr, 

Mang. L Wiew., 89. In Natangen daselig aach 

Darmel, Därmel, m., Einzahl a. Mehr- s. t. a. d^telig. 

zahl gleich, aber auch Darmeh, Dar- Däselkopf, m., s. DBskopf. 

meU, Darin, Gedärm, Eingeweide. Nu dftsen, sw. 1. einnicken, leicht schlum- 

lüme de Darmel 'rü2, als Scherz, wenn mem. 2. scherzen, tändeln, liebeln, 

ein Eiud sich leicht an dem Finger zärtlich tliun. Be/runtachelt jüf Nu 

verwundet hat. De Saarke» wäre mot ös recht Tyd to daatet Carm. nvpt I, 

Meld bestreit On hinde hung e Darmel, 282, 5. 

etwas darmartiges, der Zopf. Volksl. dSsig, at^'., dumm, beschränkt, un- 

40, 26, 2. klug, einfältig, albern; schwindelig. Mir 



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134 



Düaigkeit — DAb. 



ist ffam däsig zu Mute. In Nataugen 
aadi: träge, &ul, langsaio. In Lirland 
yer#irrt, unfähig zu denken. Hapel, 
45. In Bayern kleinlaut, eiogezogen, 
demütig, zahm, unterwürfig. Schmel- 
1er I, 400. Nda. düsig, dösig schwin- 
delig, taumelig. Brem. Wb. I, 275. 
Vgl. Grimm, Wb. II, 809 f. 

Däsigkeit, /., Dummheit; Schwiodel. 

Dä^Opf, pltd. Däskopp, m., dösiger 
Kopf, vom Rausche schwer, Dumm- 
kopf. Das ist ein rechter Däütapf. Ek 
war ju 'nen Ddskopp op junen eegnen 
'nopsetten. Dorr, 1. Wiew,, 28. Auch 
DäselkOpf. Döskopf auch im Harz. 
Kohl, Deutsche Volksbilder aus dem 
Harz. Sprw. I, 547. 

Däslack, m., Schwachkopf. Sche- 
miouek, 8: Deeslack. 

däslakern, sw., UDsinn schwatzen. 
Schemionek: deesl&ckern. 

Dassel, m., s. DAsel. 

Oafz dich, pltd. Dat dl! das deutsche 
Quos ego. 

dätsch {ä laug), ad}., in hohem Grade 
dumm, stumpfsinnig, borniert. Friedlaud 
Ostpr. In Westpr. verwirrt, betäubt: 
die Dienersck en ehre stramme JReck' 
■met blanke Kneef hotten ao drock, da/z 
ae ganz dätsch onn diesUg worden, 
Sclüiltj. 1, 441. Schemionek, 8: 
deetsch. 

Dätz (ä lang), m., s. DäZ. 

dau, ado., da. 

Daubarren, Ortsn., Dorf in der Ge- 
gend von Nordenbui^. Neck.: Hei öa 
üt Daubarre, wo d£ junge Hundkes ge- 
mäht wäre. Sprw. I. 548. 

Daukschlemmer, Dauschlemmer, m, ein 
Mensch, der ohne Haltung und lang- 
sam geht, schleicht; Herumtreiber, 
Taugenichts. Er ist ein rechter ßauk- 
acUemuner. Sprw. 1, 551. N. Pr. Prov.- 
BL a. F. TU, 437. In Franken (Bayern) 



dauckea schleichen, der Däucker Schlö- 
ober. Schmellerl, 355. Davon 

daukscMemmerig, adj., schleichend, 
haltlos, bummelnd. 

Daiikurre, /., Menscli von sdiwüch- 
licher Gesundheit Hei öa wi 'ne Daa- 
hurr. Friedland Ostpr. Vgl, Kurr& 

Daumengam, n., der an der Metntze 
liegende Teil des WindegarnflOgels, aiiB 
fein s lern Hanf, mit engem Maschen 
(grofzer Daumenweite), auch Damnen- 
tuch, Daunienfaichgam. Vgl. Bock Nai 
IV, 715. 716. S. Windegarn. 

daun, adj., 3. dftn. 

daunbackig, adj., s. dAnbacksch. 

Daunp^, m., Dem. Daunpäpcheii, 
DompfaSe. Mielckell, 128a. 

Daus, pltd. DQs,n. 1. Äs. Herzedam 
= Coenras. 2, Beteuerung: de Fedder- 
höt Steit em, der Dus! recht extra göL 
Seelen w., 6. 

Daus, pltd. DOS, m., ausgezeichnetes, 
treffliches Wesen, Mensch, den man 
mit Wohlgefallen ansieht Da hast du 
eitlen Sohn wie einen Dava! So lättb 
mich der liebe Gott also erleben, aiU, 
die mir lieb mid, glücklich zu. sehn. 
Soph. R. VI, 485. Vgl. Grimm, Wb. 
in, 855. 

Dauschtemmer, m., s. DaukschtemiHT. 

DAwer, m., Rinde von Birke und 
Fichte, daher Birkenddwer, ßichien- 
ddioer.AuBBirkendäwerwerien Schnupf- 
tabaksdosen gefertigt. Zermalmt ist 
Däwer die Gerberiohe. Engl taiaer 
der Gerber. Im Götting. dt^er Bir- 
kenrinde. Schamb., 37a. Hennig, 
50. 

Dawusch, m. Vom., David. S. Mft 

Däz (ä lang), Dez, m., Kopf. Einem 
eins auf den Däz geben. Sprw. I, 555. 
De hefft pnmer Schnaps gm Däiz oder 
6§ld en der Fupp, Dorr, L Wiew., 
37. Ech wgll CTT« P^gläser an eiretn 



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xhelmisehe DStz zenchmeisse. Ibid., 59 f. 
61. Sperber, 10, 8clireibti)ete,-Sche- 
mionek, 8: Deetz. Vgl. Dlmri. 
debbeln, aw., s (ftlbbeln. 
DebUer, m., s. Däbbler. 
Debel, m., Fiscbn., Döbel, Squalüfs 
cepkalwi L. Äucb Dibel, Deibel, Dei- 
wel, Düwel, Dickkopf, Rohrkarpfen, Dö- 
bel, lit. azapalaa, szapals, kur. tapal, 
mas. klen. Benecke, 137. S. DTbel. 
Decem, m., der Zehnte als Abgabe 
an den Geistlichen. Ahd. dezemo = 
decima. Dafür kriegen Sie Decem UTuf 
Würste, dcae Sie die irrenden Laien 
zurechtweisen ioUen. Soph. R. II, 158. 
Deck, »., Deck, Verdeck. Er igt 
ttieder drei Viertel auf Deck! sagt man 
Tom Genesenden. Hei ös frötch op 
Deck, munter und gesund. Sprw. I, 
553. 554. 

OeDkel, m., Mütze. Den Deckel zie- 
hen, die Mütze aboehmea. Studeatisch. 
Deckelschecht, m., Schaft, Stange, 
stjirker Ast, der zum Beiestigen des 
Strohes oder Rohres auf den Dächern 
gebraucht wird,aIso Deckscbaft, Deckel- 
schaft; er "wiid im die Latten über das 
Stroh gebunden. Mutter nem Deckel- 
»ekeckt, WUd dem Harn 'n rechte Weg! 
Volksr. 39, 147; S. 278. Grimm, Wb. 
Q, 888, hat aus einer Pommerschen 
Bolzordnuug: Deckelschlecht. Schecht 
als Schaft, Stange tritt auch in Bohneti- 
tehecht auf. Hennig, 228. 

decken, «c., prügeln. Sie haben ihm 
gut gedeckt. In der Verstärkung zu- 
decken. 

Deckrohr, n., gemeines Rohr, Phrag- 
mtet communis Trin. (^Arundo phragm. 
L.), zum Bedecken der Gebäade. Ha- 
gen, 127. 
Deep, /., 3. Oep, 
Deeslack, m., s. D&alak. 

., 3. dftsiaken. • 



' Ddche. 135 

deetich, adj., s. dBtsck. 

Deetz, 771., 8. DHz. 

Deff, DUff, m.. Dem. Deichen, Dog- 
chen , kleiner Holzzapfen , hölzerner 
Spand; vorzugsweise der in den Herings- 
tonnen. In Bremen Döfk. Brem. Wb. 
I, 219. In Ponunem d^gen schlagen, 
hoU. do^en. Dähn., 74b. 

dfig, dtig (ä lang), adj. and aiv. \. 
tüchtig, gediegen; derb, kräftig. Im 
Ermlande in der Verstärkung; wacker 
deg, in Natangen ; düchtig on deg, tüch- 
tig lind gediegen. On't weeren däje 
Herren, De hier dat Land regeert. Dorr, 
46. Op e däget Mül kömmt nich »ölU 
e düge Hand. Kgsbg. Firmenich I, 
102 a. En deget Monech, ein tüchtiges, 
ordentliches Mädchen. E deger Kerl, 
ein tüchtiger Arbeiter. E däger Jung, 
ein derber, kräftiger Junge. De Meüa 
F6U had ok e dä'ge (einen gut gefüllten) 
Biedel möt Gold. Bo]dt,5. Eck ktiöM 
se dicitt on deeg (das vorhin erwähnte 
düchtig on deg). Carm.nupt. I, 282, 5. 
Se (die Krone) lieft achon deg (tüchtig) 
gewackelt, Nu ward nich mehr gefackelt. 
Volkslied: Wat de lettausche Dragoner 
dem Franzos verteilt. 1870. Fliegen- 
des Blatt. Reyländer, Tilsit. Gritlcke, 
puti^ dich man wacke deg aus! Ermld 
Freisch., 14. K^-U a üch da deg fä de 
Hose? Ermland. Firmenich III, 104a. 
Hei ÖS deg afgeprögeU, er ist derb 
durchgeprügelt. Hennig, 50. Sper- 
ber, 9. Schemionek, 8, schreibt dög. 
— 2. dög tritt auch in der Bedeutung: 
dicht, nebenan auf: De Lott von dög 
stand fer de Dar. VioUt, 194. Volksl, 
18, 10. 

degen, sw., taugen. Mühling. 

dehCm, adv., daheim, zu Hause. 

Deibel, m., s. Debel. 

Deiche, plur., Erddämme. Die Deiche 
längs der Weichsel sind vom Land- 



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136 deicheu — Denkelbuch. 

meister Melnbart voq Querfurt 1288 m., erster Beamter eines Deichverbao- 

bis 1294 heimstellt. Genauere Be- des, aus freier Wahl der Landsassen 

schreibang clerseiben, wie Schilderung heivorgegangea; in der Regel ein dnrch 

des ganzen preufzi sehen Deichwesens Charakter und Erfahrung bewährter 

bei Passarge, 186 ff. Gutsbesitzer, ffra/ verwandt mit Grai«, 

deichen, stv., Deiche bauen und un- Graf und dem Griwe, Kriice der alUn 

terhalten. Wer nicht will deiclien, der Preufzeu. — Voigt, Gesch. Fr. 1, 151ff 

mu/z wachen. „Anno 1378 haben die Näheres bei Heinel, Einige Nach- 

Elbinyer vor ihre im grossen Werder richten etc. Passarge, 192. Hart- 

gelegene 4 Dörfer . . . eom Hohe-Meister wich, 509. 

Winrichvon Kniprodeetc das Damm- deicht, adj. u. ade., pitd. wie hchJ. 

Recht erkalten, so dajz sie binnen ihren dichl, Ebenso in Ijivland. Hupel, 

Gräntzen kö?Uen tämmeti und ieiclien 47. Nach Grimm, \Vb. I, 909, die 

und Mavpte machen etc." Uartwich, richtige Schreibung von dicht, da es 

321. von dthen gedeihen stammt. Der Eimer 

Deichgeschworener, pltd. DTkschwar hält nicht deicht. Das Dach ixt nidtt 

(a = d\ nmd. dtkswaren^ m. Die Deich- deicht. Se kann nich dicht hole, sie 

geschworenen sind dem Deichgräf bei- kann nicht den Mund — das Wasser 

geordnete, ans freier Wahl der Ge- halten. Sie wohnt deicht bei, dicht da- 

meinde hervorgegangene Beamte im bei, nebenan. 

Deichverbande, welche mit dem Deich- Deiker, Deikert, m., s. Deutscher. 

gräfen das De ich geschworenen- oder deinigen, sw., a. dUnigen. 

Deichgräfen-Kcilegium bilden, das in fra- Dettscliker, m., s. Deutscher, 

herer Zeit sogar richterliches Ansehen Deiwel, m., s. Dtbel und DebeL 

hatte. Die Deichgeschworenen, wie d£len, sw., sich, langweilig machen, 

auch der Deichgräf^ werden von dem Delge, /., Überzug über einen langen 

Landrate, der das dem Staate gebüh- Pelz. Mühling. Poln. detia, deHja 

rcnde Aufeichtsrecht ausübt, gewöhn- Oberrock, Waffenrock, 

lieh unter freiem Himmel, auf dem Delhvand, /., eigentlich DHwand, tei- 

Damme selbst, vereidigt und schwören, lende Wand, Scheidewand, die höheme 

nach bester Kraft und Einsicht das Wand, durch welche in Ställen die 

Werder vor Wasserschaden zu be- Gespanne von einander geschieden wer* 

schützen und das Wohl desselben auf den und welche in Scheunen die Dieie 

jede Weise zu befördern. — Genaueres von dem Fache trennt. Dönh. Fried- 

Sber die Deichverfassung des Werders land Ostpr. 

s. bei Heinel: Einige Nachrichten demmen, sw., prassen, schwelgen, 

über dasgrorzeMarienbui^rWerderetc. Schlemmen und demmen. Stein, Fe- 

Pr. Prov.-Bl VIII, 216 f. u. bei Pas- regrinus V, 4. W. MtsbL V, %. 

sarge, 192 1 Hartwich „dcfiniret Ebenso Schmellerl, 371; Grimm, 

das Ampt der Teichgräf und Teich- Wb. II, 709; dämmen. Vgl. Fraö. 

geschworenen" S. 509f. — Dem Deich- Denhelbuch, n., Denkbucb, Notizbuch, 

geschworenen-KolIegium zur Seite ste- Schreibtafel; in Livlaud auch Brief- 

heu die Gebietsdeputierten. tasche. Hupcl, 48. Ich nahm «» 

DeichgrtU, pltd. DlkgrU, mnd. dikgrewe, Denckelbuch undfieifzig annoikie. C'ann. 



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denken — descbprät. 137 

M^tU, ISSb. Cupük hafs behalten, derbin, derben (w — ), adv., darin. 

In daten Denkelbuch mit Lust zu lesen Man stockt en slüwet Ding en diesen 

Ol. Ibid. 188c Liew heren, Dat hen <m wedder statt, 

denken, st., dafür lialtcD,-mciasQ ohne went erst es reckt derben. Carm. mipt, 

berechtigten Grund oder besonderes III, I36c. 

Wissen. Ich dachte — als Entschul- dSren, sw., d&rfen, getrauen, wagen; 

dignng Untergebener, die otwas ver- im ErniUnde (Ileilsberg) : tSren. Öek 

kehrt ausgeföhrt; worauf die Antwort dSrd nick — öch terd nich — Sek durscht 

erfolgt: Narren denken. Sprw. 1, 2728. nich, ich getraute mir's nicht; wohl 

Dmk e mal! Nu denk en^r e mal! Bei nur in der Verneinung gebräuchlich, 

anerwarteter Nachricht. Öck denk min Vom Spok durscht (durfte) öck em vjol 

D3, ich bilde mir meine eigene An- Jtaackt segge. Spook, 472. Engl, to 

sieht, Ueinnng über die Suche. Help dare, durst, ahd. a. mhd. turren. 

ni denke, erinnere mich an die Sache. derklamen, sw., erstarren vor Kälte. 

denn, adv., dann, zu der Zeit, her- Elbing. Schemionek, 8. S. ver- 

cach. Denn kann öck nich, dann er- klamen. 

Uabt es meine Zeit nicht. JEh-sckt öck, derkOwern, derkOwern, sw., a. erkOwern. 

dem du. Denn <m wenn, dann und deimank, adv., s. darmank. 

«SUD. S. Däbn., 76a. DermVs, Dermllse, OrtmVse, /., Ilaube, 

dennA, ade, danach, nachher, darauf, abgetragene, alte Frauenmütze , das 

später. E^ war ju dennahs verteilen, franz. dormeuse. Auch: alteE Frauen- 

Korom fk dat danen heww. . . Dennahs zimmer. Se ös e Sie Derma». 

g(Jmen wi €hop op de Vageljagd. Dorr, demacfiert, adv., darnach, darauf, her- 

1. Wiew, 75. Dennahs w§ll gk mienem nach, später. Bald demachert kam 

Wieu! de Hell heet maken. Ibid. 63. wedder en Prinz. Schaltj. 3, 7. 

Koch Marold auch pltd. denürte. derntthren,nc,, imhren, ernähren. Hei 

Oei», m. Vom., Dionysius. S. Tennts. kann söck küm demähre(n). Ebenso 

densen, stc. 1. dunsen, aufdunsen. in Bayern. Schmellerll, 703. Vgl. 

H'ndvieh dernt nach dem Genüsse von der. 

frischem Klee. 2. drängen, in ausden- Derne, /., Dirne, Mädchen. Ahd. 

Wn, aasdrängen. Schweine densen den diomä, diemä, mhd. dieme, dirne, dim, 

ilastdarm, K8he die Gebäimutter aus; derne. Grimm, Wb. II, 1185. 

bei Pferden geschieht solches seltener. Derach, in., s. DBsch. 

3. auf den Menschen Übertragen: sich DerscM, m., Durst Davon derschten, 

■ofblasen, hochmütig thun. Sk denst sw., dürsten; derschtig, adj., dürst«n. 

ticA, thnt dicke. Solch Hochmütigem der und der, pron., als Umschreibung 

raft man zu: Na dens' dt man nich eines Fluchwortes, des Namens des 

il! Dönh. Teufels. Dem Johann soll der und der 

Mp, Deep, /., Taafe; von dipen tau- (noch hatte ich soviel Sitten, nicht pöbel- 

fen. Dzg. Nhg. Viol4t, 99. kafter zw werden) auf den Kopf fahren! 

der (ekurz), 1. ädo. s. dar. 2. Vor- Soph. R. I, 437. Ebenso: dieser und 

silbebeiVcrben,«" und 2«" entsprechend: Jm^. 

dmeärmen, da/rieren. dtSChprflt, ad/'., desporat, in hohem 



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138 Deaem - 

Crrade erregt, aufgebracht. In Posen 
kcackprat. Bernd, 370. 

Deum, m., Balsam znm Riechen; in 
Sachsen Disem. Mühling. 

Desem, Desemer, m., s. Besemer. 

Dessauer, m., Hut. Ein alter Dessauer. 
Kgsbg. 

Delzel, n, PoIierbeiL Mieicke II, 
130a. 

Det, m. Vorn-, Detlof, Dethart. Hart- 
wich, 54. 

Detrimang, n., Unglück, Schaden, 
Nachteil. Das frz. detriment. Ins De- 



imen. Mewe. 

Deuker, m., s. Deutscher, 

deutsch, pltd. dUdsch (ü lang), <u^'., 
in den polnischen Gegenden der Prov. 
s. T. a. evangelisch. Auf die Frage 
nach der Keligion heifzt es stets: Ich 
hin deutsch (evangelisch) oder: ich bin 
polnisch (katholisch). 

Deutscher, Deutschker, auch Deiker, 
Deikert, Deuker, m., für Teufel bei Aus- 
rufungen. Na nu dem Deiker! Mol' 
ihn der Deiker! Hai etn de DOdscher 
— de Dttsc}Jca vt de Uindakeli, aus 
der Hinterhölle. . . . und damit ist der 
Deutscher los. Soph. R. U, 306. Tau- 
send Deutscher ! wofür halten Sie michf 
Ibid. IV, 73. Das . . taugt den Deut- 
icher TÖcht. Ibid. VI, 478. / tcat Dei- 
k^t. Dorr, I. Wiew., 62. In Hessen 
ebenfalls Deiker und Deitacher, aach 
Deutschel. Vilmar, 410, unter Teufel. 
VgL Grimm, Wb.U, 910. 1051. Sprw. 
I, 563 £F. Sperber, 10. 

Deutschherr, m., Ritter des deutschen 
Ordens. 

Kleider aus, Kleider an, 

Essen, trinken, schlafen gähn, 

Ist die Arbeit, so die Deutschherren 
han. 
Hesekiel, Land und Leute im Yolhs- 
munde. Berbn, 1867, 10. 



dick. 

Deutschker, m., s. Deutscher. 

dftwen, SV}., stehlen. 

D6wken, plur., die hölzernen Nägel, 
durch welche die einzelnen Teile der 
Radfelgen zusammengehalten werden. | 
Dönb. i 

Dez, m., s. Däz. 

Dibbeln, „d. b. Auslegen der Eöiner, 
verzögert die Reife einer Getreidefnidit ■ 
Oek. Joum. Westpr." Mübling. 

Dibel, DUbel, Dübel, m., Döbel, %"- ' 
nus dobula L. {Idus melanotus Heck. a. 
Kn.). Auch DibelU, Deiwel, Tabe&i, ; 
Tabarre, Tapar, Topar, Gase, Jeaen, | 
Jesenitz, Gisitzer, Aland, Rohrkarpfai, j 
Lachstaparre, Kuhmavi, KUding; lit, 
kur. meknys, topar. ßenecke, 333. 
Bujack, 394. Bock Nat. IV, 663f. 
Sprw.: Man koche oder brate den Di- 
bel So schmecket er allezeit übel. Wulff, 
Ichtii^ologia cum Amphibiis Regni bo- 
rumci. Benecke, 134. Vgl. DebeL 

Dibelle, /., s. das vor. 

dicht, adv. 1. gedrängt, in Meoge, 
hart neben einander. Die Kähne stehn 
dicht bei dicht. Auf allen Inseln er- 
heben sich dicla bei dicht Trockengt- 
rüste. Ostpr. Ztg. vom 3. Dezbr. 1874, 
Nr. 283. 2. fest gefugt Der Eiwr 
ist dicht, er hält das Wasser zusammen. 
Bildlich: Er kann nicht dicht haUen. 
versteht nicht zu schweigen, erzählt 
ihm Anvertrautes. 3. tüchtig, gut. Di 
Gans mot dicht gdtraden ayn. Carm. 
nupt. I, 298. Se gaff ww dichi, m 
schalt, schimpfte mich tüchtig aus, 
auch: die Scheltworte fielen dicht. Ibid. 
282, 4. Eck knöUd se dicht m d-'g. 
Vgl. deg. 

dichtig, adj., s. dUchtig. 

dick, adj. u. adv. Aufzer den bd 
Grimm, Wb. II, 1073 ff., angeführten 
Bedeutungen: 1. voll von Speise und 
Trank. He ös dick on dün, er ist über- 



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dickfellig — dieser und jener. 



stU, aach: betrnnkeD. Od liggen, böst 
düi. Elbg. Niederung. 2, voll von 
bnigkeit, Hochmut, Absei gung. Sie 
md dkke Freunde. Dat ös e dicke 
FmdMchaft. Er tkut s*cA dick. Einen 
äckhcAen, seiner überdrussig sein, ihn 
Keber gehen, als kommen sehen. 3. 
Dtekrin! Zuruf in der Bedeutung: frisch 
drsttflos! 4. verdickt, geronnen, Dicke 
Mäch. 5. schwanger. Sie ist dick. 

AekfelJig, adj., unempfindlich gegen 
■ HrmiihDangeD, Züchtigungen, halsstar- 
rig, eigensinnig; auch dickhäutig und 
ficUeibig. Viellacht züchtigte ich Aemiste 
fwfn KtTid zu oft — es ward, wie man 
hier zu Lande tagt, dickfellig. Soph. 
R. II, ilSt. 

Diciikopf, m., Dummkopf^ reicher und 
ühermüliger Protz, Herr im Gegensatz 
zuBauer. Zugleich Schimpfwort InLiv- 
bud zunächst Trotzkopf, dannSchwoch- 
kopt Hupel, 49. Da sitzt der Dick- 
hpf xcieder und drückt Soph. R. in, 
2i To sinem GUmz der Elire deit ite 
(derLehrer) . . . mÖt Dickkapp bhfz achar- 
«OTW. Duckt sack en Dickkopp op, so 
biTmst dl, Bür, inan schörre. Lhrztg. 
4,355 a. S. auch Debel. 

DbWk^I, Pflzn., Färber-Hundskamille, 
Änthemi» tirtctoria L. Hagen, 897. 

dkUachiig, adj.., s. lachfig. 

dickleibig, adj., s. dickfellig. 

dicknäsig, adj., hochmütig. Dat äs e 
Didaiäsger. Sprw. I, 572. 

Dickschnabel,7R.,Ereiisschnabel, Loxia 
eurmrottra; er beilzt auch Z&pfen beider, 
fiajack, 376. 

DicUhaer, m., dickthuerig, adj., Prahler, 
prahlend. Vgl. dick. 

Dickttiun, n., Prahlen. Dicktkun ist 
mein B^iehtum, Bnider, leih mir 'nen 
Düttchen. Auch mit dem Nachsatze: 
nichtx haben mein Vermögen. Sprw. 1, 
575 f. 



Dickus, m., scherzhaft« Latimsienmg 
von (Jü'A, dicker Mensch. Gedanitm. 
Nach Sperber, 10, s. v. s- Dickerchen 
und Schmeichelname für ein dickes 
Kind oder auch wohlbeleibten Lieb- 
haber. 

djdigen, sw., s. dUnigen. 

Diebsjunge, pitd. Dftwsjung, m., Junge, 
der stiehlt. Beliebtes Schimpfwort unter 
Knaben. 

Oiebssack, pltd. Dßwssack, m.. Sack, 
Tasche des Diebes, Tasche in den 
Frauenrock eingenäht; auch zur Be- 
zeichnung des Diebes. Er ist ein rechter 
Dtebsaack. In Hessen Diesack. Yil- 
mar, 72. 

Diele, pltd. Dil, /. 1. Brett. 2. Fufz- 
boden. 3. Hausflur. 4, Dreschtenne. 
Puckel, hol /ler (halte her), 5a kein Dresch- 
del da. Dönh. Hennig, 50. 

dielen, pltd. d§le(n), sw., den Fufz- 
boden mit Dielen, Brettern belegen. 

Dietenritze, /., Fuge zwischen den 
Dielen, welche den Fulzboden des 
Zimmers bekleiden. 

Dielenzaun, pltd. Dfilefan, m., Zann 
ans Dielen, Bretterzaun. Dat ward ju>eh 
enDilentün, das wird noch etwas Rechtes, 
Grofzes. Der aus Dielen kunstvoll ge- 
fOgte Zaun steht hier im Gegensatz zu 
dem einfachen Latten- oder Stecken- 
zaun. ElbiDger Ndrg. Hei schlackt sÖck 
wi de Dew längs dem Deletun. Weh- 
lau. Sprw. H,2351f. 

dienen, pltd. dene(n), «w., aufrecht 
stehen; vom Hunde. Zuruf: dien'! 

dienern, sw., vielKomplimente machen, 
dienerh^te Ergebenheit zeigen. 

Dienst, kulmischer, a. Platendienst 

dieser und jener, pltd. diser on jenner, 
pron., als Verwttnschung und zur Be- 
zeichnung des Teufels (Geier, Kuckuck, 
Henker). Häl dl diser on jenner! Tgl. 



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140 Differt — DobeoDelc. 

Dfffort, Oltfferf, m., Täaber. Auch Kriegs- und Siegesgott Zio (ahd.) ge- 

Dtwrik, DJffrick, DUfrick; in Bzg. DBfFerl weihte Tag" s. Weigand I, 325. Vgl 

Diifertke on Duwke knitten söch en Sperber, 10. 

Uuwke. Tierräts., 57. la Hessen Duh' dinigen, «w., s. dltnigen. 

hom, Dvbhom. Vilmar, 409. Dinning, /., s. Dünnung. 

DTmen, m., grofzer Getreidehaufeu auf Diptam, Medik. Radix Dictamni. Mnd. 

dem Felde. Sperber, 10. dwkdoTn. Mod. Wb. I, 614b. 

Dimke, m , die KartoEFelzwiebel, lit. Dirks, m. Vorn., Dietricli. Vgl. Polt, 

dimkas. Vgl. Bock, Nat. I, 273; III, 115. S. Dörk. 

835. Dttel, VI., s. Dusel. 

Ding, n., 1. ahd. dinc, thinc, ding, dT&elig, dlsiig, ar^'., s. duselig. 

thiTig, mbd. dinc, zimächst Ding, Sache, dtsein, sie., s. dusdn. 

dann aber auch Ursache, Rechtssache, disen, sw., stofzen, knuffen. Mük- 

öffentliche GerichtsTersammliing und Hng. 

Verhandlung, Gericht-, alts. und altfr. Distel,/., Deichsel. Ebenso in Ut- 

thirtffy nd. ding, ags., engl, altoord. tAing, und Eatlaod and im SchmalkaldischoL 

schwed. und dän. tinff. Schade, 103a. Hupel, 51. Yilmar, 74. In Kgsbg. 

Tgl. Landding, 2. Sache, Wesen, das pUd. Dtizel. 

sich nicht genau bezeichnen i&lzt. Ach Ditichen, n u, m., s. DUttchen. 

Vüder, öck wöll so e Ding, » e Ding! DIWrik, m., s. DifierL 

Volksl. 21, 14. 3. Mädchen, Weib, in DiwwQre, w. jGd. Vom., Deborali. 

verächtlichem Sinne. Dummes Ding. Flatow. Schmitt, 113. 

IJederttchea Ding. Gottloses Ding. El DSbbler, m., s. DSbbler. 

i^nd reclit grulge, rvge Dinger. Dorr, Dobbrusch, w. jüd. Vom., von de« 

I. Wiew-, 16. In letzter Bedeutung bei poln. doäroc die Gflte. Flatow. Schnitt, 

Hennig, 51. Doch sa^ man auch zu 114. 

Eindem: Ihr dummen Ding^. Dobe, /., Tiefe im kurischen Utlli 

Dingeichen, m., Doppel-Dem. von Ding, welche eine besondere Art der Fischera 

kleines, winziges Ding, Wesen. nötig macht. Fiacb.-Ord. f. d. kur. U>£ 

Dingerich, n. u. m., 1. Ding, dessen § 12. 22. Lit. d(Ae, d&be Grube, Bohle, 

Namen und Beschaffenheit man nicht Tiefe; von dem lit. didna hohl, löcheiig, 

genau kennt; in diesem Sinne auch tief. Nsslm., Wb., 147b 

Dingerings, n. 2. Mensch ohne Be- Dttbel, m., s. Debel ond Häsiing. 

deutung und Wert Im Harz: Hei ös dübeln, sw., s. däbbeln. 

manengrönen Dingerich. Kohl, Deut&di. Dobenfischerei, /., Fischerei mit den 

Tolksbild. 1866. En Janker, en gäntger Dobennetz. Nach MQhlingsindwegeii 

Dingrich. Posen. Bernd, 41. der GrBfze des Netzes und der Schwie- 

Dingerings, n., s. das Tor. rigkeit seiner Handhabung bei die^ 

Dingstag, m., Dienstag, der Tag des Art des Fischens bedeutende Arbott- 

Gerichtes, von Ding, mhd. u. ahd. dinc kräfte erforderlich und bis 6 Kalme ia 

= Gericht; mnd, dingedag als Gerichts- Thätigkeit. 

tag, dtngesäach, dinachedach als Wochen- Dobennetz, n., Netz zur Dobenfiscberei 

tag. Mnd. Wb. I, 518b. 520b. Über in der sog. Dobe; es besteht aus m» 

die (richtige) Ableitung: „der dem Flügeln und einer Metritze. Die fläg^ 



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döberig — DöjAD. 141 

: dSrfeD Dicht ober 120 Faden Länge Dodenkopp, m, Totenkopf. Medik. 

; Dod 5 Faden Breite haben und die Caput mortuum. 

. Maschen in den FlSgeln nicht unter DUder, Dttdder, Dort, f/i., Pßzn., Lein- 

\ 2 Zoll nnd in der Metritze nicht unter dotter, Myagrum mlivwm L. Bock, 

r/i Zoll im Quadrat groft sein. Fisch.- Kat. III, 463. Hagen, 676. 

Ord. t d. kur. Haff, § 22. DBff, m., 8. Oeff. 

Mwrig, adj., s. dflbem, dllffen, am., werfen, zu Boden stofzen. 

Mbem, «r., muffig, faul, echimmelig Im GötUng. auch deffen. Ahd. diwjan, 

«erden. Davon dOberig, adj. Müh- deKJan erniedrigen, humiliare, angs. du- 

ling. fian=i7ntmei-gere, hoU. doffen. Schamb., 

Nbler, m., s. Däbbler. ila. Darans andifffen anwerfen mit 

Dock, m., s. Duck. Knöpfen, ein beliebtes FrühUngsspiel 

Docke, /., 1. kurze, dicke Säule, der Knaben. Der Knopf, mit dem sie 

Zap&n; daher auch Träger in den emdoffen ist der AndUffer. Oberland. In 

SchUttenkappen, worauf die sog. Polster Kgsbg. heifzt dieser Knopf AnschfflKz, 

ruhen; Träger eines Geländers. Bei das Spiel das Anschmeilzen (s. d.). Vgl. 

Jeroschin: U7td als eruf dt tocken aaz, Volksr., 194, 720. 

EmrkhTuvmsfn gemerke. 86d, Peiffer, DHffert, m., s. Differt. 

233 AU hat er »ich in gleichem er- DofH, n., Sitzbrett in den Fischer- 

Uaget, dag dohmah der Wolf Frühen böten. Samland. 

dn Friederich von Elien an ihn ge- ÜÄfrad', /., pltd. Pflzn., taube Rade, 

titxun, dass ^ an die Docken gefallen, Koinraie, Agrostemma githago L. Trei- 

Md an dem topfe eine grotae Prauache chel, Volkslh. 

One v/gelaufe. Die Zünfte, 48f. 2. Doft, Dawusch, m. Vom., David. Dzg. 

Büschel, Bflndel, Puppe von Flachs, Nhg. VioUt, 99. Hartwicb, 54, hat 

Wolle etc. am Rocken. Docke = Puppe, nur Davuach. 

Brem. Wb. I, 222. dSg, adj., s, dfig. 

Mkm, mo.. Wolle oder Flachs in dAgen, aw., taugen. Dat döjt mischt. 

ane Docke bringen. Der DAgenuscht, Taugenichts. Vgl. On- 

Doeter, m., s. Dokter. docht 

Dedder, m., von doddem, alberner DAian, pltd. Dojan(a = ä), m., Ein- 
Schwätzer, faltspinsel, dummer Hans; Schemio- 
DUder, m., s. OAder. nek, 8: Schlummerkopf. Bock, 8, u. 
Mdem, no., dammes, ungereimtes nach ihm Hennig, 51, setzen das Wort 
Zeug reden , unbesonnen schwatzen, aus d^en taugen, und Jan Hans, Jo- 
. Bock, 7. Heunig, 51. Gä dodder hann, zusammen. He säd, he weer von 
^ man tceck, hier kröchstu doch kein Marjenhorch, Dat weer en Dojoan dorch 
'. % Cam. nupt. I. 282, 4. Nds. dßd- on dorch. Dorr, 63. Volksl. 16, 8, 10. 
■ ^ stammeln, stottern. Brem. Wb. I, Dqjan vom Tragheim, Sprw. II, 537. 
i *'9. Xus Friedland als Fluch: Donner und 
Doddernase, /., als Schimpfwort bei Do/an! Wohl nicht votkstamlich, son- 
. Stein, Peregrinns XIII, 88. W. MtsbL dem nur sinnlose Nachblldnug von 
'I) 159. „Donner nnd Doria!" (Verschwörung 



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142 Dokter — doJIpatschig. 

des Fiesco. Akt 1, Sc. 5). Vgl. Dum- dollen, fallen, m., lärmen, wild spieleo, 

nKr)ftn. ausgelassen mDuter sein; von Kindern 

Dokter, m., Doktor, Arzt. und jungen Leuten. Wir moüen an 

doktern, sw., den Doktor spielen, ärzt- hifzchen dollen. E jedet spÖlt on doffl 

lieh behandeln; den Arzt brauchen. S. möt siener Fru. Dorr, 59. DoUt jacü 

verdoktem. so.' ruft man wilden Knaben zu. Er 

Doktorapotheke, /., s. Apotheke. doüt tcie ein Kalb. Auch dallea 5m 

DBIge, /., Ast. Mahling. Er f^hrt rallen und daUen. Verwandt mit daJni, 

alsßeispiel an: Z>fei)ö/^fn (desBaumes) daihen, dalhem. Sperber, 10, weis 

haben die Fenster eingeschiagen. darauf hin, dafz Ik^ und IMlfufz ah 

dBIgen, sw., schlagen, prügeln. Mab- Familiennamen auftreten, 
ling. Dollfurz, m., Klumpfufz. Vgl. Koch- 

doli, ndj., toll, wütend, entrüstet; arg, holz, aleman. Einderlied etc., 137. 
unTemOnftig, sinnlos. £V üt doli und Dollgerste, /., Tollgerste, ToUkora, 

voll, er ist stark angetrunken. Das Taumellolch, Lolium temulentum, L. 

doUste üt, dats er mich so mit Arbeit Hagen, 135. Über die Schädlichkeit 

sckiffanirt (chikaniert). Soph. R. IV, der Tollgerste s. Leunis, 1227. 
221. ÜTid so gingt nach OUva herein, DollhauB, n., Tollhaus, IrreofinstaH. 
vrie doli und blind. Ibid. V, 123. Böat Dollhelt,/., Tollheit, Wahnsinn, Über- 

doU oder verröcktf Er ist heute wieder mut. Mn Wörtchen von preufiixhn 

ganz doli. He ward doli sgn. Dorr, DoUkeiten za reden. Soph. R. VI, 534. 
1. Wiew., 117. El geht nirgeTvh so doli dollJeren, sw., laut tollen, ausgelassen 

eu, als au/ der Welt. On as dit Schweet- hemmjagen. Elbing. SGhemiouek,8. 
bad am dolhten weer etc. Dorr, 1. Dollknuit, n,, Tollkraut, Name fnr 

Wiew., 86. DaTon der und das Dolle, verschiedene Giftpflanzen: Tollkirsche, 

Dat war' en Stock vom DoUen, wäre Atr<^a belladonna L., Schierling, Co- 

unvernünftig. Gedaniam. niwm maculatum L., Nachtschatten, ^ 

Doli,/., 8. DBIIe. lanum. Nach Hftgen,247, das schwane 

DolllKrtt, m., wilder, ausgelassener, BihenVr&at, Hyoscyamvs ntffer L. Vgl 

stark munterer Knabe, zum dollen ge- Grimm, Wb. 11, 1229. Wenn er «i* 

neigt. Hei Ös en rechter — e reiner vollgesoffen, so tafs, als icenn er DoB- 

DoUbott. Samland. Natangen. kraut gefressen. Mielcke II, 133a. 

Dollbrttgen, m., wörtlich ToUgehim, Dollmaiin (-^ — ), m., toller Mmul 

Wildfang, Raufbold. Schemionek, 8. Mit einem Doümann spielen, ihn m- 

Dolle, m. a. n., s. doli. gezogen, roh, rücksichtslos behaudeb. 

Dolle, /., Pflock in dem Borde eines Ungezogene Schüler spielen mit t*kt- 
Ruderbootes als Stütze und Halt des losen Lehrern DoUm<mn. 
Ruders. In Hessen Doüe und öfter Dollmannswerk, n., Werk eines tollen 
Doünagel, starker hölzerner Nagel zur Mannes, grober Spalz, ai^e Neckerei. 
Verawickung der Balken; technischer Dat ös DoUmannmo^k. Hennig, SS- 
Ausdruck der Zimmerleute. Vilmar,75. Sprw. I, 585. 

DBIIe, DHU, /., Ohr an Hacke und Oollmirtler, /., s. Doliv&ter. 
Spaten, auch das Ohr, worin Löfzstock Dollpatsch, m., s. TollpattCh. 
and Löfzwende des Wagens passen, dollpatichig, a^., s. tollpatschig. 

Digitiz.dbyGOO'^le 



Dollvater — DonaerkrÖte. 



r, rein hclid. Tollvater, m., 
Vater der Tollen, Aufseher in Irren- 
häosem nnd Hospitälern, soweit in 
letztem Irrsinnig untergebracht sind. 
Ebenso Oollmiitter, Tollmutter, /. 

DomKnenamlsbauer, m., Bauer zum 
Domanio gehörig, Kronbauer. Veraltet. 
Vgl. Book, Nat. I, 170. 

DOmelei, f-, Dummheit, gedanken- 
loses Gebaren. Es ist, wenn sw (die 
Frauen) einen guten Mann beleidigen, 
fast immer nichts ah die pure D&melei. 
Soph. R. HI, 176. 

dBrnefn, sui., gedankenlos gehen, lau- 
mein. Ich dömelte nSenher; denn wirh- 
Uck, ich wtuste nicht, was ich thnt. Sopb. 
R. I, 384. Nun bin ich heut früh mit 
Hon in d^ Stadt herumgedökinelt(8ueiiend 
die ausgebliebene Sophie) Ibid. II, 
356, Sahlbadem, durch welches ein 
Schwätzer sich wieder ins erlernte Con- 
cept hinein dömelt. Ibid. V, 366. Vgl. 



Dontkeacheh, m., von domm, dumm, 
mit lit. Endung; wohl Verstümmelung 
von Don Quiseote. Hei ös e rechter Dom- 
jtescAWf, ein alberner Spalzmacher. Sam- 
land. Sprw. I, 591. 

Doinnau,Stadt im Kreise Friedland, das 
Abdera der Provinz Ostpr. Aus Domnau 
Verstand holen, Vergebliches thun. Er 
i«t ata Domnau, ein Dummer. In 
Domnauwachaen die besten — diegröfzten 
— Kartoffeln (ähnlich; die dümmsten 
Deute bauen die besten Kartoffeln, Sprw. 
I, 650. 651), der Dumme hat Glück. 
Die Sage vom Domnauer Düttchenbrot 
and von der Entstehung des Sprich- 
wortes: „OateNacht, meineHerren Dom- 
nauer" 3. Sprw. I, 588 u. 590. £>«■ 
NameDvmnaiß kommt her von dumiu, 
ich schäle ab, von den Seen ujid Wassam, 
die daselbst sein, Pierson, Matth. 
Pr&tor., 119. 



143 

m., Jahrmarkt zu Danzig, 
am Tage des h. Dominikus (5. Aogust) 
und den folgenden Tagen bis einscbliefz- 
lich 2. September. . . . an für mich 
neuer Au/tritt, nämlich die Messe — hier 
(in Danzig) kei/zt sie Dominik. Soph. 
R. in, 118. Hennig, 52. 

domp, adj., dumpf, feucht. DompeDu/L 

Dömpap, Dampap, Dßnpap, m., Dom- 
pfafFe, Blatfink, Gimpel, FringiUapyr- 
rkula. Mühling, Tiem , 169, hat Don- 
papke. 

DBmpel, m., Tümpel, Wasserloch, 
Pfätze. 

OHnhoffstadt, Gut im Kreise Rasten- 
burg. Die Gebrüder Grafen von Dön- 
hoff teilten das väterliche Erbe. Ger- 
hard erhielt die Bcäitzung im Kreise 
Rastenburg und erbaute 17 10 dasSchlolz, 
das er DSohoffstädt (Dönhoffstätte) 
nannte, während sein Bruder Friedrich 
bei Königsberg in demselben Jahre nach 
demselben Plane das Schloiz Fried- 
richstein erbauen lielz. Die Flügel 
des Dönhoffstädter Schlosses wurden 
etwa 15 Jahre später gebaut. Dönh. 

Donner, m., als Flachwort. Donner 
und Blitz ! He hefft mi beleidigt, Donner 
im Mo/z, he hefftt Dorr, 1. Wiew., 7. 

donnergriln, adj., au^lige Farbe. Vgl. 
blitzblau. 

Donnerkeil, Dudderkeil, DQderkeil, Dllda- 
keil, m., Beiemnit, der, nach der Volks- 
meinung, während des Gewitters vom 
Himmel fallt. Sperber, 10. Sche- 
miooek,8. 

DonnerkrBte, /,, 1. Seehahn, CoHms 
scorpius. Zeigt, gedörrt an einemFaden 
hängend, mit dem Kopfe die Bichtung 
des Windes an. Bock, Nat. IV, 558. 
Mühling, Tiem., 169. Auch Knurr- 
hahn und Seebull. Benecke, 70. 2. 
Schimpfwort; doch auch als Anerken- 
nung für einen p&ffigen, verschlagenen 



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144 



Donnerlichting — Drab. 



Menschen. Dat ös e Donnerkrät, der 
verstellt sich zu wenden und zu winden. 
Et fföwt Mansche, äicer Sk Dormerkräte. 
Sprw. I, 2620. 

Donnerlichting, m., Ausruf desStaunens, 
Fluch: Donner und Blitz! S. Lichting. 

DonnermeSSing, m., Ausruf de^ Stau- 
nens, Fluch. Treichel. 

(tonnen, ado., viel, sehr viel, ver- 
teufelt viel. tattsend Güle 5» bat 
dise J6re och all donnasch vH Geld. 
Ermländ. Freisch., 10. 

Donnerschlag, m., als Fluch. Als Ver- 
stärkung: Kreuz Donnerschlag! 

Donpapke, m. u. »., s. DAmpftp. 

Dönt, n., s. Uiun. ~ 

Dop, m., Topf. Samland. 

doppelt, pltd. dobboH and duppeH, adj., 
aufzer der gewöhnlichen Bedeutung: 
gefüllt. Eine doppelte Nelke. 

DÖr, m. Tom., Isidor. Hartwich, 54. 
Auch w. Vom., Dorothea: Dör, DOre. 
Bei Pott, 111: Dooer. 

Dorfshube, pltd. DerpshOw, f., s. Haken. 

Dorfslage, /., Besitzstand im Dorfe 
vor der Gemeinheitsteilung (Separation). 
Nun baut er sich aus, inmitten seiner 
Feldmark, oft weit von der Dorfilage, 
dem alten Sitzstücke. Passarge, Balt., 7. 

D8rk, DOrksen, Dirks, m. Yom., Diet- 
rich. Hartwich, 54. 

Dornfisch, m., Meerstichling, Gaste- 
rosteua spinachia. Beneclie, 76. 

DorOt, w. Vom., Dorothea, auch Dore, 
Der'. Dör, fär vor! Volksr. , 74, 283. 
Hartwich, 54, führt aufzer Doroth noch 
an: Örtchen, Theclien, Tiacficken, von 
Tusch. 

Dorschangel, /, Angel zum Fang der 
Dorsche. Sie ist eine lange Leine, 
woran in Abständen von je 60 cm. 
6—900 Haken mittelst dei' sog Vor- 
schnllre von 20—24 cm Länge befestigt 
werden. 600 Haken werden eine MullO, 



900 Haken ein Holz genannt. Beschra- 
bung und Bild in Benecke, 403. 

Dort, m., s. Dwalch. 

Dfisch, Darsch, Dersch, m., der Dorsch, 
Gadus Truyrrhua. Er heil'zt auch Pl- 
muchel, Pamuchel, Permochel, Pomoctitl, 
nach MühÜDg auch Pomuggei, lit.in«iuk, 
pomükelia, kur. memas, kass. jkwmwW, 
pomuchla. ßenecke, 87. Bock,Nat. 

IV, 544.546. Bujack, 395f. Nsslm., 
Th., 137. Von einem ungeschickten 
MeDSchcD s^t man: Hei ös ongeschödt 
wie e PomocheL Bei Stein ist PomixM 
als Scliimpfwort und Ekelname aof- 
geföhrt. Peregrinus XII, 82. W.MtsbL 

V, 191. 

Ddsel, m,, Drehkrankheit der Sclisf«. 
Bock, Nat IT, 164. Vgl. OOsel. 

ddseln, m., s. duseln. 

dSsen, 3W., irren, umherirren. Wolil 
verwandt mit d-dsen, duseln, dasein. 

dösig, adj., ärgerlich, anfsätzig, «geo- 
sinnig, erbost. Na war man nich wedäff 
dosig. 

dessen, sw., schlagen, keilen; eindOISM, 
einschlagen, einkeilen. 

Dofzring, m., Ring am Wagen, der 
den Langbaum mit dem Hinterwagm 
verbindet. 

Dttttke, m. a. n., a. DUttchen. 

Dom, m., Iltis. S. Duck. 

dSwschlQwig, adj., scheinbar harthörig 
boshaft, unfolgsam. Dat öt en döw 
schlüw'ger Racker. Unfolgsame Kinder 
fragt man anspornend: Du bist wM 
dffwsckläwigf Die hchd. Form tut 
SChlaubig tritt seltener auf. Vgl. laub> 
schneidig und Schlaube. 

DrsJl, pltd. Draf, m., Trab, Gangart 
des Pferdes. Bei ihm gehfs immer im 
Drab, er ist schnell, eifrig in seinen 
Bewegungen, bei der Arbeit, Es giitff 
nun im Draf. Soph. R. V, U6. Eine 
besondere Art des Trabes ist der schau- 



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Drabe — drall. 145 

kehde: Schuckefdrab. Er reitet f tut nta- im Dröhn. Sprw. I, 445. ?. Hieb, 

Sckucieldroh. ScUag, Stofz. Dax war ein guter Dröhn, 

Drabe, /. Die Böhmen kamen mit sagt man, wenn man sich stark den 

äXO Draben vor Conitz. Hennen- Kopf Etdfzt. Er hat einen Dröhn v>eg, 

berger, 69. er ist nicht recht bei Verstände. Sprw. 

Mberifdrswen, pitd. drawe(n) (a = ä), T, 594. Schemionek, 9, schreibt 

w., Yon Drab, traben, laufen, eiüg her- Drflhn. 

bei kommen. öckhaddnochömmerPeerd drähnen, dränen, sw. 1. dröhnen, er- 

ftm Droatcen. Dorr, 17. Da quam schütternd tönen. 2. in nachhallendem 

dat Volk gedraaft. Carm. nupt. I, 282, Reck- and Zögertone sprechen. Er 

i. S. dwchdraben. dröhnt *o lange, daß einem die Geduld 

DrUwihlitten, pltd. Draw>chlMe(n) (a vergeht. Er dröhnt in einem weg, ohne 

— ä), auch halb hchd., halb pltd. DrftW- Änfhören. Jn der zweiten Bedeutung 

lehlitten, m., leichter Schlitten, den ein auch: dröhteln Draht ziehen, driUeti, 

Traber ohne Anstrengung zieht. D!n drullen drehen. Bock, 8 u. Hennig, 

Mtnke fort aüwedder op em Dräv>~ 53, schreiben drtthnen. 

tMfde, du bist wieder munter und wohl- Dr&hnsr, m., von drähnen 2, laog- 

gemot Weblan. Sprw. II, 1188. weiliger Sprecher. 

DracM, /., Tracht, Last, die mit DrShnung, /., Dröhnung, Erschütte- 

öoem Male getragen werden kann. ning. . . . sintemal auch Nachricht ist. 

Eine Bracht Waa»^, zwei Eimer mit daes auf 3 Meile wegei von hie die 

Wasser. EineDrackt Wäache. 'neDrackt Dränung oder da» erschüttern der Er- 

&)ldunen. Dorr, 1. Wiew., 81. Aber den ist gemerket worden (bei Explosion 

' lach: eine Ihraeht Prügel, eine Tracht des Pulvertnrmee am Schlofzteich im 

Schlfige. Hennig, 52. Juli 1636). Linem., 19a. 

DracMichlunk, m., Schlunk, Schlnnd, Draht ziehen, acbnell laufen, die Flucht 
der eine Dracht (zwei Eimer voll) ergreifen, entlaufen. Vielleicht zorQck- 
Speisen TerBcbiiagen möchte, starker zuführen auf drdt adv., schnell, ge- 
Esser. Vgl. Zwülfschlunk. schwind, flink, bald, ahd. dröto, mhd. 

draben, ko., s. trappsen. dröte, hoU. dra, im Brem. Wb. I, 235: 

dr&ge, a^., s. dreg. drade, drae, bei Däbn., 84b: drade, 

Dregge, f., Anker zum Festlegen der beiSchamb., 46b: (frä. Vgl. Schade, 

Staknetze, namentlich der Störgame. 109b. 

Die Dragge ist ein von einem Holz- dr^Meln, Sf., s. drtthnen. 

kreuz und vier an demselben befestigten drall, adj. u. adv. 1. gut and fest 

und zusammengebundenen Weidenstä- gedreht. D^siüer Zwirn — ein draller 

beo umschlossener Stein von einem Ge- Strick. In dieser Bedeutung auch drell. 

wicht bis zu 50 kg. Dragge, nd. auch 2. nmd und fest, kräftig und stark; 

^egge, engl, drag, niederL dreg, franz. zunächst von Personen. Eine dralle 

^oppm, verwandtmJtDrache. Grrimm, MargeU, ein dralles Mädchen. Von 

Wb. I[, 1321. Brem. Wb. I, 238. Kleidern: eng anschliefzend. Dralle 

Drtthn, Drtln, m., von dröhnet, 1. Büxen, Beinkleider, welche das volle 

Kausch. Er hat einen Drähn — ixt runde Bein hervortreten lassen. 3. hur- 

Frlicbblcr, WSrtcrtiiali ]. jq 



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146 



drallen — Dranktonne. 



tig, sclinell. Wer lang" schleppt on drall 
leppt, kömmt dk noch 'ran. Dönh. 
Sprw. n, 2338. Vgl. drell. 

drallen, mo., s. drellen und drullen. 

DtOm (ä lang), m. u. n., Ende der 
Äufzugl&den, das nicht mehr verwebt 
werden kann und an dem Havelt ab- 
geschnitten wird. Nds. heilzt der ab- 
geEchoittene Rest des Einschlages Z>rwn, 
Drüm, von Trumm Trümmer, Rest; in 
Pomm. Ihämt und Dröm, im Götting 
drom, drom, dram, draum. Brem. Wb, 
1,256. D ahn., 85a. Schamb,49a. 
Schmellerl, 490. In Hesseo DrSm, 
m., Ende eines Fadens, Faden soviel 
jedesmal in die Nadel eingefädelt wird. 
Vilmar, 78. 

dramarschen, su>., s. drammarschen. 

Drämel (älang), m., wohl Dem. von 
Drdm, Tfumm, zur Bezeichnung einer 
kurzen, korpulenten Person. Hennig, 
52, schreibt Dretnel: ein dicker Dremel; 
im Brem. Wb. I, 256; een kortenDntm, 
eine kurze Person; scbwed. droemel. 
Nsslm. Forsch. 2 weist, in der An- 
nahme, dalz der korpulente Mensch zu- 
gleich unbeholfen und ungeschickt, auf 
lit drimelia Flegel, Tölpel, ungeschlach- 
ter Mensch hin, Forstemann inAuf- 
recht und Kuhn Zeitschr. I, 416, auf 
nd. drummeln schlummern, S. Nsslm. 
Th., 216. Marold hat Drämel als 
pltd. Form von Drimmel. Dat es ä 
goder Drämely ein zu dick geratenes 
Stück Garn. Vgl. Dramsack. 

drainmarschen, dramarschen, sw., un- 
ruhig sein, ruhelos umhergehen. Er 
drammaraehtimmer, istimmer unterwegs, 
hat keine Ruhe an einem Ort, eiU weiter. 
Nach Marold auch wiederholt an- 
treiben. 

Dramaack, m., kurzer vollgestopfter, 
gedrängt gefüllter Sack; kleiner kor- 
pulenter Mensch. Er ist ein dicker 



Drajnaack. Sprw. I, 595. Vgl. Drin 
und Drämel. 

dramsackig, m^. u. adv., von ßran- 
sack. Sich dramsackig ärgern ^ sich 
stark, bis zum Au&chwellen, bis zum 
Platzen ärgern. Dönh. 

Dramschel, m., Viel&esser. Er ixt m 
Dramschel. Samland. Sprw. 11, 546l 

Drän, m., s. DrtUin. 

dr&nen, sw., s. rfrähnen. 

drang, adj. u. ado., eng, fest, eng ao 
einander gedrängt; in der Verstärkung 
gedrang. En Hä^ in KoUa, bloa e Böikt 
gedrang, eeggt de Foss, on trett de Efc- 
katz. Senaburg. Sprw. II, 1065. Ndg. 
dränge, ebenso bayerisch. Brem. Wb, 
1,246 Schütze I, 246. Schamb., 
47a. Schmellerl, 414. Vgl. Grimm, 
Wb. II, 1335. 

Drängsei, m., schlecbter Rauchtabak. 
Ebenso Drangelberger. Zur Bezeichniuig 
einer schlechten Sorte Taback sind 
□och üblich: Golgenknaster, 61z, Graben- 
kanf, Knallwenzel, Knäller, Kniller, Luch- 
tenknaster, LuchUänder. Auch: LmU 
den, Anker. Der Wind i»t gut. 

Drank, m.. Trank für die Schweine, 
Ansammlung von Speiseüberresten als 
Futter für die Schweine, SpQhlicht, liL 
dranka, leCt. drankis (beides wohl aus 
dem Deutschen übernommen). Dicker 
Drank mäht fette Scktotn. Sprw. I, 
601. Übertragen: ungeklärter Kaffee, 
trübes Getränk überhaupt. 

Drankdrofzel, /., scherzhafte Bezeich- 
nung für ein Schwein, aber auch für 
ein Mädchen, das die Schweine zu 
fött«m hat oder an und für sich on- 
sauber ist. Fiscbbaueea. Sprw. Q, 
549. 

Dranktonne, /. 1. Tonne zur Auf- 
nahme des Dranks; in Posen Trmi- 
ionne, Trankfa/z. Bernd, 319. Se 
es en der Dranktonn venapen, er ist 



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Draechke — dregen. 147 

Diciit bei äer Hand, nicht aufzufinden, mit dem Nebenbegriff der Emsigkeit, 

ElbJDger Ndrg. 2. ein Mensch, der sich treiben, f&rdem. He dräwt tri e 

keine Diät beobachtet, also alles durch- Rupeschtter. StallupSnen Sprw. I, 

einander geniefzt. Der £erl ist eine 605. He dräict wt Salomo's Kater, 

rme Dranktonne. 3. ein korpulenter Dönh. Sprw. II, 551. S auch draben. 

Uensch, der dick wie eine Drank- drawolgen, sw., s drawaigen. 

tonne ist — Von einem Mädchen, das DrftWEChlttten, m., s. Drabschlitten. 

beim Tanze sitzen geblieben, sf^man: dr&t, adv., beinahe, iasi. Mühling. 

^ hat die Dranktonne scheaem mHasen. Vgl. drtz. 

Sp™. I, 602a. De Dranktonn kreggt Dreb, »n., Traberkrankheit der Schafe. 

Ohre — onse Dranktonn heß Ohre MQhling. Man nennt sie nachMah- 

lir^, wenn jemand die Hände in die ling aach finilbberkranMieit, das Qnap- 

S«iten stemmt Jerrentowitz. Mockrau pen, Nuppen, Schrui^igwerden. 

bei Grandenz. Sprw. K, 550. Bock, Drebnau, Uorf im Kreise Fischhauaen. 

8. Hennig, 52. Beide schreiben: In Drebbenau bellen die Hunde mit dem 

Dringtonne. Ä. Samland. 

Draschke, m., Ast, namentlich von Dreck, m., Hefe, Bodensatz, lit. dra- 

der Linde, der von der Rinde befreit gio», engl. dreg». Vgl. Drost 

iu: Lindendraschke. Oreckhammel, -hans, -malz, -sack, m., 

Mt, adj. n. adv.. schnell, geschwind, Schoiierfioke, unsauberer Mensch, der 

flink, bald. S. Draht ziehen. sich im Schmutze wohl fClhlt und alles 

DrSume , ( ? ) , Abfall von Seide, besudelt. 

Wolle etc ; ein Fischer- und Weid- Dreckharker, m., Mensch, der Dreck 

mann Sans druck. Sperber, 10. ' harkt Bei Stein unter den Ekel- 

dnnvalgen, mo., in Geschäften viel namen. Peregrinus XII, 82, W. Mtsbl. 

hin und her gehen. Ich bin den Weg V, 191. 

min uhon 20 Jahre drawalgt. De Tür DrecMiauser, m., zur Bezeichnung einer 

htü öck nü ökbSl ImnH^ Jdr drawalgt. schlechten Weinsorte. Bei Stein: 

Aach: drawolgen, drawalken, drawalksen. Dreckheuser, Rotzburger, Gensftlsser. Pe- 

Nda. dravaljen. Dähn., 86 b- Brem, regrinii.s, taiiae partis III: Georyica. 

Wb. I, 243- Iq letzterm wird darauf dreckkalt, adj., naizkalt, zur Bezeich- 

hiogewieseD, dafz das Wort sich be- nung von Kälte bei rauhem Regen oder 

quem von drdwen traben, herleiten feuchtem Schnee. Vgl. mottkafL 

lasse, der Hinweis auf das frz. tra- Dreckmatz, Drecksack, m., s. Dreck- 

taiüer mithin fiberfiüssig sei. Bernd hammel. 

fär Posen: travaljen. Bernd, 374. Dreckskin, Ortsn., s. Grawenort 

In Esthind dravaljen eifrig arbeiten. Dreckwagen, plur., Sekte der Men- 

Sallmann, 30b. Engl, ^avel reisen, noniten im Werder. Vgl. KlArken. 

drawalken, drawalksen, bw., a. das vor. dr§g, a^^., trocken. In Danzig drSge. 

Drawe, /., eine Gattung Bauern- Gedani»m. Im Ennlande: da Acker 

scblitten. Danzig. K lein I, 89. Von ös all dräg, das Land ist schon trocken. 

a-a/Trab. Vgl. Drabschlltten. Sperber, 10. 

wen, MD., drehen, arbeiten, drSgen, »t. 1. trügen- Lege on drSge, 



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14g Drehbasse — dreifaSrig. 

lüften und trOgeD. 2. nr. trocknen, dreifacli tQcbtig, Be ös en Dreidfg. 

De Wasch' drSge. 3. drehen. Iheff mt Dzg. Nhg. Sprw. I, 623. 

nich e Nm. Tgl. dreien n. drallen. Dretdraht, m., Draht aas drei F&dai. 

Drehbuue, /., s. Busse. Vgl. das folgende. 

drehen, pltd. drellen, sw. 1. das Spinn- dreidrähttg, adj. u. adv., aus drei 

rad, daher spinnen. In Litauen wird Drähten oder Fäden zusammengedreht; 

Donnerstag nicht gedreht^ der Wocken anch zur Bezeichnung eines dummen 

steht, Vgl. drellen. 2. den Acker: Menschen, doch mehr noch eines sol- 

wenden, umwenden, rajolen. chen, der sich pfiffiger Weise nur dämm 

Dreher, pltd. Drelier, m. 1. Drechs- stellt. Er üt dreidrähtig — ät m 

1er, oft AbkQrzung för Bernsteindreher, Dreidrakt Dfinh. SpP». II, 561. Vgl. 

In Danzig giebt es eine Drehergaase, dreihKrig. 

Stralze, in der die Bernsteindreher Dreiecker, m., Schwert mit drei Ei^en 
wohnten. 2. Krankheit der Schafe, (Kanten), auch Schwert überhaq)L 
veranlafzt durch den Gehimblasenwnrm, Preufz, Archiv I, 519. 
bei welcher die Tiere, auf einer Stelle dreien, sw., drehen, kräuseln, wenden, 
stehend, mit seitwärts gebogenem Kopfe umwenden. Drei dl Öm! DreitT m>' 
sich herumdrehen. Das Schaf hat den een Paar Siede-Loche. Wardersch. Bunr 
Dreher. Bei manchen Schafen äufzert 5, 7. Den Boden dreien, in der Nie- 
sich die Krankheit so, dafz sie, stille dernng s. v. a. rajolen, den durch Übei^ 
stehend, die Yorderfufze wie beim Tra- schwemmung versandeten gat«n Bodeo 
ben halten ; daher nennt man die Dreh- wieder nach oben wenden. Vgl. drtgsn 
krankheit auch Traber. Mit Dreher u. und drellen, 

Traber bezeichnet man jedoch auch dreigerfoppelig, dreigedoppelt, a^, und 

das von dieser Krankheit befoUene adv., dreifach. Nimm den Faden drei- 

Tier. Man sagt auch: Das Schaf tat gedoppelig. Ich »ckmei/;^ ihn dräge- 

verrückt — dumm. Dönh. dopplig 'raus. In Estland wirft man 

Drehhals, m., Wendehals, Jynx tor- jemand drei- und vierkantig hinaia. 

qu^a. M&hling, Tiern., 169. Sallmann, (i2b. Es hat ja tonst gt- 

Drehneb, n., s. PIStznetL heißen: Ein' drei/ gedoppelt Schnur ima 

Drehstein, m., Bernstein, der sich nicht so leicht zerreifzen. Carm mtpL 

drehen, vom Drechsler verarbeiten läfzt. I, 189. 

Vgl. Stein. dreigedritt, adj. num., aus dreimal 

Drebtonne, ^. , poln. kadlvh. Winde drei bestehend. Jüngst bäte mich die 

auf einem Schlitten zum Aufholen des Sc/uiar der driygedritten Musen zu eisen 

Garnes bei der Winterfischerei. Ma- GastgAotinaüer HöffUgkeü.Carm.nu^ 

Suren. S. Benecke, 360. IV, 13b. 

dreibasttg, adj., s. v. a. dreihiLrig. dreihllrig, adj. u. ado., verechmitst, 

Sperber, 10. pfiffig, dummdreist, Mensch, der sich 

Dreiblatt, n., Kartenspiel, s. Dreikari dumm stellt nnd es faustdick hinter 

draldanilich, adj., dreifach dämlich, den Ohren hat; auch dickhäutig, wider- 

Vgl. dreidrShtig. sinnig, dreihä/ger Schelm — Ratifr. 

dreidfig, adj., Zusammensetzung aus Er ist ein DreihÖriger. Sprw. 1, 624. 

drei and deg tüchtig, also dreitüchtig, 1412. Hennig, 97 f. Mflhling, N. 



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Dreikart — Drisch. 149 

Pr. ProT.-BI. a. F. VIT, 438. Brem. schw-amg gedrell. Ein ffedreUer Faden. 

Wb. 1,243. Schamb., 47b. Vgl. 2. fest, z&he, vom lehmigen Boden, 

dnJbattig and dreidfähtig, Schemionek, der an den Rädern und Schuhen fest- 

9, hat dreihaaiig. hält; vom zähen Fleisch: der drelle 

DrtihBr^ /., Kartenspiel, bei welchem Dreck. Volksr. 95, 400. Das drelle 

jeder Spieler drei Blätter erhält, daher Fleisch. 3. kurz, hurtig, elastisch im 

auch DVeiblatL Im Ermlande, nach Gange-, daher auch munter, lebhaft 

Mühling, auch Hackauf, weil der Aus- (Danzig): sie geht ao dreU, d. i. mit 

spielende stark mit den Knöcheln auf- kurzen, geschwinden Schritten, sich 

schlägt drehend. Klein I, 89. In Livland 

DreiklSwer,»)., dreiblättriges Kleeblatt hat drall letztere Bedeutung. Hupel, 

ii. KIBwer. 52. Bock, 8. Hennig, 52; er kennt 

Dreimorgen, Dorf bei Insterburg, das drall nicht, 

nur auf einer Seite der Landstralze drelien, auch drallen, sw. 1. drehen, 

liegt Daher: ön Dremorge wäre de wenden. Das Rad — den Wocken 

Ftime op Äw Sld gebacke. Das Dorf drelien. Werde gequetscht, geklopft, ge- 

heilzt auch Neu- Stobingen. Sprw. I, kratzt, gedrellt, geschienen — A^t ^\at^hs. 

625. Paz -Rats. 41. DreU mi nich e Nds, 

DreipBIcher, pltd., doch auch hchd. öck hä>b all ene. Kannst dt drelle wi 

Drnpaiker(öu.alang),m.,fräheroEupfer- du viöUst, de Närseh blöwt dt Ömmer 

mönze, 6 alte Pfennige wert. Nach hinde. öek sprung uut dem Weg onn 

dem Essen legt die Alte einen Dreipol- wör völleieht ömmgedreüt, äwer hinjger 

eher auf den l^ch. Pierson, Matth. mi hdrd öck uck tcat. Spook, 473. 

Prätor., 96. S. Hennig, 316, unter Da Wingt da hat sich umgedrellt, der 

Aditehaiber. Wind hat sich gedreht. Ermland. 

Dreischlag, m., Fehler beim Billard- Sperber, 10. 2. sich unmanierlich 

spiel. Von ungefähr setzte Herr Mal- aufführen. In der Schülersprnche: Wer 

gre sich so aus, dafz aie (die Kugel) melcPt, der drellt, wer von dem Ge- 

sieh zweimal verlief und endlich eiri^t stänke Anzeige macht, der hat ihn 

Dreischlag machte. Soph. R. IV, 373. auch verursacht. Sprw. 1, 2606. 

Hermes giebt die Erklärung: „Ans- Dreiler, m., s. Dreher. 

drQcke, die ein Mislingen des Spiels DrQm, m., s. DrOm. 

anzeigen. " Dremel, m., s. Drtlmel. 

Dreiich, auch Drell, bei Hennig, 52, Dremllse, /., s. Dermfis. 

DreelicM, m., Diillich. Als adj. drfilich, Drengfurt, Stadt im Kreide Rasten- 

gedrtglich, ein Faden dreifach. Ahd. borg. Er ist aus Drengfurt; von dem, 

drüih, mhd. drilich, drikh. Et ös e der sich gewaltsam durch die Menge 

gedreglige Sack, ein Sack aus Drillich, drängt Sprw, I, 631. Die Drengfur- 

Volksr. 264, 922. In Liv- und Est- ter haben ihren Rathaustui-m mit 

land Vretl. Hupel, 52. Sch-nodder angestrichen, er ist mit blan- 

Droll, m., 8. das vor. kern Blech beschlagen. Sprw, II, 564. 

drall, adj. n. ade. 1. s. v. a. drall. Drepsdrell, m., s. Dripidrlll. 

Sm gmmdes dreU.es Mädchen. Soph. Dresch, m., gewöhnlich Drfischacker, 

K. IV, 138. Dreü^ Zwirn. Zar Ver- (h-tachland, das dretch liegende Acker- 

D,3,t,z.dbyGOOgle 



150 



dresch — Drijukel. 



feld, gewöhnlich mit einer Grasnarbe 
überzogen. Im Holst. Dreesch Brach- 
feld. Schatze I, 250. In hochd. 
WörterböchenijDritfscA,ni.u.n. Grimm, 
Wb. n, 1408. Weigand 1,342. HH 
eggtbl'm Diwel op'm Dreachacke^: Sprw. 
I, 3742. 

drtech, adj.^ nnbeackert, unbebaut; 
vom Acker iJs Urland, oder vom ruhen- 
den Acker. Der Acker liegt dresch — 
Üt Dreschacker, -fand. Bildlich : Üklä/zt 
»einen Magen dresch liegen.. Sprw. I, 
2512. Im Ermlande drTsch. Im Göt- 
lingenschen dreisch, auch dreist, pom. 
dreeach. Schamb-, 47b. Dähn, 86b. 
Lit. drys24, auch der gestürzte Acker. 
Nsslm. Forsch. 2. 

dreschaken,sw., prügeln, durchprageln. 
£benso cds. uod in Pommern. Brem. 
Wb. I, 245. Dähn., 88a. VieUeicht 
eine ZusammeniEiehuiig aus dreschen uod 
hacken; erinnert sei jedoch an das Kar- 
tenspiel Treschäk, Treachaken, Treschä- 
ken, frunz. brelan. Adelung IV, 669. 
Brem. Wb. V, 106. Richey, 313. In 
Hessen drasckdken, trasckäken, durch- 
prügeln; bedeutet ursprünglich das 
Hazardspiel Tr^aques (richtiger ti'e 
sciacchi') spielen, und darnach: einem 
Dritten iu diesem, im Anfange des 
vorigen Jahrhunderts sehr üblichen 
Spiele sein Geld abnehmen, ihn „ge- 
hörigschneiden". Vilmar,415. Hen- 
nig, 274, hat terschaken, wohl Schreib- 
fehler für treschaken. 

Oreschdiele, pltd. DreschdSI, /., Tenne. 
Vgl. Diele. 

dreschen, st, zur Bezeichnung eines 
starken Regens: Es regnet, da/z es man 
so drischt. Gedanism. 

Dreskammer, Treskammer,/, Sakristei, 
in der derächatz der Kirche, das Geld, 
die kostbaren Geräte, aufbewahrt wer- 
den, also Schatzkammer. Ah<I. trSio, 



dreso, mhd. trese, angs. tretor, Schatz, 
fr, trisor aus lat, di£8aurm. Schade, 
953a. Pisanski hat in den Nachtr. 
Dresekammer Tris camera. Bock, 8. 
Hennig, 53. Mübling, N. Pr. Prov.- 
Bl a. F. VH, 437. 

Dresp, m., Drespe, /., Trespe, Broms 
secalinus L. Hagen, 111. 

drespig,Thchd. trespig, adj\i.adv.,Mi^- 
seÜg, elend, kränklich. Er sieht dm- 
pig aus. Es geht ihm recht dres^. 
Dat Ding dat kern ganz drespig 'mi. 
Volksl. 40, 26, 8. 

Dr&lzelstock, m., s. Drtfzelstodc. 

(frtwen, SU)., 8. dräwen. 

drdz, adv., beinahe. Vgl. drSz. 

Drift, pltd. Dröft,/. 1. Trift, breiler 
Land- und Feldweg, auf dem man das 
Vieh nach und von der Weide treibt 
On an der DrÖft, dat kamat da 
sehn'n, Doar hleegen idel Kiarschm- \ 
beem. Dorr, 45. 2. die getriebene | 
Herde: e Drift Schweine; auch gröl'zere 
Menschenmenge, Haufe, Schar. Et 
quam en Dröft von Hochtiedsgdst. Com. 
nupt. I, 282, 13. 3. zusammenhängen- 
des Flofz aus Rund- oder Balkenhoh^ 
das stromabwärts treibt, hchd. gewöhn- 
lich Traft genannt, poln. fratica, trafia. 
Dergleichen Traften werden vorzugs- 
weise aus Galizien und Polen die Weich- 
sel abwärts von den Fliefzen, Flmtn 
oder Flissaken geführt und sind noch 
mit Getreide in Säcken, mit Flachs etc. 
beladen; die Stroh- oder Hotzbütten 
auf den Traften dienen den FUessen 
als Obdach. Vgl. Altpr. M. IV, 323. 

driftig, pltd. drtlftig, adj. u. ad»., ver- 
schmitzt, durchtrieben, verschlagen, ge- 
rieben, pfiffig, schlau, hinterlistig, sati- 
risch. Man mufz schon driftig sein wd 
freundlich tkun. 

Drijakel, m., Pflzn., Akelei, Aqvätgia 
vulgaris L. 



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drillen — droit. 



151 



drillen, abel vhchd. trillen, tnc., ur- 
sprünglicli starkes Verb: drille, drall^ 
gedroUen. 1. drehen und zwiir mit krei- 
sendem ScliwuDge; drechseln. Dengan- 
im Tag den Wocken drillen. 2. ein- 
üben, exerzieren: den Soldaten drillen. 
3. qaiileQ, plagen, belästigen, necken. 
Einen driÜen, ibn „mit beständiger Ar- 
beit quälen oder aach mit nnablässigeii 
Bitten TerfolgeEL". Hennig, 53. Bock, 
8. S. Grimm, Wb. II, 1410 f. Wei- 
gsDd 1, 343. 

Orimmef, m., s. Drttmel. 

■bimmeln, sw., tränmeln, leicht schla- 
fen. Er drimmelt ein bijzchen. Auch: 
schlachten, also schlafen machen. Drim- 
mel drimmel af. S. Sprw. I, 633. 

Drinke, n., s. Trinken. 

Dripifline, /., s. Treibleine. 

Drippchen, pltd. Drüpke, n. 1. Tröpf- 
chen. Dat hübcht Make heft e Dröpke 
an e Näs. Sprw. 1, 2500. 2. ein kleines 
Mafe einer Flüssigkeit. E Dr^ke Melk 
- Wdter etc. 

Drippe, Dripp', pltd. DrQpp,/., Traufe. 
Unter die Drippe kwnmen. Es läuft 
wn der Dripp. 

drippeln, aw., s. drippen. 

drippen, pltd. drtfppe(n), sie., tropfen, 
in Tropfen fallen; davon drippeln, pUd. 
drilpple(n), tröpfeln, träufeln. Es Sippt 
wm Dach. Es regnet, da/z es dripp t. 
Es drippelt man, es regnet sehr un- 
bedeutend. Er drippt wie ein Schwein, 
beim Nasenbluten, bei Verwundungen. 
~ aMrlppen, abdrippeln, sw., abtropfen, 
abtröpfeln. Es itt kein Braten so ma- 
ger, a drippt was ab, auch kleine Äm- 
ter gewähren Neben einnahmen. 

Dripsdrill, nach Bock, 8, a. Hen- 
nig, 53, Drapidrell, m., langsamer, ein- 
fältiger Mensch, ScblafmOtze; nach 
Bock Spottname für einen Unvorsich- 



tigen. Er ist ein rechte Dripsdrill. 
Denkst du, da/z es mein Casus ist, in 
gelehrten Qeseüacha/ten dazimtzen me 
Dripsdriüf Soph. R. IV, 92. Trepps- 
treli! das es je man alles dwatsch Zeig. 
Schalt]. 1, 438. Zu Trippstrill, einem 
Orte im WOrtembergischen, liegt nach 
schwäbischem Volksglauben die Alt^ 
weibermühle. Zeitechr. f. d, Myth. u. 
Sittenk. n, 196; lU, 116. Sprw. I, 
632. Grimm, Wb. n, 1420. 

Dripsdrille, /., Grille, Niedergeschla- 
genheit , Zimpferlichkeit. Dripsdrillen 
und kein Ende! ob nicht alle Mädgen 
ihun, aU schämten sie sich des Uock- 
zeiUages. Soph. K. UI, 219. 

dripsdrillig, adj.,'voa Dripadriü, nieder- 
geschlagen, trübselig, einsilbig, ein- 
ialtig. 

drtech, adj., s. dretch. 

drifzeln, sw., drehen, winden. 

Drirzeistock, m., gedrehter, geflochte- 
ner Feitschenstock. S. Strllzel. 

DrTwIeine, /., s. TreibleEne. 

drog, adv., s. droh. 

Drofl i.9 = ch), m., Trug. E Dröm 
ÖS e Drog, ein Traum ist ein Trug. 
S. Sprw. I, 3817. 

Drühn, m., e. DriUin. 

drok, drock, adv., beschäftigt, pres- 
siert in der Arbeit sein ; es schwer, be- 
schwerlich haben; stark, heftig, schnell, 
eilig, geschwinde. Boold kömmt de 
Aust, de drocke Tiet. Dorr, 13. Na 
aber wacht doch man en enziystes Ogen- 
bleckche, so drock wersckt es doch nich 
habe. Schcmionek, 50. Es kömmt 
drock, es gehen viele Bestellungen ein. 
Er hat es so drok und fährt doch spa- 
zieren. Dat kömmt drok, seggt de Schni- 
der on krÖgt e Paar StrÖmp to versäle. 
He heft et so drok wi de Pann ön de 
Fasten. Sprw. I, 634. Es regnet dnA 



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152 Dräm — druckun. 

zu; erffehtdn^ eilig, geschviBde. Bei drosckke atc. S&llmanQ,56. S.Bernd, 

Klein I, 91, der drog schreibt. Ober- 43 f. Grimm, Wb. II, 1434. 

land. Westpr. YgL Brem. Wb. I, 255. Dross, Drost, m. 1. die Wabe, das 

OrAm, Orim, m., Traum; Damioheit, Wachs, Dein Liebeahonig sei okn' aSen 

Einfalt. In einem Fadengewirre, in Kummer-Dro/z. Carm. nupt II, 37d. 

einer verworrenen Angelegenheit ist Matik de Btne 5s Sonnig, on vei'n 

kein Ena kein Dröm. Dr6m hier wohl Nanck ös Drost. Sprw, I, 393. Bock, 

Tnanm. Vgl. DrÄm. 8. Hennig, 54. 2. Drost, Drotler, 

drOrn, adv., drum, darum. Hefe, Bodensatz. Ahd. trestir, tretter, 

drAmeln, sv>., tr&nmeln, schlafen. Öck mhd. bester, bayr. trest. Scbmeller 
drömeld all', ich schlief schon. Na- I, 500. Schade, 953a. Vgl. Lreek. 
tangen. Nach Mühling auch lang- DtobmI, m., kurzer, zusammenged reh- 
sam und schläfrig, gleichsam im Traum, ter Strick. Oberland. Mühling. 
arbeiten. Vgl, drimmeln. Drost, Droster^ m., s. Dross. 

(Hmen, 8U}., träumeu. DrUcher, Drilckert, pttd. DrSckert, m., 

drSmerig, adj., a. drttmem. hebelartiger Griff an Tbürschlösseni, 

drümem, wie dröyieTi, aw., träumen, durch dessen Niederdrücken oder Än- 

Davon drBmerig, adj., träumerisch, halb ziehen die Thür geöffiiet oder geschlos- 

im Schlafe sein oder handeln. sen wird. Bock, 9. Hennig, 64 

Drlfmert, m., Träumer. £h- itt ein Hupe), 53. 
DrÖmert, ein TrSumer, eine Schlaf- Dflickerantwort, /, Antwort, die nicht 

mutze. Sprw. I, 3820. klar und bestimmt ist, die zurQckfaält, 

drttmineln, sw., trommeln; bildlich: die Wahrheit verschweigt, gedrSckt 

einen hart abweisen, forttreiben, öck herauskommt Es ist zwar etwas drauß 

war em drömmle, den Marsch nämlich, gesaget, aber nicht genug, denn die Äntr 

drSmseln, nc., schlummern, träumend wort eine ziemliche Drucker - jiTituort 

(also nicht fest) schlafen, s. t. a. dm- heijzen könte weil sie nicht die wahre Ür- 

seln, — eindrOmseln , einschlummern, sacke anzeiget. Linem., Oo la. 
Öck war gräd öngedrömselt, da kha er. Drllckeri, m., s. Drücker. 

DrSmsnase, /., Traumnase, zur Be- Drtlckpfennig, m., der den Pfennig 

Zeichnung eines schläfrigen, träume- drSckt, ehe er ihn ausgiebt, Geizhals, 

rischen Menschen. Er ist ein rechter Drückp/ennig. Stein, 

Dr08chke,/,pohi.dni^Aa,rus3.<irM^'ft», Peregrinaa XIU, 88. W. MtsbL VI, 

leichter, schmaler und kurzer Wagen 159. 

ohne und mit Verdeck, urspriJnglicher Drucks, m., mit Druck schwer anf- 

Sitz rittlings; jetzt aligemein bekanntes fallender Stolz, Fauslschlag. Er gab 

Gefährt. Von dem poln, droika klei- ihm einen tüchtigen Drucks. Das gab 

ner Weg (von droga Weg), weil man ihm den letzten Drucks, das beförderte 

mit diesem Fuhrwerk auf dem schmal- seinen Untergang. In gleichem Sinne 

steu Wege und in engen Stralzen fah- auch Rucks. Bock, 8f. Hennig, 54. 

ren kann. Hupel, -53, leitet es von Neslm. Thes., 33. Vgl. Ducks, Dulkl. 
droga -• Bauerwagen mit bloizen Latten drucksen,sui., Verstärkung von drucken, 

oderSchwungbäumen,dieZ)ro^heirzen, drücken, um vorwärts zu kommen; in 

her. In Estland giebt es Breit-, Reit- der B«dc stocken, mit der Sprache 



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Draggel — Dubas. 



153 



nicht recht herauswollen. Vgl. Bernd, 
45. Grimm, Wb. 11, 1451. 

Dniggel, m., Dem. Druffgelchen, kleines 
druggliches Eind. 

dnigglich, adj., gedrungen im Körper- 
bau, drall, rund und voll im Fleische, 
wohlgenährt, Qppig- Sie üt klein und 
drufffflick. Ein druggli4:hes Mädchen. 
Bock, 9. Hennig, 54. Vgl. drall 
und quabbelig. 

Onill, Dnille, m. Vom., Andreas. 
DruUe dreÜe, komm Schocke peUe. Yolksr. 
73, 276. 

dnillen, me., drehen: 1. die Räder des 
Wagens, daher auch fahren. Drull 
iochtche weiter, fahre langsam vreiter. 
2. die Kader des Kockens, und dann 
spinnen. Zieh hübsch fein, dmW nicht 
ein, zieh lang am! Yolksr. 235, 829. 
Den ganzen Tag drullen und doch nicht» 
verdienen. Auch drallen. Von dj-uUen: 
Bedrull, n., das langsame Fahren, das 
Spinnen. Vgl. drallen. 

Dnimme, pltd. Dromme, hchd. auch 
Tnimffle, /., Wassergerinne, Rinnsal, 
mit Bohlen oder Steioeu überdeckt. 
Ahd. trumba, poln. trqba, lit. trüba, 
lett. trvbe, das lat. tuba, aber auch, 
mit Ausnahme des ahd., Kohr, Röhre, 
tr<^a zugleich Teichgerinne, Schleusen- 
gerinne. In Kgsbg giebt es eine Dnimm- 
stralze. Kaffeednimme, /., KaS'eetrom- 
mel. 

Drummel, nt., leichter Schlummer, 
kurzer Schlaf. Bir macht ein ßrum- 
melchen, hüt ein Mittagsscbläfcheu. 

drummeln, sw., leicht, nicht fest, 
schlafen, schlafen überhaupt. & dru/m- 
meU ein bifzchen, er hält seiu ^Httag^- 
bcbläfchen. Gedani»m. — eindrummeln, 
einschlafen, ohne solches zu beabsich- 
ügen. Er ist bei der Zeitung eingedrum- 
melt. 

DrunkelbeDre, /., Sumpfheidelheere, 



Vaccinium aUginosum L. Hennig, 280, 
hat Tmnkelbeere, und ist nicht abge- 
neigt, das dmnkel mit trunken zu identi- 
fizieren, da die genossenen Beeren 
Schwindel und Betäubung verursachen, 
also trunken machen sollen. Der sonst 
übliche Name Rauschbeere gründet 
sich, fälschlich, auf derselben Annahme. 
Die Beeren sind jedoch narkotisch. 
Leanis, 887. Sie heilzen bei uns auch 
pltd. Dnmkele u. Bollbeere. Treichel, 
Volksth. Bock, Nat. 111,381. Hagen, 
417. 

Drunkelpfeife, /., Ackerschachtelhalm, 
Eqvüetum arveme L. Hagen, 1081. 
Vgl. KabenzageL 

Orupp, m., von drüppen tropfen, aus- 
getropftes, schales Bier. MielckeH, 
137 b. 

Drusch, Onische, Druscha, m. Vom., 
Andreas. Druache. geh doch, mein &)An, 
on hör m£s Fdrd, hol' mir's Pferd. 
Ermländ. Freisch., Manuskript. 

Drusche, n., Kaninchen. Friedland 
Ostpr. 

druseln, drQseln, sw., schlaftrunken 
nicken, schlummern, einschlafen, schla- 
fen. Glück genug, da/z er nicht auch 
seine Hausmütze anstatt der Perüke im 
Dnueln — in der Schlaftrunkenheit — 
ergriffen hatte. Soph. R. IH, 391. Er 
druselt ein bi/zchen, er hält ein Mittags- 
schläfchen. Dnisel, m., Er ist im Drusel, 
er ist schlaftrunken. 

Drüwe,/,, Bohrer. Vom pltd. drUoen, 
treiben. 

Dschimke, m., s ^chlmke. 

Dschln', Dem. Dschtnke, w. Vom., 
Regine. Dschienken komm, vri goajC 
mi't I^ld, Dschienken gajiz alleen vd 
heid. Dorr, 39. .S. Schine. 

Dschum, m., s. Schum. 

Dubas, Dubbas, m., Dubesse, /., poln. 
dubas, Lichter-, Leichterkahn, püttes 



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\a Dübel — ducknaclcig. 

Weichsel - Fahrzeug von bedeutender poln. duszf, dusic, rnss. duszti, AwÜ 

Breite, ans starkem Holz gebaut und würgen. 

leicht zerlegbar. Die Dvbasaen tubren ducken, sw., abd. dühan, dühen, mhd. 

aus Polen Getreide, Holz etc. die Weich- duhen, diuhen, 1. bücken, niederdrücken, 

sei abwärts nnd werden in Danzig als tauchen. Duck di, Bröder, et kömmt 

ßäcjtCTtAoisTerkauft. Vgl.Altpr. Mtsschr. en Sten geschicomme! Sprw, I, 637. 

IV, 323. Nsslin.,Th., 33. W.Seidel, Eingem Tun ducken onluiigem. Hot:. 

29, schreibt IhMafz. S. G^ler n. 6e- 1. Wiew., 40. Wie die Kerlen nnd; 

n(z. gleich den Spürhunden recieren ate aiieni- 

Dübel, DUbel, m., s. Dtbel. halben, bis sie ein WachtelkÖpfchen gevsar- 

duchten, st., dünkeu, denken, wähnen, werden. Dann ducken sie und sehn tw- 

meinen. Sin' Fru ducht', he waa dodes- schuldig an. Soph. R. HI, 268. AUe 

krank. Volksl. 32, 21, 2. Ock hä>V drei rannten nun davon, wie GÖKt, 

hüd^ noch nuscht genate, Mina Süng, wenn etica ein Bund vor ihnen iber 

OS wi mi dücht. Yolksl. 68, 44, 11. ging, sich ducken. Ibid. V, 487. ff*- 

Wie mi nich aTigers dicht — föhrd hei duckt gehen, gesenkten Huaptee, mit 

mi — an enen Junfer-Kaste. Carm. gekrümmtem Rücken gehen. — 2. bild- 

7tiij7f. 1, 282. Dat Ding heft, mi dicht, lieh: sich demütigen, nachgeben, klau 

5n Maake. Carm. nupt. I, 241. Afz beigebenii&'ffiM/zdwciCTijermuJzDach- 

eck noch junk gewese, do had eck, wie geben, schweigeji, sich demütigen. Re 

mi ducht, all dreemahi derchgelese dat (der Lehrer) hat schon oft geschrägt, 

vntnggerliche Bohk. Ibid. III, 77 c. Jjat He hat schon oft gemuckt, Dabie uxnig 

treft, so alz my dikht, woü aüerwegen» gekräge On ruhig sack geduckt. Lhrztg. 

in. Ibid. 133b. My ducht, Kennt mg 4, 3ü5b. — In Zusammensetzongen: 

geschög, öck wör meist gantz entzöckt. andiicken, anschmiegen. Mühling. ari- 

Carm. nupt. IV, 59d. Mg ducht, hier ducken, anftaachen; bildlich: sich ans 

rickt etschonna luter Mochüets-Braaden. gedrückter Lage wieder emporarbeiten. 

Carm. nupt. V, 200b. niederducken: Kamt mft, vd wollen otu 

dUchtig, dichttg, adj. a. adv., tüchtig, pm Schlottgrawen nedderducken, durch 

brav; viel, stark, bedeutend, von dogen Niederducken verstecken. Er diuditHat 

taugen. En düchtger Regen. Düc/Uge nieder, er bringt ihn zum Schweigen. 

Läed, biave, achtbare, ehrsame Leute, unterducken, im Wasser nntertauchen, 

DüchUg trinken — laufen — hauen, wie die Enten. Bock, 9. Heonig, 54. 

Einem düchtig gehen, in Worten oder DucMoch, n. , Ijocb in Mehl- oder 

mit der Faust. He ös düchtig on deg. Kartoffelbrei, mit zerlassenem Fett ge- 

Duck, Dock, Duch, m., Iltis, MusUla füllt. Man duckt, taucht, in dasselbe 

Putorius L. Er heifzt auch Elk, llk, den löffelweise abgeschnittenen Brei. S. 

n^ Ikke, lüke, Ulk, lüing, Nilling, Dullakartoffeln. 

Öbk,Ölske. Vgl.Bujack, 363. Müh- ducknackig, adj., mit geducktem 

ling, Tiem,, 173. Nsslm., Forsch., 3 Nacken, vorgebeugtem Kopfegehen. & 

n. Tb. 34, hat noch die Namen DDs u. geht schon recht ducknackig. Bildlich 

DOUS, welche auch als Familiennamen auch in dem Sinne von duckmäaserig: 

vorkommen; zu vergleichen wäre hier scheinbar demütig und dabei tückiai^ 



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dncknasig — Dümeke. 155 

hinterlistig. Das ist ein ducknaekiger Dudendop, m., b. Dtideldop. 

Racker, ilim ist nicht zu trauen. Auch DQderliell, m., &. Donnerkeil, 

sahst. Ducknack, m. Duderkeule, Duderkeil, /., Eolhenrohr, 

ducknasig, adj., der die Nase hängen Typha lau- und angustifolia L.; auch 

lärzt, niedergeschlagen, melancholiach Donnerkeil, m., Bumskeule, Pumskeule, /. 

ist. Bock, 9. Hagen, 944. 945. Schemionek, 9: 

Ducks, ffi., 1. Schlag, Faustschlag, DuddO'keule. In Pommern Pumj^nile 

Nackenstorz, wie Dulks a. Drucks (s. d.). und Buüenpäske, in Posen Bumszkatde. 

Lett. dukka, duktis, dukaünich Puff, Dähn., 363b. fiernd, 33. 

Faustschlag, Rippenstofz, auch dunkiich, Dudichak, m., s. Duichak. 

dMnkichiM. 2. geheimes, parteiisches DUdschker (ü lang), m., s. Deilticlier. 

Einverständnis demjenigen gegenüber, DItfrick, m., s. Differt 

der sein Recht sucht Du kannst von Dulk, /., Nase. Denn weer et jenner 

einem Merm zum andern gehen, es hü/t Titft der roden DulA. Dorr, LWiew., 10, 

dir nichts, sie haben alle einen Duck». Dulks, tn., Sto/z, Nackenatorz, Fauat- 

Lit sawo dtiÜt ein, nach seinem Kopfe schlag. Einem ein paar Dalkse im 

bandeln. Nsslm., Th., 33f. Sprw. I, Genick geben. Nach Schemionek, 9, 

639. Hennig, 54. auch Dullaks. Vgl. Drucks und Ducks. 

Oudaheil, Dudderkeil, m, s. Donnerkeil. S. Nsslm., Th., 34. 

Duddei, m., Mensch, der auf den dulksen, sw., von Dulks, tuit der 

Kopf gefallen, pflegmatisch und be- Faust stoJzen, puffend schlagen, nament- 

scbränkt ist. Marold. lieh in Nacken und Rücken. Nach 

Dudderkeule,/., s. DuderkeuJe. Sperber, 41, auch dullaksen. 

Dudei (u kurz), m., getrockneter Na- Dulkskartoffeln , plur., zu Brei zer- 

senschleim. Vgl. Klkel unter Keuchel. quetschte Kartoffeln, mit Milch abge* 

DudeMaschke, n., Schmeichelwort. Se macht und mit zerlassenem Fett (But- 
teart i^ nfinm« (fenn myn (ntöfef Po/war- ter etc.) übergössen. Oft wird zur 
Flaschke^ M^n Hartens-Stevgelke, myn Aufnahme des Fettes in die Mitte des 
lewstet Dadeldaschke. Carm. nupt. V, Breies mit dem Löffel das Duckloch ge- 
48 c. drückt: Dulktkartofeln mit 'm Duck- 

Dudeldop, Dudendop, m., Dummkopf^ loch. Dönh. Der Kartoffelbrei heilzt 

Einfaltspinsel, Träumer. Hennig, 54. auch Kartoffelgrutsch und Stau kkartüff ein, 

Sprw. I, 640. Mnd. dudendop, Hahn- pltd. Stükkartofle. 

lei, überhaupt einlaltiger Mensch, Tropf. Dulksnase, f., lange, dicke Nase. Im 

Mnd. Wb. I, 591a. Es dat nich wunder- Göttin genschen lange und spitze Nase. 

lichf gy senne dat ju op. Verseckt jun Schamb., 50b. 

hextet mt, ut junem ditdeldop. Carm. Dullaks, m., s. Dulks. 

nupf. H, 206 b. Hey iveet seck sÖlverst dullaksen, aw., s. dulksen. 

nkJt den Uhtscldag recht to geieen On Dilmeke, m., der Stern Alcor, das 

krÖgt Oft letzt woll nuscht, denn kuckt Reiterchen, im Sternbild des grofzen 

Matz Dudendop. Ibid. tll, 133 b. Bären; auch der kleine Bär. Er heijjst 

Dudelnase, pltd. DudelnäS,/., unsaubere auch Pudinke. Etiliche aier vx)hnen 

Nase; Schimpfwort für einen unrein- ei«n unt^ dem polo oder dem kl^neren 

liehen Menschen. Wagen, die Ackers-Leute pßegen ^ den 



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156 DummbeDte) — Dung. 

I>mAekm, aus einer vmderlick, doch när- DQmpf äff, DOmpflp, DOmpap (a = a), sl, 

rächen Fabel zu nennen. Linem., Domptaffe, Fringüla pyrrkula. 

F 3b. In der ersten Frage üt erweknet dQn, vhchd. daun, adj., dick, gedehnt- 

foorden, da/z diejenigen ao unterm Polo dick, elastiscli-voll ; vollgegessen, toU- 

oder fa»t unterm kleinen Baehren und getrunken, daher auch betrimkea. & 

Dümeken wohnen, den Tag iAer ein halb ist dick und dtin, fest, feist, gesund und 

Jahr lang hohen sollen. Ibid., F4b. munter; aber auch: er ist betranken. 

Den wem der grosse Wagen mit seinen Ock st ganz dun, icb bin voll gesättigt 

Dümeken, oder der grosse Bahr, besser Müske dün, Komke bötter. Sprw. i, 

noch der klmw Bahr bekandt etc. Ibid., 2587. Bösl satt, krüp op e Dack; höit 

Cola. dün, krüp und^re Tun. Ddnh. Sprw. 

Dummfaeufel, pltd. DommbUdel, m. He II, 2253. Hei ös so dün wt ScMi 

ÖS möt dem Dommbüdel beklappt, er ist Glomssack Sprw, I, 641. Se heft «l 

sehr dumm, die Dummheit sitzt in ihm, hübsche duhne 0hg'. Carm. nupt. V, 

wie der Puder auf ihm sitzen würde, 48 c. HWn er daun uTid voll ist, « 

wäre er mit einem Puderbentel beklopft, entrüst er sich bald. Stein, Peregrinos 

Elbing. Dzg. Nhg. Sprw. I, 664. XIU, 87. W. Mtsbl. VI, 159. ön « 

dummdätsch (a lang), adj., aus dumm he dun weer, Sir, vmrd he u^eitocAtrl 

und dättch zusammengesetzt, also aber- Dorr, 1. Wiew., 11. Zur Bezeichoimg 

aus dumm; doch auch dumm und wun- eines hohen Grades von Trunkenh«!: 

derlich. St nich ömmer so dommddtsch! sterndQn. Gedanism. Eck was von mck 

Dummenuschte, plur., dumme Nichtse, noch rommel-duhn onvoll. Carm. impf, 

alberne Einfülle, einfaltige Keden. Eei I, 282, 2. — bedOnen, aw., sich, «d 

heß nuscht wt Dommenuschfe öm Kopp, voll essen, betrinken. 

RSd nich solk DomTnenuschte! dQnbackig, adj., s. dQnbacksch. 

Dummerjan, pltd. Dommerjan Ca=ä), dQnbacksch, dOnbackig, vhchd. dw- 

m., dummer Jan, Johann, Dummkopf, backig, adj., mit vollen, runden Backen, 

Einfaltspinsel. Sehr weit verbreitet. Wangen, pausbackig. DatMühlieaati» 

Hei ÖS en rechter Dommerjan, Kann hei rund as wie en duhnhaekach Sämh- 

denn gar kein latsch ventän'. Volksr. Carm. nupt. I, 282, 11. 

26, 96. Hei ös dem lewe Gottke stn Dfine, /., Dem. Dflnke, Daune, FIwub- 

Dommerjan. Sprw. I, 665, Als Ab- feder. 

kdrzung ist wohl Dojftn anzusehen. rfOnen, sw., dehnen', aoadchnen, sof- 

Sperber, 10. lockern, aufblasen; daher auch htdt- 

dummeriich, adj. u. adv., einiUltig, von mutig erscheinen. De läwe Gottesgox 

beschrinktem Verstände. Grimm, Wb. dejf duhnd seck af on op. Carm. nupt. 

II, 1519. I, 282, 11. Er dünt sich, spielt sid 

Dummzeug, n., dummes Zeug, dummer au£ Eck bUd mie nu wat en, vor* 

Streich, Späfzchen. Heute mache ich Muhl duhnd sehck, de Kopp Wvrd ^ 

positiv noch Dwmjnzeug. Sopb.R.VI,453. acht Dagh gekehmt, eck ginek me n 

DUmpel, pltd. DOmpel, m., Tümpel. Glantopp. Carm. nupt 111, 77 c 

Kinger, jaagt dey Kiekel ut dem DSmpel. Dung, m., N^ahrungsstoff für den Acker, 

Carm. nupt. I, 282, 16. Dünger. Dem Acker fehlt Dung. 



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Dungflecht — durchgäogeln. 157 

Dungllecht, /., Seitenbrett an Wagen, tmrd der Fach verscheucht. Benecke, 

die zum DüngerfaKren benutzt wei-den. 361. 

ifflnigen, dlnigen, didjgen, tw., sättigen, Dunstkopf, pitd. Donsikopp, m., Kopf 

satt machen. Natangen. Dönh. Nach voll Dunst, angeheiterter, bersaschter 

Mähling auch; dnnigen. Eopf; aber auch Dummkopf. Aach 

Dwikerling, /., Dämmerung, öck ging Dustkopl. 
ön e Dunkeiling tom Näher. Natuigen. DupS, wi-, der Eüntere, podex. Ich 

Dünne, m. a. /., Diarrhoe. &■ hat hau' dir den Dups voll! Von dem 

den Dünnet. Sprw, I, 672. Für diesen gletchbed. poln, dupa; Pierson in den 

Znstand hört man noch folgende Um- Lit. Xq. weist anf das lit. düba. Loch, 

Schreibungen: Er hat den Durchmarsch hin. In Posen die Duppe, der Dupja, 

— den OeschwindmachAvrtig — den Ge- der Dvppiel. Bernd, 46. 
Kkwindschleifer — den Gräulichmach- Durant, m., Kleiderstoff, Zeug. Da 

Im — den Herrengang — die Koka- ist ihrer vielen, sonderlich unter dem 

dirma — (Äf schnelle Kathrin — die von Natur zuir Hoffarih sehr geneigten 

Pälausche Reise — den Schatter — den FVauemimmer , Grobgrün , Macheyer, 

Schotter. Durant u. dergl. erbar und reinlich Zeug 

dUnnfachtig, adj., s. lachfig. zur Bedeckung ihrer sündlichen Blöfze 

dUmschSllig, dUnnschellig, adj., von nicht gut genug. Aus einer Predigt. 

d&Dner Schale. DünnachäUige Kartoffeln. Hartwich, 50. 
Müfaling. durch, durchen, adj. u. adv., wund; 

dUnnsch]a(|ig,a(f/.,Ton dOnnem Schlage, zerrissen. Eine darche Nase, eine wunde, 

von geringer Stärke, Dicke. entzündete Nase. Durchne Fü/ze, 

DUnnung, pltd. DDnnung,/., die Weiche Durchne Hosen, durchene Schuhe. Sich 

anter den Rippen, die Flanke. In El- die Fü/ze durch gehen — »ich durch 

hing: Dinning. Scbemionek, 8. ön liegen — durch reiten. 
deDörmung schlage. Fr tragt die Bil- durchackern, etc., e. ackern. 
düng in der Dinning, den Geldgurt, die durchampeln, aw., durchwaten. Den 

Börse: er ist reich, aber ohne Bildung. Schmutz durchampeln. 

dunsen, pItd. donsa(n), donsteCn), sw., durchbollem, m., sich durch schlecht 

schwellen, aufschwellen, daher gewöhn- ten Weg durcharbeiten. Elbing. Sche- 

lich aufdunsen. Aufgedunsener Leu — mionek, 9. 

opget^natet GesÖcht. Im Götting. auch durchdraben, sw., durchtraben, auf 

schluoimem. Schamb., 51b. den Trab einreiten. Bildlich: Sie ixt 

Dunst, plld. Donst, m. 1, Rausch. Er durchgedrabt — eine Durchgedrabte; von 

ist im Dunst. 2. ein Weifzbier, welches einem Frauenzimmer , das viel erlebt 

warm getrunken wurde und sehr be- und durchgemacht hat. Königsberg, 
rauschte. Dazizig. W. Seidel, 29. durchen, adj.., s. durch. 

dunsten, bw., in der Fischersprache durchfallen, st., in der Rede grob, 

Tom Wasser. Es muss besonders darauf unanständig werden. 
gesehen werden, dass da» Wasser (^eim durchflHzen , mo., schnell, blitzartig 

Stintfange unt«r dem Eise) nickt ge- durch ein Zimmer eilen. S. flitzen. 
tri^t werde, denn wenn es „dunstef, durchgSngeln, sw., s. gKngeln, 



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158 



durcbgeben — durchsetzen. 



durchgehen, 9t. I. wund gehen. SkH 
die Fü/ze durchgehen. 2. UDgehörig und 
unerlaubt gehen : die Pferde gehen durch, 
Dehmen ReiJzaos; d^ liederliche Mensch 
geht durch, treibt sich schw&rmend um- 
her. Durchgehen vne dn Holländer. 
Die Eoüöjtder gehören zu den schneli- 
eten Seglern. Man pßegt »chersiceise 
mm diesen Schiffen zu äufzem, da/z sie 
untar den Wellen durchgingen, und 
dah^ kommt die Redensart: Er geht 
durch etc. Passarge, Balt, 144. Vgl. 
Sprw. I, 673. Wander, Sprw.-Lez. 
I, 712. 

durchgerben, sw., s. gerben. 

durchholzen, sk., s. holzen. 

durchkallaschen, ko., s. kailaschen. 

durchklotzen, 8W., durchsuchen, durch- 
schnüffeln; das Getreide oberflächlich 
dreschen. Mflbling. 

iturehkommOT, st., aoskommen, mit 
dem Yerdienste, dem Gehalte reichen. 
Davon das Durchkommen. Sie haben 
iir Durchkommen, ihre Einnahme ist 
eine auskömmliche. 

durchkrUppeln, pltd. dorchkiilpleCn), 
sw., sich, sich mit Mfihe nnd Not, 
ähnlich dem bettelnden Rräppel, durch- 
schlagen, sein Fortkommen, seinen Un- 
terbiet finden. Man kräpeli sock so 
dorch, als Antwort auf die Frage: Wie 
geht'sP 

durcbliegen, st, sich wund liegen in 
langer Krankheit. 

Durchmarsch, m. 1. Diarrhöe. Er hat 
den Dwchmarsck. Sprw. I, 672. S. 
Dünne. 2. Kunstausdruck beim Boston- 
spiel für Schlemm. 

durchnehmen, st, raufen, balgen, prü- 
geln. He hefft »ik mal mft eenem Ka- 
ninkemcachter dörchgenamen. Dorr, 
1. Wiew., 24. 

durchpuiken, sw., s. pauken. 



durchpelzen, sk., durchprügeln, s. 
pelzen. 

durchpulstem (a lang), sm., durch- 
prügeln, abprügeln. TgL pISstem, 

durchplumpsen, sio., durchs Examen 

durchpremsen, sw., gewaltsam durch- 
drängen. S. premsen. 

durchschachten, sw., dnrchprägeln. 
Flbing. Schemionek,9. Ygl. SchicM. 

durchschalmen, sie., einen Schaim 
(s. d.) durch den Wald schlt^n. 

durchschlagen, pltd. dorchschlage(n), 
dorchschlane(n) (a = ä), st. 1. vom Ge- 
treide, das gemahlen wird. Man lä(zt 
es nicht ganz in feines Mehl und Kleie 
abtichten, sondern schnell über and 
durch das Sichttiieh laufen. Man er- 
hält so etwas feineres Mehl, und Ton 
dem übrigen groben Mehl bäckt man 
auch noch Brot. 2. von Speisen (Erb- 
sen, Kartoffeln), welche durch den sog. 
Durchschlag — blechernes Küchenge- 
räte mit Siebboden — gerieben Pfer- 
den: durchgeschlagene Erbsen. 

durchschlQpen, m., durchschlüpfen, 
durchschleichen, entschlüpfen. Er will 
hier so durchscAlupen. Hennig, 237. 

beschmutzen. Mühling. S. i 



SU}., durchprügeln; 
durchs Examen &11en. Vgl schmierea 

durchschustem, su>., sich, mit Mühe 
und Not sich durchschlagen, durch- 
bringen. Vgl. einsehustem. 

durchschwuchten, sw., durchschwännen. 
S. schwuchten. 

durchsetzen, sie., ausführen, zu Ende 
bringen. Sein Stüek durchsetzen. Mög- 
lich, dat de Keerl mgt Sa/:ken prahlen 
deed, de he nick dorchsetten kunn. Dorr, 
1. Wiew., 73. 



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dorchBihen — ünscLitk. 



, Ute., durchseihen. 
durdnUkern, «w., s. sUkern. 
ifurehstankem, sw., s. stänkern. 

durchstauken, nc., s. stQken. 

Durchstecherei , Durchsteckerei , plid . 
DorchsUlkerT,/., aach Durchstich, m., ge- 
faeimee Einverständnis, mit einem an- 
dern verabredete, geheime Betrügerei. 
Ick setze meine £3tre, daß du da Durch- 
tteckerei hott, Soph. R. HI, 205. Herr 
Profewor, wo dies nickt Durchstecherei 
üt, so keij'ze ich Klöksken. Ibid. VI, 
327. Ehe aber solcher Prei/z oder Taxa- 
tion geschieht, soll der Schultz in Gegen- 
teart des Krügers, solches Bier-Probe in 
einer Flasche oder sonst in ein bequeme 
Gefäj'z versiegeln, damit hierinnen kein 
Dvrcksiich dem Eigner zu Schaden ge- 
schehenmöge. Willkür von 1676. Hart- 
wich, 329. Vgl Hupel, 55. 

durchstecken, sw., kleine Diebereien 
begehen, onterstützen ; ein heimliches 
Verständnis mit einem andern an- 
knüpfen. Mühling. 

durdlstSwem, ew., darchsUSbem, auf- 
merksam durchsuchen. Gaht pi miene 
Stowen 'nop, spart, ut, seekt nak, dorck- 
meuiert Alles. Dorr, 1. Wiew., 72. 

durchstakem, stc., a. stOkem. 

durchum, adv., zur Verstärkung des 
dwckaas. Durchaue und durchum hat 
er tcisaen wollen, wem er zu danken 
habe, Soph. R. VI, 248. 

durchwackeln, tw., durchprügeln, s. 



als da/z du jetzt mit Glück dick schlagen 
könntest. Soph. R. V, 349. 

aw-, durchprügeln, s. 



durchwalken,' sw., durchprügeln, s. 
walken. 

durchwamsen, ew., durchprügeln, s. 
Wams. 

durchwaschen, st., durchprügeln, s. 
waschen. 

durchweg, adj., au^eregt, angegriffen. 
Du bist viel zu sehr durchweg, sagte ick. 



durchwickeln, »u>., a. wickeln. 

durchwutschen, sw., s. wutschen. 

dQren, sw., l. dauern = ■währen, vor- 
halten, ausreichen. Dat wdd bt dem 
nich lang dure, das gute Leben, er 
■wird sein Geld bald vergeudet haben. 
2. dauern « bedauern, leid thnn. Dat 
dürt mt, das dauert mich. 

dUrfen, stc., in Danzig u. Kgsbg. s. v. a. 
brauchen. Ick darf das nickt ihun, ich 
brauche das nicht zu than. Ich darf 
nicht arbeiten, ich habe nicht nötig, 
durch Arbeit meinen Lebensunterhalt 
zu suchen. E. Förstem, Nach Sper- 
ber, 11, in ganz Ostpreufizen, 

DUrrkraut, n., s. Jungfergras. 

durschten, sw., wagen, getrauen; ge- 
wöhnlich in der Verneinung. Öck darscht 
nich, ich wagte es nicht. Mühling. 
S. dtren. 

DOS, m., s. DucIl 

DDs, »., As. S. Daus. 

dOs', d&se, adj. u. adv., sanft, still; 
dunkel, glanzlos, gedämpft in Ton u. 
Farbe, dumpf, nicht &oh. Das' reden, 
das' gehen. Düset Eüderttg, düse Musik. 
E düser Mansch, ein Mensch ohne 
Lebenalost und Munterkeit. Das &anz. 
doux; auch das franz. doucement tritt 
auf: Man ömmer düsemang, Tiar immer 
sachte, leise vorwärts gehen! 

Dusch, w. Yom., Dorothea. 

Duichak, Dudichak, auch Dutehnack n. 
Duichel,7n., Einfaltspinsel, träumerischer, 
dumm-albemer, plumper, unbeholfener 
Mensch. Sprw. I, 675. Pierson in den 
Lit. Äq. und nach ihm Nsslm., Forsch. 
3 Q. Th. 34 , weisen auf das lit. (ät^cu 
dick, beleibt, ungeschickt, plump hin-, 



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160 



Das^^el — dut. 



Passarge in seinen sdiriftl. Beiträgeo 
halt Dudchak mit dem serbischen teloA, 
Bauer, verwandt. Poln. dudek Einfalts- 
pinsel. Hingedentet sei auf das pro- 
vinzielle dat in &^ut.betäabt, momentan 
verdummt. 

Duichel, m., s. T. a. Duickak^ dann 
aber auch: Schlag in's Genick. Gieh 
Htm einen Dv4chd = Dv^ks. 

duichlig, adj., albern, dumm, träu- 
merisch, unüberlegt Mübling. 

Dufebnack, m., s. Dutchak. 

DOsel, Duiel, Ottcel, m., 1. Schwindel, 
Taumel. Öck kr^g to'n Düsel, mir wurde 
80 schwindelig. 2. Bausch. Se öe 5m 
Düsel, er ist betruoke^n, hat sich in 
D^l gesetzt. Ton diesem Zustande 
wohl auch Benommenheit, Unklarheit 
im Denken und Handeln, Traumhaftig- 
keit. Er lebt im holden Düsel, ist ein 
Dittlak (ukurz). Sperber, 11. 37. 41. 
3. Kreiselkrankheit bei den Schafen. 
In Posen anfzer 1. auch, gleich unserm 
Da^chel, Schlag an den Rop£, der duseln 
macht. Bernd, 48. ^hi Düsel und allen 
davon abgeleiteten Wörtern wiid u oft 
anch kurz gesprochen. 

DUsel (ü lang), m., s. OQsel. 

dOselig, dUselig, duielig, ittalig, adj. von 
Z)i(«0^ Schwindel, schwindelig, taumelnd, 
wirr im Kopfe, betäubt. Mi öa ganz 
duselig t6 M6d, mir ist ganz dQselig zu 
Mute. An einigen Häusern vmrde das 
kranke Gesinde unbarmherzig ausgetrie- 
ben, welche dann ganz dieselickt nach 
dem Posthause zugingen. Act. Bor. II, 
258. Ich kann ja nicht für meinen 
schwachen Kopf, welcher hiervon (von 
einer Überraschung) düsUch geworden 
ist. Soph. R. m, 169. 

DUselkopf, m., Schwindelkopf. Mensch, 
der viel nmherscbwärmt. Bauzig. Klein, 
I, 93. Vgl. Dudeldop. 

dOieln, dlUeln, duieln, dtseln, sw., tau- 



meln, betäubt, schläfrig, schwindelig 
gehen, handeln, im Dusel sein oder 
etwas ausfahren. Mt duselt de Kopp, 
mir wird schwindelig. Wo düseist ken, 
wo gehst du in deinem Dusel, in deiner 
Gedankenlosigkeit hinP Nach Hennig, 
55, dusen und dossein, bei Bock, 9, 
dussen und dossein, schwärmen, wie im 
Taumel leben, sich betrinken. Sie hiAen 
die ganze Nacht durch gedosseU. Er 
düselt aus einem Wirthshaus ins ändert. 
Mabling hat iär dossein ».\ic\i.: hemn- 
springen, alberne Streiche angeben, 
dumm-albem reden, also s. t. a. SCb>- 
ieln. Hol' heiop to doiU! Volsksr. 11, 
5111,2. — Zusammensetzungen: an- 
duseln, den Dusel verschlafen, aafr 
nfichtem. beduseln (s. d.). In Bayern 
dusen, duseln, im Götting. dusseln, di- 
sein, dutzeln, in der Schweiz dosdeit, 
daseien, holl. duizelen. Schmellerl, 
401. Schamb.,52a. Grimm, Wb.1, 
1758. Weigand, 1,356. 

Duieltier, n., Tier, das duselt; dod 
nnr vom Menschen, der trunken taa- 
melt. Ich bin ein wahres DuaeWtier, 
Ach, lieber Gott, komm' helfe mir. E^bg. 
Sprw. n, 588. 

dOsen, sw., s. dQseln. 

Duslak, in., s. DOsel. 

dUslJch (ü lang), adj., s. dOseHg. 

Dust, m.. Schlag, Stofz. Mühling. 
Vgl. Oulks und DüCks. 

Düster, m , von düster, Finsternis. 
Hei lätt söck den Düster ön e NänA 
kräpe, er zeigt im Düstem (Finstem) 
Furcht. Sprw. II, 589. 

DiiBtkopf, pitd. Dusllcopp, m., Dunst- 
köpf, benebelter, angeheiterter Kopf; 
Dummkopf. Dustkopp, schmer B(^ 
'rop. Königsberg. Sprw. IT, 590. 

dut, adj.y dumm, dumpt, benomm«! 
im Kopfe; vorzugsweise in bodut Vgi- 
Duttke und Dutschker. 



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Duttchbwk — dwftlen. ]6I 

Diitschback, m., Pausback, Kind mit Fraaenzimmer. Ton dut; vgl. bedut, 

dicken Wangen. Kl''n DtitsMackh, aach Dutschker. Dutte, Dutten auch 

ak ScIuneicheLvort. Natangen. Mntterbru&t, Brustwarze. Schmeller 

Duttchker, ?»., ärniliclier, unansehn- I, 405. 

Itcher Mensch in untergeordneter Stel- Dutz, m., von dufzen, die Anrede mit 

lang. Friedland Ostpr. Sprw. I, 567, du, als Folge des Abschlusses der 

DDttl^n, Dittchen, pltd. DUttke, Dittke, Brüderschaft. Wo de Dutz Ös, da ös 

DMke, fli. n. n., Silbergroschen, jetzt ök de Mutz, aus der Vertraulichkeit 

das Zehnpfennigstück ; von Deut, holl. entspringt die Dreistigkeit, ans dieser 

Ä«t Er mochte usohl nur ein Paar Hader und Streit. VgL Sprw. 11, 592. 

Dät^en in die Band kriegen. Soph. Dubkeilchen, n. Wir haben noch 

R. n, 76, Fvrjede mir nickt gemeldete nickt Dutzkeilcken mit änander gegeaten, 

TJiutrt muxste MuUer Susanne ein DOtt- als Zurückweisung der Anrede mit Du. 

ehm, vidche» ick von ihrem Lokn ab- Spr«. I, 679. 

zog, ins Social tragen. Ibid. III, 194. Duwack, Duwock, ot., Schachtelhalm, 

SAt, wt de Bur nau'm Düttke springt Equisetumaroenae und palusireL Schilf 

Er itt bekannt wie ein Düttchen. Söfz- un Duioak! Klang der Glocken zu 

ütg, std op, lät Düttken Htten. Dütt- Lopienen bei Tilsit. Volksr. 270, 937. 

im, ttä op, Idt Däler tüten. Dzg. Dick- Dmoock ist Zusanmiensetzong aus düvi, 

dtm itt mein Reickthum, Bruder, leih' dSf taub, uofmchtbar und wock oder 

ab" 'ii«B Düttchen. Sprw. I, 275. 309. mogg Ähre, weil die Pflanze eine Älire, 

3294. 575. Er itt ein rechte» altes Dütt- aber keinen Samen bringt Leunis 

Aen, von jungen Leuten, die in ihrem 1446. Vgl. 6rimm, Wb. II, 1774. 

änlzeruKrscheinenaltaassehenodersicb Mnd. Wb. I. 608b: duwenwocke. Brem. 

Oberhaupt altklug stellen. Von solchen Wb. I, 270: duKokken. 

sagtmao auch: sie sind al^cken (s. d.). IHIwel, m., s. DebeL 

Klein I, 94. Dwal, m,. Dem. Dwaleken, Dninm- 

OOttchenbrot, n,, Brot, das 1 Dütt- köpf, Narr. Hone DwaU, röp eck em 

chen kostet. Bekannt in der Provinz to, böst du verröckt 5m Koppf Carm. 

ist das Domnaaer Düttcheabrot. S. nupt. V, 190c. Nach Bock, 9, und 

Sprv. I, 588. Dtns Kinder freie vil, Rennig, 35, ist />uti2feA«n Schmeichel- 

ASe Dö^ e Dittkdfrot, Nömm e KU on wort, namentlich für Kinder. Im Brem. 

tehlä^ sedot. Volksr. 79, 313. S. auch Wb. I, 281, Dwaalke alberne Frauens- 

145, 615. person. S. dwalen. 

DBttchenpost, /., Name für die frühe- E>walch, Twalch , m. , Ko^entrespe, 

ren Korbwagen, die an den Thoren Bromus secaanus L. In Natangen 

^ Stadt Königsberg hielten und gegen Dwelk, Twdk. Pisanski, Nachtr. Müh- 

I Dfittchen (jetzt 10 Fig.) Passagiere ling. Auch Dort Hagen, 111. 

nach vor der Stadt gelegenen Ver- dwalm, sie. 1. gehen, wandeln; irre 

gDugongsorteo beförderten. Sie hielzen, gehen. Süll mi de Lost be/alTn, Möt 

da sie stArk anfstiefzen, „staukerteu", di kier rom to dwaWn! Dorr, 57. 

Bnd den Fahrenden tüchtig durchrüttel- Weil man die sieben Planeten für ir- 

ten, audi ironisch Gesuttdhoitswagen. rende und dwaüende Sterne gehalten hat, 

Dutte, /. Dumme Dutte, einfUtiges wokero sie ihren Namen bisjetzo annoch 



niKkUu, WSnubnsh L 



idbyGoo'^le 



162 DwarR — Dwittichcr. 

erhalten. hiaem.,Gff ib. Sü (die Sen- 9731). Boct, 9. ön StSckh Ihcarg 
tenüa Ariatarcki etc.) befreiet alle Sterne on Brot (nam öck mi möt). Carm. impt. 
...von dem weitldufftigen dwalen, in VI, 242b- Na, tone Twarg, dockt öck, 
dem sie beinahe das kleinste Corpus un- de sÖnn mt doch to harsch. Elbinger 
ter allen, die Erde, allein umbdrShet. Höhe. N. Pr. Prov.-Bl. a. F. IX, 246. 
Ibid.M2a. 2. alberne läppische Streiche Firmenich III, 496b. S. Sprw. I, 
machen, oDTernünftig haodeln und re- 613. Vgl. Knappkäse. 
den. MQhltng. In Livland: gaukeln, dwarsch, adj. o. ado.^ quer, schrig, 
Possen machen, albern oder läppisch überzwerch. !Natangen. Gewöhnhch: 
sich anstellen, verwirrt reden. Hu- dwftr: Hei kern de dicer. Aach substan- 
pel, 55. Sallmann, 30b. In LS- tiv.: He legt mi ok noch Andret pt de 
heck: kalbern, scherzen. Brera, Wb. I, Dwer. Dorr, 1. Wiew., 76. Brem. 
280. Letztere Bedeutung ist nach Wb.1, 281,nndSchntzeI,280: dwofi, 
Grimm, Wb. 11, 1776, die Ursprung- dwas, bei Dähn., 97b: dwas. 
liehe. Davon dwfliisch, adj., albem, dwase, adj., quer; dumm, närna^, 
dumm, närrisch, läppisch. MQhling. dämlich; verwandt mit (^aÜ«cA,(J2{HineA 
Guth. (fvofo tbfiricht, närrisch. Schade, naA. dtcatseh. Jungsken! Dwa^f Soph. 
120b. R. III, 222. Dwa», Dwaler, m., Narr, 
Dwarg, Twarg, vhd. Zwerg, m., Quark- Thor, Dumkopf. Rain. Voe 830 und 
käse, kleiner Käse aus geronnener Milch, öfter. Grimm, Wb. II, 1776. 
Glumse. Ist der Dwarg cylindrisch dwatsch, adj. n adv., närrisch, Üiö- 
gefonnt und an den Grundflächen ab- rieht, aberwitzig, unsinnig, toll, ver- 
gestutzt, so heilet er in Königsberg rQckt; albem, spafzig, geckenhaft. V^ 
Statzkedwarg, Stutzchenzwerg ; die ab- dioafe». Dat »önd daxUsche Narrt. 
geplatteten runden Zwerge nennt man Volksr. 51, 194. Dat öenoeh doBerm 
hier Botterdwarg, Butterzwerge. Bock dtcatach. Sprw. I, 3797, ünsem Sehnie- 
Nat I, 267, der Daarch schreibt, und der ging't dwatsch. Volkar. 81, 329. 
nach ihm Henn ig, 55, weisen für die Plapper^ hei doch nich so dwatsih.\ olkel. 
Erklärung des Wortes auf polo. dwa- 12, 5 lY, 4. ^i was so dwatsch to 
rog zweigespitzt. Zweispitz, hin, das Mod. Carm. nupt VI, 241b. JS, de- 
jedoch nur auf den Stutzkedwarg pas- wattch Zeig lere se (die Kinder in der 
sen wQrde, abgesehen davon, dafz diese Schule) genug, man macht Omte^et. 
Zasammensetzung bei Mrongovius Ermland. Firmenich III, 104a. i>tcal- 
nicht zu finden ist. Nach dessen Wb. sches Zetk! Schal^. 3, 6. Dieattdier 
heilzt der Dwarg poln. gomoika, doch Bans, verschrobener, halb verrfickter 
auch, wie der Quark, die Glumse, aus Mensch. Sperber, 41. Hermes in 
welcher der Dwarg bereitet wird, twa- Soph. R. II, 448 u. Y, 167, hat twsbch, 
rög. Far diese weiche Käsemasse welche Yerhochdeutschung heute m'dit 
und den aas ihr geformten frischen mehr gehört wird. Hennig, 55. 
Käse, ODSem Dwarg, haben wir neben dwatschen, sw., dwatsch thnn, albern, 
dem poln. twarög, mhd. twarc, ixcarg, scherzen, Spälze machen. Natangen. 
quark; russ. twarog, toarogü, serb. Dwatscher, m., einer, der dwatsch ist 
toarog, czech. twarok, lett. twahraka, lit. oder handelt En Dwatscher kann m^ 
warske. S. Nsslm. Th., 34. Schade, fragen, alt ften (zehn) lÜoge beoKt- 



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Dwnlscltbowsici — F.dder. 168 

loSrden iönnen Elbioger Ndrg. JVu scher, dammer, alberner, durchtriebc- 

raft e Ihoaticher mÖt dem Dammliffe. ner, sonderbarer Mensch. £^ ist eitt 

Dat M »0, ah wenn de Domme möt dem rechter Dwatschkowski. In den Gedanitm. 

Baattche kSst Sprw. I, 3094. 661. Dwatachkopfski. Sprw. II, 594. 

Dwatichkowski, m., von dtoattch mit Dwelk, Pflzn., a. Dwalcli. 

poln, Endung gebildet, also ein dwat- dwer, ado.. 



E. 

e, Vokal, erscheint in hchd. Ans- fast, Berg Bar^, Barg, Zwerg Dtoarg, 

spräche gedehnt, geschärft and stumm Twhg Cdas anslaatendc g = ch klin- 

oder dnmpf. Das gedehnte e (e) gend), Sperling Spdrling. — Das 

bleibt in der Mundart oft, nähert sich stumme oder dumpfe e bleibt in den 

dann aber sehr dem a, wenn es nicht Vorsilben, besonders in be und gel ge- 

geradezu in dasselbe Dbergeht (dann gessen gegete, nähert sich aber in den 

mit I bezeichnet); Pferd Perd, Seele Flexionssilben und namentlich bei den 

Sel^ lesen lesen, geben geae, erst erseht, Infinitiven, wenn kein Konsonant folgt, 

Leben Leuse; geht aber aach in ein sehr dem kurzen ä\ essen el£, eten in 

bald leiseres, bald merklicheres ei über: Danzig, Blumen Bhme. Bei den Erm- 

wenig vxinigy Segel Seigel, gehst geiat, ländem und Nalangem wird es sogar 

stehst ateiat (in Natangen gai^, staitt), ein klares a, ein Lieblingslaut derselben : 

oder bekommt in Xatangen undgrofzen- eta. Bei den Substantiven wird es als 

teils auch in Litauen ein vorgeschobe- Auslaut im Singular, seltener im Plural, 

nes t: giewe, geben, lieice, leben. Zu- gern weggelassen: Stube Stmo, plur. 

weüen wird es ein gedehntes i (Q: Stäwe. Lehmann, Volksmd., 23f. 

zehn ^en, He, Üge, oder verkürzt sieb Ebert, m. Vom , Eberhard. Hart- 

blofz: Leder Ledder^ Feder Fedder, wich, 54. 

jener jen(n). — Das geschärfte e Ecker, /., goth. oAra« Frucht, daher 
bleibt entweder: stellen tteüe, setzen 1. Frucht der Eiche und Buche. Letztere 
uOe, retten redde, sechs sess, Brett Frucht gewöhnlich Buchecker; Eichel- 
Brett, oder nähert sich dem Umlaut ö: ecker vermag ich nicht nachzuweisen, 
Fenster Föruter, gelten gSUe, schelten voiil&berhtrtmtaiEckerböm, allgemein 
tehÖlle, und dem langen ä: brechen jedoch^Ae, .Ei' = Eichen bäum. 2. Spiel- 
l>rdce, gelb gel, vergessen vergete, essen karte mit dem Zeichen der Eichel : 
He, messen wte. In Kkl oder Kerdel Eckemdaus, Eckernober, Eckemkönig etc. 
Ket\, wird es ein gedehntes e (e). Sehr £k ist ein Kerl wie ein Eckerndaus, ge- 
hSnfig geht es in ein offenes, meistens sand und kräftig gleich der Eiche, 
gedehntes, seltener geschärftes a über: Sprw. I, 1255. 1954. Hennig, 56: 
Herz Hart, Schmerz Schmort, Erbsen Egger und Ecker. Weigaod I, 359. 
Arfte, Arfte, Ferkel Farkel, Fdrkel, fest Edder, /., edderlg, ac^., s. Adder. 

11« 



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164 Edel — « 

Edel, w. Vorn., Edeltrand, Edeltrud. 
Hartwich, 54. Auch m. jüd. Vom. 
S. Btel. 

Edelherzpulver, n., Medik. Pulvis ant- 

Edward, m. Vom., Edaard, Hart- 
w ich, 54- Bei Jeroschin Eddewart, 
hinic wm Engelant 107b. Pfeiffer, 
141. 

eilen, adv., eben, soebea, sogleich, 
auf der Stelle. Se sacke sich an, <mn 
erseht redten se mischt, on demacher 
schwiegen se stell, onn effen waren se sich 
ffutt. Schaltj. 1, 439. Efen hatf der 
Vater was befohlen. Schaltj. 3, 6. Bretu. 
Wb. I, 292; Öcbütze I, 294: efen. 
Schemioneh, 9, hat effend, soeben, 
kaum. (Kaum?) 

Cgdbalhen, m., Balken der £gd£, Egge- 
scheide. Wol dem, dei under Dock öa, 
seggt de Foss on huckt underm Egdr- 
baiken. Sprw. I, 530. 

£gde, /., Egge. Ähd. egida, ekitha, 
mbd. egide, eide, mnd. egede, eide, lat. 
occa; altpr aketes (Voc. 255), lit. akites, 
akiczos, deiczos, lett. ezzeklia, ezzeicki. 
Nsslm., Th., 3. Heanig, 57. Davon 
Sgden, eggen, mhd. egen, ahd, egjan, 
ecjfean — lat. occare. Weigand I, 361. 
Grimm, Wb. HI, 32. 

Cgder, m,, Führer, Lenker der Egge. 

Cgdodis, Eggochs, pltd. £gdo>, Eggos, 
m., Ochs, der die Egge zieht, doch 
auch Pöugochse. Eggochs heifzt auch 
die Wasserwanze, Nottmecta glauca, 

Egdes, £gdot,/, Eidechse. Grimm, 
Wb. in, 32: ^de», Egdesse, alid. egv- 
dehsd, mhd. egedehse , mnd. egediase, 
agdisse. Über weitere Namen und Her- 
leittmg 8. Grimm, Wb. HI, 83. Wei- 
gand I, 365. Vgl. Ardas. 

£gd8cheide, /, Scheide der Egge, 
Eggebalken. 

£gdwinde, rein pltd. £gdwing'e, /., Eck- 



winde, wallende Ereisdrehang des 
Wassers, besonders in den Krömmungen 
(Ecken) der fliefzenden Ccewftsser Sam- 
land. Mühling. 

Egge, /., 1. Ecke, Eckstreifen an 
Tuchen, Tuchsaum. Es werden daraus 
Eggendecken und Eggemchvhe geflochten. 
2. märchenhafte Frauensperson. Es ü 
e Märche Vom Eppelherche, Von der 
schönen Egge. WiÜat es wisse, «xnf 
ich's dir segge. Oberland. 

Eggochs, m., s. £gdochs. 

Eheberedung, /., Ehepakt, Verlobung. 
Die Ehliche Versprechungen werden ins- 
gemein Ehberedungen genennt; Sie säid 
aber auch in der Thatrechte Beredungen. 
Carm. nupt. I, 165. Für Eheba-edtmg 
bitten, st^t man nach Hennig, 57, 
wenn der Prediger eine „vorhabende 
Verlobung" zweier Personen fiffenÜich 
in's Gebet scbliefzt. Mit dem Ge- 
brauche hat wol auch das Wort auf- 
gehört. 

eher, ehr, adv., in wenn-ehr (s. d.). 

ehern, ehr, adj., irden, thönern. Ekni 
Geschirr, irdenes Geschirr, Töpferzeog. 

ehr, adv., s. eher. 

ehrbar, adv., ernst, ernsthaft, steif im 
Wesen. Er ist ehrbar wie eine Töpfff- 
schürze — wie eine blecherne Töp/tr- 
mütze. Sprw. I, 686 In gleicher Be- 
deutung auch in Liv- und Estland. 
Hupel, 56. 

Ehre, Pflzn., weifzer Ahorn, Ac» 
pseudo-platanus L. Hagen, 1074. 

Ehrentag, pitd. Ehredag, m., Tag der 
Ehre, HochzeiUtag. Rtde Ös »tf'n Elm- 
dag, morge gä öck möt Bessern — /fr 
Sek möt Kaddtg. Sprw. 11, 604f. 

Ehrentanz, p)td. Ehredanz, m., Tuz 
der Ehre, Auszeichnung: mit Braut cwler 
Bräutigam am Hochzeitstage. 

ehrgestem, pltd. ehrgisire', adv., ehe- 
gestem, Torgestern, Ersucht den ttr- 



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täuke — einbacken. 



165 



lernen Ehrgett&rn. DShn. Sprw. II, 
3611. Marold: Mr^estem, tr. , ein 
langweiliger Mensch, der ia ollen Din- 
gen zu Hpät kommt 

ehrke, Ma, ad/., von eher, in dem 
Sinne von nächst, demnächst, in KOrze. 
£hte ßdg', in den nächsten Tagen. 
Eck icarju ehrke Daag tmey Ej/er daver 
idödx. Carm. nwpt. I, 282, 3. 

ehrmaU, adv., ehemals. Jok. Stephan, 
ehrmals ein Buchhinder-Geseü. Hart- 
wich, 304. 

dirpuichlig , adj. , abertrieben ehr- 
wördig, gesucht ehrbar. In Dan zig 
ehfpuillch. 

ei, Doppellaut, bleibt in der Mundart 
ei oder wird m: Eier Eier, Ata, oder 
geht grofzenteiU in i (m) über: reiten 
ride, rüde, leiden Itde, mein min, Eis h; 
leiten wird es langes S: breit bret, 
Kleid Kled, noch seltener geschärftes e : 
Eimer .&nm«r, (ai pflegt wie ei ge- 
sprochen zu werden: Kaiser Keiaer, 
Waise Weise^ Lebmann.Volksmd., 27. 

ei, interj., in Kgsbg. und wol auch 
weiter in der Provinz mehr noch conj. 
= aber and oder. Ei, ich hau! Ei, 
idi geh' dir eins ! Ei was ! Ei der Tau- 
setid! Mir ist heute gar nicht kalt, ei 
dirf Kaufen Sie mir etwtts ab, Hosen- 
träger, Kämme, Zahnbürsten^ EiSchwe- 
fdhölzchen? Ei hast du auch Sand- 
tckabel Wei/ztdu, vjoBrinkmann icoHntf 
Ei dut Ei der M^ert Ei der SeHg? 
S. Sperber, 11. 

Gchkätzchen, n., pltd. thkat, Skhamke, 
n., gewöhnlich jedoch Skkftter, Eichkater, 
m^ Eichömchen, Sciuru». Eichkater 
hin und wieder auch zur Bezeichnung 
des männlichen Tieres. Mahling, 
Tiem., 169. Vgl. Sprw. II, 640. 
Bdai, f., s. Ardas. 

BiM, m. jad. Vom., s. Dtel. 



Eiergrtttze, pltd. Bergrtt, /., ^e sehr 
feine Grütze. Hennig, 58. 

eiferaichtig, adj., kurzsichtig. DSnh. 
Nach Mühling im Ermlande: hitzig, 
aufbrausend. Vgl. Ubflrsichtig, 

eigen, pltd. figen, adj., sauber, genau, 
proper, akurat. Er ist ein eigener Meruch. 
Sie ist ein eigenes Mädchen. 

EigengSrtner, m., s. 6&iiner. 

Eigenheit, /., Akuratesse, Sauberkeit, 
pi'oprietas. Besonders zeichneten sich 
durch Eigenheit der Wagen und gute 
Pferde die Droschken des Fuh-haUers 
Waüner aus. Ostpr. Ztg. 1871. Nr. 
128. 

Eigenkäthner, pltd. £genkfitner, m., Be- 
sitzer einer Käthe, Köthe, Kote. S. 
Käthe. In den Dörfern, den alten Bauern- 
häusern, bleiben meist nur die Proletarier 
zurück, die Eigenkdtkner , welche Haus 
und Garten für ein "paar hundert Thaler 
von dem „ausgebauten" Besitzer kaufen. 
Passarge, Bali, 7. S. iUtliner. 

Eilau, Stadt, s. Eylau. 

Bie, /., s. Eule. 

Eilje, m. jüd. Vom-, Elias. Flatow. 
Schmitt, 112. 

Eilung, /., s. Hing. 

Eime, /., Granne, Ährenstachel. Vgl. 
Achel. 

Eimermacher, m., Böttcher, der aus- 
schlieTzIich Eimer macht. In Danzig 
giebt es einen Eimermacherhof. In 
Hamburg bildeten die Eimermacher seit 
1464 ein Amt zusammen mit den Beke- 
mahem. Germania XV, 266. 

ei nassen, aw., einsudeln, vollschmutzen. 

einäschern, no., in Asche verwandeln; 
mit Asche bestreuen; bildLch: einem 
derb zusetzen, ihm bange machen. Sie 
htUien ihn tüchtig eingeäschert. 

einausten, sw., EInaustung, f., s. auston. 

einhacken, mo., s. v. a. ausbacken, aus- 



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166 einbaDsen — einfallen. 

gebacken. Dm Brot ist gehmig (gut) einbuttsm, mo., s. das ror. 

eingebachen. Stollupöneo. Marold. eindSIgen, no-, 3. dalgen. 

einbansen, sw., das Getreide cid- eindlbnmem, sw., heftig einschlageiL 

scheuem, in Baasen legen. S. Banse. Einem die Fenster eindämmern. 

einblaien,no., durchBlfisen, mit Musik Bndarm, pltd. Endarmel, m., wörtlich 

begrül'zen. Diese Ehre wird auf Land- ein Mensch, der nur einen Darm hat, 

hochzeiten jedem geladenen Gaste zu zur Bezeichnung eines langen, ha- 

teil. Moiekante, ap'lt e mol waa of, da gern Menschen mit TorzQglichem Appe- 

hot (ihr hAbf) je de Bräulgomnoch nich tit. Nach Klein I, 98, im ElsaTz, „ein 

eingebloie. Ermländ. Freisch , Manu- einfaltiger Kerl; auch ein Mensch, der 

skript. Die Yerabschicdung der Gäste einfach gekleidet einen lässigen Gong 

erfolgt ebenlalls durch Musik: sie wer- führt", 

den ausgd)lasen. Vgl. EinspieL eindflsen, eindäsen, sto., einnickeo, ein- 

einbolzen, sw., s. bolzen. schlummern, eioschlafen. Mühling 

einbofzen, nn., s. bolzen. hat ändähsen. S. d&sen. 

einbrftgen, »w., einprägen, eindringlich eindrummoln, m., a. dnimmeln. 

vorstellen. Ich kante nur kaum ihm elndruseln, eiltdrQseln, eindQseln, a'n- 

einbrägen, da/z das (das schnelle Reiten duseln, nc., einschlummern, leicht schla- 

beim Gewitter) gefährlich ist, tceils den fen. Ich war ein bifzchen eingedusfU. 

Bliz zieht. Soph. R. IV, 163. S. druseln u. dOseln. 

einbrennen, pltd. linbrenne(n), at, stark einemweg (gesprochen einemwechy, 
trinken. E^ hat sich gut ungebrannt, adv., in einem Wege, ununterbrochen, 
Er itt eingebrannt, hat einen tüchtjgen immerfort. Das (Geschrei, Klavier- 
Rausch, spiel etc.) geht in einemweg. 

Einbringen, n., nach Klein,!, 79, in einer, j>ron., man, jemand. Hier ist 

Danzig ehemals die Haudlnng, nach einer seines Lebens nicht sicker. Sche- 

welcher die beiden letzten Ordnungen miosek, 9. Es ist Hner dagewesen, 

(das Geriebt und die Bürgerschaft) der es bat jemand einen Besuch gemacht 

ersten (dem Rath) ihre Entschlösse einfädmen, sv, einfädeln : 1. den Fa- 

Qber die von dem letztem in Vorschlag den in ein Nadelöhr ziehen; 2. bildlich: 

gebrachten Sachen feierlich vortrugen, für eine Sache die ersten Schritte thun, 

einbrocken, »ic., brockenweise von sei- sie anstiften, veranlassen. Die Oe- 

nem Besitz einbQlzen, Vermögen ver- schichte war /ein eingefädemt, fein an- 

lieren. Bei dem Gesckä/te habe ich gelegt. Nach Grimm, Wb. III, 169, 

lAchfig eingebrockt. Nach Mühling ist einfddmen die ältere und bessere 

auch: versehen, sündigen. Form des modernen einfädeln. 

einbuddein, sw., zunächst auf Bud- Einfahrt, pltd. finfari (a = Ä), /., das 

dein, Flaschen, fQllen, sodann aus der Thor des Hauses, gewöhnlich jedoch 

Buddel in sich aufnehmen = trinken, in Gasthäusern der Anbau, in velchem 

saufen. Mahling. Auch: Verlust er- die Fuhrwerke ein Unterkommen fin- 

leiden, vom Vermögen zusetzen, ban- den. 

kerott werden; letzteres gewöhnlich einfalien, pltd. St^iie(n), sf. De Kachel 

einbuttem. S. Sperber, 11. Vgl. 5s Öttge/aüe, die Frau ist entbunden. 

BMeL Sprw. II, 13S2. 



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Einfalt — Einkeble. 167 

QnMt, /., einfältiges, einfaches, irgend wo ein. Passarge, BalL, 

schwaches Bier. Da» kluge Bier lacht 258. 

die thumme EHnftät aus. Carm. nupt. einhexen, pltd. tfnhexe(n), sw., einem 

I, 174. scharf zusetzen, ihn in die Enge trä- 

MrrieMrn, sw., stark heizen; bildlich: ben, ihn warm machen, ihm einheizen, 

stark trinken. Er hat ffut eingefeuert. Öck war ^ anhexe! 

Sprw. I, 445. einholen, pltd. finhale(n) (a = ä), mo., 

einfleJhen, st 1. Aasgeäiehenes wie- an sich ziehen, heranbringen. HM ön! 
der einpacken. Vgl. fleihen. 2. stark Ruf der Schiffer, wenn das von ihnen 
essen. £^ fieiht gut ein. 3. klein bei- losgelöste Tau, woran das SchifF be- 
geben. Er mu/z einreihen, gewöhn- festigt war, an Bord gezogen werden 
Ijcher: einpacken. 4. Kraft und Fülle soll. 

des Körpers verlieren, durch Krank- einhornen, »k., sich, sich betrinken. 

heit körperlich herunterkommen. Der In der Zeit entstanden, in der man aas 

hat gut ängeßiehenl heiJzt es von einem wirklichen oder sog. Hörnern trank, 

elend Aussehenden. Dei heft »öck got öngehoi'nt 

tinfuchten, sw., tüchtig vorbereiten, einhucken, sw., einsitzen, wenig von 

einarbeiten, abrichten. Darin tat er ein- Qause sich entfernen; im Ge^gnia 

gefuchst. Studentisch. sitzen. Ek mufz einhucken. 

einfuppen, sw., in die Fuppe, Tasche einhusten, sw., wiegend einschläfern, 

stecken. Vgl. fuppen. S. hussen. 

eingal, pltd. Bngal {a = a), adj. und einhutzeln, nr., s. hutzeln. 

ado., egal, einerlei, völlig gleich. Dat einjuxen, sw., voll Jux, d. i. Schmutz, 

M mi alles engäl. machen: Wäsche, Kleider. Der hat 

eingruen, pltd. Sngraie(n) (a^ä), seine Hemden gut eingejmxt. 

berasen, festw&chsen, einwurzeln. Wer einkacheln, sto , heizen, in die Kachel 

m den Stand seck der gefleckten Hasen legen ; der Begriff des starken Heizens 

(Hosen, d. i. in den Ehestand) Wel ist mit dem Worte verknüpft. Heute 

ahne Ruh ahn' Rast, ahn af holden en- ist gut ftachtig) eingekachelt, 

grasen, De mot den groten Gott an- einkegeln, sw., einstürzen. Das Hau» 

ropen. Carm.nupt. H, 206b. Grimm, ts( eirtgek^elt. 

Wb. m, 193, führt aus EantY, 481, Ejnkehle, pltd. önkBI, önlte), /., das 

folgende Belegstelle an: Der nun gut wie eine Kehle Gestaltete: l.dieBacht 

eingegraste, vom Volk bestätigte Regte- In der Einkehle des kurischen Haffes 

Tungserbe. darf . . . keine Art der Fischerei be- 

eingrätzen, sa., s. griUzen. trieben werden. Fisch. -Ord. für d. kur. 

einhalten, st., sich, sich zu Hause hal- Haff § 10. Die Einkelde bei Memel. 

ten, wenig auegehen. Hennig, 95. Benecke, 315. 2. das tricbterartige 

eilriiarken, aw., s. harken. Netz innerhalb desAcbtergams in einem 

einheiraten, sw,, sich, durch Heirat Keitel, Sack oder Wenter, durch wet- 

in den Besitz des £rbes der Braut ge- ches die Fische gehen, und das sie 

langen. StTui mehrere Söhne vwhanden, am Entweichen aus dem Achtei^arn 

to gehen sie zur See oder h^rathai sich hindert; es heilzt aueb Inkel, was wohl 



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168 «nklncksen — EinUnf. 

nur die vhchd. Form das pitd. OnkftI, eingefügtes (eingelegtes) Land, das bei 

Onkal, Enkel ist. Vgl. Kehle. eintretenden Überschwemmung^ nnd 

einklucksen, sw., glücken, gelingen. Eisgängen, zanächst preisgegeben, den 

Dem Idüdat etgn, de kriffgter! Doir, andringend en Wassermassen aiisreichen- 

L Wicw., 6i Vgl Mudcett. den Raum gewährt. Im Sommer sind 

elnhnallen, sw., stark einheizen. Seuie die Eiolagrai Acker- und Weideland 

habt ihr gut eingeknallt und werden ia dieser Zeit durch dif 

elnknUllen, aw., Falten durch Druck Sommerwälle gegen etwaigen Änstan 

erzeugen; sich «nknUllen, sich betrin- des Wassers geschützt. Es giebt eine 

ken. S. knlllfm. Marienburger und eine Elömger Em- 

elnknOtlchen, sw., quetschend in Fal- läge. An »eibigem Zo^e [11. April 1740] 

ten bringen. S. knOttchen. Abends trieb eine MstchoUe herab uni 

einhomman, st. , einer Behörde mit spaltete zwo Ruthen oben tjon» Damm 

einem Gesuche kommen, ein solches ab, in der bebaueten Einlage... Diae 

einreidien. Um ürlattb einkommen, genannte Einlage, welche ein medriget 

Urlaub nachsuchen. LaTid zwischen zwiefachen Dämmen ist, 

EInkllmmling, m., der eingeschaltete war vom Eisgange an noch den 28. April 

Tag, der Schalttag, die Einschaltung. He/ unter Wasser, Bock, Nat. I, 796. 

Wenn es aber geschehe, da/z in einem Vgl. Voriand. 

Monat 2 neue lAcht fali^n, wird das einlassen, st., Säume in den Kock des 

arate dem EinkömbliTig, das andere aber Mädchenkleides einlegen; sie werden 

(2es folgenden Monats Benennung gege- ausgelassen, au%etrennt, zur Verl&nge- 

ben . .-. Das folgende neue LAcht aber rung des Kleides, wenn das Kind ge- 

vmd Vollmond w^-denEinkömlinge. Also wachsen ist. 

soUe der Vollmond so den 20. Aprilis Einlafz, m., auch Einlafoloch, n., Wune 

V. J. einfäüt, voU ApriU-Schein hassen, (Loch) im Eise, welche die Fischer 

der Neurmond aber, so den 5. May, und aushauen, um durch dieselbe das Garn 

der VoUanond den 20. May »ölten vom ins Wasser zu senken , einzulassen. 

Einkömling nach dieser Regel ihre Be- Vgl. Winterfischerei. 

nennung haben. Linem., Cla. Ein- Einlafzioch, n., s. das vor. 

^^ömm/'tn^ = Schaltti^. Lepner, 110. Einlatt, n., nach Klein I, 99, in Dan- 

Piersou, Matth. Prätor., 51. zig die „dicke Leinwand, in welche 

einkriegen, sw., einbekommen, ein- die Federn der Betten geschüttet irer> 

nehmen; einholen. Schulden einkriegen, den"; auch Inlit, üblicher Inlet, eewölut- 

Ich werde ihn schon einkriegen, wenn lieh jedoch EinschUttung, pltd. OnscMlt 

auch langsam. S. kriegen. dung, /. Seine Frau und älteste Toch- 

einkuidieln, sie., »ich, einkutschen, »w., ter hatten au» Inlitten sich Kleider ge- 

3. kuicheln. macht. Soph. K. V, 332. EinschüUung 

einladen, st., in abertragener Bedeu- erklärt sich selbst; für Einlatt weilt 

tung: nnmälzig essen. S. einpacken. Klein auf einladen oder «tnjawfi 

Einlage, /., mit niedrigen Dämmen, (hineinthun »> einschütten) bin. S. ein- 

sog. Sommer- oder Stauwällen, ein- laden. Hennig, 58- Grimm, Wb. 

gefriedigtes Vorland in dem Inundatious- IV 2, 2122. 

gebiete der Weichsel and Nogut als Etnlauf, m., Flinte mit einem Lauf 



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einl^^D — eiDpacken.' 169 

pitd. Ilnlflgge(n), ein Ge- letzig. Sclimid, 161. In Pommern 

schenk zum heil. Christ machen, wol erulUk. Däbc, 107a. hiVosKo. eelitsig. 

veQ ein solcliee nrsprQnglicfa in einen Bernd, 49. 383. In Hessen eitUtiziff 

Teller gel^ wurde. Wat keß hei (der einfach, einzeln, wenn es gilt, die Ein- 

höL Christ) dt öngeleggt, was hast du fachheit der llehrheit recht dentUch 

za Weihnachten bekommen? gegenüber zu stellen: ein eitüttziger 

Bnlesung, phd. änltaung, /, die Fädea Schvh, ein einUtzigea Hemde. Vilmar, 

des Aufzages eines Gewebes, durch 251. In Bayern aintützig. Schmel- 

einUten — einziehen (einsammeln) zwi- 1er II, ÜSl. 

sehen Kamm and Schienen geordnet. einloden, hb., Federn in die Ein- 

Vgl. Das Wirkgestell, 12ä. sohötlung füllen. Tgl. Bnlatt 

anliegen, pltd. )tnligge(n), st. 1. bei einmachen, pltd. Snniake(n) (a =: a), 

der Mahlzeit tüchtig zugreifen, stark tw., den Ofen heizen. Bei strenger 

essen; in langem Zuge trinken, also KäUe mufz zweimal eingemacht werden. 

gleichsam sich in Schüssel und Krug Hennig, 58. 

hineinlegen. Eei liggt in, a» wenn de Einmab, n., Abgang an Gewicht 

Diioel Btot sitt. Elbicger Ndrg. 2. mit und Yolnmen beim Getreide dorch La- 

Toller Kraft und grofzem Eifer an die gerung. Er beträgt, nach Mühling, 

Arbeit gehen. Dat Pird Uggt ön, liegt auf die Last 3^ SchfFl., so dafz eine 

mit ganzer Elraft in den Sielen, zieht Last beim Einmessen 60, beim Ans- 

ffiit Anstrengung. messen nur 56^ SchfFl. gerechnet wird. 

Einlieger, m. 1. Mietsmann, Ein- Daber Einmajz auch = Last von 60 

vohner zar Miete. Liegen = -wohaen, Scheffeln, Ausmafz ^Liist von 56^ Schef- 

äia. tigge wohnen: liggepaa landet, anf fein. Vgl. AbmaJz, Aufmalz, Knimpfmalz, 

dem Lande wohnen. 2. in der Dzg. Nhg. Zumafz. 

Arbeiter,gewöhnlich verheiratet, welcher einmotteln, zw., unreifes Obst zor 

bei einem Hofbesitzer in Dienst steht und Nachreife in Heu oder Stroh hüllen, 

mitseiner Familie in einer Käthe wohnt; Mühling. 

oft jedoch ist er auch ein unverhei- einmummeln, su., warm bekleiden, 

lateter Instmann. Yiolät, 86. Vgl. einhüllen, s. mummeln, 

ttriner und KäUiner. einnuicheln, sw. 1. schmutzig machen 

einlltzig, einlebig, pltd. Inlitzig, ftn- und zwar Wäsche und Kleidung. Die 

Mtzig, ermlBndischeinlltlGh,6nlHsch,mhd. Hemden sind gut eingenu4chelt. 2. sich 

MiKte, einlütze, ahd. einhtze, adj., ein- einnuicheln, sich einnisten, mit der Nase 

zeln, nnverheiratet. öch sei noch en- voraus sich innig ein- und anschmiegen 

Hisck, ich bin noch unverheiratet. Er in Deckbett oder Lager. Vgl. nuicheln. 

üt ^n einUtziger Mensch. Ein ein- EinBsef, n., der Hemd arm elsaum, die 

HtKher Mann (der die „gilde gewinnen Linte, weil darin die Ösen oder Knöpf- 

will") giebt drey floren geringen geldea IScher eingenäht sind. Hennig, 58. 

vnd eine einlitache Frawe die da Fische einflsen, sw., den Faden in die Ose 

KÜet die giebt 1 vw, ger. geldes. Fischer- ziehen, einfädeln. S. Ilsen, 

ßoUe Königsberg 1538. § 3. Benecke, einpacken, no. 1. anm&lzig essen. 2. 

287. In Schwaben einlitsig und ein- unverrichteter Sache abziehen. 3. an 



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170 



MDpampsen — einühuichen. 



Erfiftea abnelimeD. Der hat tücktiff 
eingepackt, sagt man von einem, den 
Krankheit stark mitgenommen. 

einpvnpsen, »u>., einstopfen, viel essen. 

Vgl. pampsen. 

einpauhen, sw., s. pauken. 

ejnpekflin, rein pltd. Itnpekle(n), sw., 
einpükeln, einsalzen. Bildlicli: eiTige- 
pekelt sitzen, sehr gedrängt und beengt 
sitzen, als wäre man eingepökelt. Er 
i»t eingepikett, er sitzt im Gefängnis. 
Nach Hennig, 58, auch stark heizen. 
Die Magd hat heute recht nngepökelt. 

einpfarran, sw., zu einer Kirchen- 
gemeinde schlagen, einer Pfarre zu- 
weisen. Jedes Dorf wt eirigepfarrt, 
einer Kirche zugewiesen. Vgl. sin- 



elnpinkeln, sm., das Bett nässen. 

flinprägeln, mc. 1. an einer Flamme 
schmoren, oder durch Hitze etwas ein- 
trocknen lassen. Die aufgestriclieite 
Salbe mu/z eijigeprägelt werden. Sieh 
den Puckel eirvprägeln, andauernd mit 
dem KScken gegen den heil'zen Ofen 
stehen. Di£ Landen einprägebu, sie 
eine Zeit lang in den Ofen halten, da- 
mit sie sich gut schälen lassen. 2. 
stark heizen. Heute höht ihr gut Hn- 
geprägelt. Vgl. einpökeln. 

einpremten, su>., einpressen, drückend 
hineinzwängen, einstopfen. Er steckt 
in dem (engen) Sock vne ängepremst, 
als ob er hineingezwängt wäre. Vgl. 
premsen. 

oinpAdelfl, »w., wörtlich: in die Pudel, 
hchd. Paudel, packen; davon: plötzlich 
aufhören, nnerwartet au%eben, ab- 
brechen: eine Arbeit, ein Geschäft etc. 
Der Kaufmann hat einpudeln misten, 
er hat Bankerott gemacht. Pudel ön, 
Geseüke, mtn Mann dankt /er de Arbeit. 
Dönh. 

einpummeln, pltd. flnpummleCi)* «x*- '^ 



einmummeln, (HnbOUen. Bä streago' 
Kälte werden die Kinder in Tflcher 
gemummelt, gepummelt, gepungeU. 

einpungeln, pltd. llnpungleCn), s. das 
vor. 

flinpQsten , aw. , ein blasen, einreden. 
£0" Idfzt sieh allerlei Dummkeiten än- 
püsten. 

Einquartienmg, /. Er hat Einqar- 
tieruTtg, er hat Läuse; von dem, der 
sich kratzt und echobbt. 

eint, num. 1. zur Bezeichnung der 
Schnelligkeit einer Thätjgkeit oder 
Handlung. Eins ein», weg war er. 2. 
In der Kedeneart: Einem ein» bretmen^ 
eine Ohrfeige geben. 

einsalben, pltd. ttnsalweCn), sw., ».nlbea 

eintauen, pltd. flnBlle(n), «c., eii- 
schmutzea ^ einjuxen (s. d.). 

einsaufen, pltd. )tnBllpe(n), st., in sich 
saufen, sich betrinken. 

einschenken, sw. Er mu/z einscltenkoi, 
„sagt man von jemandem, der weit 
unter einem anderen ist, oder aacli 
seines Zweckes verfehlt." Heonig, 
230. Ebenso im Brem. Wb. IV, 636. 
Ygl. schenken, aufschenken. 

Einschiebbeti, »., Bett, das durch eioen 
verschiebbaren Teil verbreitert werden 

EinBchlag, plld. Önschlag, m, der in 
den Aufzag des Gewebes eingeschossene 
und dann mittelst des EkUnmeB ein- 
geschlagene Faden. Über die Zuberei- 
tung des Games zum Einschlagen s. 
Das Wirkgestell, 126. 

einschmieren, ato., stark beschmuuen, 
unsauber machen; namentlich von der 
Wäsche. 

einichmoren, nc., sich, s. schmomk 

einschnittig, adj., was nur einmal im 
Jahre geschnitten wird, z. B. d»f 'w- 
sclmittige Wiese. Hennig, 58. 

einiehulchen, mc., Kinder durch lüo- 



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eiDSchuatern — einireichen. 



171 



Dnd Eerwiegen in den Armen und 
duich Gesang von ^cA, hh! oAet ichm'ch, 
«ibitrA.' in den Schlaf bringen. In BRj- 
en m^nücA^n (^ä, psch!). Schmcl- 
ier !, 300. 

einschustem, phd. ynschu>tre(n), nr., 
im Schnstern zusetzen, überhaupt ein- 
bülzeD (weil baTzen = anflicken. 
Grimm, Wb. U, 572), Verlust erlei- 
den, aos seinem Yermügen zusetzen. 
Bei dem Geschäft hob' ick eklig einge- 
Kiiaten. Nach Mühling auch: ein- 
schmeicheln; sicher so im Posenschen. 
Bernd, 52. Vgl. Grimm, Wb. III, 
m. Weigand 1,374. Ygl. einbuddeln, 
einbuibn). S. durchschustem. 
L EintchUttung, /., s EinlatL 

Eime^ng, /., Konfirmation. Warte 
Mir nocA bü zu deiner Einsegnung. 

Gnsegnungsspruch, -vers, m., Bibel- 
fpmch oder Liedervers, den der Kon- 
£nnaiide bei seiner Einsegnung, oft 
oebea dem Glaubensbekenntnis, als Ge- 
löbnis laut hersagt. 

eintaifen, pltd. flnsfipeCn), »»., von der 
eigentlichen Bedeutung übertragen; ver- 
leumden, anschwärzen; einen derb an- 
fahren, ihm tüchtig Bescheid sagen; 
antfihrea, prellen. Der hat mich gut 
eingeseift. Ek war »e fnseepen. Dorr, 
L Wiew , 103. 

Bni)Anntger, m., der einspännig Fah- 
rende, in früherer Zeit volkstümliche 
Bezeichnung für den Rathausdiener. 
Eennig, 58. In Pommern ein Reiter 
2u öffentlichen Geschäften. D&hn., 
IDOh. Auch: Junggeselle. 

nnspicken, sw., s. spicken. 

Einspiel, n. 1. Orgelspiel oder Ge- 
sang mit Orgel begleitung, womit ein 
Brautpaar bei seinem Eintritt in die 
Kirche emg&ngen wird. Nach Beeu- 
digong der Feier Terl&lifit das getraute 
Paar die Kirche unter den Klängen 



des Ausspieles. Hintz, 64. 2. Tusch- 
artiger Grufz der Hochzeit£mnsiker bei 
Eintritt des Brautpaares und der Hoch- 
zeitsgäate in das Brauthaus. Musikerigte, 
npeelt e' mol was off, ea hat Je noch nich 
de Braitkomm eingespeelt. ErmUnd. 
Freisch., 15. Vgl. einblasen. 

einspielen, sw., s. das vor. 

Einsprach, /., Eijispruch, Widerspruch. 
Sie hat Einsprach wAo6«i(gegen die Ver- 
heiratung eines proklamierten Paares). 

einspUnden, einspunden, mo., einsperren, 
gefangen setzen. Ek weer nah dran, 
aa Hex von Brentford §ngeapuingt to 
warren. Dorr, L Wiew., 112. 

einstechen, st., emstecken. S. stechen. 

Einstellung, /., die Befestigung des 
Netztuches im Kurrennelz zwischen den 
Simmen (s. d.). 

einsttmen, »w., von treibendem Schnee 
eingeveht werden, S. stTmen. 

einstQken, sv>., s. stQken. 

einthun, pltd. SndOn, ein Thun, einer- 
lei, gleichbedeutend, gleichviel, eben 
dasselbe; auch eintkunt, rntünt, endSnt, 
und Substantiv.: en DSnt. Ija, das efz 
Tneer denn och all eenthuhnt. Schalt]. 
3, 12. Ei, Vader Joost, dat es eendoont, 
Wat onse Sckwin on Rinder teeren, 
Seelenw., 85f. Doch das ga ein Tku-nt. 
Dorr, 1. Wiew., 4. Awer dat gs aller 
eendont, leewer Mann, Ibid., 27. Dem 
gs't ganz eendont, wat he uing^ de Press 
bnngt. Ibid., 32. S. auch das. 42. 44. 
117. Dat ÖS ttceierlei on Sn DSnt. Sprw. 
II, 3022. Bock, 9. Hennig, 59. 

Eintunke, /., BrOhe, Sauce. 

eintunken, aw., eintauchen. 

einwetehen, sir., eintränken in Wasser 
u. s. w., um zu erweichen. Die unreine 
Wäsche wird eingeweicht, damit sich 
der Schmutz tdse; Schafe werden ein- 
geweicht, d. h. am Tage vor der Wäsche 
dnrch Wasser getrieben; Flachs ein- 



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172 einwendig — Eisw&cfae. 

weichen = rösten. Bildlich: rerleum- Einen loseäen, ihn fra machen, z. B. 

den, anklagen, beschuldigen. Ock ftebb den Mann von der Fraa für cinm 

em g6t öngewikt, ich habe seine Fehler Kneipabend. — S. ein anderes eittn 

eingehend zur Sprache gebracht. anter aifzen. 

einwendig, adj. und ado., inwendig, aisendIg, pltd. tsendig, adj. von Bt, 

innerlich. Das kann ich ata- und ein- eisig. Ea ist tsendig kalt — eine etsen- 

teendiff , das verstehe ich ans dem dige Kälte. 
Grunde. Eiscnsand, m., der durch Eisenozfd- 

ei n widmen, SIC., einp&rreD,eiQerKirche, hydrai zu einer festen Schicht verbnn- 

einem Kirchenspreogel zuweisen. Die dene Sand, der auf der kurisch^ Keb- 

Dörfer sind zur Kirche N. eingewidmet^ rung z. B. schon in einer Tiefe von 

auch eigewiddemt^ und letzteres rieh- 2 — 3 Fulz liegt Altpr. Mtsechr. IV, 

tiger. Hounig, 59. Vgl. Widdern. 204. Er heifzt auch: Fuchserde, Ort- 

einwi^dien, »ic., s. wiichen. stein (Olang), Ur, lit. kraulä. 

einwissen, st. In der der Redensart: Eiser, n., Eisen. Ermland. Sper- 

nicht ein~, nicht ausioissen, keinen Aus- her, 11. 

weg wissen, in grofzer Verlegenheit Eiwrapfel, m., eiserner Apfel, Winter- 
sein, apfel, der erst spät reift nnd lange 

anziehen, pltd. ttntCneCn), zum Milit&r hegen muTz, bis er geniefzbar wird, 
ausheben, einberufen. Sie haben Um Eisfisch, m., Fisch in Eis eingefroreii. 
Hennig, 59: „Eisfisch wird genannt, 



Eisbock, pltd. tsbock, m., Eisbrecher wenn der Wind das Eis beim Abgänge 

im Strom vor den BrQcken. an's Land wirft und einige Fische, die 

eisch, adj., s. ailz. eingefroren sind, zugleich mit ausge- 

sUclie, eiie, inteij., warnend =■ ei. worfen werden." 

Sperber, 41. EishecM, m., Hecht, der unter dem 

Elsen, pltd. Ise, n., die Säge, beson- Eise gefangen und dann gesalzen wurde 

ders die der Brettschneider. Dat Ise Benecke, 275f. 

tcharp mäke, die Säge schärfen. Müh- Eiswache, f., die Wache auf den 

ling. Weichseldämmen zur Zeit des Kisgan- 

Eisen, altes. Zur Bezeichnung alter ges. In jedem Deichrevier sind ge- 

Jun^esellen and Jungfrauen. Nichts wisse Ortschaften verpflichtet, die Eis- 

mehr, als da/z man denn die alten Jung- wache zu besorgen ; zu diesem Zwecke 

Gesellen Zum alten Eisen mit vei'dcht- beziehen die Eiswachtmannschaften, ge- 

Uch ffiegt zu. stellen. Carm. nupt. II, wohnlich Dswächter genannt, ihre Wacfc- 

94d. Noch ene Landhochtlt mötmäke buden (Krüge) auf den Dämmen. Die 

<m denn mCt öle /ser. Sprw. I, 2288. Beiticnecllte hajten, das Beil, die Ait, 

eisen, pltd. 1se(n), sw., das Eis mit im Arm, militärisch vor der Bude 
einer Bicke losschlagen, öffnen. Den Wache; der Damm Verwalter erö&et 
Rinnstein eisen, von Eis frei machen, die Eiswache und präsidiert derselben, 
In Zusammensetzungen: aufeisen, lOS- ihm zar Seite stehen die Schulzen und 
eisen. Letzteres auch bildlich: öck Schoppen, welche die verschiedenen, 
hgbb em den Qille hageist) ich habe durch von anderen Wacbbuden durch be- 
Bitten ihm den Gulden abgeschwatzt riiteue Boten abgeschickten Rapporte 

D,3,t,z.dbyGOOgle 



etft — Ellirche. 



173 



in CID Protoknll eiotregen. In gefahr- 
losen StaDden wird die Zeit dardi Kar- 
tenspiel nnd beim dampfenden Ffeif- 
clien verbracht. Naht die Gefahr, so 
igt die Thätigkeit der Wachen eine so- 
gestreDgte und gewaltige nnd dennoch 
oft eine erfolglose. Näheres Viol^t, 
107£ Passarge, 196f ~ Südlich 
n^ man von dem Ehemann, welcher 
der Entbindnng seiner Frau entgegen- 
' sieht and darum nicht ausgeht; Er üt 
n.f Eiawacht. Sprw. I, 721. 

dlz, (K$'., s. arfz. 

«iben, sie., s. alfzett. 

Btel, m. jnd. Vorn., aach Eidel, Edel, 
OdeL Yon eitel oder eddf Flatow. 
Schmitt, 112. 

ejwo, ituerj., e. Swa. 

tite, interj., s. eüche. 

tk, £ka, /., Eiche. Vgl. Ecker. 

etelig, eklig, adj., leicht Ekel erregend, 
widerlich, verdrielzlich, unangenehm. 
Sei dock nicht gleich so ekltff. Dat öa 
»> ekUfft dat du geichabbert hast. Das 
ist ein etiler Mensch. 

(ken, adf., eichen, aas Eichenholz. 
Eken DÖach. Hei kann dörck e cke 
Brett kicke — wenn e Loch bönne 5s. 

£Uilrnke, n., das Eichhörnchen. S. 
Eiehkttzchen. 

£kkatt, /., £kkaler, m., s. Eichkätzchen. 

eUig, adj., a. ekelrg. 

Elbind, Stadt in Westpr. am Elbing- 
Boese, früher, neben Elbing, Eibinga, 
Elbingum, bei Jeroschin: Elbinc, m, 
at dem EUnnge. Pfeiffer, 142. Der 
Flnl'z hiel'z Elbing und Eihingm, bu 
Wolfetan iJfing, Nsslm. Th., 35. Die 
Bewohner Elbings heil'zen im Volks- 
munde AlbtTtger. Ei giebt dreierlei Men- 
mA«»: ^vte, tckUchte UTtd AÜnnger. 

Benent,». Flüch£geiElemmt,^eA\V. 
lÄmmentam ammoniacatum. 

Elend, n., das Elen, Cerma Alcet. 



Elen aus dem poln. jeleh, russ. oleh, 
lit. ihm, iu allen Sprachen m. = Hirsch, 
-w&hrend das Elen slav. los, poln. loi, 
lit. ^e(^ü heilzt. Hennig, 59. Grimm, 
Wb.ni,406. Weigand I, 382. 

Elfgang, m., elf Gänge im Weber- 
kamm; zur B ezeichnang ein es sehr schma- 
len Gewebes. Jeder Gang enthält 
40 Rohrsprossen des Kammes. L>ike8 
M( em Mfgang. S. Sprw. 11, 1851. 

£lge, Olge, /, das Ol. Daozig; doch 
nur pltd. f. 

Elies, m. Vorn., auch Lietke, Elias. 
Hartwich, 54. 

Eik,m.u./., Hüs. MDbling, Tiern., 
169. Violöt, 100. Denn (kriecht der 
Geist) en de Elk. Seelenw., 41. De 
Elk sali dat Rackertieg holen! Dorr, 
1. Wiew., 36. Hier scheint also Elk = 
Tßufel zn gelten. Auch als Schimpf- 
wort tritt Elk, Ölk auf: ji Elk! Dorr, 
a. B. 0. 100. Vgl. Duck. 

Efler,/., plw. EH're, Ellern, Erle, altpr. 
alskande, lit älksnis, dÜania, lett. eüctcknis, 
waiMchnia, poln. ol»za; provinziell auch 
Else. Hagen, 987. Hennig, 59. Hu- 
pel, 58. Nsslm. Th-, 5. Davonellem, 
adj. : elleme Bretter. Eller als Oi-tsname, 
im Reg. -Bez.. Königsberg: Ellem, EUer- 
krug, Mierlacken, Eilermühle, Sfern- 
bruch, Ellemhaus, Ellemhof, Ellemknig, 
Mierwalde; im Reg.-Bez. Gumbinnen: 
EUembruck, EUemthal. 

Ellernbruch, pltd. EllerbrOk, m., Bruch 
mit Erlen bestanden. Auch als Orts- 
name: Ellembrach, Dörfer imKr, Ger- 
dauen und im Kr. Niederung. 

Ellemholz, pltd. Ellerholt, n , Höh der 
Erle. Rotes Haar und EUcmkolz wächst 
auf keinem guten Gi'wnd. Sprw. II, 
1064. 

Ellerwald, pltd. Ellerwtld, m., Wald 
von Erlen. 

EllJrche, /., Ellritzc, PhoxinuslaeoiaAg. 



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174 



Eis 



- Eb ponr Kliffe. 



SimonGranAa, Tra£t.T,cap. JII. Be- 
necke, 285. 

Eis, Else, 1. w. Vom., Elisabeth; auch 
Hs, Dem. Ehke, Ib/u, bei Hurtwich, 
54, auch Szud (iSchud). Noch e Mäche 
hadioa, das hiss Eis. Ermländ. Freisch., 
9. 2. Schimpfwort aaf ein Fraaen- 
zimmer: dumme Eis, dumme ächud! 
3. Die blinde Eis bedrückt ihn, zum 
Kiode, das der Schlaf überffiUt. Die 
blinde Eis vertritt also die Stelle des 
SandmanDes. 

Else, /., B. Eller u. das vor. 

Elsenich, m., Sumpf-Ölsenich, Selinum 
pfJtatre. Hagen, 308. 

Elwe, /., 8. Hewetten. 

£inke,/, Ameise. Dzg. W. Seidel, 



Emmer, m., Eimer. Hennig, 59. 

End', pltd. ebenso und Eng, Engd, 
Dem. Endke, ETigdJce, Ende. I.Strecke, 
Weg, Komm ein Endchen mit! Gelte 
(rücke) ein Endchen weiter! Zeige (auf 
der Karte) ein Endchen östlicher! Es 
iH noch ein gutes Ende {Endchen) hin. 
Dat ÖS man e Endke. Was ist das fvr ein 
tioates Ende ! Auf die Frage nach der Lage 
eines Ortes: E Endke op Jensids dot Qea- 
seitedort). Dönh. 2. Gegend, Stadtteil, 
Landesteil. Er wohnt auf unserm End. 
Er ist auf unser End gezogen, Jero- 
schin: lÄttoutoin ketUn in der stunt 
ein ende von Kärlande mit rouhe und 
mit brande alsu vretslich v^hert. 72a. 
Pfeiffer, 143. 3. Überrest, Stumpf, 
kurzer Teil. Ein Endchen Siegellack^ 
ein Endchen Band, Licht, Wurst etc. 
4. Grenze. Am Ettde des Tieches sitzen. 
Die Wurst hat zwei Enden. 5. Sorte. 
Das beste End, die beste Sorte. Vom 
besten EntP, wovon der Bürgermeiater 
die Hosen hat. Weitere hierher gehö- 
rige Redensarten s. Sprw. I, 72dff; U, 



Sndannel, m., s. Eindann. 

endeken ( — ■»^— ), präp., entgegen. 
Wi wolle dem Väder endeken gan, wir 
wollen dorn Vater entgegengehen. Döhn. 
MuhÜDg schreibt endekeng. 

finetiiängs, ado, in einer Hand, d. k 
gleichzeitig Verschiedenes abmachen, 
auf einem Gange verschiedene Gesch&fte 
besorgen. Dat lätt addi eneAäng» mal«. 
Gah doch ^nethäng» da hen. Auch blofi 
hSngs. Samland. 

Engel, m. Vom., Eugelhard, Eiig4- 
bert,aachw.Engelberta. Hartwich, 54. 

EngeEsUlz, n., Päzn., gemeiner Tüpfel- 
fam, Polypodium vtUgare L. Hageo, 
109^. Das Engelsü/z blühet auf Ihm 
holdseligen Lippen. Carm. nupt. L, 139. 

Engeltier, n., von Frätorius nnter 
den Gesträuchen Preofzens au^efOhrt 
Pierson, Matth. Prätor., 13. Hagen, 
522; Engelihierrose, Rosa rvbiginoea. 

Englingsloch, n., Loch, das durch die 
Made des Bihmrmt in der Hant der 
Rinder entsteht Mflhling. 

engser, engster, enkser, conj., entweder. 
ETigser oder! Ermland. Mühling 
schreibt ängser und Übersetzt, wohl irr- 
tamlich: heut« oder moi^en. 

Enkel, Xnkel, m., Falzknöchel, abd. 
anchal, mhd. enkel. Weigand 1,291. 
Grimm, Wb. in, 485. Schmellerl, 
83, weist auf einen altem Ausdruck 
anken — bewegen hin. Bei JeroBckin 
enm. Pfeiffer, 143. 

enkeH, takelt, adj., einzeln, ^n&ck 
Er ist ein eniceUer Mensch. Hennig, 
59. Dähn., 106b. Hupel,58. Sail- 
mann, 30b: £>>^Z{au/, Einzellauf. V^ 
einlitzig. 

enkssr, conj., s. engser. 

En peor Koffe, ein Paar Kaffee, eine 
Tasse Kaffee, weil Ober- und Unter- 
tasse gereicht wird. Dzg. Nbg. Vio* 
l^t, 99. 



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Enleoflotc — Erbscblüssel. 175 

Entenflott, n., EuteDgras, Festaca fiui- enzclf, Mzeln, auch mit anlanteBdem 

iamL. Hennig, 60. Nach Hagen, langen e, adj. u, adv., einzeln. Bei 

Ml: Lemna minor L. Lennis, 1154: Jeroschin ernelin, mzeln, ado., and 

Entenflott, Lemna, LieblingsDahrong emel, adj., ebenso enzeüich, Pfeiffer, 

der Enten. 147. 

Entenpest,/., Pest unter den Enten; Enzian, m. WitUr Enzian vom schwarte 

. zur Bezeichnung längst verguigener Pudel. Medik. Kxcrementa canina. 

Zeit Vgl GesselpesL erbarmen, sw., in Aasnifen der Ab- 

Enter, m., Enterich. Mieicke II, wehi, des Erstaonens: Erbarm' dich, 

155b. Vgl. Erpel n. Wart. Kind, i/z nicht ao viel! Erbarm' dick, 

arifallen, st., entweichen, ausweichen. Mensch, wie siehst du ausf Aber er- 

: Also auch das Clement kincze nach Sans barm' dich, warum giebst du dem Armen 

Adam mit einem M^ser gestochen vnd so viel! 

wjmdernitentfaUm, het er jnen mögen Erbbucll, n. 1, das darch Erbschaft 
wn Wten zum Tode brengen (1532). erlangte Bach. Mau wendet es an 
Die Zünfte, 49. . . . sticht er nach kons wie den ErbschlOssel (s. d.). 2. das 
adam vn der entfeit jm Kinder den posten öffentliche Stadtbnch, worin die Grund- 
[Pfosten). Ibid., 50. stocke (Etbe = eigentümliches Grond- 
cnllangs, adv., entlang, längs, der stück) mit ihren Eigentümern nebst 
Lüge nach bin. De Gass enüangs; den Kapitalien, für die sie verpßUidet 
fflf^an^fjnnTFö^. Hennig, 60. Grimm, waren, verschrieben standen. Danzig. 
Wb.III, 564f. Klein, I, 102. Gegenwärtig vertritt 
Entradl, m,, Enterich. Bujack, 388. das Hypothekenbuch die Stelle des 
enbehetden, pM. entscl)ftde(n), «e , aus- Erbbuches. W. Seidel, 29. 
lichten, verrichten, besorgen, öckimt Erbliaken, m., Haken, der in einer 
entichfde gäne, ich roufz nach der Wirt- Familie von Geschlecht zu Geschlecht 
Schaft sehen gehen. Natangen. sich fortgeerbt hat; es ist der Feuer- 
Mtweichen, st., abtreten, vnd so haken, an welchem der Kessel über 
*(fc dderlewthe Rechenschaft thun, so dem Herde hängt Auf der kurischen 
xiBen sie entioefchen das man tembfroge, !Nehrung schreibt man diesem Haken 
dl den eldetten genügt an der Rechen- flbematürliche Kraft zu. Als 1709 die 
Khaft oder nicht (Ubi). Die Zünfte, 16. Pest auch dort ihre Opfer forderte, 
mtzwei, pltd. entwei, adv. u. a/^., mhd. schützten die Bewohner von Sarkaa 
imaei, ahd. m zuei = in zwei (Teile), ihr Dorf dadurch gegen diesen furcht- 
in Stücke gebrochen, zerrissen. Mnd. baren Feind, dafz sie um dasselbe mit 
tntite({), enttceig, inttcei, h^ JeroscVin einem Erbhaken einen Kreis in die 
mzic«i, das auch jetzt noch gehört wird. Erde pHügten. Als der „Pestmann" 
Pfeiffer, 147. Der Top/ ist enizvm. auch nach Sarkau wollte und an die 
EntzvKine Stiefel, Hosen etc. Soph. R. Furche kam, blieb er ohnmächtig ste- 
in, 99: das Halstuch war entzwei. Bild- hen: Da kann ich nicht hinein, es ist 
lieh: Entzwei sdn vor Schmerz, Kam- ein Zaun vor. Mündlich. 
ner etc., untröstlich sein, jammern. Sied ErbschlUssel, pltd. Amnchlfttel, m., 
lieh entwei, hier helpt kein Mfdel mehr. Schlüssel, den man von Verwandten 
Dorr, 1. Wiew., 128. geerbt hat,. Mit seiner Hilfe veraug 



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176 



ErWnscfaeosal — nrkn«geD. 



man nach dem Volksglauben Diebe zu 
ermitteln. S. Hexenspr., 117ff, Auch 
gieTzt man durch das Ohr des Erb- 
schlüssels in der Sylvestemacht Zinn. 
S. Zinngielzen. 

Erbsenscheusal, pltd. ArftesdiUsel (ü 
lang), n., Frauenzimmer, das in hohem 
Gradennordentlich aussieht, ein Scheusal 
ist. Samlaod. 

Erbsenschmecher, m., Spottname für 
einen Bewohner von Schippenbeil. Das 
Erbsenschmeckerlied s. Volks]., 66, 44, 
S. Schippenbeil. 

EriHinterthan, m, Lehnsmann. Über 
die Stellung der Erbunterthanen in Ostr 
und Westpreufzen s. Bock, Nat. I, 
169. 

Erbzinser, m., bäuerlicher Besitzer, 
der durch Erbzinskontrakt ein hegen- 
des Gut mit Erlegung eines Eink&uf- 
geldes und Festsetzung eines jährlichen 
Erbzinses (Kanons) für sich und seine 
Erben besitzt; auch Erbzinimann. Vgl. 
Bock, Nat. 1,171. 

Erbzinsgut, n., Gut eines Erbzinsers. 

E^lt^rfel, m., die Kartoffel. UräprOn- 
lich hiei'z mhd. ertaphel, erdapfel, ahd. 
erdaphul die Melone, Gurke. Grimm, 
Wb. ni, 745. Weigand I, 402. 

Erde, f., Fulzboden, Diele. Seit op 
de Efd, setze (es) auf den Boden hin. 

Erdfisch, m., s. Nase. 

Erdkrebs, m., Maulwurfsgrille, Gryüua 
GryUotalpa. S. Schrotwurm. Mühling, 
Tieni., 169. 

Erdmann, m. Vom., Adam. Familien, 
denen die Söhne gestorben, geben dem 
nachgeborenen Sohne den Namen Erd- 
mann, am ihn gegen frühen Tod zu 
schützen. Erdmatm bezeichnet auch 
den Tod. Sich mit Erdmann verhei- 
raten = sterben. Sprw. 1, 115, 

Erdmirt, w. Vom., im Sinne von Bnf- 
mann. Alte Grellen und Jutigfem 



dienen nirgend hin als unier die ahen 
Weiber im Spital oder zur ßjrdmut in 
die Erde. Stein, Peregrinoe XIV, 8. 
Wiss. Mtsbl. VI, 184. Sprichwort: Wit 
einer hier lebet, also auch dort, das weiß 
Frau Erdmuth. Pisanski, 23. Hen- 
nig. 60. Sprw. 1,745. 

Erdschuclce, Erdschocke, /., EartofFd. 
Danzig. W.Seidel, 30. Lit Ä-czuiai. 
Vgl. Scliuche u. Erdapfel. 

Enlwender, pltd. Erdwender, m., einer, 
der die Erde wendet, aufwühlt: das 
wilde Schwein. S. Pflanzrät. 8. 

ergattern, sw., s. gattern. 

ergretzen, aw., Ergretzung, /., s. yrebea 

erjachem, au>., vaa jachem, eijagen, 
auf Umwegen, durch List und Rfinke, 
durch liederlichen Lebenswandel etwas 
erlangen. Das bifzchen Staat hat tu 
eich fächert 

irMa, adj., s. ehrice. 

erkobem, sw., a. erkowem. 

erkoflimen, s^., in die Höhe kommen, 
sich erholen, s. t. a. erkffwem. 

erkOwem, aw., eich, sich erholen, nt 
neuen Kräften kommen , nach einer 
Krankheit oder nach gröfzerem Verlust; 
auch erkobem, erhibem, erhtwem, ter- 
kowem, d^lcowem, terkuwem, derhwient, 
vhd. zerkowem; mhd. erkoberen, ahd. 
a-koborön, franz. recotivrer, Schwad. JÖr- 
kojvra, engl, to recover (recovered); 
Bcii.wSA). sicherkobem,erkou}a^. Schmid, 
321; bayer. sich erkobem, sich kofeiL 
Schmellerll, 276. 286; nassau. »ci 
erkobem, erkowem, erkuimoem. Kehr- 
ein, 130. Da erkoow^d öck mie ölfftt 
Carm. nupt. I, 282, 12. Bei terkuwert 
söck. Sprw. I, 747. In Posen erkobem 
erlangen, sich in Besitz setzen. Bernd, 
17. 54. Bock, 9. Hennig, 60. 323. 
Grimm, Wb. 111,879. Weigand I, 
405. 

erkriegen, terhriegen, «w., sieh, sich 



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erkronen — ententags. 177 

erbolei), nene Kräfte kriegen, bekommen. 218. Und to geh£a wie ein Sturmwind 

Hei terkrögfft löck aUwedder. in's Ermeländische. Ibid. Y, 624. 

erkronen, «w., erfreaen, kräftigen, Ermländer, m., Bewohner des Erm- 

stäiien. Schwarte Mos on B&ae, Dat lamies, bei Dasboi^ ermyni die Enn- 

viäd vihi HaTt erkrone. Volksr., 25-3. länder. Vgl. Voigt, Gesch. Pr. II, 615. 

880. N. Pr. Pro7.-Bl. a. F. XI, 12. Naslm. 

ertaibvrn, erkuwem, sw., s. erkKwern. Th., 39. 

Mings, cidv., s. KnchlJngs. Emtetuder, n., die vierspännige Fuhre 

eriltsen, ato., los, frei machen; ent- un gedroschenen Getreides, welche Im 

bmden. Eine Gebärende -wird erlöst; Werder und in der Nogatniedenmg 

die Hebamme erlöst sie. Dzg. Klein, I, jeder Besitzer von zwei kulmischeu 

103. Hafen und mehr nach beendeter Ernte 

eriungern, eriunkwn, mc., s. lungern. dem Geistlichen als Geschenk sendet. 

Ermland, Ermeland, n., Land der Erma, Die Sitte, welche seit länger als 200 

der Witwe Wa/nno'i, eines der Söhne Jahren bestanden, kommt allmählich 

des Königs Widewut, daher aach Wai^ in Vergessenheit. Heinel,322. Hintz, 

mien genannt. Voigt, Gesch. Pr. I, 136. 

171. Diese Herleitangen der Xamen erobern, pItd.terobreCn),aui.,erabrigen, 

ans der Sage sind, wie v. Mülverstedt ersparen, gewinnen. Wat «w von ihrem 

in seiner Abhandlung: „Die Namen Ttachengelde erobert, verwendet sie auf 

Enneland nnd Warmien etc." (N. Pr, den Patz. Bt dem Oeschäft ö» nwcht 

Prov.-Bl. a. F. XI, 65 ff.) festgestellt, R) terobre. 

haltlos; er versacht mit GlQck den Erpel, m., Enterich, ömmer munter 

Nachweis, dafz Wormdüt nicht nor zn on hmtent, %ot de Erpel op de Ent. 

den Territorien des alten Ermelandes Sprw. I, 2676. 4030. Schleich&na saß 

gehörte (was heate auch noch der Fall), und grihflachte wie ein Erpel. Soph. 

sondern aoch der ganzen Laodsch^ K. III, 217. Grimm, Wb. III, 937. 

den Namen gegeben (man liest in einer Hennig, 61. In Friedland Ostpr. auch 

Urkunde von 1388 Wormediihe nnd ArpeL Vgl. Enter, Entrach, Wadik (und 

Warmdand dicht nebeneinander: In Wart 

äas Landtgehegette ding Vraen Herrn erprachern, sw., erbetteln. S. prachern. 

Lande von Warmelandezu Wormediihe'), £rse, /., Hirse, mhd. kine, hin, idid. 

und dafz Warmien und Ermeland nicht härei, hirae. In Kgebg. auch JUdie 

als verschiedene Namen aofgefaTzt {Ä lang). Davon: £rsengrlHze, Xichen' 

werden dQrfen, sondern nur verschiedene grUtZB, /., Grütze von Hirse. 

Sprach- oder Dialektformen des eben ^rsken, plva:, s. v, a. UnferSrsken 

genannten Stammwortes sind. Vgl. (s. d.). 

aach Toppen, hist-comp. Geogr. 16ff. enpuren, sw., erspHren, an&pfiren, 

■— Emdand, im Volksmunde auch das die Spur fiaden. Der Hund hat das 

Ermeländische, um^fzt heute die vier Wild er^mrt. Vgl. verspüren, 

landrätlichen Kreise Braunsb&-g, Heih- eretentags, pitd. erschtendags (a = a), 

herg, Röatel und Aüemtein. Ich «rfvhr, adv., in den nächsten Tagen, sobi^d als 

er geh' m's Ermeländüche. Soph. R. IV, möglich. Marold. 

PdKbblfr, WSniibucli L 12 



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1 78 erstunken — EDlrapfingsten. 

erstunken, pari, prät von enünken, efzene,a4iti., eben, jetzt, diesenÄngen- 

erdictten, aufbringen, ISgen. Dax üt blick. Mflhling. Hennig, 323, schreibt 

erstunlun und erlogen, eine gemeine, ezterje. 

böswillige Yerlenmdimg, Lflge. In eu (äu), Doppellant, wird fast immer 
Posen dieselbe Redensart mit dem Za- ein gedehntes, zaweilen auch ein ge- 
satz: vnd dazu nicht aahr. Bernd, schärftea i mit leise nachhlmgendem e 
M. Hupel, 58. Sprw. II, 653. oder ä, in manchen G^enden aach«: 
Erwchen, plur., Erbsen. Bentel Bldely bente hide, küde, Leul- 
£rzi88,/., Narcisse. Dzg.Nhg. Violöt, eben Lttke», Lütiet, Lente Ltd, Lid, 
99. l&nten lide (auch lödde), Scheune Seim, 
Erzpriester, m., Archipresbyter; in der Schien, freundlich frindlick, Kreuz &v, 
kathoL Kirche der Würde nach, was s&iimen stme, »!eme, »teme (aach töme, 
in der evangel. der Superintendent, t^me — beseme). Wird das eu ge- 
Kacb Hennig, 61, noch: „in Prenizen aprochen, so lautet es ei: gefreut ne- 
unter den Lutheranern diejenigen Geist- fi-eitiEale Eile. S. Lehmann, Yolksm., 
liehen, welche die Au&icht über die 28. 

Kirchen eines ganzen Sprengels haben". Eule, Eile, pltd.llf/st),/. 1. Egel, Blnt- 
to, ees, adj., 8. Vl egel, Eirudo. Hei öt danau m de B 
U-che, Eser, Oser, m. jQd. Vom. Fla^ nau BlSt Sprw. I, 537. Mei töpt n' 
tow. Schmitt, 112. e R, der starke Trinker. Bhiiedt, 
escherig, adj., b. iticheng. Pferdaeule. Iletrtn, Trin', die mit Blut- 
Esel, /., s. XseL egeln bandelt, Blutegelverkäoferin. % 
Ssen, SU., B. äsen. pltd. Ul (t7*t!), Nachtschmetteriing. 
Essen, n., Gericht, Gang beim Essen. Mflhling, Tiem., 169. 
Zw seihten lobte (Verlobung) tollen vber Eulenfeder, pltd. Ulefedder (17=»), f., 
if. oder drey eisen ndcht geben werden Feder der Eule. Heiöamötülefeddrebt- 
bey drej/en marcken bues. Eleid.'Ordg. ackött, er hat Unglück, Wehlau. Sprv. 
1529-53. Kgsbg. N. Pr. Pjot.-BI. 11, 677. 

a. F. YH, 374. Eulenflucht, pltd. Uleflucht, UleflecU 

Essentilger, pltd. fitedräger, pUir., (U=u), f., in pltd. Form ablicha, 

die drei Sterne im G&rtel des Orion. Zeit nach Sonnenuntergang, in der die 

D&nh. Eulen ihren Flog beginnen, Dämmerung. 

tot, adu.y &st, beinahe, kaum. Es In der Uleaflacht, in der Abendd&ouie- 

itt itt nick zu glSwe, es ist fast nicht rang. Hennig, 323. 

zu glauben. Oberland. Ein anderes Eulengicht, pltd. Ulegicht (f7— «), /., 

ett s. unter Qs. Brfihe von einer abgekochten Eok. 

fits, adv., gar; erst. Sta nick, gar Wer mit solcher Gicht begossen wird, 

nicht. Döob. Stt recht nichi, erst hatUnglack, wird dumm und zum beeUa 

recht nicht gehalten; es ergebt ihm wie der Eule, 

Usch, inierj., höhnender Zuruf, wobei wenn sie sich am Tage sehen l&&t — 

man schadenfrob den Zeigeänger der er wird verfolgt. Si Öek denn nä gau 

linken Hand schabt, was man fitschen begäte ESd! mÖt itel UlegidUf ValbsL 

nennt. Mnen autStachen, ihn mit Schabe- 44, 68. Sprw. I, 774. 

finger ansschtoen. Eülenpfingsten, pltd. Ulefringita {0^ 



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/., zur Bezeichnung eines nngewiBsen Dat v)SÜ öot nü expret. Das irsoz. 

Termins. Op JJUpiTigtte. Sprw. I, exprh. 

775. Eylau, Pr.,pltd.Ilau(/=J), Kreisstadtin 

Eve,/., das Motterscbaf. Uähliog, Ostpr. Er sieht am wie der Tod von 

Tiem., 169. Eylau. £rinnert wohl an die Schlacht 

Ewig, m., Epben, Bedera, weil er von Pr. Eylan am 7. and 8. Febraar 

immer grün ist. Hagen, 273. Nach 1807. Pr ist aua Eylau, er thut eilig, 

Lennis, 731, heilzt auch der Taxus- hat Eile. Wortspiel. Fierie Herret on 

bttam Iko^. JFhte» vt Hau on Kentbarg loeare dabi. 

Ex, /., die Axt. S. Ax. Boldt, 12. 

expree, ade., auedrücklicb, dorchans. ezterje, adn., s. etzsrje. 



f behält pltd. im Anlaat hchd. Klang, fach, fache, fachen, auch fake, faken 
geht jedoch im Aaslaat meistens In p (fi = ä), faken, auf der Dzg. Nhg. usd 
Bber: auf op, Schaf Schdp, za Haaf im Werder ßlaken, adv., oft, mehrfach, 
to hSp. Im Inlaat wird / za p, b oder maDoigfach, häufig, wiederholt, viel- 
u: saufen Ȋpe, Haufe Hupe, laufen mals. Es hat hier fache ger^net Ober- 
in, Hafer Eaher, ßdwer, Stiefel Steb'l, land, Öch h£» dir fache getagt, ich 
Stetoel, Teufel IKtcel, Dwoel. Auch im habe dirs wiederholt geeagt. Ermland. 
schlechten Hochd. hört man ui statt/; Ich bin faken in der Stadt geaeten. 
Briewe, Hawen, Howmann. Auch ß Mim Ohm dat teer en leeaxter Mann^ 
wird p mit Yerläugerung des vorher- Recht foaken kehrd öck H em an. Dorr, 
gehenden Vokals: Affe Ap, Scheffel 7. . . ,de Lied ön der Stadt, Se schrie- 
S(^ipä,h6ßelLepel. Lehmann,'Volks- u>en foaken on iceeten nich wat. Ibid. 
mmid., 30. Hennig, 62. 9. Wie faacke hebt eck da manch 

fUkan, ado., s. fach. FoUke Bohr gesaape. Carm. nupt. I, 

Fabelkrailt, n., echte Königskerze, 282,1. Eapnifig (B.o&i\mg) gt faken 

Vei^taaewm thapeus L. Das Volk glaubt, wie enstiewer Jagdhund. Dorr,l. Wiew., 

dafz die Wurzel der Pflanze, in H&u- 34. Wat awer mach doch da ongt Herr 

ser, Ställe, Scheoneu gelegt, die Rat^ »o faachen irioaken. Carm. nupt VI, 

ten und Mäuse vertreibe. Hagen, 168c. Eere Schwetter pitackt on klem' 

241. pinigt te fachen. Schaltj. 3, 6. Ew. 

Fach, n. 1. das Schenneofach, der Ehrwürdigen Gnaden haben mir fatt 

Scheunenraum zur Seite der Tenne, die viel und gefach getchri^en. Aus einem 

Banse. In nem Fack, in nem Fack Briefe des Komturs von Thom an 

tchleit de Büe ttne Junge. Yolksr. 44, den Hochmeister L. ron Erlichshansen 

167. 2. das LieblingSTei^Qgen. Er ans 1454. Beitr. z. Ede. Pr. V, 291. 

h/a aein Fach recht auegefvhrt, sich S. auch Erl. Pr. I, 479. — Mnd. vcJan, 

recht lustig gemacht. Bock, 10. Ben- vake, holL vaak, allgemein nd. faken, 

nig, 62 vaken. Brem. Wb. I, »34. Schütze I, 



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180 Fachweark — fahren. 

307. Schamb.,256a. In Posen: /ach, fen nnd Fangen der Grewerks&hne tot 

fache. Bernd, 55. Bock, 10. Hen- den Herberen der Maurer u. Zinuner- 

nig, 63. leute bei den sog. Quartalen. IHe 

Fachwerk, n., das hSlzeme Bandverk Fahnenspieler sind nicht, wie Ro- 

einer Wand, das mit Ziegeln au^^ senkranz, Kgsbg. Skizzen I, 221, 

maaert wird. Hennig, 62. meint, die Altgesellen, sondern geschickte 

fackeln, mo., schwanken, zweifeln, im- Gesellen, die das Gewerk zd dem Spid 

entschieden zögern, imiatändlich und gewählt hat. Das FahneoEpiel wird 

mit peinlicher Behutsamkeit zn Werke auch bei Festaufzögen, z. B. zd Ehren 

gehen. Fackel nicht so lang! Mit dem des anwesenden Kaisers, ansgeföbil 

vjerde ich nicht luTt^e fackeln, ich werde Königsbei^. 

ihn niclit lange bitten und fragen, viel- FfihnkefUhrer, m., eigentlich Führer 

mehr ernstlich gegen ihn vorgehen, des Fähnchens (der Fahne), eines 

Wer na der Schiewe achött, dey mot Fähnleins (Reiter) ; Hier Anführer, äl- 

räch erst veel fackeln. Carm. nvpt. III, Stifter, Aufwiegler, wo es gilt einen 

133c. Hennig, 63. lustigen oder aacli schlechten Streich 

Fadem, m, der Faden. Mielcke aoszufOhren. Well vn beid uk darU 

hat in seinem Wb., II, 173: Fadan, de FahnJxfeehrerg spnnen. Dorr, L 

Fadem gezwirnt, Fadem dmiehen, fa- Wiew., 102. Verderbt zu: Hihnte- 

demnoeiae; dagegen: dem Faden nach, fllhrer (Kgsbg.), Hahnchenflihrer (Sens- 

zu einem Faden. bürg), TähnkefUhrer (Wilgaiten im Sain- 

Fademauf lesen, m., Geizhals, Entcker. Isnde), welche Benennungen MöAndiat- 

Stein, PeregrinusXIII,88: i^fidematyf- und Zähnchenführer bedeuten. Bock, 

leser. W. Mtsbl. VI, 159. 10. Hennig, 62. Sprw.I, 782. 

fademrecht, adj., in der Richtung des Fahr, F^re, pltd. Far (a = d), FOr,/. 

hängenden Fadens, lotrecht. Sperber, Forche im Acker, die der Pflug zieht, 

11: Fademrecht ist ein bekannter Fa- mhd. furch, ahd. furvh, engl, furrat, 

milienname. boll. voor, vore. Je mehr Fär, je ndif 

ftdmen, aw., ^eln, gewöhnlich ein- ^r, je mehr Farcben, desto mehr Ähren, 

ffldmen. d. h. je besser man pflOgt, desto mehr 

Fagte, m., Vagabnnd, Hemmtreiber, Getreide baut man. En Fdr — en Ar, 

poln. toagus, lit. wagis; ans dem lat. zur Bezeichnung mangelhafter Beacke- 

vagta. Flatow. Schmitt, 109. Hen- rung nnd ibres Ertrages. Sprw. I, T91; 

nig, 323. Nach Mfihting ist Fagas II, 681. Min' Zock wöÜ nich padx, 

in der Niederung auch Name für das Be Fahr ßUt mi 9p e Hacke. Voltsl 

Schaf; er schreibt auch Vagas. Sehe- 35, 23, 2. De Eadebar, De Radehar, 

mionek, 10: Faggaea grofzer Fett- De geit on trett etn (dem Bauern) ii 

hammel. Fahrkm tarecht. Volksr. 51, 195. In 

Fldile,m.,braanesPferd, dessen Farbe Hessen ist Faere die quer oder schrig 

ins Gelbliche spidt, der Falbe. durch den Acker zur Ableitung des 

Ff^lland, n., Land, auf dem nichts Wassers dienende Furche. Vilmai, 

wächst 97. 

Fahm, /., s. Fflm. fairen, at, machen, dalz man tot* 

Fahnenspiel, n., das Schwingen, Wer- wärts kommt. Na fahr, fahr! ruft 



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Ffthrt — Farech. 181 

man in Kgsl^. aacb dem z&gemden i»t ein falscher Mansch — ein /alacher. 

Fofzgänger za. Mit eirum fahren, ihn Hund. Er ist fahch vne Galgenkohs. 

abführen, faeimsenden, gefuigen fori- Sprw. I, 803. Vgl. pllcsch. 

fahren. Se fahre möt em, gewöhnlicher: Faltfn, m. Vorn-, Valentin; auch Fa- 

sie fahren mit ihm ab. miUenname. Ermland. Sperber, 11. 

Fahrt,/. 1. die Einfahrt (b. d.); 2. F&m, /■, das tat. fama. Ol lieber 

eine Tracht Wasser, Ewei Eimer voll, Meisler, wie ist dein Nahm, Ich hört 

das MaTz einer Fahrt, d. h. eines Gan- von dir ein gute Fahm. Yers 1 n. 2 

ges. der dritten Strophe eines Gesprfichs- 

fake, laken (a = ä), ade., s, fach. liedes einer Sekte Qu&ker, welche sich 

Faken (» = a), plvr.. Bürden aa^ Ha- 1704 „im Ti^eDhöfischen Gebiete anf- 

selmten oder Latten. Mshliog. warf und die sich Eccleaiasten wollten 

FakUr, m, Hausknecht, Aaslänfer, genannt wissen." Hartwich, 299. 
namentlich in kao&nännischen Gesch&f- Familie, /., das Famihenglied, je Mann 
ten. Kgsbg. Sperber, 44. und Frau. Ea sind nur zwei Famäien, 

Falbelan, t»., kraosgezogener Besatz es ist nur Mann und Fran da, das 
unten an Frauenröcken ; aas dem &anz. Ehepaar hat keine Kinder. Eönigs- 
falbala. D«nb. Mennig, 64, bat das berg. 
allgemein gebräachhche Falbel. fanSr, ado., s. wennSr. 

Fale, w. jad. Tom. Flatow. Schmitt, fanfirseh, adj., venerisch. Sperber, 
114. 44. 

Falk, FaHce, m., Wunde, die man sich fangen, at, mit Steinen, Knöcheln, 
selbst beibringt: einen Falken setzen. S. knflcheln. 

lo der Sprache des geheimen Bettler- Faiiillj', /., Yanille. Sperber, 44. 
Ordens, der zu Anfang des 17. Jahrb. Farbchen, n., Bern, vod i^orö«. Sprich- 
in der Provinz Frentzen bestand und wörtlich: Das Farbchen ist mir zu bunt. 
dessen Mitglieder sich „Brüder" nann- Soph. R. VT, 459. 
ten (^Pracherke min Bröderke). Die Farbe, pltd, Farw, /. Auf »eine Farbe 
Wunde batte den Zweck, Schauder halten, sich seinem Stande gemälz klei- 
nnd Mitleid zu erregen, war aber nicht den, auf seinen Stand nichts kommen 
geföhrlich; zu ihrer Hervorbringung lassen. Hennig, 64. 
bediente man sich angelöschten Kalkes, Färbe, /-, Farbe; FSxberei. Fun £2etÜ 
in Branntwein gelöst, womit die Haut in die Färbe geben. Königsberg, 
aufgeätzt wurde. Pr. Archiv, 1793, 8. Fttrberzeichen, n., Blechmarke, die 
Sprw. n, 689. der Färber als Zeichen für das in die 

Fallderallke, Klaagwort von fallen und Färberei gelieferte Stück aasgiebt. 
rollen, zur Bezeichnung des fallenden färeng, adv., am Ende. Marienbg. 
und rollenden Eies. S. Tierr&ts. 62. Ndrg. 
mie, Tl., Fftllflkobbel, /., s. Fohlen. FKrflochte, plur., nicht völlig aus- 

falsch, adj. 1. ärgerlich, erzürnt, gedroschene Garben, die zu Häcksel 
bissig. Mach' nicht, dq/z ich falsch zeiscbnitten werden. Mrbg. Ndrg. 
werde. Er ist auf dich sehr falsch, farfots, ado., s. varfols, 
böse, gegen dich aufgebracht; 2. un- Farsch, m. a. f., die First des Daches, 
zuverlässig, hinterlistig, gemein. Das dessen oberste I^ngenlinie. Wenn ut- 



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182 



Fusdiing — Faude. 



gangs März de Vfrjoahnch»torm De 
FoTKh terplieterty det Dock opritt etc. 
Dorr, 18. Nds. fast, faste, ags, /yrst, 
holl, vorat. ScLamb., 257a. ■— be- 
farachen, das Dach mit Farachsteinen, 
Firstziegeln , scUielzeD , verdichtet] . 
Hennig, 323. 

Fanching, m., Firet des Strohdaches, 
Strohlage unter den Hangelten (b. d.). 

Fartudi, fl., Handtuch. Pol«, /artueh 
die Schürze. Sperber, 37. 

tasoh, Eetzmf zum Hunde — fass', 
greif an. Faech die Katz! 

tatchen, sio., anfassen, angreifen; vom 
Hunde. 

Fasel, m., Jnngea, jange Brut, Zu- 
zncht, "Vieh, das aufgezogen werden 
soU; schon idid. faael. Davon toeln, 
Mff., Junge werfen. Zusammensetzun- 
gen: Faselgans, Faselschwein etc., Fasel- 
vieh überhaupt Auch ein FaeelrGan/z 
Er hafzty Die zum Brühten, noch zum 
Legen, Noch zum Sitzen zu bewegen. 
Sondern mir auffs Bratspiefz pafzt. 
Ca/rm. nupt I, 205. Hennig, 64. 
Hupel, 60. Schmid, 182. Schamb., 
257a. Weigand I, 436. Grimm, 
Wb. m, 1337. 

Faselherrschaft, /., zur Bezeichnung 
der Handwerker auf adeligen Gutem. 
Er gehöH zur Faaelherrtcha/t Sprw. I, 
805. Mühling: „Leute, welche nach 
ihrer Art auch Tornehm sein wollen." 

faseln, aw., von Fasel, Junge zeugend 
sich fortpflanzen, sich vermehren. Un- 
recht gut faseÜ nicht und kommt nickt 
auff den dritten Erben. Stein, Pere- 
grinus VII, 17. W. Mtsbl. V, 141. 

Fase,/., s. Foto. 

fasen, au7., rasen, laufen. 

Fassan, m., Handename, auch Name 
im M&rchen. Fk war einmal ein Mann, 
der hieß Faasan etc. Yolk&r. 86, 360. 

Fassbaeker, m., s. FastUUiker. 



fastlehrig, adj., aus fassen und Idirm 
= lernen, also leicht auffassend and 
lernend, gelehrig, talentvoll. Bei it 
sehr fasslehrig. 

fast, at^. a. ado., fest. Sol «n fast. 
Sei kann »öck fast mäke, er kann üdi 
kugelfest, unverwundbar madien. 

FastbUidier, m, auch FasstOcker, I 
eigentlich FestMcker, Bäcker, der festes 
Brot aas Roggen mehl bäckt; im Gegen- 
satz zum tatbächer (s. d.). Egsbg. 
Hennig, 67. 

Fastelabend, m., auch Faatlaband, 
Fastlawend, Fastelauwen, Fa8ten^)enii, 
Fastnacht, Dienstag vor Beginn da 
Fasten; mnd. voxtelavent, dän. /utefotn, 
holL vasUtaaxm^. Provinzielle Fast- 
nacbt^;ebräuche und Fastnachtalieder 
s. Volksr. Nr. 790—796. Fastnacbts- 
gericbte : Mohnkeilchen, Mohnnudeb, 
abgekochter Schweinskopf, Sauerkraut 
mit geräuchertem Schinken; Geb&cke: 
Krapfen, Purzeln, Pummelchen, Heilz- 
weck. Sperber, 11. 

Fastelabendl^ngel, m., kleiner Krin- 
gel, hart gebacken und mit Salz be- 
streut, in Kgsbg. vor und während der 
Fastenzeit beliebtes Gebäck. S. Kris- 

Fafzstab, m., die Daube, Farzdanbe. 
Sperber, 46. 

r&ts, /., cunnvs, rmixa. Ermland; 
sonst allgemein Fotz, Folge; aodi 
Schimpfwort auf eine Frauenspersra. 

fids (a = d), adv., s. fSrts, 

Faude, /., Wamungszeichen, Greni- 
zeichen, bestehend aus einer boken 
Stange, deren oberes Ende mit StnA 
oder Strauch nmbnnden ist. Es xJl 
kein Angesessener von Adel oder eiiüger 
FÜraaJz sich unlerttehen Fauden m> 
Haai zu setzen oder {üfguttecken, als dit, 
welche hiezu geordnet Haff- und Fisck.- 
Ordnong von 1640. Bock, Nat IT, 



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Sd6. Nach Bock, a. a. O. 

die Fauden Ton den gemeineiL Leaten 

Pu$en gfinsnnt. Hennig, 64. S. 

FlH. 

Faue, f., Fischerkahn. Pisanski's 
Nacbtr. 

Ftubck, pltd. Ffllak, m., Faulenzer, 
Faulpelz. Aob faul mit der poln. Mas- 
kolin-Fndiuig ai. Treichel. 

Fwilbank, pltd. FQIbInk, /., Bank fOr 
faule, aber auch für scbwatzhafte nnd 
Dnartige SchGler. JEk ntzt auf der 
Faulbank. 

Faiiibauiii, m., B. vnhibuim. 

Faulbrtlcker, m., Fischer, der nickt 
zur Gilde gekörte. Ea toll auch bey 
dem AbKhiiede bleiben, da E. K RaÄ 
den 13. Juli 1621 gebrochen, das» die 
FauÜxrücker keine Zunft und Brüder- 
ichafft aufzurichten frey haben. Rolle 
d. Kgsbg. Fisckergilde. Bock, Nat 
V, 567. 

fuHeU, adj., feil, käuflich, für Geld 
zu haben. Vid hungrige Brüder tnaehen 
die Kunst toolfeä und faiUfeü. Stein, 
Peregrinoa XVm, 38. W. Mtabl. VI, 
191. 

Fautfi sber, n. , fingierteKrankheit träger 
Schüler. Er hattedaa Fau^^eretigtmaD) 
wenn ein Schfller angeblich wegen 
Krankheit die S(^ale vers&nmt«. Sper- 
ber, 12. 

Faust, m. Vom., Faostinus. Hart- 
wich, 54. Vgl. Pott, 49. 

Fau^ m., gewfihnlicher pltd. FSL 

Faxe,/., ablicher die Mehrzahl Faaen, 
Possen, Sp&Ize, n&rrische Einfälle; aber 
aach alberne Ausflüchte. Dat Ös Fax, 
ünsiDD, dummes Zeug. Friedland Ostpr. 
Mach keine Fasen. Davon Faxenmacher, 
m., Spafzmacher, Clown. Hennig, 
63. Sperber, 12. Grimm, Wb. m, 
1225. 1385. Vgl. Flaute. 

, lt., betteln, nrsprOnglich das 



• ftgen. 188 

handwerkgebr&achlicbe Geschenk von 
den Meistern erbitten, wie solches von 
reisendrai Handwerksbarschen geschieht. 
Davon Fechtbruder nnd Fet^itmeister; 
auch als Schimpfwort : Bistu ein feckt- 
meieter von Damiffk. Morgenspr. von 
1632. Die Zünfte, 50. 

(Mag, adio., heute. Marbg. Ndrg. 

feddem, tu., von Feder, verschrei- 
ben, inventarisieren. He heft nutcht to 
federe, er hat nichts zn federn, kann 
nichts den Seinen verschreiben lassen, 
ist arm. Korkehnen (Samland). Sprw. 
H, 706. 

Feddernedder, /., die Libelle. Fedder- 
riedder, ka ht, »ettdil Volksr. 60, 231. 
Samland. Vgl. Medder. 

Federau,fingiert«r0rt8n. NachFederau 
reism., za Bette gehen. Vgl. Fedeiland 
und Posen. 

Federball, m., Schmaus mit Tanz nach 
Beendigung des Federschleifzens, wobei 
man sich in ländlichen Hanshaltungen 
gegenseitig unterstützt; auch Federtalk. 
S. Talk. 

Federflunk, m., Abstauber aus Federn. 
Treichel. 

Federfuchser, m., s. Fuchser. 

Federiand, n., das Bett. Wir reisen 
ins Federland, wir gehen zn Bett. 

federn, mc., der Feder gleich elasüsch 
nachgeben. Ein auf Federn gebauter 
Wagen federt. Vgl feddem. 

FedernBgeldien, n., Pflzn., Fedemelke, 
Dian^us pUimarius L. Hennig, 65. 
Hagen, 460. 

Federpose, /., Federkiel, Federspule. 
S. Pose. 

Federtalk, m., s. Federball. 

fegein, sw., s. fegen, 

fegen, ««. 1. kehren mit dem Besen; 
2. wild tanzen, wobei die Tänzerin mit 
ihrem Kleide den Saal fegt; 3. einen 
schelten, derb abfertigen, zum Weichen 



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184 Peger - FeU. 

bringen. Aber ich fegte sie nach der adj., von feinen Knochen, zart gebuL 

SchmerlichJxü. Soph. R. V, 583. Aber En ßnknakiger Möruch. 

wie fegie sie mich, als ick sagte: ich feinnasig, pitd. fftinSsig, ae^., hod- 

ucürde in ihren Angelegenh^ten nie wie- nösig, Tornehmthaend. 

der einen Fufz über ihre Schwelle setzen. FeinstofF, m., Mennoniten -Sekte im 

Ibid., 591. Komm' man her, öck war Werder, wie Feine. S. KIftrken. 

di /ige! Yolksl. 64. 42, 9. Hennig, Feile, /., kleines StQbcben in Küh- 

65. Grimm, Wb. 111,1412 ff. i^.eoire, len, Schlu&aum fOr die Gesellen, doch 

vorzugsweise aas der ersten Bedeutung, auch zum Aufentbalt fOr die Mahl^te 

und dann gewöhnlich frequentativ fegein, dienend. Sich in der Fase au/Wäroun. 

fVgeln. feirtern, *w. 1. einen derb abführoi, 

Feser, m., Yer&chwender, Prasser, abfertigen, mit Schlägen forUreiboL 

Durdibringer. Op e gSde H^er folgt Ich icerde ihn feistem! Sprw, I, 825. 

e g^ Feger. Sprw. I, 1541. In Posen /ecstem. Bernd, 58. Bock, 

Feitiel, Feibutch, m. jad. Vom , von 10. Hennig, 65. Hupel, 61. 2. 

Phöbus. Flatow. Schmitt, 112. coire. Nach Treichel auch fSstera 

Feichler, m., Schmeichler. Bei Stein, Feilsche, /., der Etingerstock des 

Peregrinns XII, 13, unter homines do- Hirten. Die Peitsche tappt., faiUra! 

losi: Tickische, nickische Lauscher, »lei- Aus einem Schmackosterreim. DSnb. 

ch^, feichler, heichler ete. W. MtsbLV, feixen, sw., mit Grimasse hShnen, am 

188. unrechten Orte lachen; dasselbe wie 

Feideltuch, R., grobe« Wischtuch zum griflachen (e. d.). Sperber, 12. S. 

Reinigen des Fufzbodens. Danzig. W. Grimm, Wb. III, 1473. 

Seidel, 30. Nach den Qedanism. auch Felbel, m., Halbsammet von Seide 

FeiHuch. In Elbing feilen, auffeilen, mit and G&m. FelbelhUte, Filzhabe mit Fd- 

einem nassen Lappen den Fut'zboden bei Sberzogen. Aus dem gleichbed. 

reinigen. Schemionek, 10. ital., span-, portug. felpa, f., sicilianisek 

Feile, Dem. Feildien, w. jfid. Vorn, felha. Weigand I, 447. Hennig, 

Flatow. Schmitt, 114. 66. 

feilen, sw., a. Feideifuch. Feldchen, m., Dem. von Feld, Abbau, 

Feiltlich, Tl., s. Feideltuch. Ausbau, allein gelegene Besitzung. N»- 

Feime, m. u, f., geschichteter Hanfe tangen, 

TonGarben. Sperber, 12. S. Grimm, FeldflUchfer, m., Taube, die ihre Nak- 

Wb. m, 1451. riing so lange wie möglich aof dem 

Feimel, m., feimein, sw., s. Fimmel, Felde sucht, Feldtanbe. Mahling, 



Tieni., 169. 

Feinbrot, n., Brot aus fein gebeutel- Feldwftke, /., nach Hennig, 66, die 

tem Roggenmehl, im Gegensatz za hin und wider im Felde zerstreut üe- 

Grobbrot Vgl. Brot u. ösbrot genden kleinen Steine, lapides in cawipe 

Feine, plw., Sekte der Mennoniten dispersi, im Gegensatz der Flnfzwakm. 

im Werder. Vgl. Klarken. Vgl. Wftke. 

Feine, w.jüd. Vom. Flatow. Schmitt, Feil, n., die Hant, in Redensarten: 

114. Einem das Fell ausklopfen — geiitat. 

feinknochig, pltd. finknaktg (a = ä), Einem aufs Fell steigen — em F^ gt- 



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FdkbrÖcli — Fesen. 165 

Ben, alle — schlagen mit Stock oder ten, aasschelteii, doch mehr noch Bchel- 

Rate. Er hat ein dicke» Fell, er iet ten überhaupt. Ich reitte nach Roth- 

Ermahnungen nnd Wamangen schwer schioss, um die Alte zurück zu fätutem. 

zugänglich. Soph. R. IV, 150. 

Fcllebrttch, m., s. ElrOch. Fenaterpeter, m., der mittlere Fenster- 

Feii«sefi, pltd. FelllseCn), Bauch, Ma- pfosten. S. Peter, 

gen. Sein FdUiten gut vollpacken, stark Fensterraute, auch blob Raute, Fenster- 

esseo. Sprw, I, 828. Scheibe, nicht blofz die viereckige. 

Felp, m. Toni., Philipp. Hartvich, Ferkelmacher, m., e. Goldap. 

54: Ph^p. In der Dzg. Nhg. I%elps. ferkeln, sto. 1. Ferkel werfen; über- 

VioHt, 103. (Ftelpt das. ist wol nnr trageo: Garben vom Äustwagen ver- 

Dmckfehler.) Ueren. Das Fuder ferkelt. Die Lade- 

Felpln, V. Vom., Philippine. Hart- rin ferkelt Sprw. I, 2278. 2. wie ein 

wich, 55. Vgl Ptn. Ferkel sein = unsauber, schmutzig. 

fftlsclien, KD., auf eine Ware bieten, ferkelig, ac^., von Ferkel, sadelig, un- 

fffllschen, markten. Ich ßhchte wohl, sauber. 

aber er aoäte mirs dafür nicht lauen. fem), a^., fest, tflchtig, geschickt, 

Hennig, €5; 323. sicher; von dem lat. firmua. De Ss ön 

Femet, Femmel, m., lemeln, femm'eln, allem ferm. E fermer Speler. 

MD., s. Fimmel, fimmelnJ Femabuk, Femebok, m., das Peroam- 

FenkOI, m, Fenchel, Foeni^adum, üt. buk-, gewfibnlich Femam buk holz, eine 

pankoUa, lett. toennkohh. Hennig, 66. Art des Brasilienholzes. Heunig, 66. 

Fenne, n., Sumpfland mit grasbe- Sperber, 44. 

wachsener Erdrinde, Moorland, Moor- feinen, sto., io der Feme ein gutes 

weide. Goth. fani, n., Kot, altnord Aussehen haben. Das FVauenanntner 

/en, n. = Sumpf, Morast, abd. fenni u. /em^ sieht von ferne schön ans. Hen- 

fenna, /. Weigand I, 450. Grimm, nig, 66. 

Wb. III, 1519. Mähling hatnurden Femgeaicht, n., Femglas, Teleskop. 

Ploral: Fennen = niedrig gelegene Stel- . . . aber von Qalüaeo und denen so sich 

len in den Forsten. statäicher fem-6e»ichier brauchen, sind 

Fensel, n., s. Finsel. ihrer (Fixsterne) mehr denn unzählbar 

Feniter, plur., die tiefen, onergrfind- obterviret. Linem.,M2a. Das andere 

liehen Stellen in den Seen von Anger- experiment zeigt das fenngeneht in den 

borg. Mahling. Planeten auch andern Fiiestemen, welche 

Fensterkest, f., s. KeaL dem blo/zen Auge eckickt scheiTien, wenn 

Fensterkopf, m., das Brett auf der man ab^ seihige schämet durch ein Gla/z 

Fensterbrüstang. Die Blumentöpfe stehen oder femgevicht, so scheinen sie gar rundt. 

auf dem Fensttrkopf. Ibid., Q 2 a. ... denn aonsten würde das 

Fensterkutsche, /., Kutsche mit Glas- herfürragende Lacht auch durchs fem 

Scheiben, Fenstern. Morge ward se gesteht oder durch den tuhum opticum ge- 

(das Weib) wedderkame Möt de grote mercket werden. Ibid., Xx2a. 

Fömterkutsch. Volksr. 120, 505. Femitl, m., korrump. aas Firnis. 

Fensteriade, /., s. Lade. Fesen, m, Dinkel, Spelz, IWtüwn 

fenrtern, w.) vom Fenster her schel- speUa L. Hagen, 142. 



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186 Fest — Ff. 

Fett, n. Afit einem sein Fest hahen^ Feuer, n., rfitlicfae Oeechwolst, n»- 

mit ihm Scherz, MatwilleD treiben, ihn mentlich im Gesicht, Rose. Er katt 

zum besten haben. Hennig, 67. Sprw. Feuer. Bock, 10. Hennig, 67. 

n, 715, Fflueranschlagen, n., spielartige Be- 

FestbUcfier, m., s. Fastbäcker. lostdgong, bei welcher die beiden Be- 

festhalten, pltd. faBth4le(n), seine An- teiligten die Knöchel in yeitikaler IUcb> 

sieht, Meinung, dabei beharren. Sin tnng gegen einander schlagen, wie van 

Stock faathoUn. H6V dat letzte Fing" den Stahl gegen den Feuerstein schligL 

fast. Elbinger Ndi^. Vgl Volksr. 205, 762. 

festmachen, aw., bannen durch Zauber- Feuerbftke, /., s. BIke. 

sprach. ZHe Kwen stehen bei dem ge- Feuerfuchel, m., s. FucheL 

meinen Volke in Memel in dem Ver- Feusnnal, n., dunkelrotes Geburts- 

dachte, ne könnten Jemand r./ettjnachen" . zeichen, nach der Tolksmeinung herTOi^ 

Kommt nämlich ein Dieb za dem un~ gerufen durch Erschrecken der schwan- 

beau/nchOfften Wagen des Kuren, so geren Mutter, namentlich bei einer 

fühlt derselbe sich plötdich festgehalten; Feuersbrunst. Ygl. Hupel, 63. 

er kann nicht fort und mvfz bis zur An- feuern, bw. 1. wie Feuer glohen. Dk 

kunft des Kuren warten. Passarge, Backen feuern mir, vor Hitze, Kalte, 

Balt., 140. oder in Folge starken Trinkens. Ben- 

fett, adj. Er ist dick und fett, er ist nig, 67. 2. mitKraft werfen, schUg», 

gesund und kräftig. Mn fetter Mund, stofzen ; entfallen , entfliegen wie tuu 

ein mit Fett beschmierter Mund. Mn einem Feuergeschofz. Er feuerte Ar 

fetter Acker. Er wird zu fett, es geht «um in» Gesieht, gab ihr eine tüchtige 

ihm zu gut, er wird übermütig. Ohrfeige. Die XJkr feuerte an die Er^ 

Fetter, m., der Fette. Et Ösen Fetter, sie entfiel mit kräftigem Schwung, 

ein Gutsbesitzer aus der fruchtbaren Ge- FeuerstUbchen, n., Gefälz von Eisen- 

gend zwischen Mewe,DirschauandStar- blech, Messingetc., worin glflhendeKoh- 

gard. Mflhling. Sprw. I, 845. Auch len zur Erwärmung der Fülze gehalta 

Fetteradter, m., vidleicht Vetteraeka; werden. „Die Fenerkieke von Messing.* 

weil die dortigen Bauern durch Heirat J. H. Vofz, Der siebzigste Geburtstag, 

mit einander verwandt sind. Hennig, 268. Vgl. Kohlentopf. 

Fettfleck,»)., bildlich: Er hat einen Feuerwunn, pltd. FU'rworin, m., Hindi- 

grofzen Fet^leck gemacht, ein grolzes käfer, Lucanus cerma. 

Versehen. Hennig, 323. fex, a(^., fix, behende, schnell, ge- 

FettgArake, Fettganschen, Pflzn., gelber wandt. He ös so f&z as en Bund A^n- 
Milchstern, (hnithogalum luteum L. atroh gegen Wind, ironisch vom Lug- 
Hagen, 361. Nach Mfihling auch samen. Sprw. I, 893. Aach fexig and 
Fetthennke. deminutivartig fe)d(e, fexkens: edi Uef 

ft\z, m,, Dammkopf. Du Fetz} Du feakenaheniomlÄekedrage. Ward. Bor., 

d&mligerMensch,duminerMichel. Sper- 12, 4. In Katangen subst.: Er iü» 

her, 12. Sonst Fex, Blödsinniger, Ein- -fw, ein gewandter, leichtfilTzigerMensdi. 

föltiger, närrischer Kerl, Spafzvogel. S. doch auch Fetz. Vgl. fix. 

Vgl Weigand I, 455. Grimm, Wb. Ff, m. Aua dem Ff behmmen, »liiKAt 

m, 1225: fache. Hiebe bekommen. Sprw. H, 728. 



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Fibel — Fiddeltaiu. 187 

Füwl, /■, Msgea der Wiederkäuer, Monotropa hypopity» L. Wächst auf 

Psalter, Bach. Sunlimd. Natangen. den Warzelu der Fichten. Hagen, 434. 

Fiberflze, Fibritze, Fibribenkatz«, aach fickfacken, fiekf ackern, wo., Possen 

Vitaritz», /., EichhönicheD, Eichkatz- treiben, Känke schmieden; Blendwerk 

eben. Conitz. Die Wurzel ist wohl nnd Taschenspiel machen; Windbeute- 

fi&0m, das so&er zittern in Bayern, leien aoBüben; aoch wie fitschm und 

neben fy)pem, auch die Bedeutung hat: filzen : mit der Rute schlaffen (zur Züch- 

sich schnell hin nnd her bewegen, tigung). Davoo Fickfacker, m., Possen- 

SchmcUer, I, 507. Eine jede ange- reilzer, Taschenspieler, Ränkeschmied. 

klagte Person betafz einen bösen Geitt, Vgl. Weigand I, 456. Crrimm, Wb. 

entweder in der Oettalt eines faUm Eich- 111,1617. Schmellerl,510. Vilmar, 

honu (hier öfter Viferiize pltd. genannt) 101. Bock, 10. Bennig, 68. Sprw. 

oder gchtoarzen Hündchen». Conitzer 1, 854. 

Hexeoprozefz. Pr.Prov.-Bl.II, 133. S. Fiddel, pltd. FSddel, /., Fiedel, Geige ; 

Sprw. I, 916. namentlich in verächtlichem Sinne. De 

RblatecMcer, m., Abc-SchBtze, Rind, Fiddel krieschd, de Brommbats schnarct. 

das noch in der Fibel lernt; epottweise: Dorr, 31. A kann Föddel »pöhle <m 

Stadent. Lippke, do dem FiblaUchke Waldhorn. Ermländ. Freisch., 7. Vada 

dat tom GefaUe. Kgsbg. Firjnenichl, leet Ju bödde Öm de grote Föddel. Volksr. 

102b. Die Studenten werden in Egebg. 37, 139. Moda, wi tca tcC dot springe 

auch Fibeljungen genannt Heanig, 67. Wenn de Feddeh wäre klinge. Yolksl. 

ficheln, 9U)., liebkosen. Posst onficheU 45, 28, 5. 

imaner ju, kulist und liebkost immer fiddeln, pltd. f6ddle(n), sie. 1. auf der 

each. Yiol4t, 188. Doch derAt ju: Fiedel spielen. Höa, öa et Fid^le sckwd'f 

Loa kickt mi nich an, Met Andren te So fMU migd öck 6k vaatäne. EUsten- 

Uofz ficheln kann. Yolksl. 19, 10, 6. borg. Firmenich I, 109b. 2. co»r«, 

Flehen, w. Yom., abgekärztes Dem. futuere. In dieser Bedeutung als 

TOQ Sophia. Hartwich, 55: Phkhen. Schimpfwort auf ein Frauenzimmer: 

Aach Fusch, Dem. Fusdichen. Rddelelse, 

Rdio, m., Schnaps. Einern Ficho ein- Fiddelsoflip , m. Name einer vor- 

giejzen — trinken. Samland (Korkehnen). städtischen StraTze in Elbing, der jetzige 

Sprw, II, 729. innere Georgendamm, öch sei öm Fiddeln 

Filmte,/., inijzbräuchlich zur Bezeich- sojnp gewesen. Schalt}. 3, 4. Eni davon 

anngderKiefer,i\7tu8ti^2f«sfrü, während Mt, wi Mr bt Elmng dat erste Sm öm 

Fichte eigentlich der Pmus abiea zu- Föddelsomp. Elbinger Höhe N. Pr. 

kommt E. FfirBteni.,295. Er istbe- Prov.-Bl. a. F. IX, 244. Firmenich 

soffen wie ^ne Fichte, schwankt wie III, 495b. Nach Schemionek, 10, 

diese. Sprw. I, 445. Einen in die standen im FiddeUomp Tanzhäuaer. 

Fichten fahren, ihn irre leiten, hinter- Fiddelfauiz, m., Tanz zur Fiedel, und 

listig betrügen, Heonig, 67, weil es beim Tanze oft zu Streitig- 

fichton, adj., grob. D^ Rock — die keiten kommt, auch Zänkerei, Schlä- 

Cigarre istßehten. Treichel. gerei Nvgeitde Föddeldanzlos. Sprw. 

Fichtenribrtwr, Päzn., Fichteospai^, I, 855. 



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Igg fiddern — flngero. 

fiddern, «w., daa prickebde Gefühl in die miniiliclie Pflanze des gemmes 

dcD frierenden Fingern; die K&lte aelbet: Hanfes, Cannabis satitia L. Man nennt 

ei fidäert heute tüchtig. Friedland Ostpr. aucli die männliche Pflanze des ge- 

Fidibum, m., Schnaps. S. Sprw. I, meinen Hopfens, Eumuhi^ lupuäaL, 

1532. Rmmelhopfen. Hagen, 1039. 1010. 

lidOzen, aw., schmuggeln, die Thor- Fimmel aus dem lat. /«m^ffa Weibchen, 

Steuer (Mahl- und Schlachtsteuer) um- dem Dem. von femiitä Weib, weil man, 

gehen, Mehl ßdüzen. Davon FldOzer, vor Erkennung des wahren Geschlechtes, 

m., Schmuggler, SteuerfidOzer,m.,Steaer- die kleinere und zartere männliche 

erheber. Kgsbg. Vgl. Sprw. 1, 857. Pflanze fOr die weibliche hielt Wei- 

Fidt, m, 8. nk. gand, 1,458. Grimm, Wb. IH 1638. 

Fiekdien, w. Yom., Sophie. Ab^ FaameAet, /., znßmmeln, flatterndes 

mein Fielen ist achtzehn Jdhire alt ge- Umherfahren, unstätes Wesen. 

worden. Soph. K. I, 205. Fiekgen! fimmelig, adj. von fimmeln, nnsUI, 

leiden sie ^ni£ etc. Ibid., 304. Möchten flatterhaft. 

Sie, liebttes Fiekgen etc. IH, 211 u. öfter. fimmeln, feimein, femeln, femmeln, pM 

Fleke, /., s. Fike. tummeln, sw. l. die männlichen Pflanzen 

fies, adj; s. ffe. von Hanf und Hopfen ausscheiden von 

Fiest, f»., Fist. den weiblichen; 2. hin und her fahren, 

FiglTn, FijAI, /., Violine, s. Vigltn und namentlich mit den Händen; wedeln; 

VijOI, wehend flattern. Fimmel mir nidit 

Fijuchel, m., Windbeutel, Lieder- immer mit der Hand vor den Av^ 

Jan, namentlich Ton einem liederlichen On da heft h^ de USä ver de Üö» gt- 

Frauenzimmer. Zur Verstärkung: Fi- /ömmelt (mit demK^ogheatti), De bdbt 

juchel vijtl. Vgl. Sprw. I, 861. Sper- em Ömmer toat e 'rönner gAömndi. 

her, 41. Volksl. 39, 25 II, 6. Mü der Bäick 

fijucheln, gu>., windbenteind, liederlich, fimmeln. Der Hund ßmmelt mit den 

leichtfertig, abenteaemd sich umher- Sckieanz. Die Bänder der Eaiube ßm- 

treiben. Davon fijuchlich, at^. Von mein. Auch hin und her rennen: Er 

Jüchen und Jagen. mvts überaU herumfimmeln. femmd» 

Flk, m, Bandwurm. De Sund schleppt scheint aach coire zu bedeuten: Ei 

Fike, ein Ende Bandwurm steckt ihm hermneU on femmelt m! undre Bäni, op 

zum After heraus. Grimm, Wb. III, er Bank, öm Bedd am beste. TierrätE. 

1627: FHek, /fci = Eingeweidewurm, 102. Vgl. fummeln. 

Kiemenwarm, Gijrtelwurm. final, ado., durchaus, endgültig. lA 

Fike, /., Tasche. So well eck ut miner thue es absolut und final nicht. Dig. 

langen fHekenFnenTin^/hmtterrieken. W. Seidel, 30. 

Tolksr., 277, 966. Finanze, /., wohl Verstümmelung Ton 

Filzlavs, /., 1. die Skorpionspinne. Finesse, &lsche Vorspiegelung, Flnn- 

Hühling, Tiem., 169. 2. das &Qhere kerei, EnifF, besonders rucksichtlich he- 

Sechspframigstück , seiner Kleinheit trüglicherGeldschwindeleien. S. Nsslo. 

wegen. Th,, 15 unter balere. 

Fimmel, Feminel, Feimel, Femel, m., fingtm, mt., mit den Fingern feitig 



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Fioke — Fiscbbrüoke. 189 

miiclieD; eiDfl Sache in Ordnong und Kleidern geht; Spottname fOr den 

Schick bringen; auch fingerieren. Davon Schneider. 

befingern. Er hat da* richtig be/in- fipsen, mo. \. schnell zugreifen, daher 

gert auch stehlen. Bk kann da» Fipsen nicht 

Finke, m. Er iat ein luttiger — ein Ionen. — verlipsen, zu knrz, klein, enge 

munterer Finke — ein Drecl^nk — ein machen; namentlich von Eleidnnge- 

Sekmierfink. Treichel. stücken, Ze jenner Zeit war der Fe- 

FinkeljOGfiem, m., schlechter Branct- bruar noch nich so va-ßppst wie nu, he 

wein. Nach Grimm, Wb. HI, 1664, hau noch 30 Tag. Schaltj. 3, 8. 2. 

ans der j&d. Gannersprache: Jochem, coire. 

hebr. yo^B = Wein, _^nie?n =^ kochen, fipsig, adj. 1. schnell in den Be- 
sieden. En Schluckske Finkel- Jochem wegungen, leichtföTzig, rahelos. 2. enge, 
AöAr.' Carm. nupt. I, 282, 15. Das von Kleidongsstficken. Der Rock ist 
Wort ist w^t verbreitet: Brem. Wb. I, zu fipsig. 

374. Bernd, 60. Vilmar, 478. Hnpel, Fimilzstein, m., schlechtere Bernstein- 
es. Sorte, zur Bereitung des Fimisses ver- 

Firael, FUnsel, pltd. FSnsel, Fengser, m. wertbar. Bock, Nat. H, 218. S.Stein. 

1. Füllsel. ManseKckt den {edgenQän~ Fii, Fjser, /., zu Foie, Faser: F&d- 

s^mckmetFengselvoütoproppen. Carm. chen. Unbedeutendes, Geringes über- 

nupt I, 298. 2. in der Redensart: Den haupt. EinFis-chen — Fieerchen Meisch. 

ganzen Finsel nehmen, das Vorhandene Du kriegst auch nicht die Fii, nicht das 

— als Ganzes oder als Rest, z. B. den kleinste Stückchen. Sprw. I, 890. Da- 

Einsatz beim Kartenspiel; daher auch von fiserig, adj., bserig, schmächtig, 

das Wenige, die Kleinigkeit: es ist ja dünn. Ygl. FHzchen. 

nur ein Fintd. In diesem Sinne auch tt^adj., zimpferlich, mäkelig. Sehe- 

Fttel; in Hessen Finzel, Fimelchen. mionek, 10. 

Tilmar, 102. Bock, 11. Hennig, 68. Fisch, pitd. FBlch, m., der Dorsch. 

niuel, Fensel, m., eine Art kleiner Samländ. Ostseeküste. Jeder andere 

Netze; von dem poln. wfzel ■=• Bündel, Fisch wird mit Namen genannt; der 

Pack, Gebinde. Flatow. Schmitt, Dorackheitzt Füch: Fisch' ha^ wir rocht 

106. bekomme, Dorsche haben wir nicht ge- 

tinstern, verfinitern, »»., irre geben, fangen. 

Er ist vetfiniert, er hat sich verirrt. FischbrUcke, /., in Kgsbg. ein Teil 

Hennig, 68. Ygl. bMern. des gebrückten = gepflasterten Pregel- 

fippern, mo., s. fispem. ofers, worauf der Fischmarkt abgehalten 

fipprig, adf., mutwillig, lastig, leicht- wird. VortTnekr allerley treuge Fische 

fertig, foldtre. Dann wird er das, was soll man veÜ haben uff dem marckte 

wir ßpprich nennen. Soph. R. VI, 142. und nicht uff der Fisch brücke. Der 

fipS, adv., schnell, fix. F^pps war Kgsbg. Fischer Rolle 1538. Benecke, 

sie mit ein^ Nadeida und fing an an- 287 f. Fischbrücken giebt es auch in 

amähen. Soph. R, I, 639. Danzig und Elbing. In Danzig heifzt 

F^t, m., ein Leichtfüfziger, Fixer; ein Teil des MoÜau-Quais hinter dem 

nach Marold ein unfertiger Mensch, Fischmarkte FucAdnütite. Das ABC (^ 

auch ein solcher, der in engen, kurzen Fischbrücke s. Sprw. H, 743. 



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190 PiachbCseD — Fiscbtag. 

FischbnXM, pltd. RtschbOxfl, plar., Fischhauwn, Kreisstadt im Samlande, 

FiBcUiosen, der Rogen des Dorsches, aas Büchoveihvaen, womos BitchhAtoi, 

Samituid. Büchhauaen, VuchJunaen, /wcUawn. 

Fifahel, m., Stranchwerk von Tannen Pr. Prov.-Bl. I, 409. Pr. Land.- ocd 

nnd Fichten, wohl nach dem Tone ge- Tolksk., S03, Die Bewohner von Fisch- 

nannt, den es beim Brennen hören l&lzt hansen heÜEen spottweise Gildvkntpar 

Dat öt je man Dann^chel, das sind als Zunftfischer — vielleicht richtiger 

ja nur Tannen&Bte. In Westpr. nennt QibeknSper, — BHrenstectier, weil sie uf 

man solch Stranchwerk BHfol. M&h- einen Baumstumpf als aof einen Büren 

ling. Jagd machten, and MUckensprrtzer, weil 

fiichflhif mo., mit einer Sache hin nnd sie auf einen Schwärm Haffm&ckeo, 

her jähren, ^heln; nach Mühling der den Kirchturm rauchartig einhüllte, 

aoch: viel Holz verbrennen. in der BefOrcbtang, der Torrn brenne, 

Fllcherbauer, m., in den Stranddörfern losspritzten. Genaneree a. ReuBch, 

der mit der Fischereigerechtigkeit ans- Sagen, 113. Sprw. I, 1278. 

gestattete Grundbesitzer. Mflhling. FilGlmieittflr, m. Beamter znrBeanf- 

FiKheimettter, m., MeisterderFischer, sichtigong der Fischerei, schon zur 

als Eigentftmer des Wintergams; er Ordenszeit. Voigt, Gesch. Prenfz. VI, 

heifzt auch Gantmoiater, als Meister des 475. Er steht anter dorn OberfiitA- 

Garns. Ks sind bei der Aasflbang der meiater. FOr das frische H^ sind 

Winterfischerei zwei Gammeisier er- drei FischmeisterjjigestellL IhreBezirke 

forderlich, von denen jeder einen FlQgel sind b^enzt durch ßeg.-Verf. von 

des Garns beanfeichtigt. Bock, Nat. 11. Aug. 1843. Hennig, 69. 

IV, 717. Hennig, 80: <?amm«üter,ge- Richsamen, m., Fischbrut, junge 
wohnlich der älteste unter den Fischer- Fische. Fiacksamen darf nicht am 
knechten. Einem Qummeister wöchent- Thrankochen, auch nicht zw FuUermg 
Uch 3 mk. und zam Goltapfennig ttn von FederoiA und Schweinen veriravtit 
Winter 4mk. 10 Qr. Pr., im S<mtmer werden. Fischei^Ordg. f. d. kor. Haff 
3mk. Rolle der Kgsbg. Gildeßscher v. 1792. § 12. S. Benecke, 314. 

V. 1662. Bock, Nat V,559. FitchlpH, m., Fischspielz, s. SpM. 
Fnchenchube, m., Beamter zur Beauf- RschitStte, /., s. Kammertuch. 

sichtigang der Fischerei. Es gilt Qber FisiMag, m., Tag, an welchem ge- 

die FiacherKhiilsen dasselbe, was Gber fischt, und Tag, an welchem Fisch gfr- 

die FtiehmeitUr gesagt ist Im Gebiete gessen wird. Am Mittwoch u. Freitag 

des frischen HMes sind deren 9 an- jeder Woche durfte der Fischmarfct 

gestellt. unbehindert abgehalten werden; anck 

Rschartuch, n., Abteilung am FlQgel gelten diese Tage heute noch als Fast- 

des Herbstgaroes. S. WJndegam. t^ge- Aach soll er (der Störp&chter) 

Fischfralz, m., eine grofze grOneMQcke schuldig tein . . . gemeiner Bwrgertdtafi 

ohne Stachel, am Ufer des karischen zu gutte den Fiaehmarkt zum/ Ftachtaffi 

(auch frischen?) Haffes. Die unter dem zu versorgen, Eontrakt Elbing, 19. Jan. 

Namen HattmUcke auftretende MBcke ist 1611. Benecke, 301. EsiataUeTag 

klein, aber in ihren Stichen bösartig. F^ichtag, ober nithi Fangtag. Sprw. I, 

Altpr. M. IV, 202. 888. Vgl. RelKhtag. 



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ßse — Fist 191 

ItaBjOt^., wählenecb, namentlich beim Fimatenten, rnematenten, plur.,, and 
Essen. Er tat »ehr fite, ihm ist nichts in diesem allein gebräuchlich, Weit- 
gut nad fein genug. Qedaniam. l&nfigkeiten, AusflQchte, Winkelzüge, 

FUel, n. 1. Kleinigkeit, Unbeden- Redensarten, Flausen, Blendwerk, 

tendea, gleichsam Dem. von Fii. 2. m. dumme, alberne Geschichten. Mach 

n. /. leicht bewegliche, hin und hei kerne Fvimatenten. Sprw. I, 889. Fr. 

fahrende, alberne Person. Mhd. väd = Woeste weist zur Herleitong des Wor- 

p«nw. Vgl Finsd and Rs. tes auf das etwas veraltete ital. ßmrna 

Fbel, m., offenbar verwandt mit = cappriccio Grille, wunderlicher Ein- 

Ft^ 2, Spottname ^ einen, der ver- fall, hin. Vgl. Eorrespbl. I, 46f. Hil- 

dreht ist, handelt und redet; der die debrand (Vorrede zu Albrecht, Die 

deateche Sprache „halbwortsch", d. i. Leipziger Mundart Leipzig 1881, VI) 

mangelhaft, redet. Pisanski, Nachtr. führt das Wort auf die Heraldik oder 

Sprw. I, 859. die geheimnisvolle Heroldswissenscbaft 

fbelig, adf., zerstrent, albern, wild, des 14. Jahrb. zurück und hält es ^ 

anizer sich sein. Ich bin ganz fitelig^ eine scherzende oder spottende Ver- 

ieb weifz mich nicht zu fasaen. Er üt drehung des lat. vttamenlwm. 

ffom fiieliff vor Freude, geb&rdet sich fiipelig, otj^'., fitpeln, aw., s. fispem. 

aufflÜlig, Üofi unüberlegt hin und her. fltpem, tw., mit kurzen Schritten 

Heiratslustige Frauenzimmer sind /iae- gehen, leicht und schnell, eilfertig and 

Jig. Von FinL Vgl. fispdtg, unrohig sich bewegen, drehen, hüpfen, 

fiieln, »w., kleine Bewegungen hin alles mit dem NebenbegrifF des Zier- 

und her machen, mit den Fiogem, einer liehen oder Gezierten; auch lispeln und 

Rate, einem Htüme, einer Peitsche etc. fippem. Nach Sperber 46: ßx^ln = 

Füd mkr nicht immer vor'm Qeaicht heftige, annütze Bewegungen machen, 

herum. Ebenso in Bayern, in Bremen: sich ungeschickt anstellen. Sie fispelt 

oft mit den Fingern über etwas fahren, überall herum. Indem er mir eine Ver- 

die Oberfl&che eines Dinges nur eben beugung machte, ßpperte er nach der 

berühren, kitzeln, gelinde kratzen. Seite herum, vm sein Corpg (Corput 

Schmellerl, 571. Brem. Wb. I, 396, juria) wieder wegzulegen. Soph. R. I, 

Bei Schemionek, 10: fisssln, mit 398. In Bayern .^speni, yiip«/n, kleine, 

Feder oder Strohhalm jemand kitzeln, schnelle Bewegungen, ein zischendesGe- 

Von FiftI und flmmelfi. rausch machen, fippem zittern, sidi 

ftteln, SU., anruhig, unstät umher- schnell hin und her bewegen. Schmel- 

laafen, sich zwecklos umhertreiben. Me 1er I, 573. 546. 507. Im Bein. Vos 

Jitelt dat ganze Derp üt Wehlau. (5109) unapeln wedeln; in Hessen sich 

FlHlMsel, m., ein LeichtfüTziger, eiKg hin und her bewegen, wie kleine 

Leichtfertiger. Sprw. H, 748. Vgl Kinder thun. Vilmar, 456. In Posen 

HiR«fiT^ filtern, wüp^m, piachpem, heimlich 

Finmafanlen, plur., s. Fismatenten. sprechen, flüstern. Bernd, 60. — Da- 

fiierig, adj., s. Fii von fliperig, fispelig, adj., unruhig, eÜ- 

Ftakedfidel, m., ein kleiner, korpu- fertig, leicht und schnell in Gang und 

lentw, munterer Mensch. Sprw. H, Bewegung. Hennig, 69. 

750. Ftit, Fiest, m., leiser Bauchwind. 



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192 Ftstbeutel — fix. 

Davon fittan, no., Baaebwinde nnhdrbar tung von Fetzcheii, ein birzchen, ein 

eetweicheo lassen; auch fUiten und cn- wenig, sehr kleines Stückchen, Gitb 

phemistisch flUstern. mir ein Fitzchen. Auch nicht ein Fitz- 

Ftstbeutel, pltd. FntbUdel (ü Ung) m., chen gebe ich dir. Ygl. Fii 
der Eatscher. Rätsel: Ver rüge Nonns, Fitie, /-, Faden, darch welchen die 

vSr Theertonne, tchmiTik schmank, Ftst- einzelnen Gebinde eines Stückes Gam 

bOdel damank. (Viergespann.) (Wolle) ambonden und so markiert nnd 

fTsten, ne., s. RiL geschiedensind, anchdasGebindeselbsL 

Flitgroschen, FTstergroichen, m., Gto- In Hessen ist der Fitz/aäen der einzdne 

sehen, der fOr's Eisten za zahlen ist in dns Gewebe eingeschlagene Faden, 

Goß man e Fiatergroiche, zu dem, der mitunter ron hervorstechender Farbe, 

in der Kneipe sitzt, ohne etwas za ver- nm eine Stelle im Gewebe (EllenUnge, 

zehren. Friedland Ostpr. Anfang eines anders gewebten Linnen- 

Flstt(raut,m.,derEaddig, Wachholder, Stückes etc.) bemerklich zu machen, 

mit dem ger&uchert wird. Vilmar, 103. Er ist ganz aus der 

FMIoch, »., podex. S. Sprw. 1, 2506. Fitze — er itt ata der Fitze geritten, 

tllt'rig, odj., elend, mühselig, abge- anfzer Rand nnd Band, sehr ausge- 
mattet, kr&nklich. Er tiehtßstmg aus, lassen, autzer aller Ordnang. Sprw. 1, 
Dach Krankheit oder dnrchscbwärDiter 892. Ahi. ßzza,^a, vitza., mhd. tntzt, 
Nacht. Von i^t im Gegensatz zu i^Wz, /. n. vis, m. Hennig, 324. 
da ersterer gegen letztem kr&nklich er- fitzefasemafz, adj., nn(z in jeder Fitze 
scheint. Zur Terstfirknng: wittftsterig, und Faser. Sprw. H, 751. 
weirzfieeterig. FitzeHnnd, n. 1. s. v. a. Fitze; 2. 

FfStiQr, m., Fistaauer, sauer und süfz schmales Linnenband, das man zu Auf- 
gekochte Erbsen. l^gseln an Handtüchern, Schürum- 

fltal, a^., fatal. Treichet. bändem etc. gebraucht. Nach Klein 

FHkehalloh, «n., ein verpfuschter, enger I, 114, alle Gattungen von Leinwand- 
Rock. Barten. Dönh. Nach Müh- band und nicht blofz die schm&lste. 
liugauch einliederliches, feilesFraaen- 3. das dem Fitzelbaode ähnliche ge- 
zimmer. meine Se^as, Zoitera marina L. Ha- 

fitBChen, ne., Rutenstreiche geben; gen, 935. EineSeepßame,sodieStnmd- 

ebenso in Pommern. Dähn., 121a. leitte Fitzelband nennen, ist das glide- 

Schemionek, 10: fitschem, mittelst lichste Kennzeichen dea ankomment^ 

Peitsche jemand belästigen. S. fitzen. Bernsteins. Bock, Nat. II, 168. Ben- 

FHldlfalsch , m., der ßatenstreich. nig. 69. 
Fltichfatsch istablantende Wiederholung fltzeln, «c., s. fitzen. 
vonFiäiTA, /VcscA« Rutenstreich (Dähn., fitzen, sw. 1. mit der Fitze binden; 

121a. Bernd, 60), wie fickfaeken, 2. mit langem Faden in weiten Stichen 

Schniekscknack, Wiggeheaggel. Vgl. nähen, trakeln; 3. mit Ruten streichen; 

Brem. Wb. I, 399. Schmeller I, 5&0. 4. fetzen, zerstücken, in diesem Sinne 

Schamb., 270b. Bock, 11. Hennig, auch fitzeln. F^ zerfitzt alles. 
69. fix, adj: \. schnell, hurtig, munter; 

Fitzchen, n., Dem. von Fitze, Fäd- fertig und bereit Ich bin ßa und fer- 

chen, doch vorzugsweise in der Beden- tig. 2. richtig, bei Verstand: er u( 



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fixen — fladdern. 193 

meht recht i%a, nicht recht bei Yer- auehnicht wollen, den Flachardcel. Ibid. 

sloDde. Hennig, 70- 323. Daron: II, 454. Vgl. Mkel. 

- Fix, m., Hondenome, der Schnelle, fix- Flachsrfite,/, Flachsröste. Derha&en 

niedlich, adj., niedlich und fix, leicht wir dann kiemü gänzlich das Flacha- 

gewandt, namentlich von zierlichen Tofzen. in der ganzen Deume bey 20 FL 

Mädchen. Da» läfzt ihr alle* Jienied- üng. Straff und hey Verlust des Flachses 

lieh. Sie ist ein Fbtniedel, Fixnledelchen. verbieten. KurfQrstl. Verord. vom J. 

fixen, foo.y fix, eilig verdienen, an 1630. Hennig, 70; er schreibt Flachl- 

der Börse spekulieren, Scheinkäufe rSthe. Vgl. R8te. 

machen. TreicheL FlachuchSwa, FlachiKhlfe, /., s. 

Fixjakob, Medik. Oxymel Aeruginii. SchXbe. 

Aach Qibsjakob. Königsberg. Flachstalk, m., s. Talk. 

Flab, Flabbe, /., breites, hängendes Flack, im ErmL Flach, m,, Strecke, 

Maul; Manl, Mund überhaupt; dicke Fläche; Abteilung, TeiL En Flach 

and herunterhängende Unterlippe. Weg's, eine Strecke Weges. E Flack 

Einem eins vor die Flabb geben, ihm Zaun, Zaunteü von einem P&hl bis 

aaf s Maul, eine Ohrfeige geben. Hei zum utdern. N. Pr. Prov.-Bl. a. F. VII, 

lät de Flab Hänge, er hängt die Unter- 438. Brem.-nds. flog, fiage, in Ham- 

Uppe, lälzt Niedergeschlagenheit, Yer- bai^ flfjc, im GöttJng. ßdke, fiäge, in 

drufz merken. De FUtbh dey ftunkerd Pom. fiag, fiach. Brem. Wb. I, 401. 

mie. Carm.nupt.\, 282, 14. Nds. Schamb.,270b. Dähn., 121b. Müh- 

flaibe, im Götting. fiappe, fldwe, dän. ling bat noch Flage für eine niedrig 

fiah; zu vergleichen das engl, fiap = gelegene Gegend, Fläche, 

das breit und los Hängende. S. Brem. Flacke, /., Hürde, von 'Haselruten 

Wb. 1,400. Dähn., 121b. Schamb., oder Latten eingezäunt. Mühling. Zu 

271a. /Tac* gehörig. 

Flabjftn, m., herabhängender Zeug- Flacker, ?, gewöhnlich Flackerfeuer, 

tappen, Fetzen, eines zerrissenen Elei- n., kleines flackerndes Feuer, beson- 

dungsstückes , zunächst der Eopfbe- ders in Backöfen zur Erhaltung der 

deckungen weiblicher Personen. Fried- .Ofenwärme. Hennig, 324. 

land Ostpr. flackerig, adJ., unstät, flatterhafL S. 

Hach, m., 8. Flack. fladderig. 

RXche, /., flache, seichte Stelle im Fladder, m., Flügel, s. Flatfer. 

kurischen Haff. S. Seke. Hadderfl&t, n., s. FHL 

Flachsbrftke, /., Flachsbrftker, m. , s. Fladdergras, n., Flattergras, Müivm 

brftken. ejffu»um L. Bock Nat. III, 264. 

Rach^pf, pltd. FJasskopp, Mensch fladderig, adj., flatterig, flatterhaft, 

mit Haaren von der Farbe des Flachses, leichtfertig, unstät, 

hellblonder Kopf. Fladdermaui, Flattermaus, /., Fledei^ 

Flachsrekel, m., Scheit- und Schimpf- maus. 

wort. Mufzf du Flachsrekel dich in fladdern, flaggern, sto., Sattem, beben, 

Gegenwart einer Dame so aufführend zittern. Mt flad^re de Bän^ — de 

Soph. K. I, 172. Julchen, du kriegat Kn^. Nach Treichel auch: ins 

ihn nicht, und ick hofft, du mrst ihn Hemde machen; ^o wohl vor Furcht, 

FrUcbUtr, WSrUitHisb 1. ' ]3 



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194 Flfidilrwzen — Flsmmfladen. 

da das Fladdem in erster Bedeutung schnelle und listige Art, also in flie- 

aacb diese Ursache haben kann. gender Weise (etwas ausfahren). 

Fladdratzen, plur.^ feine Wäsche zu Ftaider, P, bei gekochtem Kalbfleisch 

weiblichem Putz und Staat M&hÜDg. die weiTze, weder als Fleisch Doch 



le, /., Ton fladdem flattern, als Knochen zu betrachtende Masse. 

verqnickt mit der poln. Deminutiv- Sperber, 37. 

endung oi, osia. 1. stark beputzte, alt- Flamel, m., gemeines Zittergras, Bma 

modische Frauenhaube, HHube über- media L. Hagen, 101. 

haupt, im Kreise Flatow auch Kopf- flämisch, flSnuch, adj. 1. flandrisch. 

tuch. 2. Nach Sperber, 41, auch Im Weichseldelta wohnen AbkömmliDge 

reichliches^ umherfliegendes Haupthaar, der Friesländer, Niedersachsen, Flam- 

3, Übertragen: altes Weib. Schmitt, Idnder. Pasaarge, 210; 2. zornig 

110. Hennig, 70. grimmig, rücksichtslos grob-, 3. kr&fÜg 

FladenionntaQ, m., der Ostersonntag, und etwas ungeschlacht im KCrperbau, 

weil zu diesem Sonntage Fladen, dünne gewiclitig und energisch in der änlzeio 

flache Kuchen, gebacken werden. Vgl. Erscheinung. Er ist ein fiärr^acher Sari, 

Blaumonteg. ein grolzer, kräftiger Mann. 

Fladerbaum, in., weilzer Ahom, Acer FlfiiniSGhe,p/ur., Sekte der Mennonilen 

ftevdo-platamu L. Hagen, 1074. S. im Werder. Vgl. Klarken. 

Bon. flammen, aa., schl^en, wie eine 

Rage,/, Wutanfall, Anfall von Ver- Flamme. Einem ein» Rammen, ihm 

rdcktheit. Nu kröggt hei wedde de Fluge einen Schlag ins Gesicht geben. Sam- 

v)i e doUer Hund. Samland. In Liv- lond (Korkehnen). Elbing. Sprw. II, 

and Estland Flage die Epilepsie der 758. 

Kinder. Hnpel, 65. Sallmann, 31a. Ftammfladen, m., dOnner runder Fla- 

Im Brem. Wb. I, 408, ist flage ein ver- den, bei Bereitung des Hausbacken- 

fli^endes Wetter, eine dicke Regen-, brotes an der Flamme gebacken. Er 

Hagel- oder Donnerwolke, welche vom wird den Kindern mit nach Hanse ge- 

Winde geschwind fortgetrieben wird bracht und noch warm mit darauf ge^ 

and gleichsam über uns hinfliegt. Dan. strichener Butter verzehrt. Im Erm- 

fiage Windstofz, norw. flaga brausend lande heilzt dieser Fladen Fiamimvegg'. 

verholen; bei Scbmeller I, 586: flau- Er sitzt wie ein Flammfiaden, er siUl 

gezen flackern, lodern, ahd. flogar&n, unbeholfen und nnverändert aof einei 

lat. _^a^<we. — i^Tc^« » Fläche s. un- Stelle, zur Bezeichnung eines hohen 

ter Flack. Grades von Phlegma. Über die Ent- 

flaggern, no., s. fladdern. stehung dieser Redensart s. Sprw. 1, 

Flagiwter, m., Taugenichts. Sper- 896. Erl. Pr. V, 711. Pr. Sammlerü, 

her, 41. 1246. Pr. Chron. von Luc. David I, 

flagweiae, adv. 1. in Pausen wieder- 104, Anm. Liedert, Abbildung dea 

kehrend. Das Fieber kommt flagmeU^ preufz. Frauenzimmers in den ältesten 

es verfliegt, l&Tztnach und kommt wie- Zeiten. Kgsbg., 1774. S. 17. Bock, 

der. Vgl. Flöge. Bock, 11. Hen- 11. Hennig, 70. Über das Backen 

nig, 70. 2. verstohlenerweise, auf der i^^mm^foi:^ s. Bock, Nat. I, 265. 



PltunuiscUnauzo — Fleck. 195 

Ftamimehnaiize, pltd. nammtchnfiz, /., hen Mameren, Flegel, OriotiM, Kekel, 

SchnaDze ~ Manl, verliaaeDes, vorlaute? ungeBchliffener Mensch Er iatein grober 

Maul; Person mit einem derartigen Flätg. Nach Wetgaiid I, 469, wohl 

Maalwerke. Im . Cr&tting. fla'mtnüu von einem ßetzeti, mhd. vletzen ■= breit 

(Flaumbart), Milchbart, uneriahrener da liegen oder lagem, welches ab- 

vorluuterjangerMann, Lafiie. Schamb., geleitet ist von uhd. ßaz '= flach, 

271a. woher anch öltest -ohd. dos ßeiz, 

Flammwegg', /., b. Flammfladen. mhd. das vUtze — ebener Fa&boden, 

fUmscb, adj., s. flftmiSGh. Lager-, Herdstatt, L^ersUttt zum Spei- 

flander, s. fllnder. sen, Speisesaal. Davon: fIStzig, flSzi^ 

Flandern, Name des Landes zur Be- <u^. 2 Mütze, weil der Fletz diese sof- 

zeichnung des Wankelmates, der Fiat- behält. Kannst deine Fläze nvM ab- 

terhafügkeit, der Treulosigkeit. So nehmen! 

achreAt sich der Ursprung der hiebe flau, a^. 1. lau, weder warm noch 

von Flaitdemy Denn Y^ankelmaih ichei- kalt. Ei ixt heute fiaues Wetter. 2. ohn- 

det ein Herze vom andern. Carm. nupt mächtig, schwach, matt. Jk/u- ist gang 

III, 114c. Ach ^>ringt doch nich von flau zu Mute — »ehr flau vmu Hers. 

F7tmgem^ höpt löaer nach dem WirJc, Hennig, 71. 

on loopt Sehe Sehe nahm angem. Ibid. Flausch, m., Flaos, BOschel Wolle, 

V, 190d. dieses anch FIlMCb; Rock von dicker 

flankieren, pltd. flankSreCn), «u>., um- Wolle: Flavechrock. Vgl. Fltsch. 

herschweifen, hernmstolzieren, bald hier, Flame, /., in der Mehrzahl besonders 

bald dort sein; aus franz. flanquer. Qblich, Winkelzag, Unwahrheit, Be- 

Auch: verschwenden. Ejt läfzt das Geld mäntelong, Windbeutelei, Scherz, Scha- 

flanki^en. Bock, 11. Hennig, 71. bemack. Mach keine Flauten, kein« 

Flaps, m., 8. Laps. Ränke, WinkelzOge, Davon Flauten- 

fl&ichen, «w., B. flOschen. macher, m. 

Platter, Fladder, Fledder, m., der Fla- FIKz, m., fläzig, adj., s. RUz. 

gel des 'Vogels; von flattern, pltd. flad- Fleck, /, Eingeweide, Gedäime, Kut- 

dem. teln; das zerschnittene Eingeweide aU 

Flatterer, m., Strohwisch oder flaches Essen. In Kgsbg. ist Rinderfleck ein 

Brettchen an den Zugleinen desSommer- sehr beliebtes Gericht, das, abgesehen 

gams als Scbeucher. Die Flatterer ste- von den Bierhallen, in besoaderen 

hen in Abst&nden von je 2 m und Fleckkellem und Fleckbuden verkauft 

heilzen auch Scheucfaer, Schwenker, poln. wird. Oft haben die Fleckhändlerinnen 

kispki. S. Benecke, 352. auch ihren Sitz an Stralzenecken. Za 

natterflH, n., b. Htt Hennig's Zeit wurde Fleck gewöhn- 

Flatteriaus, /. 1. der Floh. 2. Person lieh mit braunem Kohl gegessen. Fleck, 

in einem Hochiteitsspiel. Du btmipene ahd. flec, mhd. viee, vUcie Lappen, 

Flatterlaut bist glücklicher als ich. N. Fetzen, spät-mhd. StGck vom Magen 

Pr. ProT.-Bl X, 449. oder Eingeweide (der kutelvUc Kuttel- 

Flattemiaiit, Fladdermaus, /., Fleder- fleck — Kutteln = Gedärme sammt 

' maus. Wanst und Magen, besonders der efz- 

FUttz, Räz(älang),m. 1. Mensch mit ro- baren Tiere — ), lit. bUkoi, plehü Fleck, 



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196 Fleckbade — Fleisdit^. 

Eingeweide, Gekr&se, poln. ßaki. VrI. herigen hervorgegangen. Die Bratet 

Weigand I, 469. Grimm, Wb. III, hat ihren Staat raiht avageßiehat, ihren 

1741. Hennig, 71. Putz recht ins Auge gestellt Von eben 

Fleckbude, /., Fleckkeller, m.,s. das vor. Fraaenzimmer, dessen Kleidang reiz- 

Fleckdrescher, m., s. Warmditt. volle Blöfzen iBizt, sagt man in Bezng 

Flld, n., B. RH. auf diese BlQrzen: Sie hat gvi autge- 

Fledder, m., s. Platter. fliehen. — befleihen, belegen, bepacken. 

fleddern, mc., s. fledern. Der ganze Tisch igt (mit Bachern) be- 

Hedermaus, pltd. Redder-, Fladdermoi, fliehm. — einfieihen, einpacken, z. B. 

/., die Haarschnepfe, Scohpax Galli- Bücher in eine Kiste, aber auch Spei- 

nula; auch Heberbock, Sfumpfichnepfe. sen in den Magen: daher auch stark 

Bnjack, 383. essen; körperlich zurückkommeD: Er 

fledern, fleddern, sw., schaffen; schla- hat twhtiff eitigeßiehen, ist allmählich 

gen, Treichel. um Kraft und Gesundheit gekommen. 

Fledlkn, /., Flöte. — wegfleihen, ordnend auf eine sodei« 

FIftg, /., Fliege; Floh. Erstere heiJzt Stelle fleihen = abflähen. — Bei Je- 

Flochtflftg, Fli^;e mit Flochten = Y\^- roschiu vlten, vlihen, tA\a. fiihan, im 

geln, letzterer Hopsflftg, die hüpfende Brem. Wb. I, 418: jZ^'m, im livl. Idiot, 

Fliege. Da damt de Lmus, Da Sprung von Hupel, Q&: fliegen, beiSchamb., 

de Fleeg tom F^mtm- hena. Volker. 272b: vlten nur putzen, schmücken; 

36, 138. Übertragen auf den Men- im Quickborn (6. Aufl.), 325: ftien, 

sehen: Er i$t eine luttige Fliege, ein flig^i putzen, zurechtstellen, in Ord- 

luBtiger, l^chtfertiger Mensch. nnng bringen. Hennig, 71. Sper- 

Fleh, /., B. Floh. her, 12. 

fleihen, praet flieh, pari, gefliehen, Reiechbank, /. 1. Bank, Tisch, vo- 
pltd. flte(n), an&chichten, neben oder rauf das feilgebotene Fleisch aasliegt; 
über einander, reifaenweige orduen. 2. Haus, in dem derartige Bänke uifge- 
Holz fleihen, ein Scheuchen zum an- aieWt sind. ...toiedenn vor andemStädteii 
dern legen, bis die Reihe ordentlich die Damiger FUiachbä^e vorzüglich sinä. 
dasteht; ebenso Ziegel, Kleider, Bock, Nat IV, 171. In Kgsbg. giebt 
Wäsche. DavoDabfleihen,voiteiiiemHan- es eine FleiachbänJKnstra/ze. 
fen nehmen tmd nebenbei fleihend neu Fleiichblume, /., Kuckucksblume, 
ordnen. — ailffteihen, aber einander legen, L/ycknis flos cucuii L. Hagen, 483. 
an&chichten.— Binflelhen, ]. auseinander Fieischschaire, /., wie Fleischbank: 
legen, auskramen. Eme Kiste auaflei- Tisch oder H^e zum Fleiscbvei^aof- 
htn, den Inhalt derselben auspacken Hennig, 71, Hupel, 66. 
und ordnen. Die Sfube mit Tannen Fleischschragen , m., Fleischbank, 
ausseihen, gehackte Tannen längs den Fleiscbbude. S. Schrägen. 
Wänden legen. Das Schaufenster aus- Fleischtag, m,, Tag, an dem es Fleisch 
fleihen, die zu verkaufenden Gegen- zu Mittt^ giebt, zumeist Dienste^ und 
stiLnde im Schaufenster in ansprechen- Donnerstag. Diese beiden Tage galten 
der Anordnung auslegeo. 2. putzen, früher als GlQckstage, da es an ihnen 
zieren, schmücken das, was befliehen reichliche Kost gab. Vgl. Ruht^ 
wird, vrie solches schon aus dem Bis- S. Vilmar, 105. 



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Pleib ~ PliegendiBt«!. 197 

FMfz, mit, adv., mit Abaicht, ab- bei den Gelagen der ESpigsberger Sta- 
siclitlicli. Eiica» mit Flei/z lAun, es deaten. Man findet das "Wort andi 
mit Bedacht, oft auch zum Tort thun. Phlipp gesclirieben. 
Öck kä> möt Fliet ffelekrt. Carm. nupt. flibbern, «o., flimmern, scbimtnem ; 
YI, 168d. Ygl. Grimn, Wb. III, ahmt die unruhige Bewegung der vor 
1765. dem Äuge erscheinendes! Funken im 
flentem, mo. Wie ick to unbarmherzig Laute nach. Sperber, 34. S. flimn. 
angeflentert (schnell zu KoIIe angejagt) Rieht, f. u. in., s. Flocht 
kam, und ein Kerl bo kräftig hinter mir Rick, n., hier nie m. 1. der Flick, 
drein klabtaterte . , . sperrten die Mönche Flicke, Flicken, Lappen, also s. v. als 
den Kloaterhof angeUeeit auf. Soph, R. Fleck, mhd. vlicken. 2. vom Teil auf 
V, 133. In Bayern fländem, flandem das Ganze flbertragen: Kleidungsstück, 
hia und her bewegen, wehen, ziehen, Kleid, ./öierft de /"iociler^ juckt dir das 
z. B, vieg-, for^iändem etc.; brem.- Kleid, d.h. derBuckeljWillatduPrügelha- 
nds. _/?«item Diarrhöe haben. Schmel- hen? 3. vom Kleid auf den Mann: Eriat 
ler 1, 588. Brem. Wb. I, 412. ein lustiges Flick, ein munterer, lieder- 
Rei, /., Flosse, Flocke, Zotte. Die lieber, leichtfertiger Mensch, jedoch 
Fletten ausweiten. Dat he (der Bär) ohne Falsch oder Bosheit; ähnlich ver- 
nick ene FUt kann ra-en. Dzg. Nhrg. drektes Flick. 

Parad., 70. Flickbau, m., Bauarbeit, die sich nur 

Ret, n., kleines Boot mit scharfem auf Reparaturen erstreckt, im Gegen- 

Kiel, dessen sieb die Pillsuer Lotsen satz zu Neubau. Yon fiickai. Hen- 

bedienen. Mübling. nig, 72. 

RH, Ftti, n. 1. Holzklötzchen an Ricithecfat, m., Hecht, der zerflickt 

den Netzen. 2. Flof/. an der Angel, ist; ein Gericht. Grofze Hechte, welche 

dessen fiewegong das ÄnbeiTzen eines eine Zeit lang in Asche gelegen h^ 

Fisches anzeigt. Ein leicht spielendes ben, werden dazu in kleine StQcke zer- 

Flofz heifzt FladderBBt, Flatterflet. Oben flicht. 

auf dem Meteritz werden kleinere Späne Flickhering, m., geräucherter Hering, 

bis drey Schock mit dünnen Schnüren der Länge nach aufgeschnitten. Brem. 

ang^nden, welche die Fischer Flatter- Wb. I, 420. Hennig, 72. 

fied nennen, weil sie unaufhörlich hin fliddem, sa., flattern, herumfilddem, 

undher über dem Wasser iich bewegen etc. viel aulzer dem Hause sein, 

Bock Nal. IV, 714. FVt, FIM isi Aaa Flieder, pltd. Rfider, m., gemeiner 

bchd. f fte/s(s. d.), also isi fielen, flielzen, Flieder, Sipinga vulgaris L.,wxt\i blauer, 

die Wurzel. "Vgl. auch Fiot. spanischer Flieder. Hagen,-9. Fälsch- 

RUkrebs, m., halb platt-, halb hoch- lieh Holunder, in Danzig Jasmin. E. 

deutsches Wort: Rielzkrebs, FieUcrfiwt, Förstern., 295 f. 

Krebs aus einem Fliefz oder FUt. Fliederkreide, /., Flieder- oder Ho- 

Flibb, m., Warmbier mit Eiern. Nach lundermns. Heanig, 324. S.Kreide. 

Sperber, 12: Getränk ans oberjähri- Fliege, /. 1. leichtfertiges Franen- 

gem Bier, Rom, Zucker und Citronen- zimmer. Sie ist eine lustige FHege. 2. 

saft Bevor das baTnsche Bier Ein- der Floh. S. RQg. 

gang &ad, war Flibb das Hauptgetränk Fliegendislel, f., klebriges Kratzkraut, 

D,3,t,z.dbyGOOgle 



198 Fliese — flirren. 

Cmaa Erüükala. Hagen, 842. Cn. Fleuroneeta ßaiu. I^ach Bojack, 396, 
£>ütfAa^ fehlt bei Leunisu. Garcke. auch Flonder und Scharre (P). Engl. 
Flieie, f., dünne Steinscheibe, Sand- ßuotider, dän. flynder, schwed. jftindrä, 
Steinplatte; gröfzcres Stack Bernstein, lit. kar. pleiszte, kass. tlamiew, ttar- 
Ältnord. ßia Splitter, StDck eiues Gan- naoka, pohLßonder, fltid^. Benecke, 
zen, Bchwed. ßüa dünne Steins cheibe, 98. Hennig, 72. 
Steinplatte, d&n. ^ßie. Ygl Grimm, flmder, mit flunder Klang- n. Reim- 
Wb. II, 1792. Weigand 1,473. Hen- worL Vgl. Tierr&ts. 83. 
□ig, 72. Fline, /., 8. FKnze. 

Fliefz, pltd. Fiet, n., kleines öiefzen- Fiintenpapier, n., -wisch, m., Umschra* 
dee Grewäeser, Bach; zugleich für man- bung für A.-wi8ch. TreicheL 
chen Bach Eigenname, z. B. in Kgsbg. Flinze, Flinse,/., PUnze, dflnnes flaches 
In älterer Zeit Flufz Qberhanpt. So Pfannengebäck in Butter aus einem Teig 
spricht Hennenberger gleich S. 1. toq Mehl, Milch nnd Eiern. Bisteht 
8. „Erclerung etc." von den „fisch- der Teig ans zerriebenen Kartoffek, so 
reichen Fliefzern, strömen and Seen" heifzidas Gebäcke Karioffetflinze. Xeck: 
Preufzens. Von /ie/zCTi, holl. »iie( Bach, Hirtz — bac^ dir eine FUnzI Nwh 
vloed Flut. Auf Samkmd fraget ich Weigand H, 363, findet sich 1678 
ftn«n Saüptman, wie das neehate Flii die Flintze, 1562 die blime (in die 
alda hies. Er saget, tcie dm Dorf so bUnzebeckmn) , 1587 die plirißm. 
darietf lieget . . . Dennoch hab ich den Weigand fragt: Ob aas dem lat.plB> 
fleit darauff gewendet, das man nicht centa Kuchen? In der Lausitz FUm, 
viel /lieser darinnen wird finden, dar- lit. plincai, altpr. plinxTte = „Plecze", 
beg man seinen reckten namen nicht jetzt Pfate Fladen; in Posen Ptüae. 
auch finde. Hen*nenberger, 7. Es Vgl. pr. Voc.342. Lit Aeq , 10. Übei^ 
ist ein Flu zu Mülhauaen auff Na- tragen: Ohrfeige. Einem eine F&ut 
fangen, das ist so Fischreich, das man es mit fünf Zügeln geben. Sprw. I, 919. 
biäig ein Gülden Flis nennen möchte. Hennig, 72. 

Ibid. 345. Bei dem Fliesz Elbing da Flinzenpfarme, /., eiserne Pfiume, vo- 
baxieten sie eine Burg, nenneten sie nach rin die Flinzen gebacken werden*, wii^ 
dem Fliesz Elbing. Waissel, Chrou-, in kleinen Haushaltungen auch aUBnt- 
50. Grimm, Wb. III, 1792. Hennig, pfanne Überhaupt benutzt. 
72. 2. das vom fliefzenden Gewässer Ge- FlJrr, Flürr, /., s. flirren. 
tragene: .j^ an der Angel, i^^oijder^^. flirren, pltd. flSrren, «u. 1. leicbt 
Fllmmerangei,/., Angel, diefliminerrt, blitzend auf und ab schvebeii; viel- 
glänzt, and durch ihren Glanz den leicht als eine etwas kühne Zusaaunen- 
Fisch (Hecht) anlockt. Schmal zn- ziehung aus flammen und irren za dea- 
gehendes und in einen Haken endigen- ten, daher auch flimmern, schimmern, 
des iQfiielartiges Messiogblecb von blan- Es flirrt mir vor den Augen. Der B«- 
kem Glänze, das sich bei schneller griff der Bewt^nng, den das Wort ans- 
Bewegung wirbelnd dreht. Duige. drückt, tritt in herumtlirren, herum' 
Weichsel. Dia Flimmerat^ heilzt auch treiben, mit dem Nebenbegriff der Eile 
Darre,/. S. Benecke, 406 f. ond Hast, lebhaft zur Anschaaimg, 

Rinder, Fflnger, m. u./., die Ftander, w&brend der d^ Flimmenis nnd Srhim- 



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Flirren — Flookflach. 199 

raems in der weitem BedeotuDg des Flltse, m,, s. FliS. 

sich Herauspatzens und Scbmückens Flitschbogen, m., Flitzbögen, Bogen 

erscheint. Sie hat sich gut auigeflim, zu leichten Pfeilen, den Knaben sich 

sich auffallend herausgeputzt. Da den selbst fertigen; nds- fiitzhagen^ holl. 

Frauen aber der Kopfputz die Haupt- fiitsboog, Zusammensetzung mit ßitz, 

Sache ist, so beifzt die mit flatternden flitack Pfeil. Brem. Wb. I, 434. 

Bändern und Schleifen reich besetzte Schamb., 272b. Bennig,72. Sper- 

ond flimmernde Uaube auch die f\in, ber, 12. 

pltd. FlVrr, and nach dieser ein auf- flitschen, aw., mit dem Pflitsch — Pfeil 

geputztes, eitles, flatterhaftes Frauen- schieTzen, schielzen Oberhaupt. Jü 

zimmcr ebenfalls die RifT, welches Wort fiitxchen em denn dörch de Neren, ihr 

auch als Schimpfwort auftritt. Bie ist schiel'zt ihm dann durch die Nieren. 

eine aJte Flörr. Sprw. I, 927. Engl. D;^. Nhg. Parad., 69. 

fiirt, to fürt mit Schnelligkeit bewegen, flitz, adn.^ hurtig, schnell wie ein 

prt Buhlerin, Metze. Nach Bock, 11, Flitz = Pfeil. Mehr Segel op, flitz nah, 

und Hennig, 73, ist JTät Spottname de Schlacht geiht los! Dorr,l. Wiew., 

für ein bejahrtes und saueraehendes 44. 

Frauenzimmer. 2. eine zweite Beden- flitzen, pltd. flbtzen, sis. 1. schnell 

tung für fiörren findet sich bei Hen- wie ein Pfeil vorwärts eilen.' Dat I» 

nig, a. a. 0.: weinen, flennen. S. flill- (Eis) flitzd Uchtingach dorch de Noackt 

bem. (Nogat). Dorr, 33. 2. flink, hurtig, 

riirran, nur in der Mehrzahl gebrauch- bebend von einem Orte zum andern 

lieh, Grillen, Launen, wunderliche Ein- sich bewegen: — herumflltzen. Davon 

ftille. Er hat Flirren im Kopf, Grillen, Flitzer, m., der Unbeständige, Flatter- 

albeme Einfälle und Streiche. Im hafte, ein flotter Überall und Nirgend, 

Götting. vlirren. Schamb,, 272b. ein Windbeutel. Vgl. Sprw. I, 922. 

flirrig, pltd. flVrrig, adj., yon flirren, flotiit, f. a.m., plw. Flochten, Flocht, 

leichtfertig, kokett, alberu; von Frauen- Flügel; übertragen: Flügelartiges. In 

zimmern. Westpr. Flicht, FlUcht; in Liv- und Eet- 

nirlchen, n., träges, unordentliches, land die Flucht. Hupel, 67. Sall- 

nnachteomes Mädchen. Sprw. I, 920. mann, 120b. Mi sönd de Flockte ge- 

In Berlin auch Flittchen und in der bunde, ich kann nicht, wie ich möchte. 

Bedeutung von kokett. Vgl. flirren. Die Flochten hängen lassen, verzagen, 

Fttl, Flis, Flisak, m., poln. flia, fiitak, ermüdeu, ermatten, Wenn öck en Voa- 

FlÖl'zkn echt, Schiffsknecht. Die Flissen, gel, öckraudbiär, Weer'n mi de FUcht- 

daher auch die Einzahl HisSB, bilden kes meed on schwoar. Dorr, 51. Der 

die Bemannung der aus Polen, resp. Himmel nehm' da» Recht unter seine 

Galizien die Weichsel herabkommenden Flochten. Dorr, 1. Wiew., 57. Möt 

Flöl'ze und Fahrzeuge. Das Wort ist Flockte on möt Puffe se (die Lehrer^ 

wohl Bildung ans dem deutschen _;fq/'2en. frauen und -Töchter) opgedonnert gän. 

Westpr. Vgl. Altpr.M.IV, 323. Sper- Lhrztg. IV, 355b. S. Sprw. D, 769f. 

ber, 37. Schmitt, 109; Westpr. 167. Hennig, 73. 

S. ^himk«. Flochtfliege, /., Stubenfliege, s. FHg. 

Fltsch, n. n m^ s. FhlSch. RockÜKh, m. Nach Simon 6rn- . 



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300 Floh - flötig. 

aan, „ein treuger fisch ans der Po- ROlT, /., flOrren, no., fUhrig, adj., s. 

mochil gemacht".. flimn. 

Floh, FUh, Fleh, /., der Floh. Sper- fiDS, a<^., flach, seicht. Dtr Back 

her, 12. (^Fltas) ist »ehr /los geworden. 

flShen, sw., Flöhe suchen. Übertragen: not, FlOtt, n., das Flotte, Schwim- 

Einen fiöhm, ihn übervorteilen, betrü- mende, Flolz; holl. vht. Das flot anl 

gen; ebenso: einem die Augen flöhen. Flössen and Bächen, voranf man Gteht, 

Samland (Eorkehnen). um Wasser zn schöpfen, Wäsche m 

HShkraut, n., gemeiner Knöterich, spiden-, das FU>t der Angel — au den 

PolygonumPeraicariaL. Bock,Nat.lII, Netzen; das letztere heifzt auch Flttl- 

385. Hagen, 426. ftolz, lit. pludia. Die Flottbölzer, vier- 

Flohsack, m., Mensch, der voller Flöhe eckige Stücke von Pappelborke, halten 

ist. Sperber, 12. das Netz flott, während die abwärts 

flok, fufn., flink, fleifzig? As ick gittern ziehenden Qra^teine ihm die Spumimg 

bi er waSy Sponn se Flaas. „Ei, mat geben. Vgl. Flfii Uennig, 73, führt 

do yu da so drök Un so JTok?" Mäkske das Adj. ftott — schwimmend, mit Anf- 

säd: Dat 5s ferju tom Eemdke. Yolhsl. wand lebend, an. 

27, 17, 1. FItte, Fiat, /., grofzer Milchnapf zum 

FiSm, FlOmen, FlQmen, m. u. f., Nieren- Absetzen des Rahms; nach Schemio- 

fett der Schweine, Schmalzfett in den nek, 11: „flaches Holzge^fz za Milch, 

Gänsen, HQhnein und Fischen. Ahd. auch daraus zu essen", also auch Speise- 

floum Schmutz, nds. vloom, vlattm teller. Nd. _/2ot Sahne, Rahm, Sclunand, 

Echmutzig, trübe, ebenso flömrig; flÖm ahd. pfUied. Im Götting. flöte breiter 

Fett, Sahne, Rahm, flaum wie imser Löffel zum Abnehmen der Milch. Biem. 

FlSm, d&n. ßomme. Vgl. Grimm, Wb. I, 415. Schamb., 273a. 

Wb. lU, 1735: Flaum. In Livknd Flttei, n., s. flöten. 

die Flome. Hupel, 67. Davon flOmen, fltten, sw., fliefzen lassen; von Hsh- 

su>., den Flom entfernen, abnehmen; nem, wenn sie Eier ohne EalkscfaiJe 

daher auch abflOmen, ausflftmen. flömig, l^en, verlieren — verwerfen. Ein sot- 

adf., reich an Flomen; auch trübe, nn- ches Ei heilkt Flötei = Windei, 

rein, fettig. flOten, in der Redensart flöten gehen. 

FlSmiger, FlOming, m., dunkler, nn- AU stn Qöld ös flöte gegange. Aus 

durchsichtiger Bernstein. Von Flöm. dem jüd.- deutsch pleite j^eÄ» = flöcb- 

Brem. Wb. I, 428. Hennig, 73. tig sich fortmachen. Vgl. Weigand 

Flonder, m., s. Flinder. I, 477. Hennig, 73. 

FItr, m., Flur, Boden. Wenn eine FItttendüse,/., Flöte; zusammengesetit 

Nadel oder sonat anderes kleines ent- aus FlÖtc and dem frz. douce {dvui)- 

falienea Ding aufm fbtor oder Bodem Der WüUcomm war der Ton der tchöna 

gesucht wird. . . . wenn man aonaten Flöten-Dusen. Carm. nupt IV, 13 b- 

gleich nieder gegen den floor aiehet. flfiiig, adj., dickflüssig, dehnbar flns- 

Linem., Bbbla. sig. Mühling: von einer Flüssigkeit, 

Florchen, w. Vom., Dem. von Flora, welche durch Gärung Unreinigkeiteo 

auch Florenüne. Hartwich, 54. hat,diesichfastan8recken,dehnenlasseiL 



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FIfttmücb — Flascb. 201 

FHtnrilch, /., saure, doch nicht dicke Zitterschein geben; Torspiegehi, mit 

MilcL Mahling. Flot ~ Saime. S. Humor nod Lieblichkeit die Unwahr- 

FTMe. heit sagen, Windbeuteln. Mir flunkerf» 

Rott, Flottholz, n., s. Flot vor den Augen. Er flvnkert — /7un- 

FlUch^ /. u. m., B. Flocht kert mtr wo» vor; daher auch vorflun- 

Duck, richtiger wohl fiug, adj. u. ado., kern, 

flnga, schnell, hurtig. Flacker noch, FliinkerSBiHl, m , Sand, der flunkert, 

rund de i)ä2, hopsa iiarU! Dorr, 37. glänzende Glimmerteilchen enthält, 

Darbt fs he mft siene Futten so fluck Flittersand, flimmernder Streusand. 

4» der Hand. FUtck hier ptpi (hin- Hennig, 74. 

ein), l^w^ Junger Mann! Dorr, Flunich, Fluntsch, aoch Fransch, /., 

L Wiew., 24. Fluck on ßink. Ibid. scdunoltender Mund, Muud mit auf- 

107. In Hessen flügger. Vilmar, 107. geworfenen dicken Lippen; zur Yer- 

fluddeni, «u»., flunkernd flattern, ei^ Stärkung Flunschmaul. Letzteres aach 

zittern. Fluddert ora dat Kratigke, auf die Person übertragen: sauertQpfi- 

Dann ßre ons tom Damke. Volkareim. scher Mensch, Schmollender. Eine 

Uühling. Ihm fluddert da» Kinn vor Pömmersche Flunsch machen. Uit dem 

Zorn, Zeigefinger der rechten Hand die Nase, 

lug, ad^. u. ach., s. fluck. mit Daumen und Mittelfinger die bei- 

FlUgel, m., in der Fischersprache die den Backen drücken und durch solchen 

Hälfte eines Netzes oder Garns. Die Druck den Mund verzerren. Treichel. 

beiden Flügel «rerden bei der Ausfahrt Li Bayern ßentchen das Gesicht ver- 

zom Fischen in besonderen Böten be- zerren, die Flenschen das verzerrte, 

fördert nnd erst kurz vor dem Gebrauche verzogene Gesicht, verächtlich: Maul, 

durch SchDOre verbanden. Die Flügel Schmelter I, 590. Vgl. Flabb. Da- 

des Wintergams des Putziger Wieks von fliinschig, <u^'., im Gesichte, nament- 

heiizen kass. skrz^cUo. lieh um den Mund hin, dick und auf- 

RUgelgam, n,, s. Wfndegam. gedunsen. In Posen p^un«cA^. Bernd, 

FlOmen, /., s. RAm. 213. 

flUmen, sw., Banchwinde unbörbar flunschakem, sui., das Gesicht ver- 

enüassen. Treichel. zerren. Schemionek, 11. 

Fhinder, /., zur Bezeichnung eines flunschen, sur., eine Flunach ziehen, 

schmutzigen Weibes. Treichel. wenn das Weinen beginnt. Von Kin- 

Flundergam, -netz, n., Netz zum Fange dem. Schemionek, 11. 

der Flundern. Beschreibung und Ab- fluntem, «w., s. flunkern, 

bildung s. Benecke, 378 f. Fluntsch, f., s. FlUMCh. 

Fkinker, m. So reiten die Jur^cem Flusch, FIflsch, FttBCh, n. n. m., ereteres 

Mü den Hanken FluTikem. Yolksr. 36, das gebräuchliche und mehr noch sein 

137. Dem. Flutchchen, Flocke, Flöckchen 

Flnnkerbart, m., blaue Molinie, blaues von Wolle, Hede, Klunker, Haaren; 

Perlgras, Melica caerulea L. (Molinia die durch Schrobbeln gebildete länglich 

coer. Mtuch.). Hagen, 89. runde Woll-, Hede- oder Elunkerflocke, 

flunkom, bei Hennig, 74, wohl irr- welche versponnen wird. In weiterm 

tamlich, ßuntem, md., flimmern, einen Sinne auch Wi»ch (was man mit einem 



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202 



flascheD — Forlcale. 



Griff erwischt), Handroll. He ref. mi 
glik e Fltach Sär ut em Kop. Qieb 
dem Pferde ein Fluschchen Reu. Aus 
Flies, mild, vlvs Schaffell, nds. ßüa 
Schsffell,auch Büschel Wolle; s. Flausch. 
Vgl. Brem. Wb. I, 430. Weigand I, 
468: Flam. 

fluchen, flOschen, auch flutschen, nud 
flftschen, sw., eigentlich zu Fluachen 
bilden, äockeu; tob der Hand gehen, 
fördern; wirken, verschlagen, zusammen- 
stimmen, passen. Dax (die Arbeit) 
fiüicht ihm man so. So fiutckt et beter! 
durch die preufzische Landwehr, die 
in der Schlacht bei Grolz-ßeeren mit 
Kolben drein schlug, historisch gewor- 
den. Bock., 11: Da» flaacht ntc&t su- 
somm^n, das gehört nicht zn einander, 
das paJzt sich nicht. Heunig, 71. N. 
Pr. Prov.-Bl. a. F. VII, 438. 

flüstern, aw., 3. fisten. 

Flufzhähnchen, Pflzn., nurzhahnenfaTz, 
Ranuneuius fiuviaWi». Hagen, !}92. 

Flutter, m., Flitter; verächtlich von 
leichten Kleidungsstücken, wertlosem 
Patz: Flutterataat Marold. 

flUtzen, »w., anre. Treichel. 

foats, adv., s. tOrts. 

FStw, FSbasch, n., das Fieber. Na- 
tangen. Dat Föbaack verengen, das 
Fieber verspunden. Hennig, 68. Vgl. 
Hezenspr., 55, 9. 

fOgeln, «w., s. fegen. 

Fohlen, Fälle, n.. Füllen, Junges vom 
Pferd ; dieKinder nennen es nach seinem 
Wiehern HTtsch, Httscherchen (s. d.). 
Hengstfohlen, rein pitd. ttingstfälle, männ- 
liches, Stutfohlen, pltd. KobbeK&lle, weib- 
liches Fallen; Fohlen kobbei und Fällen- 
kobbei jedoch Mutterstute. Mühling, 
Tiern., 170. Zahn Färd 6ch e FöUe- 
hobbely dt h-tt man em a Mettel/üa 're 
FöUe, zehn Pferde auch eine Füllen- 
Btnte, die kriegte nur um (die Zeit) der 



Mistfuhr ein Füllen. Ermlind. Freisch, 
Manuskript. Na, Jung, käst ok de F^t 
'rÖm gejagt? Volksr. 261, 911. Dot 
Folie ü^äge, mutwillige Scherze treiben. 

fohlen, »a.. Junge werfen; doch nur 
vomPferd. Die Stue hat gefohlt. Hen- 
nig, 74. 

fSmmein, aw., &. fimmeln. 

Forelle,/., Bachforelle, Trutta/arioL, 
auch Müllitz (bei Danzig) und Raritle, 
lit. laazworas, mas., kass. pstrag, lelL 
rauda, ruhdelis (lit. ravdelS rötliche, wilde 
Ente, raudä rote Farbe). Benecke, 
162. Bujack, 392. Mühling, Tieni., 
170. Nsslm., Th,]47. 

Forennesche, /., Äsche. Fischn. bei 
Simon Grünau, Tract. /, cap.IB: 
forenn eschen. 

fSrftttsch, (zweites Ö kurz, auch lang), 
adj,, Zusammensetzung aus /ör für and 
ßtsck, vom pltd. FSt Fulz; ^o: Fab 
für FuTz, ohne AufenÜialt, eilig, eifrig. 
Hei Ö» en förfStscher KSrl. Sprw. D, 
235. 

Forke,/., Heugabel, Mistgabel ;auadem 
lat. furca. Man unterscheidet die zwei- 
zinkinge Scholzforke (von schierieo 
= befördern), mit der Heu, Stroh und 
Getreidegarben aufgegabelt werden, nnd 
die Sfäkforke, Mistforke, dreizinkig, zun 
Düngerladen. F3i well 'nen Std an i 
Fork maken, die Sache in Gang, in 
Schick bringen. Dorr, L Wiew.,77. 
Hennig, 74. Sperber, 12. S- Gafcl 

Forieule, /., Föhren-Eule, Phtdew 
noc^ia piniperda. Aus Arys berichtet 
die Kgsbg. Hartg. Ztg. nach der Pr. 
Iiit.-Ztg. vom 14. Juli 1867 (1. Beil., Kr. 
162): „Der uns zunächst liegende Tbeü 
der kgl. Forsten — Oberförsterei Gron- 
dowken — ist von einer grofzen E^* 
mität heimgesucht worden; ee bat sicli 
nämlich eine sehr ge^hrltche Raape. 
die Forl-Eule eingefunden und dieFidf 



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Pönal — foseo. 303 

tealAame massenhaft bedeckt, so dalz der Vater was be/ohUn, fohrz geh » 

bereits auf Hunderten von Morgen die V/^dervxhrt (Widerwort), Scbaltj. 3, 

Fiditenbäume total vernichtet sind. Die 6. iS« he^t nu fort ganz wat Needget 

daneben stehendea Tannenbäame sind mft Ju to bereden. Dorr, 1. Wiew., 69. 

unberührt geblieben. Nehmt /(rrtzertd on ohne Omständ disaen 

Fimal, m., Ackerknecbt; von dem Korf op june Schullem. Ibid., 66. A/z 

poln./omo/ Ackerknecht, Pferdeknecht, öck önn dat blinge Brook an de ertckt 

Flatow. Schmitt, 106. Sperber, 37. groote Eek kam, »chiend öH mi foorti 

Ebenso in Posen. Bernd, 65. (gleich) nich röchtig. Spook, 472. On 

Un, ade., 8. fOrts. doa fange m foaz alla an to lache. 

forsch, <u$'- und <i(ft). 1. kräftig, kahn, Boldt, 6. Hennig, 74. Sperber, 12. 

routig, tapfer; ans dem franz. fort, von losch, fOlCh, adj., los, locker, schwam- 

'dem lat. fortu. Er üt fortch — macht mig, porös, mürbe, GegensatzTon dicht 

nchfonch. Auch die Forsche, aus dem und fest. ... so bandet »ich», dafz, 

franz. force. Forsch anfassen — mit weil auff der einen Seiten (eines Stara- 

/brscAan/(Z<s^ mit voller Kraft. Forsch mes) dichtes und festet Uoltz ist, auf 

drauf losgehen. 2. hübsch, elegant, d^ andern Seilen aber Schioammichter 

hoch fein, zierlich kiäftig. Es sieht bei und fotch. die Dielen, welche auf der 

ihm recht forsch aus. Ein forsches einen seifen geschnitten werden dichter 

Mädchen — ein forscher Kerl. und fester sein, als auf derfoschen und 

fSrt, adv., s. fOrts. schwammichseiten . . . da werden die 

Wrtl, adv., Abkürzung von sofort, so- Dielen also fallen, dafz die halbe breite 

gleich, augenblicklich, auf der Stelle; einer Dielen fest, die ander helfft aber 

gleich, zugleich — in nanDigfach schal- mürb uiid fosch sind. Liaem., Tt 2a. 

tjerter Aussprache: foats, fats, foat, In der Gegend vonDbu)!. fSsck holzig, 

foatsch, faf, fort, föts, lots, fArs, lors, faserig, zähe. Im Götting. vöscA schvam- 

aach in der Yerlängcrung fOrzig, fortzend, mig, weich, sehr los, mürbe. Schamb., 

int Samlande sogar fortzersch. Öck kam 278a. Vgl. Grimm, Wb. IV, 1, I, 41. 

föts möt. Vbatsch tivck den ölen Flausch- Foie, /., kurzer, kleiner Faden, Fäd- 

rock an. Dorr, 53. Eei ging förts chen, Fäserchen, das sich von einem 

toeg,' eben jetzt Wa wolle (ww man Gewebe bei der Verarbeitung oder beim 

/oas (gleich) duzi?. Wawöüf^on» foat£ Gebrauche abl&st, absondert Altes 

2a üesftn^ «mwwe, wir wollen uns gleich Linnen- und Wollenzeug löst sich in 

jetzt (den Tanz) zur Hochzeit einüben. Foien auf, hat Foien, An zerrissenen 

Fnnläod. Freiseh., 14. Na, a kunnt K\äd\ingssiüc]iiea hängen die Foien bei- 

dMh de viahungat Tolafoatz voll mache, her. Es kommt einem eine Fo4e in den 

na, ihr könntet doch die 400 Ihaler Mund. In unreiner Tinte sind Foien, 

gleich voll machen. Ibid., 10. das und kommen diese in die Feder. Hen- 

voajafoatz e Kordel, wie e Gemäldnifz, nig, 64, schreibt Fasen, Klein 1, 121, 

das war ja gleich ein Kerl, wie ein schreibt Fofz; abd. u. nihd./oAs, vahs, 

Gemälde. Ibid., 7. Wird er fortge- das Haar, wovon vielleicht Fase, Foee 

uhickt, so bleibt er f&rts wohnen. Se und Fis 

öt fdts tom AsibUe, sie ist gleich zom loien, aw., sich in Foaea auflösen, 

Anbeilzen (schön). Effen (soeben) hatC fosig werden, ausfoien. Das Zeug foit 



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204 föstern — Fnuicnburg. 

sehr, sein Gewebe geht leicht auf, fo^t Prange, /., Franse, Faden-, Troddd- 

leicht aus. Die Säume des Hemdes säum. Ans dem &anz. /ränge, it&L 

/oaen aus, wenn sie zerwascken and frangia, Span. Jranja, aus lat. fimAria 

angetragen sind. — abfoiCfi, einzelne Faser, Franse. Weigandl,487. Hen- 

Fasern aaszapfen, auch s. y. a. aus- oig, 74. 

fosen. Mit einem abfo»en, mit ihm derb Franz, m. Vom., nach Hartvicb, 

abfahren, so dalz seine Kleider sich io 54, statt Franziskus. 

Foäen aufldsca. In Livland autftu^i. — Franzbrot, n., randes Gebäck ans 

loüg, a(^., 1. locker, lose im Gewebe. Weizenmehl, französisches Brot; nach 

2. voller Fosen. Die Tinte ist fooff. Sperber, 13, Brot des heiligen Fran- 

Hspel, 12. Bock, 11. Hennig, 74. ziskus. /, da aötzt je der kUene Jmg 

fMem, stc., 8. Mstem. on muffelt am FrantchhroU Schalt). 3,4. 

fOts, fob, ade., B. fftrb. Franzosen, flvr. 1. tnorbus gaUicm, 

fOx, adü.f bald, Ermland. Mühling. Ittea venerea, Lnstseache, poln. franea. 

Frftdem, Fr&tem, Frfttem, m., Atem, 2. Karbunkel-Krankheit des Rindviehea. 

vorzugsweisedersichtbareAtem, Hauch, 3. Schaben, Blatta europaea, die man 

Dampf, Brodem. Er hat einen Übeln auch Blatta und Rackopill nennt; inRuli- 

Frädem — si» Frddem stinkt, er riecht land und Volhynien heifzen sie ^vsaü. 

ans dem Munde. Der Framdan des M&hling, Tiem., 170. Mrongov.II, 

kochenden Was»ers — heifzer Speisen. 635 b. 

. . . toenn man in einer war^nen Bad- Franzosonholz, Medik. jÄffnum Guar 

Bitten wegen des Qualmes und Fradems jad. 

einen Menschen, ob ^ schon nahe genug, FranzosenSI, Medik. Oleum animoie 

nicht wol erkennen kan. Linem., Aas /oeHdum. 
1 a. . . , so sind doch die Bahanviache Frtlse, /., s. FrUe. 
vnd gesunde Äujzdünstungen mit denen Frafz, m. , urspr&nglich Tiemahnint;, 

Neben aufsteigenden Qualmen und Fra- dann Speise fOr den Menschen; Mabl- 

demen, so viel die Mengte antrifft, gar zeit; Schwelgerei. Das icar ein scMech- 

nicht zu vergleichen. Ibid., Aaa 2b. fer Fra/z- Was kostet der Fra/z? Dem 

. . , wird ein Fensterchen gelassen, da/z Frafz nachgehen, sehen wo der Schom- 

der Fraden von dem zu dorrenden Ge- stein raucht Frasa und quass, schiem- 

treide gelassen ausgehen kann. Pierson, menunddemmenjSchmaussenundsausseti 

Matlh. Frätor., 108. Siet der Tied kann machen rote äugen etc. Stein, Pere- 

ßi den Fradem von warmem Eten nich grinns T, 4. Wiss. Mtsbl. V, 96. In 

utstahnen. Dorr, 1. Wiew., 15. Da- Natangen mit franz. Endung: FratdoiL 

von: frftdmen, sw., atmen, dampfen. Fra/zion zu den Feia-tagen aus dtr 

ausfrftdmen, ausdampfen, verrauchen, Stadt holen. Ygl Fressen. 
ausschwitzen, ausdünsten und dadurch FraTz, m., die Epilepsie. S. HBchtfs. 
die Kraft oder den flbeln Gerudi ver- Frau, pitd. FrA,/., Herrin, Gebieterin, 

lieren. befrftdmen, anhauchen, mit Dunst Hausfrau. Otk Frü, unsere Frau, nennt 

beschlagen. Z>^ i'>R«f«r (Scheiben) &e- das Gesinde die Hausfrau; auchHerz- 

frddTnen, wenn die Luft draufzen kalt früke, Berzensfrauehen. Die gute Fra» 

wird. In Posen fOr Fradem Braden. s. Gutmann. Vgl Vater. 
Bernd, 28. Bock, 12. Hennig, 74. Frauenburg, Stadt im Kreise Bnum»- 



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FnuiBUBnieiisch — Freiscbleose. 205 

berg. Sie heifzt im Scbimpf: Bock- Freigntea. Vgl. Bock, Nat. I, 173; 

ibUl. Er ist in den Boekatall geraten, HI, 302. 651f.; V, 386, Hennig, 75. 

ist nach Fraaeoburg gekommen. Sprw. Freigut, n., erblicbes Bauer- oder 

I, 413. Die Bewoliner helizeu Bock- Kölmergat von 1 bia 2 Hafen, das frei 

iteeher, Bockstolzer. von Abgaben nnd Scharwerk war; der 

Frauensmensch, n., Frauensperson, Besitzer hatte dagegen die erbliche Ver- 

jede Frau, jedea Mädchen. Du Cornelia, pflichtung zur Verwaltung des Schcdzen- 

hring das Frauemmensch hin. Soph. amtes. Der Besitzer hiefz in früherer 

R. 1, 171. Gut, dachU ich, jetzt ist das ZeitBerittschulz und vermittelte alsOber- 

Frauensmensck zur Dame getcorden. schütze den amtlichen Verkehr zwischen 

Ibid., 172, Wo zum Stern käme hier den zu einem Amte gehörigen könig- 

ein einzelnes Frauensmensch her. Ibid. lieben Dörfern. Die^m^cAuZe^n bielzen 

V, 458. Gebt er diesen Briff, denn das auch Fahnde (s. d.). S. Bock, Kat. I, 

p en Frujenmnfnsch. Dorr, i Wiew.. 173. Hennig, 75. 

17. Vgl. FrauenvDtk. FreiheH, pltd. Frlet, Frtt, Fritl, /., 

Frauentage, plur., Arbeitstage der aarzerbalb der eigentlichen Stadt ge- 
Frauen, im Cregeneatze za den Manns- legener Stadtteil, Vorstadt Er toohnt 
fallen; für diese Tage wird ein geringerer au/ der Freiheit; die Bewohner der- 
Lohn gezahlt. Vgl. IHannstagC. selben heifzen Freiheiter. Die IVei- 

Fiauenvolk, n., Frauenzimmer, Weib, heiten waren von den städtischen Ab- 

Ihr Haren kennt das Frauenvolk nicht, gaben frei. S. Sperber, 13. 

Soph. R. VI, 323. Dieweü Dein Äuge Frelken,7i.,jungesFrauenzinimerfar8t- 

tüe , . , nach dem Frauen-Volck bisher liehen Standes, Prinzessin. S. Act. 

verUAt geschielt Carm. nvft II, 94b. Bor. II, 820. 846. Hennig, 75. 

Er sieht das Fraaen-Volck mit Maul- Freikttiflier, m., Besitzer eines frei- 

wwrfBougen aji. Ibid., 94 c. S.Weiber- k5lmischen Gutes. Solche Güter wurden 

Volk. den in die Provinz einwandernden deut- 

Frei, Freite, pltd. FrT, /. , Brautwer- sehen Kolonisten nach den in der kul- 

bong, von freien, ursprünglich lieben, mischen Handfeate enthaltenen Rechten 

Tondemgleichbed. goth./ry'iSn. Grimm, vom Orden verliehen. Die Freikölmer 

Wb. IV, 1, 1, 105. Weigand !, 491. standen im Gegensatz zn den iVeu/ztscA- 

Auf die Frei gehen ^ um ein Mädchen Freien. Vgl. KSImer. 

werben. Ich sa^, er (Amor) sei nicht Freimann, pltd. Frlmann, plur., Frei- 

blmd, bekenn es sonder Scheu, ein Zeug- Jeute, Frllüed, freier Mann, Arbeiter, 

ni/z wird mir sein, Herr Doctor seine Tagelöhner, der zur Miete wohnt und 

.fVey. Carm. nupt. H, 83d. Va-gnügen, keinem Herrn zur Arbeit verpflichtet 

Friede, Glück und HeÜ ■ zu der wol- ist. Vgl. Losmann. 

getroffnen Frey. Ibid., 84 c. Fat he Freirftich, /., a. Frei. 

»ich mehr so 'n Mäken an, Wor mm Freischlächter, m., Landmann, der das 

der Fri nuscht warren kann. Dorr, . Fleich des von ihm geschlachteten Viehs 

67. VolksL 13, 5V, 5. Im Volksmunde zum Verkauf in die Stadt bringt, ohne 

auch Freirftich, Frtraich (a = a), holl. durch Gewerhschein dazu berechtigt zu 

vrijaadge, bei Schamb., 280a: frigäde. sein. Mühling. 

Freie, m., preufzischer^ Besitzer eines FreJSChleine,/., Schleuse, durchweiche 



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206 freiBen — Frennd. 

das überflasaige Wasser aus Mühlen- fressen, pltd. frtte(n), et., essen. Se 

teicheo abfliaJzt, wodurch der Teich in (sie) laas^i' einen nicht «mma2 nUg 

bestimmter Höhe gehalten vird. Müh- fräsen, ,sk stören den Vielbeschäftigten 

ling. Ebenso bei Hapel, 69. sogar bei der Mahlzeit. 

freisen, s. frfsen. Fressen, n., das Essen, die Speise, 

Freisgewerbe, pltd. Frftgewarw, n ,- namentlich schlechter QaaltULt, nnd dann 

Heiratsantn^. Dar §9 so to segen en vorzugsweise FriUz, m. Mohs möt MelAt 

Frietgewarw ang^ocht worden. Dorr, afgemahekt, dat uioer mien bestet Frtkk. 

1. Wiew., 12. Carm. nupt. III, 77c. Ein gefitndaia 

Freismann, pltd. FrTsmann, m., Braut- Fressen, eine Sache, die unemartet, 

Werber, deshalb auch Freiswertier, FrTs- aber gelegen kommt, angenehm ist 

Werber. Er ist der Begleiter des jungen Wenn e» wahr wäre, wäre es ein ge/undn 

Mannes, der dem Mädchen, das dieser gebratenes Essen für mich. Linem-, 

sich ausersehen, seinen ersten ernstlich B3b. Dat öa em so 'n ruhtet Fretat. 

gemeinten Besuch macht; er führt für Dorr, 1. Wiew., 16, 

diesen das Wort und ist später bei der Frefzalat, m., s. R&p. 

Hochzeit der erste gute Mann. Na- Frelzbartel, m., B^rtel, der Mit, 

langen. I>rum wer nur diesen Freys- starker Esser, Fresser. Chdamsm. 

Mann (Gott) hat, der darf es immer Frefzbeutel, m., Beutel, in den mu 

Mhailich wagen. Carm. nupt. II, 98c. das Fressen, die Wegekost, steckt, Brot- 

De mot den graten Gott anropen, dat beatel, Ranzen; auch Frefoack. 

he sy De Friefxmann, gode Mann, un Frefzifulver, Medik. Rdvit Equontm. 

noch ißot mehr daiy. Ibid., 206b. Hen- Frefzsack, m., dasselbe was frifi- 

nig, 324. beutet; aber auch starker Esser, Ynseer. 

Freiswerber, m., a. das vor. In Livlaud in letzterem Sinne ancb 

Freiwessw,»., Wasser, dasausMühlen- Fre/zbatKh. Hapel, 68. 

teichen durch die Freischleuse abläuft. Fretze, /., s. fretzen. 

Freiwohner, m., Einwohner ohne Miet^ fretzen, sw., weiden, fAtlem; lai 

zins, der als Entgelt die Aufsicht aber fi-essen gebildet, wie etzen Ton essen, 

das Gebäude , in dem er &ei wohnt, goth. fraa^an. Er l^zt sich von Um 

fahrt, Kastellan, Hausdiener. fretzen, ernähren, lebt auf seine Eostei, 

Fremde, m., der Gast. Wir haben föllt ihm zur Last — aiiSfretzen, »e- 

heute Fremde, wir haben geladenen Be- füttern, durchfüttern; vom Vieh nn^ 

such, Gäste bei ans. Hennig, 75. yom Menschen. Nach MQhliog wd: 

Ebenso in Liv* and Estland, Hupel, schmarotzen. — Fretze, /., dem Vidi 

68. Sallmann, 65b. leicht zugängliche Stelle in Feld oder 

Fr&se, /., B. FrOse. Wiese, wo es fretzen kann. V^ 

Msen, St., 8. frrsen. Grimm, Wb.IV, 1,1, 141. Hennij, 

Fresse, pltd. FrW, /., Maul, Mund. 75. 324. 

Der Kerl hat eine Fress' viie ein Scheu- Freude, w. jüd. Vorname. Flato«. 

nenthor. Bal^ die Fress, Bti stüU Einem Schmitt, 114. 

etn« vor die Fress' gieben, ihm eine Ohr- Freund, pltd. FrUnd, m , Verwandter, 

feige geben. Sau em ön de Fret! Daher Freundschaft, pltd. FrtkldSChaft,/., 

Bock, 12. Sperber, 13. Vgl. Flab. Verwandtschaft. Hei ös üt 01a Fri^ 



Digitiz.dbyGOO'^IC 



fribb«lD — fröd«n. 



207 



^ tAaft, er ist unser Varwandter. Wo 
j du dm glitten Keerdel nöimnat On mi 
: ie giaae Frindechaft echömpat Dorr, 
65. Dal bläß ön er Frändschaft. Ed 
h egentUch min Frindickaft, wt Knd 
. äorch Qro/smdench Pittch verwandt. 
i SamUnd. S. Sprw. II. 808. DU puch- 
Hge Freundxchaft^ viel gegliederte Fa- 
. mille an eia and demselben Orte (Fried- 
lud Ostprenfzen) ; im Kegelspiel 33 
.Hob". Vgl. Sprw. r, 987. 
fnblMln, sw. 1. scliwänzelü, zierliche 
, Weadungeo ood Bewegungen machen. 
Heßrädelt aa m Ktelpogg, er schw&n- 
telt (aas Zuvorkommenlieit) wie eine 
Eaulqa^pe, welche aach das Schwänz- 
chen ftink regt. 2. jemand an den 
Eleidem zupfeo, reilzen. Conitz. 
Frtd, m. Vorn., Gottfried, 
trideln, «w., gewinaen, erlangen, pro- 
filieren. iSt^ werde dem Teufel kein 
. PecUickt nicht gebe, sungers (besonders) 
(Jon sie was von mirfrldie wtUe, £rm- 
. Und. Mühling. 

Frieiflanif, Kreisstadt in der Provinz 
-Ost-PreuJzen, am Älledolz. Name, 
Grölze ond Aossehen der Stadt haben 
ni den Redensarten Veranlassung ge- 
, geben ; Friedland ist das bette Land. 
Friediand ist' gut Land, wohl dem, der 
■ nickt drin ist. Sprw. I, 992. 993. 

Friedrichstein, Onsn., Grat (Schloiz) 
, ioKr. Königsberg. Ön Friedrichzteen 
[ *i Öde ganz aüen, es fehlt der Krug, 
[das Wirtsbaue. Vgl. DOnhoffstäitL 
i Friedrichswalde, Ort&n., Dorf imKreise 
Bagnit, im Volksmonde StSraiert (Stör- 
merei), weil in früherer Zeit mehrere 
BeeitzerNamensStörmer dort wohnten. 
Me(n), «MJ-, freien, werben, heiraten. 
DeMäkens stäen aüa- frien. Seelenw., 
109. 
Fristen, plw., MennoniteoEekte. S. 



Frtmann, m., s. Freimann. 

trischmfich, pltd. friJschmelk, ad}., von 
Kühen, welche nach dem Kalbeo wie- 
der Milch geben. Die Kuh ist frisch- 
müch. 

frlsen, freiBen, frfisen, fräsen, ffO«en, 
fristen, IrBsten, »(, frieren, frösteln, vor 
Kälte schauem, ahd. friosan, mhd. 
wiesen, ags. frysan, eogl. freeze, dän. 
fryse, hell, miesen. Ml frixt — mi 
freat, mich fiiert, fröstelt, öck mot 
/reise, denn det Nachts ös't koolt. Volksl. 
63, 42, 5. Martinie fröat, Kathriake 
pÖBst, wenn es am Martinstage (11. No- 
vember) friert, so regnet es am K&tha- 
rinent&ge (25. Novbr,). Dat (Wasser) 
schwemmt, dat önem dafär ffmth onn 
fröst. Carm. nupt. V, 216b. Eubbrig, 
frest dt, nSmm de Fü'rtang on bedeck 
dt! Kgsbg. Twöschen Fingste on Jo- 
hann ter/räs 6k jennem Wtw de Mann. 
Oberland. Sprw. I, 2926. 

IrM, frSt, irot, .frfldsch, frAtsch, Init, 
adj., klug, verständig, weise, beanlagt; 
vorsichtig. Dat .08 en frÖder — fruüer 
Mansch^ ein Mensch mit guten nat&i- 
lichen Anlagen Daher Frflder, FrAter, 
Fruter, m., ein Kluger, ein anschlägiger 
Kopf. Natangen. Ermlaud. Im Döuh. 
tritt das a^. frOtST aqf = aufmerksam, 
aufmerkend; vom jungen Kinde gesagt^ 
wenn es anlangt auf seine Umgebung 
zu merken; iu N»tangen frotern, mo. 
In Danzig nennt man diese erste Äulze- 
rung der £mp6ndung sinnlicher (gegen- 
stände wie auch das erste Lächeln der 
Kinder das Frohnen. Klein I, 125. 
Vgl. frflden. 

fröden, frOten, traten, »w., begreifen, 
verstehen, einsehen, wissen, kennen, 
können. Nach Sperber, 46, frwttat 
= nutzen: esjrutt nascht, es hilft nichts, 
fruchtet nichts. Be /rSd nich, er be- 
greift nicht, versteht von der Sache 



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208 Frosch — fuchern. 

niclits. Bei Jung keft e schwäre Kopp, Ednd. Et ^ e Freiünd. Im J. 1765 

er terfröt dat nich. He rrwt noch ön icird die alte Verordnung erneut, daa 

a Welt fr6de lehre, er mufz noch klug kein Schä/erknecht Bürger toerden iemn. 

werden leinen. Sprw. I, 1003. N. Pr. Noch im J. 1762 hatte ein ^FrvhÜiid' 

Prov.-Bl. a. F. VII, 438. Natangen. Im Mühe, wi's Schmiedegewerk aufgenon- 

Ermlande: ß-utten. Er fruit nvacht. men zu werden. Merkwürdige Notizen 

Wurzel ist das gott. frathjan denken, ans Conitz. Pr. ProT.-Bl. II, 208. Vgl. 

Terstehen, erkeDnen, verständig sein; Siebenitionatskind. 

dazu goth.^ot^, e,\i.A. fröt, fraot, m\iA. frundscheln, sw., s. frunscheln. 

vruot, adj., vergtAndig, weise, brav. Frunsch, /., s. Flunsch. 

Schade Wb. 231 a. 227 b. frunscheln, frundscheln, sw., schnei- 

Frosch, m., Geschwslet unter der cheln, schmiegen, freundlich und zärt- 

Znnge der Menschen, Pferde und Rin- lieh thun. Er versteht tich eimu/rwi- 

der; poln. zaia. schein. Vgl. dflsen. 

Frtee, /., s. Wr6se. fnit, adj., fniten, nc., Fniter, m., s. 

FrUse, Frese, Fräse,/., Dem. Fröschen, frAd und frtden. 
pltd. Fröske, Halskrause, gekräuselter Fuchel, m. 1. Fächer, Wedel. Als j 

Halskragen, Fraise. Eck vmll ehr FrÖhske Feuerfuchel wird der aus gedörrte FlBgd | 

gähm b^ticke. Carm. nupt. I, 282, 2. der Gans gebraucht 2. Windharft 

Det S» dat Junferke, dey Öhrst öm FSröhske Logau hat fflr Fächer Fechel. " ' 

löhp. Ibid. 10. ' Weigand 1, 424: fächeln. Bock, 12. 

frOsen, frtfsen, aw., s. frtsen. Hennig, 62. 

Proline, w. Vom., Enphrosine. Hart- fuchehl, mo. 1. Schein, gelinde as- 

wich, 54. Sein Froh»inchen wird ihn und zuwehen. 2. Getreide auf mti 

wieder erquicken. Carm. nupt II, 44c. Windharfe, F\tchel, reinigen. 

Frost, m. Er hat den FVost ^ den Fucher, m., s. fuchern. 
Fiifisen — ßättden, hat ange&orene fuchern, mo., betrügeD, beim Evtes- 

Fafze oder Hände. spiel. In geselligem Sinne gilt du 

frVsten, ««., s. frTsetl. Fuchern, worunter man vorzugsweist 

froitrig, frösterig, eu^., &ostig, leicht das listig geheime Vertauschen der Kit- 

frierend. Er ist sehr frottrig. Hennig, ten versteht, als heitere Unterhaltung. 

324. Bei Bock, 12, und Hennig, ^i■ 

frOt, frot, fröten, trftier, FrOfer, frOtern, fuckem, bei Schemionek, 11: tuggn 

frOtsch, s. frOd und frdden. nach Klein I, 129, in Dzg. fusehfl. 

fTlittch,Fratl,Dem.FrÖtsGhke, Frötzie, in Westpr. auch fuscheln (Treichel]; 

m. Vom. Fritz, Friedrich. IJei, Frötschke, in Hessen fucheln, fuscheln, auch «»- 

noch öhnmahL Carm. nt^t. III, 136c. schein. Vilmar, 111. Nds. ßJak 

FrO, /., 8. Frau. Brem. Wb..I, 461. fuschen ist im 

FrOannke, /., Frau Ännchen, gewöhn- schwed. fuska entlehnt « heimlich listig 

liehe Benennung fQr eine Kinderfrau, vertanschen, Durchstecherei treiben, 

gleichviel, welchen Namen sie führt. Grimm, Wb. IV 1, 1, 960. In i« 

Marbg. Ndrg. Pfalz hat fuggem, verfuggem bei Eio- 

FrllhUnd, pltd. FreiMnd, n., zn früh dem die Bedeutung: durch Hin- imd 

geborenes Kind; vor der Ehe geborenes Herhandeln etwas gewinnen Des Ge- 



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facbseu — Fammel. 



schlecht der Yv^pr soll hierzn den 
AnWz gegeben tabeo. Mone, Anzeig. 
IT, 72. Fucherer, Fuchrer, nach Müh- 
ling Fiiclier, Fucker, Fugger, m. °: listiger 
BetrQger, and davon: Fucherel, Fucke- 
rei, Fuggerei. Im Brem. Wb. a. a, 0. 
/kler, Foker Kaofinann, Wacherer. 

fuchsen, aw. 1. bart antreiben, ao- 
feoem zur Arbeit, oft durch Hiebe. 
Davon einfuchsen, mit Elnergie fOr ein 
Eiamen vorbereiten, Qberbanpt ad hoc 
nstntzen. zinaninierifuchsen, scharf mit- 
nehmen, durchbl&aen. 2. nach altem 
Pennalismas miTzhandeln. Die neu «in- 
treUnden SchüUr werden von den älteren 
gefttdat. 

FiKhser, m., einer der fucJat, treibt, 
utreibt, sich selbst oder andere. Da- 
naEMtKhmr(8./tteh»en). Federfuchser, 
Schreiber, doch meist in verächtlichem 
Sinne von einem solchen, der seine 
Federfertigkeit miTzbrancht Pfetinlg- 
fvehter, Creizhals, der die Pfennige 
facht, zusammentreibt. 

Fucbsleber, pltd. FossfSwer,/. Sie wird 
kU Hedik. fOir krankes Yieh gefordert. 
Ebenso Fuchslunge. 

Fuchslungensafl, Medik. Syruptu Li- 
qmntiete. 

fncM, €u^., feacht. Heilsbei^. Ahd. 
ßht, fähH, mhd. vmAte, angs. fvht, 
hoU. wcKt. Schade Wb. 230b. 

Fuchtel, /., zonächst Degen, dann 
auch Gerte und Peitsche; Schlag mit 
Gerte oder Peitsche. £!b giebt Fuchtel. 
Davon fucMeln: mit einer Fuchtel schla- 
K^; mit einer solchen leicht hin and 
her schwingen — ein verstärktes fu- 

fuchtig, adj., leicht erregt, zornig, 
su%ebracht. Fr üt gleich fuchüg. 
Ebenso in Bayern. Seh melier I, 509. 
S. Grimm, Wb. IV 1, 1, 360. 

Fuektr, m., fuckem, m., s. fuchem. 

VilHhUn, WSrtubiHk 1. 



Fudling, m., Findling. Mfihling. 

FQg, m., Onkel. Gonitz. Tnchet. 

Füge, /. 1. Falte, ökn Stöhren ahne 
Foge, eine Slirne ohne Falten. Carm. 
nupt. V, 48 c 2. /n Fuge fallen. Die 
Fraxjs merckte, das sich der Man ihres 
ßuchens nicht annotn, ne ßd in fuge 
VTid sprach. Hennenberger, 483. 
Grimm, Wb. IV 1, I. 380, woselbst 
noch eine zweit« Belegstelle mitgetheilt 
and die Erl&aterang der Bedenaart 
darch: „in gates Beoehmen treten — 
nachgiebig werden" in Frage gesteUt 
ist. 

Fugger, m., b. luchern. 

Fuhrleute, plur., ansäfzige Fischer, 
welche Fahrwenk besitzen und die ge- 
fangenen oder erbandelten Fische nach 
den benachbarten Ortschaften verkau- 
fen. S. Bock, NaLiV, 718. 

Fuhrmann,«., der StemAlcor im groizen 
Bären, gewöhnlich Reiter. S. DUmeke, 

Rlllbier, n., scherzweise Benennung 
des Wassers, womit die von den Braaer- 
knechten angetrunkenen Fässer wieder 
vollgefüllt werden. Hennig, 30. 

FUllebeirzer, m., Follenbeiizer-, Name 
far den Wolf. Ermland. 

FUllekeilchen, plw., gefüllte Elöfze. 
Zar Fällung benutzt man Pflaumen 
oder Speckstückchen, sog. Spirkel. S. 
Kellchen, und Pragge. 

Fummel, / 1. Stück Holz, das zum 
Glätten gebraucht wird ; in Bayern eine 
Art Lederfeile der Scbahmacher. 2. 
schlechtes, stumpfes Messer, mit dem 
man nur fammelnd schneiden kann. 
3. liederliches Frauenzimmer, Hnre. 
Äbnlicb in Bayern. Schmeller I, 
532; im Gifitting. memmel und vimmel. 
Scbamb., 283a und 270a, wo auf das 
Ist. /emella hingewiesen ist. In Zu- 
sammensetzungen: Fummelmadam, Fum- 
Stender übersetzt den 



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210 Fnmmelei — foppen. 

Namen der lett Göttin brehkina, Be- funkern, »w., gleich Fanken g^finzen, 

sctfltzerin der HauBsclüsngeD nnd leucIiteD, flimmern, fonkela, flonkern. 

Kröten, mit Schreierin, Eilte Fnmmel. Nach Grimm, Wb. IV 1, 1, 611, nach 

Altpr. M. lY, 26. dem 17. Jalirh. erloschen-, bei Bock, 

i, /., 8. fummeln. 12, nnd Hennig, 76, noch anfgeföhrt, 

, sw. 1. hin und her &hren, die auch das Adjektiv fankenMU, das 

an etvas reiben mit der Furnmel oder heutige ftmkelneu = ganz neu, aiiffihreiL 

einem stumpfen Messer. 2. tasten, be- Funktion, /., nach Klein I, 129, in 

tasten; ecbwed. famla tappen. 3. sich Dzg. (früher) eine ans den Mitgliedern 

herumtreiben, unstät sein. 4. coire. der drei Ok-dnungen zu einem gewissen 

Davon Fummviei, /., das Mflhling noch Endzwecke ausgesetzte Deputation. So 

durch Glättung erklärt, und tummelig, sagte man z. B. die FutUäion zur Ans- 

adj. Vgl. Grimm, Wb. IV 1,1, 526 f. fiuduug baarer Geldmittel; die Feuer- 

Richey, 67, Schamb., 256b. Vil- ^/ünAöon, unter deren Aufeicht die Fener- 

mar, 112. S. fimmeln. anstalten standen. Aas dem lat._/wicfü 

FQnfaderblatt, n., Pflzn., Wegerich, Verrichtung. 

Hanicyo major und media L. Trei- FUnsel, «., s. FinseL 

chel, Volksth. Nach Hagen, 170: FUnstem, Pflzn., gemeiner Erdrauch, 

VMaäBfkTwA,Fi.lanceolataL. Grimm, Fumaria ofßcinaiü L. Hagen, 729. 

Wb. IV 1, I, 557. Funzen, pUtr., Schnorrbart. & Wm- 

FUnfer, pltd. FUfer, m., das Zwölftel- zen. 

Thalerstack, der Achtehalber. Heu- Fuppchenziehen, n,, Kartenspie], soost 

nig, 316: „Achtehalber heÜzt in Me- Mosch genannt. Ermland. Der Name 

mel ein Fünfer, plattdeutsch Füfer, weil rahrt daher, darz bei diesem Spiele das 

er fflnf Dreipölcher oder Vierdinge in Ftfppchen Täschchen, der Beutel, oft 

sich enthält" Das Wort ist heute gezogen werden mnTz. 

aufzer Gebrauch. Fuppe, /., Dem. Fuppchen, FDp|te 

FQnftchilling, FUnfschiilinger, m., Silber- (in Dzg. ist Fvppke am gebräachlich- 

mfinze auTzer Kurs, im Werte von 7 sten), Tasche, die man an sich trägt, 

alten Pfennigen. S. Schilling. besonders die Tasche am oder in 

Funhehntr, m., Bündel Garn von 15 Kleide, vorzugsweise die in den Rödten 

Gebinden. Vgl Tall nnd Pungel. der Frauen. Spring mi man nich m 

Funke, m., der Schnaps, weil er einem e Fupp! zu dem, der sich ereifert. Er 

Funken gleich brennt. Mnen f\tnken kann nicht mit dem EUeniogen in die 

nehmen, einen Schnaps trinken. Fuppe, er hat kein Geld, auch: er ist 

funk^hagelnagelneu, at^.. Zusammen- geizig. Bock, 12. Hennig, 76. 

Ziehung von funkelhagelneu (Schamb., fup|Rn, su). 1. in die Fuppe stecken, 

283b) und dem allgemein üblichem und dann gewöhnlich eJnfuppen, das 

fuinkelnagelneit, völlig rein und neu, zugleich den Nebens^nn der HeimÜch- 

wie frisch gefallener Hagel oder ein keit and Unredlichkeit hat. Er hai 

neu geschmiedeter Nagel; auch funket- gut m^efuppt, bei einem Gastmahle die 

naffelhagetnett. Speisereste in die Tasche gesteckt 

funkeln, stc., schnapsen, Branntwein Speicherarbeiter fuppen Getreide «w- 

trinken. SicA befunkeln, sich betrinken. Als Gegensatz: ausfuppei^ die Taschen 



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Fnppeiiknlf — fuMÜg. 211 

leeren. 2. Falten werfen, Dnebenlieiten FQM, /. , an&ecbt stehende Staoge 
zeigen, nicht glatt anscUieTzend stehen ; oder Stock mit Strohwiscli an der Spitze 
von Kleidern. Da» Kleid /vppt sich, als Warnungszeichen oder Marke an 
sitzt nicht glatt, zeigt gleichsam kleine Wegen, Feldern, Wiesen oder an offe- 

Taschen. 3. Bock, 12, and Hennig, nen oder dännen Stellen im Eise. Nach 

76, haben noch Juppen in der Bedeu- Passarge, Ball. 65, heifzen aoch die 

toDg von foppen au&iehen, necken. Ef Tannen- und Birkenäste, welche auf 

Ja/2t atcA TÖtM /uppen, I&fzt sich nicht dem Haffeise die Fahrbahn bezeichnen, 

h&nseln, aber auch: er l&lzt sich nicht Fusen. Eine Bahn auf diese Weise 

lumpen, ist am rechten Orte &dgebig, markieren, beiTzt sie autfOsen, mit Fu- 

hat da^ wo es notwendig, eine offene sen versehen. Zar Verhütung von Un- 

Tasche. glück sind bei der Winterfiacherei die 

Fuppenknlf, fi-, Taschenmesser. Dorr, auagehatunen Etsttücke jedesmal am Ein- 

L Wiew-, 40. Vgl. Knif. lasse sowohl vne beim Auszöge aufrecht 

Flipper, m. 1. Mensch, der in die za stellen und auch die gemachten Löcher 

Fteppe steckt, ein&ppt; geschieht dies durch FuMn oder Strauch su bezeichnen. 

widerrechtlich: Dieb. 2. Nach Trei- Fisch.-Ord. t d. kor. Haff § 52. Fuse 

chelKorrnmpiemngTon/atuspasFehl- erscheint auch in der Bedeutung von 

tritt: Einen Fupper machen. Fahne: (das Haus) had uthgestÖckt ön 

flfTOhtlMr, adv., in dem Sinne Ton Fuhsz. Carm. nupt. Y, 190c. Hen- 
&beraas zur Verstärkung angenehmer nig, 76, weist rQcksichtlich der Ab- 
Eigenschaften und Eindrücke. Sie ist stammung des Wortes auf Fase, Foie 
furcKAar schon — war heuU furchtbar =■ Faser; Grimm, Wb. IV 1, I, 961, 
liebenmcürdig. Auch Herders ,/urf^ fragt verlegen: „slavisch ist es nicht; 
bat angenehm (Grimm, Wb. IV 1, I, ob etwa Ableitung von fusen fasern?" 
693) gehört als provinziell hier her. Das Wort liefze sich wohl, da die Fuse 

fDrnig, at^., vorjährig. Fitmiger Rog- Ähnlichkeit mit einer Spindel hat, aaf 

gen. Mieickell, 199b. das iat. fueus, ital. ßiso -= Spindel, 

Fuich, Dem. Fuichchen, pltd. Futehhe, zurückführen. In den Pflzor&ts. treten 

auch Futehel und Wlfichel, w. Vom., aulzer Fuse (Nr. 30) noch auf (Nr. 70): 

Sophie. Vgl. Rehen. KomfetfOs' und KunketfOs'. Die letztere 

fliildieln, no. 1. sich geschäftig hin- Form(£un^^=SpinnrockenimdSpinn- 

und herbewegen, vorzugsweise in henim- rockenstock) unterstützt die Herleitung 

foicheln, geschäftiges Umherfahren ohne des Wortes Fuse von /usus = Spindel, 

"■eelle Leistung. 2. Durchstecherei trei- S. Passarge, Balt. 65. Vgl. F»ude. 
hen, heimlich tauschen, s. v. a. fwchen FAsel, m. 1. schlechter Branntwein, 

and mit diesem gleichen Stammes; doch besonders Kombranntwein. Hennig, 

Mch betrügen, stehlen. 3. heimlich 77. 2. Nach Klein I, 129, in Danzig 

mit einander reden, sich in die Ohren auch schlechter Tabak; daher: der Ta- 

üfistem. Wat es datf kann de Kerdel bak fuselt, d. h. er hat den Geruch des 

iawn? So fuscheU en (einer) dem an- schlechten Tahaks. In dieser Bedeutung 

Pernio. Dzg.Nhg. Farad., 51. Westpr. auch in Bayern. Schmeller I, 571. 
Mfihling. Hiervon Fuscbelei,/. fOselig, at^. 1. Fasel enthaltend. 2. 

s. r. a. fitelig, zerstreut etc. Nataugen. 
14« 



idbyGoo^le 



212 föfidn — Fotterok. 

fftoeln, aw. 1. Fasel trinkea, saufen, mit dem, Fu/z gestanden: da» tchnädat 

Sprw. I, 445. Davon: befOseln. ^ sie mä »rmbt der Erden au», b^tJien 

hat »ich befuselt. Hennig, 77. Nacli »olckea . . . auf dem Kirchhof. Ed. 

Mühling anch ekelhaft anedflnsten Pr. I, 136. 

(also nach Fasel riechen); heromschlen- futsch, inteij., znr Bezeichnong grofKer 

dem, fonllenzen, Sberhaupt schlecht Schnelligkeit, nach dan eigentfimlicbeQ 

sein. In Bayern: tändeln, flbereiit nnd Tone, den abbrennendes SdüerzpaWer 

schlecht arbeiten, geschäftig und eilig verorsadit. Futsch von e Pamt, Ton 

sein, ohne doch zu einem Zweck zu der Pfanne (Pnlverp£ume an altoi 

kommen. Schmeller I, £71. Ter- Gewehrschlössern). Das i»t futsch, ist 

wajidt mit fiseln. 2. nach Fusel im Nu verloren, anch futschicato. 

schmecken. Der Branntwein /uselt, hat Futschkrllmel, pbtr., Krümchen, ^ 

einen nnreinen Geschmack. ,/iitecAo-verlorenBind,TertrockneteBnt- 

fUsten, »w., B. fTsten. krfimchen in der Tasche. Friedlind 

fOstern, sw., sdiänden, hin nnd her Ostpr. 

reden, Klatschereien machen. Vgl. FutteraSche, /., Fonrage, Zehrkoet 

plachandem. futterig, ad/., Fatter, das vom Vieh 

Furz, m., s. Nacht, freie. gern gefiressen wird, das gnt füttert. 

Fubfischerel, /., Fischerei, wobei die Futtaig Stroh, Stroh, wonmter Qaeken- 

Fische durch watende Menschen idl- gras u. a. dem Yieh angenehme K^- 

mShlich ins Netz getrieben werden. S. t«r. Mühling erklärt: Getreide, wenn 

PferdefischereL es reich mit Unkraut dnrchwachseo 

Fufzschiene, pltd. FAfachen, /., auch ist. Im Brem. Wb. I, 432: voderig, 

Fülzschemel, m.. Tritt am Webestuhl, vorig. 

durch welchen das regelmäTzige Sprin- Futtarok, Futterroek, Futtrok, Fiitttnk, 

gen und Fallen der F&den des Auf- n>,, Mittelknecht. Werder. DieFuttroie 

znges bewirkt wird. Das Wirkgestell, sind meist junge Burschen, aashilfswose 

125. jedoch auch Greise, denen Torzagswöse 

Füfzapar, f., auch m. u. »., schmerz- die Wartung nnd Pflege des Viehe« 

hafte Geschwulst an den Fflfzen und obliegt - Der Name ist aus futien 

Beinen, Krampf im Fufze, wodurch füttern mit ECilfe der poln. Maskalin- 

dieser steif wird. Eine BeschwSrungs- Endung ak, ok gebildet. Wi viön»du% 

formel gegen die FoTzspar s. Hexspr., 58, dem Fattrock dö Schaffet en de Bang, 

Bei Pr&torius Fufzupar = FuCzspor- Dat he katm schmöngen de Qrov ei^äng. 

stapfe. ... dw (Litauer) neAnwn einem VioUt, 119. Volksr. 215, 785 IV. 

Meiuchm da» Fafzepar auff, da er etwa Schemionek, 11. V^ Knecht 



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g — GtdBptomig. 



G. 



g, Oaumenlaat, wird mimdartlich vor dicte Schnüre in Abständen von je 

0, o und u sowie tot KonBonanten wie 1 m. Die Qaddem heüzen aach Lede- 
hochd. aosgesprocten, nähert sich da- rfng. Nds. gadem versammeln, engl, 
gegen vor e, i, ä, ö and ü, femer vor gatAer; Ut. gadas Yereinigong. Brem. 

1, n und r, wenn anf diese ein e, i oder Wb. II, 474. S. Benecke, 334. 379. 
UmJant folgt, ganz dem j, sowie in der Bock, Nat IV, 719. Passarge, Balt, 
Elndong ig dem eh. In einigen W6r- 296. . 

tem Terdoppelt es sich: sagen »egge(n), Gaddemetz, n., Netz mit dreifadier 

legen l^ge(n), in andern geht es in A Wand, also gitterartiges Xetz. Es be- 

ilber: klSger JUÖkery und während es steht aas dem eigentlichen Netztoch, 

TOT den Znngenlanten zuweilen ganz oder der Schienge, nnd den beiden 

aos&llt: sagte söi, Segel i8«i2 (Danzig), Gaddem. Vgl. Kuirengam. Benecke, 

schlagen Khldrt, echl%t tchleU, drängt 334. 

es sich andererseits auch hinter langen Gadel, /., Thür. Toom on Sadel, Sa- 

Vokalen ein: Hen Hög, SSg, neun nege, del on Toom, Dähr on Qadel, Gadel on 

Nähe Nage, Hinter n wird es im Dähr, FÖtch on Stör. Volksr. 149, 637. 

Oentschen selten Nasenlaat Lehmann, Vgl. GaL 

Volksmd., 30 f. Gedlng, f., Gattung, Art Deiöevon 

Gabel, pltd. Gawel, Gaffel, f., fwca. e göde QaiUng, die ist von einer guten 

1. Speisegabel 2. die bei der Acker- Art. 

Wirtschaft gebräuchlichen Gabeln. S. Gadslohn, m., s. Gadtpfennig. 

QafeL 3. gabelartiges Gerät bei der Gadspfennig, m., Gadslohn, m., Miets- 

Winterfischerei, auch Zoaagabel, poln. pfennig, Dingpfennig, Handgeld, zor 

widla. Masuren. S. Winterflseherei. Sicherung eines mOndlich abgeschlosse- 

gabeln, pltd. gawle(n) (a=a), gafne(n), neu Kontraktes. Eigentlich Gotte^fm- 

gstfeln, no., mit der Gtüiel, Gaffel oder nig, mnd. gode^)ennink, von dem alten 

Forke arbeiten. Das Beet umgabein, Gebranche in Deutschland, bei Ab- 

es mit einer Forke amstechen. schlolz von Verträgen ein Geldopfer 

gadoen, m>., gackern, gackeln. in die Kirchenkasse oder an die Armen 

Gadd«", Gatter, n., Gitter, mhd. gaUr, zu zahlen , teils zur Bestätigung des 

ahd. kataro. Gadder, Oader und Ga- getroffenen Bflndnisses, teils in der Ab- 

dentng heüzen anch die meist aus Hanf sieht, dalz die Sache wohl gelingen 

gefertigten gröberen Netze mit einer möge. Gleiches geschah auch bei der 

Maschenweitfl von etwa 50 cm, welche Mietung des Gesindes. Ea tollen aufm 

das eigentliche Netztuch gitterartig ein- Lande und in Städten die Gotteap/ennig« 

schliefzen. Sie geben diesem Festig- nicht höh^ als 1 Fl. . . . gegeben teer' 

keit und schlängen gröizere Fische noch den. Gesindeordnong des Herzgth. Fr. 

ein, wenn diese die Fäden des Netz- t. J. 1633, Art. I, Kap. 15. Bock, 

tnches durchbrochen haben. Am Flon- 12. Hennig, 77, Gotte^fenn^ soll 

demetz sind die Gaddem bind&den- niemard höher gd>en aü 6 Or. Hart- 



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214 OaOrt — GaUer. 

wich, 349. Nds. gadeBgeld, gcKsgeld, wo» bey wUhem Viehrtterben tkh begit- 
gadergroten etc. Brem. Wb. ü, 476. het, das ttemblu;k meietentheilt die Lm- 
ßattrt, Gafart(a — ä), oder wie Müh- gen-Ada^ verstopft und mit kläna 
ling schreibt: Gaafahrt, m., der ge- iteinen gefüUet sind, theils sich die GolU 
haabt« Steifzfafz, Baubentaaclier, Po- vbergossen. Ibid.] . . . wenn dem Pftede 
diceps cristatui. Draasensee Nach das Geblüet luftig und Jrischunrdfdaitit 
MDhling, Tiem., 170, iat es aof die seine natürliche Munterkeit etcj, w 
VertilgDng dieses den Enten gef&hr- faulet gleichaami das Qtitlüet defz (tri- 
lichen Vogels abgesehen, daher wohl gen) Rindvidts, mag also das Pferde- 
der Name Qehfort. steigen nicht so oft als die Rittd-Vide»- 

Gaffel, /"., Gabel, yiH'ca. Oafel hchd. giUe erfahren werden. Ibid., Ccc Ib. 
und pltd.; rein pltd. Qäioel und dann Galgon, m. Er steht ioie vom 6<ägat 
nur ^ die Speisegabet, während Gaf- gefailen au*, von dem, der nichts Weilzes 
fei aasschlicrzlich die bei der Äcker- am Halse tr&gt. Geäamum. 
Wirtschaft gebränchlichen Gabeln be- Galgenknasta*, m., s. DrSngseL 
zeichnet: die eiserne zweizinkige Neu- Galgenlatein, n., Diebeslatein, Sprache 
gaffel, die gleichgestaltete Mistgabel, die der Gauner. Dat fs je wraftig en r»- 
hölzeme zweizinkige Schuddergaffef = net Gatgerdoünech. Dorr, !, Wiew^ 
Schütter-, richtiger Schüttelgaffel, mit 90. 

der nach dem Breschen das Stroh aus- GalHzkenstein, KalHlkeRSteifl, pltd. Gt 
geschüttelt {geschuddert) wird, and die litzke- und Kalitzkestfin, m., Vitriol Der 
Gaffel an der Zoch (s. d.), die Zoch- blaue ist Cuprwmsalphvricum, der u»i/z« 
gaffel. Die Heugabel heifzt auch Scholz- Zincum suiphuricum. In Bayern Qor 
forke, die Mistgahel Miltforke, auch kurz- üzetatain, Galtzelstain, ungar. gaUüiö. 
weg Forke, worin das Iat furca noch Schmeller II, 29. Grimm, Wh. 
lebt. Alle diese \amen gebraucht auch lY 1, I, 1180: GaUtzenstein. 
der Hochdeutsche. Hennig, 77. S. Galle, /., Widerschein des Regeo- 
Forke. . bogens, ein Sttlck davon; auch Regen- 

gaffeln, 8UI., s. gabeln. galle. Ältnord. galli, m. =« Fehl, Man- 

Gaings, m., nach Mahling in einigen gel, Gebrechen, Schaden. S. Wei- 
Gegenden des Ermlandes der Ganter gandl, 520. Grimm, Wb. IV 1,1, 
(a. d). 1189. — S. auch das folg. 

Galber, Gahver, m., der Speichel, Gei- Galler,m., Gallerte,/., nach Mahling 
fer. Davon gelbem, galwem, su>., spei- ancb die Galle, richtiger wohl Galec 
cheln, geifern, ßaa (kranke) Vieh gal- vaixGaleere (Mielcke U, 207b), plat- 
zt Mühliag. begalwern, mit Spei- tes Weichselfahrzeug ohne Mast, wo- 
chel beschmntzen, überziehen, begeifern, rauf aus Polen Getreide nach Daazig 
Dat heft de Hund begalwert. gebracht wird. Nsslm., Th., 42: 

GSIe, /., Viehsterben, Pest. Von Galllae, flaches Schiff, auf welches du 
QaÜe. Woh^ kompta, das nicht so oft auf den Haffhähneu ankommende und 
unter den Pferden eine Gäle oder Peste abgehende Getreide verladen wird, um 
entstehe, ah wol unter dem Rindmeh^f durch die flachen FloOsmOndangen 
Linem., Cccla. [Zur Erklärung der transportirt zu werden. Poln. g<äar, 
AbstammoDg von GaUe: Es iat bekand, mhd. gälte, altfrz. gaiie = Galeere. S. 



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Gallerte — gongeln. 215 

Grimm, Wb. IV 1, I, 1160: Qalee. 122 ff. Aach als SeparatrAbdruck er- 

Vgl. Dilbat nnd GefXfz. schienen: ECnigaberg 1821. 

Gallerte, /., nnd Galfias, s. Gall«'. GaJupe, /., s. Kaluppe. 

Gallotchen, n., Käppchen, a. Klirtchen. gaJwem, su>., s. Galber. 

Galrei, /. ... in dem -man »iehet, wie Gamm, f., ein an der Stuben- oder 

da» Watier w hoch über dem Rand des Stalldecke angebrachter kammerartiger 

glase» erhoben, und in Form einer GaU Bretterverschlag als SchlafetEtte für das 

rey gesehen tuird. Linem., Ff Ib. Gesinde, mittelst einer Leiter zu er- 

GaMer, Gälster, m., ranzig geworde- reichen. Ermland. Natangen. Solch 

uer Speck. ein Kiimmerchen heifzt auch Hotz und 

gaMem, »w., ranzig werden, ver- Kordoll. Tgl. Nsslm., Th., 216. Müh- 

derben, in Fäulnis abergeben. ling, N. Pr. Prov-Bl. a. F. TU, 438. 

gaMrig, gülstaig, adi. 1. ranzig, &ul, Ganal, Gwinef, m., Dieb; aus dem 

onschmackhaft, von Speck, Butter, Fett, gleichbed. hebr. ganab. Davon 

Den Speck hängen sie nicht in den ganafen, ganneflen, sw., stehlen, die- 

Rmich, besondem in ihre Kammern, bisch maasea. In Hessen ganfen. 

dafz er recht gelb und galstrig wird, Vilmar, 115; ebenso Weigandl, 522. 

von dem kalten sie mehr als von dem Sperber, 44: ganeffen. 

geräucherten; alles, v)as sie schlachten, Gang, m. 1. Tanz. EGanghe mdke, 

lassen eie suvor, ehe sie es essen, gattrig ein Tänzchen machen. Auch hochd.: 

vxrden. Pr&torias, Von derLitthaner Seihst alte Leute machennoch e Gangehe 

Arth etc. Erl. Pr. I, 133 f. 2. geil; mit. Hennig, 78. 2. beim Wirken, 

von Pflanzen, die schnell aufgeschossen. Weben, Reibe von 20 Fäden, welche 

— Brem. Wb. II, 478. Schütze H, zu je 10, also in einem halben Gange, 

9. Schamb., d9a. Dähn., 141a. durch die Zähne des RHkammes hin- 

Hupel, 72. durchgezogen sind. Vgl. Das Wirk- 

GaHgarben, m., hfichster „Berg" im gestell, 128. 

Samlande, etwa 110 m hoch, 3 Meilen Gangel, /. 1. die bogen&rtigen Fflize, 

von Königsberg entfernt Die letzte worauf die Wiege geht 2. in dem 

Bälfte des Wortes ist das eXtpr. gaxbe, Fflznräts. 9, ist Gangelie das pltd. 

goTKe Berg, die erste vielleicht aus Dem, von Gangel, der Gehende, das 

^tpr. gayUs weiTz gebildet: gaügarben, wilde Schwein: Bommelie hing, Oan- 

geägarben der weilte Beig. Nsslm., gelke ging. 

TL, 41. 43. Faber, 156, ohne Nach- Gangelband, n., Gängell>and, Band, 

weis: zu heidnischer Zeit Gailtegarwo an dem ein Eind geben lernt. Hen- 

= Todtenberg. Die Gen/er blicken nach nig, 78. 

dem MontblaTic nicht mit gröfzerer An- Gangelbank, /., s. Gängelstuhl, 

dacht, ah die Samländer nach ihrem gangein, sw., von gehen, einen Gang 

^^altgarben; er ist gmoisaermafzen der machen. ^Jien gängeln, einen Gang 

mttäipunkt des schönen Satrdandes. mit ihm machen, ihn durchprügeln; 

Passarge, Balt., 31. Vgl. Geschieht- daher auch ilurchgängeln. Sonst wollte 

liehe Nachrichten vom Galtgarbenschen ich Sie gängeln, dajz Sie den Himmel 

Berge und dem Schioase Kinau. Von für eine Ba/zgeige ansehen sollten, Soph. 

Karl Faber. Btdtr. z. Kde. Pr. IV, B. U, 460. 

Digitiz.dbyGOO'^le 



216 



Oangelstabe — Ginsicbeii. 



Gangflbtube, /., s. Hingebfaibe. 

Gingelltuhl, m., kleineB stohUrtiges 
Ctestell &uf Rollen, in welchem junge 
Kinder das Gdien erlernen. Sie wei^ 
den in den obem Holzknmz gestellt, 
der ihnen Handhabe und Stütze ist, 
wenn äe das Gestell -weiterschieben. 
Es heilzt auch Gangelbulk, nach Hen- 
nig, 78, auch Glngelwagen, m. S. 
Grimm, Wb. IV I, J, 1246. 

Gftngelwagen, m., e. das vor. 

GSngerei,/., vieles Gehen, vieleGänge. 
Die Gängereien nehmen kein Ende. 

^ngem, sw., von gehen, bin and her 
lanfen durch Zimmer nnd Flnr, Scbe- 
mioaek, 11. 

Gangw«4<, n., Art des Gehens, Gang. 
Blot fffiel fk 80 naüerUch dat Gangviark 
on dat Gedo von 'nem ölen Wieu) nah- 
maken deed, keem gk daoon fri. Dorr, 
LWiew., 112. 

Gannef, m., ganneffen, «w., s. GuirI. 

Ganner, m., Arbeiter, der gegen eine 
eebr billige Wohnongsmiete seinem Ver- 
mieter fOr einen festgesetzten Tagelohn 
stets zu Diensten sein mofz, nnd nar 
dann zu andern Herren in Arbeit gehen 
darf, wenn jener fflr ihn keine Be- 
Bchäftigang hat. Ermland. Die Gan- 
nef stehen also den InsÜeuten gleich. 
Ursprünglich bedeutete Ganner wohl 
Hirte, von dem lit. ganaü, ganyti, lett 
ganv, ganniht hOten, lett. gant, plur. 
■ganni Hirte. Nsslm. Forsch., 3; Th., 
42f. Mflhling, N. Pr. Prov.-Bl. 
a. F. VH, 438. Vgl. Garwr nnler 
Insbnann. 

Gaitt, trockene, f^ Violine. 

gän's, gen's, gin's, aij., verkOrztes: 
gnädige. Gärii Herrke gnädiges Herr- 
chen. Gin's Merrke — -FniJt«. Vgl. 
Vader. 

gansaugen, pltd. gaitiAge(n), m., 
Augen wie eine Gans machen. Von 



einem Knaben, der mit dem S<Jdafe 
kämpft, s^t man: Er garuaugt 

Gansdreck, m., G&nsedreck. famit 
Oanadreck tp6U =^ spalten. 

GHnieaar, pltd. GaniearCa=<Q, «■> 
der weifzBchw&nzige Adler, FaiJoo aibi- 
ciüaL., eigentlich Adler von derGrßlxe 
einer Gans. In der J&gerspracbe der 
Provinz ist Ganaear der grolze Adler 
im allgemeinen. Bnjack, 366. Müh- 
ling, Tiem., 170. 

Gänsefell, n., Gänsehant Dai Gäau- 
Fell tchmeckt schön on goot. Com. 
nupu I, 298, 8. S. GanshauL 

GSnserei, /, Verkehrtheit, Dommheit, 
ans der Verlegenheit entsteht SiJx 
ich Ihnen gesagt, da/z der Gänaerei nocA 
mehr ist, da/z nämlich Jvidten nieJii da 
ütf Soph. R. V, 592. 

GXnsenimpf, pltd. Gans'romp, m. 1. 
Kampf einer Gans, der abgefederte 
Gansk&rper. 2. Schah, vSUig aus Hole 
gearbeitet, wegen seiner Äbnlichk^t mit 
einem Gänseramp£ Litauen. V^ 
Klumpe und Korke. 

GSnsflHzer, m., schlechte Weinaoite. 
S. Grimm, Wb. IV 1, 1, 1270. Vgl 
Dreckhäuso'. 

Gansgekrlfse, n., Eingevreide, FlQgel, 
Füfze, Hals and Kopf der Gans. 

Ganshauer, m., der Geier. Samland. 

Ganahaut, /., Haut, Fell der Gans. 
öck krig e Gansh&t, ich bekomme ^ne 
Ganshant, ein Schauer QberUoft meinen 
Leib. 

Ginsichen, n., efzbarer Schwamm. 
Bock, XatUI, 625: Qottached zöget 
unter vielen andern (Flor. Pr. (XXJI) 
einen in Prea/zen bekannten Sckioatnm 
an, Gäntichen genannt. Ek- ist gaia 
lichtgelb, stehet auf hohen Siengön, « 
viaciuen mehrere bei einander, ntzen tief 
in der Erde und werdtn darvm auA 
geeU Schweinichen genannt. 



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QIiu*idiidirar — Garr«. 217 

Mm'scMehrar, m., Schicherer, Sehen- der Ktiie des Dorfes Tenkitten. Über 

eher der G&nse, Spitzname i&r den dl« Entstehnng des Walles ist sichta 

Ulaaen. bekannt; er geht qner Aber den Isthmns, 

GtnHtock (a = ä), m., B. Gehslock. der die Lochst&dt-Pillaaer Halbinsel 

Gmter, m., Ghutser, Gänserich, minn- von dem eigentlichen Samlande trennt. 

liehe Gans; im Ennlande aa<^ Gen^ S. Passarge, Bali, 44f. 

ttlingiL Mnd. gante, engl, gander, Glre, /., Kind, namentlich M&dchen. 

altengl. gandere, ags. gandra; lit. noch Vnn, mo., gar Verden, gar machen. 

in gandroB Storch, ial. gand~r Un- Treichel. 

geheuer; im Sanskrit (nach Passarge) Gam, n., Netz, namentlich gTofzeB, 

^ ähnliches Wort, das Schvi^;er8ohn, zom Fisch&nge; Garn, weil es aas ge> 

Erzeuger, bedeutet. Er tat noch mit zwimtem oder gedrehtem Garn geor- 

detn Ganter im Streit, ihm w&chst der beitet ist. Er Jacht mit einem gro/zen 

erste Bartflaom. Sprw. I, 1060. Ömmer Garn, er ist ein grofzer Fischer, im 

op tusei Bene w> e Ganter. Auf die Gegensatz zu den Fischern, die nur 

Frage: Wie geht's. Sprw. I, 1138. mit kleinen Netzen auf den Fang gehen. 

Hennig, 79. Vgl Weigandl, 522. Hennig, 80. 

Grimm, Wb. IV 1, 1, 1309: ganzer. Gam, kwrländMches, n., s. Kuirengarn. 

Gantinn-]agdnetz,n., NetzzomBressen- Gambaum, pltd. GambOm (a = a), m., 

&ng; es wird durch Lcdier, welche in die Walze im Wirkgestell, um welche 

das Eis gehauen wurden, in's Wasser das Garn, der Aufzug, die Scherung 

gesenkt hit. ganOnne, gantinni» StoA- oder Schering gewunden wird. S. Das 

netz, eine Art Netz, das im Wasser Wirkgestell, 124. 

schwimmend gehalten wird. Nsslm., Garner, m., Tagelöhner, Sdiarwerker, 

Wb., 239 b. auch s. r. a. Tr'at mftnn (s. d.). Dat öi 

Gänzchenholz, n., s. Gell«nholz. mWtGamervolk. Samland. "kAs-gärTier 

gappen, w., s. jappen. Gärtner, gameren, gämeren im Gart«n 

Gl|»e, /., B. Geps. arheiten. Brem. Wb. II, 489. Vgl. 

gar, ado., gänzlich. Aho, dat eie GSrtner. 

(yede ehrbare /rate) ykren fremUchen Garnkahn, m., Kahn, der das Garn, 

»ehleüer vber der hawben trage, Bomit das Fischemets fährt 

der Gliche vnd zierliche frausen aehleüer Garnlcute, plur., Leute, die beim Garn 

lo gar durch die newe tracht nicht vnter- thätig sind, die Gehilfen des Garn- oder 

gAe. Kleid.-Ordg. TOD 1529 — 1553. Fiachermeitters, Bock, Nat IV, 718. 

Kgsbg. N. Pr. ProT.-Bl. a. F. VII, 373. Garnmeister, m., s. FIschermeMer. 

&tr, /., kraute. Nach Mflhling wird Gamiack, ffl., Netz mit zwei Flageb 

krauu QShr als Ausdruck dafKr ge- und einem Eingänge. Ein Fischer zog 

braucht, dafz eine Sache bis zum in einiger Eintfemung vom Ufer eisten 

Aofzersten gekommen, die h^hste Stufe Gam»ack mit vielen Fischen henor. 

erreicht hat. Soph. B, IV, 447. Pierson, Matth. 

Gardine, /., hoher nnd breiter Erd- Pr&tor., 117. Vgl. Garn and Sack, 

wall, eine Art Verhan oder Hagen (viel- Gamsicke, /., Fischerboot, s. Sicke. 

leicht auch blofze DOne), jetzt mit flarre, /., Ader in Holz oder Gtestein. 

Eichen nnd Gestrüpp bewachsen, in DSnh. 

D,3,t,z.dbyGOOgle 



218 gwren — Qftrtawhaiu. 

garren, au., röcheln, gurgeln, sdiwer der andere, der dritte Oarten oder Bof. 

nnd hörbar atmen; in den letzten Zügen Unter den drei Gärte?*, die im Sommer- 

liegen. £}r garrt Tnan noch. Häa£g halbjahr „geschenket" wurden, war der 

in der Verbindung mit gTmen: ick kann Jahnnarl(tsgarten,de3faerrBclLenden, regen 

nicht ffimen nicht ga/rren, bei starkem Verkehrs wegen, der eintr&glichBte. 

Schnupfen. Mhd.^arrenpfeifen.kjchade, Näheres s. Die Zünfte, 8 ff. 37£ 

265b. Lit. gdrtu Dampf, lett. Geist; fiartenbuch, n., Protokollbucli aber 

lit. gargaloti gorgebi, r&cheln. S. gTmm. die VersammloDgen der KSnigabeigei 

Garrer, m., einer, der garrt; auch Janker nnd B&rger in &art«n und £o/. 

Ekelname und Schimpfwort. Stein, S. Die ZOnfte, Iff. 

Peregrjnns Xn, 82. W. Mtsbl. V, 191. Gartenleute, pbir., s. Älterieiite und 

Garstel, Gllrslel, /., a. Geratel. Gerdeleute. 

ganteln, gttrsteln, «o., s. gentein. Garthagen, Pfizn., s. das folg. 

er, m., 8. das folg. Garthann, Pflzn., Slabwurz, Artemma 

el, m., garstiger Hammel, airotanvmL. Auch Kaartaff el. Mieicke 

Schimpfwort auf einen widerlichen, nn- U, 20da. Bei Pr&torius: Garthagen. 

Utigen Menschen, auf einen solchen, Pierson, Matth. Pr&tor., 114. 

der „hälzlich redet oder sich sonst un- Gtirtn«*, m. 1. Instmann, weil er 

sittlich aufführt". Bock, 13. Hennig, Gartenland besitzt. 2. in Westpr. und 

80. Sprw.I, 1061. Mflhlingbatnocli im Ennlande sind die (7(ätn«r Besitzer 

Ganterer; im Göttingenschen GostAdm«^. kleiner Grundstücke, nur aus Wohn- 

Schamb., 60a. haus und Garten bestehend; auf der 

gantig, adj., kormmp. aas gastrixch. Dzg. Nlig. Eigentümer eines kleinen 

Er hat das gantige FH^er. Vgl. gatf rig. Stückes Ackerland und gewöhnlich noch 

Garten, m., Abkürzung für Junker- Handwerker oder Fischer. Im Gegen- 
garten und Gemetndegarten als zanft- satz za ihnen, den EigengSrtnern, stAat 
m&Izige Vereinigung, deren Versamm- die Mietsgartner, welche die kleineAcker- 
lungen im Sommer in den Gärteti, im fläche nnr gepachtet haben. Die Eigm- 
Winter in den.fiö/i?n stattfanden. Egsbg. gärtners und Mietsgdrtners ernähren lieA 
In den lankergllrten und JunkerhVfen ver- ihrer Hände Arbeit bei den einwohnenden 
sammelten sich die Junker, die Kauf- Bauern. Hartwich, 347. Auf die 
leute nnd MSlzenbräaer; die Klein- Bauern folgen, unter den Landleuten, 
bürger, zu welchen die Handwerker die Gärtner tmd Ina^eute. Bock, Nat 
zählten, hegten und pflegten als Mittel- I, 172. S. auch das. V, 385. Im Enn- 
ponkt ihrer geselligen Zasanunenkünfte lande heifzen Gärtner, welche einen 
die Gemein- oder Gemeindegürten. Da magdebg. Morgen oder darüber an Land 
Eönigsberg&aher aus drei selbständigen besitzen, Grolzglirtner; die übrigen heilzen 
Städten: Altstadt, Eneiphof a. Lobe- Kleingärtner. Beitr. z. Ede. Pr. IV, 349. 
nicht, bestand, so hatte auch jede der- Viol4t, 86. Vgl. Einlleger, Käthner, Init- 
selben Junkagarten nnd Gemeindegarten, mann. 

Crröfzere festliche Versammlungen in GärtnerhaiiS, n., Haas eines Gärtners. 

Garten and MofYä^z&o. ebenfalls Gärten Am Anfang vsoll^ ich hoch Atnoiu und 

and Böfe, nnd fanden im Sommer und kam nachher *n'a Qtätnerhaa». Sprw. 

im Winter deren je drei statt: der ente, I, 65. 



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Oirtnierec — Oauaop. 219 

m., Crärtnor, hortulanm, Nach MQhliag aach: mittAbn&Tzig, 

Kusstgärtner. Nach Hennig, 80, ziemlich, gnt, grofz. Bei Adelang^^ 

heifzen die Ziergärtner aU Pfleger von Heh^ nds. ffddlik, in Pom. als Yerb gaden 

Lustgärten LutoBTtnierer. dienlich, bequem sein, in Hessen gat- 

Glte,(?), B. DTbeL iKAfj/ätfie&angemessen.passend, schick- 

gattatem, no., s. kranaten. lieh, firem. Wb. II, 471. D&hn., 140a. 

GMWnrekel, m., Rekel der Gasse. Vilmar, HS. Grimm, Wb.IVl,!, 

Schimpfwort. S. iKIwI. 1490. 



r,m.,Gas8enschI&chter, Balspfennig, m., s. GadtpfennJg. 

Fleischer, der im Herbst die von den Gatter, n., s. Badder. 

BOigero gemästeten Schweine in oder gattem, iw., lauernd streben, spähend 

TOT den Häosem schlachtet; nach Heu- zu erlangen suchen; erstreben, erlangen 

nig hat ein solcher weder Bürgerrecht und dann ergattern. Danach hat er 

noch Gewerk. Danzig. W. Seidel, «cAon lange gegattert. Ich kann ihn 

30. Hennig, 81. nicht ergattern, ich kann seiner nicht 

gatteriren, pltd. gasterere(n) , nc., habhaft werden, ihn nicht auffinden. 

gastJeren, ein Cra&tmahl, einen Schmaus Jakob Grimm, Wb. III. 815, weist 

ausrichten, traktieren. Schemionek, fOr ergattern auf Gatter, Gitta- hin: 

12: gaatriren. durch's Gitter zu erreichen, zu erhaschen 

Gaitgeiw^ n., Ga8t«rei, Schmaus, wozu suchen, weil nach altdeatschem Brauch 

die Gietegebottet, feierlich geladen sind, dem, der ein Haus nicht betreten durfte, 

Hennig, 325. Ygl. Grimm, Wb.iy 1, aber das Gitter hinaus gereicht wurde. 

I, 1478. Hildebrand, Wb. IV 1, 1, 1510, hält 

gatfrig, at^., korrnmp. aus gantig. die Zugehörigkeit zn Gatter für un- 

£Sm gaatriger Mentch. Hennig, 325. sicher. 

Vgl. gantig. gatdich, at^-, zu eioander passend. 

Bat, n. 1. Loch, öffiiung, Durch- Schemionek, 12. 

gang, XhOr. .SuTufci^at, „kleiner Dnrcb- gau, a^. u. ado., munter, behend, 

gang zu Efinigsberg am Pregel auf der schnell, nde. gau, hell, yauw hurtig, 

altstädtischen Seite des Bollwerkes." listig, geschickt. Gau von Atiesehen. 

Heonig, 325. 2. der Hintere. Krö^gat Danzig. W.Seidel, 30. 

ver 't Gatt — Liske, wt gefÖüt dt datf Gaudieb, m., Terschmitzter, Terechla- 

Yotksr., 78, 304. Alts., altn. und holl. gener Dieb, ans dem vorstehenden gau 

gat, ags. jwof, gat, evgl.gate- Schamb., und Dieb zusammengesetzt. Auch zur 

60a. Grimm, Wb. IV 1, 1, 1488. Bezeichnung eines pfiffigen, ge-mtndteo, 

gatlJch, a^., was eich schickt, zu- verschmitzten Menschen mit Neigung 

sammenpaTzt , von derselben Gattung zur Liederlichkeit. Der GatuUeb Schulz 

ist. GaÜiches Tuch — ein« gaUiche habe ein Mädchen entfuhrt Sopb. K. 

Farbe. Nach Klein 1,136, fttr Dzg. VI, 248. Vgl Brem. Wb. H, 492. 

pafzlich, bequem. Das itt mir nichi Grimm, Wb. IT 1, 1, 1538. 

gatUich, es ist für mich nicht passend, GauMp,/., eine viel besuchte Schlucht 

ich kann es nicht recht gebrauchen, am nördlichen samtändischen Ostsee- 

Da fi Amte Page . . . , dax ^ en gat- strande zwischen Rauschen u. Georgs- 

Hu^ Fi-eilenke. Dorr, L Wiew., 5. walde. LettiBch-kuiisch: gowt Kuh, 



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220 OoatM^ — Gotefich. 

nud upfM Flaiz, Bact: Kuhbach. Vgl. Ho&ichterT.d. Osten imdH(^erichtA- 
Paesarge, Balt., 363. rat Fr. t. GStzen entwoifen, die 1639 
Oauttche, /., irdenes Geschirr mit der Knrföret im Juni ^. a. besttügte. 
Handgriff zum Schöpfen. Hennig, 81. Sie setzt im ersten Töle, Kap. 3, £est, 
6awel (a^a), /., a. 8ab«l d. Ggff«l. dalz die Prediger, -welche dne Land- 
Oeaase, pitd. Beat (a'^ä\ n., s. aasen, gemeinde haben, j&brlich eine Yisttatioti 
Bebabbel, n., b, babbeln. derselben oder eb sog. G^>et»verhör 
Gebeier, »., s. beiern. halten und jede Person ohne Änsnahme 
Gebelk, n., s. belken. nach den Stücken des Catechümi und des 
Geberche, pltd. Geberke, GSwerke, Christenthums befragen sollen. Mah- 
Dem. von Q^ter, der Gebende; ihm ling nach den Pr. PrOT.-BL ohne ge- 
entgegengesetzt ist der Nelunerche, pltd. nanere Angabe. Em örCt Q^idoerhär 
Nfimerke, der Nehmer, Nehmende. Qe- nehme, ihn ernstlich ermahnen. Dönh. 
werke — Nemerke! rofen Knaben dem Hennig, 81. 

Kameraden zn, der sein Geschenk za- Gebielsdeputterter, m., a. DeichgeKtiws- 

rttckfordert. Vgl. Sprw. U, 857. rener. 

Gebet, n. 1. der Religions- Unter- Gebimmel, n. 1. vieles, wiederhohes 

rieht, den die Konfirmanden durch den G^läate. 2. das Baumelnde, Berlocken. 

Geistlichen erhalten. Sie geht schon S. bimmeln. 

zum &ä>et. 2. Yerbör. Einen *n'« Geblarr, n., G^blärre, GepUure, s. 

Q^)et nehmen, ihn scharf inquirieren, blairen. 

ihm in's Gewissen reden. Ygl. Gebet- Geblllster, n., weitlSafiger, onschSner 

verhttr. S. beten. Bau; viel Raum einnehmendes Haos- 

Gebett, n., Bette. Zwitchen dem Ofen gerät. Schemionek, 12. 

und der Wand lag ein Oebett, fuelches gebBren, mo., »ich, sich zntragen, er- 

ziemlich repeHerUch aumah. Soph. R. I, eignen. Wenn loont dck mägUck ha» 

396. gfhSkren, Sett eck den Fot nich mehr an 

Gebetvarbifr, GebetnerhUr, auch Pfair- StdX. Seelenw., 68f. Ygl. b&ren. 

gebet, n., die jährliche öffentliche Prä- Gebot {p korz), auch dem Klange 

fung (YerhörJ, welche die Pfarrer nach GäniU geschrieben, «., von Jiriffl. 

auf dem Lande in den zum Kirchspiel Ei wca- mein Q^tt — bei Auktionen, 

gehörigen Dörfern mit den Gemeinde- gebrannt, tu^'., pariic. von brennen. 

mitgliedem, namentlich mit den Kon- SoUte einer nicht denken, ich thäte ihr 

firmanden und der erwachsenen Jugend, alles gebrannte Herzleid anf Soph. R- 

in den Heilswahrheiten anstellen. Mit YI, 325. 

dieser Prüfung ist zuweilen auch die GebrftSChe, Gebr&tsche, n., s. brSSCheR. 

An&ahme der Seelenregister and die Gebl^tuel, n., s. BrttuMl. 

EiniLahmederKalendeverbunden. Nach GebrUch, Gebrilchnis, pltd. Gebrilknil, 

beendigter Prüfung folgt bei dem Wirte, n., Bruch, Moor, Morrast, Sumpflaud. 

in dessen Behaosong das Gebetsverhör Wenn der Winter einen Anfang «»' 

statt&nd, ein festlicher Schmaus. — Schnee machet . . . kan die Kälte dit 

Die Gebetsverböre haben ihren Ur- Qebrüche nicht durchgehen, indem der 

Sprung in der Instruktion, welche der Schnee wie ^n Piltz dem Frott viider- 

Obermaischall Abasverns v, Brandt, stehet. Linem., Tt la. In Liv- und 



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Ocbund — Ge&filz. 321 

EaäauA Otbröge, GebrS^^. Hnpel,73. Gefaciet, n., C^cht, Antlitz; ans dem 

VgL BrAk. lat /aciet. Wenn ich dae Männchen 

Gcbiinil, n., Bund, Bflndel, Zasammen- unter ein Pahr krauten Augeribraunen 

gebundenes. Vnd «niaieder das (eise heraw ins Ge/aciet sehn vserde, so loird 

HeacIileriiL} oder ein Gebund Bolz mufzte er nck . . . dran b^pwgen. Sopb. R. 11, 

»ie (Muieclieji) werden, denn wo will 483. Er [der Barbier) . . . »chnitt über 

da» hin mit einer lolchen Erziehung^ das gasize Qefaaies. Ibid. III, 37. 

Soph. R V, 595f. gefUir, adj. u. adv., böse, femdlich 

gecfc, a^. TOQ Oeck; jäck iptelen, gesiont. Dem mot Ener rein grcon on 

schwindelhaft spieleo, beim Spiel tau- gefähr wäre. Samland. 

scbeo, wie dies Craokler thnn. Bei geftUlriJch, a(^., besoi^ und empfind- 

Linem., Oo 2a. S. beriipem. lieh, ängstlich um sich selbst eein^ sich 

Secken, no., b. uigecken. gefährdet halten. St doch nich ao ge- 

gaciaen, mc., schluchzen. Uielcke fährUchl Dei ö» e mal gefäkrUchy er 

n, 212b. wimmert bei dem kleinsten körperlichen 

Gedabber, n., s. <tabb«ni. Schmerz. 

fledKrmel, n., Q«d&rm, Eingeweide; Qeffiz, n., Strom- and Haffhhrzeng, 

von Darm. Bei Jeroscbin: gedirme. Boot, Kf^. Nach Klein I, 138, teils 

Pfeiffer, 155. allgemeiner Name fflr derartige Fahr- 

GedlU, n-, Qethn, Gebahren, Oerede, zeuge, teils Beneonong für die grörzeren. 

Gekl&tflche. Ein grojz Gedäu machen. Die kleineren heiTzen Bording, Duba», 

Friedland Ostpr. GaÜer, Kokotke, Lomme, I^ybitake. Kein 

Gadlfert, m. Vom., GotÜiard. Hart- Fiecher darf sich den Schiffen, Bordingen 

wich, 54. oder befrachteten Kähnen auf dem Safe 

GeiMrt, n., Getier, Tier. De dommate nähern, oder an irg^id ein beladenet 

Mentch grenzt an' tOe^^rt. Seelenw,47. oder unbeladenea Oefäfz aiUegen, wenn 

gednng, a^^. u. ad«., s. drang. sich daae&e nicht etwa in Gefahr be- 

gedrSglich, ot^'., s. DrUich. ßndet und der Hilfe bedarf. Fischer- 

gedrell, a^'., s. drall. Ord. f. d. b. Baff, § 57. Die Menge 

. dniilen. der polnitchen Fahrzeuge, Struaen, Oe- 

, n., GatdOnken, Bedüuken, fäfze, Kähne, Pramen u. d. gl. ao auf 

Ermessen, Geratewohl. Nach Gedanken der Weichael jährlich ankommen, iat doch 

geben, ohne genaues MaTz. De mäkt immer beträchtlich. Bock, Nat. I, 

dtU na Gedimke, ala wenn de Bund 615. 

Ptümejrett Döah. Der Naehiaächter Befimmel, n., das Hin- and Her- 

tm Sbranddorfe Rauachen pfeift die gefahre. S. fimnnln. 

Stunden nach Qedunken ah, ihm fehlt gefix, tu^., yerstärktes fix. Ein ge- 

die Taschenuhr. Li Hessen unketunke fixes Kerdelchen. 

auf garatewohL Vilmar, 424. Bei Gefräfz, n., was zu fressen, zu essen 

36T09ch\D.: Ast Q)ged\mcs dae iet nach ist, Speise, Speisevorrat; auch Freau, 

im gedunkxn {•.trunkin) kurzewtle 29a. Mund, Maul. Nach geachehener Schüt- 

Pfeiffer, 155. MielckeH, 214a, hat tung (des GrabhOgels) haben die Be- 

Ar das Verb, gedunken, lit. rodoa, ea freundete der Verstorbenenen einige hwn- 

scheiiiet. dert Zober Waaaer, auch lomd T(mnen 



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Gefnehel — Q«hreais. 



Bier nehit vielem Gefräfs^ aiiigetchafft etc. 
Pieraoa, Matth. Pr&tor, 99. 

I, n., wiederholtes F&clielii. S. 



Bogerk, n., das Gesanfe, s. gerken. 
fiegareätt, m., s. Gehrsa^ 
gegfluen, part. von glisiea 
GeglQp, n., s. glQpen. 
Gegnftg, n., s. gnAgen. 
Gegnapp, n., s. gnappen. 
Gegnarr, n., b. gnarren. 
Gflgnatsch, n., s. gnatschefi. 
Gegnau, n., s. gnauen. 
Gegnibbel, n., s. gnfigen. 
Gegnidder, n., s. gniddern. 



»r, n., s 

Gegnorr, «., von gnorren, Gegnnrre, 
Gebnimme, verdrietzliches Wesen. 

GegnOrr, n., b. gnOrren. 

Gegnorseh, n., s. gnonchen. 

Gegniiff, n-, s. gnuffen, 

Gegtlach, n., b. giidien. 

Gegrabbfll, «., s. grabbein. 

Gagranse, n., s. gramen. 

Gogrfitz, n., von ffrätzen, Gez&rge, 
G«&i^r, Neckerei. 

fiegnisel (u Iran), s. grualn. 

Gehage, »., s. Hagen. 

Geheck, n., Sippschaft. Schemionek, 
12. 

GehMt, »., B. GehWL 

geheien, mo., b. heiea 

Geheier, n., a. Heierai. 

Gehell, n., das Ganze, alles in allem. 
Jifit allem Geheä backen, aas nicht ab- 
gesiebtem Mehl Brot backen. 

geben, pitd. gane (a = a), tt 1. als 
Gegeasate von stehen ; die Weichsel geht, 
wenn im Frühlinge ihre £isdecke sich 
in Bewegung gesetzt hat. 2. angehen, 
mißlich Beis; etgeit, es geht za machen. 
3. vor den I^etÜger ge/uHf die Eonfir- 
mationsstonden beaachen. 4. ihm geht 



der Kopf -mät Grundei$, er hat den Kopf 
von vielen Geech&ften voll und weüz 
nicht, was er zuerst vomebmen eolL 
E. Fdrstemann. b. einen gehenmachett, 
ihn scharf^ spöttisch etc. zorfickweisen, 
kurz zurückweisen; mit einem gdien, 
ihn in's Ge&ngnis bringen. S. aih 
fahren. 6. g^ü^n, schw&ren. Der Teig 
geht. Die (geimpften) Blatttm gAe». 

Geheiz, n., b. Hetze. 

GebBft, Qebeft, n., Hof, BMemho^ 
kleines Gut. Mien Wiew Joagt mi von 
Geh£ß raff. Boldt, 19. 

GehBmpel, n, s. Mbnpeln. 

gehBrig, a^. u. adv., recht stark, be- 
deutend, in hohem Mafze. Die Mtnur 
hat eilten gehörigen umfang. Daa itt 
ein gehöriger Baum. Sie hohen ihn ge- 
hörig betrogen. 

Gehorsam, n., Gefängnis, besonders 
fflr die B&rger, und dann Bürgergehor- 
lam. .. .aol mit der Stat buet gettrafl 
werden. Aber acht tage ynn den gehor- 
sam gehen. Kleiderord. a. d. J. 1529 
bis 1553. N. Pr. Prov.-Bl. a. F. Tu, 
368. nemlich das ehr drei theUer mite \ 
abelegen oder szo e&r stcA daaad&e aeir 
gern thäte VHI tage jn gehortam gAat 
Bolte. Die Zünfte, 46. S. Brem. Wb. 
II, 493. Grimm, Wb. IV 1, II, 2539- 

Gehre, GBre, /. l. ein keilförmig ge- 
staltetes Stück Äckerland. Hennig, 
83. 2. keilförmiges Stück im Hemd«, 
Franenkleide. UrsprfiDglich der G^, 
Gehren = Zwickel, eigentlich Speeretsen. 
Grimm, Wb. IV 1, H, 2542. Vgl 
Brem. Wb. U, 499. Scbmeller U. 
62. Scbamb., 62b. 

Gahrkekrairt, Pflzn, a. Gtrkekraiil 

Gehrtafz, Gftraafz, m., Hansbaa au 
BaomBt&mmen, Balken, bei dem diese 
in der Gehre gefagt, d. h. dorch Win- \ 
kelkerboQg mit einander verbnodes 
sind. Die Litaaer nennen diese Bauart 



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Qebrsoh — GekrÖ6e. 



tatparä. Die Hmttchen (in Pillkoppeti 
anf der korisclien Nelming) mW in so- 
gamnntem Gehraa/z von vierkantig be- 
hateitem Holz erbaat. Altpr. Mtsschr. 
IV, 303. S. Passarge, Balt., 215. 
FfirErmlaad Sperber, 13. Pierson, 
MittÜL Prätor, 118: Schurzwerk von 
üa^em Soltz, da Baiken auff Balken 
Kol ge/ufft werden, nennt man Geger- 
nait 

6«hrseh, Päzn., s. Gftrsch. 

Gehttock, pltd. Gänatock, m., Stock 
zam Gehen, Handstock, Spazierstock, 
Reisestab. Den Ganstock nerrnnt de Bu'r 
Utr Band On wankt ver^nögt ojft Föld. 
Violöt, 197. Volksl. 1, 4. De Goan- 
ttodt öt miene Flint. Dorr, 48. 

Gejacher, n., s. jachefn. 

Gsjag', n., das ümheijagen, nament- 
M der Kinder, Wirf '« dat /er e Ge- 

■ lefl, (U^'., fett, sehr fett und deshalb 
«idrig, ekelerregend. Ton Fleisch und 
m fett abgemachten Speisen. 

geilen, pltd. gtlen, ko., nach etwas be- 
gierig streben, langem, iGstem sein; 
nm etwas bitten, betteln. Kinder geilen, 
wenn sie Essenden verlangend and mit 
den Äagea bettelnd nach dem Munde 
Beben. Davon tUigeilen, sw.. Geiler, tn., 
längerer. TgL Schmeller II, 31. 

geirtlicb, a^., schmächtig, hager, blafz. 
Er tieht geistlich aus. E. Förstemann 
meint, bei diesem Aussehen wird der 
Körper gewissermafzen als verschwin- 
dend and nur der Geist als übrig 
bleibend gedacht; richtiger därfte das 
Bild wohl auf den geistlichen Stand 
znräckzufähren sein, dessen Glieder 
■uöatens hager und blaTz erscheinen. 

Gaüzel, /, die Folmnannspeitfiche, 
Enallp^tsche. So vermak öck gegen di': 
• ■.Minem Kathie Geiisehtock, MtTiem 
fSemSinndaguwk. Volksl.7,3;S.15. 



Ge^ch, Bejuchz, n,, lautes Jaucheen, 
Gejaachze, s. judien. 

Geizbauch, pltd. GlZbOli, m., Geizhals. 
. , , da war ein Pßeger za Paaefüteim, 
den die Vnterikanen vmb »eines sehdn- 
deTK haJhen den Geiizbauch nenneten. 
Hennenberger, 342. 

Geizhammei, m., Geizhals. 

Geizknauser, m., Geizhals; aus Geiz 
und Knauser znsammengesezt. toie 
oft habe ich den Geizknauser und den 
Jh"asser gefragt, nach welchem Recht sein 
Reichthum ihm gehört? Soph. K. I, 366. 

Geizpinsel, m., Geizhals. Denn venn 
er auch ein Qeizpimel itt, so etc. Soph. 
R. V, 602. 

Gekabfael, n., lebhafter Streit, Zank, 
Hader. S. kabbeln. 

Gekfikel, »., s. kakeln. 

Gflkafwer, n., s. kahvem. 

Gekeiter, n., s. keitem. 

Gaklcher, »., s. kichern. 

Gekick, n., s. Mcken. 

Gekliere, n., s. Mieren. 

geknifien, part. praet. von kneifen. 
Gekniffen sein, sich gekniffen fühlen, 
verlegen sein, sich in der Gesellschaft 
bedrückt, unsicher fühlen. 

GekAch, n. , von kochen, Gemüse. 
Schemionek, 12: Geköchs. Davon 

Geklfchgarten, m., Gemüsegarten. 

Gekrftle, n., s. krfllen. 

Gekritzel, n., s. kritzeln. 

Bekrüsader, /., Ader im Gekröse, 
auch Hypochondrie. Er (der klage 
Hausvater) sol die Verschaffung thun, 
das sovjol sein ob der seinigen oder ihm 
angehÖrigen Geblüht mit guten Medi- 
camenten reinigen, dasselbe Lüfften, die 
Hypochondria oda- sonsten Gekröfzadem 
genannt aufzpurgiren etc. Linem., 
Aaa2b. 

Gekröse, n. 1. eigentlidi das kleine 
Gedärme, gewöhnlich jedoch die Brust- 



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234 Gektinkel - Odlfläsdi. 

eingeweide. Zorn GekrOse der Gona Gelbfink, m., 8. das vor. 

reclmet man noch Hab mit Eop^FlQgel, Gelbmllbre, CWImOhre, anch GeferttM, 

Falze, MageD und Herz. 2. auf Klei- /., Daucua Carota L. Auch Scheiz- 

dnngsstAcke flbertngen; Bosenkraose beneanong der ähnlicli gestalteten El»- 

(Jabot); in früherer Zeit Hals- and rinette. 

Kop&chmnck der Fraaen. Hennig, GeibShrchm, GMOhrcben, n., Ktezker, 

81. Vgl Geichntfrr. Reizker, gelber Pfifferling, Agariait 

Gekunhel, n., s. lainkflln. chantareüus, ein erzbarer Hatachwamm. 

g6I, a^. 1. gelb. Gern mit grSn Mßhiing. 

grün in einem Zuge genannt: giUNvacht GelbiUbe, /■, s. GetbmShre; 

möt grene Pote, anf die Frage, was es Geidkraut, n., vielleiclit Pfesnigknuit, 

za esBen giebt Ermland. Sperber, nach Hagen, 220, mndbl&ttriger GUb- 

45. S. grtn. — 2. gewogen, zngethan, Weiderich, L^aimachia nvmmuiaria L., 

gnt. Ich »ei Ulm sehr gSl, ich bin ihm naph Lennis, 676, noch TUoap» L. 

sehr gut Doch anch ironisch. Erm- Penning zole» Geldkraut nennen sie ei» 

land. Mahling. D&n. ^äl zärtlich. Kraut, teenn sie es in* Walde ßnden, 

YgL Schmid, 227: geli. wird es keiner pßücken, ohne daß er 

Gelach, n., Gelag, Gelage, von liegen, einen SchiUing auf die Stelle legen wird. 

Et hat der HoehMtmreiche und Lob- Pierson, Matth. Pr&tor., 115. 

würdige GaUiaeue, nicht der miaer Italitt Geldrabe, f. Er i^ eine Geldrata, 

(wie ihn jener tniser peccator in H. Ga- ein reicher Mann. 

Ulaei fünatem, beym Gelach urAesonnen Gelegenheit, /. 1. Wohnong. Da» itt 

nennete) m «einem Nuncio Siderio als eine hviache QeUgetüteit. 2. GelaTz, 

ein Warheit lAebender die Circum Jo- Räumlichkeit Si«r itt nicht viel Ge- 

nalet Planetat oheeroiret. Linem.,T4a. legetiheit, es fehlt an Raum, GelaTE. 

— Die Redensart: Ins Qelach hinem 3.- Abort. Wo ö» doch M de GeUgen- 

reden, ohne Überlegong reden, könnte heitf 

wohl gedeutet werden : nnbesonneu ins Geleite, n., s. Treibnetz. 

Gelage hineinreden, wobei das Qelach Geienkkraut, n. Femer daa &aiit, 

(von lachen) nicht ausbleiben wird. gryzzole zu DeutschGelenk-Sraat. Pier- 

Oelachscbweeter, /., Sdiwester beim son, Matth. Prätor., 115. Bei Sagen, 

Gelage. Fürvnti macht Jungfern teicr, 371, findet sich als provinzieller Pflzn. 

GelaiAachwettem, Fidelelaen, Meteen, Gelenhwurz, vielblumige Konvallie, Om- 

Huren, Ammen gar gemein. Stein, valUtria muÜ^ora L. 

PeregHnas XIT, 18. W. Htebl. VI, GMfltsch, Geeifleitch, n. Er lauert wie 

185. d^Fudaeat/Geelßeisch. Sprw.1,2315. 

GeiSnter, n., Geländer, Ein&iedigang, Hei gilt vrt de Hund nttu GelfiSteh. 

Lehne. Ibid. 1190. Gilfthch zunächst ge&a 

Gfiibaueh, m., s. Geibbaucb. Fleisch, aber kaum HOhnerfleisch, wie 

Geibbaueh, GMbauch, rein pltd. GAibOk, Einsender der Redensarten angegeben; 

auch Gelbfink, Goldammer, EnAervsa vielleicht am OchsenfleiBch die glatte 

ctfrüw^ Mfihting, Tiem., 170. Sper- zähe, gelblieh weilze und fast nicht 

ber, 13. Den Gesang des Vogels s. zu schneidende gelbliche Substanz, die 

Volkar. 68, 259. sogar die Katzen verschmähen, der 



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gelimpen — Gematsche. 225 

Hasd jedoch noch fnl'zt: aie heifzt in rein tod Geechmock. Solch' Nacb- 

HolUnd ge«l haar. Aach könnte an geschmack heiTzt der Gellrich. Sam- 

ffnl gedacht werden in dem Sinne, wie laod. 

man von den geilen Zweigen eines Gftlmflhre, /., s. GelbmOhre. 

Baomes spricht. Tgl. Korresphl. III, Gelodder, n., s. loddern. 

46, 6. Geidhrchen, n., b. GerbShrehtn. 

gslimpm, entsprossen dem ahd. Wniv gfllOsan, bw., lösen, einnehmen, durch 

zelverb. Un^han, Umfen angemessen Verkauf los werden, öck kann hüde 

sein, kerrorgegangen aas dem ags. lim- maclu gelSu, ich finde heute keinen 

pan sich ereignen, zukommen. Etwas K&afer ftkr meine Ware. Hennig, 82. 

mit geUmpen hrügen, es dnrch freund- Gel*, Gilt, m. Vom., Gallos. Hart- 

lidies Zureden, unschuldige List, anf wich, 54. 

Umwegen erlangen. Man hört auch gelstrig, adj., s. gaMrii^ 

gdimper. Tgl. den Artikel Qlimpf bei Gftiflin (a lang), von Hennig vhchd., 

Weigand I, 601. doch nicht gebrKnchlich, "Gelluahn, ein 

Gelinds, n,, Gelfinder. Davon Ge- Gespenst in Volksmärchen, mit dem 

ßndegeld, n., Jahresbeitrag zur Unter- man die Kinder schreckt. Es ist die 

haltung der öffentlichen Z&une eines. liU güHng, die Pest- oder TodesgÖttin, 

Dorfes. German. Samland. Hennig, hat also mit dem pltd. GiÜän, hchd. 

82. Gelbzahn, nichts gemein. Vgl Nsslm. 

Ben, gelte, gelte, adj., nicht trftchtig, Th., 45. Pierson, A. W. 14. Hen- 

Tom Vieh. Mtn ScMp öt ditJ&r nieh nig, 84. 307. 

g^ es ist nicht trächtig, trl^ kein gelte, adj., s. gell. 

Lamm. E gdie R6; nach Mflhling Gfilwurm, rein pltd. Gihoorm, gelber 

nennt man eine nicht tr&chtif;e Eoh Wurm — Klarinette. Volksl. 25, 4; 

eine GOlte, Gelte. (Vgl. gut.) Bei Je- S. 69. S. GelbmBhre. 

roschin (25782) gelde un£rachtbar; Gemack, n., s. Gemak. 

ahd. gialt sterilis, nach Vilmar, 123, gemahnen, sw., eigentlich uachdrQck- 

vahrsc heinlich des Sinnes: aufgescho- lieh erinnern; hier jedoch scheinen, er- 

ben,nnterbrocheD,nämlichinderFracht- scheinen, vorkommen, bedanken. Et 

barkeit. In Hessen geU, gdU, geUe, in gemahnt mir lo, ab ob er rächt recht 

Bayern gaU, gald, gold. Schmeller bei Verttand^ wäre. Hennig, 82. S. 

11,40. Vgl. Weigand 1,553. Schade, Weigand I, 555. 

255a. Gemak, n., Gemächlichkeit, Ruhe, 

Gelle, w. jfld. Vom., vielleicht Abi- Bequemlichkeit. ÖUer kömmt nich möt 

gail. Flatow. Schmitt, 114. Qemak. Elbinger Ndrg. 

GeNenbolz, n., klein gemachtes, ge- gemakllch, adj-, gemach, gemächlich, 
spaltenes Holz; es heirzt auch GKnzchen- bequem. Dah^i kann Sek noch gemak- 
Mz. Westpr. Mahting: geÜen == hal- lieh koTne. ön dem Bedd kcain öck ge- 
len, laut schallen, welches Geränsch makUch Ugge, es ist bequem und ge- 
heim Zerkleinem des Holzes zu ver- räumig. Hennig, 82. S. nuklich. 
nehmen ist. Gemabche, n. 1. Gemenge, Gemisch ; 
gellrich, ai^., nachschmeckend, nicht von verfälschten Getränken, schlecht 



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genuAn — GeqpkM. 



eiefln. 2. d&s Matscilen 
selbst. Book, 13. Hennig, 82. S. 
matschen. Vgl. Gepatsche. 

gemein, a^. n. ado,, leutselig, freund- 
lich, herablassend, umgänglich, ohne 
Stolz, popul&r. Dat dt e recht ganemr 
Herr, ein Herr, der mit dem gemeinen 
Uanne &eandli<dL und leatselig redet 
und umgeht Fast wöü et manchmal 
schijte — Trefft man em (den Lehrer) 
ganz allen — Ala wöü dareh RetT on 
Mine He mäke söck gemen. Lhrztg. 4, 
355a, So pflegt daa Glück in lolchen 
Sachen (im Freien) nur kühne Herzen 
anzviachen und üt mit ihnen lehr ge- 
mein. HochzeitSBxie von George Rie- 
del a. d. J. 1711. 

Gemeindegarten, Gemeingarten, m., b. 
Garten. 

gemirmeft, adj., b. mirmeln. 

Gemlill, GemUll, n., b. Müll. 

genauen, mo., von genau. Et genaat 
»Sek nich so, es konuut so genau nicht 
darauf an. Egsbg, 

genaunebmemt, adn., empfindlich. Ek, 
de ik »0 'nmmehmend gegen de Warm 
«, w» Boüer. Dorr, 1. Wiew., 86. 

Genendel, Gnendel, w. jüd. Voiu., von 
Hananaeel. Flatow. Schmitt, 114. 

gen'«, adj., s. gaii'i. 

Genst, Genster, Pflzn., FSrber-Ginster, 
Qenitta Onctoria L. Aas genitta, ge- 
nesfo Staade, vom celdschen 17«» Strauch 
oder vom lat genu Knie, weil die jun- 
gen Zweige sieh wie ein Knie beugen. 
Leunis, 379. Hagen, 733. 

Gent, m., b. Ganter. 

Genüge, n., Gelüste, Verlangen, Appe- 
tit. Er hat Genüge dairmtf. 



, n., s. papern. 
Gepappel, n., Geschwätze, sinnloses 
Gerede. Vgl. päppeln. 
Gepatsch, »., das Wahlen in FlOssig- 



kcstec: vonpaftcA«». La/tdmQepattAi 
ruft m«n Kindern zu, welche im Wasser 
mantschen. Vgl GeiMtsdie. 

Geperzel, n., s. perzeln. 

Gepladder, n., Geplätscher; von jAad- 
dem (b. d.). Treichel: Gepiiidder, 
das auf ein Mühlrad herab&Ueode 
Wasser. 

Geplärr, n., s. plärren. 

Gepienge, n., Geklätsch. S. pien§en. 

Gepinmper, GqriUmper, n , GrepÜtscher, 
Gemantsche. Vgl pHlmpem. 

Gepludder, m., s. Gepladder. 

GepAfel, n., Pfibel. S.-POfeL 

Geporr«, n., wiederholtes Porren. S. 
porren. 

Gepttrzel, ■n., s. perzeln. 

Gepranzel, n., eifiigee, scheltendes 
Keden. So mach die junge Frau bm 
Leibe kein Qepratuui: wie kommt er 
(der Mann) denn so apät ^e. Carm. 
nvpt. I, 1^. Solch ein Qeprangel iit 
nichi auizuhalten. Lo/zt eier Geprait- 
zel, Weibstöck! Dorr, 1. Wiew-, 90. 
Ek b§dd di, keen Qepranzel mehr. Ibid. 
115. Ton pranzeln. 

g^irttscht, o«^'., s. pritachen. 

Geps, Gepse, CMpse, /., als MaTz fGr 
soviel, als beide Hände gegeneinander 
greifend fassen können. E Qepa Sdwer- 
Eine Qepse Heu — Mail — Qentf 
Schemionek, 11: Oä». Brem.-ad. 
göpte, gött. göptche, m&rk. göppdche, 
holl. gaps. Mhd. gou/e hohle Hand, 
mnd. gqne und geape. Brem. Wb. U, 
528. Schamb., 66b. Mnd. Wb. II, 
82a. Man rechnet 10 Q^tae = 1 Metse. 
Hennig, 83. 

Gequadiel, n., unbesonnenes, onttiltni 
Geschwätz. S. quackeln. 

Gequftie, Gequto, n., Schlemmerei, 
verschwenden Bches Mahl, schwelgt 
eches G«lage. Da war ein rechtet Ge- 
quäe' on GettMampamp vwt dem Eeun. 



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Geqnfttaebe -~ Gerdeleute. 227 

Schal^. S, 9. S. qiMMR. Doch früher GftrMch, m. Vom., Georg. H art- 

aach Festlichkeit, Gelage Qberhaiipt. wich, M. 

WüaaUüdi da* der erbar rath aampt geras^ w^'., rOstig. Marold. 

mit den bläuten du garthm tj/ntrechtic- geraten, pltd.' genule (a => ä), tt. 1. 

Kdt baiouen haben, da» alle dyjene dy do znhuigeii, aasreichen; gewöhnlich in 

mrbKhaße alt hochczU vnd ander ge- der Vemeinang Man kann mit dan, 

qaeae üi dem garthen wollen haben den v»u man einnimmt, nicht geraten^ nicht 

auUen dy alderkethe det fforthgn bin not- uiskommen. Wir geraten nickt mehr 

dürft Schafen imde der den (paoa äivt (Steaem) za g^>en, wir vermögen nicht 

der aal das bir da» czu ayner wirttchaft mehr, die Steuern anzubringen. 2. 

tcirt vertan Hier beczalen. Gesehen czut fertig werden, einem andern gleich- 
reekenichafl am aontage vor michael »m ' kommen. Ich kann ihm nicht geraten, 

xl ( 1440) jare. Kgsl^. Die Zünfte, ich vermag ihm in der Arbeit nicht 

34. gleich zu kommen; ich bin auTzer 

BaquabefW, Gequatsch, n., ungewascbe- stände, dem Kinde so viel Kleider an- 

nes Gerede. S. quatschen. zuschaffen, als es zerreifzt. Dei kami 

Geqinbbe, n., Moorboden, der bei aZ2«(ft) go'äde, der wird mit allen fer- 

jedem Tritte zittert, verateckt qaelliger tig. Bock, 13. Hennig, 83. 

Boden, gewöhnlich Quebbe. Ein Menaeh, fleratz, n., Menge gleichartiger, na- 

toenn er solches (Irr-') Licht verfolget, mentlich kleiner Dinge. Geräts Hen- 

kan in gefährliche QequMe und Marraet sehen — Snder — Fische — Kartoffeln, 

gerathen. Linem., Uu3a. Auch GsratzeL Bock, 13, erklärt: 

gerade, adv., in naeh gerade, nach „Yermiscbter Haufen von pSbelm&Tzigen 

and nach, endlich. Der Knabe wird Leuten. Yermuthlich von Ratzen and 

nach gerade klug werden, mit der Zeit heifzt Ratzengeand." Schemionek's 

verständiger werden. Der Men»ch wird Erkl&mng (S. 12): Bchlechte Geaell- 

naek gerade immer einfäüiger, Bock, Bchaft, stimmt hiermit &berein. — G^ 

13. Hennig, 83. rote hat auch die Bedeutung von Ge- 

Baradewohl, »., Zusammensetzung von zank. Hennig, 83. 

wohl mit dem Imperativ von geraten, gerben, »w., prügeln. Einem das FUl 

nütteld. geraden, erwQnscbten Fort- — das Leder gerben ~ waqBibtn. Einen 

gang haben. Etwa» auß Oeradewohl durchgerben. Nach Mflbling^er£«n => 

vntem^men. VgL Weigand I, 563. werfen; nach Treichel auch brechen. 

Geragge, »., s. raggen. Gerberhund, m. 1. Hand des Gebers; 

ferand, gerande, adj., dicht, fest, grob, Werkzeug des Gerbers? Er Jrifst wie 

haltbar. Yon Fäden, von der Lein- ein Gerberhund, er frilzt viel nnd hastig, 

wand. Diese Leinwand tat gerander al» &ank on ongeaund, freie trf e Jarwer- 

jene, aus festerm, atfirkerm Garn ge- hund. Sprw. I, 2168. Auch Gerber^ 

webt. Hennig, 83. Sobemionek, tnie. 

12: gerant, rund und voll, grob, stark, Gerd, m. Tom., Gerhard. Hart- 

z. B. von Fischen. Vom lat. grandiaf wich, 54. 

Gerar (a-=ä), n., lautes Brüllen, Gerddeufe, f^ur., Beamte der Zdnfte 

Weinen, Röcheln, Vgl. raren. der Königsberger Junker und Blrger. 



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228 Oerdemum — Otetd. 

Sie hatten gleich den Jlterleutat die getagt Heilsberg. Erfflland. Anchlvll, 
Ordnung in Hof und Garteo aufrecht jKrken. 

zu erhalten. Die Schreibung des Wor- gcrften, «u., soofen; vom Menschen. 
tes wechselt in Einzahl nod Mehrzahl: Samland. Davon Gegerk, »., das Ge- 
Qirdffman, Qerdenum, Gertman, Oärt- saufe. GerkgeMlIe, Saofbnider, Trink- 
manTi, GartTtiann — Girdemans, Ger- genösse. Et ginge mal drei GerkgeadT 
demane», Gerdemant, Gerdeleute, Ger- Möt räde sicfn« Binde. Tolksr. 237, 
dermafu, Gerderleute, Gertleut(K)e, Gärt- 839. Lit. gerlde die Gargel, der Schlund; 
leate, GartUute, Nach dem Mnd. Wh. bei Pierson, Mattlu Prätor., 150a: 
II, 65a, bezeichnet gerde, f., die Ans- gta-kle Kehle, 
richtang, Anordnung eines Mahles, und Gerkgeselle, m., s. das vor. 
gerde-, gardeman, phtr. -lüde, 6. v. a. gsrn, ade., gewöhnlich. Der Wind 
Scha&er, der ein Gastmahl zu besor- kommt m (Metern Jahr gern aut Mor- 
gen und die Ordnung bei demselben gen. Marold. Vgl. Adelung 11, 593. 
aairecht zu erhalten hat. Vgl. Die Zünfte, fierVII, Gerllll, n., Gerillle, Zusammen- 
25 C und Durcheinandei^eroUtes, Rumpel- 

Gerdemann, m., b. das vor. werk, namentlich unordentlich an%e- 

Gere, /., s. Gehre. epeichertes altes Haosger&te. Dsvtm 

gereidig, adj., schnell, schneidig; ge- GerSII-, GeriHlkaniiner, /., Kammer zur 
rade, schlank. Dat geit gereidig. Dat Anfbewahrnng des Crer&lles. Bock, 
St e gereü^ger B6m. 14. Hennig, 83. Sperber, 13: Sind 

gerfit, od;', and ado., bereit. Dftnh. in einer Familie mehrere klejne Kinder, 
Mahllug. Mnd. gerede, gerSt, gerade so nennt man sie liebkosend jUmhm 
bereitet, fertig; vom Gelde: baar. Mnd. GerÖU. 
Wb. n, 6?a. Tgl. rth. Gerolmw, m. Tom., Hieronymus. 

gerich^ a^. und ado., gerade, in ge- Hartwich, 51. 
rader Richtung. . . . vnd teere Winters Seromme, m., L&rmen, Aufruhr, Zu- 
zeiten, gericht vber den See ('die Ent- sammenlauf. Eck aach en groot Geromm, 
femung zweier Orte) nur wie megle. en ohl venchrompelt Wiew., de hadd biem 
Hennenberger, 5. Kopp gehräge min' arme Nabertdie. 

gerieben, tu^'-, eigentlich pairt. von Carm. nvpt. VI, 242b. Vgl. gromnwn. 
reiben, pfiffig, schlau, verschmitzt. Er fierthnpel, n., GerOmpel, altes Ger&L 
üt ein geriebener Racker. Von römpeln ~ rumpeln mit dumpfem 

Gerkekraut, Gehrkekraut, Pflzn., besen- GerSusche wackeln und brechen. S. 
artiger Pfriemen, Sarotkamnu» tcopariv* Weigand I, 567. Vgl. Berttll und 
Koch. Treichel, Botan. Not. II. T. KrttmpeL 
meint, der Name komme daher, weil GftnaTz, «»., s. Gebrsslz. 
die Pflanze mehr auf Höhen, poLn. göra, Gfinch, Pflzn., gemeiner Giersch, ^09»' 
angetroffen wird. In der Mark und podium podagraria L. Bock, NaL IH, 
Neavorpommem £as«nf7«!. Treichel, 364. Hagen, 340. Aach Slrenzd. 
Volkstb. Gfrltol, /., dickes Strohsdl, womit 

gerk,geri(en,9erkefflai,a(Jt>., oft, manch- die Ghu-ben des Sommergetreides, be- 
msj, wiederholt. Ich hä dir's gerkemal sonders der Erbsen und Bohnen zo- 



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QenaA — önaMAAet. 329 

8MDm«ig«bimd«n werden. Natangen. 2. unnfitzes Oeschw&tze, Geplapper. la 

Eennig, 8äf. Nsslm. Tb., 216. Pi- dieaem Sinne aach, und ablicher, Qa- 

sanski in den Kacbtr. schreibt 6er- tchlRbber. Ygl. tabbem. 

iteHen, plwr. gesalzen, part. voa aalzen, eeliT teuer. 

Gentel, /., rnderf&rmigea, langgestiel- Bei dem (Kaufinann, H&ker etc.) ist 

tes BreU, auf dem die B&cker das Brot aliei i^ gaalzen. 

in den Backofen scliieben und gentein; GeHngbuch, n., ein Spiel Karten. Wer 

lettisch gentde Backbrett Anch Bar- hat ein Qetcmgbaeh mitt Er nimmt 

•M. FrOber bekannt als Reitpferd der da» Gesangbuch vor. Br singt am li^ 

Hexen zum Blocksberge. Conitzer sten aus dem Gesangbuch mit 32 Blät- 

HexproE. t. J. 1623. Fr. Prov.-Bl II, Um. Er trägt das Gesangbuch stets bei 

115. Bexspr., 2. sich. 

GeraWbret, n., s. Brot n. das folg. Gesl^ n., Sitz im Wagen. Setze 

gentein, w. 1. dae Brot geratein, dem dich auf das hinterste Oesäfz, nimm auf 

aof der (r«ntel liegenden Teigbrote durch dem letzten Wagensitze Platz. 

Einschieben in den Ofen zwischen hell- Geictiabber, n., b. ichabbem. 

brennendem Stroh oder Reisig schnell geichKftig, adj., s. schttfifg. 

eine leichte Binde geben. Wiederholt getchen, sw., a. giachea 

-wird das &isch gerindete Brot aus dem Gescherke, n., 8. Ceschirke. 

Ofen gezogen und die Rinde mittebt GefChick, n., gefälliger Wachs, gate 

eines Wischers aus Oerstenstrob durch K&rperhaltung. Er hat ein gutes Qe- 

Wasserj zuweilen mit EiweiTz versetzt, schick. Ebenso in Liv- und Estland. 

gen&Tzt. Dies Verfahren giebt der Kruste Hapel, 76. 

das glänzende, appetitliche Ansehen. Getcbirk», Gescherka, Gescbflrke, n. 1. 

Man onterscheidet gegenteUea und un- Gezirpe der Sohirke oder Grille. 2. 

gegersteltes Brot. Hennig, 80, schreibt jede zirpende, schwache Musik^ nament- 

garateln und gekratdn' and nimmt gar lieh st&mpcrbaftes Geigenspiel, kurz- 

als Stamm an, so daTz gärstein gleich- atmiger Gesang. Dat ist ein rechtes 

sam gar stellen bedeuten würde, (wohl QeiehÖrke. Hennig, 243. 

nichts als unzulängliches Wortspiel). Geichirr, n., Zngapparat fOr das Zug- 

Nds. gassdn, imGfttlJng. jrasfem (amt- vieh; irdenes Hausgeräte. Redensart: 

lieb: gentem). Brem. Wb. H, 489. Sich in's Geschirr legen, energisch sich 

Dähn., 14äa. Schamb, 60a. Sehe- an die Arbeit machen, mit Ernst und 

mionek, 14, hat görstein. — 2. mit Elifer arbeiten. Ebenso: in's Geschirr 

einem Strohwische, der an einem Har- gehen. 

kenstiel festsitzt^ die Eimen oder Gran- GsichkOr f-, Weste. Gegend von Co- 
nen in ausgedroschener, aber noch nicht jutz und TucheL 
gereinigter G«rste abfegen. Gesdllabber, n., Geschwätz. S. tchlab- 

Geriten, m. jüd. Vom., Gerson. Fla- b«m. 

tow. Schmitt, 112. Getchlampamp, n., verschwenderisches 

Geratenjulep, m., s. Julep. MahL S. Gequase. 

Geiike, w. Vom., Gertrud, s. JarL GetchlOder, n. 1. die Nachlässigkeit 

GeriUI, n., s, GerBIL bei der Arbeit. Was ist das für ein 

1. das Sabbern, Geifern. &etehi*ider! 2. das Herumtreiben. 



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280 gMohmeiiig — GMeUattohnlicli««. 

gMOhneüig, <u^'., geiichmeidig, ge- ugnm, mihd. getegmen, gekflntjTMfw, 

leoky gewandt. £Vn gaehneiUgta Kui- znm Wohl, zum Gedeiheo werd^ Unea. 

cA«n. Weiland I, 573. 

(, n., GebrateDM. Etwm Geseler, »., lebhaft« imd laute kk- 



QeKhneUertet zu euen haben. Wehlau. gende oder soheltende Rede, Gesdrd, 

Getthn6rr, Qatchnerr, fieschnin-, »., Darcheinander von StimmeQ. Aosdem 

die kleinen Körperteile der Gfinse und hebr. getera, geuira, pUtr. gneraui, tdI- 

Ent«n: Kopf, Hab, Flügel, Füfze, Ma- gftr gaerla, nisprünglich Verhängnis, 

gen, Herz. Gansgetcknörr möt Mar- Beschloiz, in der Umgangsaptmche an- 

toj^eln. Sch&ltj. 3, 9. S. Sperber, 13. Kogenehme obrigkeitliche Yerordnmig, 

ScliemioDek,12. Hennig, 84>8chreibt BchlimmeB Ereignis. E}r üt in gro/ten 

Getehnarre. Vgl. GehrVie. GeaarSi, in flbler Lage, er ist in nn- 

gsuhonken, pari, praet. von schenken, erwartetes Unglack geraten. Da plöte- 

Ich hab' e* getchonhn gekri^. lieh eintretende Unglfickaf&lle meist laute 

GetchUrke, n., e. Getchirfce. ^Hüe, Jammer, Geschrei im Gefolge 

GetchÖMl, »., s. Schöselei. haben, so lag es fOr Nichthebräer nahe, 

geuhossen, pairt. praet. von scMefzen, Getäer, UnglQck, als GeuitTy Geschrei, 

fiberspannt, rappelkQpfig. Er üt nicht au&afaesen. Ma^h kein Geteier! Wm 

reckt getchotaen, ixt das für ein Geseier! Dat öt enOt- 

Geicbolz, n., die Krankheit, bei der »eier un ön er JudenuhSL Se kommt 

sich Knochensplitter aussondern. Vgl. aü bet an't Poatke on moakt e Qaeta, 

Hezspr., 59. dat de oarm Schelm nich tom Woad 

GeschBlz, n., vulva der KnK. Sam- koame kann. ■ Boldt, 18f. S. Mitni 
land. Natangen. Genlrtz, Fischn., b. GesenHz. 

eBMhricM, anch blofz Schrieb^ n., GbmII, m., Jonggeselle. . . . und im 

Geschrei, Lärmen, lautes eiferndes Ge- Fall nch jemand, er aof Mann, Qetdl, 

rede. Er .macht ein grofzea Getchncht, Frau oder Jungfer, dieter Verordnung... 

viel Aufhebens von der Sache. Gro/z widersetzen wurde etc. Schlulk eio« 

Geachricla, klein Gericht, viel Lärmen Kleiderordnung v. 1684. Hartwichjiä. 
um nichts. Ueunig, 246. Genllenkaiten, m., Kasten mit Hand- 

Gewhwabbel, a., Geschv&tze. -S. «erksger&t zom Haosgebraoch, worin 

schwabbeln. man aber auch aUes aufhebt, was spiter 

Geichwadder.n,, wiederholtes Schwad- C»°^ '^^ Jahren") noch zu ge- 

dem, Vergiefzen von Flüssigkeiten; an- brauchen; aber wohl kaum „onreiM 

nutzes Geschwätze. Vgl. schwaddem. Wäsche", wie Hennig, 84, meinL Dat 

Geschwindmachhurtlg, m., Diarrhöe; Hggt 5m Gesellekaste, eine vermilzt« 

auch volketümliche Bezeichnang des Sache, die von einem UnordentlickHi 

Midik. Tinctura Amica. TgL OUnne. gesucht wird. D&nh. NachMahling 

Geschwindschleifer, m. 1. Raschwalzer; sagt man auch, wenn in einer Ange- 

2. Diarrhöe. legenheit, z. B. in einem Frozefz, nichts 

Geschwister, plur., Schwestern. Ich geschieht, sie liegt im Qeteüenktaten. 
habe suei Brüder und drei Geschwister. Gesellenschuhchen, n., Päzn., bUner 

gesegent, ad^. Sie ist in gesegenten Eisenhnt, Aconitum napeäta L. Mäh- 

ümetänden, ist schwanger. Von ge- liag. 



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OeMnhs — gMlSrt. 28t 

I., nach Bock, Nat. IV, dem pack wtd yetSb. Wiss. Mtsbl. 

659, in Oansip Name fOr einen Fisch V, 94. 

am dem EarpfengesclileclLt (syetem. GeHiHz, Fischn., b. QettaKz. 

Name fehlt). Hennenberger, Von GesObb, GuBpp, n., s. Geslpp. 

Seen nnd Strömen etc., S. 29, nennt Gesparte), n., b. ipartaln. 

einen Fiadt GeMrHz. Sperber, 13: Geipenst, n.,Wa86erralle, AiZJuioftio- 

gemitz, cdne Fischart. Vgl. Sprw. I, liaa. Elbing. Mfihling, Tient., 170. 

3289: L<U em tehite, 't a en OeaUü, Gups^, n., Oespeast; übertragen: 

laTz ihn schiefEen, es ist ein Gesalitz. ein sehr hagerer Mensch. Dönh. Tgl. 

Mfibling, Tiem., 170. S. GSsdRt. Specht 

Geeenke, n , Ton tenkm, die Gewichte GespSk, GespOknie, n., Spuk, Gespenst. 

an den Fiachemetzen, durch welche üt dat Gebröknü kern e Qeap^miB. Sam- 

diese auf den Grund gesenkt werden, land. Vgl. Spftk. 

Bock, Nat. lY, 723. GeMd, GUnef, n. 1. junges G&ns- 

GeterHz, m., s. GeeenHz. chen. Bock, U: Oexel; Hennig, 91: 

Gesetz, n., das Festgesetzte. Die 0ife«lxmäQä/zel;Sfeihtr,Z7:0uzel; 

Magde bekommen als Spinnerinnen ein Schemionek, 13: Qieai4. Lit. £atäe, 

Gttetz auf: sie haben eine bestimmte poln. g^ika, gqtif, engl. goiUng; im 

Angahl Ton Gamstäcken in einer Woche Brem. Wb. II, SSO: Otmel. Im Göttiog. 

za spinnen. . Jl&dchen mflssen ihr Q»- GÖtteL Schamb., 66b. &-ä, Krd, 

tetz stricken. S. Besen. Oeaeldim, Wo hast dat Gesael gdätef 

Gesiriltender, m., Gesichtskreis, Hori- Tolksr. 54, 205. 2. junges Kind, das 

zont; ans Gesicht und Bhtde gebildet, kr&nkeit. Et öt ai rechtet Qeud — en 

Die AMtrtmomi und I^i/nci nehmen jhret P!pgemel. 3. Scherz- nnd Spottname 

Tagt* Anfang, wenn die Sonne Cörper- Rt Mädchen. OweeU Ei mm, Sie 

2ftc& äter den Getichtender oder Horizont leffeni mir auch gar zu nah. Soph. R. 

kommet. Linem., A3a. Wie groß 111,220. 

Ht der aichäiare Horizont oder nchtUche Gesielbabicht, pltd. Getielhafke (a=ä). 

Getickt Endert Ibid., R3b. UtUer m., roter Milan, Falco Milvw L. Bu- 

idchen Circuli» wird auch der Horizont jack, 368. 

oder Geticht Ender gezogen .. . Derander Gesielpest, /., Pest unter deii Gesseln, 

heilt Horizont lenailnli», oder ächäicher zur Bezeichnung einer fernen Zeit. Da» 

Oencht Ender, Ibid., K 4a. ... so iat von der Genelpeet her. In {gleichem 

haig die Sonne continuirlieA ib^ dem Sinne auch Efitenpetl — Kiirrenpest Sprw. 

Gericktender oder Horizont irt. Ibid., I, 1353. 

X 3b u. ö. Best, m., Hefe, nnd vorzugsweise die 

fiesipp, GesVpp, GesBbb, GesUbb, n., in der Gfirong gehobene Gischtmasse 

Sippschaft, liederliche, anordeatliche beim Bier; nach Frisch, Wb. I, 320c 

schlechte Gesellschaft. Dat öe en godet Gdscht, m.; nach dem Brem. Wb. H, 

Oe$dbb. Elbing. Se$elbit waren schlechte 491, Gatt; hoU. geat u. giat, f. D^. 

Mentchen met aüem eerem GeaSbb, wat W. Seidel, 30. G&ianiam. 

te emHawt hadden; et war to 'ne rechte Gtot, m,, s. Bfti 



Nation. Schal^. S, 10£ Hennig, 84: Gestftmer, «., Gestotter, s. l 
Oeeifpe. Stein, Peregrinns I, 6: Von gestört a^., part. von stören, in be- 



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G««uidlMitnrag«i — Gi«b'. 



treff der Siima in UDordnnng, viüiiL' 
sitmig. Er ist ge»tdrt, ist wahnsiimig. 
Du bist toohl geaört^ es rappelt dir 
wohl? 
GesundheHswagen, m., s. ODttebenpotL 
Getakel, n, 3. Tftkef. 
fiethu, pltd. GedO, n., von t&un, Ge- 
prahle, Aufheben. Hält da mit grofzem 
Oe&u eine, denii ich, hoücmdiicke Rede. 
Soph. R. IV, 222. 

getippelt, ai^'., getüpfelt, tflpfelig, punk- 
tiert, fleckig. 

Getiütsch (äkng), n., Geschw&tz; 
Elätecherei, üble Nachrede. S. tratschen. 
Getreidewrilger, m., s. Kommener. 
Gevstterklatechen, n., Gekl&tsche anter 
Gevattern, im Kreise von Freunden 
und Bekannten überhaupt. Meinem 
Geschlecht i»t in der Welt nichts so ver- 
hafzt, als solches Qeoatterklatschm. Soph. 
R. V, 491. 

gewaltig, ade., zur Yerstärkung: er 
ist gewaltig gutherzig, gewaltig freund- 
lich, gewaltig böte etc. 

Gewende, n., LängenmaTz. GO Rut^^en 
oder 6 S^le machen ein Gewende; 30 Qe- 
tcende eine Meile. LaDde6ordnang(l307). 
Bock, Nat I, 688. 
GewHicdade, /., s. Lade. 
gewinnen, it., siegen. Die Preufzen 
haben gewonnen, gesiegt. S. venpielen. 
GewUrzkapitHn, m., Kapitän aber die 
Gewürze; er führt auf dem Seepackhof 
die Au&icht beim Ausladen der Kolo- 
nialwaren. Dzg. W. Seidel, 30. 
GewUrzmennig, m., s. Mennig. 
Gezabber, n., s. ichatrfiam. 
Gezagel, n., s. zagein. 
Gezeider, n., s. zeidem. 
Gezeug, n.. Fischerzeug, Fischerei- 
gerät, namentlich Netze. Die Fischer- 
ordnungen unterscheiden kleine nnd 
gro/zes Gezeug. Die Befugmfz zwr j4««- 
vbung der gro/zen wid kleinen Fischer^ 



mit allen Arten von Oezeugen bere^iigt 
jedoch noch nicht zur Aueäbta^ der 
Keitelfischerei. Fisck-Ord. f. d. fr. HaCE, 
§6. 

Gibbel, m., Mond. Beihefte gdde 
Qibbd. Samland. Poln. g^ Mund, 
gfbal Grofzmaul. 

gitAeln, sw. 1. schwatzen, plappern. 
Ton Qibbel. 2. nach Mühling: etns 
schnell auf&ssen, angreifen, aber nacb 
rasch verflogener Hitze nnauageföhrt 
lassen. 3. s. t. a. kribbeln. Es gibbdt 
und kribbeU ihm auf dem Kopfe, er 
wimmelt von Ungeziefer. 

Gibsjakob, Medik., s. Ffacjakob. 

GIch«, /., B. Gicht 

sichern, sw., s. kichern. 

Gicht/-, l&nge, dünne Brühe, Suppe, 
Jauche, mnd. jucke, altpr. juse (Voc. 
377), lit. jusze, poln. jucha. Henn ig, 
84: Giche, Qüche. Wiirv^lcht, Brühe, 
worin die Würste gekocht sind. Vgl. 
Eulengicht S. Nsslm. Th., 60. Brem. 
Wb. 11,706. Dähn.,210a. 

gicks, interj. in Verbindung mit gaekt: 
er weifz nicht gicks nicht gacks, er weirz 
weder ans noch ein, gar nichts. 

Gieb', Giebe, f., der Gieben, die 
Goldkaransche, Ogprinus GibeUo Gm., 
Blicca bijörkna L. Aach Blecke, Blgi, 
Bleicke, Qiester, Güster, Jü^er (Danzig), 
Halibressen, Rotßofz, Rotflofzgiester, bei 
Simon Grünau ££ecAtn, bei Hennen- 
berger Giben, ht plakia, lett. pUtka, 
mas. krumpg, gosciory. Benecke, 123. 
W.Seidel, 30. Mühling, Tiem., 170. 
Anno 1695 sind im Vor-Jahr beg und 
umb LAndenau so viel Zoopen und Giesten 
tn dai Orabem und Laaken gefemgen 
worden, d^fz auch die heuäve gantze 
Wagen voli nach Marjenbvrg verführet, 
und sie fast umbsottst haben ioeggtitem 
müesen. Hartwich, 515. S. Sprw. I, 
445. 



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Giebel — OiUhaii^ 23S 

Giebel, m. l. Nase. EgSderOiAü GIR, /., Fest, Schmana der Gilde; 

ätrt dat ganze EU»; aach hchd. Sprw. TtuEgeb^e, namentlich um die Pfingst- 

I, 12T1. Er hat eijien gehörigen G^^l. zeit. Altnord, gädi BezalUiuig, Abgabe, 

VgL Gbnin. Steaer, Gelage, Scbraaos, vom alts. gild 

6iebeiilaietfer,pltd.Gtbekrtfper,m.,Spitz- " Darbringnng, Opfer, angs. gOd, gyld, 

name der KOnigsberger Fischer. Bbeoeo gield (aach beim Opferschmanse vei- 

Glebentopff piLd- fitbekopp, m., aber sammelte Genossenschaft), goÜi. gäd'^ 

auch Schimpfvort S. Sprw. I, I272f. St«aer. VgL Weigand I, 592. Bei 

Gien, n., 8. Gin. Jeroschin: man Ue» der todten 

GM, n. n. /., Zorn, Bosheit, Wut, fleuch dm voglin und dem wilde xtt 

Groll, Tttcke, HaJz. Er ixt voU Gift »^»Uchir gUde. 62c. Pfeiffer, 166. 

«tuf Gaäe. Dat dt dat Oöß terxhleü) AU hei (der Knecht) de <m met heel, - 

Carm. nwpt 1, 282, 4. An einem leine mit hielt, mit feierte. Carm. m^t, IV, 

Ot/% aus/oswn, ihn schlagen, aosscbelten. 324b. Vgl. Sprw. I, 1279. In Bayern 

Davon gild, f., ein kleines Mahl Schmeller 

giftig, a^., Ärgerlich, erzOmt, zornig, II, 35. 
watend, tückisch. Ich bin auf ihn gißig, Gillbier, Gildebier, n., das bei Gilde- 
&i^erltch, böse. Die Mutter iet giftig, Versammlungen dargebotene, aas der 
angebracht, erzDmt Gemeindekasse bezahlte Bier; das Trink- 
Gildebler, n., s. Gilibier. gelage selbst. In der Landesordnnng 
Gildefischer, aach Qildeschipper, m., von 1577 ist den Teilnehmern des GW- 
Fischer, der zur Gilde, der Terbnndenen biert M&Tzigkeit empfohlen. Anno i570. 
Körperschaft, der Fischer gehört. Die Auff längsten wn Oielbier, ertücht ein 
Zooftrolle der Königsberger Fischer- We&> da» andere. Hennenberger, 
gilde von 1662. S. Bock, Nat. V, 5d5ff. 111. Man koü auch vneazen daiz man 
8ilddoil|Wr, m., s. Rechhainen. da» gildebier zu Weyhenachten triacken 
GiMetcMiiper, m., s. Bildefischer. »oU drey tage und nicht mehr Und zu 
gdefi, »w., 8. geilen. Sanct Johan» bapOste drey tag wnd nidtt 
Gilge, Gilgen, Pflzn., Schwertlilie, Iri». mehr. Der Kgsbg. Fischer Rolle v. 1538. 
Bagen, 44. 45. In Bayern üg, ilgen. Benecke, 289. Zum Kauf de» Qüde- 
Scfameller I, 48. bier» sollen die vier enocihlte AeUerleute 
GiUte, PflzQ., verwilderte, gebr&nch- noch vür der düeaten Zanfibrüder neh- 
liche Ringelblume, CaUndvia offid- men etc. Rolle der Kgsbg. Fischei^de 
naiM /-., nach Bock, Nat III, 543, v. 1662. Bock, Nat. V, 571. 
Calendula aroensi»; auch (hin und wie- Glllbnider, m., Teilnehmer ao den 
der)gell>eWncherblume, C%rj/8<in^«inwn Gillen; Schlemmer, S&ufer. Er ist ein 
leucanthemum L, Altpr. gelatynan gelb, rechter Qülbruder, Besncher lustiger Ge- 
^t. geU&nas, Nsslm. Th., 45. Trei- läge. Sprw. 1, 1279. 
chel, Yolksth., hat: GUike, Tagete». Giile, m., Crnlden, das alte Zehnsilber- 
Gilkenberg, m, Berg (Anhöbe), mit groschenstOck, das heutige Einmark- 
Oilien bewachsen. In Gerdauen: Kirch- stack. Sperber, 14, bat auch guüi, 
hof, weil auf der Anhöhe, auf welcher vielleicht nur Druckfehler. 
der Kirchhof liegt, die Gilke wuchert Glllhaus, n., Hans, in dem die Q^lea 



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,234 Gib - gbt 

abgehalten werden. Stein, Peregriniis: ffitchert ... „ Wief — Da/z ms to a^ 

QiiUhetaer. die Zulage Jumdien, viie dit Hunde (Ao- 

Büs, m. Vom., b. Geh. Hier). Soph. R. IV, 16€. 3. hAmbeb 

gTnwn, mo., aetbinatücii keiclien, mit zischeln, sich im Cleheimen etwas sa- 

zischendem Haach atmen, namentlich gen. Et gücht etiea» davon, es Tei> 

ansatmeii. Eck »chmukKzerd ob de Fofi, laatet etwas Ton der Sache, man redä 

loenn he^ de Oäm horcht gieme. Carm. in der Stille daTon. Bock, 14. Heu- 

mipt. I, 282, 12. Er kann kaumgtmen. nig, 85. 3. ^u^m. Da» Bür güdL 

Er fftmt und garrt man noch. Er kann Ebenso im Angsboi^Bchen vom Wune: 

nicht gimen nickt garren, leidet an giachen nnd giren. Birlinger, 196b. 

Asthma, iet überhaupt durch Ej«nk- — vsrgiwhm, no., anfzer Atem konuneo 

heit stork geachw&cht. Adetnng H, (Dzg., W. Seidel, 35), aber aoch: au- 

388, hat gimen = g&hnen. S. garrm. gischen, TerBchnaofen. Die I^erde vet^ 

6fmm, m.. Verlangen, Begehr, Appetit, giachan lauen. Lit. jn&u, ich gische. 

Lecker; in Drengforth Qimper; in Das- giKhem, »u>., s. das yor. 

zig Giper. £Xnen Oiper toorauf haben. fitn, EMse, fiÜK, JeM, /., f^sclm., 

Qed<miam., in Elbing €tS>eL Sehe- Aland, (^pnnwi ./«8«s Z/. Bnjack, 394. 

mionek, 12: GiebeL Sperber, 40, Qiae bei Hennenberger, d«r gleich 

schreibt 7»». dahinter Gieitze nennt, nach Mflhling, 

. gfanmefn, •»., wimmeb. Schemio- Tiem., 170, wahrscheinlich idenüsdimit 

nek, 13. fleseiitz, nach seinem Manoskr. jedoch 

Bimper, m., s. Gbniii. = Otse. Simon Crrunau hat ^lyMmi. 

Qtii, n., lange, starke Leine zur Be güen, «w., s. biien. 

festigong der Keasen und Angelschnüre. 81sHze, /., Fischn., s. GIM. 

Beoecke, 397o.403: Oim. S.Aalangel. Bhitzar, m., Fischn., s. flTlwL 

gin'a, a^., s. gHn's. GTssbI, n., s. GesMi. 

Giper, m., s. T. a. Gimm. Davon gtp'lig, gisten, it., mntma&en, nachdenken, 

ai^., Terlangend, begehrlich, voll Ap- aberschlagen, schitzen, mit den Augen 

petit gTpsrn, ««>., begehrlich verlangen, messen. Ags. gaetan, schwed. giua, 

Gipsjakob, Medik., s. FixJakob. engl, gueaa, Brem. Wb. II, 514. Frisck 

Girrehlischken, Ortsn., Dorf im Kirch- 1,350c. Davon: Gissung,/. ...da 

spiel Friedrichswalde, Kr. PiUkallen, nenAUch lauer Sinn durch Mein giuen 

im Volksmonde SauahezdA, Zusammen- und aetÜmiren, die mtstoitchen geUgem 

setznng ans lit. tatuat trocken n. bezdae Cörper, Bäume, Wälder, Dörfer etc. 

Bauchwind, Fun. Nsslm., Wb.,456b. gleichkam zehlet und propter angubm 

S28b. viavmit minorem... ichätzet, da/z der 

glichen, gMChen, gBichen, mo. 1. nach nckäiche Eorizont gar ilan ley und tau 

raschem Craag, schnellem Lauf stark das letzte aichäichc Däig gar nahe s^ 

Dod hörbar stolzweise atmen, Mflh- Linem., Xx 2a. Wie die faUche *a>d 

ling, N. Pr. Prov.-Bl. a. F. VII, 439, fehlende gimtng oder aeaümirung der 

schreibt y&cAtfR. Er kann nicht göichen, <Sitantz ^ttit^iet, wodurch eine ri^Ügi 

ihm ist die Loft; benommen, auch er Abgelegenheit nickt erkennet wird. Ibid., 

ist stark verschnnpft. Auch: gltchem. Xx 2b. 

Von ente haben die Katzen heute ge- gilt, gUst, nach Hennig, 91, aach 



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Gbtekneirar — GUppken. 335 

|0b, «$.« anfmditbtu-, nnbefrnchtet. Nar danAerut das Enh^eich gefroren, aü ge- 

TOD den Eflhen gebrtacht. Die Kuh freuret lolche (niederschlagAnde) Ragen- 

«■( giat, hat kedae Aussicht auf ein Kalb, Feuchte wegen der unteren Kälte, teoraui 

ist nicht trftcbtig. De K6 tteü giat, hat da§ Olad oder QiaUB^z (umU ab dm 

keine Milch. Übertragen aach auf kio- leir glatt iit^entttehet. Linem., Xx4a. 

derlose Familien. Dis Frau tat eine Bock, 14, Hennig, 85: Glaadeü. 

Oüterlia, eine gtste IAbb. E gSatet Kiat^ gUdeiwn, su>., glatteisen. NachLine- 

dMSr, ein Festmahl, das kein Kind- mann auch wrinterriewin. Ee hat g»- 

taa&chmans.' Vgl. Richej, 82. 41). glddeMt. Falie le nick, Serr Leutnant, 

Brem. Wb. n, 558. S. fall. et heß geglädbt Sprw. 1,798. Sier- 

GtltekneifM', pltd. fiMalBiIper, m., Geiz- au» nun jedermann verstehet, wo» Wm- 

bals. Elbing. Sprw. I, 1275. Da tarteagln, Olat-egten und Rokrrdffen 

Siite-, Ototer ■> &i0&e ist, vohl dasselbe kaxte. A. a. 0., Xx4a. 

vas Qiebenineifer (s. d.). 6ladsack,m, glatter, nnbehaarterSack, 

Gitter, m., Fisehn., s. fiJeb. wrototn. Zar Bezeichnnng eines gnt- 

Gttvogel, Glttvogel, m., grorzer Brach- genährten Manoee, namentlich eines 

TOgel, Nummia» arguatut; der kleine fetten Mennoniten. Westpr. 

Qib>ogel mt N. phaeoput. finjack, 384. glaffen, mo., gaffen, mit stieren Augen 

Der Name ist nach dem Rafe: glt, gttt nnd offenem Monde sehen. Yielleicht 

gebildet; der Vogel gilt als ein Regen- Zasammenziehimg ans glarren n. gaffen, 

TcrkOnder. Vgl. Pr. Prov.-Bl. XXVI, also ein Qaffen, das zngleich ein Qlarren 

536 and Volksr., 58, 221. ist Hingeviesen sei auch auf das slar. 

GHz, m., Schimpfwort aof Schweiz glao Gesicht, woher Triglaf Dreikopf, 

böiige, Taabe. Samland. — anglatfen, einen stier imd mit offenem 

Alz, M-, eigentlich Geiz, schlechte Mnnde ansehen. 

Sorte Rauchtabak. Nach MQhling Glage, Klage,/, MaTz beim Flachs- 

aach ZOT Bezeichnnng des Auswuchses binden, Bündel Ton 30 HSnden roll, 

an der Tabakspflanze. VgL DrlÜigseL Ennland. Mühliog. Vgl.' Topf. 

glahben, mc., gleiten auf glattem 6lambuwken, plur., kleine Fichten, 

Bchlapfrigen Boden. Davon ibglabben. Erüppeifichten, Von dem poln. gl^, 

QlaUwr, «Ft., Schleim, Geifer; zäher, Gen. y^o, auch jr^^ Stroak. Flato«. 

klebriger Schmutz. Der Glabber auf Schmidt, 106; Westpr., 165. V(^. 

der Strafie. Davon begbbbam. KuiaL 



_, M^., scblapfrig, glatt, kle- glamten, sco., in I 
bend, schleimig. Der Aal itt glabb'rig glams'rig, a^., g^att, schlflp&ig. Vgl. 

— der lehmige Weg. Vgl. Sprw. I, glabberig. 

2341. In gleichem Sinne glibberig, pltd. glandem, mo-, auf der Eisbahn dahin 

gWb'rig, Et iMt recht glihbrig zu gehen, gleiten. Gedaniam. Vgl. glitschaa 
man gleitet nnd klebt im zähen Lehm. Glantop, m. Eck ginck wie en Olan- 

Von gUfppen gleiten. Book, 14: gUpp- topp. Carm. nupt. ÜI, 77c. S. dunen. 
rieht, Hennig, 85: glipprich, ^ohe- Glappken, pfur., kleine Fische, Grflnd- 

mionek, 13: glabbrich. Sperber, 13. linge. FUtow. Schmitt, 106, leitet 

GUbMi, n., Glatteis. Nach Line- das Wort von 9I9&, Gen. ^f^Ms Grflnd- 

mann auch blofz GUd, n. Weil aber ling, in Westpr., 165, von ^^ Grttnd- 

D,3,t,z.dbyGOOgle 



^ii«a — Qleöcbtmg. 



Qua. gUbia die Tiefe, der Orfindling 
aber kieä>'. 

giaren, mo., b. glamn. 

gIHren, ne., glimmeo, tod Holz und 
Kohlen; glQheii, vom Gesicht. Sche- 
mionek, 13. 

6llrke, n., Dem. von Qlarre, Fisdin., 
eineArt Scholle, HeuronectM limandaL., 
wohl von den grofzen glarrendai Aagea. 
Bnjack, 347. 

GlaiT, filtrre, f., Brille. Ermland. 

Qlarrauge, n., hervortreteiLdes grofzee, 
klares, stieres Auge. 

Glaire, /., Aoge, gewöhnlich im pjur. 
Glcaren. Mach die Qlarren auf! In 
Bayern glorren, gbtrren. Schmeller 
n, 94. S. auch Glarr nnd Gllsen. 

glarran, gUren, no., mit grolzen hellen 
klaren Augen, aber aach starr oud 
stier, gedankenlos sehen, dreist und nn- 
beacheiden anstarren. In Bremen und 
im Gßtting. gldren glohen, doch nur 
TOQ Kohlen; dagegen in Bremen grau 
ediarfsichtig, heiter, graUßged Ton einem, 
der grofze mantere Augen hat, scharfe 
Blicke 'wirft. Davon anglarren, nach- 
glarren, umherglarren. Eck glard mi 
ßink heröm. Cmm. nup*. I, 282, 10. 
Jeroschin hat verglarran nicht recht 
sehen, übersehen. Pfeiffer, 256. In 
Hessen nnd Bayern glorren, aitglorren. 
Vgl.Breni.Wb.11,515.533. Schamb., 
64b. öchmeller H, 94. Vilmar, 
130. S. gUran. 

glftMugHi, pltd. gllsOgen, sw., s. t. a. 
gläaen nnd glddewm. Falle te nick, Herr 
Laünant, et heft gegldMdgt. DSnb. 

gUichen, no^ s. gleiichen. 

gUaen, aäg. und ado., gläsern, stier, 
ausdruckslos blicken; mit dem Schlafe 
ringen. Er hat verglaste Augen. 

CUlMn, pba:, die Augen, veim sie 



grofz nnd starr sind. Der hat em Paar 
gute Qläten. S. Glaire. 

glatt, adv. In Redensarten : glatt ab- 
gAen, ungestraft, ungeschlagoi daroa 
kommen. Dat itt diamal noA ^att 
abgegangen, glatt toeg, ohne Weiterungen, 
Umschweife, Aufenthalt eine Sache ab- 
machen. 

GlaHbutte, /., Scholle, s. Platten 

Glattiing, m., ein dem Steinpilz ihn- 
lieber Schwamm; auch Br^pllz, in Daa- 
zig Pemke. Bock, Nat. m, 627. 

glauben, pltd. gl4wa(n), glfiiven, me., 
sterben, ße mot ^an gleuxn, er nmli 
daran (an der Krankheit) sterben. & 
binger Ndrg. Er hat dran glaubai 
mütten, er ist gestorben. 

glaiibensfeal, a4^. Er itt ntdb gl»- 
betufeit, nicht zurerlfissig. Da» Tau — 
die Kette ist n*cAt gUaihentfat, tad denn 
Haltbarkeit ist kein VerlaTz. Sche- 
mionek, 13. 

GlBuder, m., Efider zum Fuchsbnge. 
Mühling. In Bayern gleider, fba^ 
eine Art Fischzeog, z. B. GleidericSrbe. 
Schmeller 11,91. 

gieddem, sw., ncA, sich glbizend auf- 
putzen, schmücken. Sie achminieii, po- 
liren, gUatzem und gieddem xüA, dax nt 
»ich lehgn laaen und einem damit au^ 
aug drucken. Stein, Peregrinos IX, I. 
W. MtsbL V, 158. 

glei, adj., habsch, schön von Ange- 
sicht; aber auch heiter, munter. Si 
toer to glei, he ging eo/onch On AvoA 
tostoU den Boot. Dorr, 29. S. D&kn., 
153 b. 

Giaiditag, m., Tag- und Nachtgleiche, 
aequinoctkim. Wenn die Sonnt vm 
Mittage zu Mittage zur Zeit det QleiA- 
tage»'' 24 Stunden er/ordert ete. . . J" 
Qleichtoge durchlauft die Sonne üi 
grötte »piram etc. Linem., Pp3bn.4a 



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gleiehübar — glorig. 



r, ad»,, gegcn&ber. Er wohnt 
gleichiier dem Rathauu, Pisaoaki, 
Nachtr. 

gMchviel, aih., gleichgflltig. Dm 
kann ja dem gröjzesten Theü der Leier 
gleiekmel »ein. Soph. R. Y, 372, Note. 

^eiclmi, adv., gerade aas, in gerader 
Linie, ürtd umb soviel (15^- MI.) Bind 
mehr gedachte Städte (Danzig and 
Königsberg) von einander aigeUgen, 
teenn man ffleichxu reiten soUe, Linein , 
6g 1 b. S. Krümme. 

gleinig, ot^'., glöhend, abBcheolicli, 
Terfiacht. Westpr. BiirgBdor£ Treichel. 
S. glDhendlg. 

GteElch, m., der glänzende Wider- 
Bchein eines Feners. Dm Nordlicht 
verireitet einen hellen Gleixch. Ton 
gleifzen. Mfad. gUz, ohd. eliz Glanz; 
ancli mhd. gUze. Ygl. Weigand I, 
599. Mühling hat aach filtsch. 

gleisehm, mo., gleilzen, gl&nzen. Ihm 
gleiachen die Backen, sie gläozen in 
feariger BJJte. Nact MaLling auch 
glSschen nnd glTKhen. Hennig, 85. 

glenzern, mo., s. gleddern. 

glibberig, adj., s. glabberig. 

gliddam, ww., gleiten, namentlich anf 
der Eiefläche. Sperber, 34. S. girt- 
echen. 

Gliedweidl, Pflzn., aofgeblaeener Tan- 
beakropf, Guetdialu» Baien L. Hagen, 
462. 

^men, ne., Blähungen geräuschlos 
entweichen lassen, stänkem. Ek hat 
gegUnU — nch beglimt. Bock, 14. 
Sperber, 13. Vgl Flll 

fitlmer, m., die Person, welche gUmt; 
der Podex. 

GITmttengel, m., ursprünglich die knrze 
Pfeiffc, jetzt auch die CigMre. Sper- 
ber, 18: OUmmttengei 

6Hn, m., Lehm, pcln. gUna. Nach 



Sperber, 37, aoch ein grofzes Stück 
Broi 

glbium, me. , mit Glanz fonkeb, 
^itsem, von gUnzen glänzen. Line- 
nann erörtert anf Blatt L 1 anefübrlich 
die Frage: Woher kompt dat gUntzem 
oder unatätige »chimmem der Ftjxtemef 
und gebraucht gUntzem als Substantir 
nnd Verb wiederholt. ... de« gUntzem 
des Schnees. Ibid., Cc 2b. Vgl. Wei- 
gand I, 601: gUnzen nnd glijutem, 

glippen, »id., gleiten, ausgleiten ; auch 
gNppem. Davon glipprich, glipprieht. 
Vgl. gltbberig. 

Gltsch, m., s. fileiseh. 



glttchfln, ew., a. 

glissen, »id., gleifzen, glänzen. Von 
oben gegltasen, von un^n beachitten, 
Sprw. I, 2815. 

filHSCb, Pflzn,, kleine Klapper, Rhi- 
nanthta Chritta galU L. Hagen, 641. 

GIHsch, GlitKhe, /, Eisbahn zum 
Gleiten oder Schurren. VgL Sprw. I, 
1303. 

glibchen, no., gleiten; mit Geschwin- 
digkeit auf der GUtsehe schurren, glei- 
ten; letzteres auch glKsohem nnd glitzem. 
Sperber, 34. Vgl. Weigand I, 602. 
Vgl. gfandern, gliddern, schurren. 

gliUclierig, adj. von gUtschen. Et m« 
heute glitscherig zu gehen. 

glitochem, glitzem, w., s. gübchen. 

Glockenkaprtän, m., scherzhafte Be- 
nennung für des An&eher über die 
Glocken and das Geläute. Hennig, 85. 

Glodder, m., Block, Gefingnisstock; 
von dem gleichbed. poln. Idoda, /., 
FUtow, Schmitt, 106; Weetpr., 165. 

Gloms, Glomtd, /, Gtoimnlckal, m., s. 
Glums, 

Glomsiack, m., s. Glums. 

glorig, <u^., wässerig, nicht mehlig. 
Treichel. 



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238 giotsen — tilfthweiB. 

llotzm, Mp., starr sehen, mit weit □«nnt man das GiAt^egreifen anch Nas- 

geöfEaeten, hervortretendenAugen sehen, jahrsnifen, doch ist diese Beneoaimg, 

Ahd. chUozan, mhd. Idiezen auseinander- so weit mir bekannt, anfzer Gebraach. 

reiTzen, spalten. Weigand I, 603. V^. Yolkskal., 24. — Eine eijijeDtfim- 

lalind. gloüa fletschen, lächeln. Ebenso liebe Art der Yerwendong von GlGcks- 

in Hessen. Vilmar, 130. figoren ^ebt Lnhas David in seiaer 

Moh, m. 1. die 61at, aamentlicb gesehriebeneaCbronik: WocAyeMK^igrte'' 

die mit hellem Schein aufflammende. Pat in Preafzen 13^ vxtir das Volk 

2. ein vor Zorn glOhender Mensch, fivk, und wenn daa Neujahr vorhanden 

Dönh. Oberland. . vior, baktan sie vom Teige, den sie am 

gluchftn, no., glühen, in flammender Neujahratage sitgericktet, gewiaie Tltier- 

CHut stehen. Die Kohlen auf dem Herds lein, ah Einehe, Rehe, Basen, cmmA 

ghtchen. Friedland Ostpr. Menschen. Diae&en vmrden m dU 

Ghlck, pltd. 6l9ck, n. 1. fortuna. 2. Kachdn der Ofen geUgt, dafz n« dctrin 

die ceon Figuren, aus Teig oder Lehm hart wurden. Die tehicku ein ^vter 

geformt, welche am Sylvesterabende f^eimd dem andern am neuen Jakn- 

zom Qlückgreifen benutzt werden. Kö- tage Nachmütagg mit dem Wunsch, da/z 

nigsberg. Jede Figur hat thre be- der liebe Gott ihn wollte in langem 

stimmte Bedeutung: 1. Mann, resp. Wohlstände tarnt den Seinigen erhöhen. 

Frau B Hochzeit 2. Ring = Braut- Hennig, 169 f. — Am Sylvesterabende 

Schaft. 3. Kind io der Wiege oder wat Olöck g^äpe. Tonn gegoate, Lichtie 

Wickelkind ^ Kindelbier. 4. Geld =. gedröppt, Schlorrke geschmöte, Sdeiselie 

Reichtum. 5 Brot == Nahrung. 6, For- gepust, Rosemockke gtQoagt. Boldt, 

tuna, gewöhnlich durch eine Kugel oder 16. 

einen Ordensstem dargestellt <= Glück. GIDckgreifen, n., s. das tot. 

7. Leiter — Beförderung, g. Schlüssel GlDderauge, n., gewöhnlich nnr in 

— • Weisheit, auch gnte Wirtschafte- plur., grol'ze, starr blickende Augen. 

fQhmng. 9. Totenkop^ mit zwei ge- Nach Mühling bez. das Wort in den 

kreuzten Knochen = Tod. — Um oder Hexenprozessen rote, entzündete Angra. 

gegen die Mittemachteetunde wird Qber Vgl. Glarrauge. 

jede dieser Fignxen ein Teller gedeckt; glOdern, mo., mit einem Seitenblide, 

man deckt drei derselben auf und be- verstohlen and verlangend nach etwas 

stimmt so sein Schicksal fOi' das nächste sehen. Ein Kind gl&dert, wenn es von 

Jahr. Diese Handlang ist das sog. einem andern die Arbeit absieht, auf 

GIDckgreifen, das heutzutage jede cere- das Essen eines andern blickL Hen- 

monielle Bedeutung verloren hat und nur nig, 86. Nsslm Th , 216. Pierson, 

noch gesellige Sylvestemnterhaltung ist. Lit. Aeq., 19. 

Das Qlück wird nach Weihnachten glUhendlg, adj., stark glfihend, erfaitzL 
und vorzugsweise am Sylvestertage bis Ejr ist ganz glükendig rot im 6esi^ 
spät in den Abend hinein von armen der Erhitzte. Kgsbg. 
Kindern durch die Strafzen zum Yer- Glühwein, m., beifz aufgekochter Bot- 
kauf ausgerufen: Na OlSck on Segen, wein, mit verschiedenem Gewürz aa- 
Qlöck on Segen, wer keßt Wer keß, gemacht Bock, Nat I, 275: ,mt 
dei heft GlSck Glöck! Nach Hennig vielerlei Gewürzen und dazu geÜopfim 



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OlöhMcker — gtapach. 239 

geHm^jjfardoOemgiJeochet.'' BäFrisßh, CthMlHM^ pltd. filomttuk, m. I.Sack, 

I, 358 b: glämder Wein. voriu die Glomse gefalzt und geprebt 

GlUhzecker, m., erlutzter Mensdu El- wird, Eäee ans Qlumse. Bei Sa ao dän 

bing. Scbemionek, 13. toi SehuÜt Glomuaek, Sprw, I, 611. 

ÖlHmnsa, m., ein anfrenndlicher, ver- Über den aas Metall gegoesenen Me- 

drielzlicher, mSrrischer Mensch. Pill- meler Glotniaack Tgl. Erl. Pr. IV, 24ß 

kallea. Nda. fflum trObe, engl ffhrm Hennig, 86. 2. b. t. a. Plumpsack. 

rerdiierslich; bei Jeroschin glümen S. Hennig, a.a.O. Volker., 174, 687. 
in itf^Zummtrflbe machen, hinter's Licht GIQpauge, n., glupendee Auge; aber 

ftüuen. Pfeiffer, 123. Tgl. beglamssn. auch zor Bezeichnung einer glopechen 

S.Brem.Wb.11,519. Weigand 11,604. Person. Ekelname and Schimpfwort. 

Gllims, Glumse, pltd. (Uom, /., poln. Stein, Peregriaus ZII, 82. W.MtebL 

glomxda, daher hin and wieder auch V, 191. De ene achömpt em GlüpSgy 

Glomad, Quark, die dicke, geronnene, de andre Kulpogg. Kgsbg. 
gerafte Milch, Eäsebr^. So wird er glOpm, ate., heimtückisch seitwirts 

(der Freund) tick an Glotnt tmd an sehen, tod ernten auf sehen, fioster, 

Pamochein laben. Frhr. t. Caoitz, grollend oder lauernd sehen. Holl. ^Jut- 

Gedichte. 1727, 113. In den An- pen. Gimpen tcw «m Sund. Wo Sek 

merkongen heil'zt es: Qlomi in Preu/zen aet, uw öck St, fung öck an to gl6pe 

to geuöknlich ala beliebt und ungefäbr dort nau jenne WirAel. Volksr. 224, 

daty wat in Nieder-Sachaen Süitemüch 794. ück ghthpt man äwer quer op 

und in Ober-Sachten Compt oder Compitt. siene Flinztpann. Carm. nvpt. 1 , 283, 

Wobei die JWrtÄm einen Strütul und 8. N. Pr. Prov.-BL a. F. VII, 439. — 

Brot, item Warzekas i. e. GUimimde mit bsglQpeit, glupend besehen. 
Sakm oder Schmtmd vermengt in einer Glüpert, m., einer der glüpt. Oläpet% 

Schüasel außrögt Pierson, Matth. m^ketnichf Sprw.1,1319. BeiSteia, 

Fräbir., 53. ScKmand und Qlunue ist Peregrinus: Glflper als Ekelname and 

provinzielles Lieblingsgericht, voizogs- Schimpfwort. W. Mtebl. V, 191. 
weise in Königeberg; daher Spottname gluppen, tte., gleiten, glitschen, ab* 

derKönigsberger:Gluin8niGkel,beiSteia, gleiten; daher gewöhnlich aigheppen. 

Perefprinos: filommeckel. VgL N. Fr. Die Kneifzange giuppt ab, farzt nicht. 
ProT.-BlIII, 122f. Nach Bock, Nat GlOpsack, m., glapscher, verdrielzlicher 

1,259, Spottname der PreoTzen Aber- Mensch. Sprw. I, 1321. Schemio- 

haapt. — Bock, 14. Hennig, 86. nek, 13. 

Ksslm. Th., 49. Sperber, 40. Sehe- glQpKh, ad^. o. ade., finster and on- 

mionek, 13. freandlichlmBlick; anfreandlich,falach, 

SlumtkeUehen, pltd. Glomsktlke, ^2ur., hinterlistig, heimtackisch im Wesen. 

Klölze von oder mit Glaifmt. S. Schal- Wit te nu Marm on Frau waren, ward 

tanfis nnd Keilchen. da an(b:e Schweiter gluhpich. Schaltj. 3, 

Giumkopf, m., Schwachkopi^ Damm- 7. Ob ein Mann, der das Herz hat, 

kop^ der in Stelle des Gehirns GUtmta einem jedem, *ob<M er mtf/z, tu tagen, 

im Kopfe hat S. Sperber, 40. Vgl. wae er denkt, die niedrige Muthlotigkeit, 

GrUzkOpf. die wältche Boiheit haben kann (ieh b&- 

Glumnid«!, m., s. Gtumc ^eae mich eines Provimialatudruek») 



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240 gtären — gnagen. 



\t kommenf Soph. R. IV, 210. pes. Bei Hermes in dem Sinne tod: 

n ^äjMcher Hund, ein Hand, der an- mttrriscli, brammend sprechen: tärder 

TerBehens beiTzt; aach übertragen aaf im Saute umhergehn und mir mu vor 

den anfrenndlich bösuligea Menschen. gnSgdn. Soph. R. VI, 148. Sche- 

Emem einen gl&ptehen Streich tpielen. mionek, 13; m&keln, tadeln, nomfri»- 

& itt recht glüptch kalt — das friert den sein. 

gUipieh, bei plötzlich eintretender Kälte. flnagen, gnibbeln, gnibbaln, gnQWwlii, 

Ea Wamma on Bäten bt lo 'nem glup- gnsbbem, aic^ nagen, gnagen schon bd 

«ci«n spetttchtn Wedder, bei eo einem Jeroschin. Pfeiffer, 166; es ist das 

unfreondlichen spöttischen (ranhen) hchd. nagen, grabbeln, gnabbebi and 

Wetter? Dorr, L Wiew., 58. Einem gnöhbeln ist langsunes, wenig fördeni- 

giäpwh etwas wegnehmen, heimlich ent- des Nagen, wie man'e bei alten Lealen, 

wenden. Holl. glüptk, ecbwed. glupik denen die Zähne fehlen, antrifFt; gnab- 

anversehene angreifend, heifehongerig, bem ist, ähnlich wie knabbern (s. d.), 

d&n. gUibtk grimmig; verwandt(?) das ein gerftnsch voll eres Ni^;en. Sche- 

poln. ^ufi und das lit glapa» dumna. mionek, 13: gnibbdn = naschen, z- B. 

gUtren, nti., mit weit geöSaeten Augen, von Brot und Kuchen die Kruste ab- 

unverwandt, lauernd auf etwas sehen; brechen. Im Crötting. gnäben, gnävm 

hoU.^ätHr0n;aucb B. T. a-^Ztipro. Brem. nagen, dän. (^naM, engl. A>^nau, isU^d. 

Wb. H, 521. filOren, plar., die Äugen, gnaga. Im. Brem. mbbein, umher be- 

Ermland. Mflhling. In Bayern ^^irrvn nagen, wenig zur Zeit abbeUzen; tob 

und ghrren die Augen. Schmeller nibbe Schnabel Brem. Wb. III, 336; 

II, 94. Vgl. glOdem und glarren. ebenso in Pommern nibbeln wenig nnd 

glusehig, ad/., nebelig, feucht; vom in kleinen Stückchep essen. D&hn., 

Wetter. Samland. 328b. Lit gnx/bti kneifen, mit dem 

grabbeRg, a^., uneben, wie benagt, Schnabel &S8en. N'ach Grimm, W^ 

auf der Oberfläche, höckerig, knotig, V, 1333, bietet sich fOr die Frage nach 

schwielig, hol!. knobbelagHg, knobbeUg. der Urform zend. gknig benagen. Es 

Vgl. Knvbbel. Im Samlande gnabbdig bilden sich- die Substantiva Gnager 

auch fett, dick, also s. t. a. quabblig (Hariegnager, Herzennager, wie eine 

(s. d.). Frau ihren Mann nannte. Bock, 15), 

gn^beh, mo., gnagen, nagen, be- Gnibbier, Gntibbler, m. etc. Gegnlg, Ge- 

grabbeln benagen. Dm haben die Mäuse gnibbel, GegnVbb«!, n. etc. Zusammea- 

begnabbeü. Setzungen mit ab und be: abptigen 

grabben, gnabbem, no., s. gnagen. (Hennig, 2), abgnabbeln, abgnOMcin, 

gnabsen, sw., s. gnappen. abgnibfaeln(HenHig,3: ahgnübdn),^ 

gnadd'rig, ot^'., gnarrend reden, knnr- gnabbem, begnftgen etc. — Da gnage^ 

reu, viel und oft nnnfitz tadeln, daher d. i. nagen, zugleich ein Beifzen ist, und 

such tadelsQchtig. Ein gnad^riger dieses, wenn es einen EOrperteit be- 

Measch. Friedlaad Ostpr. Vgl. gnarren. tril^ ein Kratzen heransforderl, so be- 

gnägdn, mo., nach dem Brem. Wb. deutet gnagen, gnibbeln and gnöbtebi 

Q, 523, karg, sein, angs. gnaegan nagen, auch kratzen, schobben. Bei D annei I, 

niBpr&nglich abnagen, abbeifzen, im- 66f.,^n<ip«m,jmtißp6n kratzen; in f^- 

ogentlidi abkfixzeo, abziehen, abknap ehern Sinne aach gnabbm, gnobbw, bi- 



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Giiager — goibbelo. 241 

mentlich von Pferden, die sich mit den W. Mtsbl. VI, 159. Davon in beiden 

Z&hDen schaben. Daher Gnjbb und Bedeutungen gnatzig, adj.y kr&tzig, grin- 

&i9bb,/.,- die Eö'ätze, welche auch Gnatz, dig, schorfig; iiicht aneschliefzlich von 

/„ heiJzi. — gnabheln und gnahbern menschlicher Krankheit. Die Kartoffeln 

sebeint dagegen nar in der Bedeutung tind gnatsig, haben schorfige Flecken, 

ron nagen aofzutreten. Hennig, S7. Bei Weigandl, 605: Gnätze. Brem. 

Sperber, 13. Wb. II, 523. Vilmar, 131. Hennig, 

, der Nagende, s. das TOr. 87. Sperber, 13. 



. Dreb. Gnaber, m., s. finatz. 

gnabben, «w., Zasammen- ' gnatzig, adj., s. Gnatz. 

Ziehung ans gnagen nnd ickna^en^ Gnafzlnipf, m., ursprünglich Grind- 

Bchnappend beifzen; auch gitojaen und köpf, dann aber auch Schimpfwort um 

gntdMen. Das Pferd gnappt — gnapst, einen launigen, eigensinnigen, unvejv 

wenn es seitwärts zubeilzt. Du Sunde tr&glichen Charakter zu bezeichnen. 

gnappen »ich, schnappen spielend nach Vilmar, 131. 

einander. Im Ermland auch: zanken, GnatzsBibe, Medik. üngentum con^a 

Btreiten, also eiu Beifzen mit Worten; »cabiem. 

ebenso in Bremen. 'Brem. Wb. II, 522. gnauen, sw., verdrieTzlich uud weiaer-- 

Bock, 15: gnappeTi, Hennig, 87: lieh stöhnen, reden, sich gebärden, 

gtuMen. Schemionek, 13: gnabten. s. t. a.jmanvn. Id Bremen und Ham- 

Sperber, ,35: gnapten. — begnapssn, bürg: beifzen. Brem. Wb. II, 523. 

MC, beifzend benagen. Vgl. gnagen. Davon: begnauen, verdrielztich bereden, 

gnapten, w., s. das vor. neidisch mäkeln, gnauig, a^., weiner- 

gnarig, adj., s. gnarrat. lieh verdrierzlich, krittelig. 

grauTM), gnaren, sw., knarrend klagen, gneddern, sw., s. gnEddern. 

Btehnen, verdrief'zlich und unzufrieden Gnegel, m., von gnegeln aus gnagen, 

muiren; dasselbe was quarren. Kleine ein Karger, Geiziger, der zu seinem 

£tm2«r gnarrea und quarren. Schon Vorteil von allem etwas abnagt, ab- 

beiJeroschin. Pfeiffer, 166. Sehe- beifzt, abzieht Stein, FeregrinusZIlI, 

mionek, 13. Davon gnarrig und gn)l^ 88. S. Brem. Wb. II, 523: g7tege}n. 

rig, gnerrig, gnarig, adj. Sperber, 13. Gnendel, m. jQd. Vom., s. Genendel. 

35. Vgl. gnorren. gnerrig, adj., s. gnairen. 

Iparrig, gnSlTig, a^., s. das vor. Gnibb, /. 1. Krätze. S. gnagen und 

Gnarrsadi, m., ein Mensch, der viel Gnatz. 2. nach Schemionek, 13: 

gauii. Sprw. I, 1322. Vgl. Quanack. ein Zulegemesser-, von Kneif. Vgl. 

Gnaiel, m., gnaselig, oc^'., s. Gnosel. KnTf. 

Bntoterfaart, m , s. Knasterbart Gnibbas, m., Kopf. Werder. 

gnatactien, no., Klangwort, in einer Gnibbeibirzchen, pitd. Grdbbelbetke(n), 

Flüssigkeit patschen, im Teige kneten, n., das Bilzchen zum Gnibbeln, der 

Gnatz, f. 1. Krätze, Grind; auch Imbifz. Dät Gnibbeäetken vernehme, 

Gmlib, GnHbb und Gnot. Vgl. gnagen. die Wegekost anspacken und davon 

2. Onatz, m., schmutziger Geiz. Davon speisen. Mutter, brin^ e QnibbeJb4tke 

&ntz, Qnatzer, m., Geizhids, Filz, her! 

Knicker. Stein, Peregrinus XIII, 88. gnibbeln, iu>., nagen, auch naschen. 



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242 goibben — gnitoch. 

S. gntgen. — begnlblwln, m., cascbend Gnldstsin, einem OlasstScke, GlaB- 
benagen. pfropfen, Zahn. Hennig, 87. DfinL 

gnibben, no., gnappend kratzen (von Schwed. ffnida, in Bremen und Harn- 
Menschen) oder beifzen (von Tieren) borg ffnideln. ahd. knxtan, ags. gnidan, 
und dann gev ShnWch gtuUieen, gnapun mvd. gniden. Brem. Wb. II, 524. Msd. 
(b. d.). Wb. n, 125b. 

finibbler, m., s. gnagen. gnidsch, adj., b. gnTtseh. 

gnibb'lig, a^., von Gniib = Kratze, GnilMein, GnMltein, m., s. das TOr. 
eigentliclL gnibbig, krätzig, schorfig. GnTf, m., TQcke, von dem poln. gmew 
und »0 gni&fi'liff und so gnatzig Und Zorn, Crrimm. Schmitt, Westpr., 165, 
(ia$A noch so gepatzig, gegen ein ko- QnTfke, m., s. Gntwke. 
kettes zweideutiges Fr&aenzimmer. Me~ gitlrren, gnSrrsn, sw., hämisch mit 
meL Murmeln und Zäbnefletschen lachen, 

Gnlckkraut, n., Pflzn., Halekrant, Cam- hohnlachen; murren. Schemionek, 
panula cervicaria L. Onick = Qeoick, 13: Die Sunde gnörren (moiren) M« 
Nacken, Hals (ctrvix); die Blätter der sie beifzen. Nach Mühling auch tha 
Pflanze dienten früher gegen Halsent- Eleioigkeiten verdrierzlich sein, nel 
zändnngen. Leunis, 889. Hagen, klagen, ohne Aufhören schelten; also 
235. =ffnarrm. Davon gntrrig, gnBrrig, adf. 

gniddarn, gneddem, aw. 1. heimlich Bock, 15, und Hennig, 88: ffnörren. 
osdunterdrücktnnddochhörbarkichemd Vgl. ausgnirrWL 
lachen, griflachen, hohnlachen. Das gnirrfg, w^., b. das vor. 
unterdrückte und doch hörbare Lachen gnfrschen, pltd. gnBrrsehe(n), ne., knii^ 
auch: quiddem; im Götting. gnick^-Tk sehen. Mit den Zähnen gnii-achen. Fried- 
Sohamb., 65b. 2. gniddem: knirschen, land Ostpr. 

Mit dm Zähnen gniddem. Der ge~ gnisen, sw., lachen. Dzg. Nhg. 
frorene Schnee gniddert. Sperber, 46: Violöt, 98. 

knirscheo, wegen einer Sache zänkisch Gn)sk,in.,von Stein, PeregrinasZIII, 
verfohren. Nach Treichel gniddem 88, unter den Schimpfwörtern aufge- 
und gnittem (s. d.), auch: sich heim- fOhrt. Vielleicht verwandt mit Qnal* 
lieh ärgern. Hennig, 87, neben 1: in dem Sinne vod' Filz, Greizhalz. 
dorch Hin- und Heireiben einer Sache Gnht, m., angetrockneter Schmnte 
ein gelindes Erschüttern bervorbriagen. auf dem Kopfe klmer Kinder, an 
finidm, j>2ur., eine Art kleiner gelber Schweinen etc.; Sdiinn. Im Ofittm^- 
Mack«n. Mflhling Tiem., 171. In der fettige Schmutz auf dem Bock- 
Bremen gnid dasselbe, mit dem Zu- kragen. Schamb., 66a. Davon gnttüft 
satse: „die wie Fliegen gestaltet sind adj., mit Onitt Sberzogen. 
und heftig stechen;" mod. gnitte, engl. gntsti^ adj., s. das vor. 
gnat, Brem. Wb. II, 524. Mnd. Wb. gnltsch, ot^'. 1. gemein habs&chtig, 
U, 126 a. eigeundtzig, ^aaserig, geizig, miTi- 

gnfden, gnTden, »w., glätten, Glanz gOnstig, neidisch. Beim Kartenspiel: 
geben (Papier, Leinwand, Leder, Zeng) 1^ ^nelt gnitaeh viie ein Pfaße. ^' 
durch Hin- und Herreiben mit einem &lsch, boshaft, heimtüokiBch, hinter- 
glatt geschliffenen Steiu, dem Gnid- oder rficka feindselig, malitifis. Et iat gntt- 



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goitscb&wig — Onurrbafc. . 243 

sehet Volk. Der lüii i»t ein gnitachtr hfttt« sich demnach in den der Bosheit 
Bimtdy ein gnttacher Racker. Stall (still) modifizierL Hingewiesen sei auch »of 
on fftntck. 3. zornig, heftig. Wahr- das hebr. ganab stehlen. Schock Kh*eere 
scheinlich korrumpiert aas gmewtach, Sehnifke, öt dat en Gumkc. Sprw. I, 
TOn dem pohi. gniew Zoni, Grimm. 1324. Mtm hört auch Gniwke und 
Schmitt, 106; Westpr,, 165. Nsslm. Gnuwfce. Nsslm. Th., 49f. Sperber, 
Tit., 49; Nsslm. Forsch., 3. S. auch 37. Vgl. gntttoh und GnTtMhl». 
Altpr. MtsBchr. XV, 581, wo F. Hoppe QnSbb, /., Krätze, s. flligen. 
aaf Dr. M. Fafz „zor Etymologie nord- |nObbeln, gnobben, mo., s. gnigen. 
rheinfränkischer Prorinzialismea" hin- Snifbbler, m., s. gnagen. 
weiat. Dr. Fafz erkl&rt nÜKh heftJg, Gnodc, m., bei Stein, Feregrinns I, 
schnell zD&hrend, darch niditch nei- 6: ein schurck und gnock, in XII, 82, 
disch; daher setze gntttch = genittch. anter den Ekel- und Schimpfnamen. 
In Frenfz.-Litaaen schimpft der ge- W. Mtsbl. V, 94, 191. 
meine Mann denjenigen, der,hiaterrficks gnoildeni, no. 1. Schall nachahmend, 
auf ihn losf&hrt: gntUehe Zock, Man zur BezeiclmuDg eines Ger&aeches, wie 
hArt auch gtlltschig. Vgl. Ctnlwks. es beim Zerreilzen oder langsamen 

piHlchttwtg, ad^., abgfinstjg. Trei- Brechen and Zerbrechen eines Gegen- 
chel. Vgl. das ror. Standes entsteht Mi ihm der Zahn 

gnHsckeil, 8w., waschen. Das Hemd gezogen wttrdet gnodderte es recht. Er 
ffnitichen — autgnÜKhen, answaechen. gab ihm eim (mit dem Stocke), dtffg 

GnItlOhk«, m., lon gniUch, ein hab- es man so gnoddert'. Beüzt man auf 
sflcbtiger, eigennütziger, boshafter eine harte Brotrinde, ao gnoddert et. 
Mensch. Oedarüam. ■ Dasselbe was Mit den Zähnen gnoddem knirechen. 
Cbifwke. 2. knurren, murren, brummen. Mäh- 

gnfttem, ne., eich, sich &rgem, krin- ling- B61 gnoddert mt de Mann, bSl 
ken. Sie haben eich au/gedrungen zu ÄÄ' eck Singer Harre. Carm. nupt. V, 
dteser Reise, da hat der gute Mann ncA 264b. 

gegnittert: und weg' hat ers. Soph. R. gnorbschsn, •»., s. gnorimn. 
IV, 151. TgL gnfddam. gnorbnn, gnorbschen, >w., zur Be- 

gnitUg, adj., von solcher Leinwand, zeichnnng des Ger&usches, welches beim 
die durchw^ feine, kleine brftunliche Kauen rober .Wracken, Gelbmfthren etc. 
Strichelcbrai hat, di^ von der schlech- entsteht Friedland Ostpr. 
ten Bearbeitung des Flachses herrQhren. finorrbach. Da» Qnorrbaehtehe Re- 
Weder Bleiche noch Wäsche entfernt giment, die Schweine als Herde, weil 
diese Flecken. sie gnorrend., d. i. gnurrend, einher- 

fintwke, ffi., zon&chst filziger Knan- schreiten. Er wt vom QnorrbachBdun 
ser, gemeiner Geizhab, dann heim- Regimept, er ist dem Schweine Ähnlich, 
tflckischer, boshafiier Mensch; Mensch, unsauber. Vgl. Sprw. I, 1325. S. 
der in rücksichtsloser maliti&ser Weise, gnorron. 

nur aof seinen Vorteil bedacht, andere Qnoirbalz, m-, ein BaTz, der gnorrt, 
zu beeinträchtigen nnd alles an sich gnurrl-, der BrnmmbaGt; aber auch ein 
zu raffen trachtet und versteht Der gr&mlicher, mfirrisoher und brummender 
Begriff des slav. gnieie Zorn, Grimm, Mensch. In gleichem Sinne GitOir* 



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244 



gnorren - 



lader, m., zaniotst also fftatrrender 
Kater. 

gnomn, gniimn, «c., knurren, mur- 
reD, briminien and zwar tadelnd, no- 
zufrieden. Die OUche gnorrt, die Alte, 
die Frao, brummt. Wenn sie anfengt 
zu gnurren, brummen und krehen, so 
tat kein auffhören. Stein, Peregrinus 
Xni, 90. W. Mtabl VI, 173. Ein 
Weib, da» imm^ gnorrt, die Süm voU 
Runtzebi zieht Carm. nupt II, 266 d. 
Seltener auch knorrai. Sperber, 14. 
Sctemionek, 14. Ygl. 



I., Knurrer, Brummbär, 
mlirrischer MeuBch. Stein, Peregrioas 
Xn, 82. W. Mtsbl. V, 191. Aach 
Gnorrhahn, Gnorrkater, gewShnlicli 
hchd. Qnurrhahn etc. Treichel. 

gniHTig, adj. von gnorren, un&eond- 
licb, bmmmend, müiriech. 



, B. Gnorrbarz. 

giHHYchtn, gnurschen, adj., toDoacb- 
afamend, knirBcbeo. Mit den Zähnen 
gnortchen. Beim Wurstmachen raft 
man: Worsckt, Woncht! Btt^ r6p, daCt 
gnortcM, beilze hinauf dafz es kuirBclit! 
ScEemionek, 14: gnurschen kuirschen 
mit den Z^nen, z. B. die Scbweine(!). 

Gnoi, /., Erätze, Schorf. S. Grutz 
und Gnoid. 

gnoi, adj., B. GnoieL 

Gnotbock, Gnitsbock, m., nach Sper- 
ber, 14: verkam merter, widerhaariger 
Mensch. S. GnoieL 

Gnoiel, Gnuiel, Gnaiel, m., auch kurz- 
weg Gnoi, dos Kurze, Dicke,. Abge- 
stumpfte, z. B. ein astiger Knubben, 
Klotz; daher auch ein kleiner^ dicker, 
ein im Wachstum TerkKmmerter Mensch 
und ^enso ein derartiges Tier. Im 
Werder Qmitd ein unordeDÜicher 
Mansch, eio ÜnötiL Lit gniua», russ. 



^nuN Ungeziefer. ITsslm. Th., 50. IJt 
Aeq. 19. — Davon die Adj. giwMg, 
gnoiig, gniiellg, auch blofz (piei and 
gnui klein, unansehnlich, Terkünunert, 
schwach, elend; vom Tier: in den 
Haaren struppig, in den Formen hager 
und eckig. Tgl. das poln. gntung Etal, 
träge, rosB. gniunyi h&lzlich, ekelhaü 
Vt em gnogge Fariel v>d^t oft e gödet 
SchKtn. Sprw. I, 835. 837, In der 
Gegend von Friedland Oetpr. gnasdig 
auch 8. V. a. grämlich = gnarrig. Id 
Natangen gnoÜg auch verächtUch, häTz- 
lich. Vgl. Gnuschke und KnaiL 

gnoielig, jnoüg, adj., s. das vor. 

Gnoikopf, pltd. Gnoikopp, m, Gnatz- 
kopf. Schimpfwort. 

gnllbbeln, su>., s. gnibbeln. 

Gnubberkrankheit, /., s. Dreb. 

Cbiuff, n-, schlechtes Messer, Kniet 
Vgl. Gnibb. 

gnuffen, sw. 1. puffen, stofzeo mit 
Faust (Knßcbel voran) oder Ellenbogen, 
namentUch in Hdmlichkeit und Stille 
Poffe und Stelze aasteilen. Er gnvft 
mich immer. Bei Schemionek, 14, ! 
fQr Elbing gfinßen; in Hessen knuptm. 
Yilmar, 213. S. knil1f«n. 2. mit 
stumpfem Messer etolzweise nnd sägend 
schneiden: Brot gnufen. In diesem 
Sinne auch gnupnn. Davon ibgiupun, 
nn eigen mit höckeriger Schnittfläche 
abschneiden. Vgl. kntiichrin. 

gnupsen, «a., s- das vor. 

gnurren, va , s. gnorren. 

Gnurrhahn, Gnurrfcater, m., s. Gnemr. 

gnurschen, nr., s. gnorachen. 

gnui, adj., s. Gnoiel. 

Gnuibocic, m.,'B. Gnoabock. 

Gnuachke, m., verwandt mit Gno^ 
OnoitH, QnttieL, doch nur zur Bezeich- 
nung eines kleinen nnd gewöhnlicli 
dicken Menschen, nach Hennig, 8$, 
auch eines phlegmatischen, trägen Men- 



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Onnsel — Qolombiewo. 345 

sehen. Poln. gnu^ &ul, trfige, gnut- QoMe, w. jad. Yoniame, polo. ^tko, 

mk Faulenzer; lett. hiauik Enirps. Goldchen, Scb&tzcheii, Goldschätzchen, 

TgLNsslm-Tk, 50. PiersonA-W., Herzclien. Flatow. Nach Schmitt, 

15. Qnuachix ist in der ProTioz auch ] 14, wahrscheinlich aus Sulda kor- 

Funiliennanie. S. QnoieL rnmpiert. 

Stwiel, m., s. Gnoiel. Soldenes, a^j. von Gold, als schmei- 

(hUMT, m., Knauser. Bei Stein, chelndes Epitheton bei Anreden. Ool- 

Peregrinns XIII , 88, unter den igoo- dmea Eerrchm ! Goldenes^ »chönes Ma- 

misidsen Namen au^^efuhrt. W. Mtsbl. damchen! Julchen, goMnet! Soph. R, 

VI, 159. n, 388. 

Gmiwke, m., s. Gmwke. Goldinger, m., s. Goldringer. 

Goddart, m. Vom., Gotthard. Dzg. Goldoflkel, m., (neuerer) Name für den 

Nhg. Violöt, 100. Beamten, welcher in dem Bernsteiii- 

goddengenög, gOdengenOg, adv., Gott werke Palmnicken die Reinigung des 

und genug und gut und genug, über- Bernstein-Sortiroents und der mittleren 

reich, abermälzig genug. Nach reich- StQcke von der Verwitterungsschicht 

hcher Mahlzeit: er hat godettgmög, des zu überwachen hat. Der Bernstein ist 

Guten genug; ebenso nach ausreichen- hier als. Gold gefarzt. Ostpreufz. Ztg. 

der Bonoriening: et öa godengenog, die 1878. Nr. 274. Beilage, Feuilleton: Das 

Arbeit ist gnt und genügend bezahlt. Bemsteinland and die Bemsteinstrarzen. 

Hennig, 88. Von Dr. Bujack. 

GoUap, Kreisstadt im Reg.-Bez. Gam- Goldringer, m., er (der Finger), der. 

binnen, am Goldapflu9se. Der Name den Goldring trägt, der Goldfinger. - Er 

der. .Stadt kommt vom Flusse her, und heifzt auch Goldinger and Goldaper. Ygl. 

■oll Goldap, slav. Goldopa, von dem Volksr., 32, 124. 

poln. ffol<^ Taabe, abstammen, da Goldichmied, m., KotklQmpchen, Klä- 

Tanben sich in den Wüldem, die in ter, am Hinterteil des Schafes. Die 

alten Zeiten dort standen, in grofzer G^2i:&cAmü(2«inQssen beim Scheren sorg- 

Menge aufhielten. S. PreuTz. Land- sam von der Wolle entfernt werden, 

und Volksk., 473. Pr. Prov.-Bl VII, Ermland. Sperber, 14. 

433. Die Bewohner der Stadt haben Goldspinner, m., Wasserjungfer, Li~ 

den Spitznamen Ferkelmftcher, weil ein beüvia. Mfihliog, Tiem., 171. 

. boshafter Maler eine in ölgemulteSau mit Gollubien, Ortsn., Dorf im Kr. Goldap. 

Ferkeln dem eigentlichen Wappen der In GoVvhien sind die Zäune mit Brat- 

Stadt, das er in Wasserfarben aus- wursten verflochten. Sprw. I, 1330. 

föhrte, geschickt unterzulegen verstand. Gülombiewo, Ortsn., jetzt Taubendm-f, 

N&heres s. N. Pr. Prov.-Bl. III, 120. von dem poln. yoi«*' Taube, Dorf 

Sprw. I, 838. Goldap brennt, wenn zwischen Rehden und Strasburg in 

man Drang zum Stuhle hat Sprw. I, Westpr. Zum BetÜer : 

1329. Gd na GoUebew, 

, m. 1. Bewohner der Stadt Nemm de Büdel met. 



Goldap. 2. Goldfinger, ffingfinger. Vgl. ^egst en't Topke Fett 

GiMrfnger. Ok e BStie Grett. 

fiofclbutte, /., Scholle. S. PlatMt. Denn gä na Ramü, 



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Dd hregtt en voüy 
On denn gä na BUae, 
Da war« se di den A. laiae. 
Jerreatowitz. 
}Ktaoa Rehwalde, BlUe Bliesen, DSrfer 
in derselben Gegend. 

QOIte, /., B. gell. 

fiommer, m., poln. Weizen, TViticum 
polonicuiA; auch GUmmar, Hagen, 141. 

Gwimw, Ausraf. S. Heirgommei. 

Gomolka, /., maearisclies Zagnetz, 
aaä ünem Sack oline FlOgel bestehend. 
Es heUzt auch SpAnklappe, weil die Zug- 
leinen Holzsp&ne als Scheucher tragen. 
Der Gebrauch der Gomolka ist seit 
1855 verboten; sie wird jedoch heim- 
lich noch viel angewandt S.Benecke, 
352. Sperber, 37. 

GOflig, /., ehemals grofze Foret in den 
„Ämtern" Nordenburg und Gerdanen. 
Das ganze Waldgebiet, von dem die 
Odnig ein Teil war, umfafzte die Da- 
merau, die Gönig, die Bajoknche Heide 
und LabUtagken. Rogge, 4. 

gVnielll, «o., wehklagen, winseln; 
schmeicheln, abschmeicheln, um den 
Bart gehen. Se vyuiten on gönaeüen so 
lem^ bis he sienen WÖUen zur Heirath 
drängab. Schaltj 3, 7. Schemionek, 
!*■ . 

GSrgenpferdchen, pltd. Gflrgepferdke, n., 
s. Herrgottspferdchen. 

gOrmeln, mo., gären, namentlich in 
der Redensart: Sir görmeU (gewöhn- 
licher: gärCi voll Läute: auch nur: dat 
gÖrmdt (gärt) bl em, er ist sehr stark 
mit liäasen behaftet. Drflckt wie gä- 
ren das in sich Bewegte aas. 

gUrstoln, no., s. gertteln. 

Gom, Gonm,. /., Brakstube, Flachs- 
braoh Stube. Dönh. Samlaud. 

Gotchel, m., det FuTz. Mühliiig. 



etiM, /, Fischn., b. filN. 



GBmIKz, m., Fischn., Nase, Qfprmu 
nanu. Ostprearz. In Danzig Schneidlr 
fisch. Bock, Nat IV, 669. Bujack, 
394. YgL GesMttL 

GM«, /. Einer diaer Leute madit 
Oöte von Schitaigen und Kröten. Be- 
richt Aber den Conitzer Hexenprozelz 
V. J. 1623. Pf. Prov.-Bl. n, IM. 

Gott, Dem. Gottchen, pltd. Goäie und 
gewöhnlich de letce Qottice. DeUweGutt 
mäkt et doch, vti he wöä. Seu&er; A^ 
letoet Gottke ! — In VerbinduugmitGott: 
00« itAüt'/als Verwahrung. GoUbekif, 
da/z mir Niemand mit solchen peieiiKn 
IMngen komme! Soph. R. UI, 135. 
— Gott gA' ! eben&Us mehr Verwah- 
rung als Wunsch. In dem Simie tod 
„Na nu(n)!'' Gott gdt', tota da* fie 
Narrenapoasen tind! Femer s. v. a. viel- 
leicht; möglicli, darz es geschehe. Lti 
brecht (bricht), Gott geio, noch den Eiäi! 
als Angstruf, z. B. bei Seilt&nzeikunst- 
stücken. Gott ghe, dei Krät venöft 
(ersäuft, ertrinkt) noch — der Junge 
auf schwachem Eise. Gott gSw^ hei ttanit 
(stirbt) violnoch! spricht die Frau be^ 
trabt von ihrem kranken Manne. Bock, 
15. Hennig, 81. Wöntche wöü ä^i 
nich, man Gott gm, wOnsclieo will ich'i 
nicht, narGottgeb'(e3). Wehlao. AaM, 
GoU gSw (geb') !^ als zurückweisende Be- 
teuerung bei Berührungen, Angriffea, 
Beschuldigungen; AusrafderZprdckwä-, 
sang and Yerwunderung. In Bayen: 
es sei der Fall, es sei. Schmellerl^ 
83. Gott g^, da/z ne Kot^tAe» 0» 
gegeben hätte, ich wünschte, daTc etc. 
Soph. K. III, 135. — Gottvergeb'! £bn- 
falls Aasrof der Verwonderung: Gell 
vergete, viat öt dat fär e DratAt, ms 
ist das für eine Tradit, vrie geht die 
gekleidet! Wehlau. — Gotttndm! io 
Gottes Namen. Rnf des Kutschers b«B 
Aakeiben der Pferde, aoch Aoffordenng 



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OptteBgkbe — OottettMchkleid. 247 

des Herrn an den Kutscher zur Ab- iSüJl/aitCScIivememast: Eicheln) dott« 
&brt Der eigentliche Sinn der Redens- Segen, alle Wälder liegen voÜ. Soph. R. 
art wird beim Gebcanche kaam klar, sie VI, 231. — Got^i Welt! fast flachender 
hat vielmehr die BedeatiingTon vorwärts. Ausruf. QottnoeU! de Keddel ttund a* 
— RieMgen Qottl als Ausruf der Be- tot e Watertonn'. Carm. nupt. I, 382, 
teuerang, der Aserkennang. Rick^gen 6. — Du groter Qott von Dommeücäm, 
Gott, sie iit et!, Riehfgen Gott, er ha£» du Herrgott von PerKhÜte! Ausruf der 
erraten. — Qott Btäri^l Wunsch beim Yerwunderang. Die DSrfer sind Dom- 
Nlesen-, oft noch mit dem scherzhaften melkeim und Pojerstiten im Samlande. 
Zusätze: möt blau on vdtta &raßmehl. Sprw. I, 1348; II, 990ff. 
Aach: Help' Gott, Gott helfe! Help Gottugabe, /., die Gabe Gottes, vor- 
cU Uv>e Qottkel Zu Kindern: Help de zngsweise das Brot. De lewe Gottet- 
levie Gottke, dat du ßvmm on gr6t gäw mo£ jü nich an de Er<f acttmtte. 
wan(M. D5nh. In LitMien: Hilf Gott, fiottMhand,/., Ffizn., geflecktes Kdiv- 
hilf Jena! Meist mit Afim Zusätze: beukraut, Orchi» maculata L. Toll- 
Häft jäckt dieser, so MIß doch Jener, ständig: OotteiAand und Teufehhand; ■ 
Help de lewe Qottke! beim Beginn der die Wurzelknollen sind handfSrmig: 
Arbeit; nach Beendigung derselben: die juuge ist Gottesb&nd, die alte die 
Help de lewe Gottke op't andre! Sprw. I, Hand des Teufels. Samlaud. In Vor- 
1560. — Gotis Kreazburg-HeUgenieÜ- pommem heifzt Orchis Aberhanpt Teu- 
Zinten und MehUack, Häufung von fekklaue, auch Kuhfufz. TreJchel, 
Städtenamen zum Flucbe, abschwächend Vlksth. S. Heiratsblume. 
AasGottsheügesKreiuxUmneraietter. Tom GotlBlIluhchen, n., s. Herrgottskuhciwn. 
Kriezhöl^^nelxinteonmehlmck, woa geit Gottesplennig, m. 1. Handgeld, An- - 
de Wech noa Beenkeimf Boldt, ö. geld. Gottes-Pfennig toll niemand höher 
Aach: Gotfs Heilgenbeil - ^euzburg, g^en, als 6 Groschen, wer aber mehr 
Mehlsaek und Zinten ! Got^s I^euz gegeben, soll selbiges bey GleichmÖfzigung 
Sringel und Zun^>ack! Sprw. I, 1341. vom Lohn abziehen. Hartwich, 349. 
Als durchaus unüberlegten Fluch hört £k sollen axKh die Spieüewte, die dem 
man: Gotts Schlag, Gottes Schlag, denn hof suste7uiigk,ynn hoff koituTigen (Boch- 
es kommt dem Fluchenden wohl nicht zeJten, die im Junkerhof gefeiert wor- 
in den Sinn, dafz er den Blitz herab- den) gebraucht werden, yhr lohn soll 9 
ruft: Gotts Schlag, tot frei öck mt, dt marck sein, vnd einenßrdu^ zum gott 
to sehne, wie freue ich mich, dich zu p/ennige. Kleid.-Ordg. v. 1529. Kgsbg. 
sehen. Nee, Gott» Schlag onnoch een»! N, Fr. Prov.-Bl. a. F. VII, 378. 2. 
Dorr, l Wiew., 13. 58. — HWs Beneficium, Trinkgeld (zn Weibnachten 
QoU! als Einleitung von Anzeigen und Jahrmarkt). S. Gadspfennig. 
einer Keisegelegenheit An Keisekäh- Gottespfsrdchm , n., s. Herrgottspferd-. 
nen im Pregel sah man früher öfter chen, 

als jeUt eine Tafel mit der Inschrift: Gotleitisehkleid,pltd. Gottldüschkied.n., 

Wilfs Gott nach S^ng, PHlau, Manel, Kleid, in welchem man zu Gottes Tisch, 

Dornig etc. Auch: So Gott mUtiach etc. d.i. zum heil. Abendmahl, geht, Sotm- 

— Gottes Segen, ab Wunsch und Be- tagskleid, Sonnt^;srock äb^haopt. Von 

Zeichnung der Hfllle und Fülle. Sehn der Sitte, nach welcher der gemeine 



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S48 OottesTergeri — Gramaft 

Mann eioen neuen Rock zuerst zur Gribmlnker, plur. Nach Hennig, 

Eirclie (wenn an^inglich zum Abend- 88, die Anwohner an dem grol'zen und 

mfthl) auzieht. Aucli HerrgottstiM^klsid, kleinen Friedrichsgraben. 

-ivck. Vgl. Genaueres bei Hintz, 6 Grabenkanf , /., Bezeichnung fär eine 

a. 26. schlechte Sorte Rauchtabak, gewadiseo 

GoHewergerz, Fflzn., gemeiner An- an der Kante des -Grabens. Ygl 

dorn, Marrubium vulgare L. Hagen, DrSngsel. 

629. GrUwr, m., einer, der gräbt, ätz 

Qotlestwrt, n. 1. Kombranntwein. Bachs. Ennland. Bajack,363. Im 

Er trinkt reine» Qottetwort. Sprw. I, Götting. grhmng, im R«in. Tos grami. 

1358.1532. 2. zur Bezeichnung eines Schamb.,68b. Mnhling,TIera.,171. 

Landgeistlichen. 6otte»wort vom Lande. Gilberfett, n., Fett des Grfibere, 

In diesem Sinne auch in Posen. Bernd, DachsfeLt. 

78. Grablez', n.. Füllen, von dem glucit- 

Gotttried, m., aUer, alter Flaaecbrock, bedeutenden, poln. irtitif. Schmitt, 

alter bequem gewordener Haosrock. Weetpr., 165. 

Treichel. GraJKlwken, plw., Kartoffeln und zwu 

gottsjämmerlich, adv., so'dafz es Gott die blauen. MühHug. 

jammern möchte. Einen gottajäinmer' Grabich, /., grabtthen, sui., g. gnp- 

Uck hauen. Er sieht gott^ämmarlich ichen. 

otM, sehr elend. Grabstein, m., gebrannter, ringartiger 

Govel, m. Tom. iin Werder; nach Thonstein von ca. 8 am Durchmesser 

Hartwich, 54, fQr Gael(?). und 2 — 3 cm Dicke, zur Bcschwenug 

Grabbe, /., nach Simon Grünau ein der Fischernetze, namentlich desEorres- 

Fisch in Preufzen. netzes. (Die Fiicher nennen ne) Grab- 

grabbeln, sw., wiederholt greifen, steine, weil die Absicht bei denselben tri, 

suchend bin- und bergreifen, tasten, be- dafz sie sich in den Grund graben toäen. 

&ssen, befählen. Ausschliefzlich yon Bock, Nat. IV, 714. Benecke, 335, 

denHänden gebräuchlich, während iroi- schreibt Grapetein. Statt der Thonringe 

beln fOr Hände und F&fze gilt. Hei werden für manche Netze auch fladit 

grabbelt b6l hen, bei grabbelt bSl her Seesteine gewählt, 

(auf dem Instrument). Volkslied. N. Grachel, m., der Fflngsterz. Ermknd. 

Pr. ProT.-Bl. III, 150. On drop to Sperber, 14. 

grabb'le was he ok nich ßd. Volksl., Grad, m. Grad und Lof, s. t. a 

25 II, 4. In Bremen grabbeln u. grub- Schrot und Kofa der Mfinzen. Landes- 

beln, im Göttiag. graimeebt, eagl. grabble. Ordnung von 1640, S. 46. Mfihling. 

Brem. Wb. H, 532. 552. Schamb., BrU, m. u,/, Rfickgrat. Et geü m 

68a. — Davon: begrabbeln, sw., mit an e Grad, es greift ihn scharf u. 

den Fingern tnstend begreifen, befohlen, Sprw. I, 1174. Hei ös g6t bt Grdd, er 

he&sseu. Er mu/z alles begrabbeln, ist wohlgenährt D5nh. 

Hennig, 88. grldenlts, adx!., d«r Nase gerade nad^ 

grabeien, «w., in der Erde hemm- gerade ans. 

wühlen. Blbing. Schemionek, 14. Gramaf^ m., s. GraaihafL 



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Gnmuse — OrKihkodel. 249 

, /., Grimasse. AUo tear snumig, a<$'., gram, bSse: Sche- 

wn« Ohrfeige fiur «tn« Grammasse ge- mioaek, 14. 
«MMn. Soph. It. IV, 414. granittieren, graimtUren, tw., gram >-' 

Gnunhaft, Grunaft, «n., ein grämlicher, böse, wfltend anstJeren. Westpr. Mflh- 

mürrisclier, uD&eundlicIier Mensch, ein ling. 

Griesgram. Nach Pisanski in den gnunttierig, adj. u. adv. Ton dem vor. 

Nachtr. : der ans verhafzt, dem jeder böse blickend ; widerwillig, eigensinnig, 

gnun ist. J«tzt gewfifanlicti Graimack, UnzufriedeDbeitimBlickezeigend. Man 

«n. Er tat ein rechter Qramhaft. Auch eeh »ach em gramBtürich an. Seelenw. 

adjektiv.: anlieb Bcin,Kiimnierbereitend. 49. Schemionek, 14. 
Notangen. Bei Bennig, 88, gr&mlich, Grin, von dem lat. ffranum Getreide- 

mBnisch, verdrieTzUch. Vgl. Sprw. I, kora, in Zusammensetzungen: Oran- 

1361. handel Getreidehandel, GranhäntSer, 

gammeln, «to., heiklen. Treichel. GranTnäkler. Königsbei^. 



, 8. Gnimpel. Granabtllck, n., Stack, Splitter einer 
I, adj., rauh, zerrissen, schorfig, zerplatzten Granate. Et ist auf Granat- 
Gebet ahdann Achtung auf die Seite stücke entztoei, in die kleinsten Teile 
(des Baames) da die rauche grampichte zerbrochen, zersprangen. 
aUe Borck vorhanden^ sel&ige Seite wird Granchen, von dem lat. granwn, KSm- 
eu<:h den Norden oder Nordosten zeigen, eben, Glasperle. 

Linem., Gc la. Grand, m.,groberEieBsand,litfranAu. 

Gramtack, m., s. flramhaH. grandig, adj. von Grand, kiesig, grob 

SraiMCMunk, m., Schlund, der nie sandig; Gbertn^en: grob in Manier 

genug bekommt, ein starker Esser, Viel- und Wesen, unverschfijnt, stark. Dae 

iiaSz. Elbing, SprwL I, 1352. Sehe- ist zu grandig. Das kam mir doch zu 

mionek, 14. ffraridig vor, erschien mir zu arg, über- 

Graimdiuld, /. 1. Sobald, die Crram schritt Malz und Ziel. Nach Hennig, 

bereitet, auch: die gram macht. Sich 83, auch groJz, schrecklich, auÜzer- 

Oramschuld machen, sich den HaTz, die ordentlich. Ein grandiger Mensch, „ein 

Yerachtong eines andern zuziehen. Na- sehr grofzer oder sonst fQrchterlicher 

laagen. 2. Mirzgunst, Neid, heimlicher Mensch." Das lat. grandis liegt zu 

Halz and Zorn. A stehen ztcar die Grunde. .Bei Jeroschin: DS irkäb 

Scheem in den Oalendem (. . . welche »ich ein gepruis von ungewittere aS grSz, 

ameigen wenn gute Zeit verhanden »ey daz vf st mit vldge d6z i grandir uTid 

zum Saarabnehmen ...'), ^er nicht an- i grandir. 156d. grandir ist nach 

zeigende da/z Unterscheid zu halten sey,' Pfeiffer, 167, der Eompar. vom part. 

und scheinet, da/z teUnge C'alender-S^^isvi- praet. gerant, and der Sinn w&re hier: 

ber au/z Gramschuldt gegen <Ue Bar- je rascher, je ungestQmer. Frisch I, 

bierer solche» »etzen. Linem., Mm 2b. 366c, leitet es von grandü heftig, ab. 

Er hat Gramschuld auf mich, ist mir welche Ableitung Bech, Germania VII, 

al^eneigt, auf mich erzürnt 3. auch 96, nicht, wie es Pfeiffer thot, ver- 

als m. zur Bezeichnung eines Menschen, werfen möchte. Brem. Wb. II, 535. 

der andern Gram bereitet, an dem Oram Granhandel, Granhändter, Granndkler, 

anderer schuld ist. m., s. Gnn. 



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250 granBen — Orashfipfer. 

graiwen, ne., heftig veinen; nam^tr flrapMh, greptth, a^., bei Bock, 15: 

lieh von Kindern. Wohl Zusammen- ^eepiich, von graptchen, zogreifeDdi, be- 

ziehaog aus gremen und grituen.. Im gelui. £tn yri^wcAar AfenseA, ein solcher, 

Angab. Raunzen. Birlinger,201. In der zogreift, heimlich nimmt, stiehlt. 

H6SseD^an2«nweioen,verdrieIzlichsein. Mnd. gripeA r&aberisch. Mnd. Wb.II, 

Vilmar, IM. Sabatantivisch: Wathdjpt 148b. Eine greptche Ware, eine ttäA. 

dat Qrame, Statu on EJägaS Firme- begehrt« Ware, die achnell vei^iiffeD 

nichl, lOia. Bavon gnimrig, ad)., wird. ^ ^rep>cA«t u/ob«, ein begehrt» 

zum Gramm geneigt;* Ton Ej&dem, Mädchen. Hennig, 89. 

welche nioht recht gesund sind. 6e- grapwhen, mo., auch grapMn (Sper- 

granse, »., anhaltendes Weinen. Bock, ber, 35) nnd griptthen, zon&chsbTon 

15. Hennig, 88. grtpen greifen, hastig und gierig ca- 

gramertg, adj., s. das vor. greifen, raffen; daher anch stehlen. 

6rapdien, pfur., Ein&lle, Nicken, Schemiooek, 14, schreibt graiAuie» 

Possen. Schemionek, 14. und erkl&rt nicht zutreffend: eine Hand 

Grapen, m., «semer Topf mit drei toII entwenden. Lit gr&ti, graä^ 

FOizen und zwei Henkeln. Weigand poln. grähac raffen; io Pomm. grapuh, 

hat Groppen, im Götting. gröpen, grepen, im (iötting. grapachen, bei Luther 

grc^en, in Hessen Groppe. Oas.nd. grappen, ebenso noch in Hessen, aber 

Qrapen ist durch J. H. VoTz und Job. aadi kraptchen (Vilmar, 134. 22ft), 

Falk in die Schriftsprache eingeführt, engl, to gra^py norm.-franz. grapptr, 

Weigand I,*621. Schamb., 69b. ital. grappare packen (mhd. kra^i, 

Brem. Wb. n, 535. Vilmar, 138. Von krappe, krape Haken: itaL grappo das 

einem starken Trinker sagt man: £^ Anhaken, span.^aponKIammer). Viei- 

üt ein guter Grapen. Sprw. H, 1024. gand 1,613. Dähn., 160a. Schamb., 

erapMh, m. 1. Griff, eine Hand voll, 67b. Brem. Wb. U, 536. Hennig, 
auch das, was man mit beiden bohl 89. — Davon begraptchen,.-lMgnpK>i 
gegeneinandergreifendenH&nden&sseu mit dea. Grapschen, den. Händen, be- 
kann (vgl.. 6^). 2. Hand, als Glied, greifen, roh betasten, plump befohlen; 
das zum Greifen und GrapKhen ge- bestehlen. 

braacbt wird. Die diebische Hand Grapscher, Grapser, m., s. GraptclL 

nennt das Volk auch Gripsich-, GripMaue, Grapstein, m., s. Grabstein. 

f. Den Griff bezeichnen noch Gr&pich, Grasbock, m., im Volksifttsel daa 

Grepscfa, Gripich, m. F!/ Firtgre &n e Gessel, die junge Grans. S. Tien&ts. 90. 

Grapsch — Gripsch. Sprw. U, 736. Zur GraahecM, m., kleiner Hecht, der im 

Bezeichnung des schnellen, raffenden FrQfaUngimGrasderüberstantenWiews 

Greifens: gripuhgrapsch, gripsgraps, — und in den Wiesengräben nach Rück- 

Grapicher, Grapser, Gripscher, Gripser, tritt des Wassers gebunden wird. Mah- 

einer dez ^aptcht, namentlich der Dieb, ling, Tiem., 171. 

htgraä>azia,fcila.gr(ä>ie^ca. — Gräptch, Grashüpfer, pltd. Grashüpper, frs*- 

Grepxch m., /., auch Tasche, kleiner hopser, tn, 1. Heuschrecke. DeOrat- 

Sack, wie Erepich, Ereptcke (s. d.), häpper swak Na(Attiet; sang Nachtuit 

weil das Gegrapschte in Tasche oder D o rr, 26. 2. bildlich: ein leichtfertiger 

Sack geborgen wird. und Wchtfülziger Mensch. Sie mocto 



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OrupuDDchnl — Qrvif. ' 251 

damah grojzt Augen, alt der Ora*- Netztacb zum FuiK« des SteinbeÜzers' 

i^/er (Herr v. Poofidy) so getehwind als Ängelküder. Frisches Haff. 

tititeüehte. Soph. K VI, 255. graulen, tw,, aich, GraaeD empfinden. 

Griqnmuc)iel,m.,Gra8dorscli, Dorsch, Vgl. kraueln. 

der eich an Stellen der See aofhftlt, Gr&ilichmachlU, m., Diarrhöe. S. 

derenBodenPflanzenwachshat. Putziger Dünne. 

Wiek. Mflhling, Tiem., 171. Graupe, pltd. Grupp, / 1. Qrawpe 

, 8. Gratter. J'*ff^^t G-ranpe machen, ^u ö» kein 

, f., Streithahn, IHnga Mehl to irige, sejäge op de Mahl Grupp. 

pugHox L. Thorn. Mfihling, Tiem., — 2. GvU Qraupe, Name eines Tnrmes. . 

m. (In Königsberg?) VgL Soph. R. H, 455. 

Grand, m., Mensch von häfzlichem grunam, a^. u. ado., sehr, viel, zahl- 

Gharakter. TceicheL reich. E» war eiite grausame Meruek- 

Graner, m., Schnarrwachtel, Ci'Acpra- heit da, es war viel Volks da. Dzg, 

tmnt. Ander« Namen: Eimmelaisiege, W. Seidel, 30. Bas itt grausam teuer 

Wieuniaaper, Wiesenschnarre, Kotier, — grausam viel. Er itt grausam reich. 

StJierp, Schnarp, Schmerz, Scharp, Gras~ Das ist ein grausam guter Herr ■ — ein 

lehnarcher, Sehnarrwachtel, Wachtel- grausam garterter Herr. Ebenso in Liv- ' 

länig. Seinen Gesang s. Yolksr., 69, and Estland. Hupel, 82. In Hessen 

263. io gleichem Sinne grausam und gräu- 

Gtufaufel, m., Schimpfwort. Vilmar, lieh. Vilmar, 135. 

410, meint: der Grasteofel müsse ehe- GraHrenort,Ortsh., Dorf zwischetf Nor- 

dem eine besondere Art von Dämonen deDbnrgoDdlnstcrbnrg, im Volksmonde 

oder wenigstens Besessenen gewesen Dreckikin. . 

sein oder bedeutet haben. S. das Nähere GrftwewTn, m., korromp. aus Graves- 

daselbst. wein. 

firSte, /., Grfite; Traille. Mhd. a. -graztach (1. a = a), ade., geradeza. 

md. grdt Spitze, spitzer Fischknochen Öck fiU vom Schoppe ön e Käataä on 

(nbd. GriUe), Ähren- d. Distelstachel etc. gräztache da Ku mangk de Borna. 

Weigand I, G14. Ermlind. Freisch. N. Pr. Prov. El. K, 

y^ten, mo., abnagen, loslösen, das 398. 

Fleisch von den Knochen ; ausgräten. greckig, a^., misoh&rbig, meliert. 

Gratachatl, m., s. Gribchan. Ein greife» Zeug. Friedland Ostpr. 

grabebeln, w., grätschehi, mit ge- Greger, m., s. GrSger. 

spreizten Beinen gehen, watschelnd greJdig, at^., von ansehnlicher Ge- 

gehen. stalt, hoch, schlank and gerade ge- 

gratacban, •»., schlecht spielen; von wachsen; von Bäumen und Menschen. 

denpoln-^a^spielen.Flatow. Schmitt, Eine greidige Tanne. Ein greidiges 

106; Westpr., 165. Mädchm. Hennig, 89, erklärt: sonder- 

grUzen, sw., grttbig, adj., s. ^«tzen etc. bar, seltsam, ekelhaft, wie Nsslm. Th , 

Gnuchen, pltd. Grauke, n., eine grau 216, nachweist, wohl irrtümlich. VgL . 

■ogehanchte schöne Birne.. S. Agtaplel. Nsslm. Forsch. 3. 

, einfaehes engmaschiges Greif, m., von j^et/e», beliebter Hund^ 



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25s ' Greifcbon — OridM. 

name. Er haut ön tote SekuUe Greif grepsoh, <u^'., 
ön e MÖBtop, Sprw. I, 713. Brftt, Dem. Grttl», 1. w. Vom., H»r- 
OreifChen, n., rou greifen, beliebtes garet«. Hartwich, 54. Mamke m 
EinderBpiel, aoDst Haschens genannt. Qretke. S. VolksL, 241, 851£ % FauU 
Wir vxtüen Qrei/chen apielen! Darcb Qrete. a) Pflzn., GaftengleUse, Ai^mM 
Abz&blen -wird festgestellt, wer zu grei- cynaipium L. Hagen, 327, b) Medik. 
feu hat, oder wer ihn hat. Ein Mal, Semen Foenigraeci puliB. 
von dem ausgelaufen wird und das Grebchan, m., s. fitüichin. 
Schatz und Sicherheit gewährt, wird gretzen, grStzen, ne., reizen, erregoi, 
festgesetzt: die Gegriffenen wenden in anfbringen, erhitzen, erzamen, einfir- 
Not oder ErmSdong sich diesem Asyl gern, Tcrschlimmem. Einen MeiutAm 
za, iu manchen Gegenden mit dem greisen, ihn durch Neckereien reizen, 
Rafe: Mal frei! Wird kein Mal be- kt^tn. Daraus eingretzen, ein&rgem; 
zeichnet, so gilt das Spiel bis zur Er- vergretzen, eine Wunde durch nnnötigee 
müdnug oder bis der Gegriffene ruft; Berflhren, durch Kratzen reizen, ent- 
Ich verbiefl S. Sperber, 14. Vgl. zünden. Hennig, 60, hat dafür tr- 
Hastem. gratzen. Mflhling, Ergretzung, /, Är- 
greinen, pltd. gilne(n), «lo., grinsend gemis. 
weinen, weinen; davon greinerilch, pltd. gretzig, grtttzig, adi'. von gretexn, leidit 
grtnerlidi, a^., weinerlich. Na grient angebracht, erzürnt, gereizt, geärgert; 
man nich, öck läxo je noch. Spook, Sperber, 14: widerhaarig, kratzbOrstig. 
473. Awer doch war Sek noch dmmer Ein gretziger Mentch — Hund. Er itt 
to tehr voll Angst on säd ganz griener- gretzig wie ein Kaulharech. 
lieh: Herr etc. Ibid., 474. Bock, 15. eribbeichen, »., Dem. von OräM, 
Hennig, 89. kleiner Teil, Rest eine« gröfzeren GaO' 
greise, adj , greis, graa, alt. Die alte zen. Ein QrUbelchen Kreide. Fried- 
Kata^ greiit i»t wiedergekommen Und hat land Ostpr. 

nur aUe Freuet benonmen. Volksl., 12, Qrick, /., Gricken, GiUehen, m., Bndi- 
S. 20. Weizen, PUygonvm /agopgrum L. IJt 
Grelling, m., s. Gringel. - ^rä:^^ lett. ^nibb', poln. ^ry)ta. Nsslm. 
Greime, /., Grille. Wi wöUea »ienen Th., Ö2. Nsslm. Forsch-, 2. Hennig, 
Qremten noch eenmal Tog loten, noch 90. Nach einer Mitteilung ans Fried- 
einmal Zog lassen. Dorr, I. Wiew., land Ostpr. wird auch die Hirse, Pani- 
101. evnn mtliaceum L., Gricken genannt 
grtn, «^.i ^^ P^^- y^- 6rSn on Sä't der Bauer Ortck, komTnt er adr 
gSl, beliebte Farbenznsammenstellung. zurück — auf gutem Boden; in dea 
Dat nt üt (sieht aus) tot grSn on gel sandigen Gegenden: Sommerhom imd 
dorch e Hikel (Hechel) getchete. Dönh. Qrich Bringen dem Bauer Glück. Sprw. 
Ml wurd ganz gr4n on gel ver de Oge, I, 1367. 

es wurde mir Übel, ich war der Ohn- Grickenmehl, n., Mehl von Ortt^tm. 
macht nahe. Vgl. glL Grickenzähter, m.,Fitz,derdieGricken- 
Grtllsiek, m. I.Gänserich. 2. Gänse- kSmer in den Topf zählt. Hennig, 
blBmchen, PoUntiäa anterma L. DSnh. 90. S. GrtHzelienzMhler. 
Grapsch, m. u. /., e. Grapsch. Griebe,' pltd. Grfiwe, /. 1. ausge- 



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Griffgnff — grineln. 



253 



scbmelzter FettwttrfeL Mhd. gri^, m., 
ahd. krwpo, criupo, ^•iupo, griebo. Vgl. 
Weigandl, 617. He het dem Divxl 
de Qrewe df/rvte, er hat eiaen schmie- 
rigen, fetten Mund, Mockran bei Gran- 
denz. Heonig, 89. 2. bei Pferden 
der runde Muskel über dem After, ans 
welcbem der Schweif tritt 

6rilf||rafF, m., im Yolksr&tsel das 
Schwein, woU von dem greifend raffen- 
den Abbeißcen der Nahrong. Tierr&ts. 
36. 

griftaGhen, grieflachen, «w., höhnisch, 
schadenfroh l&chelo, eine hämisch 
lächelnde Miene machen. lu H&mborg 
grußachen; daselbst gniffeln Ucheln. 
Richey, 77. 82. S. ErpeL 

Griflacher, Cbieflaidier, m., einer, der 
gr^aehL 

Briggelgraggef, n., s. Ivlggeln. 

Grillvogel, m., der grQne Kiebitz, Fo- 
fUlhu; er heilzt anch Panlel. Müh- 
ling, Tiern., 171, 

Griimnjpmi, m., im Volksrätsel der 
Wolf, der grimme, dem alles gram ist. 
S. Tierrfits. 36. 

grinungraniMfl, aw., Grimm and Gram 
empfinden. Mflhiing. In Bremen, 
Bayern gii^atrwMn, Unmut und Grimm 
aaaeem. Brem. Wb. U, 546. Schmeller 
11, 120. 

Giimpel, m., -e. GnimpeL 

Grindkraut, Pflzn., gemeines Krenz- 
kraut, Smecio vulgaris L. Hagen, 
869. 

Grindwurz, Fflzn , spitzbl&ttriger 
Ampfer, Rumex actttat L. Aus der 
frischen geschabten Wurzel bereitet man 
in Mischung mit Rahm eine Salbe ge- 
gen Hantaasechläge und Kr&tze (Grind). 
Leanis, 970. Hagen, 395. 

gilneCn), »»., s. greinen. 

Gringel, m., der Grandüng, QqUo 
üumatÜM Cuv., auch GrUndel, Grandel, 



GrelDng, altpr. gnmdalü, kor. grundoU, 
mns., koss. ke^, Ide^, küHich. Be- 
necke, 115. Man kÖTnmt endlich doch 
ön e Söcht, »äd de Qringel, vn hei an 
e Ängd hung. Sprw. I, 1635. 

^nseilg, adj., trQbe, bei FlQseigkeiten. 
Elbing. Schemionek, 14. 

Grips, m. 1. Verstand. Er hat Grip», 
er begreift, falzt leicht. Eck wfü eich 
de Sach begreiflich mache, toean ihr den 
Qrips dazu habt. Dorr, 1. Wiew-, 12. 
N^mt allen junen Oripi (kop. Ibid., 
70. 2. Kopf; aber auch Kragen, wobei 
mau einen falzt Einen beim Grip* 
hiegen, ihn beim Kopf, beim Kragen 
nehmen. In diesem Sinne anch Kripscb. 
Friedland Ostpr. Von gripsen und dies 
von grlpen greifen. 

Gripich, m., s. Grapsch. 

Gnpsche, /., von grtpen greifen, die 
Greifende, die Hebamme; gewöhnlich 
Mutter Grtptche. 

gripKhen, «e., s. grapschen. 

Gripscher, Gripeer, m., griptchgrapech, 
)., GripschMaue, Griptklaue, 



gripsen, no., nie graptcheti, griptchen 
von gripen greifen, doch aosschlielzlich 
in der Bedeutung des unrechtm&lzigen 
Zagreifens, also s. v. a. stehlen. Hen- 
nig, 89. Sperber, 35. 

gris, adj. 1. greis, grau, weifzgrau. 
&ri»e» Haar. 2 ongebleicht, angeftrbt 
Griae Leinwand. 3. ungewaschen. Ort' 
»er Salt. Alts. grU, holl. grijs. Pas- 
sarge, handschr., weilt hin auf das 
dän. griae Ferkel, schwed. grita ferkeln. 
Die Zusammensetzung von grts und 
grau, grtsgrau, gleichsam als Verstär- 
kung der grauen Farbe. Hennig, 89. 
Davon grTslich, a^., ins Graue spielend. 

Grtliwrt, m., Graubart. 

Grise, m., der Esel, nach seiner Farbe. 

grfseln, grtseln, grUseln, su., schauem, 



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254 grfsen — gr6len. 

frfiflteln. Et grütlt mt, mir l&aft eiD Gritz, m., s. Grub. 

Schaaer {tber'n Lub, im Valksmimde : Grizan, m., s. Gribchan. 

Der Tod Imift vher mein Grab. Ist grob, pltd. grof, adj., stark an Um- 

der Schauer stärker und mit Graasen fang: jn-uÄfl" Zurim; grobe LernnKoid, 

gemischt, so neimt man das erscfafittem- LeinwaDd aas starken Fäden; gnAir 

de Oefbbl graMln und grOseln. Brem.- Kamm, Kamm mit ^oben und weit &b- 

nds, ^ÖMn, bayr. gruteln, götting. gri~ stehenden Zähnen. 

»ein. Brem. Wb. II, 538. Sclimeüer, Grobbrot, n., Brot ans ungebeateltem 

122. Schamb., 69a. Davon grta'lich Roggenraehl. Hennig, 174. S. SnL 

and gnis'Kch, adj.^ m'hd, griutUck, ags. GrobgrUn, pltd. Grofgrhi, n., Eladef 

ffrisHc. Väl vateÜe oawa ok sea grur- stoff, Zeug; nach dem Brem. Wb. U, 

teUget Tieg, viele erzählen aber allch 548, eine Art Seidenstoff mit groben 

sehr gruseliges Zeug. Boldt, 12. — und dicken Fäden. Den Diemtmägia 

gruseln bezeichnet aach das erste Anf- mU aäerlet/ seiden Gemmd zu S^aiben 

treten des Zahnschmerzes. Der Zahn und Kfagen verboten teyn, eondem «m 

fangt an zu gruseln. — GtiihI, m., ichlecKt Orobgrün zur ScAou&m imd 

Schauen, Schauder. Hennig, 89. GewaTid zu RScken, Kleiderordnung von 

grtHll, no., grau werden. S. begrtten. 1640. Hennig, 227. H'. Pr. Ptot.-BL 

Grbgram, m., verdrierzlicher, mil'z- a. F. II, 424. Mnd. Wb. II, löOa. 

gelaunter Mensch. Davon grtigrainig, grobknochfg, a^., grob, d. i. aüA in 

w^., mifzgestimmt, BbelIaanig„Tergrämt. den Knochen. 

Scbemionek, 14: griesgrammig. Grock, Groch, in.tF), kleine Rohidiw 

grtigrau, ae^., s. grls. mel, Ärdea fränuta. Drausensee. Dw 

grislioh, adj., 8. grinln. Name ist itm. Geschrei des Yogds 

grTsHc^ a^., s. grls. nachgebildet. Mahling, Tiem., 171. 

grTsmaulen, pltd. grIimDle(n), aw.', ein LiL griöfu, griöti krächzen, scheltoi; 

grieses, greinendes Maul ziehen. S. poln. $ru«A(uj sich h&ren lassen. Nstlm. 

begrkinaiilen. Forsch., 3; Th., 53. 

CSribchan, Grftzan, Gretwhan, Gnbchan, Grodde,/., rote R&be, Bet«, mit stark 

ffi., Rachen aus dem Mehl von Bach- dunkelrotea Rippen in den Blätttn. 

veizengrfltze, sSizer Milch, Eiern, Ko- Ermland. Mnhling. 

rinthen, Zucker. Masuren. Poln. gry- GrVger, Gnger, m. 1. Reiher, «oU 

czak, grt/czanek, von gryka, gryatka nur Eoirump. des hchd. Wortes; aock 

Buchveizen, gryczany von Bnchweizen Mensch mit langem Halse. Samlin^ 

gemacht; russ. gricza, greoAcha Buch- 2. Nach Stein, Peregrinns XIH, 122: 

«eizen. Nsslm. Forsch-, 3; Th., 53. Greger, Name zur BezeichnTug ooe 

Bock, 16. Hennig, 91. Sperber, Impotenten. W. MtebL VI, 174. 

37: völlig pohi. grycanek. Schemio- grdifln, MO., laat und miTstönig weiaea, 

nek, 15: Qrützczanke, Gortzitza: heoleo, schrden, singen. In Baycn 

Grizan. Bock, Nat. I, 262: GreO- grellen, griUen. Schmellerll, lOa !■ 

uhan. Rein. Yos, V. 330b: grdl, m, Sfiä 

Gritte, gewöhnlich Grftt, Dem. Grittd», und Tanz. Davon GrNer, m., Sclmi- 

«, Vorn.,' Grete, Maigarete. Ermland. hals, LSxmmacher, Schreier bam Gf 



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Orfiler — Grobskanle. 



255 



BMige. In Heseen groeUn, Isat und 
derb sprechen; echimpfen. Vilmar, 
138. 

GrSler, m., s. dae vor. 

grollsch, adj., roll Groll, grollend, 
ärgerlidi, erzürnt. 

&oniiiMl,-Grummel, m., von dem poln. 
gr&m Donner, ferner Donner; ans dei 
Feme tönendes, dompfea Ger&QBcli, Ge- 
töse;' dieses mse. ebenfalls ffrom. Wei- 
gandl, 623. 

gromoieln, mo., s. grommen. ' 

grofflmen, gronuneln, gntmnieln, aw., 
dumpf rollend tönrai, Ton Qrommel, 
GrtmmeL Ein feines Gewitter grt>m- 
mdt in der Lafi. Blähnngen im Untei^ 
Idbe^nmimWn. Al^r.jn«nin«(Voc.51) 
dfnmem, lit. grvmi^e Idse donnern, 
poljL grom Donner. Ksslm. TL, 53. 
Pierson, A. W., 16. Im GfttUng. «r**!«»' 
•menj alte, jrrtmmton, ags. gritaman, 
holl. groimnen, mnd. grumm«n; in der 
Mark ^ruTnm«Z» leise donnern. Schamb., 
69 b. Bei ans dient grummdn aach 
noch zur Bezeidmnng des wählenden 
SchmerzesbeiZafanweiK" r^TUMfo. Mflh- 
ling 'hat die ZnBammensetznng aus- 
gronmeln, vom abnehmenden Rollen dee 
Donners. Bock, 10. Hennig, 90. 
Nach Treichel gnt/mmeln aach fOr sich 
b rammen. 

GroniinMkopf,fn., Schimpfwort. Sens- 
bnrg. 

Groppe, /, Fische., Eaulkopf, Cottut 
gobioL. Mühling, Tiem., 171. 

Groschen, m. 1. Knpfermflnze, 4 Pfen- 
nige an Wert; zum Unterschiede vom 
SilbergroBchen nach KupfergroBChon.*Seit 
EinfBhnmg der Reicbsmüozen (1875) 
eingezf^en. Das Wort Qftmchen stamint 
von dem mlat. (DenarmR) grottnu. 2. 
Verstand. Er üt nieht redt bÄm 
Oroachen, er ist nicht bei Verstände, 
nicht recht gescheat , 



GmchmfefM, pltd. finwchefirlnl, n., 

Ferkel, das nnr einen Groschen wert. 
Schimpfwort Er nefu au» vne ein ■ 
QrOKktn/erkel. Sprw.I, 208. 1378. Ei, 
Grotchefarhel, sc/uoiegl Carm. nupt J^ 
282, 9. Sew^akrwhet (siebenjähriges) 
GToschefarkel! Volksr. 151, 649. 

groUwrliairtsch, «u^., s. bemauboh. 

GrorzbrftMiier, pltd.firltQiraKher(a-^), 
m., Groizsprecher, Prahler, Urmender 
Sciueier. VgL brtuhen. 

grorzbruttlach (älang), adj., Znsam- 
mensetznng aas grofz and brutal. Er 
üt grof^^iratalseh. Königsberg. 

GrofzbUrger, m., in kleinen StAdteo 
Hans- nnd Grandbesitzer, selbst wenn 
er ein Gewerbe oder Handwerk be- 
treibt Zar Zeit des Ordens erhielten 
Ansiedler in St&dten H&aser mit Brala- 
gerec^tigkeit und den Ehrentitel Qrofz- 
hitrger. Ein bedeatendes Ackerfeld 
murzte mit fibernommen werden. MDh- 
ling. Vgl. Bock, Nat 1,169. 

GrobbUrgsmiiia,' /., Mus ffir Grofz- 
bürger, ironbcbidQnneMusansRt^en- 
mehl. D&nh. 

Grofzohen, pltd. Grofzlia,' /, Grofz- 
matter; alte Frau. Orofzke »cJUeppt Öm 
Kämmerke. Volksr., 1, 3. 

groIzfraisMA, pltd. grttfrttsdi, oc^'., 
mit grofzer Fresse redend, groiznUlnlig. 
Er itt ein gro/zjrest'cher Kerl: 

Grolzgam, n., grofzes Fischemetz. 
Gro/ssgam auf 1 bt» 200 Safter. Pier- 
son, Matth. Pr&tor., 117. 

Grofzgirtner, m., s. GKrtner. 

ßrolzhom, m., Jannar. Im Lit. hom 
als Name für den Wintermonat und 
zwar Oro/zham fCtr Jannar, Kleinhom 
für Febraar. 

Grofzkaula, /., wörtlich: grolse Grube, 
grolzea Loch. . , . 1625 am 10. Mai 
ertcheint Paul Prieb« . . . vor dem Ge- 
richt und macht lich, au» freiem An- 



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35(i Ororskind — Gruchalk». 

früi,schrifilick verbindlich, kMnKartfin-, verlegen, leicbt brechend, brSt^dig, 

Würfd- oder andera Spiel vm Geld leicht zerreifzend. rott in ventitten 

mehr treiben zu wollen, atisgenommen dOrfte der Stamm sein; vgl. jedoch liL 

mitderOro/zkauU. Notizen aas Conitz. grmtdüs spr5de, leicht brechend; lit 

Pr. Prov. BL II, 209. gr^dm, poln. gmda gefrorener Erdklofc. 

GraCzkind, n., Enkel-, Tochterkind. Nsslm. Th., 53; Nsslm. Forsch., 3. 

Grolzknaeht, m., erster Knecht Vet' e Lit Aeq., 19. Hennig, 90, und nach 

Jung hanrwt dt vermede. De Schwin ihm Ksslm. and Pierson schreibe» 

kannst du hede, Awencht Grotknecht ntch grodd; doch klingt stets t am Schlosee, 

«m/ Yolksl. 36; 23,4. S. KnechL und schon Pisanski in den Nachtr. 

Grobkomtur, m, s. Komtur. scbrieb laatrichtig grott. 

Grolzkrickente, /., Kngk-Ente, Ana» Grott, 'm. n. n., Too groU, das Ver- 

qu^qaedida L. Elbing. Mflhling, rottete, Verfaulte, Verwitterte, in Ver- 

Tiem., 171. wesong Übergegangene, Verweste, fi 

Grolzlanilgam, n., s. Windegam. reifzt toie Orott — geht wie GroU aw- 

Grofzlandgamfischerai, /., s. Windgarn- einander, ein Gewebe (Leinwand), dem 

fischerei. die Festigkeit fehlt, das verwittert ist 

GraFzmagd, pltd. GrOtmagd ia=d\ /, . . . et bandet sich, daß eine Partes 

erste ilagd in einer grSizeren Wirt- (Ziegelsteine) davrhafftig, eine andere 

Schaft. Partey «n grot und staub nch verdnderL 

Qrolzmairi, pltd. GrOtmQI. 1. vorlanter, Linem., Zz 2a. 

rechthaberischer Mensel), Schreier. 2. Grottsteln, m., grotter, brüchiger Stein. 

¥i&c]it6chvBiha,Caprimu^tutewopaetisL, S. das vor. 

Mühling. Der Yogel hat einen ver- Gru, m., Sandaal, Eohlbart, AtMn(h 

h&ltnismäOdg grojzen Rachen. dt/tea Tobianut. Karisches Haff. Bock, 

Grofemutter, /. 1. Hebamme. 2. die Nat IV, 539. Mühling, Tiem., 171. 

erprobt« Fran, welche an dem Web- Lit grui-nas kahl, grüi'^nys EaUkopf. 

stahl mit kondiger Hand das Anfbrin- Nsslm. Th., 53. S. Sllter. 

gen des An£iGges leitet, auch wenn sie Gnibas, m., korpulenter Menach, Dick- 

nicht Grorzmntter sein Sollte. Vgl. baach; ebenso poln., von gru^ äiek. 

Das Wirkgestell, 128. 3. die alte Qrolz- Flatow. Schmitt, 106; Westpr., 165. 

matter im Himmel. Man sagt in der Grulw, /., kruhwne, Stiafze inEgsbg., 

Elbinger Ndi^., wenn es echneit: de ole zwischen Altstadt und Lflbenicht D« 

Oro/smutter em Himmel schöddert er tiefen Lage und KrQmmang wegen so 

Bedd op. genannt Hennig, 90. Wo woknm 

grolzpottisch, pltd. gr0tpDtatlch(a^ä), Sie, zum Kukuk* . . . In der trummen 

ad}'., grofzprahlerisch, grorzmäalig. Dat Grube. Soph. R. I, 395. 

ög en grßtpotüticheT Kerl. grübelienn, pltd. oräbelftre(n), «v-, 

Grofzwedendunk, m., Pflzn., giftiger grübeln, nachsinnen. Dean makt te 

Wa38er8chierling,C»cu«itjm»goL. Bock, Ansehld^, denn t^mfleert on grpbeleert 

Nat.III, 359. Hagen, 326: Grofzer se. Dorr, 1. Wiew., 50. 

Wededung. Gnichalka, pob. grucha&a, /., mit 

grott, adj., verrottet, morsch, spröde, Strohbündeln bewickelte Stange ehid 



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Orücken — Grünfran. 



257 



Scbeadi«D der Fisclie, nm diese in dem 
Sacke des Wintergams zurflckzahalteD. 
S. Benecke, 360. 

Glücken, m., s. Grick. 

Gritekenzählar, m., e. Grickendhier. 

grtan, grOgen, auch grfieln, gra(«n, «r., 
graueo , graneln , Furcht empfioden. 
Mahling. Na, Pauli, hört op, mt 
ffruelt aU. Seelenw., 67. Mt ffriieü, 
tcenn eck denken sali etc. Ibid., 79. On 
baten ffriilt en Men*ch sick doch. Dzg. 
Nhg. Farad., 32. Nach Treickel 
gnigelfi, eiDen grauelig machen, ihn 
eiDängstigen. S. grise(n. 

Gruft, /., in den Werderd&mmen eine 
auf der Landseite ausgestochene Stelle. 
Der ßurchbruch war an einer Stelle ge- 
»chehen, wo landufärtg schon ehanah oiu- 
gegtochenes Land {eine tog. Gruft) sich 
befand. Durchbmch der Nogat am 
9. April 1829. Pr. ProT.-Bl H, 75. 

grugeln, grOgen, grftlen, bw., s. grOen. 

grillig, a^., granlich, bange, nament- 
lich infolge Ton GespenstererzähluDgen. 
Et sfnd recht ffrulge,ruffe Dinger. Dorr, 
1. Wiew-, 16. 

Gnimat, GnimmoH, m., s. GnimmeL 

Gnimmel, m , s. Grommel, 



Grummet, Grummelt, Grummolt, m., 
zweiter Grasschnitt, Xachheu. Nach 
Hennig, 90, aoch Qr^mat; in Hessen 
das Qrwnmet, früher Oromat, Gromath. 
Aas Grüninad = Grün-Mahd, grfine 
Mahd=jange8, anreifes Gras im Gegen- 
satze zn dem harten and reifen Grase 
in der Heuernte. Vgl. Weigand I, 
623. Frisch I, 378b. 

, pltd. Grompel, m., fester £x- 
mt-Cylinder von Mensch und Tier; 
auch Grampel nnd GrimpeL Mübling 
hat fÖr Qrämpel nnd Grimpel die nackte 
Erklärung: kleine Stückchen. 

FilMkUB, yihUabaA I. 



Grumalng, Pflzn., gemeiner Gänserich, 
Potentiüa anserina L.; auch GrUn^g. 
Hagen, 532. 

grUn, adj. 1. freundlich gesinnt, ge- 
wogen. Er itt ihm nicht griin, mag 
ihn nicht leiden. 2. onixif Grütter 
Apfel — grüner Junge. 

Grund, /., der Grand, kleines Thal, 
Schlucht. Die Markheinwehe Grund 
bei Heilsbei^. Die Pulvergrund bei 
Elbing. Schemionek, 35. KachE. 
Förstern, in Danzig mindestens in 
diesem Genus schon im 15. Jahrh. ge- 
bräuchlich. Auch isl&nd. /.; in Hessen 
ebenfalls Femininum. Tilmar, 139. 
Sperber, 14. 

GrUnd, /., früher turmartiges Geföng- 
nis in K&nigsberg. ... ms (die Schen- 
ken haben) venUendt,. dafz man aie alle 
vier jn die gründt Blecke vndt ein 8 tags 
setzen Hesse. Protokoll d. Morgenspr. 
V. 24. Jan! 1618. Die Zflnfte, 52. 

Grundbirne, pltd. Gnindblr, f., Kar- 
toffel. Mahling. 

Grandel, Gribidel, m., s. Gringel. 

Gnindgräber, plur., machen in Danzig, 
nach Klein I, 166, ein eigenes Ge- 
werbe aus und werden zu allerlei Grab- 
arbeiten bei den B&usem gebraucht. 
Vgl Adelang IT, 833: Grundgraben. 

grundlos, adj'., ohne Grund; uner- 
grBndlich, unzuTerl&ssig, schlecht; von 
Menschen. MGihling. 

Grandnetz, n., grofzes Seefischemetz 
zum Fischfang auf dem Grande; auch 
Trawl. BeschreibunginBenecke, 341. 

Grllndonnerstagkringel, m., Kringel- 
gebäcke fflr den Gr&ndonnerstag. S. 
Kringel. 

Orundsack, m. , niederer Haffsack 
(Netz). Frisches Haff. S. HaffSBCk. 

grundiwarMich, ad^., b. warklich. 

Brtirrfrau, /., Frau, die mit Grünem 



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258 OrSnfntter — guckeläreo. 

handelt;, Gemüsehändlerm. Danzig. grAim, nc., sich zu Gnu uflöteB, 

Vgl. Rosenkranz, Kgsbg. Skizzen I, bröckeln, zerbröckehi. Treichel. 

145. GnitlCh, /. n. m., Brei ans grobem 

Grllnfutter, n., Futter, das noch grün Mehl, aae Kartoffehi, Erbsen: Kar^ 

and frisch ist, das eben gemähte Fut- tofelgrubcky Erbtengnitxeh. Emm ta 

ter. Grätsch Bchläge, ihn za Brei, d, i. sehr 

Grllnhof, Ortsn., Gat und Dorf im derbe, schlagen. Sprw. I, 1500. 

Kirchspiel Pobethen, Er. Fiscbhausen. Gnitschke, Pflzo., WradEe, Wnike. 

Als Spott: Rum, Bahn! de Grerikäfer Stallup. Marold. 

käme. Sprw. I, 3073. GrUtz, Grrb, pltd. Grfitt, m., Yerstud, 

GrUnknochen, m., Hornhecht, nach Schartsinn, Einsicht. ErhatGrüUm 

den hellgrünen Gräten. S. Homfisch 2. &ypf. Streng' deinen Qrütz an. In 

Grtlnling, m., Grünfink, FringiUa chlo- Nat&ngen im entgegengesetzten Sinae 

rü L. Mühling, Tiem., 171. gebräuchlich. He he ft statt Marks Gntl 

GrUnschl«ng, Grllnschling, m., Gold- öm Sopp. S. Sprw. I, 1389. 

ammer, Emheriza eitrineüa L. Sper- GrUfzbauch, pltd. GrOtUlOk, m., scHerz- 

ber, 14. hafte Bezeichnung für etwas korpulente 

GrÜMChling, m., s. das vor. Personen, oder aach solche, welche 

Grilnichnabel, m., Schnabel, der noch gerne and viel Grütze genielzen. Die 

grün, unreif ist, zur Bezeichnung eines Litauer heilzen wegen ihrer Vorliebe 

naseweisen and vorlauten jungen Men- für den Kiefzeel (s. d.) GrübAöadu. 

sehen. Dasselbe was allgemein Gelb- Lepner, .83. 

ichnabeL Bock, 16. Hennjg, 90. GrUtzchenzühler, m., einer, der die 

GrVniing, m., a. Grumsing. Grützk&mer zählt, Enanser, Geizbsk; 

GrfU, 77). und n., nhd. Graofz, grob- namentlich von einem kargen Ehemsnn 

kdmiger Sand, Gerolle; Bauschutt. Ahd. gebraacht, der die Ausgaben tSr die 

grioz, mhd. griez, gruz Sandkorn. Auch Haushaltung arg beschräukt, sehrgeni» 

die kleinen BerosteinstOckchen neunt ist. Hennig, 90, hat GrücieKiWtr, 

man im Haufen Grus; ebenso Tor/- vielleicht GrickenzÖhler. In waterer 

ffrüi, KohlenffTva. Brem. Wb. H, 554. Bedeutung auch Eleinigkeitskrämer, 

Hennig, 91. Sperber, 14. leicht Verletzter. Bei Stein, Peie- 

Gniichef, m., Gründling. Litauen, grinus XII, 82, Gritzenaeler unter den 

Lit. gritzat, gritza, grvze, gmilis, Grund- Ekel- und Schimpfnamen, 

ling, Gringel (s. d.). Grlltzczanke, m., a. GrHschan. 

Gniicbel, »., Überrest, Bodensatz, Ab- GrUbenzStiler, m., s. GrUtzchenzXhlir. 

gang, stark gequetschte Masse gleich- Grlltzkatten, m. 1. Kopf. Nimm dei- 

artiger kleiner Dinge. Die Fische sind nen Grützkasten zusammen, strenge dei- 

ein Gru4chel; noch mehr eine slark be- nen Kopf, deinen Verstand an. 3. 

nutzte Streu. Davon gniich'Pig, adj., Lazarett. Hm ös öm OrÖttieaste, im 

durcheinander gedrückt, zerquetscht. Lazarett, 

gruteh'lig, a<^., s. das vor. GrUtzkopf, m., Dummkopf. Vgl. QrQlL 

Gniiel, m., gruseln, grUnln, ato., grus- guckelQnn, sw., aus gucken und bim 

lieh, (u^'., 8. griseln. lauem zusammengesetzt, also guckend 



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Guddkk — GuMh. 



UuiCTD, mit tlarea Gudaaugen, schein- 
\mx schlafend im Bette liegen. Hen- 
nig, 91. 

GnMalt, m. I. Acbtehalber (s. d.). 
2. Kolonist. Nach Pisanski's Nachtr. 
nanDte man die Kolonisten Qvddaks, 
weil die Acfatehalher in Preafzen gang 
nod g&he vurden, da ans der Schweiz, 
Pfalz, ans Franken etc. Tiete Kolonisten 
in dieses Land kamen. 

Gudde, m., poloischer, mseischer 
Bsser oder HolzflSlzer. Lit. guddaa, 
nach Nsslm. Wb., 260b, Pole, Rosse, 
meist ab verächtliche Bezeichnung, nacb 
Hielcke, 89a, Gothe, der an prenfz. 
Litauen grenzt. Er tstem rechter Gudd^, 
ein zerlumpter, schlecht gekleideter 
Mensch. Hennig, 9). Wenn der 
IVeu/ze redet, hat der Qudde zu schioei- 
gen. Litauen. Schleicher, 175. Sprw. 
I, 3009. Dieaer Nähme, Gothen, schei- 
net annock nicht tn Preiißsen erlotehen 
zu »ein, indem noch zur Zeit die in 
Nadramen und Zalavonien wohnende 
von den deuttehen Eimcohnem bey Kö- 
nigtberg pflegen tchimj>/ioei»e Gvdden 
genannt zu v)erden. Pierson, Matth. 
Prfttor., 5. Vgl. Naslm. Th., 54; 
Forsch. 8. Lit. Äeq. 19. Pierson, 
Elektron, 23 ff. 

Gudffltnn, m., s. Gutmann. 

GutabchwBSser, Uedik. Aqua vegeto 
mineral. Ooulardi. (Aqua plumbica^. 
Kgsbg. 

Gulden, m., das heutige Markat&ck, 

8. euie. 

GDIk«, /., PflzD., e. GnVe. 

Gull, f.y kalkutische Henne. Pi- 
esnaki, liachtr. Wohl von dem Ge- 
schr^ dieaer HOhner gebildet. 

GWe, m., 6. Gilla. 

GOlle, /. , MiatJRuche, Histpf&tze ; 
Snmpl Mflhling. 

der 



Provinz Ostpreufzea. Der Name stammt, 
nach PasBarge, Halt, 310, wahrschein- 
lich von gumbie, Fischreuse, her. Der 
Yolkshumor macht den Gumbinner 
Uädchen das Kompliment: der kann 
von grofzem Glücke tagen, der aus Gum- 
binnen wnbetceibt kommt. Vgl. Sprw. I, 
1808. S. Initerburg. 

GUmmer, m., s. Gornmer, 

Gumpel, GUmpel, m. jüd. Vorn., Gum- 
precht. Flatow. Schmitt, ]12. 

Gundau, Orten., s. GunUu. 

Gunderam, Gundram, m., Päzn., Gun- 
dermann, GUchoma hederacea L. Auch 
üdram, üdramb und Kick durch den 
Zaun. Bock, Nat. IH, 445. Hagen, 
610. 

gUnieln, ew., winseln, wimmern, kli^ 
Hch bitten. 

Guntau, Gundau, Ortso., Dorf bei Weh- 
lau, früher gundow. Er ste^ aus; wie 
der heilige Geist von Guntau. Sprw. 1, 
201. S. Nsslm. Th-, 54. 

Guntchen, w. Vom., Adelgonde. S. 
Alchen. 

Gurchel, m., Schmutz, ön e Qurchet 
trede, in den Schmatz treten. Natan- 
gen. 

gunlaln, «tc., wie gurgeln, vielleicht 
auch korrumpiert aus ^rummeln von 
grommen: es gurdelt mir im Leib, es 
rollt in den Ged&rmen. Hennig, 91. 

Gurke, /. 1. Pflzn., Cucumis satimu 
L. 2. übertragen: grofze Nase. Der 
hat eine gute QwK. 

Gurkemei, m., Koikume, wie dieses 
ans Cureuma, von dem indischen kur- 
kum, gelber Ingwer, indischer Sa&an. 
Leanis, 1082. Bei Bock, Nat. UI, 
252, Gurkumeg, Kurkume f. Ala Medik. 
Radix Cureumae. 

gm, m^., s. fltlt 

Guech, Gusche, /., der Mund. Bock, 
16. Der Katehka fykrd de Gvsch, aa 



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260 guBchen — Outmann. 

sei den Braade viengd, ERthchen feuert« dar, sie smd stets verheirstet und stehen 

der Mund, als sie den Braten 'wandte, auch schon vor der Trauting dem Bntut- 

am BratspieTz drehte. Carm. ntipt I, paare ratend znr Seite. Der gute Mann, 

282, 7. oft zwei gute Männer, begleiten den 

guschen, mo., von Gusch, kSssen. Bräutigam schon bei Bestellang des 

Sohemionek, 15, Aufgebotes zum Pfarrer, oder sie brin- 

GUse, /., Fischn., s. GTse. gen bei derselben die Einwilligang der 

Gins, Gui«, /., Dem. Oussche, Name beiderseitigen Eltern, als SteÜTertreter 

und Lockruf für die Grans. Guie Gune dieser, mit Bisweilen aberreichen sie 

Qäntkes, kamt rtä Eüt! Volkar., 177, vor der Trauung dem Pfarrer einen 

691; 64, 242 g. Krug Bier nebst einem Sträurzcben auf 

GUlMl, n., 8. Gessel. einem Teller, welches der Pfarrer sich 

gUst (ü lang), fu^'., s. gtsL auf den Ärmel heftet und während der 

GuBtabaJde, Gustabalda, Guitebalda, Trauung trägt; Ähnliches geschieht 

Name eines unfSrmlichen weiblichen dem Organisten. (HermsdorF bei Pr. 

Steinbildes in Bartenstein, der s. v. a. Holland.) In der Kirche holt deryvtt 

Oustel cats dem Walde bedeuten soll. Mann nach dem Gesänge des £in- 

Nach der Sage wurde eine von ihrer leilnngshedes den Bräutigam zum Altar, 

Mutter verfluchte Tochter in diesen alsdann die Braut, welche sich nor 

Stein verwandelt Beschreibung, Ab- mit Widerstreben dahin führen läfzt 

bildung, Oeschichte, Geschicke und (Gr. Rosinsko bei Johannisburg). Gute 

Deutung der Gmtabalde s. Behnisch, Mönn^ geleiten auch am Sonntage 

Versuch einer Geschichte der Stadt nach der Trauung das junge Ehepaar 

Bartenstein etc. Königsberg, 1836, S. noch in die Kirche. Hintz, 65 u. 67. 

18 ff. Vgl. auch Bock, Nat. I, 67 f. GSdman, G6dfrA weisen hin auf dafi 

PreuiiE. Archiv. Jahi^. 1796, S. 667. ahd. goto^ gotto, cotto, mhd. göte, göäe 

N. Pr. Prov.-Bl. HI, 57 ff. und jrwte, m., Taufzeuge, Pat«, und das 

GUlter, n., s. Gleb. ahd. gotä, mhd. gote, gotte, f^ Tanf- 

Giit, hölmiachx», n., s. KBfmer. zeugin, Patin, mnld. godvader, godr 

GUtel, w. jad. Vom., auch GUttel, JU- moeder, engl, godfather, godmaüur, 

tel, Jitel, von Judith, Jutta, vielleicht scbwed. gtidfader, gudmoder, bayr. Gö&, 

auch aus dem deutschen Gvte. Flatow. GÖttel (GM, QMn), m. und Gott, Got- 

Schmitt, lU. ten,GöUel(Göd,Gödn,G6de),/.Schs.dB, 

Gutfrau,/., s. Gutmann. 342b. Schmeller II, 84f. — Nach 

GuHdnd, m. jQd. Vom. Flatow. Klein I, 174, hieEzeu in Danzig gvie 

Schmitt, 112. Männer, auch getckaorene Männer, die 

Gutmann, guter Mann, Gftdmann, phd. beeidigten Leute, durch welche die ge- 

GSdmann, gOderMann,m., znnächstZeage richtlichen Aussagen der auf Gmnd- 

bei der Trauung; nach Sperber, 14, stflcke bestätigten Kapitalien geschehen. 

auch bei Taufe und Verlobung; ebenso Man bediente sich ihrer auch als Mäk- 

Gutfrau, gute Frau, GQdfrau, pltd, QOdfrfi, 1er, wenn man Kapitale auf Pfand oder 

gSde Frfl. Die ^ten Männer und gu- Wechsel suchte oder bestätigte, Häoset 

ten Frauen stellen den Brautleuten kaufte oder verkaufte, mietete oder 

gleichsam das verträgliche Ehepaar vermietete. JEr brauch ihn erttUch w 



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Gntstbuner — haben. 281 

tehuiertn taehen vnd vertragen zum gut- sollen, «enn sie solches drey Jahr ver- 

ten Mann, to wird er tehen, was er für waltet, soUea viedemmb andere an ihre 

einan F)reund an ikm hat. Stein, Pe- statt erwehlet werden." 
regrinus XII, 41. Yf. Mtsbl. Y, 189. Qlltsthuner, m., einer, der Gntes thnt; 

In den Werdern heilzen nach Hart- doch gerade in gegenteiligem Sinne 

wicli, 508, gute Männer diejenigen, angewandt: Thanichtgut, Taugenichte. 

„welche alle beliebte nachbarliche Zn- Du bat ein rechter Oittsthuner, ein recht 

lagen, trenlicb und fleilzig einsammeln, angezogener Mensch. Hennig, 91. 
anschreiben, und wegen der Einnahm Girttol, w. jad. Yorn., s. GUtel. 
and Aasgab richtige Redmong geben Gtttvogel, tn., s. Qttvogal. 



h, Baachlaut, wird pltd. inlaatend ein Carm. m^t HI, 77d. Erinnert an die 

J (ähnlich dem g): bl&hen bi^e, biege, in Oherhessen auftretende Redensart: 

blüejen, Uüegen; Nßhe N^e, Nä^, näher Haare zwischen Jemanden blasen, durch 

näjer, neger; höher hÖQer höger (auch Zuti^ereien und Klatsch Uneinigkeiten 

Aö(;A«r), oder auch ein unzweideutiges j^; stiften. Ygl. Yilmar, 142. 

hoher köger, rauher ruger; auslautend Haarchenmttve , pltd. H&rkemBv', /., 

wird es häa£g ein ch: sah sach, ge- schwarzgraue Meerschwalbe, Stema 

schab geschach, oder ein g: rauh rüg. nigra L. MQhling, Tiers., 171. 

Lehmann, Yolksmd., 34. Haanchneppe, /., Schnepfe mit Haa- 

Haar, pltd. Har (a = a), n. 1. im ren, Strarzendime. 

Sprichwort und in sprichwörtlichen Re- Haartagei, m., Fflzn., s. Garthann. 

densarten': £k iat kein gute» Haar an haartagen, w., mnd. härtogen, här- 

ihm. Kurze Haare sind leicht zu bür- tagen, an den Haaren ziehen, in den 

sten. RotheB Haar und EüoTÜiolz wächst Haaren liegen, zanken, hadern. Wor 

auf keinem guten Grund, pltd. Fossget Öm aSck hartaget, kabbelt on schlecht etc. 

Hdr on ellre Stobbe ttäne op keinem Ygl. begehen. S. Hennig, 98. Brem. 

gode Grund. Langes Haar und kurze Wb. II, 595. Mnd. Wb. II, 211a. 

Gedanken, pltd. Lange Här on körte Habakucksfll, n., Medik., Oleum Caja- 

Gedanke. Von Frauenzimmern. Dat'a puti. Kgsbg. 

alUs Sn Här on in KalSr (Couleur), Habakuckttropfen, plvr., Medik., Tinc- 
min SchÖTitmel on din Foss. Kgebg. tura Asae foeHdae. 
Haare lassen müssen, Verluste erleiden. habbem, «w., hadem, necken, zanken, 
Soph. R. IV, 556. GeschwoUene Haare streiten. Sie heMem sich in etTtem fort, 
haben, angetrunken sein. Vgl. Hen- Davon verhabbern, in Hader, Zank ge- 
nig, 97. Sprw.I, 1404ff.; U, 1062ff. raten, sich mit einem Freunde erzflr- 
2. UnglQck, Barm, Sorge. Oott woegh neu. Sie hohen steh ein bi/zchen ver- 
dreh sienen Win^dt mehr Gloeck as habbert. Vgl. hSddem. 
Haar op Ju, 6ott web' durch seinen haben, ew. 1. besitzen, habere. Ha- 
Wind mehr GlQck als Haar auf Euch, ben ist besser, denn hätten — ist besser, 



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262 Haber — HuheL 

denn nehmen. Wat de Sner to v^lheft, Nach Ben nenb erger, 211, rAlirt der 

heß de txiKErer to vieinig. Elbinger Name von König Ottokar ber, dar 

Ndfg. Hennig, 92. — % sich haben, beim Streit mit den heidoiscbenPreoisen 

a. sieb grfimen and klagen, Gram, gefragt: Haben vsit^n Bergf Hennig, 

Schmerz, Kummer in Worten und Ge- 93. 

b&rden lebhaft äufzem. Hab' dich doch Haberbock, m., Haarschnepfe, Seolß- 

nw nicfU toi ruft man dem laal Be- paxgaümvlaL. Bajach, 383. Mäh' 

kümmerten berohigend zu.' Da» Täch- Hng, Tiem., 171. 

terchen. efz je nu doch enmal eher Bort, Habermilch, Pflzn., Wiesen-Bocksbart, 

»e mühten sich je an dem Tag man Tragt^ogon pratenm» L. Hages, 797. 

bhfz sehr haben. Schaltj. 3, 12. Die Haberschwemnwn, rein hchd. Hafer- 

Frau hat sich so iä>el, dafz sie den chenschoimmen, Belästigung am Syl- 

Mann avs der Erde kratzen will. In resterabende, bei der man Haferkömer 

der Verstärkung zerhabei), also bis zum in einer Schflssel mit Wasser a^wim- 

Vergehen vom Schmerz erfüllt sein ; men läfzt als Frage „an das Schicksal', 

doch auch sich ereifern, über seine Jeder aus der Gesellscbaft wirft eio 

Ki^e hinaas th&tig sein: sichbei einer Haferkorn in die Schüssel: wessen Kom 

Arbeit zerhaien. b. neben dem auf- schwimmt, bleibt leben, und wessen 

richtigen Sichhaben, geht ein unredlich Eom untergeht, mnfz im kommenden 

scbauspielerisches: Er hat sich sehr ge~ Jabr sterben. Während nun jeder du 

fährlich, er thut sehr geföhrüch, stellt Gesicht über die Schale beogt und aof- 

sich z. B. kränker als er ist. E}r kat merksam die schwimmenden Kömei 

sich grofz, spielt sich auf, reransgabt beobachtet, scbl^ anvermerkt m 

über seine Verbältoisse. c. ist von Schalk auf das Wasser, daTz alle be- 

zweien, die sich hjJ>en die Bede, so spritzt werden. VolkskaL, 29. 

sind sie in Streit und Unfrieden. Sie Habesfrom, Ortsu., Kirchdorf ui 

haben sich beim Kopfe. frischen Haff, jetzt Ea/strom. Bim 

Haber, Hawer (a—d), »»..Hafer. Re- Johann Friedrich KS/zHt^, Wolmeritir- 

densarten: Der Ba/er sticht ihn; volks- ten Pfarrern vnd Seelen-Sorger der 

tflmlich derb: De Häwer pröckelt em Christlichen Gemeine in Habettnm. 

öm A. Der Heitere hat den Haber gut Carm. nupt U, 216a. Ana d. J. 1717. 

verkauft. Nu ös gSt Sawer s?ge, wenn Der Orth, allwo der Herr BräuHgeaa 

in grSfzerer Gesellschaft Stille herrscht, sein Pf arr-Ambt führet, wirdvon einigem 

Wo kein Häwer ös, futtert man mSt genandt Bafen-Strohm, von eüicht» 

Häcksel, man mnfz sich nach der Decke Hacdte-Strohm, von andern gar Haber- 

strecken. Vgl. Sprw. I, U28ff.; H, Stroh. Ibid., 216b. Letzterer Name, ge- 

1082 ff, — Im Samlande nennt das schrieben Haberstroh, in Soph. K. II, 50. 

Volk den Bernstein den gelben Haber, Hacbel, Dem.Hachelcheil,pltd.Hachelke^ 

pitd. gele Häwer. /■ !■ Granne, Ährenstachel; von AW 

KaberberB, »>■, Stadtteil von Königs- (s. d.). 2. Stachel, Nadel. Taitmeitr 

bei^, zur Zeit des Ordens ein grofzes hachel, Eaddighachel, die Sattln einei 

Dorf. Der Name wird wohl von dem Domstrauchea, 3. zur Bezeichnung eines 

Anbau des Habers (Hafers) auf den Eleinen, Wenigen, Geriogen. Ödi gS» 

höher gelegenen Fluren herzuleiten sein, em man Qch gab ihm nur) e Eadd 



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bkcfaellg — Hackenleder. 363 

— « Machdh — Flhck. E* ist nur andergemengte, die wenig wertvolle 

em Sadifdehmt ein Kleines, Winziges. Habe des Annen. Mit Hack und Pack 

haobeHg, adj. von Baehel, mit Hacheln (^stehen. Sie haben ihn mit Sack und 

venaeogt; von Mehl nnd Getreide. Pack aus dem Hause geteorfen. ffach 

luuMn, »w. 1. essen, namenllicli Treichel heiTzt die geringe, ganze Habe 

weon's-mit Schnelligkeit geschieht; doch anch Hackepei. Wie Hack so Pack. 

hin and wieder auch das Gegenteil: '2. die bunt gemischte Gesellschaft armer, 

langsam und „mit langen ZUmen" essen, gemeiner Leute. Es ist ein rechtes Hacke- 

Nsch Klein I, 7, int Harz and in der pack, Gresindel. Hackpack schlägt sich, 

P&lz aeheln, das Grimm als aas dem Hackpark verträgt sich. Vgl. Grimm, 

Jadischen and der Gaunersprache ent- Wb^IVZ, 102: Hackemack. Bock, 16. 

nomraen bezeichnet. Wb. 1, 162. Hier- Hennig, 94. Sprw. I, 1431. 

von zdfhacheln, zerbeirzen, mit den Zäh- Hackai), Pflzn., kletterndes Labkraut, 

nen zerreii'zen, darcb Beifzen beschä- Galium aparinc L , weil die FrGchle 

digen. Mcbling. In der Gegend von sich leicht anhäkeln; auch Huckauf, pltd. 

Friedland Ostpr. zerhacheln, zunächst Huckop, Klebrich und Klebkraut Fried- 

durch ^ocA^fn (Domspitzen) zerreii'zen, land Ostpr. Bock,Nat. III, 266. Ha- 

dann durch Hängenbleiben etwas zer- gen, 166. 

TtäSzisa-.tichdas Kleid zerhacheln. 2. lang- Hackaiif, n., Kartenspiel mit drei Kar* 

esm und erfolglos arbeiten. Heihachelt ten, auch unter Dreien. S. DrelkarL 

damank, äwer he/t nuachi gedane. Sam- Hacke, f. 1. Werkzeug zum Hacken. 

laud. 3. nach Mfihling stark und Er ist nicht recht Hack im S^l, nicht 

scbnellatmennachangestrengteraLaufe; recht gesund. Er hat nicht Hack nicht 

bei Tier und Mensch. Im Gfitting. nur SHel, aber auch: nicht Hand nicht Stiel 

von erhitzten und ermadeten Hunden.* (hier = Stil), arbeitet ungeschickt. In 

Scbamb., 71a. diesem Sinne sagt man anch: Was er 

Hacht, m., Höcker, Spitze an der macht, hat weder Hand noch StU. 2. 

oDteren EiaflädLe, oder auf dem Grund- Ferse und davon 3. Absatz an Schuh 

eise. Das Wintergam kann hey dem oder Stiefel u. 4. der Teil des Strampfes, 

ersten Zuge, wenn viele spitsige HÖker, den die Ferse ausfällt Enem op de 

Vielehe die hiesigen Fischer Hachten, Eis- Hacke sötte, hinter ihm her sein, ihn 

hackten, auch Q-randhachten nennen, antreiben. Hacken machen, entfliehen, 

sieh unten bei den Wuhnen angesetzet, Fersengeld geben. Vgl. Sprw. 1, 1433f.; 

. . . also beschädiget werden, da/z kawn II, 1079f. 

iOO Gulden zur Ausbesserung hinläng- HHckel, m., HSckelung, /, s. HHkel. 

lieh sind. Bock, Nat. IV, 716. Hackelkraut, Pflzn., gemeine Kuh- 

hachten,sw., haften, halten, festhalten, schelle, Pulsatiüa vulgaris Afill. Ha- 

mit der Hand oder dem Gedächtnis, gen, 565, 

Dei kann nuscht hachte, auch tahachte, Hackemtsckem, auch Hakeltakel, Medtk. 

eigentlich zerhackten = er kann nichts Tacamahaea. 

festhalten; es haftet bei ihm nichts. hacken, mo., sieh, sich ärgern, zanken. 

Samland. Vgl. hacksen. 

Hadern. Hackund Pack, wa.c)i Hacke- Hackenleder, n., in Schuh und Stiefel 

pack. Sackpack n. 1. das Dnrchein- das innere Hacken- oder Fersenstäck, 



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264 Hackeneobu — Haü^ricbtotag. 

das Äfterleder, das sich um die Ferse Half, n., die beidea grofzen Stli- 

schliefzt. Wasserbecken (kuriacha und frneha 

Hackettschar, Pflzn., s. Mill. Saf)^ welche von der Ostsee dnrck 

Hackepack, n., s. Hack. die Nehrungen geschieden sind. Eaf, 

Hacks, m., Schlag, und zwar ein kurz die niederdeutsche Form des Wortes, 

hackender. Er gab ihm einen Hochs, ist jetzt zur allgemeinen gevocden; 

Ihm einen MacJa versetzen. Dat wör en die hochdeutsche war in früLerai 

Düweh Rackx! Carm. niapt. I, 2S2, 4. Jahrhunderten Mab, Hacäf. Dat «mt 

Einen Sackt abMommea. Einen Bach tat da» fritche oder preusache Bad. 

xoeghcdteTi, zunächst einen Schlag weg- Waiesel, Cbronik (1559) la. Diet^- 

haben; Qbertr^en: einen körperlichen ten durch da» Raab. Sch&tz, Pr^ifcea, 

Fehler sich zugezogen haben, in ftble 20. Waissel, a. a. O., schreibt Mck 

Nachrede gekommen sein. Sprw. I, Bav: au» der See hat es (J^reuizai) obuk 

1435. achöne Einfiüste in daa Land, die uerden 

hackschen, aw., grobe Zoten anr^zen, Haabe oder Haoe genemnt, da nemUck 

ausführeu; frivoles Zeug reden, obscöne die Schiffe in da» Land ein und out- 

Witze machen. Dönh. Sperber, 14; laufen. Im deutsch- preoTz. Tocabi- 

hakschen. Davon Hakscher. larium ist das altpr. Tnary mit .&äi = 

Häcksel, Hädtsel, m. u. n., von hacken, Haff übersetzt (Voc 65). flennen- 

da das Stroh mit hackendem Schnitt berger hat schon Haff: Ea aol audi 

za Häcksel zerkleinert wird. Ik- i*t im die firiachs Neerung in dieter zeit, dur^ 

Eäckael eraoffen, spurlos verschwunden, aolche atarcke Nordentoinde auffgetrieben, 

Hächelche pusten, als Sylvesterabend- denn zuuoren kein Haff aUda, aondern 

Belustigung. Es kommt darauf an, ein lauter See gewesen sein soll. A. a. 0. 

Geldstflck mit dem Munde aus einer S. 363; s. auch S. 413. Ost&ies. iit 

mit E&cksel gefüllten Schüssel zu neh- kef deijenige Teil des Meeres, der sich 

men. Hennig, 94, der auch noch zwischen der Küste und den Inseln be- 

HaekeÜade und Hackelmeaser aufführt, findet, oder als Wattenmeer die Küste 

Vgl Grimm, Wb. IV 2, 108. des Festlandes wie ein GOrtel visMa 

ha^en, »w., von Backs, schlagen, und einschliefzt; die offene See wini 

doch kurz und leicbt. Kleine Kinder, niemals hef, sondern im Ge.gensatz lu 

die „loee Hände" haben, Anzeigen. Sehe- diesem stets se genannt. Doornkaat 

mionek,15,A(uten:durchleichteSclil&ge Koolman, Wb. II, 54a. Age. hei^, 

necken, BSses nachsagen. Island, und schwed. haf, dän. AooMeer. 

h fiddem, SU7. l.hadem, an einander ge- Haff als Name für das Land an eiMO 

raten. Davon verhttddem, sich, sich er- Haff tritt nicht auf. Grimm, Wb. 

zfimen, entzweien. Se war met ehrem IV 2, 126£. Zur Bezeichnung gToCuii 

Mann sehr verheddert. Schalt]. 1, 441. Durstes: Ich möchte daa Baff caatauft^ 

2, verwirren : die Faden sind verhäddert, Sprw. I, 1438. 

sie sind verwirrt. Tgl. habbern, Haffgerichtstag, m. Zum Verfaiam 

Hadebftr, m., e. Adebftr. beifiachereikontraventionensollenmimal- 

Hafdorn, Haftdom, Pflzn., Weiden- lieh toiderkehrende BaffpoUzet-Geridü- 

blittriger Sanddorn, Bippophae rAam- tage (Haffgerichtstage) bestimmt uttd Ä 

Ttoides L. Hagen, 1038. (h-te, an welchen sie su halten sind, o» 



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Bitffknat — Hagen. 265 

der StgieruHff hehannt gemaehi werden, dieser Gr&fze heifzen hohe Haf*äcke, 

^sch.-Ord. f. das kar. Haff, §§ 66. 67. auch BrasaeTaäcke; die niederen Haff- 

69 etc.; f. d. fr. Haff § 71 etc. «öcie, aach QrvmAiäohe, sind ia Sack 

Hlfllnilt, n., Pflzn. NachBock,Nat. uadFlQgelnur 4 Fuiz hoch, und haben 

II, 168, die Seeeiche, C^mtcu» tnortno, die FlQgel dut eine Länge von l'/i bis 

„welche aaf der Bt^menden See vor 2 Klafter. Die Maschen in den FlBgeln 

dem Bernstein hei^ehet," also der ge- beider Sackarten dürfen nicht enger als 

meine Blasentang, Fwms vmatiama L. 3 Zoll im Quadrat und in den Sftcken 

Nach Mühling das gemeine Seegras, (Metritzen) nicht enger als 1 Zoll im 

Zo9tera marina. Hennig, 93. Vgl. Quadrat sein. Fisch.-Ord. f. d. fr. Haff, 

BhuMmteJn and FitieOnnd. § 29. Der auf dem knr. Haff benutzte 

Haffmist, m., Mist, DOnger ans dem Sack(Zfajfja£A)heilztgew5hnlicb Wenter 

Haff: das in Verwesung Übei^^^angene (s. d.). 

Haffkrant. Da- H^ffmiat wird in denen Hflflce, Hawke(a = ä), m., Habicht; 

Gegenden, die an heyden Baffen liegen, auch Raubrogel überhaupt. Ags. heafoc, 

aufzer dem StaUdünger, am nützlichsten ha/oc, engl, kawk, hüll, havik. Vgl. 

befunden. Bock, Nat. III, 684. Grimm, Wb.IV2, 91. Sprw.I, 1835. 

Haffmlive, /., Lama. Allgemeiner Wt de Safket on de Räwe Feie ae 

Name für die Möven und Meerschwal- daräwer her. Ward. Bflr, 4, 1. Wie 

ben. Zeigen sie sich im Lande, so kOn- ein Räfke Ainfer etwaa her sein. Boavm 

den sie Storm an. Haffe. Ostsee. Bock, Jecht (jagt) «ick Hoaßf tm Schicalm, 

16. Hennig, 93. Am Dransensee ünjgen (unten) rept de Wachtel luud, 

heilzt nur die schwarzköpfige Möve, Dorr, 39. Häfke, Häfke, Hhierdho! 

I.anu rüf^mJiu, HaffmßTe. Mahling, Volksr. 57, 220. 

Tiem., 171. HftfkeMau', /, Habichtsklaue; ein 

Haffmllcke, /., kleine MScke am Haff. Schnaps, der tüchtig kratzt. 

Nach den MQcken am firiechen Haff Haftdoni, Pflzn., s. Hafdorn. 

heiTzen die Bewohner von Fiachhausen Häge, /., Schutz, Sicherheit, Behagen, 

(s. d.) Mückenapriieer. Vgl. Fischfrttfz. Ruhe, Frieden. Er lä/zt mir keine Böge. 

Haffpadde,/., Seebase, Seekaulbarsch, Hennig, 93, 

(^loptenubiv^naL. Mflhling,Tiem., hagelneii, pltd. h^elnil (a = d), adj., 

172. Nach Bujack, 396, gilt dieser neu, wie der frisch gefallene Hagel 

Name fär Helgoland, auch Benecke Onn denn baut he achraa^ d^ Naa' nach 

fahrt denselben nicht auf. Hier zu een hagelneies Schlo/z. Schalt). 1, 439. 

Lande heifzt der Fisch nach Bujack S. funtolhagelnagelneu. 

a. a. O. Hogeriump. hagelweilz, pltd. hagelwttt (a — a), adj., 

Hai^&pke, m., das Haffpf^chen, klei- weifz wie Hagel. Man hört auch hägel- 

nere Gattung des Wasserhuhns, Fulica ilricfeuntt, hagelkreideweÜz Hennig,92. 

atra L. Mühling, Tiern., 172. Hagen, m., Aua Hag, gehört zur deut- 

Halfsack, m., Netz aas zwei Flügeln sehen Wurzel hag schlagen, stofzen, 
nnd einem daran hängenden Sack mit stechen, und ist (vgl. Grimm, Wb. 
drei bis vier Bügeln und einer oder IV 2, 137) die nächste Bedeutung von 
zweiinkeln. Jeder Flflgel ist 2'/< Klafter hag: die aus geschlagenem Holze her- 
lang und 1 Klafter hoch. Netze von gestellte Umiriediguag, Zaun. Daher 



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266' hagen — HaLneiiachrioht. 

Soffen I. Gehege, Zaim. 2. in Forsten Liv- nnd Estland in der letztem Be- 

dae Jagen, Waldgetege, dies anch Ge- deutung hackem. Hupel, 87. TgL 

hage. Schnarlinga Oehage in der Wai^ h^iem. 

nicker Forst (Schnarling kleines Gat Hftgereiter, m., Hägebereiter, Wild- 

im St. -Lorenzer Kirchspiel, Kr. Fisch- bereiter, Waldwächter, Buschwächter; 

hausen). 3. Verhaa, Yerschanzung. von Hag, Hagen. Umoeit Äfemel, m 

Heinrich von Wida der dritte Landt- mein Mann ah Hägreuter monoHidt 

meiaier in Preuattn zog mit groaaer 3 Rvhel etc. hat. Soph. R. VI, 384. 

macht auf Samlandt, aber die Samen Hägsier (ä lang), m , s. Heister. 

haäen ein »tarcken Hagen von grossen Hahä, /., Wiege,- Kinderbett äbe^ 

Beumen vnd ricken. vom Seestrande an haapt; nach dem Schlammei^;e8aiige: 

bix tn da* frische Haff gemacht, den hahahd! Komm' üt die Haha. In dU 

durchhieben die Brüder, »preiigten in HaJta gehen; nach Treichel auch: h 

das Landt, branten vnd mordeten, mitler die Baba gehen. Ygl. Schuichu, WÜctn. 

vxU samleten sich die Samen, machten Hahnchenbier,pltd.Hankebftr(a='ii),H-, 

den Hage vjider, vnd warteten aida des junges Bier, dem der Beisatz von Hopf«i 

Meisters etc. Hennenbergtsr, 413. Der fehlt und das daher süfz schmeckt 

^a^ren auf der kurischen Nehrung, vom NachMühling auch Meusch, Wen. In 

Ufer des Ha£& bis an den Strand der Liv- und Estland auch Hahndien. 

See reichend, war aus m&chtigen Baum- HahnchenfUhrer, m., s. F&hnkefUhrer. 

Stämmen nnd Strauchwerk errichtet H&hnenkammMee, m, die angebsnle 

und diente den Samländem zum Schutze Esparsette, Hedysarum onobrychis L. 

gegen die von der Memelburg aus sie Dies vorzügliche Fatterkraut heiät ba 

verfolgendenOrdensritter. Voigt, Gresch. uns auch HeilJgheu. Hagen, 764. 

Pr. III, 108. Passarge, Balt, 44. H^nenklflichen, Pazn., Gemeiner Spii>- 

hagen, sw-, hegen, omz&nneD, durch delbaum, Eoongmvs europaeua L. Ha- 

Umzäunong schützen. Hennig, 93. gen, 259. 

S. hegern. Hahnenkorn, »., Mutterkorn, Entartoog 

hagen (a kurz), sa>., spotten. Sich des Eomkenies zu einem zapfenartiga), 

hagen, sich häaiisch über eines andern aufzen schwarzen Körper; auch IfauigM^ 

Nachteil freuen. SttUlnpönen. Marold- Korn, Kornzapfen. 

haggem, «r. l. hakend hängen blei- Hahnenki^h, m, Zeit des ersten Krä- 
hen, sich anhängen. An den Domen hens des Haushahnes. Er istum Hahne»' 
des Strauches haggern bleiben. Fäden kräh ausgefahren. Hennig, 326. Anch 
haggem an Kleidern an. 2. losen, HahnuikrOg; mnd. haneniräi, -kradä. 
schwachen Zusammenhang haben. Der Mnd. Wb. II, 187a. 
abgeque^JUe Finger haggerte nur noch Hahnenpfote, pltd. Hanepftt (a '=> d), f-, 
an der Hand. In beiden Bedeutungen dem Hahnenfal'ze ähnelnder, wiukel- 
anhaggem, sich anhängen; lose befestigt artig zusammengeknoteter Strick u 
sein: das ist atüih nw so angehaggert. Fiscbemetzen , woran die Bott- oder 
3. im Fortgange stocken. BÜne schlechte Treibleine ■ befestigt wird. Sie beiJtt 
Maschine haggert alle ^Augenblick, steht auch Schärker. S. Benecke, 339. 
sehr oft stÜl. In tdlen drei Bedeu- Hahnenschrioht, m., Hahnenschrei; va 
tungen auch hakem. Hennig, 94. In Bezeichnung eines kurzen Zeit- ood 



,vGoi)gle 



HahnenBcbritt — H&kanateiii. 367. 

WegmaTses. De Dag öt all e Eäne- sehen: Pferdehahen. Die Fischer des 

tchröchi länger, der Tag hat am die kurischeo Haffes nennen den Haken 

Daaer emesBiümenschrdszugenommen, aach Togos = Hörn. Hier stürzt ein 

Et ot man e Säneichröcht wft, nur so Berg kopfüber in das Haff vnd wird 

weit, als man den Schrei eines Hahnes zu einem Haken. Passarge, Balt, 225. 

h5ren kurn. Tgl. Hundeblaff. DoarlegendeHoqJcesvonJuT^eriOrtan.), 

Hahiwmchrit^ m., SchritteinesHahnes, voll Beesen, Schölp on Somp ... op ere 

rar BezeichDung eines geringeti 2eit- Hoakea hebben se Wild de H5Ü on F5Ü. 

mafzes, wie HahneTwchricht Denn die Dorr, 28. 3. Malz für eine Acker- 

Sonne erleuchtet Hier untern Horizont fläche von 20 Morgen kuloiisch (ygl. 

die Lufft gleichsam mit dem Tages-IAcht, Kölmer'), nachHennig, 94, Hakenhube, 

tsenn sie noch 18 oder 20 Grad, welches pitd. Häkehdw, zum Unterschiede von 

em ziemücha- Hanenschritt heifzen mag, der Dorfihube, pltd. DerpshSw, welche 

vnten ist. Linem,, A3b. Der Tag 30 Morgen enth&lL Drei Haken machen 

hat einen Hahnentchritt zugenommen, zwei Hufen. Landesordanog von 1307. 

Sprw. I, 1449. Bock, 17. Bock, Nat. I, 688. Über den Haken 

HUinkefUhrer, m., s. RUinkefllhrer. als Ackermafz ia Liv- und Estland s. 

Haibftk,/., s. Heibfik. Hapel,84ff.,Sallmann,4?. 4. kleiner 

H&kel, Häckel, m., auch HSckelutld, f., Pfiug (s. das folg.). 
dicht gestricktes Schlafzende, hinterster Haken, n., den Acker in die Quere 
Teil an der Me^itte oder dem Sack des p6ügen, wae mittelst eines Hakens ge- 
Netzes. Der Gebrauch des Häkeis ist schiebt, der als Karrhaken aof Rädern 
bei allen Sommerfischereien verboten, geht und durch Zugvieb in Bewegung 
Fisch.-Ord. f. d. kur. Haff § 46; fOr gesetzt, oder als Handhaken von Men- 
das fr. Hafi* § 20. Benecke, 315. scbenhand geführt wird. Prenfz. Mark. 
Sperber, 14. Vgl. Windeflam. Niederung. Vgl. Bock, Nat. HI, 959. 

Hakeltakel, Medik., s. Hackemlackem. 1024. 

haken, 8u>. 1. mit einem Haken fassen, Hakenbude,/., Hskerbude, s. Bude. 

fest greifen. 2. bäogeo bleiben wie an HakenbUdner, m., Inhaber einer Haken- 

einem Haken. Eir ist haken geblieben, bude. 

bei dem Verkehr mit einem Mädchen, Hakenhube, pltd. Hakehflw (a = ä), f., 

ist ihr Bräutigam geworden. 3. nach s. H^en. 

Mflhting im Ermlande auch kratzen, Hakeniachs, m., s. Lachs. 

also mit den hakenartigen Fingerkrallen Hakenstein, m., an einem Holzhaken 

bearbeiten. befestigter Stein, der bei der Keitel- 

Haken, pttd. Hake(a=a), f». l.Jjand- fischerei aof der Treibleine bis zur 

spitze, holL koek. An der saniländi- Bottleine herabgleitet, um den Eeitel 

sehen Ostseeküste, anfzer Brüst^vrt, auf dem Grande zu erhalten. Lit. u&:^ 

der Alknickenschey Wangkntgsche, La- kts. S. Benecke, 340. Bei Vermeid 

peknensche Haken. 2, lange, schmale düng derselben Strafe (50 Thir.) dw-fen 

Untiefe, die sich vom Ufer landspitzen- an der Treibl^ne aufzer den sogenannten 

artig weit in das HafT erstreckt. Am Hakensteinen keine Steine oder Holz- 

insf^ea^iS: Kaddighak«n,Möwnhaken, späne befestigt inerden. Fisch. -Ordn. f. 

Lehmbergkaken, Rapenhaken\ am kuri- d. fr. Haff § 22. 



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368 HKk«r — HalbMshulie. 

HUer, m., Hsker, HScker, H5cke, viertel Stunden ßehn. Carm. nupt.U, 

Hocke, Kleinh&ndler. Besorgt «iie Fraa 199c. 

das Geschäft, so keirzt sie Hftkerin, pltd. halbfein, adj., a. Brot 

Häkersche. Halbfisdi, m., der Bressen, weil er 

Häkergasse, /., Straize in EiJoigsberg, zanächst der liünge aach getheilt — 

in der Mäker wolinec, mehr noch wohn- gerissen — wird. Ygl. ReiEzfisch. Nach 

ten. In Danzig ebenfalls eine Häker- Hennig, 326, der Plattfisch, Seiten- 

gaae, in der von den sogen. Bergen- Schwimmer, Scholle, Heuronecte». So 

FiscbhSkem die vorzügüch aas Bergen auch Crrimm, Wb. IY2, 200. Nacli 

in Norwegen kommenden Stockfische Mflhling, Tiere, 172, der kleine, halb 

yerkanft worden. aasgewachsene Bressen. Die gröfzeUat 

hakerig, adj., was Haken hat, hakt, von den Gieben nennet man in iV^tmea 

hängen bleibt; nicht recht vorwärts auch Edli/uc^ie, noch ößer aber bdeget 

will. Tgl. haggern. man mit diesem letzten Namen die ijei- 

hakern, aw., s. haggem, nen magern Brassen. Bock, Kat IV, 

hSkern, aw., das Geschäft eines Häker» 681. 

treiben, in kleinen Posten verkaufen. Halbgarn, n., kleines masnrischeeSom- 

Er häkert mit HoU. Bildlich: mit seinem mergam, poln. ^wf meioodoit. 

Vorrate an Elzwaren, Getränken etc. Hfdbgeichw[ster,j>/ur., Stiefgeschwister, 

sehr sparsam tungehen. aber auch Cousin und Cousine. S. 

hakschen, sw., Hakscher, m., s. hack- Halbbruder. 

sehen. halbgrob, adj., s. Brot 

Hftkwerk, «., Hökerei. Er fängt ein HalbhUfner, HalbhUbner, m., Besitze 

Haackwerk an, legt eine Hskerei an. einer halben Hiife. S. HUfener. 

Danzig. Klein I, 175. Halbjungter, /, halbe Jongfer, halbes 

Halbander, m., Halbbier, nach Bock, Fränlein, dienendes Mädchen, das höher 

16, nnd Hennig, 94, ein Getränk halb als die Magd steht, Eammermädchen. 

Bier, halb Schemper, aus Bier und Bock, 16. Hennig, 95. Jetzt Stoben- 

Tafelbier gemischt; an anderen Orten m&dchen, Kleinmädchen. 

soll es Cofent, auch Mötterhier genannt halbpart, pltd. htdfpart, adv., anf die 

werden. Stein, Peregrinns III, 3: Hälfte geteilt^ zu gleichen Teilen; aas 

Hahoander vel Halbander. Scbemio- dem lat. pars, Ha^art, Öck std 6k vwt 

nek, 2: Äkcander. an, zur Hälfte, ich stehe auch mit an, 

Halbbressen, m., s. Gieb. ich beteilige mich aachl 

Halbbruder, pltd. HaJfbrOder, m., zu- Halbschein, pltd. Halfschtn, m.. Halb- 

nächst Stiefbruder, dann aber auch rasse, Mischling. De Mutter ö» eNeger- 

Cousin, Vetter. Wi sönd Halfbröder sehe, de Dochter ö* e Hal/Khin, die 

(Cousin und Cousin) — Halfgeschwöster Mutter ist eine Negerin, die Tochter 

(Cousin und Cousine) — Halßchwestre ist eine Mulattin. Kfinigsbe:^. 

(Cousine und Cousine), onae Vadertch Halbichulze, m., Stellvertreter des 

icäre Bröder, Sperber, 14. Schulzen. Kurische Nehrung. Jtdes 

Halben, m., ein halbes Quart Wenn Dorf hat seinen Schulzen und Halb- 
er vier Schillinge zum Halben Bio- er- schützen (Stellvertreter), uTid in Rossiien 
bittet, Mujz er nach Redner-Kunst fünf thwit gar ein Rentmeister, der zuglei^ 



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Halbschwester — Hambott 



Obetfaehmeitter, abo Herr ist zu Waaer 
und zu Lande. Fassarge, B»lL, 
191. 

HalbHhwester, pltd. HaHschwester, /., 
Stie&chweeter, Cousine. S. Halbbruder. 

Halbwaien, pltd. Hatfwage, m., Wagen 
mit halbem Yerdek, TOme offen. 

halbwtgs, hahvAg, ado., einigennalzen, 
ziemlich. J)at ös halfncSgs gSt, es ist 
allen&lls gnt, eigentlich: auf halbem 
Wege zum Guten. Et geit aüwedder 
haiweg, sagt der Genesende, auch: öck 
»t aütcedd^r haiweg. Ich bin zufrieden, 
wenn er nur haho^ge fieifeig wt. De 
franzos verateiht mft sienem Degen haU- 
v>egB omtogahnen. Dorr, I. Wiew., 38. 

Iialbwortsch, pltd. halfwArtsch, adj., mit 
halbem Wort, aaTerst&Ddlich, mangel- 
haft reden, eiue Sprache schlecht 
sprechen. Kannst du polnisch? Nicht 
viel, so haibworttch. 

HUe, Hfile, /, Bretterkasteu aal Ar- 
beitswagen und Ärbeiteachlitten; daher 
HUwtsen, Haischimen. In Franken ^tiZ«; 
der Stamm ist hohl; isländ. heÜir 
Hohle; hierher gehört auch Bäller, 
Seiler (8. i.). Kartoffelhäle, /., H&le, 
Behälter zur Au&ahme Ton Kartoffeln 
bei der Ernte. Hennig, 100. 

Hamchen, pltd. HURfce, n., Hälfte eines 
Ganzen-, als Mafz die H&lfte der halben 
Metze, ^0 eine Viertehnetze Be/t 
man dat vjoü jemals ffesekn, Tiegen 
Groschen dat Hal/tke Mehl Lied. K. 
Pr. Prov.-BL a. F. IV, 159. 

Haling, m., der Zugwind im Ofen. 
Vielleicht von Ball Schall, den ein 
Ofen mit gutem Zuge bSren lälzt. 

Hallss, Hallast, m., Unbequemlichkeit, 
Beschwerlichkeit, Mfihe, Verdrufz. Wat 
Sek mÖt dei Geschichte fer e Haüait 
hebb, ÖS gär nich tau legge. Samland. 
Dat mdkt mt Haüat. Elbinger Ndrg. 



Halleluja, Pflzn., gemeiner Sauerklee, 
OxaUs aeetoseüa L. Hagen, 481. 

HUIer, Heller, m.. Hälter, Behälter für 
Fische, Fischkasten, doch gewöhnlicher: 
kleiner Teich. Vgl. HUe. 

Hals, m. Bah äwer Kopp, Hals über 
Kopf, in grofzer Eile, in Aberstüizter 
Weise. 

Halschen, pltd. HtUske, »., Dem. von 
Eals, eigentlich also kleiner, zierlicher 
Hals; doch ansscUiefzlich Vorhemde, 
das den Hab umschliefzt and die Brast 
deckt, Chemisette. 

Halsel, Halssfil, Halssäl, n. a./., Hals- 
koppel; Säl, Siele (s. d.), die um den 
Hals gelegt wird. Hennig, 95: Mals- 
aehle. 

halsen, aio. Auf dem Schaar an- 
gelangt, halsen die Kähne, legen sich 
neben einander. Halsen hat hier die 
Bedeutimg: Hals an Hals legen; sonst 
versteht man unter Halsen, plur., die 
Taue, womit man die unteren Ecken 
derSegel spannt und festhält. Grimm, 
Wb. IV 2, 256. Breusing, 19. 

HaischtiHen, m., Schlitten mit einer 
Häle (s. d.). 

HaissSI, 71. u. /., s. Halsel. 

halten, it., stark und fest sein, ans- 
dauern. Die Stiefel halten gvt. Sich 
halten, sich gut konservieren. Sich zu 
einem halten, ihm anhangen; sich bä 
einem (Geistlichen) halten, seine Kirche 
besuchen, bei ihm zur Beichte uad zum 
Abendmahl gehen. Sieh mü einem 
{einer) halten, geschlechtlichen Verkehr 
mit jemand pflegen. Sprw. I, 1453. 
Bock, 17. Hennig, 95. 

halterdequatter, adv.,R. talterdeqiialter. 

Hftlwagen, m., Wagen mit einer Hc3g 
Cs. d.). 

halwftg, adv., s. halbwegs. 

Hambott, Hambotte, /'.,Hambutte,HBge- 



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270 Hamen — Handkahn. 

bntte, Fracht des Hagedorns; auch A(ua Aach hampMhm. In Posen hasa^zeft. 

viUosa and Rosa canina L. nnd deren Bernd, 89. 

Frucht. Hagen, 521. 523. Sperber, hampeln, no., mitH&nden nndFalzai 

14, ungeschickte Bewegnngen macheii. Die 

Hamen, m., Xetzsack zwischen ge- aas Pappe (früher aas Holz) gefertigte 

kreuzten Stäben aaageapannt, die an Ziehpnppe, welche am die Wdhnachts- 

langer Stange befestigt sind, eine Art zeit auf dem Markte ausgeboten wird, 

Krttnetz (s. d.), besonders auf tieferen nennt man Hampelmann. In Hessen ist 

Binnenge wässern gebraacbt. Beschrei- der Hampel ein Einfaltspinsel, onge- 

bungundAbbildanginBenecke, 3651 schlckter Mensch; in Bayern SdmyaeL 

Mhd. harne, ham, ahd. hämo = Angel- Vilmar, 147. Schmellerll, 197. 

rate, Angel, aus dem tat. hamus Haken, Hampf, Hanif, m., gemeiner Hanf, Can~ 

Angelhaken, Angel. Weigand I, 646. ncAü satioa L. Hagen, 1039. 

Htlmer, Pflzn., gemeines Pfeilkraut, Httmpinne, /■, die weibliche Pflanze 

Sagütana Bagitti/oUa L. Drausensee. des gemeinen Hanfes. Bock, NaLlH, 

Mahling. 569. 

Hamf, m., s. Hampf. HHfflpttl, n., Hanföl? Einem Bämp- 

Hamm, m., der Teil der Sensenklinge, öl geben — ihn mit Hämpöl achmieraty 

der in den Sensenbaum eingeschlagen ihn mit einem Tauende durchprägeln. 

wird. In Hessen ist die Hamme das Seemannsausdrack. Dzg. Sprw. I, 1. 

Querholz am Sensenwarf („Kafei^e- hanbuchen, adj., hainbuchen; &ber- 

stell" in Xiederhessen), in welches die trogen: derb, grob, knorrig, noch Sche- 

zom Fassen der G-etreideh^me dienen- mionek, 15, robust, ungeschickt, 

den Stäbe eingefügt sind; auch das Handel, w. jüd. Yoni., 8. Hende. 

Eisen an der Sense selbst, mittels dessen Handfwte, /., Urkunde, durch «eiche 

der Sensenwurf an die Sense befestigt Bechte Einzelner oder ganzer Glemein- 

wird. Vilmar, 147. * den unTerbrQchlich festgestellt worden. 

hamm, inUrj., nachahmend den Ton, IHe Handfette von KönigAerg — Dtm- 

der durch das Znsammenschnappen mit zig — Thom — £I&ing — Gulm. hn 

den Lippen entsteht. S^ kann nicht Jahre 1233 ist entlich die Otlmiache 

Aünm nicht hamm sagen — vor Blödig- Handfeste . . . gegeben. Schfitk, 

keit, Beschränktheit etc. ham! meist Frealzen, 18. Und fachten (die Baneni 

verdoppelt: ham! ham! ist in Hessen za Passenheim) nach dem laut jkrer 

Zuruf an kleöne Kinder, durch welchen Handtfeat. Henneaberger, 343. Bei 

sie vom Betasten von Gegenstände, Jeroschin: dt pSbeäichin AonfMSfm 

die sie nicht berOhren dürfen, abge- CBnUen). 8a. Pfeiffer, 171. VgL 

halten werden aollen. Vilmar, 147. Grimm, Wb. IV 2, 387. Brem. Wb. 

Hammeliniki, 7n , Hammelbraten; von II, 586f. Hennig, 96. 

Hammel mit poln. Endung. Trei- Handhaken, m., b. Haken, 

chel. Handkahn, m., Eohn mit flachem Bo- 



hammschan, SU). vonAomm, schnappend den, der durch Handruder bewegt und 
nach etwas greifen. Der Hund hammsckt gelenkt wird, Ut. vsaUile, daher auch 
nach dem ihm zugevjcrfmen Bissen Waltelle, f. GrdÜEere Handk ftbp e ßlh- 



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handlich — Huis. 271 

ran auch Segel. Eine kleinere Sorte adj., liängend, lang und Bctwankend, 

Handkähoe anf dem kur. HafF heilzt ohne Halt. Die schwanken, herab- 

üt. iMta», nach Nüslin. Wh-, 376b, ur- hängenden Äste der H&ngebirke sind 

eprünglich = L5we. . hemgelhattig. Lose, weite Eteidungs- 

handlich, adj., leidlich, ziemlich, mit- stQcke sitzen hangelbtatig, hangbastig. 

telmäizig gnt. Die SchiitAaAn tat nock B&ame, die schlank und geil aofg^ 

iandUch, d. h. möglichst gnt. Es geht schössen, junge hochgewachsene Men- 
noch to handUch! antwortet man auf sehen sind hankeU>astig. Alte Zagtiere, 

die Frage nach dem Befinden. Hen- die schwach und gcbwerföUig wurden, 

nig, 96. nennt man hait^l&astig: de 61 0* öe 6t 

Handnangel, f., Mangel, GlättroUe acfum k hartkdbattig. SamUnd. Fried- 

för W&sche, die darch die Hände be- land Ostpr. Elbing. In Estland Aa(a)n- 

wegt wird. gebtutig zerlumpt, abgerissen. Sall- 

Handpferd, pltd. Handpfird, n., Pferd, mann, 75b. 

das vom Sattelpferde rechts geht, das HSngels, plvr., a. HängeHen. 

der Kutscher zur rechten Hand hat. Huigfilltube, /., kleines Zimmer im 

Hennig, 96.- zweiten Stockwerk, welches in den Flor 

Handplack, m. l.PUck, Fleck anf der hineingebaut ist, so, daTz es gewisser- 

Hand. 2. SchmiTz, Ratenstreich, Hieb mafzen darin hängt. Dzg. W.Seidel, 

auf die Haad. Bock, 17. Hennig, 30. Ebenso in Elbing. Schemionek. 

96. Lit. pldku, pldkli schlagen, peit- 15. Hennig, 78, hat, wohl fehlerhaft, 

sehen, mit Schlägen zächtigen. NsslnL Gangelstube. Im Brem. Wb. II, 590: 

Wb., 304a. Hängelkamer, Gallerie oben in den 

HandBehke,Han8Chl(e,m.u.p^ur., Hand- Häusern, welche zu den Zimmern füh- 

schoh. So wahr aa dit miene SanäKK- ret, und wo das Gesinde za schlafen 

km ignd. Dorr, 1. Wiew-, 9. Brem.- pfiegt. Mnd. Wb. H, 188b: hangel- 

nds. handaken, hatuken, Götting. han- kamer. 

sehen, dän. hanake, isl. handtki, holl. HBngelteti, /. u. 'plvir., Kreuzhölzer, 

^and9cAoeR,Brem.Wb.II,590. Schamb., welche Qber die First des Strohdaches 

74a. gehängt werden nnd diese znsammen- 

handschlagen, »t., mit Gebärden die halten; von hangen hängen. Hennig, 

Hände bewegen, gestikulieren. Da »itzen 326, schreibt RengeUe. Sie heiTzen auch 

oft ein Raufen Weiber, redgn und hand- Hftngels und Kappeln, 

schlagen, und reden, wovonf Soph. R. Hängenetz, n., s. Senknetz. 

III, 193. hangrilckig, adj., mit hangendem 

Handwerk, n., geschenktet. Die wun- Rücken; von einem Pferd, das lang 

demdenGeselleneinesyescA^nifemi/^anti- geschlossen ist, sich schlecht füttert 

werkt (Müller, Schniiede, Fleischer) und nicht nmd wird, 

haben das Recht, von den Meistern hSngs, adv., s. SnethSngs. 

ibres Gewerbes ein bestimmtes Reise- hankelbastig, adj., s. hangelbastig. 

geld, Eor Zeit einer Mahlzeit diese Hans, m. Yom., Abkürzung von Jo- 

nnd abends noch ein Nachtlager zu hannes, wofOr nach Hartwich, 54, 

fordern. auch Haat und Jan. Sds aach in der 

hangelbaatig, hangbait'g, hankollnitig, Gegend von Oonitz. Zu den zahl- 



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272 Hmib op — Happ. 

rdchen im Grimm'Bchen Wb. lY 2, nmff aafaehxaeu. Daa ffänttn itr ^dt- 
459 f. au^efShrteii Terbindimgeii voa lerim preuTziachenBettlerordeageseliah 
Hans mit ersonnenen Eigennamen seien folgenderma'zen: Der Älteste der Bett- 
hier ergänzend angefahrt: HaiM Danne- 1er, der die Taufe verrichtet hatte, nahm 
berg (s. d.). — Hans Haberacht ...zu eine Schäesel voll Bier, -warf eine Band 
hviffe genommen wird Jungfrau Optica, voll Salz hinein, und gab dem Gretaaf- 
mit welcher nicht gar zu viel ein Eanfz ten davon zu trinken, den ÜberrcBt 
Habreckt teil zu thun haben. Linem., golz er ihm über den Kop^ und mm 
T4a. — Hans Oberwitz. Zwar meint wurde dem gehänseten der zweite T^*- 
Hans Obenoüz, es sei ein leichte» Wesen, men aus den 48 Karten des Karten- 
Wenn man mit Feder, Din^ und Schreib- Spiels zugetheilt Seine beiden Paten 
papier umgeht. Carm. nupt. I, 204. — verehrt«n ihm zum Patengescheak 
Hans PinnkAk, Hans Pbonkuchen. jeder einen DreypSlicher (ohngefihr 
Qedanism. — Hans tiberall. Dannenhero 1'/» gr. Prenli.), diesen mnTEte er ein 
sich vber den armen Ästrologum hatig ganzes Jahr lang entweder im Ohr 
machen Sans Überall, Marie Weißling, hängend öffentlich, oder wohl verwahret 
lau: Vierkant, als wenn der Ättrologui stets bei sich tragen. Die gehdmen 
iüla Gewitter (Wetter) im Sack hätte. Bettlerorden in PreuTzen. Prenfz. Ar- 
Linem., D 2b. —Echt preufzisch sind chiv 1793, 10. Vgl anch Grimn, 
die beiden folgenden: Hans von Legltten. Wb. IV 2, 465: hanaen. S. Iiaiswn. 
Wer lügen will, der lüge in die Feme, hApem, ew., stocken in der Bewe- 
50 kaam es Harn von Legitten nicht gong, nicht glatt fortkommen, Ungsun 
merian. Pisanski, 22. Hennig, 37. vorwärts gehen. Es hapert. Es hapert 
Sprw, I, 2479. Legitten, Kirchdorf im damit. Hier hapert a. Ich, sagte ihne» 
Kr, Labiao. — Hans von Segan, im Volks- aber, da/z ich bei ihren Lehrern mteA 
monde Hans von Sagen, ein Schah- erkundigen würde . . . Da wirde hapern, 
machergeselle za Königsberg, der sich, sagte er; denn seit einem halben Jakr 
der Sage nach, in der Schlacht bei bemich ich keine Coüegia mehr. Soph. 
Radaa (1370) rahmlich aosgezeichaet KI, 416. ... mit ihrer Jugendgm<^chte 
hat nnd von den Schuhmachern Königs- haperts. Ibid., 637. Dcu kommt daher, 
bergs noch heute mit Stolz genannt weil es not unsrer eigenen Sache noch 
wird. Sein Uolzbild steht aof einer immer hapert. Ibid. II, 385. Davon 
Pompe am Brandenburger Thor. Hen- haperig, adj. u. adv. Wie jener Küst^ 
nenberger,210. Hennig, 97. Sprw, von seinem Sohn sagte, der auch m 
I, 1414. haperich gepredigt hatte. Soph. R. I, 

Hans Opl Hans, auf! Name für den 324. Schwell, heifzt in der Rede stocken 

Springkäfer. oder stecken hleiheu happleu Adelung 

Hans, wat fragst du danau, Hans, was U, 971. Bock, 17. Hennig, 97. 

fragst du danach. Unguentum contra Sperber, 15. Schemionek, 15. 

seabiem, Krälzsalbe. Grimm, Wb. IV 2, 471. 

Hanschlie, m., b. Handsciilie. Happ, Happe, Happen, m.. Bissen, so- 

hftnsen, sw., in die Hanse oder Hanse, viel mit einem Male abgebissen wird, 

Genossenschaft, Gesellschaft, Zunft, das mit einem Zuschnappen Eilalzte. 

unter gewissen Gebr&achen, die San- Em Happen Flmchf womit man jedoch 



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bappen — HAtomB. STST 

aacfa ein kleines Stfick Fleisch be- HflrhamilWr, n»., Hammar mm hü- 

zeichnet, dos einige ^a;};)«» giebt. Aucb ren. 

.Haps. Beliebt ist das Bern. Eappchen, Harke, /., Rechen. Yerwandt er- 

Häppchen, pltd. Rappke. Gieb mir doch scheint engl, harrow, dän. haro Egge. 

ein Häppchen. Lät mt e Eappke af~ Ek war dt loiaen, loat 'ne Mark es, ich 

Inte (abbeifzen). Henni g, 326. Sper- werde dir den Standpunkt klar machen, 

ber,. 15. Elbing. Ndi^. Vgl. Sprw. I, 1492. 

banwn, no., zuflchnappen; anch hap- Grimm, Wb. IV 2, 478. 

HR. Ebenso in Bremen, im Götting., harhm, »lo., mit einer Harke arbeiten; 

in PoBunem, in Estland. Brem. Wb. auch, wenn scherzweise .fiar^ — Kamm 

11,594. Schamb., 74b. D&hn., 175a. genommen wird, kELnunen. Eck harkd 

Sallmann, 32b. »yn Haar so krwut, as wie en SchwaaVct- 

happerig, adj., reizbar, streitsüchtig, neat. Carm. mtpt. I, 282. — aufharken, 

Natwigea. den Boden mit der Harke lockern, 

happig, 04^., von kappen, gierig, hab- mit der Harke reinigen. — einharken, 

sfichtig, mit Verlangen hastig zugreifend, mittelst einer Harke die Saat in die 

Man nich so kappig! Ebenso in der Erde bringen. Nach Pr&torius auch 

Altmark. Danoeil, 75a. s. v. a. sammeln, einnugsten, einernten. 

Haps, m, 8. Happ. Pierson, Matth. Prätor., 28. - 

hapschl, interj., s. hepscht. Harkenzinke, pltd. HarkeUnk, /, Zinke, 

hapsen, »w., 3. happen. Zahn einer Harke. 

Harbsel, n., nach Hennig, 98, Über- Harkenzinker, pltd. Harketlnker, m., 
bleibsei, das, nachdem eiue Getreide- Bohrer zu den Löchern der Harken- 
lage abgedroschen, in den V\^inkel ge- zinken, 
fegt wird. Vgl Hartael und Harfsel. Harksel, n., das mit der Harke auf 

H&rchw, plw., kleine Säcke zum einen Haufen Gebrachte: Heu, Getr^de- 

Ftsch&nge. Dransensee. halme elc. Vgl. Harbsti. 

Hardel, f., Oberhaut am Flachs- Hann, m. Tom., Hermann. Hart- 

gtengel. wich, 54. In der Dzg. Mhg. Hamw. 

harden, tut., härten, erhärten lassen. Viol4t, 101. 

De Botter kärden. Dorr, 61. härmen, tw., sich, sich härmen, mit 

.httren, «v., schärfen, dengeln: die trüben Gedanken quälen, sich dem 

Sense durch Klopfen mit dem Hftr- Gram, dem Kummer hingeben. Sock 

tiammer auf einem kleinen Ambofze härme on karme. Ygl. kvmen. 

scharf machen. Mnd. här nnd hdr- Harmus, Pflzn. 1. Sumpf- Dreizack, 

hamer. Mnd. Wb. II, 205 ff. In Hessen Triglocfaa palut^e L. Hagen, 400. 

auch metaphorisch: dnrchprügeln: ich Nach Mfihling im Ermlande Sensen- 

hab «An ordenüick gehart. Yilmar, draht 2.- Ackerschachtelhalm, Equite~ . 

151. Hennig, 98. ium arverue L. Mühling. S. Drun- 

Harfael, n., das durch eine Getreide- ketpfeHe und Hftrmoos. 

harfe geworfene nnd sb gereinigte Ge- Hflrosch, n., Lied nach eigeatümUdieT 

treide. Weise, welches beim Ackern den Pfer- 

Hargimke, (?), ein Rücken (Beet) des den vorgesungen wird; sie sollen nach 

Ackerlandes. Dzg. Nhg. Yiolät, 100. demselben nicht nur besser und mun- 

PflK^tdcr, Wtiuitaetal. Ig 



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274 LKTTen — hascheni, 

terer, eondeni sogar nach dem Takte spann, Herzspannimg, YersohweUoDg 

gehen. Marienbg. Niederung. unter den kurzen Rippen, Magenan- 

harren, sw., in abhören und anAar- schwellang, Mangenkniinpf. In Pom- 

ren, raten, anspornen, ermantem, an- mein aach Creschwolst zwischen den 

razen, mnd. harden, herden. Mnd. Schultern. Dähn., 177b. YgL Hezspr. 

Wb. II, 206a. 65 f. 

Harrftg, m., EleiderstofE, s. Rasch. Hfts, m. Vorn., s. Hant. 

hart, adj. 1. sprindig; vom Wasser, Haschapischa, m., kleiner Ackerwirt, 

du aus der Erde quillt, im Gegensatz der vorzugsweise ale Fuhrhalter Dienste 

zum wachen Wasser, Flafznasser. 2. leistet; auch Hotk^bclia(er); ans den 

laut, kr&ftig; von der Stimme. Er hat anspornenden Rufen: Ha, Satcha, Hot 

eine Itarte Reif, er spricht sehr laut, and Peitecher (von Peitsche) zusammen- 

3. dicht dabei, angrenzend, anstreifend, gesetzt. Frauenburg. 

Dat ÖS Aar* am Pkdstehle, daa grenzt Häschen, n., zunächst Dem. von Hiae. 

fast schon an Pferdediebstahl, ist die- 1. Lederpolster, das die Schuhmacker 

sem zu vergleichen. aof das Blatt des Leistens heften. Dat 

hartagen, «w., s. haartagen. Häske. 2. Di^ Haschen, Holzkloben, 

Hartem, Hartreder, Päzn., Blutroter Holzabf&Ue, welche die Arbeiter sich 

Hornstrauch, 6bmu8 son^^utn^a Z<. Ha- aneignen. Hennig, 98. 3. das Fleisch 

gen, 175. am Rückgrat der lUnder und Schweine, 

hwlleibig, adJ. I.. harten Leibes, ver- das Märchen (s. d.). In dieser Be- 

stopfi; 2. geizig, schwer zugänglich fOr dcutung auch in Estland. Sallmann, 

Hilfesuchende. 67 a. 

harUlch, adj. 1. hartlich, ein wenig Haschenbrot, pltd. Hftskebrot, Hasen- 
hart. Das Quelhvasser ist harüich, sei- brot, n., Brot, das den Kindern von 
ner. mineralischen Bestandteile wegen Besuchen oder aus derStadt mitgebracht 
zum Waschen nnd Kochen nicht ver- wird. Ein Häschen, so wird erz^t, 
wendbar. Dat Bier ist kartiich, es hat's für das Kind mitgegeben oder in 
ßlngt an sauer zu werden. 2, strenge, einem Verstecke zurückgelassen. Fremd 
mit Härte. Harllich /asten, ein^ch Brot — Naba-s Brot — Ss Hmkebrot 
gesalzene Speisen geniel'zen, ohne Zu- Sprw. I, ^&&. Pippen pappen Hasen- 
Ihat von Butter oder Milch. h-ot Volksr. 132, 552. In der Alt- 

Hartreder, Pflzn., s. HUrtern. mark Häösk^nbrot alles Erzbare, das 

hartschalig, ad/., oft falsch hchd. hart- den Kindern mitgebracht wird. Dan- 

schSlig, mit harter Schale versehen; neu, 77b. S. absent. 

von Kartoffeln, Äpfeln etc. Haschenschielzen, n. Das Aschen, das 

Haiisehlag, «». 1. Schlag des Her- geschossen wird, ist die Holzklobe, 

zena, Herzschlag. 2. Krankheit der welche der Arbeiter bei der Anfuhr 

Pferde und des Viehs, in der ihnen desBrennholzes für sich beiSeiteschafli. 

das.Almen schwer wird. Hennig, 98, Kgsbg. 

hartschlaubig, pltd. hartschlQwig, adj., Hascheriapp, 'm., Geck, alberner 

mit harter Schlaube versehen; von Mensch. Samland. Mühliog. 

Hfilsenrrfichten. Vgl. Schlaube. haschem, m>., alberne Streiche trei- 

Hartspann, /., Herzspann, Heizge- ben. Von kaschenl Mühliog. 



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HasohA — HAubenkobbeUerche. 279 

Haichfl, /., Dem. Maichuehe, pltd. haspeln, sie. 1. aufirinden, weifen, 

Haichvie, die Wi^e, das Bett; der das Gespinust in Gebinde and Stücke 

Schlaf, ön e Üaichü ffäns, zu Bette bringen, 2, mit den Beinen ampeln; 

gehen. Namentlich zn Rindern. Mak von kleinen Kindern. S. abhaspeln. 

ffaschüke, lege das Köpfchen an, 3. schnell gehen, laufen. G-rimm, 

achlnmmre ein! S. Hahl Wb. IV 2, 545. 

haichOen, aw., schlafen. Komm ha- Haspelstock, m., eiserner oder h&lzer- 

gckuen, mein Herzchen! ncr Stock, aaf welchen die Spule mit 

Hase, ffl., blanker, Tiinkart in der dem Gespiunst aufgesteckt wird, wenn 

Danziger Nehrung. Violöt, 165. Ge- dieses ahgehoipelt werden soll, 

naneres nicht angegeben. Hassel, /., Hasel. Gode Morge, gode 

Hase, m.. Strumpf. Mnd. haw, hose Marge, min Hasselbmch. Volksl. 248, 

Bekleidung der Beine und der FßCze. 854. Ebenso Haaselnufz, SaeseUtoek, 

Im Nd. hat sich später der BegrifT des HaaaeUtrauch. 

Wortes verengt nod hase bedeutet nur HftsteiD, n., Hastihn ^ du hast ihn 

Strumpf Mnd. Wb. II, 305b. Brem. zu greifen, Greifspiel der Kinder, von 

Wb. II, 601. Uennig, 98, Hochdeutstlien Greif chen gPRAoni. Wt 

Haseleiche,/., QutfTCTM i£o^r, 8. Äugst- vxlU Mastern &pele! He ipilt möt em 

eiche. Bästem, er hänselt ihn, täuscht ihn. 

Haseling, Fischn., s. Hasling. Kgsbg. Die Mäuse jagen sich hi^ 

Hasellänuncheii, n., Ivätzcben der Ha- Hästem, in einem unbewohnten, ver- 

sel. Es kann wahr s^n, daß der Bräu- fallenen Raum, Hause etc. Vgl. Greif- 

ügam aux der Seitenlocke seiner Perücke chen. 

ein Baaeüämmchen herautzwpfte. Soph. Haster, m., s. Heigster, 

R. III, 241. hastig, adj. l. eilig, jn Hast. Hastig 

Hasenbrot, n., s. HaschenbroL laufen — tprechen — trinken. 2. er- 

Hasenstricker, m., Strumpfwirker, regt, eifrig, zornig, ungestQm. Er ist 

Hennig, 98. VgL Hase. ein hastiger Mensch — ist gleich hastig. 

Haskefett, n., Haschenfett^ wird in Hennig, 99. 

den Apotheken als Hellmittel gefordert. Hasikopf, m., Kopf, der in Hast gerät, 

£s wird Schweinescbmaiz gegeben. leicht in Eifer und Zorn kommt; zur 

Httsllng, m., Fischn., Squalius leucis- Bezeichnung eines jähzornigen Men- 

cus L. Auch w&fzer Döbel, kur. balta sehen. 

tzapalae, nas. Jasz. Benecke, 139. Hau, Hei, m., Schlag, Hieb; von Aot»». 

Nach Mfihling, Tiern., 172, Httseling Es giebt Haue. Dat ging ömmer Hau 

und in der Gegend von Braunsberg fer Hau, oder Hei fer Hei, d. i. rasch, 

Lauben. schnell. 

Hasp, Filzn., Espe, Zitterpappel, Rt- Hauhe, f., die breite Fläche der Axt 

pulus tremula L. Treichel,' Volksth. Mühling, 

Haspel,/, u. m., die Garnwinde, Weife; Haubenkobbellerche, /., Haubenlerche, 

auch genauer Garnhaspel. So dafz sie, Alauda eristata. Sie heifzt auch Kapp- 

U7R noch bleiben zu können, den Haspel lerche, Schvhslerche, Spitzkopf, Strafzen- 

nahim und jene Arbeit (des Abwind ens) röu^, im Ermlande <^ntemcM. Müh- 

fortume. Soph. R. V, 188. ling, Tiern., 172. 



idbyGoO'^le 



37S Haubitze — HAuBchea. 

HuibHze, /. Bk ist besofen wie eine zum zweiten male teilt Vgl. anct it^ 

Haubitz. Sprw. 1, 445. Vgl. Kanone. chen. An den . HafFen heifzen diese 

Haubuche, /., s. Heibuche. Landspitzen Haken. S. RbdiBfL 

hauen, ato,, schlagen, prQgeln-, mähen, Haupbiein, vi., erste Sorte des Betn- 

das Getreide, im Gegensatze zu schnei- eteins nach der General-^^trand- and 

den. Nach Hartwich, 348, n-ird in Bernüteinordnung vom J, 1693. Bock, 

den Werdern Kom nnd Weizen mit Nat. II, 216. Vgl. Stein. 

Sicheln abgeschnitten, Gerste aber, HaiK, pitd. Hlks, n. I.Hausflur. Kleia 

Hafer, Bohnen und Erbsen werden mit I, 188, und nach ihm W. Seidel, 30, 

Sensen abgehauen. In Ostpraufzen wird und E. Förstern. S&ena Haus iadie- 

beim M&hen allgemein die Sense ge- sem Sinne als ein der Stadt Daang 

braucht. eigentümliches Wort an; mit Unreclu, 

Hauer, Hftuer, m. 1. der da haut, es ist in Ost- und WestpreoTzen und 

nfixnlich das Getrade mit der Sense, weiter allgemein gebräuchlich. T^ 

der Mäher im Gegensätze zum Schnit- Grimm, Wb. IV 2, 641. Danebien 

ter. Die Schnitt^- werden besser bezahlt gilt Hausraum. 2. Heimat, Vaterland. 

als die Hauer. Hartwich, 349. 2, Bt mi to Hvs, bei mir zu Hanse, in 

die drei Sterne im Gürtel des Orion, meiner Heimat. Wo Iniat duto Eüt! 

D6nh. Dreegoldne Hauer boawen stoan', 3. & kommt mir so bekannt vor, aber 

Du sitttt se op on n^dder ffoan'. Dorr, ich kann ihn den AvgerAUck nicht m 

45; .Hause bringen, ich weih nicht, welchem 

Häufchen, pltd. HQpke, n., Häufchen, Hause er angeh&rt, wer er ist, wie er 

Dem. von Haufe. Häufchen Unglück, heifzt. 4. in den Folgen sich ein- 

pltd. Hüpke OngiÖck, seh wach lieber, stellen. Wenn der unwissende «wti, 

elender, siecher, betrübter Mensch, dafz jeder Rausch ihm einst, wempstau 

Sprw. II, 2757. Sperber, 15. m AÜa" zuhame kommt. Soph. R IH, 

Hauklotz, m., ein Mensch, stämmig 463 f. 

und kräftig, aber auch ungeschickt wie hausbacken, pari. adj. I. Brot, d^ 

der Klotz, worauf der Fleischer das zu Hause gebacken ist (fder im Te^ 

Fleisch baut. Der Kerl ist ein rechter zu Hause dem Bäcker vorbereitet wnrde: 

Hauklotz. das hausbackene Brot, auch Hau^ei»- 

Häunerbrink, Heunerbrink, HUhnerbrink, brot, n., im Gegensatz zum B&cke^ 

n., eigentlich Hühnerstelle. VolkstQm- biote. Vgl. BroL 2. übertragen aof 

liehe Bezeichnung für Hflnengrab. den' Menschen: gewöhnlich, einfidi, 

Westpr. Treichel, prähistorische simpel, ledern: ein hausbackener Mentd, 

Fundstellen in Westpr. Verhandl. der ein Mensch beschränkten Verstandes. 

Berl. anthr. Ges. 1880, S. 401. Hausbackenbrot, n, s. das vor. 

Haupt, pltd. Hüft, H., Landspitze, Kap. Hautbestie, /., Bestie im Hause, ur 

Hier kann vian viele Schiffe, sehen, die Bezeichnung eines recht bösartigen oad 

sich sehr fleifzig Tag und Nacht Umhs schlechten Menschen, namentlich eines 

Haupt der guten Hoffnung drehen. Weibes. Das ist eine Hautbettie. Aach 

Carm.nupt.l.,b9. Das Damiger Haupt, adjekt.: hausbest'ge Kanaille! 

Ijandspitze, an der sich die Weichsel Häuschen, pltd. HQske, HOlke, n., Dem. 



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Ifanacbnar — Hanainarke. 277 

von Baus. 1. dw Abtritt, die Retirade. Haingras, n., Pflzn., nach Mfibling 

2. das Eernhaas des Obstes. Bock, in Litaaen das Ackergras (s. d.). 

17. Heonig, 99. - hausiereii, «w., vie AouMR 2, lärmen, 

Haittchflur, pltd. Hauschnfir, /., eine unbändig und wild im Hause umber- 

übereas lange und feste Schnur mit fahren. Man ruft tobenden Kindern zu: 

zahlreichen Angelhaken zum Fisch- Hatmert nicht so! Bock, 17. Hen- . 

fang in der See. Als Lockspeise wer- nig, 99. Beide fithrca noch die all- 

den vorzugsweise Süter angesteckt, da- gemeinere Bedeutung an: tod Hans 

her auch Sütergam. Die Pormicheln zu Hans ziehen, Waren feilbietend, 

werden an un»em Küsten nicht mit oder bettelnd. 

Netzen, sondern mü Hamen, welche die Hautkater, pltd. HQskater (a = o), m., 

Fiicker eine Hatuchnur oder auch ein der zum Hause gehörige Kater; üb«r- 

Suttergam nennen, gefangen, ßock, tragen; der in Cremütbchkeit häns- 

Nat.IV, 705. ...and von Jacobi bis lieh lebende Familienvater. Bei Stein 

Mich. tOM etwan grober fHsch wäre, k unter den Ekelnamen. Peregrinus XII, 

ufm Bauschnur gefangen wird, das 82. W. Mtsbl. V, 191. 

Schock zu 15 Gr. Pr. Haff- u. Fisch.- H^ler, pltd. HUsrer (ü lang), m., 

Ordnung von 1640. Ibid., 697. Instmann, der ein Haus besitzt, ohne 

hausen, pltd. hase(n), sw., von Haus. daTz ibm der Grund gehört, worauf 

1. wohnen: sich aufhalten, wirtschaften; dies steht. Bock, \at Y, 386. 

zusammenleben. Bei ward ht nich lang" HSusling, pltd. HUsling (ü lang), m., 

h&se, er wird hier nicht lange wohnen, aus dem ursprünglichen B^piffe Mitr 

aushalten, sich aufhalten. Dei heft bewohnereines Hauses: Bewohner eines 

schlecht gekäst, er hat schlecht gewirt- Armenhauses, Arbeitshauses, Str^ing. 

scbaftet, seine Wirtschaft übel geführt. In Estland: der zu Hause unterstützt 

Mit dem läfzt sich gut hausen, gut ver- wird. Sallmann, 67a. 

kehren, zusammenleben, zusammen- Hausluminel, «n., bei Stein unterden 

wohnen, weil er ein friedlicher Mensch Ekelnamen. Peregrinus XU, 82. Im 

ist; gegenteils: Mit dem ist nicht zu Bremischen Lümmel Weichling, fauler 

hausen. 2. lärmen, toben, ' poltern, Schlingel. Brem. Wh. III, 98. 

stürmen; vom Winde, der heulend'durch Hausmännchen, Hausm&nnlein, n., das 

das Haus jagt, vom wilden, jähzornigen Heinzelmännchen. Vgl. Untererdschken. 

Menschen, der im Hause umberlärmt; Hausmarke, /., -zeichen, n., Marke fOr 

in letzterem Sinne herURihausen. Der das Haus als Wahrzeichen für das 

hat hier gut gehaust — herumgehaust. Grundstück und den beweglichen and 

HausenschlUssel, pltd. HQseachiatel, Häs- unbeweglichen Besitzstand desselben; 

schlfttel, 7»., Hausschlüssel. ebenso Hofmarke, -zeichen. In manchen 

HausenthÜr, pltd. HQsedär, HOsdär, /., Scbulzenämtem ist das Verzeichnis 

Hausthür. dieser Marken, womit auch alle Geräte 

Hausgesinde, pltd. HOsgesind, n., in gezeichnet werden , auf den sogen, 

den Werdern zur Bezeichnung der Fa- Ho/zeichentafeln aufgestellt. Weichsel- 

milie mit Ausscblnl'z der Dienstboten. Niederung Dzg. Nhrg, Vgl. Pas- 

Paasarge, 214. sarge, 348 ff. Violöt, 37. 



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2'f! Hausmauser — Heck. 



er, m., der im ILiuse maust, Manc/tem war dat noch nUh recht, HodtF 

d. i. heimlich stiehlt. Von Stein, Pe- gewös noch hit gehäwe, Warderech. 

regrinas XII, 82, als Ekelname ver- Bur ., 8, 5. 

zeichnet und hier wohl gleichbedeutend Hebenetz, ».. s. Serricnetz. 

mit Hatiskater, der ja auch ein Man- hebna8ig,0Kf;., die Nase hebend, hocb- 

ser ist. W. Mtsbl. V, 191. tragend: hochnäsig, stolz, hochmütig. 

HaUMtter, /., Hausscblange: böse Er üt ein h^bnaaiger Menech. 

Hausfran; wie das vor. bei Stein ua- Hechsfer, m., s. Heister. 

ter den Ekelnamen. Hecht, n., das Heft am Messer, Stemm- 

Hausquartal, n., im Werder das bare eisen, Schneidemesser etc. 

Gehalt des Geistlichen ; wohl, weil Hechtlock, m , PSzn., spiegelndes Sam- 

jedes Haue qaartaliter einen bestimm- kraut, Laichkraut, Potamogeton lueeta 

ten Beitr^ zu demselben zu entrieb- L., weit es den Hecht anlockt, seinen 

ten hat. Luch daniDter za bergen. Hagen, 

HausBChlingel, m , Ekekame auf einen 185. 

t>5sen Hausvater, vielleicht auch un- Hechtpant, /, Pant zum Fange der 

nfitzen Sohn des Hauses. Stein, Pe- Hechte. Memelmändong Beschreibimg 

regrinas XH, 82. und Abbildung in Benecke, 392 f. 

Haustalnken, pitd. Hflsdrinke, n , leich- Hechtsuppe, /., Suppe, Sauce zum 
tes Bier, Tafelbier, das sich die Land- Hecht Es zieht an wie BechtKuppe, 
leute steuerfrei, jedoch nur fQr den der Hieb, die Prügel. , 
Hausbedarf, brauen 'dürfen. Da dies Heck,». I. Einzännupg, Gehege von 
in einem Kessel geschiebt, so heil'zt Domgostr&nch, Kaddig, Latten, Sta- 
das Bier auch Kessettrinken. Da^ Kettel- ken etc. 2. Thfir in einem solchen Zans, 
trinken ist in den Landesordnungen in einem Hofe, am Dorfeingaoge An 
von 1577 und 1640 aufgefahrt; es ist dem Dorfheck stand in frflherer Zeit 
darin den Freien und Bauern freige- eine Hatte, in welcher der Ortsarme 
stellt, dies Getr&nk zu brauen, jedoch wohnte, der das Heck zu öfiheD hatte, 
gegen Äblegnng der gebührenden Zei»e. Und da sie (die Braut) durch ein Thor 
Hauswirt, m., Hausvater, Hausherr, oder Heck geführt wird, mufz aie tatch 
E» fragete eiTtsten ein guter Haufzoater was hinwerfen. Pierson, Matth. Pr&tor., 
oder (wie tcir ihn bei uns nennen") ein 89 f. Die Weiber beglaien ihn (d«n 
guter Haufzwirth etc. Linem., Cccia. Leichnam) bis an des Dorf ^ Heck oder 
HHwel, m., s. HfiweL Thor. Ibid., 103. Er i*t gleich beim 
HSwke, m., s. H&flw. Heck, er ist gleich bei der Hand, mit 
haxen, kw,, s. hadcsen. der Antwort bereit; auch: mischt äch 
he (e kurz), inUrj., Zuruf an die in Dinge, die ihn nichts angeben. In 
Pferde, wenn sie anziehen sollen. Vgl. Bayern: bei da Heck aein, gleich dabei 
hol sein. Klein I, 189. Er macht ihm 
tti, pron., er; mehr noch hei (s. d.). ija« //eci zu, hilft ihm bei seinen schlech- 
Hebelten, pbtr., s. Hfiwellen. ten Streichen. Er mufz da» Heck zu- 
haben, at. Einen h^ien, einen Schnaps machen, den Schaden allein tragen, eine 
trinken. Einen gehoben haben, ange- Angelegenheit beendigen. Sprw. I, 
trunken sein. Sprw. I,' 445. 1532. 1535 f. Wenn »ich mir da e 



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Heokel — hei. 



279 



Sahn au/t Heck setzt, so wird nür^s 
doch niemand verdenken können, da/z 
ich ihn we^srheuche. Soph. R. IV, 156. 
Die Warzel ist heffen, wiivon auch Ge- 
h^e, Haff. Im Brem. Wb. If, GH: 
Im Sek hangen hlioen = stecken blei- 
ben, nicht zam Zweck kommen. Hen- 



n'B: 



101. 



Heokel, (?), nach Mahling, ohne 
genanere Angabe, ein Fischergerät, 2 
Klafter lang und 2 Schock Maschen (P) 
brert; im 17. Jahrh. üblich. 

Heckfeuep, n, nach Grimm, Wb.IV 
2, 747, auch Hecken/euer b. v. a. Klein- 
gewehrfeuer der Infanterie, das nnr 
Ton einzelnen ans dem Glied e Hervortre- 
tenden abgegeben wird. Vielleicht näber 
liegend: Brand einer Hecke, der sich 
überans schnell fortpflanzt Man sagt 
von einer Nachricht, die sich BclmeU 
verbreitet: sie geht wie ein Heck/euer. 
"Wie schnell würde eine Hecke aus 
Kaddigs traue h fortflammen! Der im 
Wb. ans Hippel I, 340, angefahrte 
Beleg: ein Gespräch, das wie ein Hecken- 
feuo" herauj^ranff, und wobei mir viel 
en^ng, spricht für dies« Annahme; 
währ^id folgende Stelle ans Soph, R. 
V, 590, mehr die Erkl&rung des Wör- 
terbnches belegt: Das (Gez&nke, der 
Streit) ging wie ein Heck/euer, und die 
Nachbarn etc. bUSen unter den Fenstern 
stehen.- 

Heckposten, m., Posten, Aufpasser 
am Heck, um es zu Sfhen und zu 
schliefzen. 

heda, interj., Zuruf in dem Sinne von 
A« f^o, er da, sie da! und anspornend 
zn den Pferden. Vgl, hoL 

Hedchen, pltd. Hfidke, Dem. von Hed- 
wig. 

HeMerich, m., Hederich, Raj>hanus 
raphanistrum L. Vgl. Kidik. 

heddem, sw. l. hadern, zanken, 



zerren, necken. 2. haken, haft«nd fest- 
sitzen, zusammenhalten, wirr werden, 
verwickeln; zunächst von Fäden und 
Geweben, aber auch von Personen und 
dann gewöhnlich verheddern. Berr 
Malgri hat »ich da in Koschchena Schlin- 
gen verliedd£rt. Soph. R. I, 648. Sich 
verheddern, sich erzürnen, entzweien. 

Heddernesiel, pltd Heddernettel, /. 1. 
Pflzn,, Brennnessel, E/rficawensZ/.Mäh- 
ling. Treichel, Volksth. 2. hadern- 
der, zanksflchüger Mensch ; von heddem. 
Sohemionek, 15. S. hiddern. 

Hede, /., der zuletzt in der Hechel 
zurQckbleibendeRQckstand des Flachses, 
Werg. Sie wissen, wie ich bin: ich 
brenne lichterloh auf wie ein- Bund 
Hehde. Soph. R. I, 383. Brem. Wb. 
H, 611. Vilmar, 156. Grimm, Wb. 
IV 2, 750. 

heden, adj., aus Hede gemacht He- 
den -Garn, Hedgarn. Ein hedenes ha- 
ken. Bedene Leinwand, Bedlevrvwand. 

Heermoos, Heermulz, Pözn., Acker- 
schachtelbalm, Equiaetum arvense L. S. 
Harmus und Katzenzagei. 

Hefenbrot, n., s. BroL 

Heft, n., s. HUfL 

hegen, sw., beisammen halten, zn Rate 
halten, sparen; schonen. Davon der 
Heger, Sparer. Sprw. I, 1541. Hen- 
nig, 100. 

hegen), »w., durch Hegen schätzen. 
Vgl. anhegem. 

HAgster, m., s. Heigster, 

liei, pron., er. Bei, sei on stn Wtu}. 
Doch auch Substantiv. Bei, ffe, m.. 
Dem. Beichen, Beike, Riehen, BSke, 
das Vogelmäimcben. Os et en Beikef 
Bock, 18. Hennig, 99. Vgl. Sft 
und Sie. 

hei, inl^., Anruf zur Aufmerksam- 
keit. Bei, Vader, de Schömmel ös dot. 
Voltsr., 18, 74. Vgl. IL 



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280 ■ Hei - 

Hei, m., s. Hau. 

Heibuche, pltd. Heibek, Haibftk, '/., 
Hainbuche. ' Eeihüchen, heASke Holz, 
hfünbuchen Holz. Im Ermlande //«u- 
büeh. Sperber, 15. Auch Haubuche. 
Hagen, 1006. 

Heitte, /., Wald. Die Qaponuche 
Heide. Die Tuchehche Heide. Hennig, 
326. 

Heidebiume, /., Pflzn., offenbluroifte 
Kuhschelle, Puhatäla patem L. HeD- 
nig, 100. Hagen, 563. 

Heidechs, Heidex, /., Eidechse, mbd. 
egedekae, eidehse, ahd. egidehsa, egidehxd, 
eidechsa, edehaa. Weigand I, 365. 

Heideldei, n., sllea in ^em, die „ga^ize 
Bagage". Mit aüem HeideMei. Sche- 
mionek, 15. 

heideldtdelduschke, Klangwort, im 
Ileime : Heideldtdelduschke, Qah nich ön 
de Knuchke. Volkar. 13, 57. 

Heidemak, m., wilder Heide, Mensch 
von ruhelosem Wesen, unkirchlichem Le- 
benswandel, wilder, iiDbändiger Junge. 
Königsberg. Stallupönen. Die Haj'de- 
maken waren rebellische Bauern, später 
' Räuber in den galizischen Karpathen. 
S. Sacher-Masoch, Der neue Hiob. 
Deutach. Hausschatz 1875/76, S. 70. 
113. 131. Kevue de deux mondes, 
15. Septembre 1^74: Sacher-Masocli, 
Le Hajdamak. K4cit des moenrs des 
Carpathes. 

Herdenbtot, pltd. Heidebeat, n., Heiden- 
bestie, Schimpfwort auf Tiere (Pferde, 
Rindvieh etc.), aber auch auf Menschen. 
Vgl. BteL Seiden, fJeide dient als Ver- 
stärkung des Grundbegriffes in dem 
Sinne von fürchterlich, wild, verflucht, 
gewaltig, übermälzig, heftig. Hennig, 
100. Siehe die folgenden. 

Heidengeld, pltd. Heidegüid, n. Das 
ko$tet «in Heidenffeld, übermäfzig viel 
Geld. 



HeMenkUte, pltd. HeidekDU, /., heftige 
Kälte. 

HeJdenl&rm, m., wilder Lärm; ebenso: 
Heidenrandal, m, s. Randai. 

Heidex, /., s. Heidechi. 

Iieidl, interj., znr Bäzeichnnog schnel- 
len Koramens und tiehens, des Ver- 
lorengehens. Heidt war er fort. Auct» 
als Scheuchruf. Sin Gold 5a heidt, sein 
Geld ist heidi, im Umsehen verloren. 
Letztere Redensart, nach Grimm, Wb. 
IV 2, 809, durch ganz Deutschland ver- 
breitet. On nu heidi! •= fort. Dorr, 
1. Wiew., 122. Ricbey, 93. Schmel- 
1er I, 152. Vilmar, 157. 

Heidnägelchen, n., Pflzn., EartbäDser- 
Tie\ke, p^nÜtus Cartkusianortim L. Ha- 
gen, 456. 

heidscli, adj. Heidscke Lü'dkea, kUene 
Ijü'dkea! Klang der Glocken zu Plasch- 
ken bei Tilsit. Volksr., 270, 937.. 

Heiduck, auch Heisuck, /., zur Bezeich- 
nung strenger Aufsicht, scharf beobach- 
tenden Naheseins. Ich hob' ihm immer 
auf die Heiduck gesessen, gleichsam anf 
dem Nacken gesessen. Einem auf der 
Beiduck sein. Hei heft em op e Bei- 
suck, er hat ihn auf dem Zuge. Y^. 
Sprw, I, 1543. Wäre uns aber Sirim 
SD nahe auff der Heymck mit teilten 
Gaben und lAeht, vmrde Sirius solche 
Bochheit und nicht die Sonne von uns 
erlangen. Linem., C 3b. Ursprüng- 
lich wohl von dem ungarischen Volks- 
stamme der Heiducken, die an HSfen 
als Diener hinter ihren Herren her 
waren. Vgl. Grimm, Wb. IV 2, 812. 

heien, geheien, pltd. hien, gehte(n), 
sw., neckend' tänschen, vexieren, zum 
besten halten, versprechen und nicht 
halten. Dönh. Ermland. Mühling. 
heien hat mhd. intrans. die Bedeutung 
von wachsen, trans. pflanzen, aufziehen, 
hegen, schätzen, pfli^en. Schade Wb., 



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Het«r — faeileD. 281 

379b. In Bayern geheien werfen, geschnitteneD Halme beim Fallen zu 

schmeifzen; kümmera, bekümmern; pla- stützen, damit sie angeknickt auf «len 

gen; sich packen, fortmachen; verder- Schwad gelegt werden könnes. ^gl. 

ben, za Grande richten, zerbrechen; auch X. Pr. Frov.-Bl. a. F. YII, 439. 

anwillig, zornig machen; in Bessen pla- Heikespie(z, pltd. HeikespM, m., Spiefz, 

gen, vexieren, ärgern. Schmeller II, Stab an dem Heike, der sie an der 

132. Yilmar, 157. JiJan mu/z emer- Sense festh^itt. 

gieeu, andere premiren, Hch herfürthun, hell, pltd. hfil, adj. n. adv. 1. unver- 

da und dort hinaufgehen^ freiken, gelt sehrl, ganz, unverletzt, gesund. Teller 

läken, geheim, landgütter kaufen, seine und Gläser, die zur Erde fallen und 

AdeUcKaft und leinen standt herfürbrin- unbeschädigt bleiben, Bind heä, hil. 

gen. Stein, Peregrinus YI, 30. W, In Liv- und Estland ebenso auch vom 

Mtsbl. S, 140. Wir (die Ordensritter) ungeschnittenen Brot, Käse. Hupel, 

han einander tbolgeheit, Und sind de» 92. Sallmann, 32b. Sage er ihm, 

Landes worden queit, Das hab&n vnr zu da/z er dem Herrn Hofrath seine heilen 

dancken den Ha^en, Schwaben UTid Knochen zu verdanken hat Soph. R. II, 

Ji^anJcen. Et\. Fr. I, 157. — Gekeien, n. 469. Et öa all wedder hei, die Wunde 

FVeiKen, Geläeihen und Geheien sind ist vernarbt. Ene kele Süt, unverwun- 

o/teina'legmtm mu/z schweigen. Stein, det. Bei Jeroscbin: daz st vorti^tin 

>. o. O. Xm, 66. W. Mtebl. VI, 158. awaz da e was blibin heil. Pfeiffer, 

Vgl. Grimm," Wb. IV 2, 813; lY 1, 171. Man bekommt aas heiler Baut, 

I, 2340 ff. pltd. üt h4ler Eüt, eine Eotzandung, 

Heior, pltd. Hier, m., von htien, Yexie- Geschwulst 2. ungemischt, lauter, rrän. 

rer. Necker, Betrüger, Menech, der einen I^res helges Fett. Ygl. hell, 

andern zum Narren hält, ihn neckend Heil-aller-Schaden, Päzn., Erenz-En- 

schiert und scharigelt, öck hadiT en- ziaur GenOana crudata L. Hagen, 

moal 'nö» I)rier, Bat weer en rechter 295, Die Enzianwurzel enthält viel 

Hier. Dorr, €2. Yolkel. 16, 8. BitterstofiF und wird deshalb als magen- 

Heier, /., die Heuer,' Miete, Pacht, stärkendes und kräftigendes Heilmittel 

Werbegeld. Wenn eck war, Matter, gebranchi Leanis, 790. 

fnututre, Gmo eck de Heier dt. Memel. Heil -aller- Welt, Pflzn,, arzneilicher 

Fjriüenichlll, 500b. Ehrenpreis, Veronica offtcirudis L. Ha- 

H^rei, pltd. Hlerl, /., auch Geheier, gen, 18. Die Blätter werden des 

pltd. Gehter, n., das Genecke, die ab- vorwaltenden Bitter- und Gerbestofb 

sichtliche Täuschung, Schererei. Eben- wegen in Theeaufguiz ab Brastmittel 

&lls von heien. Da hädd man </u ge- hei rheumatischen Leiden und Yer- 

»^gt, wie veele Hyerif seck by dem Fryea schleimung der Atmungsorgane und 

fincU. Carm. nupt. Y, 264a. von Landleuten frisch als Wundmittel 

heiem, ew., heuein, mieten. S. das gebraucht; der ansgepreJzte Saft dient 

vor. anch wohl als Frühlingskur. Leunis, 

Hejgster, m., s. Heister. 861. Nach Hagen, 543, and Leunis, 

Heike, n. a. /., dreizinkiger Aufeatz 429, auch gemeines Benediktenkraut, 

zur Sense beim Getreidemähen. Das Geum urbanum L, Vgl, Heilnftrsch. 

Heike, von hatten, hat den Zweck, die heilen, pltd. hfi[e(n), «c., heil machen, 



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Heilg^eistwan — Seirstswnrzel. 



nieder ganz mKcheD, ausbessern. Dei 
Schade lätt söck hile. 

HeilgegeistwurZiPflzn., Wald- Angelika, 
Angelica süvestria L. Hagen, 320, 
Als Mcdik. Heilgegeistwurzel , Radix 
Angelica. Wurzel und Samen der 
Pflanze sind jelzt nur noch in der Tier- 
heilkunde gebräachlicli; die gepulver- 
ten Samen werden zuweilen von Land- 
leutcn noch als Ijausepolver gebraucht. 
Leunis, 743. 

Heil'gentag, pltd. HOlgedag, im Erm- 
lande Helijtag, m. 1. Tag einem Heili- 
gen geweiht; 2. heiliger, geheiligter 
Tag, Feiertag. Äfg^ocM HöWgedag, 
al)gebrachter, d. i. abgeschaffter Heili- 
gentag — dritter Feiertag eines der 
grofzen Feste. De leewe BÖlgedag koa- 
men nick Tiet genooch. Dorr, 43. Alle 
Dag Sinndag an ön e Mödd noch e 
BölCgedag! Sprw. I, 3586. S. das. 822. 
Wedder HöWgedag on kein FUde. Wöll- 
kornrn, BölTgedag, on kein FUde. Sprw. 
I, 1547. Vgl. Tdel. 

Heiligenbeil, Städtchen an der Ost- 
bahn und dem Flafzchen Jarft. Das 
heil in dem Namen ist moderne Um- 
wandelnng des altpr. püy pila, pile, 
fiüe, Berg, Burg, Schlolz. Die Stadt 
hiel'z auch Swento-meit, heilige Stadt; 
ein Stcento-pH, heiliger Bergj heih'ge 
Burg, ist nicht nachweisbar. Ygl. 
Nsslm. Th., 128. 

Heiligheu, Pflzn., a. HahnenkamnAlee. 

Heiimann, m. jad. Vorn. Flatow. 
Schmitt, 112. 

Heilnflrsctl, PSzn., Ileil den A., ge- 
meine Nelkenwurz, Oeaim urbanum L. 
Eine beim Volke sehr gerühmte Ge- 
wQiz- und Heilpflanze, welche als Nel- 
kemcwrz (Radia caryophgüatae) gegen 
Unterleibsschwäche und schwache Ver- 
dauung noch jetzt als Heilmittel dient. 
Leanis, 429, 



HeiUbedc, im Ermlande Käme der 
Stadt Heilsberg. 

Heil- und KUhhalbe, pltd H«- en KN- 
salv', Medik. Emplastrum Mumbi am- 
positum. Auch Heil- und Zugpfluter, 
pltd. Hei- an Togflaster. 

heimleuchten , bk. , hinauslenchien: 
doch mehr in bösem Sinne. Etnen 
heimleuchten, ihm mit harten Worten 
die Thar weisen, oder wohl gar ilm 
zum Hause hinauswerlen. Hennig 
hat, 331, unter leuchten in glichen 
Sinne herausl euch ton. 

Heims-chen, n., s. Hfimske. 

Hein, HUnn, Hennig, m. Vom., Beiit- 
rich. Hartwich, 54. Auch Hendrick. 
^endrick Renhold en Stodeni, BurcKardt 
Buu/z nich onbekennt Carm. mtpt II, 
206. In der Dzg. Nhg. noch Hendrid 
Violöt, 101. Nach Sperber, 15. 
Heimbich. Als eigentOmliches SchBid- 
chel-Dem. Heinucke: Heinucke, EeinMAt. 
du motit di bekehre. Sprw. I, 111. 

Heinrich, m. , sanfter, ein sä(ta 
Schnaps. 

heinzen, hinzen, sie., coire. Sperber, 
15, meint, es komme vielleicht Tom 
Kater Bim nnd seinen Gelüsten her. 
' Hefratsblume, /. , breitblättriges Eu' 
benkraut, Orcha latifoUa L. Die Pfluie 
wird am Johannistage gegraben, wih- 
rend man denkt, ob ein gewisses Pur 
sich finden werde. Je nachdem die 
beiden bandförmig geteilten Warzel- 
knollen sich an einander legen oder 
von einander abwenden, kann man uf 
das Znstandekommen der Heirat 
schliefzen. Samland. Volkskal., US. 
Nach Hagen, 914, Orchis maculMta. 
Vgl. Gotteshand. 

Heiratsnotel, /., Heiratsver^ag. 

Heiratswurzel, Pflzn., zweiblättrigee 
Breitkdlbcben, Flatanthera (Or^ü L) 
HfoUa Rieh Hagen, 907. 



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heisch — Helft. 



heisch, pltd. hfisch, ad}., heiser. Aritm» 
heiechre C^ther schweigt. Carm. nupt. II, 
33l>. Ahd und mhd h^it, ags. hda, 
holL heetck, im Bi'em. heettrig, in Pom- 
mern heesch, heesk. Brem. Wb. II, 627. 
D&hn., 181b. Vgl. kesch. 

heischen, pltd. hfischen, sw. 1. fordern 
im Handel, den Preis beBtimmen. Man 
mot doch hhche, tom Äfdinge ös Tit 
genSff, man mnfz doch fordern, znm 
Abdingen ist Zeit genng. Hasche on 
Bede motte löck tchfde. Heischen und 
Bieten mBssen sich scheiden = der Yer- 
kaufen hat zu fordern, der Eänfer auf 
die Forderong za bieten. Sprw. I, 1554. 
Nach Mühling aach das Herausfordern 
derTrOmpfe beim Kartenspiel. 2. bitten, 
flehen. 

heissen, aw., s. hissen. 

Heister, Heigster, Hfigster, Hftster, m., 
Elster, Corma Pico. In Natangf n Heis- 
ker, in der Altp^. Mtsschr. IV, 115: 
Höchster, Sperber, 15: HOxter; auch 
Spadiheister, Spochheiiter. Sonst nennt 
die kluffe Welt tie nur den bunten ffeüter. 
Coetm. nwpt. H, 266 c. Hei ö« so bunt 
tot e Heister, von dem der mehrfarbige 
Kleider trügt. Heister nöm e Farkel. 
Volksr., 143, 602. De Beitter lacht. 
Dorr, 40. De junge Heister tnot Fo' 
derhebben: Dorr, 1. Wiew., 19. Hen- 
nig, 101. Mühling, Tiem., 172. In 
Natangen Heigster auch Name des Holz- 
h&bers, Corvus glandariu». — In Hessen 
Heister, junger Waldbanm, vorzQglich 
Buche. Yilmar, 161. Vgl. Ahter. S. 
Kurre. 

heisterbunt, adj., bunt wie ein Heister, 
scheckig, gefleckt. Hennig, 101. 

Heitterfeisler, m., ruheloser Mensch, 
der bald hier, bald dort ist, der seine 
Arbeit schnell aber unordentlich ver- 
richtet. Bock, 18. Hennig, .101. 
Sprw. I, 1556, Brem.-od8. AfiWterimstom 



in unordentlicher Eile etwas (hun. Brem. 
Wb. n, 614. 

Heisterkopf, pltd. Heisteritopp, m., 
sckie/zen, kopskegeln, einen Purzelbaum 
machen. Dzg. Klein I, 191. Allge- 
meiner Kopheister sckiefzen. Ebenso in 
Bremen, in Hamburg Beustayeuster, 
in Pommern Häaterkopp. Brem. Wb. 
II, 614. Richey, 94. D&hn., 167a. 

Heistemest, n., Nest der Elster; Name 
eines Kirchdorfes auf der Landzunge 
Heia. 

Heisuck, /., s. Heiduck. 

Heilzweck, pltd. HSbweck, HOtweck, /., 
heifze Weck (s. d.), eine Art Mohn- 
kncben, Geb&cke zu Fastnacht, Fast- 
nachtsfladen. Elbing. Sperber, 15. 
Schemionek, 16: Hösckwerk. Vio- 
16t, 98: Hötwerg, Heifzweck. Vgt. 
HHzweck. 

heitsch, hStsch, Zuruf an die Zug- 
ochsen, wenn sie rechts geben sollen. 
Auch altsch und hol. Vgl. Korrespbl. 
m, 90. 

helts^en, «w., pflagen. Wohl aus 
heitseh gebildet, weil man beim PfiOgen 
so häufig diesen Ruf hSrt. 

Heizfisch, m. Nach Hennig, 101, 
heifzen in Dzg. die im Winter unter 
dem Eise gefischten Fische Htisifische. 
Der Name soll von dem Feuer het^ 
rubren, dafz die Fischer zu ihrer Er- 
wärmung anmachen, 

Hftkel, /., Hechel, abd. n. mhd. hechele, 
kachele, holl. hekel, engl, hatchel, hackU, 
dän. kegle, schwed. hScÜa. Grimm, 
Wb. IV2, 735 f. 

Hftle, /., s. HHIe. 

Helfer, pltd. Mllper, m., Gehilfe in 
der Brauerei, Brauknecht In Königs- 
berg bildeten die Helfer eine eigene 
Zunft. Bock, 18. Hennig, 101. 

Hetfl, m., Pflzn., gemeiner Sinau, 
Alchemüla vulgaris L. Bock, Nat. III, 



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284 



Beiger — Bhaske. 



315. Hagen, 178. Aus ihm wird 
nach Bock, a. a. 0., ein wirksames 
Infusam bereitet, das gegen Kriebel- 
krankheit und Fieber hilft; woraus »ich 
wohl der Name erklärt. Vgl. aach 
Leunis, 427. 

Hdger, m. Vorn., llilariua. Hart- 
wich, 54. 

hell, adj. Ea ist zu heU, es sind 
Kinder da! Als W&mung, wenn Er- 
vacbsene in ihren Gesprächen in, Ge- 
genwart von Kindern zu weit gehen. 
Sprw. I, 1565. Den hellen ausgeschla- 
ffenen Tag hindurch, zur Bezeichnung 
der langen Dauer des Wartens. In 
diesem Sinne auch hellig. Et war emäl 
e armer Schmöd, De kloppt lo heWgen. 
Däge (die ganzen, langen Tage). Sam- 
Iwd. Firmenich II, 116b. IcHessen 
lautet eine gleichbedeutende Redensart : 
den ganzen, heülangen Tag hindurch; 
anch: den heilen Tag durch. Vümar, 
169. 

Helle, /. 1. die Kratze des Schorn- 
steinfegers, die er auf der Schulter 
trägt. Sehorst^f^er, Helledrägert 
Volksr,, 84, 343. — 2. Hölle, Höhle: 
das grofzo Loch unterm Ofen, der Raum 
zwischen Ofen und Wand. Hinterm 
Ofen in der ßeÜe, da tat allerhand 
Vorrat. Aus einem Yolksliede. 

Heller, «., s. Häller. 

heller, adv., immer: heller drop, im- 
mer drauf! Dzg. Nhg. VioUt, 100. 

hellig, adj. u. adv; müde, entkräftet, 
durstig, lechzend. Mhd. heUie, heUec; 
verwandt mit dem nd. hahl, hähUg 
darr, trocken, im Götüng. hellig. Vgl. 
S*hamb, 78b. Grimm, Wb. IV 2, 
973. Hennig, 326. 

heWg, adj., lang, ganz, voll; vom 
Tage. S. hell. 

helInA, adj. u. ado., von HeW Hölle, 
höllisch, gewaltig, aarzerordentUch. öck 



si heÜsch möd, ich bin stark ennlldet. 
Das ist ein hetUches Feuer, ein groiies, 
gewaltiges Feuer. Er ist ein heOtdtr 
Kerl, ein tüchtigei', aoIzerordenÜidiCT 
Mensch. E3c heuno 'ne ganz hdkde 
Angtt utgettahnen. Dorr, 1. Wiev., 
85. In Hessen Ae%. Vilmar, 163. 

Helm, m., Stiel an Axt und BöL 
Brem.-nds. helft, Götting. helf unHuifl, 
engl, helve, hoU. heim. Brem. Wb. II, 
617. Schamb., 78a. VgL Sprw. 1, 
3728. 

hem, ad«., heim, Heim, Haus. Deat 
besauf eck mech vxil noch on ft^ md 
nä hhn, und finde nicht nach Baase. 
Ermld. Freisch., 9. Eck »ei aä u 3t, 
ech mufz emma dahem hucke (zu Hasse 
sitzen). Ibid., 10. Sperber, 15. 

Hendedrein, n., das Hemde drum, lu 
Bezeichnung des letzten Tanzes nf 
einer Landhochzeit im Ermlande, da 
selbst mit dem Hemde nicht zu tener 
bezahlt wäre. VolksL, 45, 28, 6. 

HCmke, n., Heimchen, Hansgrille. 

hemmein, »w., s. femmeln, 

Hemp, m., Hanf, holl. henn^. 

hemp, adoerb. interj., links. Htmf 
on hott schwingt der Klöpfel ia da 
Glocke. Vgl. Tierräts., 12. 

Hempeldipempel, Klangwort zur B^ 
Zeichnung des Eis. S. Tierräts., 59. 

hempeln, sui., s. hSmpeln. 

HemplJng, m., Hänfling. 

Hempsaat, /., Hanfsaat 

Hemske, m. □./., auch Hfinuke, HöMkt, 
HAmsk, Heims-chen, HCms-chen, in Ou- 
zig £mke, Ameise. Dat öa fer den k, 
als wenn söck e Bimske an e Perdtfit 
hängt. Se krcMle vn de Bemakes, sind 
so rührig und tEätig wie Ameisen, 
Sprw. 1, 1538. De Hömake hde miA 
bepifzt, wenn man ein Jucken oder 
Brennen der Haut empfindet EimlaBd- 
Bock, 18. Hennig, 100. Mabling, 



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H&nBkebrOch — Hfemooa. 



285. 



Tiern., 172. Sperber, 15. ScKe- 
miooek, 16. 

Hdnakebrtch, m., Ameiseobaacb, als 
Scbimpfvort auf einen dicken Men- 
scheo, namentlich Jimgeo; nachUQh- 
ling zur Bezeichniuig eines sebr aaa- 
gern Menschen. Sprw. I, 1539. S. 
Br&ch. ■ 

Mmskengreffer, pltd. Hfimskegrlper, m., 
ein heimtückischer, arglistiger Mensch; 
Kleinigkeitskrämer. Verwandt nach 
Bildung und Sinn mit GriUmfänger. 
Hennig, 99. PisanskijNacbtr. @prw. 
I, 1540. 

Hende, Hendel, Handel, w. jüd. Vorn., 
TOD Hananaeel. Flatow. Schmitt, 114, 

Hendehveilz, Fflza., gemeine Woll- 
blume, Anthyüü vulneraria L. Ha- 
gen, 737. 

Hendrich, Hendrick, m. Vom., s. Hein. 

Hengelten, /. u. pha-., &. HängeKen. 

hmnewedder, adv., hin und wieder. 
Dzg. Nhg. VioUt, 100. 

Hennig, m. Yoni., s; Hein. 

hqiSCllI, hapschl, interj., Knf beim Nie- 
sen, den Schall nachahmend. 

heranhOren , aw. , besuchend vor- 
Bprechen, nachhören. Ich soll Ihm In- 
formation r>«ncha^en\ dag kann ich wol 
nicht: aber mag Er doch einmal tcieder 
h&vnhSren. Sopb. R. I, 230. 

Iierausleuchten, sw., a. heimleuchten, 

heraiismausem, sw., s-. herautmuiern. 

herausmirfem, rein bchd. herausmau- 
lem, sw., sich, sich aufnehmen, bcntus- 
arbeiten, aufbessern, nicht hlofz äufzer- 
licb in Kleidung, sondern auch in Wuchs, 
Haltung, im Betragen: wie der Togel 
aus der Mauser neu hervorgehen. In 
gleichem Sinne herauamuiUm. 

herausspintlsleren, sw., s. spintisitren; 

herauswickeln, sw., s. wickeln. 

Herlwtgarn, n., Herbttgarnfischerei, /., 
8. Windgarn. 



Herbstkrichel, n., Keichel, das im 
Herbst aosgekrochen. Da diese in der 
rauhen Luft leiden und riel kr&nkeln, 
übertragen auf einem schwächlichen 
Menschen, dem jeder Luftzag zuwider 
ist und schadet. Wie ein Berbatkeichel 
kränkeln — piepsen — schwach- sem. 
Vgl Sprw.I, 1574. 

Herd, m. 1. vorderer Teil des K«itel- 
gams (s. d.), der Herd, Sammelplatz, 
für die Fische; auf dem kurischen UoSb 
auch Vorderteil genannt, Ut. peiKsakü. 
2. Name für eine Sache Stelle, Untiefe, 
im Pillauer Hafen. 

Hftrd, m., Hirte. 

HSrdsjung, m.. Junge des Hirten, Ge- 
hilfe desselben. 

Hering, K8ring, Hflrning, m., Monats- 
name, Homung, Februar.- Der Eotr- 
ning macht den Zagel kraus. De Hering 
schleü möt em Zägel op't Is, der Hering 
schlägt mit dem Schwanz au£s Eis. 
Beide Redensarten bei strenger Kälte 
im Februar. Ofa Bearing (Manuscr. 
äöring') wat eascht de Wingta näkomme, 
im Homung' wird erst der Winter 
nachkommen. Ermld. Fr6isch., 12. S. 
Sprw. I, 1671. Vgl. Grolzhom. 

Heringsbrftker, m., s. brftken. 

Her Ingsh higst, f». ,Heringah engst, m amt- 
licher Hering. Als Schimpfwort ; Dorr, 
1. Wiew,, 49. 

Heringskapltfin, m., Aufeeher bei Ver- 
packung und Verladung der Heringe. 
Dzg. W. Seidel, 30. 

Heringsmanze, /., Netz zum Fange 
des Herings. Danziger Bucht. Putzi- 
ger Wiek. Benecke, 380. 

Herie, (?), der Bast an der Flachs- 
pBanze. Mühling 

Hftrmoas, Hermus, Pflzn., Ackerschach- 
telhalm, Equisetwm arvenM L., und 
S umpf Schachtelhalm , E. palustre L. 
Beide Arten Unkraut sind wegen der 



^d-byGooi^le 



386 twmocher , — heramduiuiieln. 

scbveren Ausrottbarkeit geharzt Leu- Herrgöttskuhchen, Gottetkuhchen, Herr- 

niB, 1447. Hennig, 100. Nach Ha- gottsvogelchen, n., das M&rienkäferchen, 

gea, 1078, heiizt E. hiemale Heermoos. Coccin^Ua septempunctabi. Fletg op, 

S. Duwack und Harmus. ß^eg op, min HerrgotUkohie! Kiuder- 

hernacher, adv.^ hernach, nachher, reim. Yolksr., 59, 226. Über die ver- 

sp&ter. Das kan das Christenthum Echiedenen Yolksnamen des Marieo- 

ktmacher gar wol leiden. Carm. nupt. käferchenss. Rochholz, Älem.Kiudeii. 

1,174. ÄDcb hemaehert. Sperber, S. 93. 543. Vgl. buiche. 

\b. Herrgotlspferdchen, n., auch G«tt(e)f- 

Heroldr Herolz, auch JKckel, m., Eichel- pferdlein, -eben, Himmelspferddien, cach 

häher, Coj'vus glandarius L. Bnjack, Hennenberger, 195, auch Gtfrgen- 

375. Mühling, Tiera., 172.. Vgl. die pfenllein, die LibeUe. Anno 1589 dm 

Namen des Habers in Eorrespbl. H, 28. 29. 30. AjmU', flogen ao viel der 

64 f. würme, die man Hergab PferdUin, oder 

Hbit, m. 1. Hansherr, Guteherr. 2. Jürgen Pferdlem nennet, das toenn man 

katholischer GeisÜicher. Ermland. Z. in die lufft schlug, kont man ein oder 

die drei gestrengen Herren: die Kaien- 2 treffen. Das. S. 325: Jörgenpf erdlein. 

dertage: Paukratius (12. Mw), Serva- Kinderreim: Herrgottspf erdchen, fliege^ 

tios (13. Mai) nnd Bonifacius (5. Juni); dein Vater ist im Kriege! Yolksr., 5&, 

oder: Mameitus(ll. Mai), Paukratius, 223. 

Servatius; auch: Pankratius, Servatius Herrgottstischkleiil, -rock, n., 6. Gottes- 

und Honoratos (16. Mai). An diesen tischkleid u. Bratefirock. 

Tagen ist nach der Yolksmeinung die Herrgottsvogelchen, n., s. HerrsottsloriH 

Wittermig gewöhnlich kalt. chen. 

Herrengang, m., Diarrhoe. He keß herrjeche, pltd. harjeke, Dem. von 

den Berrengang. Dzg. Nhg. S. DUnne. herje, Kürzung von Herr Jesus; als Aos- 

Herrentchätter, Pflzn. Nach Mdh- ruf des Staunens, der Bewunderung etc. 

ling „Pfennigkraut, Lysimackia'^ ; dem Man hört auch herrjes, herrjemeixlie, 

Namen nach also L. nummidaria. Yiel- und Tje, Tjeche. Letzteres könnte auch Igeh 

leicht i/. vu^aru, gemeiner Gilbweide- (gehe doch) gedeutet werden. Ygl. J6. 

rieh, dessen Kraut frilher officinell war. herrsch, at^. a. ade, herrisch, ge- 

Leanis, 869. Vgl Schätter. bieterisch, wie ein Herr aoftreten; was 

Herrentag, ptd. Herredag (a<=^<l), m., einem Herrn geziemt, zukommt. 

Tag, den die Herren leben. Be Uuit Herrschaff,/., Genossenschaft, Freunde; 

'nen Herrendag, er lebt gut, fOhrt ein als Anrede zu seinesgleichen. Herr- 

herrliches Leben. £lbinger Ndrg. acha/t, kämt on seht, kommt und seheL 

Herrgommes. Ach Hergommes! Aus- Königsberg, 

ruf der Yerwunderung. herumaasen, «IT., s. aasen. 

Herrgottche, m., Dem. Ton Herr Qott. herumAlen, sw-, sich, sich voll Wohl- 

1. Ausruf. Herrgottche, was erUht man behagen reckend umherw&lzen. S. 

aUet! 2. Im Ermlande Bezeichnung ftlen. 

fdr das Krucifix, namentlich das an herumdammeln, sw., dumm tändelnd, 

der LandstxaJiEe. Se häe e Tieiea (ha- z.wecklos sich herumtreiben. Ygl. dan- 

ben ein neues) Herrgottche gesetzt. mein. 



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henimdonen - 

, wild l&rmeDd am- 
berfahren, s. dollen. 

hninifaseiv sw-, herumraseti, -laofen. 
VoD faien. 

hersmfimmeln, w., b. fimmeln. 

herumflidileiD, «w., s. fliddern. 
, «p., 9. flirren. 
, nr., s. hausen. 

herumjacheln, sw., e. jacheln. 

benimjachern, sw., herumjagen, äich 
hemmtreibeD, s. jachern, 

berumklarren, sfo., a. klarren. 

heniinkltttem, gw., s. klätern. 

henimklucken, aw., s. Mucken. 

herumkrtüigeln, m., 3. krängein. 

hmimlatschen, sw., a. iabchen. 

bemnlungern, nc., s. lungern. 

boiimratzen, mo., sicli, ' z&nkeD, Strei- 
ks, sich in den Haaren liegen. 

benimaeien, sa., s. slUen. 

baronwtankern, nc., s. stankern. 

berunstewem, no., 3. stfiwern. 

, St., »ick, s. umtreiben, 
, 8. trossieren. 

herunwttchen, no., s. wiichen, 

bemmzabbeln, sw., b. zabbeln. 

bemmzageln, sw., s. zagein. 

beromzoddem, no., s. zoddem, 

Herz, n., Inkel, Eiakelile, des grofzen 
Aslsackes. Benecke, 387. 

Kerzbruch, m., Bruch des Herzens, 
töüicher Herzeosschmerz. Ich atmer 
Stmtvper ht^ den Hmrzbruck, tair wül 
das Hera brechen. Soph. R. V, 598. 
der deatecheD Karte 



Herzenfresser, m., Ehegatte, der dem 
Herzen der Frau Weh zofOgt. Stein, 
Peregrinus XIU, 88. W. Mtsbl. VI, 

159. Vgl. gnagen. 

Herzfrauchen, pltd. Herzfrfike, /., An- 
rede des Gesindes an die Uaos&oa. S. 
Frau and MOder. 



Herzkaule, pltd. HerzkDI, /., Herz- 
grube. 

Herzmutter, pltd. HerzmAder, /., An- 
rede wie Herzfrauchen. 

Herzogsacker, m., grofzer, freier Platz 
vor dem Königs- und Ro(2gärt«rthor in 
Königsberg, jetzt Exerzierplatz; zu 
Hermes' Zeit und auch in meiner 
Jagend noch ein freies Feld. Wir 
standen mitten auf dem Blachfelde in 
Herzogsacker. Soph. R. I, 390, Komm 
auf den Eerzogaacker. Ibid. V, 353. 

Herzpolchen, Dem. von Benpoü, das 
Innere einer Pflanze, woraus sich Blätter 
und Blüten entwickeln. Mühling. Im 
Brem. Wb.III, 351 : HartepoUe das Hers, 
oder dio jungen zarten Blätter in den 
Pflanzen, z. B. in einem Kohlhanpte. 

Herzvater, m., innigere Anrede der 
Kinder an den Vater, des Cresindes an 
den Hausherrn. Herzvater, sagte ich 
leüe. Soph. ß. IV, 445. Herzoader, 
st dem San nich gram, de Appel fällt 
nich wtt vom Stamm. Sprw. I, 3883. 

He satt on fratt on hadd e Brtfll op, 
Medik. lAgnum Sassafras und Radix 
Sarsapariüae. Kgabg. 

h&sch, adj., 8. helich. 

Hespe, /., Haspe, Thürangel, Knie- 
band. Mn Tisch mit Bespen an der 
Wand. Soph. R. U, 61. 

Hesse, /., KnJebng an den Hinter- 
lüfzen der Tiere; die Hinterfülze voll- 
ständig; die Fersensehne des Hinter- 
fufzes. Auch dbertragen auf den-Men- 
Bchen; Beine, FQlze, Fersen. Die Brack 
schlägt dem Pferde an die Hessen. Beb' 
die Hessen ! Es Hegt mir tn den Hessen, 
ich habe mfide Beine. Wenn du mit 
deine ungeschickte Hessen der wieder so 
fachen in de Wwzebi un im Strauch 
verzabbeln werscht, toeer ich der etc. 
Dorr, Driewjagd. Nd. allgemein i^esse, 



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Heüding — hexen. 



bayr. hächaen. Brem. Wb. 11, 626. 
Schanib.,81b. D&bn.,184b. Schmel- 
1er n, 147. Grimm, Wb. IV 2, 738. 
Hennig, 102. 

Heizimg, m., unter „mancherlei Fische" 
bei Heaneaberger, 29. S. HtteNng. 

Hetsch, m., hetechen, »w., s. hStschen. 

Hetternessel, /., kleine BreDonessel, 
UrtkaurensL. Hagen, 990. Gewöbn- 
lich Heitemetsel, wegen ihres hitzigen 
Brenneos, Vgl. Grimm, Wb. IV 2, 
929. S. Heddernessel und hiddem. 

helzchefetzche, adv., s. hirzefine. 

Hetze,/., Menge, Übertragen nach der 
Koppel Hunde, die zur Hetzjagd dient. 
Die ganze Hetze Kinde)-; auch das Ge- 
hetz. Mit dem ganzen. Gehetz Kinder 
vber die Strafze zu gehen, ist unan- 
genehm. S. Grimm, Wb. IV 2, 1271. 

hetzefetze, adv., s. hirzeflrze. 

Heuaiist, /., Aust, Ernte des Heus. 
Vgl. Aust. 

Heudrolzel, pltd. Hfigdrolzel, /., scherz- 
hafte Benennung für das Rind. 

Heuer, m., 8. heuern. 

Heuerkuttch«, /, früher in Danzig 
eine Mietskutsche. Hennig, 102. 

heuern, heuren, sw., mieten. Davon 
Heuer, Heure,/., Miete, Lohn. Hennig, 
102. Grimm, Wb. IV 2, 1286. 

Heunerbrink, (P), s. Häunerbrink. 

Heute, /., heuren, sw., s. heuern. 

Heusack, m., Sack zur Au&ahme von 
Ben. Übertraigen: Du hott keinen Bett- 
tack daran, keinen Schaden, Verlust. 
Sprw. I, 1603. 

Hfiwel, HHwel, m., Hagel, Anhöbe auf 
Feld oder Acker. Natangen. Von 
hSvsen heben. 

Hfiwelke, n. u./, kleiner Hebel, Dem, 
von Häcel HebeL S. Hfiwelten. 

HfiweHbaum, m., Baum für die if««e^ten. 

Hflwelten, plur., verhchd. Hebelten, 
»ing. BeuxU, m., Eewelte, BdieÜe, Ee- 



welke, n. u._/., doch meiat nur im jAtr. 
gebräuchlich, auchHftlwen, Httlwen,Ohmn, 
älben und Bwen (Gegend von Barten- 
stein), Teile des Wirkgestellä. Es siiid 
die um zwei Stäbe (Ober- und UtUer- 
stab) geschlnngeDen Doppelf^en, die 
in ihrer Mitte kleine Ösen bilden, dnicli 
welche die Fäden des Aufeuges einzelo 
hindurchgezogen werden, und zwar maü 
jeder Au&ngsfaden seinen eigenes 
Hewelt haben. Das ganze breite Faden- 
geäecht« mit dem Ober- and Unter- 
Stabe — kurzweg die Bnoelten — h&ogt 
am oberen Stabe in Trügen oder kleinen 
Schwengeln an dem BiicelAaum nod 
wird vermittelst der Fufztritte des Ge- 
stells wechselweise gehoben und ge- 
senkt, wobei der Einschlag durch die 
Fäden des Aufzuges geschossen wird. 

— Der Name Beizeiten ist offenbar öm 
eigentümliche . Deminutivbildang tai 
Bebel, pltd. Bewel; die übrigen oben 
angeführten Namen sind wohl nur Kor- 
rumpierungen aus dem allgemön üb- 
lichen Beaelten. Nach Hennig, 9^ 
nennen die Weber die Beweiten Schifte^ 

— In Posen: das HftWflIt eine hfaifeDe 
Schnur, Bindfaden; vielleicht vom jfid.- 
d. cheieel der Strick. Bernd, 92. Im 
Angs. Befeld, Beueld Faden, Welw>- 
faden etc.; vielleicht von ha&an, haben, 
halten, also ein Ding, woran man etvu 
hat, hält oder halten kann. Ibid., 393. 
Vgl. Das Wirkgestell, 125. 

Hexe, /. 1. graner Schmetteriing, 
Nachtschmetterling. Mühliug, TienL, 
172. 2. Nachtschwalbe, Ziegenmelker, 
CaprOtitilgtu europaeua L. Vgl. Tif 
schlaf. 

hexen, aw. 1. zaubern. 2. B<di